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Familie

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6 Jahre Minime

„Mamaaa, kann ich mir ein Eis kaufen?“

Einer der ersten sonnigen Tage, alle Familien aus der Umgebung sitzen – wie wir – im Park. Es ist der sechste Geburtstag von Kind1. Nach dem Kindergarten sind wir mit dem Kinderwagen vollbepackt mit Sandspielzeug und Muffins losgezogen. Die Picknickdecke wird eingeweiht.

Auch der Eismann weiß das Wetter zu nutzen und fährt mit seinem ausgebauten Kleintransporter vor. „Holst Du Dir selber ein Eis oder soll ich mitgehen?“ „Ich kauf mir das selber!“ „Dann bring auch für Deinen Bruder eine Kugel mit“.

Ich drücke diesem großen Kind, das grade sechs geworden ist, 3 Euro in die Hand (man weiß ja nie, wie viel so eine Kugel Eis aktuell kostet) und es zieht los. Stellt sich in die Schlange (vielleicht drängelt er sich auch vor, ich seh das nicht so genau) und kommt mit zwei Eishörnchen wieder. Eins für sich, eins für den kleinen Bruder.

Ich bin gerührt. So viel Selbstständigkeit. Kein Zögern. Pures Selbstvertrauen in diesem doch noch so kleinen Kerl. Der so klein gar nicht mehr ist.

Happy Birthday - Geburtstagskerze auf Kuchen

Happy Birthday zum sechsten Geburtstag Großer!

Am Morgen bin ich früh aufgestanden, habe die Geburtstagskerzen-Karavane aufgestellt, eine kleine Kerze angezündet und bin dann ins Schlafzimmer gegangen. Ich sang „Heute kann es regnen, stürmen oder schnein…“ mit kleinen Aussetzern – weil ich trotz allem nicht textsicher bin und außerdem diesen fetten Kloß vor Rührung im Hals habe. Der Mann rettet mich auch nicht, also hör ich nach dem ersten Refrain auf. Kind1 pustet die Kerze aus und läuft in die Küche. Glänzende Augen als er den Küchentisch sieht. Mit der Kerzen-Karavane und der Girlande auf der „Herzlichen Glückwunsch“ steht.

Er packt seine Geschenke aus. Über seinen Transformer freut er sich sehr – schließlich redet er seit einem dreiviertel Jahr von nichts anderem als diesem Transformer. Nicht das Geschenk, das wir ihm ausgesucht hätten. Aber wenn Wünsche so stabil und fest sind, dann müssen sie erfüllt werden.

Das sonnige Wetter strahlt mit dem Geburtstagskind um die Wette.

Bagger im Sand

Den Nachmittag feiern wir im Park

Im Kindergarten wurd er gefeiert und bekam eine Geburtsagskrone. Die nimmt er auch anschließend mit in den Park.

Jetzt ist da dieser Junge, der bald in die Schule kommt. Der sich selber (und seinem Bruder) ein Eis kauft. Der reden kann wie ein Wasserfall, Fragen stellt, die auch Wikipedia nicht beantworten kann (und wir Eltern erst recht nicht). Das Kind, das neugierig in die Welt und die Zukunft schaut und für den ich liebend gerne versuche, diese Welt zu erhalten, zu verbessern und zu verschönern.

Eine Zeichnung von Torben Kuhlmann, Autor von "Lindbergh" und "Armstrong"

Eine Zeichnung von Torben Kuhlmann, Autor von „Lindbergh“ und „Armstrong“

Ein paar besondere Highlights gab es zu diesem Tag – ganz zufällig. Der Mann arbeitet bei der Lit.Cologne und hört vormittags viele Lesungen von Kinderbüchern. Auch der Autor von „Lindbergh“ tritt auf – mit dem Nachfolger, „Armstrong“. Eine Ausgabe bekommt der Mann von der Moderatorin Angela Maas, die vom Geburtstag gehört hat, geschenkt.

Kuhlmann - Armstrong

Kuhlmann – Armstrong

Und eine Zeichnung vom Autor gab es auch dazu.

