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Melanie

Philosophie am Wickeltisch

Midlife Crisis mit 37?

Quasi automatisch um jeden meiner Geburtstage rum mache ich eine Art Bestandsaufnahme. Also ich schreibe keine Listen mit Besitztümern (die wäre eh überschaubar) oder erbrachten „Leistungen“. Aber ich horche in mich rein und frage mich intensiv: Bin ich da, wo ich hinwill? Bin ich zufrieden, was brauche ich noch auf dem Weg zu meinem persönlichen kleinen Glück?

37 – viel glücklicher, ein bisschen nachdenklicher

Ich bin zufrieden, ja!

Ich habe eine tolle Familie, Freund_innen die ich zwar viel zu selten sehe aber die immer für mich da sind. Mit denen ich gerne Zeit verbringe. Die mich gut kennen, gut genug um bei meinem Farbwechsel zu den blauen Haaren nicht zu fragen, ob ich ne Midlife Crisis oder eine andere persönliche Krise hätte. „Steht Dir gut!“ sagen sie.

Beruflich habe ich einige Hebel in Bewegung gesetzt um meine berufliche Situation 1. mehr auf das auszurichten, was ich kann und was ich gern tue und 2. so zu verändern, dass aus dem wackeligen Konstrukt von Berufstätigkeit (vom Mann und mir), Kinderbetreuung und Zeit für mich ein stabiles Fundament geworden ist, von dem wir alle profitieren. Ich bin sehr froh in der privilegierten Situation zu sein, mir dafür Zeit nehmen zu können und bald hauptsächlich das tun zu können, was ich immer tun wollte. Das bürokratische drumherum nervt mich tierisch aber da es schlichtweg dazugehört versuche ich einfach stoisch voran zu gehen. Ein Geschäftskonto ist beantragt, ebenso warte ich auf Rückmeldung vom Gewerbeamt, ob es mit meiner kryptischen Beschreibung meiner Tätigkeiten etwas anfangen kann. Nur die Zeit, die erscheint mir viel zu wenig. Jetzt könnte der Tag meinetwegen doppelt so viele Stunden haben!

Im Umgang mit den Kindern merke ich, wie gut mir das alles tut. Zwar leben wir nicht streitfrei, aber doch wesentlich gelassener insgesamt.

Ich organisiere unseren Familienurlaub für dieses Jahr und bin voller Vorfreude. Im Juni fahren wir drei Wochen weg und ich versuche im Sommer noch eine Woche irgendwie unter zu kriegen. Mein Fernweh möchte ich so richtig ausleben…

Ja, ich bin mehr als zufrieden, fast glücklich.

Wovon ich mich befreit habe

  • von der Sorge, was Andere von mir denken. Naja, ganz frei bin ich nicht von solchen Gedanken, aber ich kann sie gut im Zaum halten. Denn natürlich ist mir die Meinung meiner Liebsten wichtig. Aber nicht mehr so wichtig, dass ich immer darauf Rücksicht nehme.
    • Der Mann hat zum Beispiel kein Problem damit, vegetarisch zu kochen. Vegan kann er inzwischen auch ganz gut, aber manchmal grummelt er schon. Ich nehme das Grummeln halt in Kauf und koche zur Not selber. Ich muss Niemandem Umstände machen aber wenn vegan mein Weg ist, dann ist das so.
  • von Neid und Vergleichen. Auch hier: völlig frei wäre übertrieben. Obwohl – Neid habe ich schon lange nicht  mehr gespürt. Vergleiche sind dagegen ja auch oft hilfreich und so schaue ich schon: Was machen/schaffen/haben andere wie erreicht und finde ich das für mich (und meine Familie) erstrebenswert? Ich konzentriere mehr auf das, was ich für mich/uns brauche und will. Nicht mehr auf das, was theoretisch vielleicht möglich wäre.
    • Auch ich träumte lange von einer Weltreise mit Mann und Kindern. Dachte ich. Aber eigentlich will ich keine große Weltreise am Stück, um anschließend „normal“ weiter zu machen. Lieber sorge ich dafür, dass wir öfter mal weg fahren, die Ferien nutzen. Mehrere Auszeiten als eine Große. Und es muss für mich auch nicht mehr Thailand oder Bali sein, seit ich Strände wie die auf Ibiza & Formentera gesehen habe…
  • von Perfektionismus und der Angst vor Fehlern. Vieles von dem was ich in Zukunft mache hab ich vorher noch nie gemacht. Aber die Ideen sind gut, da ist ne Marktlücke und ich WILL es umsetzen. Für Einiges habe ich tolle Mitstreiterinnen. Aber insgesamt schmeiß ich mich ins kalte Wasser und kraule einfach drauf los. Und ja, die Angst zu versagen ist riesig. Aber ich weiß: Wenn ich es nicht tue wird mich das noch viel mehr auffressen als ein Scheitern meiner Projekte. Denn das Mindeste was ich tun werde ist Lernen. Zur Not für weitere Projekte die ich vielleicht für Andere dann umsetzen kann.

