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Melanie

Nachhaltiges Familienleben

Entschleunigung, Einkaufen im Unverpacktladen – Fastenzeitzwischenfazit

Hey ihr Lieben, ich dachte ich aktualisiere mal wieder meine Erfahrungen mit der Fastenzeit und den selbstauferlegten Regeln und Vorhaben.

Ernährung – vegan & zuckerfrei

Hier läufts weiterhin ziemlich gut. Na gut, zwei „Ausrutscher“ in Sachen vegan gabs schon. Beim auswärts essen, natürlich. Da war einmal ein Klecks Creme Fraiche auf dem Ratatouille und einmal war da eine Gorgonzolaquiche, die meinen Namen rief. Damit mir sowas in Zukunft nicht mehr so oft passiert hab ich mir jetzt die App „Happy Cow“ runtergeladen. Da findet man, sortiert nach Entfernung vom eigenen Standort, vegane und vegetarische Restaurants und Cafés und auch solche, die nicht speziell vegan sind, aber Angebote für Veganer_innen haben. Ich hoffe, so muss ich auch als Veganerin zukünftig unterwegs nicht hungern.

Hunger ist ein Thema, dass ich grade sehr fasziniert beobachte: Heißhunger ist futsch. Dieses ständige, leichte Hungergefühl oder Appetit, was mich sonst immer mal wieder aufstehen und zum Kühlschrank gehen lässt habe ich aktuell gar nicht mehr. (Ok, bis auf gestern. Aber einmal in drei Wochen ist auffallend wenig, oder?). Ob das daran liegt, dass mein Bauch weiß, dass die Auswahl grade eh begrenzt ist oder der Körper wirklich von der Ernährungsumstellung was mitgekriegt hat sollen andere urteilen. Derzeit komme ich sehr oft mit drei Mahlzeiten am Tag aus, ohne zwischendurch das Bdürfnis auf einen „Snack“ zu haben. Morgens wie immer frühstücke ich eher sparsam. Meist Porridge mit Obst. Oft auch nur ein Brot mit selbstgemachten Aufstrichen (Linsenpürree, Tomatenbutter). Mittags eventuell Reste vom Vortag oder was aus der Fleischersatzabteilung (Lupinenschnitzel, Tofu mit Salat). Und abends wird dann wie immer gekocht.

Ich hab Suppenwürze selber gemacht, Nudeln auch noch mal und ansonsten wie immer gekocht. Jetzt muss ich nur noch für die Kinder, bzw. die Spielplatzsnacks mitdenken. Meist kauf ich dann doch unterwegs ein paar Milchbrötchen, da muss ich mir noch was Nettes für unterwegs einfallen lassen.

Einkaufen im Unverpackt-Laden „Tante Olga“

Seit letztem Jahr gibt es hier in Köln einen Unverpackt-Laden, „Tante Olga“. Dem wollte ich schon länger einen Besuch abstatten. Also packte ich am Montag alle Tupperdosen, Gläser und sauberen Jutebeutel in eine große Tasche und schwang mich bei strömendem Regen aufs Fahrrad.

Spender im Tante Olga Unverpackt Laden Köln

Im Unverpackt Laden „Tante Olga“ findet sich viel auf kleiner Ladefläche. Ganze Spender voll mit Nudeln, Reissorten, Hafer-, Dinkel-, Sonstwasflocken, Bohnen, Linsen, Erbsen…

Oh, hat sich das gelohnt. Auf kleiner Fläche findet sich erstaunlich viel, was man für den (Familien)Alltag an plastikfreien Alternativen sucht. Lebensmittel in Hülle und Fülle (bei „Frischwaren“ wie Obst und Gemüse sagt Tante Olga aber auch, dass es genug Wochenmärkte gibt, auf denen man sich eindecken kann) und ich war fast ein bisschen traurig, dass ich grad mit dem meisten an Hülsenfrüchten und co. eingedeckt war – aber ich komme definitiv wieder.

Man schreibt das Gewicht der mitgebrachten Beutel und Gläser nach dem Abwiegen auf die Verpackung und kann anschließend die Gefäße befüllen. Ich hab aus den Spendern Haferflocken, Risottoreis und Erdnüsse mitgenommen.

Seifen im Unverpackt Laden Köln

Auch für die Körperpflege findet sich fast alles was man braucht

Haar- und Körperseife hab ich mitgenommen, ebenso Zahnputz“tabletten“, die man im Mund zerkaut und anschließend ganz normal die Zähne putzt.

Kosmetik im Unverpackt Laden

Zahnbürsten, Menstruationstassen, Stoffbinden – alles da

Schokolade bei Tante Olga

Auch für den süßen Zahn ist gesorgt. Nach der Fastenzeit komm ich definitiv wieder…

Brotdosen ohne Plastik

Sprühflaschen, Brotdosen, Weckgläser – alles Mögliche an Umverpackungen kann man hier erstehen

Nach dem Einkauf hab ich mich noch auf einen der beiden Stühle gesetzt und einen Kaffee getrunken – den bekommt man nämlich dort auch. Und wenn man einen Nachfüllbecher kauft (oder mitbringt) auch to go.

Entschleunigung

Entschleunigung ist ein großes Wort. Ich hatte nicht speziell in der Fastenzeit vor, achtsamer zu werden oder so. Aber die Liste, die ich mir am Anfang geschrieben habe war doch ein weiteres „To Do“, das mich gewissermaßen unter Druck setzte. Als ich zwischen zwei übermüdet-nörgelig-quengelig-schreienden Kleinkindern versuchte, ein vollwertiges Essen zuzubereiten, dass etwas länger dauerte musste ich einsehen: Kompromisse wird es auch weiterhin geben. Perfektion ist bei so einem Projekt wie der Fastenzeit oder einer langfristigen Umstellung der Konsumgewohnheiten fehl am Platz. Statt dessen fokussiere ich auf das, was einfach klappt, was gut in den Alltag passt. Und nicht, was ich für das 100% Beste halte.

Diese (eigentlich nicht neue) Erkenntnis hat jetzt ein paar Tage gebraucht, um anzukommen. Auch der facebook-Entzug (der ja nicht komplett ist, aber stark reduziert) hat dazu geführt, dass meine Gedanken nicht mehr im Sauseschritt Achterbahn fahren. Und ich habs sogar geschafft, ein paar Bücher zu lesen. Belletristik, keine Sachbücher.