Das Highlight vom Kind an dem Tag war aber vermutlich ganz anderer Natur: In dem Park in dem wir unsere Picknickdecke aufschlugen darf so semioffiziell gegrillt werden. Um die Grillkohle hinterher zu entsorgen, wurden extra Behälter angebracht. 80% aller Personen, die in dem Park grillen vertauschen aber Mülleimer mit Kohlebehälter – so dass die Mülleimer ständig qualmen. Auch an diesem Nachmittag beobachtete ich, dass einer der Eimer ordentlich rauchte. Und dann dachte ich: Wenn ich das beobachte tun das vermutlich auch einige andere – aber ob dann auch jemand die 112 anruft? Also griff ich zum Handy, wählte die 112 und dachte – lieber einer zu viel als eine zu wenig. Ich war aber offenbar die erste, die den Rauch meldete und so rückte wenige Minuten später ein großer Einsatzwagen an – alle Kinder hin!

Kind1 vermutete ich in diesem Gewimmel. Als die Feuerwehr verrichteter Dinge abzog kam er auf mich zugerannt und erzählte, was er gesehen hatte. „Die Feuerwehr war da, Mama, und musste einen Mülleimer löschen!“

„Ja, und weißt Du, wer die Feuerwehr gerufen hat?“ „Wer?“ „Ich“ „Dass muss ich sofort Jakob erzählen!!!“ – für ein paar Minuten war ich Supermama, weil ich die Feuerwehr gerufen hab.

We survived Kindergeburtstag

Am Samstag folgte der Kindergeburtstag. Sieben eingeladene Kinder und Regen. Der Mann kümmerte sich um das Bespaßungsprogramm mit Jutebeuteln und Stoffmalstiften. Aber die erste dreiviertel Stunde spielten die Kinder, die sich alle aus dem Kindergarten kannten, einfach miteinander. Der Mann und ich saßen etwas überrascht in der Küche und wurden nicht gebraucht.

Dann gab es Kuchen (und davon viel) und Limo. Als alle satt waren baten wir die Kinder nochmal raus aus der Küche für den Umbau zum Malen.

Stofftaschen bemalen

Stofftaschen bemalen

Alle Kinder machten gerne mit, hatten Spaß und konnten etwas mit nach Hause nehmen.Kind1 zeigte sich als zuvorkommender Gastgeber und fühlte sich pudelwohl.

Nachdem sieben Kinder abgeholt waren kamen mein bester Freund mit Frau und den beiden Söhnen, die beide im ähnlichen Alter wie meine sind. Es gab Lego und das wurde gemeinsam aufgebaut. Abends bestellten wir Pizza für alle und die Kinder gingen abends müde, aber ohne Proteste ins Bett.

Am heutigen Sonntag kamen noch meine Eltern, meine Schwester und eine der beiden Patentanten von Kind1.Es gab Bücher und noch mehr Lego für Kind1, es wurde gegessen und gespielt und abends gabs Sushi.

Der Mann machte seinen großartigen Apfelkuchen, den ich aber nicht essen konnte (weil Zucker und Butter…), dafür fand ich sogar eine Torte, die ich essen konnte: Apfel-Bananen-Rohkosttorte ohne Backen, das Rezept gefunden im Umstandslos:magazin:

Apfel-Bananen-Rohkosttorte

Apfel-Bananen-Rohkosttorte. Hier inszeniert nicht mit einer teuren Kamera, sondern mit einem weißen Duschvorhang für 1,99 von Ikea. Trick17 in der Fotografie, gelernt auf der #wubbtika

6 Jahre Kind1. 6 Jahre Muttersein. Wir wachsen gemeinsam.

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Wochenende mit Bibliothek, Bodytalk & frischer Luft

Freitag

Am Freitag bringe ich die Kinder zum Kindergarten. Die Leiterin bittet noch um ein Gespräch (ich bin Eltern…sprecherin oder wie das heißt in der Gruppe von Kind2) da – wieder – eine Erzieherin gekündigt hat. Diesmal gibts immerhin eine Erklärung und nicht die Berufung auf Datenschutz. Die hohe Fluktuation nervt mich. Vor allem da die meisten Erzieherinnen die neu sind es nicht für nötig befinden sich mal kurz persönlich vorzustellen. Also mir würde „Hallo, ich bin xy und jetzt in der Raupen-Gruppe als Erzieherin/Kinderpflegerin“ völlig reichen.

