Familie

Beim zweiten Kind wird alles anders! (???)

das zweite kind ist noch (lange) nicht auf der welt, aber jetzt in der schwangerschaft schon merke ich, wie unterschiedlich beide verlaufen. nein, genauer: wie anders ich mich fühle und verhalte.

bei minime war es etwa so: als der positive schwangerschaftstest vor mir lag, wusste ich ziemlich wenig und hatte viele fragen, aber ich war mir sicher: in einigen monaten ist ein baby da! und dann machte ich mir zumindest um den schwangerschaftsverlauf keine sorgen mehr. ich war, wie man altmodisch sagt „guter hoffnung“. ach, selbst den schwangerschaftstest selber machte ich erst, als ich fast eine woche überfällig war. ich fühlte mich ja so gar nicht schwanger…

bei nummer2 (im folgenden cashew genannt) war der erste test seeehr wage. beim nächsten zwei tage später war die ansage dann schon deutlicher. (ich gestehe: ich habe moody von babykram & kinderkacke ein wenig ausgelacht, als sie damals eine 20er packung schwangerschaftstests anschaffte. bis ich dann den ersten test holte, der angeblich schon 8 tage vor et ein „sicheres“ Ergebnis zeigt. jaja….). im ersten moment die gedanken: na eeeendlich.hebamme kontaktieren, weiter machen. dann: woaaah, was wenn es eine eileiterschwangerschaft ist? doch lieber direkt zum arzt! tja, so machte ich bekanntschaft mit schwangerschaftshypochondrie. diese zeichnet sich dadurch aus, dass ich glaube, alles zu kriegen/haben, was an komplikationen so auftreten kann, was ich mir während minimes schwangerschaft so in foren durchgelesen habe oder im bekanntenkreis hörte/erlebte: eileiterschwangerschaft war da schon fast das harmloseste. früh-/totgeburt bis zur 20. Woche (über die bin ich noch nicht hinaus), blablabla. die tatsache, dass ich (glücklicherweise müsste man eigentlich sagen) außer dermMüdigkeit in den ersten drei monaten keine begleiterscheinungen hatte, macht es für mein „bauchgefühl“ nicht besser. jede vorsorgeuntersuchung sehne ich herbei und ich kann den tag kaum erwarten, an dem ich die ersten tritte spüre…

warum diese unterschiede? bei facebook fasste eine kommentatorin das ganz gut zusammen, wie ich fand: inzwischen weiß man, was man zu verlieren hat. ich glaub, ich weiß wie sie das meint: bei minime war es für mich noch alles sehr abstrakt. ich dachte: fehlgeburt in den ersten 12 Wochen? naja, shit happens. was es heißt, ein kind zu haben und es so bedingungslos zu lieben konnte ich mir nicht mal in den ersten wochen nach minimes geburt vorstellen. dieses gefühl wuchs zusammen mit minime und unseren gemeinsamen erlebnissen. das heißt, cashew ist trotz aller abstraktheit für mich schon ein teil unserer familie, bevor ich mir überhaupt vorstellen kann, was für eine persönlichkeit dabei herauskommt (versteht ihr, was ich meine???). minime war ja letztlich auch schneller da, als wir „komm, lass uns eine familie gründen“ sagen konnten. cashew hat schon etwas länger auf sich warten lassen.

wie dem auch sei. mein verstand sagt mir halt die ganze zeit: ruuuuuhig bleiben, alles wird gut und wenn nicht, dann – halt nicht. und dann tu ich wieder, was keine schwangere tun sollte: googlen. wusstet ihr, dass bei einer vietnamesin mit 76 jahren ein mumifizierter fötus aus dem bauch geholt wurde? jaja, sowas erfährt man, wenn man „wie lange toter fötus unbemerkt“ in die suchmaschine eingibt. ich habe also schwangeren-regel nummer eins mutwillig ignoriert: NICHT GOOGLEN. NIEMALS NICHT. NEIN, AUCH JETZT NICHT. mein arzt sagte mir bei minime, 96% aller schwangerschaften verlaufen komplikationslos, auch ohne vorsorgeuntersuchungen. die anderen 4% allerdings (und das sagte nicht mein arzt, das sagt meine wochenlange recherche) sind alle in elternforen im internet und haben ihre erfahrungen detailliertst beschrieben…

so, auch auf die gefahr hin, dass der text zu lang wird, weiter geht’s mit unterschieden:

angst vor der geburt: bei minime habe ich mir eine beleghebamme gesucht. bzw. waren sie damals zu zweit. das war mir super-wichtig und ich bin immer noch überrascht, wenn mich schwangere fragen, ob man denn überhaupt eine hebamme für die vorsorge und bei der geburt braucht. KLAR BRAUCHT MAN DIE! also ich, ok, für mein sicherheitsgefühl. ich mein, ich geh da in ein krankenhaus wo ich keine sau kenne, ich weiß nicht, wie mein körper unter der geburt reagiert, da will ich gottverdammt jemanden an meiner seite haben, der ich vertraue! und auch die atmosphäre bei der vorsorge ist viel angenehmer. schon mal, dass da nicht dieser olle stuhl steht. wie gesagt, die hebamme an meiner seite gab mir ein wenig mehr sicherheit bei all dem unbekannten.