Zwischenfazit bisher

Manche Sachen machen mir richtig Spaß. Dinge selber machen, wie zum Beispiel Suppenwürze oder Nudeln hat was sehr Befriedigendes finde ich. Im Bereich Körperpflege bin ich da bisher nicht so motiviert, meine wenigen Versuche in Sachen Deo und Haarspray waren nicht grad erfolgreich. Aber es sind ja die kleinen Schritte, die auch zählen. Im Bereich Ernährung tut sich wirklich viel, wenn man auf vegan umsteigt und nach Möglichkeit versucht, seine Lebensmittel plastikfrei zu kaufen. Ich bin froh, hier in Köln dafür eine so gute Infrastruktur vorzufinden. Es ist aber zunächst auch zeitaufwendiger, wenn man nicht alles im nächsten Supermarkt shoppt, sondern seine Produkte aus diversen Läden zusammensucht (zum Tante Olga muss ich z.B. 20 Minuten mit dem Fahrrad fahren, andere Verkehrsmittel sind hier in Köln auch nicht schneller; der Wochenmarkt wo ich Obst und Gemüse kaufe ist nur dienstags und freitags). Dafür ist der Effekt erstaunlich, denn zumindest hier in der Familie macht der Verpackungsmüll von Lebensmitteln eine Menge aus. Ich denke, wenn ich das im nächsten Jahr konsequenter angehe, kann ich ganz zufrieden sein.

Reisen mit Kindern

Losinj mit Kindern: Aktivitäten & Sehenswürdigkeiten

Nachdem ich euch unseren Campingplatz auf Losinj bereits vorgestellt habe, komme ich heute mal zu den Sehenswürdigkeiten & Ausflugmöglichkeiten

Die kleine Insel Losinj in der Kvarner Bucht (Kroatien) kann vielleicht nicht mit Partyszene und historischen Monumenten mithalten, aber wer auf Outdooraktivitäten und Wasser(sport) steht findet hier ausreichend Aktivitäten für die ganze Familie.

Die Orte Mali Losinj und Veli Losinj

Von unserem Campingplatz die nächsten (und, wie ich fand schönsten) Orte waren Mali und Veli Losinj. Mali Losinj ist der größere der beiden Orte und hier gabs auch die bekannten Supermärkte zum Einkaufen. Man muss sich um seine Verpflegung wirklich keine Sorgen machen, selbst Sojamilch und co. bekommt man hier. Wie aber auch anderswo am Mittelmeer ist Sonnencreme ziemlich teuer – ich sags euch nur, nicht das ihr behauptet, ihr habts nicht gewusst!

Beide Orte haben schöne Häfen zum Spazieren und Verweilen. In Mali Losinj gibt es auch ein historisches Museum, das Museum des Apoxyomenos – wer es besuchen will, muss vorab reservieren, da es nur geführte Touren gibt.

Hafen von Veli Losinj

Der Hafen von Veli Losinj

Veli Losinj fand ich um einiges hübscher, aber das ist schon sehr streng geurteilt. In Mali Losinj findet sich noch ein…botanischer? Garten. Eher ein Kräutergärtchen, das man besuchen kann. Die Infos dazu findet man auf Flyern in den Touribüros oder auf dem Campingplatz.

Ansonsten: einfach zu Fuß oder per Rad die Gegend erkunden. Idealerweise per Boot, dazu weiter unten mehr.

Die Badebucht bei Cikat

Ich will nicht sagen, dass wir besonders viele Strände gesehen haben und vergleichen können. Die Campingplätze liegen alle am Strand oder strandnah. Bei unserem Campingplatz war die kleine Badebucht keine Schönheit, zum Planschen aber ausreichend.

Wer weniger Kies am Strand möchte und auch Trubel mag, der ist in der Bucht von Cikat gut aufgehoben: Hier geht es meist sandig ins Wasser (wir hatten die Badeschuhe, also geschlossene Schuhe trotzdem immer dabei) und es bleibt eine Weile flach, bevor es zum Schwimmerbereich wird.

Hier ist auch für die Verpflegung gesorgt, es gibt Eis, Palatschinken (den man hier anders schreibt, der aber genau so lecker ist), Getränke und diverse Strandcafés. Immer schön einen Schirm als Schattenspender mitnehmen, oder eine Strandmuschel. Wer keine hat, kann auch auf der anderen Seite der Promenade unter Bäumen liegen, hat den Boden aber etwas holziger.

Mit den Kindern sind wir hier gerne hin gefahren, alles war gut im Blick und der Sand sorgte auch für die Möglichkeit, außerhalb des Wassers die Kinder mit Sandburgenbauen zu beschäftigen.

Eine Fahrradtour von Mali Losinj bis Cikat

Auf dem Campingplatz gab es einen Fahrradverleih

Auf dem Campingplatz gab es einen Fahrradverleih

Wenn man sich mal anders als mit dem Auto fortbewegen will, hat man die Möglichkeit auf dem Campingplatz Fahrräder zu leihen und die Insel zu entdecken. Naja, ganz so ambitioniert war unser Vorhaben nicht – die Insel ist nicht riesig, aber für einen Tagesausflug mit dem Fahrrad entschieden wir uns für eine überschaubare Strecke: Vom Campingplatz Poljana über Mali Losinj über die Halbinsel nach Cikat in die Bucht, wo wir uns mit einem Eis und Abkühlung im Wasser belohnen wollten.

Die Fahrräder waren recht neu und man bekam auch Kindersitze und Helme wenn man wollte (wollten wir natürlich!). Hochmotiviert sind wir losgefahren. Leider muss man ein kurzes Stück über die Hauptstraße, was bei den rasenden Autofahrern etwas blöd war, aber dann ging es recht schnell ab zum Meer und am Hafen entlang. In Mali Losinj machten wir noch mal Rast an einem kleinen Supermarkt und gönnten uns eine Limo. Dann ging es zur Südspitze der „Halbinsel“ wo recht gut sichtbar der Weg war. Kein reiner Radweg, auch Jogger und Fußgängerinnen traf man hier. Vorbei an einigen Bauruinen, links der Wald, rechts das Meer. Irgendwann fährt man dann auf einen anderen Campingplatz drauf, einen felsigen Strandzugang gab es dort & wir pausierten hier für einen ersten Kaffee bzw. Eis (ist aber nicht weit von unserem Ziel weg gewesen, aber man gönnt sich ja sonst nix).