Trotzdem ist hier und da der Lack ab

Mehr Augenringe, mehr Bauchspeck, mehr Schlafbedürfnis – und dennoch habe ich schon lange nicht mehr so gern in den Spiegel geschaut. Ich schminke mich mehr, beziehungsweise öfter als früher. Nicht um Makel zu kaschieren. Sondern aus Spaß an den Farben und Möglichkeiten. Und weil ich keine Angst mehr habe, dass der rote Lippenstift meine schiefe Unterlippe betont oder meine krummen Zähne. Und wenn ich auf der Waage stehe seufze ich und denke an mein 17 jähriges ich, dass 15kg weniger wog und sich trotzdem zu fett fand. Himmel…

Aber da sind auch noch Wut und Angst

Nicht auf mein Leben bezogen. Also nicht auf das Stückchen, was sich um mich dreht. Sondern auf die Welt, das große Ganze, der ganze pathetische Scheiß. Rassismus, Rechtsruck, Umweltverschmutzung, Tierquälerei, Flucht und Krieg, Krankheiten. Das lässt mich einfach nicht los und ja, manchmal hindert es mich am Einschlafen. Ich versuche zu tun, was ich kann: Hier und da Geld spenden, mich bei der DKMS registrieren, vegan leben und müllfrei einkaufen. Ich bin auf der Suche nach einem Ehrenamt, aber finde es grad schwierig unter meinen zeitlichen und auch nervlichen Möglichkeiten etwas zu finden. Dieses „nicht die ganze Welt retten können“, so albern dieses Gefühl auch ist, dämpft meine Laune manchmal sehr. Ich klicke und zappe alles weg, was mich damit konfrontieren könnte und ärger mich gleichzeitig, dass ich diesen Luxus ausnutze: Einfach wegklicken, wegsehen zu können. Aber wer ist schon päpstlicher als der Pabst und wenn sich hier beruflich vielleicht etwas Routine setzt sehe ich vielleicht auch wieder das ein oder andere Zeitfenster für Aufgaben, die sich nicht um mich und meinen Nahbereich drehen.

Carpe Diem

Ich hab keine Kristallkugel. Manchmal macht mich das sehr froh. So weiß ich nämlich nicht, ob ich 42 oder 95 Jahre alt werde. Die Kunst ist vermutlich, den Balanceakt zu finden, das Leben einerseits so zu führen, als hätte man nur noch ein paar gute Jahre. Und immer wenn ich lese, ein Mensch im besten Alter wird von einer Krankheit oder einem Unfall dahingerafft überlege ich mir sehr gut, was für mich wichtig wäre – was ich getan haben will wenn ich mit 42 schon auf dem Sterbebett läge, wer ich hätte sein wollen. Und andererseits könnte ich ja 95 werden und dann habe ich noch genug Zeit um die 18 Bücher zu schreiben deren Titelentwurf in meinem Notizordner sind und dann wäre auch noch genug Zeit um alle Windsurfstationen der Welt zu testen und überhaupt.

Vielleicht ist die Chance ewig zu leben ja wirklich zum Greifen nah, wie Spiegel und Zeit grade titelten. Und vielleicht sollten wir grade deshalb so leben, dass es auf dieser Welt lebenswert bleibt. Ob dann irgendwelche Idioten und Despoten auf die Idee kommen, alles in die Luft zu jagen haben wir nicht in der Hand. Wenn bis dahin mein Leben aber so weitergeht wie bisher kann ich nicht klagen.