nichts desto trotz verlief die geburt ganz anders als erwartet. dafür geb ich aber der hebamme keine schuld. zur folge hat es aber schon, dass ich mir um die nächste geburt mehr gedanken mache. zum ersten: meine beleghebamme wird vermutlich im nächsten jahr keine beleggeburten mehr anbieten. berufshaftpflicht und schlechtem verdienst sei dank! (dazu kommt an anderer stelle noch ein rant!) ich muss mich also darauf verlassen, vor ort nettes, einfühlsames personal zu finden. angst vor den schmerzen habe ich keine. die eröffnungsphase bei minime war für mich (womit auch immer ich das verdient habe!) fast ein spaziergang. leider ging es dann nicht mehr so weiter wie erhofft und minime wurde per kaiserschnitt geholt. und auf keinen fall möchte ich noch einen kaiserschnitt!!! und ja, ich hoffe immer noch auf eine spontanentbindung im wasser. jetzt also rausfinden und recherchieren, in welchen krankenhäusern sowas überhaupt gemacht wird (und ja ich weiß, dass es vermutlich trotzdem anders verlaufen wird. aber die option hätt ich gern. und bitte keinen kaiserschnitt). über den mythos der selbstbestimmten geburt auch zu einem anderen zeitpunkt…

dann wäre da noch das thema elternzeit: bei minime haben der mann und ich uns selbige hälfte-hälfte geteilt. wir beide waren in anstellung beschäftigt, verdienten zwar unterschiedlich (ich weniger) aber das sollte nicht das ausschlaggebende argument sein. bei cashew sind die vorzeichen anders: ich bin bald arbeitslos und der mann ist selbstständig. was das für die dauer der elternzeit heißt, weiß ich noch nicht genau. ich werd erst mal ein jahr beantragen und dann mal sehen, wann und in welchem format eine stelle auftaucht.

und darüber, dass ich mich tatsächlich frage, ob ich cashew genauso lieben kann wie minime dürft ihr gerne lachen, aber gut, jetzt erst mal die schwangerschaft überstehen!

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16 Comments

  • Reply Mama notes 11. Dezember 2013 at 11:33

    Hallo,
    ja, jede Schwangerschaft ist total anders. Komischerweise war ich in der 2. Schwangerschaft zuversichtlicher als in der ersten. Da hatte ich mehr Angstgedanken. In der 2. war ja in der 1. Schwangerschaft schon alles gut gegangen 😉
    Die Frage, ob ich das zweite Kind ebenso lieben könnte, wie das erste, habe ich mir auch gestellt. (kicher) Und sei ganz sicher: Du kannst und wirst. Liebe verdoppelt sich ja, wenn man sie teilt. Das ist wirklich so.
    Ich wünsche Dir eine entspannte, beruhigte und schöne Schwangerschaft!
    Liebe Grüße, Mama notes

  • Reply aufZehenspitzen 11. Dezember 2013 at 12:01

    alles liebe dir!!

  • Reply stilhaeschen 11. Dezember 2013 at 13:45

    Ohje. Ich kann’s leider nicht ganz nachfühlen, auch hier war die zweite Schwangerschaft mental viel zuversichtlicher. In jedem Fall aber wünsche ich nur das Allerbeste! Und muß mich arg zusammenreissen, nur einen einzigen Rat zu geben: NICHT GOOGELN!

    PS: Selbstständigkeit macht Elternzeit nicht unmöglich, nur den Antrag komplizierter….:-)

  • Reply drachenmaedchen 11. Dezember 2013 at 22:06

    Hast du mal über eine Doula als Unterstützung während der Geburt nachgedacht? Als Alternative zur Beleghebamme, um nicht so komplett von der Nettigkeit des Personals im KH abhängig zu sein?
    Alles Gute wünscht das drachenmaedchen

  • Reply Kirsten 11. Dezember 2013 at 22:13

    Glückwunsch erstmal!

  • Reply Frische Brise 12. Dezember 2013 at 8:57

    Die Tatsache, dass ich in den Folgeschwangerschaften wusste, was auf mich zukommt, machte mich einerseits besorgter, aber andererseits auch mutiger. Ich wusste, dass ich das kann und schaffe.