Dann nahmen wir den Enspurt und fuhren in die Bucht rein. Wie lange wir unterwegs waren, weiß ich gar nicht so genau, aber s gab ausreichend Möglichkeiten für Pausen und Erfrischungen, dass es garantiert kein Tagesausflug war.

Delfin Watching

Nachdem ich – alleine – auf La Gomera bereits eine Delfin- & Whale-Watching Tour machte, wollte ich das diesmal mit Kind1 auch wieder. Wale gibt es in der Adria nur ganz vereinzelt, aber Delfine sind dort relativ häufig. Es gibt verschiedene Anbieter für Delfin-Touren auf Losinj. Ich habe mich für das Blue World Institute bzw. sein Dophin Watching entschieden: Hier wird über die Meeressäuger geforscht, es gibt Räumlichkeiten, in denen vor der Tour ein Vortrag über Delfinde gehalten wird und welche Verhaltensweisen bei einer Tour wichtig sind. Viele Anbieter halten sich dran (bestimmter Abstand zu den Tieren, Motoren aus und keine andere Lärmbelästigung etc), aber so war ich sicher, direkt noch zu der Arbeit des Instituts beizutragen.

Kind1 (zu dem Zeitpunkt 5 Jahre) sprang direkt in das kleine Motorboot mit 12 Sitzplätzen (immer zwei Nebeneinander in sechs Reihen), so saßen wir ganz vorne nebeneinander. Das Schiff konnte ordentlich Gas geben und zwischendurch „sprangen“ wir über die Wellen. Ein riesen Spaß, für mich aber auch das Kind jauchzte begeistert. Mehrmals hielten wir an, warteten leise und schauten aufs Meer…Erfolg hatten wir dann, als wir einem Fischerboot folgte, das mit Netzen auf Fang ging…Delfine nutzen das gerne und holen sich dort ihr Essen, wenn die kleineren Fische aus dem Netz entkommen.

Delfin Watching

Delfin Watching – erfolgreich!

Zurück ging es in Saus und Braus und alleine dieses „Speed“Boot-Erlebnis wäre für Kind1 toll gewesen. Mit Delfinen fand ichs aber schöner.

Bootstouren und Inseltouren

Sowohl in Mali Losinj als auch Veli Losinj gibt es verschiedene Anbieter für Bootsausflüge: die diversen Inseln rund um Losinj gehörten meistens zu einer Tour, mit diversen Stops in türkisblauen Badebuchten. Als Kind1 mit dem Mann einen Panoramaflug über die Insel genoß (siehe weiter unten) hopsten Kind2 und ich auf ein Boot. Wir fuhren die kleinen Inseln im Osten und Süden von Losinj an – wer kann, packt Badesachen ein! Da Kind2 anfangs diese Meer-Geschichte noch suspekt fand und auch seinen Mittagsschlaf während der Bootsfahrt hielt kam ich leider nicht zum baden, aber sonst wär es eine super Gelegenheit gewesen um direkt vom Boot ins schönste Wasser zu springen…

Bootsausflug mit Kind2

Aquapark Cikat

Wem das Meer nicht reicht, der findet Erfüllung im Aquapark Cikat. Gut, für mich gehörte das zu dem Punkt: Macht man für die Kinder. Die hatten Spaß mit den Rutschen und wasserspeienden Figuren. Mit größeren Kindern wäre das schon was anderes gewesen, da hätten wir Eltern uns an die Poolbar gesetzt und Cocktails Kaffee getrunken, aber wir mussten ja immer den hüpfenden Badenixen hinterher.

Aquapark-Cikat

Aquapark-Cikat

Der Aquapark gehört zum Camping Cikat, man kommt als Besucher_in aber auch über den Platz und zahlt den Eintritt direkt am Eingang zum Aquapark, der noch mal getrennt vom restlichen Campingbereich ist. Ich bin sehr froh, dass wir nicht auf dem zugehörigen Campingplatz waren, sonst hätten wir die Kinder da nie weg bekommen…

SemiSubmarin-Bootsfahrt

Auch in Istrien haben wir diese Bötchen gesehen: außen rot und immer nah der Küste lang. Da wollte Kind1 schon mal mitfahren, aber grad an dem Tag, als wir dann loswollten, war es zu stürmig, zu viele Wellen und damit hätte man auch unter Wasser nur aufgewirbelten Meeresgrund gesehen…Um so mehr freute sich das große Kind, dass das Wetter hier meist ruhig und sonnig war und wir eine Fahrt buchten. Kind2 war weniger begeistert, er hatte zunächst echte Sorgen, die Treppe runter zu gehen.

Semisubmarinetour auf Losinj

Unten im „U“-Boot

Wir hatten an dem Tag (das Boot fuhr stündlich) das Boot für uns alleine und so konnten wir Kind2 beruhigen und als es losging, hatte er auch Spaß am Fische gucken. Und Autoreifen. Und Blechbüchsen. Und was die Menschen noch so ins Wasser werfen (die Fische kamen nur, weil sie vom Kapitän angefüttert wurden. Egal, die Kinder fandens super).

Panoramaflug über die Insel

Während Kind2 und ich eine Schifffahrt machten (ich wollte unbedingt mal Schifffahrt schreiben, weil ich es so witzig finde, wenn drei Konsonanten nebeneinander sind) flogen Mann und Kind1 über die Insel. Nicht weit von unserem Campingplatz gab es nämlich einen kleinen Flughafen. Der Mann träumte schon auf Formentera von einem Panoramaflug und hier auf Losinj war das sogar bezahlbar. Kind1 wollte mit, wir hatten zwar ein bisschen Sorge, dass er kurz vorher doch noch Panik bekommt aber der Mann sagte, das Kind habe die ganze Zeit im Kreis gegrinst. Der Pilot war ein junger Mann, der offensichtlich den besten Job hatte, den er sich wünschen kann und der für Kind1 noch 5 Extraminuten flog.

Panoramaflug über Losinj

Panoramaflug über Losinj

Wassersport: Tauchen & Windsurfen

Nachdem ich einige Wochen zuvor meine ersten Windsurfstunden nahm wollte ich natürlich bei der erstbesten Gelegenheit wieder aufs Brett! In Cikat gab es eine Surfschule, man konnte entweder Stunden mit einem Lehrer nehmen oder sich das Material ausleihen. Eine Tauchschule gab es auch vor Ort, die hab ich aber nicht getestet…

Meiner Meinung nach war genug Programm für zwei Wochen möglich und in den genannten Ausflügen war noch nicht mal der Nordteil der Insel oder die benachbarte Insel Cres.