Wie fällt Deine Bestandsaufnahme aus?

Familie

Geburtstag – Wellness – Ostern

Voll waren die letzten Tage. Voll schön. Letzte Woche ließ ich mir die Haare blau färben. Dunkelblau. Warum? Die Frage ist doch: Warum nicht? Oder, wenn nicht jetzt, wann dann? Als ich Kind1 fragte, ob er blaue Haare toll fände sagte er: „Nee Mama, färb die ganz bunt!“ Schön, dass ich ihm noch nicht peinlich bin.

Melanie blaue Haare

Blaue Haare

Vergangenen Donnerstag hatte ich meinen 37. Geburtstag. Gefeiert habe ich ganz unspektakulär. Meine Schwester kam nachmittags zum Babysitten und der Mann und ich sind abends zu unserem Lieblingsmexikaner gegangen. Anschließend dachten wir, wir könnten doch nicht so früh nach Hause – also gingen wir noch durch die Südstadt, standen plötzlich vor einer Kneipe in der Hillibilly Livemusik gespielt wurde, gingen weiter und trafen noch spontan Freunde. Mit denen zogen wir noch in eine Kneipe, die eigentlich schon vor Monaten geschlossen werden sollte. Totgesagte leben länger.

Am Freitag fuhren meine Schwester und ich dann zusammen gen Süden um Wellness in einem Hotel an der Mosel zu machen. Die Hinfahrt über kamen wir nur langsam voran, da auch hunderte andere Entspannungssuchende ihre Osterferien nicht zu Hause verbringen wollten.

Das Wellnesshotel war toll und hatte einen super Ausblick über die Mosel. Ich dachte ja gar nicht, dass ich das kann, „Wellness“. Mal abgesehen davon, dass Wellness für mich aktuell schon ein Abend mit Buch in der Badewanne wäre. Aber prinzipiell entspanne ich mich eher beim Draußen-Sein, Klettern oder auf dem Wasser. Hier war eher klassisch Wärme, Wasser, Wein angesagt.

Wellnesshotel mit Spa, Pool und Moselblick

Die Saunen hab ich  mir gespart, das Dampfbad mit 50 Grad machte mich schon fertig. Der Whirlpool war schon meine Obergrenze in Sachen Hitze. Aber es gab einen wunderschönen Panorama-„ruhe“-Raum in dem ich den halben Nachmittag lag und las. Eine Rückenmassage war auch dabei und ich wusste gar nicht, wie es mal ist nicht die Last der ganzen Welt gefühlt auf den eigenen Schultern zu tragen.

Ansonsten senkten wir dort den Altersdurchschnitt um die Hälfte würde ich sagen. Tranken überteurte Smoothies und Wein und führten viele Dialoge, die twitter-verdächtig waren, aber irgendwie nicht nacherzählbar.

Am Sonntag morgen reisten wir ab und besuchten noch eine Burg. Wirklich niedlich.

Beeindruckende Burg

Beeindruckende Geräte – „Schatz, ich hab Dir was mitgebracht“

Die Kinder und der Mann freuten sich so halbwegs angemessen, mich wiederzusehen.

Ostermontag fuhren wir zu meinen Eltern. Dort war nämlich der Osterhase und hat was für die Kinder versteckt. Gebracht hat er Schoki, Eier und für jeden ein kleines Legospielzeug. Weil vorab schon einige diskutierte, wie viele Geschenke Ostern denn angemessen wären kann ich für mich sagen: Genau so.

Mit meiner Schwester und unseren Eltern fuhren wir noch auf die Osterkirmes, wo Kind2 überraschend viel Spaß beim Autoscooter hatte, meine Schwester und ich auf der Raupe und dem Breakdance gegen die Schwerkraft kämpften und wir abends alle ziemlich müde und happy waren.

Jetzt ist schon wieder Mitte der Woche, ich versuche so langsam meine Arbeitsprojekte zu strukturieren und in kleine Häppchen zu unterteilen um für mich irgendwie ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel man so „schaffen“ kann.

Mehr dazu die nächsten Tage!