Anschließend kehre ich auf einen koffeinfreien Kaffee ein, blättere kurz in einer GALA (ja echt, manchmal geh ich auch extra früher zu Arztterminen um in der Zeitschriftenauslage zu stöbern) und bezahle. Zu Fuß gehe ich zur Stadtbibliothek. Im Rahmen meiner Fastenzeitspläne will ich einmal die Woche in der Bibliothek sitzen und stöbern. Mein Luxus.

Ich stöbere in Reiseführern zu Korsika, blättere durch Zeitschriften, vegane Kochbücher und historische Schinken über den zweiten Weltkrieg bzw. die Zeit danach. Eigentlich wollte ich gar nichts ausleihen aber irgendwie verirren sich doch ein paar Bücher in meinen Rucksack.

Bibliothek

In der Bibliothek

Mit dem ziehe ich zum Wochenendeinkauf weiter. Da ich am Wochenende alleine mit den Kids bin und am Samstag auch auf einer größeren Veranstaltung mit Kinderbetreuung bleibt nicht so viel Zeit fürs Kochen, also hole ich ein paar Fertigprodukte im Bioladen, die vegan und zuckerfrei sind. Naja und sowas wie Nudeln und Pesto. Letzteres mach ich eigentlich gern selber aber wie gesagt, die Zeit ist knapp. Auf dem Markt kaufe ich Gemüse dazu und hole dann die Kinder ab.

Zu Hause steck ich die erst mal in die Badewanne. Kind2 hab ich nämlich aus einer Pfütze im Außengelände gefischt und auch wenn er passende Kleidung anhat – einen Neopren trägt er nicht und so verirrt sich der Matsch überall.

Notiz an mich selber: Badezimmerputztag und Kinderbadetag zusammen legen.

Ich backe ein einfaches Brot, schneide fürs Abendessen Kohlrabi in Stifte und mach aus einer halben Sellerieknolle Sellerieschnitzel. Als Dip für den Kohlrabi gibt es Bananen-Mandelmus-Curry Dip. Naja, die Kinder bleiben beim Brot…

Mit dem Ohrenbär schlafen wir ein.

Erstaunlicherweise fällt es mir bis hierher nicht schwer mit dem Zuckerverzicht, obwohl ich den ganzen Tag heute leichtes Kopfweh hatte. Eine kleine Umfrage auf twitter ergab, dass das wohl „normal“ sei.

Samstag

Ich werde von zwei Morgenmuffeln geweckt. Bekomme direkt Befehle was ich aber auch zügigst und sofort zu tun hätte (Flasche holen, Hörspiel anmachen) und schon hab ich Puls. Ich mache ein Müslifrühstück. Kind2 steht da drauf und verdrückt riesen Portionen. Anschließend möchte ich mit ihnen das Kallax-Regal aufbauen, dass der Mann und ich letzte Woche gekauft haben. Kurzfassung: Die hätten in die Anleitung ruhig schreiben können, dass die vier Seitenteile NICHT alle gleichlang sind! Und am Ende sind zwei Dübel kaputt weil die Kinder drüber her toben…

Kind2 macht ein kurzes Nickerchen und anschließend packen wir unsere Sachen. Es geht zur Tagung „Body*Talk“ anlässlich des Frauentags am 08.03.

Ich treffe viele coole Leute – altbekannte, liebgewordene Menschen die ich durch dieses Internet kenne und denen Feminismus ein Anliegen ist. Und: Es gibt Kinderbetreuung! Die ist so cool, dass Kind1 mich anschließend fragt, ob er da morgen wieder hingehen kann.

Es gab tolle Inputs zu Youtube, Fat-Acceptance, Cross Dressing etc. Und ich beschließe, in Zukunft mal einen Drag-King Workshop mitzumachen.