Wart ihr schon mal auf Losinj oder eine der anderen Inseln der Kvarner Bucht und habt Tipps und Erfahrungen? Dann gern in die Kommentare. Ansonsten wünsch ich euch einen tollen Familienurlaub auf Losinj 😉


P.S.: Die meisten Ausflüge, Bootsfahrten etc. musste man über die Touri-Infos buchen. In der Hauptsaison macht es Sinn, sich rechtzeitig zu überlegen, was man buchen möchte und dann einen Termin zu reservieren. Erschwert wird das dadurch, dass man oft nicht alle Ausflüge im gleichen Büro reservieren kann, sondern da jeder so sine Favoriten hat. Wenn man Glück hat, hilft auch die Dame am Infostand auf dem Campingplatz aus. Ansonsten muss man ein paar Stunden einplanen, um am Anfang des Urlaubs seine Touren zusammenzustellen.

Nachhaltiges Familienleben

Interview Green Living: Anne

Stelle Dich (und ggf. Deinen Blog) bitte vor

Ich heiße Anne, bin 31 und lebe mit zwei Kindern und Mann in Berlin. Ich bin gelernte Hebamme, studiere derzeit Ökolandbau (zumindest besitze ich ein Semesterticket), mache gern etwas mit meinen Händen und schreibe als Krähenmutter in ziemlich unregelmäßigen Abständen über einige Dinge in meinem Leben, die mich bewegen.

Welches Thema/Unterthema aus dem Bereich „nachhaltig Leben“ (vegane Ernährung, plastikfrei, Minimalismus….) ist Dir besonders wichtig und warum?

An erster Stelle recht klar der Veganismus. Seit 2013 ernähre ich mich (mit etlichen Ausrutschern in der Schwangerschaft mit meinem zweiten Kind) vegan, seit meinem 12. Lebensjahr war ich vegetarisch unterwegs (einem Bericht in BravoTV sei Dank). An erster Stelle steht bei mir das Tierleid, ganz knapp dahinter kommt die Rettung unseres Planeten. Auch im Ökolandbau kann ich die Ausbeutung anderer Lebewesen nicht für gut befinden, das Leid der Tiere ist groß.

Das die konventionelle Landwirtschaft uns langfristig nicht wird ernähren können, predigen uns im Studium sämtliche Dozenten. Daher unterstütze ich durch Kaufentscheidungen die Biobranche, wir sind Mitglieder einer CSA und möchten irgendwann zumindest zum Teil selbstversorgt leben.

Müllreduktion ist derzeit meine größte Baustelle, da war ich schon mal deutlich besser und möchte da gern auch wieder hinkommen. Mit einem Bioladen in 5min Entfernung lief das einfacher, als wenn ich jetzt aus Bequemlichkeit zu Kaufland gehe.

Daher versuche ich zumindest bei Gegenständen, Kleidung usw. die 5 R‘s (refuse, reduce, reuse, recycle, rot) anzuwenden.

Aus ganz persönlichen Gründen interessiert mich: wie ist das mit deinem Partner/Deiner Partnerin: ziehen die am gleichen Strang, musstest Du Überzeugungs- oder Aufklärungsarbeit leisten?

Mein Freund war ebenfalls schon lange Vegetarier, zwischendrin auch einige Jahre vegan, daher gab es in dieser Hinsicht keinen Diskussionsbedarf.

Was die Themen Bio-Lebensmittel, Müllreduzierung und Ressourcenschonung angeht, geraten wir immer noch ab und zu aneinander. Mein kleinkarierter Mülltrennungswahn trifft da auf ziemliches Unverständnis (vielleicht auch kulturell bedingt).

Bio-Lebensmittel findet mein Partner grundsätzlich überteuert, das alte Dilemma also. Da ich allerdings die Einkäufe zu 95% übernehme, kann ich halbwegs mit seiner negativen Attitüde dazu leben.

Was ist mit dem Rest der Familie (vor allem den Kindern) und Freund_innen…backst Du Dir beispielsweise einen veganen Kuchen für Einladungen woanders, dürfen die Kinder das Grillwürstchen nicht essen, gibt es keine Mitgebsel am Kindergeburtstag…

Die Kinder (6 Jahre, 6 Monate) leben ebenfalls vegan, der Große entscheidet dies jedoch selbst. Bei geschenkten Süßigkeiten, Überraschungseiern und Marshmallows macht er Ausnahmen, fragt sonst aber bei Kuchen u.ä. immer nach, ob es vegan ist und bleibt da in der Regel strikt.

Fleisch haben beide Kinder noch nie gegessen, das wäre für mich auch schwer mit anzusehen, da es mich wirklich ekelt. Allerdings möchte ich meinen Kindern nicht Dinge verbieten oder vorenthalten, die ich ja auch als Kind getan habe, sie sollen da ihre eigenen Erfahrungen machen um dann wirklich selbstständig Entscheidungen treffen zu können. Ich glaube auch nicht, dass ein Gefühl von sozialer Ausgrenzung und persönlicher Begrenzung langfristig dazu führt, dass die Kinder an nachhaltigkeit interessiert sind.

Auf Feiern gebe ich vegane Optionen mit und informiere mich vorher, was es sonst so gibt, damit es halbwegs ähnlich ist.

Was plastikfreies Leben betrifft sind das große Kind und ich nicht auf einer Wellenlänge, er steht auf den größten Plastikschrott, ich versuche immer noch meine Ostheimer-Tiere ans Kind zu bringen. Zumindest das Baby lutscht sie ab und zu mal ab, während es zum Lego rüberschielt.

Mitgebsel sind in unserem Freundes- und Bekanntenkreis nicht so das Thema, wenn gestalten wir aber mit den Kindern zusammen etwas Schönes zusammen, zum Beispiel ein Badesalz, bemalter Stoffbeutel oder ähnliches.

Bisher kommen wir auch mit gebrauchter Kleidung für die Kinder gut aus, da gibt es noch keine Einwände. Mal schauen, wie lange das noch so bleibt.

Was sind die Fragen oder Einwände, die Dir am häufigsten zu Deiner/Eurer Lebensweise begegnen und was erwiderst Du darauf? Was ist z.B. mit Einwänden wie „ist mir u aufwändig/zu teuer/zu viel Verzicht“?