Nachhaltiges Familienleben

Nachhaltige Kindermode online kaufen: Naturkinderladen (mit Verlosung)

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Ich bin kein Fashion Victim, war ich nie. Grade im Bereich Mode ist Minimalismus für mich keine Herausforderung. Naja und dann wurde ich schwanger. Und wohne nun mal direkt an einer DER Shoppingmeilen der Kölner Südstadt. Ganz besonders auch was Kinderklamotten angeht. Nachhaltigkeit und Produktionsbedingungen von Kleidung sind mir wichtig und da wir nicht am Hungertuch nagen war und bin ich durchaus auch mal bereit, den ein oder anderen Euro mehr zu investieren.

Kinder in nachhaltiger Kindermode von Naturkinderladen

Nachhaltige Kindermode muss nicht nur gut aussehen, sondern auch alltags- und draußentauglich sein

Was heißt nachhaltige Kindermode?

Wieviel und wo habt ihr die Erstausstattung fürs Baby gekauft? Und wo bekommt ihr die Kinderklamotten für die Größeren her? Wir haben tatsächlich viel Second Hand bekommen – von Arbeitskollegen vom Mann als Geschenk oder vom Babyflohmarkt. Jemand gab uns den guten Tipp in Wickelbodys zu investieren, die kaufte ich dann neu von der Biomarke des Drogeriemarkts. Prinzipiell finde ich Second Hand immer die nachhaltigste Möglichkeit, Kinder- und Babykleidung zu kaufen.

Grade die kleinen Größen werden oft nur kurz getragen, so dass man wirklich nicht viel Geld ausgeben möchte und muss. Wären da nicht diese ganzen, süßen Bodys und Strampler – mit Tieren oder Streifen, Punkten oder Herzchen…glücklicherweise (oder leider, wenn man auf den Kontostand guckt) wohne ich keine 5 Minuten von einem Laden weg, in dem genau solche Klamotten hängen. Da blieb das ein oder andere neu erworbene schicke Teil für die Kinder nicht aus. Und wie schade wärs doch für den Kleinen, wenn er ausschließlich die Klamotten vom großen Bruder auftragen müsste. Ich hab für beide eine Erinnerungskiste, in der neben ein paar Andenken (die Armbänder aus dem Krankenhaus, Glückwunschkarten, der erste Zahn) auch die Lieblingsklamotten landen. Da soll Kind2 später auch was von haben!

Wichtig war mir: wenn es nicht Second Hand ist, soll es wenigstens ökologisch sein, aus Biobaumwolle und idealerweise in Deutschland oder Europa hergestellt. Was – Hand aufs Herz – nicht heißt, dass wir nicht auch das ein oder andere Teil vom Klamottendiscounter haben, grade wenn Kind1 wieder über Nacht einen Wachsttumsschub hingelegt hat und direkt mehrere neue T-Shirts braucht.
Manchmal findet man auch Second Hand nichts: Ab Größe 104 habe ich zum Beispiel keine Hosen mehr gefunden. Als ich mein Kind1 da so beim Spielen beobachtete, war mir auch bald klar wieso: Die Hosen wurden ordentlich strapaziert, da wird geklettert, auf dem Boden gerobbt und das Material aufs Härteste geprüft. Jedenfalls haben wir damit für Kind2 ausreichend kurze Hosen für den Sommer 🙂

Nachhaltige Kindermode von Loud & Proud, Green Cotton

Kind1 in Füchsen von Green Cotton, Kind2 von oben bis unten in Loud & Proud

Wo kann man nachhaltige Kindermode online kaufen?

Ich habe wie gesagt direkt einen Laden um die Ecke, der Labels führt, die auf Herkunft der Rohstoffe und die Produktionsbedinungen achten. Mir ist aber auch klar, dass ich in der Großstadt wohne und nicht jede_r die Möglichkeit hat, tolle, nachhaltige & farbenfrohe Kinderkleidung vor Ort zu kaufen. Deshalb freue ich mich, euch den Shop von Naturkinderladen vorzustellen und euch drei Einkaufsgutscheine á 50 Euro verlosen zu dürfen.