    Ich wünsche Dir ganz viel Zuversicht und liebe Menschen um Dich herum. Das ist sehr viel wert.

  • Reply Sigrid 12. Dezember 2013 at 10:50

    Das Thema Haftpflichtversicherung und Geburtsbegleitung für frei Hebammen ist ein unendliches. Gibt es bei Dir in der Nähe evtl. ein Geburtshaus? Wobei ich mir nicht sicher bin, ob dass das richtige für diech wäre (Sicherheitsbedürfnis).
    Aber die Idee einer Doula oder evtl. auch guten Freundin, die Du mit in den Kreissaal nimmst, wäre doch eine Überlegung wert.

    Das wird schon!
    Ich kann mich den Wünschen von Frau Brise nur anschließen.

  • Reply moody2366 12. Dezember 2013 at 13:43

    Haha 🙂 Alles wird gut!

  • Reply kleinwirdgross 13. Dezember 2013 at 21:43

    Alles Gute! Und ja nicht weiter googeln :-). Kenne ich auch. Ich habe meine 2. Schwangerschaft vor drei Monaten glücklich zu Ende gebracht. Alles gut gegangen, obwohl auch ich mir mehr Gedanken gemacht habe, während der 2. Schwangerschaft. Ich habe als Mutter von einem Kind doch schon einige Berichte gehört, was alles „schief“ gehen kann, war somit gleich besorgter…

  • Reply http://www.reiskeks.de 15. Dezember 2013 at 9:10

    Ich drücke die Daumen, das alle gut wird! Deine Gedanken fand ich sehr interessant, da ich jetzt in meiner zweiten Schwangerschaft genau die gegenteilige Erfahrung gemacht habe. Ich bin jetzt in SSW 35 und die Zeit ist im Vergleich zur ersten Schwangerschaft regelrecht verflogen; ich hatte kaum Zeit überhaupt drüber nachzudenken. Vielleicht liegt das auch daran, dass Krümel Eins (2,5 Jahre) sehr fordernd (eigentlich will ich immer anstrengend sagen 😉 ist … und wenn ich mal Zweifel hatte, dann dachte ich eher „ach das ging ja beim erstem Mal auch gut“. Ich bekomme die Wehwehchen auch kaum mit, da ich mich da gar nicht so drauf konzentrieren kann. Nur merke ich jetzt am Ende, dass ich nicht mehr möchte, da ich einfach nicht mehr alles mit Krümel Eins machen kann. Mit der Geburt verhält es sich etwas anders, da bin ich beim zweiten Mal etwas skeptischer, da ich ja nun um die Schmerzen (und ggf. Dauer) weiß … lg und einen schönen 3.Advent,
    Nina

  • Reply Die SSW 36 beginnt, ein kleines Resumé - Reiskeks 16. Dezember 2013 at 7:41

    […] Nachdem ich nun bei Melanie von “Glücklich Scheitern” einen Beitrag zum Thema “Beim zweiten Kind wird alles anders” gelesen habe, mache ich das […]

  • Reply C 18. Dezember 2013 at 13:10

    .,. das mit der Doula steht ja schon da, das wollte ich auch anregen 🙂
    Meine beiden Jungs habe ich mit Beleghebamme bekommen und empfehle das allen, die es hören oder nicht hören wollen. Gerade beim ersten Kind! Bei Nr zwei „kennt“ man das ja schon. 😉 Trotzdem: Erkundige Dich, ob es nicht doch noch eine irgendwo gibt!

  • Reply kraehenmutter 23. Dezember 2013 at 20:01

    <3
    liebste grüße du verrückte schwangere mit den wirren gedanken im kopf, so schön zu lesen! 🙂

  • Reply Siwli 20. Mai 2014 at 15:24

    Ich kommentier hier mal mit ein paar Monaten Verspätung, weil ich mich gerade an diesen Blogeintrag von dir erinnert habe…
    Mir geht es gerade genau so und vermutlich bin ich ungefähr an der gleichen Stelle meiner zweiten Schwangerschaft an der du bei diesem Text warst…
    Dank übrigens, daß du die Sache mit dem Nicht-Bemerken schon mal gegoogelt hast, dann kann ich es ja lassen… das spukt gerade doch sehr in meinem Kopf rum, da Nr. 2 sich noch nicht wirklich dazu herablässt, mich zu treten (das tat auch Nr. 1 erst 1-2 Wochen später, aber trotzdem) und es jetzt inzwischen natürlich alle wissen und es dann noch blöder wäre, wenn… (mal ganz davon abgesehen, daß Nr. 2 auch bei uns quasi schon ein gefühlter Teil der Familie ist)
    Also, der langen Rede kurzer Sinn: es beruhigt mich, daß ich nicht die Einzige auf der Welt bin, der es so geht 🙂 Danke für’s aufschreiben!

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