Meist antworte ich da nicht drauf, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass die wenigsten ein ernsthaftes Interesse daran haben, sondern eher rumstänkern wollen. Sehe ich zumindest etwas fruchtbaren Boden, diskutiere ich gern darüber und erläutere meine Beweggründe.

Wenn Einwände kommen, dann meist aus der Richtung „vegan ist nicht gesund“, „Fleisch schmeckt halt einfach so gut“, „dafür gibt es Tiere nun mal“. Das ist in meinem näheren Umfeld allerdings selten, die haben sich schon zu genüge an mir abgearbeitet und sind Kummer gewohnt (Auch nach fast 20 Jahren werde ich deinen liebevoll gebratenes Schwein nicht essen Oma, sorry..).

Die erstmal höheren Kosten für bio-Lebensmittel kann ich recht gut wegdiskutieren, das studiere ich ja und kann daher einfach die Zusammenhänge aufzeigen. Ist vielen letztendlich dann aber auch egal.

Was findest Du am Bereicherndsten an Eurer Lebensweise?

Wir ernähren uns verhältnismäßig gesund, gehen sorgsam mit Ressourcen um, sparen Geld.

Auf ebay Kleinanzeigen Dinge loszuwerden, gibt mir ein befreiendes Gefühl, dort Dinge zu kaufen ist in vielerlei Hinsicht ratsam.

Ansonsten habe ich das Gefühl nicht so verbohrt im Kopf zu sein, also auch kreative Alternativen für Nahrungsmittel/Kleidungsstücke/xyz suchen zu können, statt mit empörtem Blick auf den Teller meines Gegenüber starren zu müssen.

Ich verzweifle oft am Leid der Welt und habe zumindest ein bisschen das Gefühl, aktiv etwas tun zu können.

Was sind die einfachsten Dinge, die jeder umsetzen kann um (vegan_minimalistisch_plastikfrei) zu leben – wenn jemand Dich fragt, wo si_er anfangen soll, welche Tipps würdest Du geben?

Tatsächlich einfach loslegen, ohne Absolutheitsansprüche und mit möglichst wenig Angst vor Rückschlägen. Jeder kleine Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist ein Fortschritt.

Verbündete suchen, das Vorhaben öffentlich machen, zum Beispiel online.

Immer einen Stoffbeutel dabei haben.

Vor jedem Kauf überlegen: brauche ich das wirklich? Kann ich das nicht einfach selbst machen? Wie lange werde ich es benutzen? Bekomme ich das auch gebraucht für weniger Geld?

Einfach keine tierischen Produkte mehr kaufen, dafür musst du nicht einmal etwas tun, sondern kannst etwas weglassen. (Nicht hungrig einkaufen gehen, das führt bei mir immer zu erhöhtem Müllaufkommen.)

Sich immer wieder den eigenen Reichtum vor Augen halten.

Einen Dauerauftrag für eine gemeinnützige Organisation anlegen, egal wie hoch die Summe ist.

Spenden schenken, dazu ein selbstgebasteltes Windlicht, egal was das Gegenüber daran rumzukritteln hat.

Das Herz weit machen, sich die Einzigartigkeit dieses Planeten bewusst machen, teilen, was du hast.

Nicht aufgeben.

Zum Schluss: Deine Literatur-, Blog- und Filmtipps für den Aus-/Umstieg?

Filmtipps:

Gabel statt Skalpell
Plastic planet
More than honey
Food inc.
Earthlings habe ich nie gesehen, weiß aber, dass das für viele der Einstieg war.

Buchtipps:

„Einfach vegan“ von Roland Rauter
„Vegan, regional, saisonal“ von Lisa Pfleger (Anmerkung glücklich scheitern: Hab ich auch! Und mag es zusammen mit ihrem Vegan Homemade anderen sehr empfehlen!)
Alle Bücher von Peter Wohlleben – für ein bisschen Demut. 😉

Blogs zu dem Thema gibt es ja etliche, meine kleine Auswahl:

Wastelandrebel

Experiment Selbstversorgung

Laubfresser

Familie

6 Jahre Minime

„Mamaaa, kann ich mir ein Eis kaufen?“

Einer der ersten sonnigen Tage, alle Familien aus der Umgebung sitzen – wie wir – im Park. Es ist der sechste Geburtstag von Kind1. Nach dem Kindergarten sind wir mit dem Kinderwagen vollbepackt mit Sandspielzeug und Muffins losgezogen. Die Picknickdecke wird eingeweiht.

Auch der Eismann weiß das Wetter zu nutzen und fährt mit seinem ausgebauten Kleintransporter vor. „Holst Du Dir selber ein Eis oder soll ich mitgehen?“ „Ich kauf mir das selber!“ „Dann bring auch für Deinen Bruder eine Kugel mit“.

Ich drücke diesem großen Kind, das grade sechs geworden ist, 3 Euro in die Hand (man weiß ja nie, wie viel so eine Kugel Eis aktuell kostet) und es zieht los. Stellt sich in die Schlange (vielleicht drängelt er sich auch vor, ich seh das nicht so genau) und kommt mit zwei Eishörnchen wieder. Eins für sich, eins für den kleinen Bruder.

Ich bin gerührt. So viel Selbstständigkeit. Kein Zögern. Pures Selbstvertrauen in diesem doch noch so kleinen Kerl. Der so klein gar nicht mehr ist.

Happy Birthday - Geburtstagskerze auf Kuchen

Happy Birthday zum sechsten Geburtstag Großer!

Am Morgen bin ich früh aufgestanden, habe die Geburtstagskerzen-Karavane aufgestellt, eine kleine Kerze angezündet und bin dann ins Schlafzimmer gegangen. Ich sang „Heute kann es regnen, stürmen oder schnein…“ mit kleinen Aussetzern – weil ich trotz allem nicht textsicher bin und außerdem diesen fetten Kloß vor Rührung im Hals habe. Der Mann rettet mich auch nicht, also hör ich nach dem ersten Refrain auf. Kind1 pustet die Kerze aus und läuft in die Küche. Glänzende Augen als er den Küchentisch sieht. Mit der Kerzen-Karavane und der Girlande auf der „Herzlichen Glückwunsch“ steht.

Er packt seine Geschenke aus. Über seinen Transformer freut er sich sehr – schließlich redet er seit einem dreiviertel Jahr von nichts anderem als diesem Transformer. Nicht das Geschenk, das wir ihm ausgesucht hätten. Aber wenn Wünsche so stabil und fest sind, dann müssen sie erfüllt werden.