Im Naturkinderladen gibt es Labels aus Deutschland, England und Skandinavien. Darunter so vertraute Marken wie frugi, loud & proud, maxomorra und Disana. Die Kleidung ist nach Größe sortiert, es gibt Spielzeug und Babytragen von Fräulein Hübsch und Manduca. Seufz – da möchte sogar ich nochmal die komplette Erstausstattung kaufen…

Nachhaltige Kinderkleidung von naturkinderladen

Kind2 mag Tiere – in echt und auf seinen Klamotten

Gewinnspiel:

Für die Teilnahme am Gewinnspiel gelten folgende Regeln

  • ihr seid mindestens 18 Jahre alt
  • ihr seid aus Deutschland oder bereit, Kosten für Porto und Zoll zu übernehmen
  • ihr schreibt in die Kommentare hier im Blog, welches Schmuckstück aus dem Naturkinderladen-Onlineshop euch besonders gefällt
  • Teilnahmeschluss ist Ostermontag diesen Jahres um 23.59 Uhr
  • wenn Euch mein Blog gefällt, freue ich mich auch über ein Like auf meiner Facebookseite ebenso wie der Naturkinderladen (wird nicht kontrolliert und macht auch für alle nur Sinn, wenn ihr eh vorhabt mal wieder vorbeizuschauen) – gleiches gilt fürs Teilen des Beitrags

Ausgelost wird am Dienstag den 18.04.2017 mit random.org und die Gewinner_innen per E-Mail benachrichtigt. Die E-Mail Adressen gebe ich anschließend zwecks Abwicklung an den Naturkinderladen weiter.

Viel Erfolg!

Interviews Feminismus und Mutterschaft

Interview Feminismus und Mutterschaft 13: Damit die Kinder sich entsprechend ihrer Fähigkeiten entfalten können

Ich freue mich heute wieder ein Interview über Feminismus und Mutterschaft für euch zu haben! Frau Rabe ist mir zuerst auf twitter lieb geworden und dann wohnt sie dort, wo ich mein Auslandssemester gemacht habe, im schönen Norwegen…<3

Dein Name (egal ob klarname, pseudonym, blog…)

Ich nenne mich Frau Rabe, ich heiße auch tatsächlich mit Nachnamen so, mein Vorname ist allerdings nicht Frau.(Und sie bloggt auf Rabensalat einen tollen Tagebuchblog muss die Interviewerin hier ergänzen)

Frau Rabe von Rabensalat.blog

Frau Rabe

Hast Du (eigene, adoptierte, zu pflegende…) Kind(er), möchtest Du welche, hast Du Dich bewusst dafür/dagegen entschieden, welche Voraussetzungen bräuchtest Du um Kinder bekommen zu können/wollen?

Ja, ich habe zwei Kinder: Michel ist jetzt viereinhalb und Pippi ist etwas über anderthalb. Kinder wollte ich schon immer, auch gerne „früh“ (Michel habe ich mit 27 bekommen und im Geburtsvorbereitungskurs war ich die Zweitjüngste). Letztlich ging es mit beiden Kindern dann nach Entschluss sehr fix, genau genommen hat eins den Entschluss nicht mal abgewartet, aber so ist eben das Leben: manchmal lässt es einem keine Zeit zum Grübeln.

Spielt der leibliche Vater eine Rolle? Oder anders: welche Rolle spielt er (für Dich/für die Kinder)?

Ja, also, wir sind verheiratet, wohnen zusammen, haben uns lieb und vor, das noch eine Weile so zu belassen. Für die Kinder ist er der allerbeste Papa, den man sich vorstellen kann.

Teilst Du Dir die Sorgearbeit fürs Kind mit jemandem? Wie? Und wie wäre es Dir am Liebsten?

Mein Mann und ich teilen uns die Sorgearbeit 50/50. So wollten wir es beide bevor die Kinder da waren und so wollen wir es immer noch.

Wenn Du in einer Partnerschaft lebst: Wie teilst Du Dir Lohn- und Sorgearbeit? Gab es dazu “Verhandlungen”? Was waren die Gründe für Eure Arbeitsteilung?