Magda Albrecht bei ihrem Input zu Fat-Acceptance und Body Politics

Magda Albrecht bei ihrem Input zu Fat-Acceptance und Body Politics

Stephanie Weber beim Gender Crossing Workshop

Stephanie Weber hält einen Workshop zu Gender Crossing und Cross-Dressing

Pommes danach

Die Kinder haben gut durchgehalten. Ich kaufe ihnen eine Pommes weil ich Sorge hab, dass sie zu Hause schon eingeschlafen sind. Den Gefallen tun sie mir aber doch nicht. Um halb neun sind sie aber im Bett.

Sonntag

Ein unspektakulärer Tag. Die Kids streiten sich die ganze Zeit und ich gehe mit ihnen an die frische Luft. Das macht es etwas besser. Sie fahren mit ihren Rädern im Volksgarten rum und nehmen jede Pfütze mit, die sie finden. Da Kind2 keine Matschhose verweigert ist er schnell nass bis auf die Knochen. Nach Hause will er aber nicht. Wir treffen noch ein paar bekannte Menschen, Small Talk hier und da.

Kids im Volksgarten

Zu Hause gibt es gebratene Nudeln vom Vortrag für die Kids, für mich Salat mit Lupinengeschnetzeltem. Die Kinder dürfen Fernseh gucken – das ist mein Zeitfenster für „den Haushalt“. Ich mache noch ein Brot für morgen und räume auf. Nach dem Abendessen spielen die Kinder noch eine halbe Stunde, bevor sie mich holen weil sie ins Bett wollen. Dafür sind sie noch lange wach… ich mache mir noch eine Kräuter“butter“, facetime mit dem Mann und setz mich dann auf die Couch um diesen Beitrag zu Ende zu schreiben und jetzt – jetzt eine Folge Veronica Mars und Heiabubu.

Ich wünsch euch einen guten Start in die Woche!

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Im März werde ich…

weiter Fasten

Zur Veranstaltung body*talk in Köln gehen. Mit coolen Leuten und dort coole Leute treffen <3

den 6. Geburtstag von Kind1 feiern

eine Lesung bei der Lit.Cologne besuchen

mit dem Mann auf ein Konzert gehen

ein paar tolle Verlosungen für euch vorbereiten

auf die ersten Blumen warten…

Nach der schönen Idee von Carola aka frischebrise

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Karnevalswochenende 2017

Wie, es ist schon Sonntag? Das Wochenende damit vorbei, aber Karneval noch lange nicht! Es tut mir also leid, wenn ihr noch ein wenig davon ertragen müsst.

Op die Liebe, un et Lävve,
Op die Freiheit und d’r Dud

Ich bin ja selbst nicht in Köln geboren und groß geworden sondern erst seit knapp 10 Jahren hier. Und man mag es befremdlich finden, dass eine Stadt und ihre Bewohner*innen so selbst verliebt sind – aber man kann es den Kölner*innen wirklich nicht übel nehmen, es ist wirklich rührig hier.

Alle wolle noh Berlin, erus en de große Welt
Doch mich kriss de hee nit fott
Ich kann nit sage, wat mich hee häld

Ich weiß nicht, wie in den anderen vermeidlichen Karnevalsstädten gefeiert wird. Allein von der Musik her bleibt ja nichts übrig – handelt doch fast jedes Karnevalslied, das ich kenne entweder vom Dom, vom Kölsch, irgendwas mit kölsche Hätz, kölsche Seel, kölsche Mädche… – was singen da die anderen?

Denn mir sin kölsche Mädcher
Hann Spetzebötzjer an
Mir lossen uns nit dran fummele
Mir lossen keiner dran.