Das sonnige Wetter strahlt mit dem Geburtstagskind um die Wette.

Bagger im Sand

Den Nachmittag feiern wir im Park

Im Kindergarten wurd er gefeiert und bekam eine Geburtsagskrone. Die nimmt er auch anschließend mit in den Park.

Jetzt ist da dieser Junge, der bald in die Schule kommt. Der sich selber (und seinem Bruder) ein Eis kauft. Der reden kann wie ein Wasserfall, Fragen stellt, die auch Wikipedia nicht beantworten kann (und wir Eltern erst recht nicht). Das Kind, das neugierig in die Welt und die Zukunft schaut und für den ich liebend gerne versuche, diese Welt zu erhalten, zu verbessern und zu verschönern.

Eine Zeichnung von Torben Kuhlmann, Autor von "Lindbergh" und "Armstrong"

Eine Zeichnung von Torben Kuhlmann, Autor von „Lindbergh“ und „Armstrong“

Ein paar besondere Highlights gab es zu diesem Tag – ganz zufällig. Der Mann arbeitet bei der Lit.Cologne und hört vormittags viele Lesungen von Kinderbüchern. Auch der Autor von „Lindbergh“ tritt auf – mit dem Nachfolger, „Armstrong“. Eine Ausgabe bekommt der Mann von der Moderatorin Angela Maas, die vom Geburtstag gehört hat, geschenkt.

Kuhlmann - Armstrong

Kuhlmann – Armstrong

Und eine Zeichnung vom Autor gab es auch dazu.

Das Highlight vom Kind an dem Tag war aber vermutlich ganz anderer Natur: In dem Park in dem wir unsere Picknickdecke aufschlugen darf so semioffiziell gegrillt werden. Um die Grillkohle hinterher zu entsorgen, wurden extra Behälter angebracht. 80% aller Personen, die in dem Park grillen vertauschen aber Mülleimer mit Kohlebehälter – so dass die Mülleimer ständig qualmen. Auch an diesem Nachmittag beobachtete ich, dass einer der Eimer ordentlich rauchte. Und dann dachte ich: Wenn ich das beobachte tun das vermutlich auch einige andere – aber ob dann auch jemand die 112 anruft? Also griff ich zum Handy, wählte die 112 und dachte – lieber einer zu viel als eine zu wenig. Ich war aber offenbar die erste, die den Rauch meldete und so rückte wenige Minuten später ein großer Einsatzwagen an – alle Kinder hin!

Kind1 vermutete ich in diesem Gewimmel. Als die Feuerwehr verrichteter Dinge abzog kam er auf mich zugerannt und erzählte, was er gesehen hatte. „Die Feuerwehr war da, Mama, und musste einen Mülleimer löschen!“

„Ja, und weißt Du, wer die Feuerwehr gerufen hat?“ „Wer?“ „Ich“ „Dass muss ich sofort Jakob erzählen!!!“ – für ein paar Minuten war ich Supermama, weil ich die Feuerwehr gerufen hab.

We survived Kindergeburtstag

Am Samstag folgte der Kindergeburtstag. Sieben eingeladene Kinder und Regen. Der Mann kümmerte sich um das Bespaßungsprogramm mit Jutebeuteln und Stoffmalstiften. Aber die erste dreiviertel Stunde spielten die Kinder, die sich alle aus dem Kindergarten kannten, einfach miteinander. Der Mann und ich saßen etwas überrascht in der Küche und wurden nicht gebraucht.

Dann gab es Kuchen (und davon viel) und Limo. Als alle satt waren baten wir die Kinder nochmal raus aus der Küche für den Umbau zum Malen.

Stofftaschen bemalen

Stofftaschen bemalen

Alle Kinder machten gerne mit, hatten Spaß und konnten etwas mit nach Hause nehmen.Kind1 zeigte sich als zuvorkommender Gastgeber und fühlte sich pudelwohl.

Nachdem sieben Kinder abgeholt waren kamen mein bester Freund mit Frau und den beiden Söhnen, die beide im ähnlichen Alter wie meine sind. Es gab Lego und das wurde gemeinsam aufgebaut. Abends bestellten wir Pizza für alle und die Kinder gingen abends müde, aber ohne Proteste ins Bett.

Am heutigen Sonntag kamen noch meine Eltern, meine Schwester und eine der beiden Patentanten von Kind1.Es gab Bücher und noch mehr Lego für Kind1, es wurde gegessen und gespielt und abends gabs Sushi.

Der Mann machte seinen großartigen Apfelkuchen, den ich aber nicht essen konnte (weil Zucker und Butter…), dafür fand ich sogar eine Torte, die ich essen konnte: Apfel-Bananen-Rohkosttorte ohne Backen, das Rezept gefunden im Umstandslos:magazin:

Apfel-Bananen-Rohkosttorte

Apfel-Bananen-Rohkosttorte. Hier inszeniert nicht mit einer teuren Kamera, sondern mit einem weißen Duschvorhang für 1,99 von Ikea. Trick17 in der Fotografie, gelernt auf der #wubbtika

6 Jahre Kind1. 6 Jahre Muttersein. Wir wachsen gemeinsam.

Interviews Feminismus und Mutterschaft

Interview Feminismus und Mutterschaft 12: Es gibt in der Geschichte zu viele Beispiele dafür, wie ledige Mütter entmündigt wurden

Heute erzählt Cornelia über ihre Familiensituation, Feminismus und Mutterschaft:

Hast Du (eigene, adoptierte, zu pflegende…) Kind(er), möchtest Du welche, hast Du Dich bewusst dafür/dagegen entschieden, welche Voraussetzungen bräuchtest Du um Kinder bekommen zu können/wollen?

Ich habe zwei Kinder. Ich selber war lange Zeit Pflegekind in einer Familie, die aus drei Frauen und bis zu sieben Kindern bestanden hat. Der Entscheid für Kinder war ein sehr bewusster; ich wollte immer schon Kinder.

Spielt der leibliche Vater eine Rolle? Oder anders: welche Rolle spielt er (für Dich/für die Kinder)?

Der Vater meiner Kinder und ich sind geschieden. Er war schon vor der Trennung ein eher abwesender Vater, dementsprechend viel war ich mit den Kindern allein unterwegs. Aber er ist der Papa, und insofern heiss geliebt und sehr wichtig für die Kinder.