Wir (erwerbs-)arbeiten beide Vollzeit, dazu gab es in dem Sinne keine Verhandlungen. Klar, es gab Gespräche in beiden Schwangerschaften, wer nach der Geburt wie lange zu Hause bleibt. Beim ersten Kind waren wir uns da sehr schnell einig, dass jeder 7 Monate Elternzeit nehmen würde. Beim zweiten Kind wollte ich gerne etwas länger (9 Monate) zu Hause bleiben, das sprachen wir einmal durch und dann war es auch in Ordnung für ihn. Dass die Kinder mit ungefähr einem Jahr in den Kindergarten kommen würden, sprachen wir auch kurz durch, waren uns aber auch da schnell einig. Ansonsten reden wir natürlich dauernd über Kleinigkeiten der Aufgabenverteilung: Wer geht mit Michel zum Schwimmkurs, wer kauft in der Zeit für die Woche ein. Sowas eben. Dass wir uns aber die Lohnarbeit und auch die Sorgearbeit teilen war schon lange vor den Kindern klar und ist irgendwie eine der Grundfesten unserer Beziehung.

Was bedeutet für Dich Mutterschaft? Steht diese Bedeutung für Dich in einem Konflikt zu Deinem Feminismus-Verständnis?

Diese Frage ist unheimlich schwer zu beantworten, finde ich. Mutterschaft bedeutet für mich so vieles! Zuerst mal begleite ich meine Kinder beim Großwerden. Ich bin in allen Lebenslagen für sie da. Das ist eine riesige Verantwortung, an die ich mich erstmal gewöhnen musste: zusehen, dass die Kinder nicht nur irgendwie groß werden, sondern auch die Möglichkeit bekommen, sich entsprechend ihrer Vorlieben und Fähigkeiten entfalten zu können. Außerdem lege ich auch einen gewissen Wert darauf, dass sie nicht nur sich selbst entfalten sondern dabei im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch Rücksicht auf andere und deren Bedürfnisse nehmen. Allerdings sehe ich das alles nicht als meine alleinige Aufgabe als Mutter an, sondern als Aufgabe von Eltern allgemein und sogar auch als Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Insofern sehe ich da gar keinen Konflikt zum Feminismus, wie ich ihn lebe.

Was braucht es Deiner Meinung nach, um feministische Mutterschaft zu leben? Welche Rahmenbedingungen bräuchtest Du, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, um Deine Vision vom “guten Mutter- und Feministin-Sein” leben zu können?

Ich möchte echte Entscheidungsfreiheit, für alle und bei allem. Zum Beispiel könnte ich in den USA glaube ich nicht gut leben, weil meine Vorstellungen vom „Karriere machen“ da vermutlich sehr mit meiner Vorstellung vom Mutter sein kollidieren würden. Die Kinder kaum wach zu sehen, weil ich immer arbeite, wäre nicht so mein Ding. Das ist aber meine Sicht der Dinge, die kann ja bei jeder anders aussehen! Ich wünsche mir einfach, dass jede so leben kann, wie sie möchte und das der damit verbundene gesellschaftliche Druck abgeschafft wird. Weg mit dem Rabenelternmythos und weg mit dem Glucken-Narrativ. (Überhaupt, wo kommen diese ganzen Vogel-Vergleiche her?)

Was bedeutet Dein Feministin-Sein für die Erziehung Deines_r Kind_er? (z.B. Vorbilder suchen, was für Stereotype ans Kind herangetragen werden, Kleider-/Spielzeugwahl)

Fangen wir mal hinten an: mir ist wichtig, dass die Kinder nicht stereotyp rosahellblau gekleidet herumlaufen. Weil ich rosa und hellblau nämlich hässlich finde. Außerdem war mir beim Kauf von Michels Sachen schon klar, dass er kein Einzelkind bleiben sollte und alles im Zweifel doppelt kaufen, weil „man ja ’nem Mädchen kein blau anziehen kann“, sehe ich überhaupt nicht ein. Also bekam Michel schon hauptsächlich farbenfroh-bunte (rote, gelbe, grüne, orange, kräftig blaue…) Sachen und Pippi trägt die jetzt eben auf. Pippi hat auch einen rosa-lila-hellblau gestreiften Body – von Michel noch. Als Michel ein Kleid haben wollte, um das beim Kindertanzen zu tragen (weil „Zum Tanzen muss man ein Kleid anhaben!“) haben wir ihm eins gekauft und ihn das natürlich auch anziehen lassen. Pippi hat auch (einige wenige) Kleider, auf einem fahren Kaninchen Skateboard. Seit einiger Zeit hat Michel aber mehr Lust auf „typische Jungskleidung“, das lässt mich innerlich würgen, schon allein, dass er das so sagt, aber letztlich ist es seine Entscheidung, ich kann ihn ja nicht zwingen, im roten Marienkäferpulli in den Kindergarten zu gehen. Offenbar ist es im Moment für ihn ganz wichtig, sich als Junge mit allem, was ihm seine Peers so als dazu gehörend vorleben, zu definieren. Manche Sachen kaufe ich halt einfach nicht (armes Kind).

