Familie

Ich finde keinen Titel für diesen Alltagskrams

Ich bin seit einer Woche Strohwitwe. Bis jetzt meistere ich die Zeit ganz gut. Obwohl so ein Strohwitwendasein natürlich direkt nach den Ferien…ungünstig ist, besonders wenn der Schreibtisch im HomeOffice gut gefüllt ist mit Arbeit.

Wir gewöhnen uns an den neuen Tagesrhythmus. Ich habe zwei ausgesprochene Morgenmuffel als Kinder und bin eigentlich selber vor dem 3. Kaffee nicht ansprechbar.

Aber irgendwie fällt mir das Jammern dieser Tage auch schwer. Meist bin ich grade sehr dankbar, wenn…für das was ich habe. Die Nachrichten lese und höre ich grad gar nicht, der Wahlkampf nervt mich, USA vs. Nordkorea, Hurrikane hier, Hurrikane dort…ich überlege, was ich als Einzelne tun kann, wie ich mich das so oft frage. Aber gut, dass hier zu diskutieren ist müßig.

Was ich aus meiner Filterbubble nicht raushalten kann, ist die Hebammenproblematik. Die Parteien werben im Wahlkampf nicht grade mit „Frauen- oder Mütterthemen“, still wird die Versorgung von frischgebackenen Müttern abgebaut. Ich fand es schon ätzend bei der Geburt des zweiten Kindes ohne Beleghebamme ins Krankenhaus zu gehen, weil die von Kind1, wie so viele andere, diesen Teil ihrer Arbeit wegen der hohen Berufshaftpflicht aufgegeben haben.

„Ich, Mama!“

Was ich sagen wollte: Das Kinderhaben ist grade schön, das Alter meiner Kinder kommt mir entgegen. Endlich Gesellschaftsspiele! (Hallo Galli Junior, Kuh & Co, Memory – Kennt ihr welche, wo das Gewinnen nicht wichtig ist? Kind2 nimmt es persönlich, wenn ich oder Kind1 eine Runde im Spiel gewinnen). Endlich auch mal mehr als Bilderbücher vorlesen! Kind2 wird grade zum Komiker. Zwischendurch spielt er „aus“. Dann bleibt er mitten in seinem Spiel stehen, wie ein Roboter mit leerer Batterie. Ich muss dann seinen „An“knopf suchen (dabei wär es durchaus angenehm, ihn mal ne Weile auszulassen).

Nachdem Kind2 ja sehr lange kaum geredet hat, purzeln die Worte inzwischen aus ihm raus und beim Bilderbuchgucken zeigt er auf alles und redet und redet und redet.

„Äh, Kind1, kannst Du Dein Fahrrad woanders hinstellen?“

Für Kind1 lese ich abends „Der Wind in den Weiden“ vor. Lange Sätze und eigentümliche, fast vergessene Worte. „Wir baden die Kinder in Sprache“ sagte neulich eine Erzieherin des Kindergartens. Das klingt gut. Das tue ich auch zu Hause.

Kurz zu Homeland (Achtung Spoiler für die, die noch gucken wollen): Ich weiß ja nicht…Claire Danes ging mir schon bei „Willkommen im Leben“ mit ihrem keuschen Rehaugenblick auf die Nerven (obwohl ich die Serie ansonsten liebte). Dann verkackt sie noch jeden Versuch, die Terroranschläge zu vereiteln. Und ihre Glanzleistung ist es, einen Zeitstrahl über die Aktionen Abu Nazirs aufzustellen??? Einen Zeitstrahl? Lernt man das bei der CIA? Jede_r Grundschüler_in hätte doch… ach egal. Sagt mir nur, ob es sich über die erste Staffel hinaus zu gucken lohnt…

Weil ich heute nicht viel Produktives zu schreiben habe – bei Familie Berlin, deren Reihe „Langsam Selbstständig“ ich bestimmt schon an anderer Stelle vorgestellt habe, berichte ich über meine Erfahrungen mit Bore Out. Ich freue mich immer über Erfahrungsaustausch dazu und kann nur noch mal betonen: Wenn es euch betrifft, seid ihr damit nicht allein! Und vor allem: Ihr seid nicht Schuld daran.

 

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6 Comments

  • Reply aufZehenspitzen 7. September 2017 at 20:52

    Koboldbande und Unser Baumhaus von Amigo. Sehr toll für das Kind, das sich phasenweise auch so schwer tut mit verlieren.
    Zu Homeland: es wird leider nicht besser, bleibt aber spannend + ich finde den Umgang mit Schwangerschaft/Mutterschaft in Serien/im Mainstream ja immer grundsätzlich interessant. Insofern.

    • Reply Melanie 7. September 2017 at 21:08

      Danke, schau ich mir mal an – meinst Du das geht auch für den Dreijährigen?

      • Reply aufZehenspitzen 7. September 2017 at 21:17

        grundsätzlich würde ich sagen ja. man spielt gemeinsam im team und da können das strategische (nichts komplexes! wege legen usw.) dann ja auch die älteren teammitglieder übernehmen. kommt darauf an, wie viel spaß es dann für die mitspielenden jüngeren macht. bei koboldbande spielt man zB gemeinsam gegen den drachen, da bringen wir erwachsene spannung rein und gruseln uns jedesmal, wenn der drache einen schritt näher zum schatz kommt. man kann ihn mit süßigkeiten ablenken, das war und ist jedes mal eine nette diskusssion (wann wir ihn ablenken, nur nicht zu spät!). wenn du die beschreibung und den ablauf liest, kannst du bestimmt ungefähr einschätzen, ob es für dein kind passt oder noch nicht. ich liebe das konzept (gemeinsam und nicht gegeneinander) und auch die haptik und umsetzung der teile ist gelungen, finde ich. unser baumhaus steht auf der liste für den nächsten geburtstag 🙂

        • Reply Melanie 7. September 2017 at 21:27

          Super, danke. Dann schreib ich das auch auf die Wunschliste!

  • Reply Katrin 7. September 2017 at 21:05

    Tempo kleine Fische. Hat noch nie genervt. Und gewinnen ist nicht so wichtig.

    • Reply Melanie 7. September 2017 at 21:15

      Das haben wir sogar und Kind1 liebt es! Aber ich habs noch nicht zusammen mit Kind2 probiert, danke für den Hinweis

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