Teilst Du Dir die Sorgearbeit fürs Kind mit jemandem? Wie? Und wie wäre es Dir am Liebsten?

Wir teilen uns die Sorge. Geplant war 50/50 Betreuung, obwohl vor der Trennung ich hauptsächlich für Kinder geschaut habe. Ich habe immer teilzeit gearbeitet, und eine zeitlang war ich 100% zu hause weil er beruflich sehr eingespannt war.
Im Moment ist es so, dass ich 60% arbeite und wieder (immer noch) hauptsächlich zu den Kindern schaue. Er hat sie an zwei Abenden und jedes zweite Wochenende. Ich hätte mir das partnerschaftlicher gewünscht. Es ist noch nicht mal bloss die Zeit, die ich aufwende weil ich mehr betreue. Vielmehr wünschte ich mir jemanden, der mit erzieht, der mit trägt und entscheidet. Das bleibt irgendwie alles an mir hängen. Das empfinde ich als sehr anstrengend.

Wenn Du in einer Partnerschaft lebst: Wie teilst Du Dir Lohn- und Sorgearbeit? Gab es dazu “Verhandlungen”? Was waren die Gründe für Eure Arbeitsteilung?

Ich lebe nicht in einer Partnerschaft. Als ich noch mit dem Vater meiner Kinder zusammen war, hatten wir die klassische Arbeitsteilung. Ich war bei der Trennung erst gegen eine 50/50 Betreuung, weil ich den Verdacht hatte, es ginge ihm bloss darum, weniger Unterhalt zahlen zu müssen. Ich hab dann eingewilligt, weil ich die Idee schön fand, dass die Kinder durch die  Trennung wenigstens mehr von ihrem Papa hätten.
Hat leider nicht geklappt.  Mich nervt das doppelt. Einerseits natürlich, weil es für mich Aufwand bedeutet, anderseits weil damit die Stereotypen einmal mehr gefestigt werden: Männer interessieren sich nicht für Kinderbetreuung. Der nächste Mann, der seine Kinder tatsächlich 50% betreuen möchte, wird es bei der Richterin, die unser Urteil abgesegnet hat, schwieriger haben.
Im Moment verhandeln wir Betreuungszeit und Unterhaltszahlungen. Weil ich mehr betreue, kann ich nicht so viel arbeiten, wie ich sollte. Da aber das Scheidungsurteil 50/50 und keinen Kinderunterhalt absegnet, muss ich das Urteil jetzt anfechten und belegen,  dass der Vater weniger betreut als vereinbart.
Für mich persönlich ist keines der Modelle mehr oder weniger feministisch. Mir war es wichtig, dass ich abgesichert bin (Bsp. Altersvorsorge), wenn ich 100% zu hause bleibe, und dass ich mich weiterbilden kann um fit zu sein für den beruflichen Wiedereinstieg.

Was bedeutet für Dich Mutterschaft? Steht diese Bedeutung für Dich in einem Konflikt zu Deinem Feminismus-Verständnis?

Für mich war, wie gesagt, immer klar, dass ich mal Mutter werden möchte. Ich habe sehr unterschiedliche Mütter gehabt, die alle auf ihre Art Feministinnen waren: meine Pflegemütter, die auf eine Art und Weise zusammen gewohnt & Pflegekinder grossgezogen haben, die für ihre Zeit äusserst ungewöhnlich war. Sie haben das völlig unaufgeregt gemacht, und dabei doch einfach ihr Ding durchgezogen. Meine leibliche Mutter war ein Punk und politische Feministin. Ihr waren wir Kinder immer im Weg.
Sie alle sind einerseits Vorbild für mich, andererseits hat Muttersein für mich nichts mit Feminismus zu tun. Frau kann Mutter sein und Feministin, kinderlos und Feministin, oder eben Mutter oder kinderlos und keine Feministin.
Das feministische am Muttersein für mich ist vielleicht die Tatsache, dass ich meinen Kinder ein Vorbild sein möchte.

Was braucht es Deiner Meinung nach, um feministische Mutterschaft zu leben? Welche Rahmenbedingungen bräuchtest Du, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, um Deine Vision vom “guten Mutter- und Feministin-SEin” leben zu können?

Mütter brauchen finanzielle Unabhängigkeit, und das bedeutet für mich, dass sie Zugang zum Arbeitsmarkt brauchen. Soziale Systeme sind schön und gut, aber von denen abhängig zu sein birgt auch immer das Risiko, bevormundet zu werden. Es gibt in der Geschichte zu viele Beispiele dafür, wie ledige Mütter entmündigt wurden und werden. Wir müssen es Müttern ermöglichen, zu arbeiten, und zwar ohne das Drama der Vereinbarkeit. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und so weiter.

Was bedeutet Dein Feministin-Sein für die Erziehung Deines_r Kind_er? (z.B. Vorbilder suchen, was für Stereotype ans Kind herangetragen werden, Kleider-/Spielzeugwahl)

Ich möchte vor allem Vorbild sein und meinen Kindern Zugang zu Menschen ermöglichen, die ein Leben jenseits der 0815 Stereotypen leben. Ich habe in meinem Freundeskreis viele spannende Frauen (interessanterweise viele lesbische Frauen).  Ich pflege also bewusst den Kontakt zu Frauen und Männern, die sich jenseits der gängigen Stereotypen bewegen.
Vorbild versuche ich zu sein, indem ich Platz im öffentlichen Raum einnehme; ich gehe mit den Kindern auf den Sportplatz, und bin dort meist die einzige Mutter. Ich gehe mit ihnen allein ins Restaurant, ins Hotel..oft sind wir die einzige Familie, und überhaupt die einzige Eineltern-Familie.
Bei den Spielsachen und Kleidern ist es so, dass wir vieles eh nicht haben..diese ganzen Branding- Geschichten, Lilifee und so, das würd ich nicht unbedingt kaufen, ist hier aber auch nie Thema. Auch Barbie ist hier unbekannt, ich weiss eigentlich gar nicht, wieso. ich selber habe Barbie hingebungsvoll geliebt.
Ich möchte meine Kinder nicht in Rollen drängen, ich möchte, dass sie verstehen, ein Mädchen kann ganz in Pink daherkommen, und gleichzeitig Fussballfan oder Mathegenie sein. Oder ein Junge kann Rugby spieler sein, und weinen, wenn er traurig ist. Bis jetzt gelingt mir das glaub ganz gut. Ich überlese manchmal aktiv etwas beim Vorlesen von alten Klassikern, der Rest läuft irgendwie von selbst. Meine Tochter korrigiert mich jedenfalls schon, wenn ich aus versehen die männliche Form wähle, wenn ich zu ihr spreche.