Mich erstaunt das bei Michel gar nicht mal so, ich war darauf vorbereitet, dass diese Phase irgendwann kommen würde. Trotzdem fühlt es sich ein bisschen so an, als wäre ich mit viereinhalb Jahren des „Geschlechtsidentität definiert sich nicht über Körperteile und schon gar nicht über Farben“-Mantras kläglich gescheitert. Mir bleibt noch die Hoffnung, dass es bei beschreibenden Zuschreibungen bleibt und die Wertungen ausbleiben. Von mir aus kann das Kind gerne meinen, der blaue Badezusatz sei „nur für Jungs“, solange es nicht auch meint, dass Mädchen wegen des rosa Badezusatzes schlechter rechnen können oder sich wegen der langen Haare nicht als Managerin eignen. Das ist sowieso meine Hoffnung für die Zukunft: dass einfach jede*r sich wie auch immer kleiden und geben kann, ohne dass darauf ein Rattenschwanz an Wertungen folgt. Klischeehaft ausgedrückt: rosa Glitzer-Prinzessinnen als Vorstandsvorsitzende und breitschultrige, bärtige Kindergärtner.

Hast Du andere Mütter in Deinem Umfeld, die was mit Feminismus anfangen können? Wo holst Du Dir Unterstützung?

Kaum. Leider. Liegt aber auch ein bisschen daran, dass ich in Norwegen wohne und da die Gleichberechtigung schon sehr viel weiter gediehen ist, was dazu geführt hat, dass viele den Feminismus als „nicht mehr so wichtig“ ansehen. Was einerseits super ist, andererseits furchtbar, aber das ist eine andere Geschichte, die aufzudröseln hier zu weit führen würde.

Unterstützung in Form von Zuspruch und Inspiration bekomme ich hauptsächlich durch Medien: feministische Bücher, Podcasts, Blogs und meine heiß geliebte Filterbubble.

Welche Bedeutung hat Erwerbsarbeit für Dich?

Erstmal muss ich irgendwas arbeiten, um Essen auf den Tisch stellen zu können und die Wohnung warm zu bekommen. Da bin ich pragmatisch, im Moment ist das eben noch nötig. Mein Traum wäre es, nicht aus solchen Sachzwängen heraus arbeiten zu müssen, dann würde ich nämlich nur noch aus Spaß arbeiten. Ich würde aber wohl meinem Beruf oder etwas sehr artverwandtem weiter nachgehen, weil mir das Spaß macht, ich das gut kann und ich da viel Bestätigung erfahre. Die intrinsische Motivation zum Arbeiten ist also durchaus gegeben, unterstützt von der extrinsischen (Geld). Mir ist aber auch klar, dass ich da Glück habe, dass ich einen Job habe, der mich erfüllt und dessen Verdienst zum Leben gut reicht, das könnte auch anders sein. (Ach so: keinen eigenen Verdienst haben und finanziell von der Gunst meines Partners abhängig sein kam nienicht in die Tüte. Nicht mal kurz oder nur ein bisschen.)

 

Welche Konflikte/Spannungen spürst Du zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Deinem Verständnis von Feminismus und Mutterschaft?