Am Freitag bringen der Mann und ich Batman und KleinFledermaus in den Kindergarten zur Karnevalsparty. Beim Kaffee danacht beschließt der Mann zum IKEA fahren zu wollen. Ja, so ist das hier – der Mann liebt shoppen, ich lauf mit. Ich bin ja noch auf der Suche nach einem schicken Sekretär für meinen Arbeitsplatz. Ich bin da ein bisschen fantasielos. Ich hätt gern was Kleines, weißes, ohne Unterschrank, mit einer Klappe die ich abends zuschließen kann. Pompadourfüße und/oder Shabby Schick-Look. Bei Ikea finde ich nichts passendes, nebenan ist noch der Däne, da kommen wir der Sache näher. Aber den Preis für ne MDF-Platte in die absichtlich Macken gehauen wurden…

Sekretär

So in der Art, mit Aufsatz

Nachmittags machen wir nix Spannendes mehr. Der Mann hat noch ein kleines Regal für die Küche gekauft, das baut er mit den Kindern auf.

Wie ich ihnen so zusehe bin ich ein bisschen neidisch. Wie die Kinder das so durch zusehen und mitmachen lernen. Kind1 wird beauftragt dieses und jenes Werkzeug zu holen und lernt so die verschiedenen Sachen kennen. Auch Kind2 sitzt mittendrin und dreht hier und da eine Schraube fest.

Wat och passeet
dat Eine es doch klor
et Schönste, wat m’r han
schon all die lange Johr
es unser Veedel,
denn he hält m’r zosamme
ejal, wat och passeet
en uns’rem Veedel.

Am Samstag backt der Mann Brötchen. Wo auch immer er die Idee her hat, ich finds großartig. Es wird also ein leckeres Frühstück und anschließend fahren wir auf die andere Rheinseite in den Jugendpark. Das Wetter ist großartig und die Kinder können sich richtig austoben.

Jugendpark

Jugendpark – Autoscooter

Steine flitschen

Steine flitschen

Die frische Luft macht müde und so machen Kind2 und ich anschließend ein Mittagsschläfchen. Dann ist es auch schon Zeit um wieder Karneval zu feiern. Sonja und ich begeben uns wieder in den Trubel in der Südstadt. Obwohl wir schon um 18:00 losziehen müssen wir über zwei Stunden in der Warteschlange warten bis wir rein kommen. Wir kommen mit ein paar Männern vor uns ins Gespräch, etwa mein Alter. Sie fragen, was wir so machen. Ich frage zurück, ob sie Kinder haben. Haben sie und so tauschen wir uns über zu kurze Nächte und Augenringe aus. Darauf erst mal ein Kölsch!

Wir lieben das Leben, die Liebe und die Lust
wir glauben an den lieben Gott und han auch immer Durst

Selfie mit Sonja

Ävver et Hätz bliev he in Kölle

Es ist wunderbar am Samstagabend. Wer meinen inst-Stories folgt hat ja ein bisschen was mitgekriegt. Aber leider war ich zu sehr mit Tanzen und Singen beschäftigt um immer drauf zu halten. Ihr müsst mir einfach glauben wenn ich sage: Euch entgeht was, wenn ihr nicht einmal dabei ward!

luur uns aan
mer sin alle nur us fleisch un bloot
mer sin alle nit nur schlääch un jot

Am heutigen Morgen werde ich um halb 10 demonstrativ mit einem Kaffee ans Bett geweckt. Schließlich haben wir noch was vor! Schull- und Veedelszöch! Und weil der, wie der Rosenmontagszug auch, bei uns quasi vor der Haustür Aufstellung hat, wollen wir um 11:11 Uhr auch da sein.

Nä wat wor dat fröher schön doch in Colonia, wenn der Franz mem Nieß nom aahle Kohlberg jing,
Wenn der Pitter ärm in ärm mem Appolonia
still verjnöösch um heimwesch ahn zo knutsche fing.

Schull und Veedelszoch

„Pfauenpower“ – passte ja zu meinem Kostüm

Kind1 fing knapp drei Taschen voll Kamelle, dabei durfte an dieser Stelle noch gar nicht geworfen werden – los gehts nämlich eigentlich erst hinterm Severinsttor. Da ist der Rosenmontagszug konsequenter, die Traditionsvereine gönnen da nix 😉

Nach dem Zug ging ich mit Kind2 nach Hause für ein weiteres Mittagsschläfchen, der Mann und Kind1 gingen noch mit Freunden auf den Spielplatz und sortierten anschließend die Kamelle. So viel Action reicht dann auch erst mal für einen Tag.