Hast Du andere Mütter in Deinem Umfeld, die was mit Feminismus anfangen können? Wo holst Du Dir Unterstützung?

Die Mütter in meinem Freundeskreis sind zwar interessiert an Feminismus, mit Mann und Kind aber ausgelastet und haben keine Zeit für ihr eigenes Leben, hab ich manchmal den Eindruck. Ich selber habe interessanterweise auch erst seit der Trennung Zeit für mich selber. Unterstützung hole ich mir in der Nachbarschaft, ich habe tolle Nachbarn und bin im Viertel gut vernetzt. Auch meine Familie und Freunde unterstützen mich.

Welche Bedeutung hat Erwerbsarbeit für Dich?

Ich habe einen tollen Job, ich kann mich da einbringen, etwas bewegen, ich arbeite mit tollen Leuten zusammen, und ich bin ziemlich flexibel bezüglich Arbeitszeiten und Arbeitsort. Das ist ein Glücksfall. Ich bin aber auch hochmotiviert und ich bin der Meinung, Unternehmen sollten mehr Mütter einstellen. Michelle Binswanger schrieb mal sinngemäss, Mütter wären so froh, wenn sie flexible Arbeitsbedingungen hätten, sie wären dadurch die motiviertesten, loyalsten Mitarbeiterinnen. Das kann ich nur unterschreiben.
Dann, eben, Erwerbsarbeit als Tor zur finanziellen Unabhängigkeit. Wir können gegen Kapitalismus sein, wir können verlangen, dass Carearbeit fair bezahlt wird (eine wichtige Forderung!), und trotzdem: wer sein eigenes Geld hat, ist unabhängig. Kann sich Kinderbetreuung leisten, und ich rede nicht von der Kita, sondern vom Babysitter am Abend. Kann auch mal auswärts Essen (Platz im öffentlichen Raum einnehmen), kann sich weiterbilden, kann sich vom Partner trennen ohne finanzielle Risiken einzugehen, kann sich Hilfe leisten, etc.

Welche Konflikte/Spannungen spürst Du zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Deinem Verständnis von Feminismus und Mutterschaft?

Konflikte ergeben sich ja schon durch die Mutterschaft allein und die Ansprüche der Gesellschaft genug, auch ohne Feminismus. Ich glaube, schon das Aufmerksam machen auf diese Konflikte ist feministisch.


Wenn ihr noch bei der Interviewreihe mitmachen wollt schickt eine Mail an gluecklichscheitern@gmail.com – ich schick euch die Fragen zu!

Feminismus

Feminismus zum Lachen? Jacky Flemings „Das Problem mit den Frauen“ (Verlosung)

Feministinnen sind ja bekanntermaßen bierernst. Frau hat ja auch nichts zu lachen in dieser MANS WORLD. Darum verstecken sich Feministinnen in lila Latzhosen und unter Achselhaar und gehen zum Lachen höchstens in den Keller.

Oder?

Eigentlich lache ich selten so viel, als wenn ich mit anderen Feministinnen zusammen bin (damit mein ich auch die, die sich vielleicht selber nicht so nennen würden, aber es doch ganz bestimmt sind). Das fing im Studium der Gender Studies an, zog sich durch den feministischen Stammtisch, den ich hier in Köln organisierte (den es nicht mehr gibt, aber die coolen Frauen darin, die sind geblieben). Und jetzt sind es die Texte und der Austausch mit anderen – feministischen – Bloggerinnen, twitterinnen etc. Lachen können wir gemeinsam, viel. Humor als Waffe, Verbindungskitt und Selfcare. Wir lachen über Breitmachmacker oder Martenstein, über uns…also ja: Auch Feministinnen ist Lachen erlaubt!

Wie komm ich eigentlich zu dieser langen Einleitung? Ach ja: Ich bekam dieses Buch vom Kiwi-Verlag zugeschickt: Jacky Fleming – Das Problem mit den Frauen.

Das ich hier und da – auch ungefragt – Bücher zugeschickt bekomme mit der Bitte um eine Erwähnung auf meinem Blog ist nichts Neues. Das ich aber eins bekomme, das so witzig ist und das ich am Liebsten direkt allen Freund_innen verschenken würde ist schon die Ausnahme.

„Das Problem mit den Frauen“ ist quasi ein Comic über die Geschichte der Frauen. Verbunden mit dem Witz, den die Tatsache mit sich bringt, dass Frauen „das bestuntersuchte Wesen“ (war das de Beauvoir die das sagte?) sind. Aber eben von Männern untersucht wurden.

Es gibt Bücher, für die ist „gute Klolektüre“ echt ein Kompliment und dieses ist so eins davon – auch wenn es auf dem Nachttisch und nicht neben dem Klo liegt. Man kann es auch ganz unauffällig auf anderer Leute Toiletten liegen lassen, Guerilla-Feminismus quasi. Aber jetzt lasse ich ein paar der Bilder einfach selber sprechen – dann könnt ihr entscheiden, ob ihr eins von drei Exemplaren gewinnen wollt:

Klingt witzig? Ist witzig! Wenn ihr euch mit dem Rest des Buches amüsieren wollt, könnt ihr ganz einfach in den Lostopf hüpfen – erst wollte ich ja so ne kluge Frage stellen wie „welche Frau der Geschichte inspiriert euch“ oder „worüber kannst Du als Feministin lachen“ aber eigentlich soll jede mitmachen, die das Buch lesen und/oder verschenken will. Also kommentiert Freestyle hier unterm Artikel (vielleicht ja auch warum ihr mal wieder was zu Lachen bräuchtet), geduldet euch bis Freitag, 23:59 (der 17. März) und wartet ob ihr unter den Gewinner_innen seid!

Da ich die Verlosungsexemplare netterweise selber verschicken darf müssen Teilnehmerinnen aus dem Ausland mir das Porto bitte per Paypal oder Überweisung zu Gute kommen lassen, ein Honorar gabs nämlich auch nicht und ich verlose das nur, weil ichs wirklich witzig finde… auch wenn ich auf den Versandkosten sitzen bleibe.