Puh, da sind noch ganz schön viele Spannungen. Zum einen ist da dieses große Missverständnis, dass Feminist*Innen sich nicht für Menschen, die sich vornehmlich um ihre Kinder kümmern, interessieren oder einsetzen. Da sind viele Vorurteile gegenüber dem Feminismus(TM), die zu betonen und zu wiederholen aber ja auch die Medien und die Politik und überhaupt alle nicht müde werden. Deshalb ziehen manche schon die Augenbraue hoch, wenn ich sage, ich sei Feministin. Zack, hat man den Männerhasserin-Stempel auf der Stirn. Dabei finde ich, mein Feminismus geht ganz prima überein mit meiner Vorstellung von Mutterschaft und auch andere Elternschaftskonzepte haben da ihren gleichberechtigten Platz. Als Feministin wünsche ich mir, dass die Entscheidung für mehr Familienarbeit und weniger Lohnarbeit nicht mehr auch eine Entscheidung für ein großes finanzielles Risiko und potentielle Alterarmut ist. Als Feministin wünsche ich mir außerdem, dass Menschen aufhören, bei der Wahl von Angestellten den Familienstand abzuklopfen. Ganz generell und im Speziellen den von Frauen*, zumindest solange die selben Menschen sich nicht davon befreien können, aus dem Familienstand auf die Fähigkeiten als Mitarbeiter*In zu schließen. Ich wünsche mir, dass aufgehört wird, die Nase zu rümpfen über Menschen die nicht Stillen/lange Stillen/nur kurz in Elternzeit gehen/sehr lange Elternzeit nehmen/Karriere machen/Holzschmuck bei Dawanda verkaufen/ihre Söhne Kleider anziehen lassen/ihre Söhne Kampfsport machen lassen. Generell einfach das Entkoppeln von Geschlecht und Wertung. Da ist noch viel zu tun, ich hoffe, mit meinen zwei feministisch aufwachsenden Menschlein meinen Teil dazu beizutragen.

Vegane Rezepte

Fruchtriegel selber machen (einfach, schnell und vegan)

Neulich wollte ich eigentlich RawBites selber machen. Ich hatte mir mal eine im Yoga-Studio gekauft, als ich kurz vor der Stunde merkte, dass ich einen ziemlich leeren Magen hab. Die kosteten 2 Euro das Stück! Ganz schön viel fand ich…

Aber diesen Geschmack von Erdnusscreme und getrockneten Früchten…hmmmm! Den wollte ich auch. Außerdem dachte ich, dass das ne prima Sache wäre um die Brotdosen der Kinder ein bisschen aufzupeppen. Ihr glaubt gar nicht, wie viel trockene Stullen ich weg geschmissen habe, seit die Kinder in die Kita gehen.

Nun ja, ich glaube um einen echten RawBite selber zu machen hätte ich kein Mehl verwenden dürfen und sie auch nicht backen sollen…raus gekommen sind aber die leckersten Fruchtschnitten der Welt! Ehrlich! Optisch haben sie noch Nachholbedarf, aber da lass ich mir noch was einfallen. Dafür sind sie schnell gemacht, voll fruchtig und vegan.

Selbstgemachte Obstriegel

Egal ob für die Brotdose, fürs Picknick oder den Sonntagsbrunch – diese selbstgemachten Fruchtschnitten sind so schnell fertig und lecker, die schmecken immer!

Zutaten

Ihr wisst, bei mir ist kochen meist mit Improvisation verbunden. Die Mengenangaben sind ein bisschen Freestyle und ich stelle direkt ein paar Alternativen für die Zutaten vor:

  • Eine volle Hand Trockenfrüchte (z.B. Datteln, Feigen, Apfelringe)
  • eine weiche Banane (oder ein Löffel Apfelmus, beides optional)
  • 6 Esslöffel Dinkelmehl (oder ein anderes Mehl, das grad da ist)
  • 1-2 große Esslöffel Erdnussmus (Mandel- oder Cashewmus)
  • ein paar Leinsamen (oder Chiasamen falls ihr Hipster seid)
  • wenn es euch noch nicht süß genug ist, einen Klecks Sirup (z.B. Holunder)

Zubereitung

Alle Zutaten in den Mixer oder mit dem Pürierstab pürieren. Die Masse sollte etwa die Konsistenz von Kuchenteig haben, ein bisschen fester ist aber nicht schlimm. Gegebenenfalls noch etwas Mehl oder Trockenfrüchte hinzufügen. Das Ganze auf ein gefettetes Blech geben und verstreichen.

Bei 180Grad ca 25 Minuten backen. Auskühlen lassen und vorsichtig vom Blech lösen und in Streifen schneiden.