Alaaf und bis die Tage!

Nie mih Fastelovend,
Nie mih rud un wieß
Nie mih Fastelovend – Ohne dich

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Montag

Die Woche beginnt gleich mit einem spannenden Termin: Kind1 bekommt seine (vorerst) letzte Impfung. Leider hab ich am Vorabend vergessen, ihn noch mal darauf vorzubereiten. Dafür hat er wirklich toll kooperiert, auch wenn er Sorge hatte, dass es weh tut. Der Mann bringt Kind2 zum Kindergarten und geht dann ins Büro.

Kind1 geht brav zur Praxis, der Kinderarzt hat das aber so toll gemacht („Und Großer, als was gehst Du zu Karneval?“ Schon war die Spritze drin), dass das Kind überhaupt nichts mitbekommen hat, sich dafür über das coole Pflaster freute und ich ihm noch mal sagen musste: „Wir sind schon fertig, steh auf!“

Als Highlight gehen wir anschließend eine Waffel essen, aber ich merke schon, dass Kind1 lieber in den Kindergarten will um allen von seiner heldenhaften Tat (<- sich impfen lassen) zu berichten. Tatsächlich hat er sich vor Ort schon lange nicht mehr so schnell umgezogen. Er gibt mir noch ein Abschiedsküsschen und ist weg.

Waffeln Leuchte Kaffebar

Waffeln im Lieblingscafé

Ich setze mich an den Schreibtisch und arbeite. Gegen Mittag kommt endlich der sehnsüchtig erwartete Wäschetrockner! Oder auch: Hallelujah! Da wird nachher noch umgebaut, denn Platz ist hier knapp.

Ich recherchiere noch ein wenig für unseren Sommerurlaub (Tendenz: Korsika und evt. noch Sardinien im Juni). Gerne würden wir wieder in ein Mobilwohnheim auf nem Campingplatz am Meer. Das ist für uns die ideale Kombination an Preis-/Leistungsverhältnis.

Nachmittags hole ich die Kinder ab. Wir gehen nach Hause. Als der Mann zurück kommt machen wir fliegenden Wechsel. Ich gehe zu meiner – vorerst – letzten Yogastunde (meine 20er Karte ist aufgebraucht und ich schrieb ja schon mal, dass ich grad aktuell auf der Suche nach was anderem bin – jetzt so auf Sport bezogen).

Dienstag

Vormittags habe ich einen Hangout-Termin (digitale Variante der Telefonkonferenz ^^) mit coolen Frauen für eines meiner Herzensprojekte. Hauptsächlich gehts grad darum, einen knackigen Namen zu finden – gar nicht so einfach. Wenn der Name steht erfahrt ihr mehr, versprochen!

Dienstag ist hier Markttag und ich kaufe Gemüse für die Woche ein. Die Auswahl ist überschaubar, jedenfalls wenn man beim regionalen und saisonalen bleiben will. Ich hole die Kinder ab und sie dürfen Die Sendung mit dem Elefanten gucken.

Wann die Kinder Hunger haben

Wann die Kinder Hunger haben

Hier oben seht ihr eines meiner gebastelten Bildchen, die ich mit Canva gestaltet hab. Dürft ihr gerne teilen wenns bei euch auch so läuft (ich hätt gern noch „1 Minute bevor das Essen fertig ist und dann soooo sehr dass alle schreien“, aber das war zu lang).

Abends trifft sich der Mann noch mit einem Freund und ich schaue Call the Midwife – schluchz.

Mittwoch

Ich wache mit ein wenig Kopfschmerzen auf. Eigentlich wollten der Mann und ich – wenn die Kinder im Kindergarten sind – das erste Mal seit Ewigkeiten Klettern gehn. Aber auch er ist nicht ganz fit und so lassen wir das. Den Morgen arbeite ich aber die Kopfschmerzen gehen nicht weg. Ich leg mich mittags ein wenig hin. Gegen 14 Uhr mache ich mich fertig und hole Kind1 aus dem Kindergarten. Heute ist wieder Bouldern. Es ist schön, wie sehr sich der Große auf den Termin freut. Danach kommt er mit glühenden Wangen und strahlenden Augen raus – ich freu mich so, dass wir einen Platz bekommen haben.

Zu Hause sind schon der Mann und Kind2. Die Kinder spielen, ich beantworte ein paar Mails. Der Mann kocht essen – es gibt Crunchy Grünkohl (mit Cashews und Erdnussbutter). Die Kinder schauen noch die Sendung mit der Maus, dann ist Schlafenszeit. Nachdem wir es eine Weile versucht haben, die Kinder in ihren eigenen Betten einschlafen zu lassen sind wir grade wieder beim Elternbett – die Kinder schlafen schneller ein, wenn eine_r von uns daneben, also dazwischen liegt. Wenn jedes Kind im eigenen Bett liegt geht der Streit schon dabei los, bei wem Mama oder Papa liegen „dürfen“.

Donnerstag

Alaaaaaaf! Wenn ihr das lest steh ich in den Startlöchern zum Feiern. Weiberfastnacht – vielleicht nehm ich euch auf Instagram mit. Rein statistisch gehört ihr aber zu den Leuten, die mit Karneval nix zu tun haben und das als „Spaß haben auf Kommando, soooo doof“ abgespeichert haben. Ihr wisst ja gar nicht, was euch entgeht. Aber wenn ihr nicht in Köln wohnt, kann ich diese Haltung sehr gut verstehen. Nur der kölsche Karneval ist echter Karneval. Bis dann!

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Hoch die Hände, Wochenende

Freitag – Innehalten

Nachdem bereits sechs Wochen seit Jahresbeginn vorbeigeflogen sind, wollte ich mal innehalten. Zwar hab ich nun wirklich aktuell keine Langeweile, aber manchmal das Gefühl, so richtig produktiv sei ich auch nicht. Nachdem ich die Kinder weg gebracht habe will ich einen Spaziergang machen. Kurz bevor ich den Rhein erreiche fängt es an zu regnen. Ich drehe also um und gehe mit Brötchen nach Hause.

Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Leben sind immer noch ein sehr wichtiges Thema für mich und ich überlege regelmäßig, wie ich mich, wie wir uns als Familie da noch besser aufstellen können. Im Internet stolper ich irgendwo über einen Artikel a la „10 Dinge, die Du lassen solltest wenn Du nachhaltig leben willst“ und ich stelle mal wieder positiv fest, dass wir gar nicht so schlecht dastehen. Trotzdem überleg ich mir, wenn die Fastenzeit beginnt ein „Spezialprogramm“ auszuprobieren, oder anders gesagt: einige der Dinge, die ich mir schon lange vorgenommen habe, endlich umzusetzen.

Nachmittags hole ich die Kinder ab. Eigentlich hatte ich vor mit ihnen zum „Indoor“-Spielplatz der Heilsarmee zu gehen. Den hab ich vor einigen Wochen entdeckt und war mit ihnen letzte Woche Freitag zum ersten Mal da. Im Prinzip ist es ein großer Gemeindesaal mit diversen Spielzeugen, einer kleinen Rutsche, Bällebad und riesigen Schaumstoffwürfeln. Für meine Kids genau das Richtige: Bewegung und Aktivität. Der Große hatte heute aber keine Lust, hauptsächlich weil das bedeuten würde, 10-15 Minuten Laufen zu müssen…also ab nach Hause.

So langsam (eeeeendlich!) gibt es immer mal wieder kurze Phasen, in denen die Kinder miteinander spielen oder jeder in ein Bilderbuch versunken ist. Ich muss mir noch überlegen, was ich mit diesen – leider vorher nie absehbaren – „freien“ Minuten mache. Momentan sitz ich dann meist mit meinem koffeinfreien Kaffee am Küchentisch und starre aus dem Fenster…

Es gibt Erbsensuppe zum Abendessen und da der Mann heut bis in die Nacht arbeitet, schlafen die Kids bei mir im Elternbett ein.

Samstag – (Groß-)Elternbesuch

Kind1 bemalt mich mit Karnevalsschminke

Kind1 möchte mich Karneval schminken. Wir wissen beide nur nicht, als was…

Kind2 sagte in den letzten Tagen sehr oft „Moma Auto“, seine Zweiwortvariante für „Wir müssen ins Auto und Oma besuchen“. Das stand dann heute endlich auf dem Plan. Der Mann verlässt gegen 9 das Haus zur Arbeit. Ich bringe einer Bekannten noch Bananen und Salzstangen vorbei, da sie sich den Magen verdorben hat. Auf dem Rückweg verfluche ich alle Hundebesiter_innen, die ihre Hunde einfach irgendwo hinsch*eißen lassen und sich nicht um die angemessene Entsorgung kümmern: Kind2 wollte einen Stein aufheben, der sich als Hundeköttel entpuppte. Dann lief Kind1 in einen Hundehaufen…orrrh, ich mag Hunde echt, aber das ist ne Pest! Dann geht es ins Auto und ins Ruhrgebiet. Staustaustau – das macht dem Kleinen nichts, der schläft die ganze Zeit aber Kind1 hat nicht nur Langeweile sondern leidet dann auch schnell mal unter Übelkeit. Nach zwei Stunden haben wir es aber auch geschafft. Meine Kinder und meine Eltern glücklich – spielen, draußen sein, Karnevalsschminken, essen.

Auf dem Rückweg fällt mir dann doch ein, dass es etwas gibt, was ich am Karneval hasse: Es gibt noch weniger Parkplätze als eh. Samstag Abend, ne Woche vor dem Straßenkarneval und ich höre Herberts Stimme: „Oooooh, ich drehe schon seit Stunden…“ – gut, ich habe tatsächlich eine Stunde gekurvt und gesucht.

Sonntag im Eisenbahnmuseum

Der Sonntag wird gegen sechs Uhr früh das erste Mal von Kind2 eingeläutet, er möchte seine Flasche. Danach schlafen wir noch bis halb acht oder acht. Kind2 steht auf, holt sich ein Wimmelbuch und fordert mich auf, ihm zu sagen, was er auf den Bildern finden muss. Kind1 kommt dazu gekrochen. Der Mann guckt aus einem Auge und wird wach. Ein sehr gemütlicher Start in den Tag. Nach dem Frühstück bereite ich schon mal das Abendessen vor (Sauerkrautquiche) und der Mann schaut mit den Kids die Maus.

Ein alter Ticketautomat

Ein alter Ticketautomat

Mittags brechen wir zum Eisenbahn-Museum auf. Für die Kinder ein Riesending- ich fands urig aber ganz schön viel Rost. Man sah, dass das Ganze von vielen Eisenbahnfans liebevoll gepfelgt wird. Auch wenn es an einigen Stellen so aussieht, als hätte jemand 1955 das Werkzeug liegen gelassen und seitdem rostet die Eisenbahn vor sich hin. Es gab Kaffee und Kuchen und wir trafen noch die beste Freundin von Kind1. Nach zwei Stunden wird es den Erwachsenen zu kalt und wir fahren nach Hause.

RetroFeuerwehr

Auch eine Feuerwehr aus den…50ern? gab es zu sehen

Dort warten der Wäscheberg, der Wäschekorb etc. auf uns. Die Kinder hören Karnevalslieder. Nachdem meine Sauerkrautquiche mit Nichtbeachtung gestraft wurde gehen wir ins Bett.

Tatsächlich schlafen die Kleinen ungewöhnlich früh (nämlich schon um 8) und ich verblogge unser Wochenende und werde gleich noch den Speiseplan für nächste Woche machen. Da muss ich selber schmunzeln, dass ich mal einen Speiseplan schreibe…aber es erleichtert doch Einiges, wenn man weiß, was es die Woche zu essen geben wird und dass man am Montag bereits alles kaufen kann..

Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Woche!