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Sommperpause, Kindheitserinnerungen, Zukunftspläne

Den Geruch von Chlor und Pommes im Haar, Schultern und Nase rot vom Sonnenbrand – das Freibad macht zu und ich mich auf den Weg nach Hause. Im Sommer haben meine Schwester, meine Freunde und ich viel Zeit hier verbracht. Wir sprangen auch in kaltes Wasser und amüsierten uns über Kinder mit Sonnencreme deren Lichtschutzfaktor im zweistelligen Bereich lag. Ich mein LSF 12, das war damals viel!

Wenn es regnete oder man mal nicht ins Freibad wollte wartete die Bibliothek mit ihrem riesigen Bestand an Büchern, die mich in andere Ländern, andere Zeiten und andere Körper brachten. Wer wollte schon in den Ferien man selbst sein.

Im Hier und Jetzt brechen die letzten Kindergarten-Tage vor der Schließzeit an und für Kind1 die letzten Kindergarten-Tage überhaupt. Ich frage mich, welche Kindheitserinnerungen meine Kinder später  haben werden. Eine Frage, die sich die Generation Eltern vor uns vermutlich in der Form auch nicht gefragt hat.

Im Freibad. Kind1 bereit zum Absprung

Vier Wochen sind es hier, die weder Kindergarten noch Schule aufhaben und ich frage mich: wie füllen wir diese Zeit? Vorfreude und leichte Panik mischen sich mit einer langen Liste von Möglichkeiten. Was ist zu viel Programm, was zu wenig?

Freibäder und Seen, auf jeden Fall. Ein Herbarium anlegen, so nebenbei. Ein paar Tage geht es an die Nordsee.

Zum Ketteler Hof, zwischen Ruhrgebiet und Münsterland, den ich selbst zuletzt in Kindertagen besucht habe. Familie besuchen, vielleicht das Zelt in irgendeinem Garten aufbauen. Wie Frederick Geschichten sammeln, damit der Sommerspeicher aufgefüllt ist, wie der Bauch mit Freibadpommes.

Nirgendwo schmecken Pommes so gut wie im Freibad

Dankbar sein für meine Erinnerungen, dankbar sein für meine Kinder, die ihre eigenen Erfahrungen machen um später von ihrem Sommerspeicher voll Erinnerungen zu zehren.

Sommerferien macht auch der Blog. Bis Anfang September, dann geht es wieder los. Mit mehr Regelmäßigkeit, mehr Geschichten, mehr Alltagserlebnissen. Ich freu mich, wenn ihr wieder reinschaut!

Ihr erfahrt dann auch – endlich – mehr über meine Herzensprojekte, womit ich mich selbstständig mache und was ich für die nächste Zeit plane!

Ansonsten bleibt mir treu, auf twitter und auf instagram zum Beispiel. Ich freu mich in Kontakt zu bleiben!

Schöne Ferien – was macht ihr denn so?

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Hoch die Hände, Wo….chenende schon wieder vorbei???

Kennt ihr diese Tage, die so schön und aber auch so voll sind, dass man anschließend noch einen Sonntag bräuchte, um auf der Couch rumzuhängen und alles zu verarbeiten? So ein Wochenenende hatten wir. Mit Sonne, Musik, selbstgemachter Pizza, Freunden und Geburtstagen

Am Samstag schlafen die Kinder (natürlich mit einigen Unterbrechungen, aber immerhin!) bis ca. halb neun. Wir machen ein gemütliches Frühstück mit Aufbackbrötchen, denn hier hat keine_r Lust zum Bäcker zu laufen.

Während die Kinder ein bisschen Fernsehen überlegen wir die Tagesplanung. Es ist so viel los in Köln, dass die Auswahl schwer fällt. Ich würde gerne einfach an einen See fahren und noch mal StandUp Paddeln. Da der Mann aber kein Wassersportfan ist und Kind2 das Tragen von Schwimmflügeln verweigert werde ich überstimmt.

Wir fahren auf die andere Rheinseite zum Jugend- und Rheinpark. Wir springen auf dem Trampolin, die Kinder fahren mit den kleinen Autos und wir snacken am Flussufer. Anschließend geht es weiter mit dem Bus, ein Stück zu Fuß und wir sind bei einem kleinen Open Air Konzert auf dem – Highlight für uns und die Kids – Kasalla spielen. Für die Nicht-Karnevalisten: Eine der angesagtesten Karnevals- und Kölsch-Bands. Denn die klingen auch außerhalb des Karnevals gut.

Kasalle tritt in Mülheim auf

Streetart in Köln

Kind2 schläft bei der Musik, während ich mit ihm auf dem Arm tanze, ein. Ich setze mich mit ihm in den Schatten. Kind1 lässt sich nach der Musik noch beim Kinderschminken aufhübschen und dann ist auch schon wieder früher Abend. Wir fahren mit der Bahn zurück.

Open Air direkt am Rhein. Kind guckt Schiffe

Zu Hause gibt es selbst gemachte Pizza. Äh, Aufbackpizza. Ich schaffe es, den Fertigteig aus seiner Form zu bringen und er wird ein dicker Teigklumpen. Ich hab noch eine zweite Fertigmischung, die belegen sich dann der Mann und die Kinder. Echt, meine beiden linken (eigentlich rechten, ich bin ja Linkshänderin) Hände…

Es schmeckt trotzdem super und es ist schon neun, als die Kinder dann so langsam die Augen zu machen…

Abends lesen der Mann und ich Nachrichten zum G20 und ich bin enttäuscht von den Medien, die nur die Ausschreitungen in den Blick nehmen. Es gab bestimmt viele viele friedlich Protestierende mit sinnvollen Anliegen, die dank einiger Vollidioten keinen Platz mehr zur Hauptsendezeit finden. Was die Politiker_innen da so besprechen und um welche, teils schwerwiegenden, Entscheidungen es da geht, auch das geht unter.

Am Sonntag klingelt sogar der Wecker, weil wir rechtzeitig ins Ruhrgebiet wollen. Freunde von uns feiern „ab 11“ ihren Geburtstag nach, um 15.00 Uhr müssen wir in die Nachbarstadt, dort feiert der Sohn meines besten Freundes Geburtstag nach. Die Kinder freuen sich. Es ist ein schönes Gefühl, wenn die Kinder mit unseren Freund_innen gut auskommen und sich dort wohl fühlen.

Draußen bei schönem Wetter

Wir kommen auf der Autobahn zügig voran. Kind1 läuft mit den Geschenken vor, ich finde das so mutig. Auch wenn er die Gastgeber kennt sind da ja auch viele unbekannte Gesichter. Es sind ein paar weitere Kinder anwesend und so sind die Kids schnell in ihr Spiel vertieft und wir können mit den anderen auf der Terrasse sitzen, das Wetter genießen und uns unterhalten. Die Zeit ist viel zu schnell um als wir uns wieder verabschieden müssen und weiterfahren.

Kind1 und der Sohn von meinem besten Freund verstehen sich auch prima. Es sind viele weitere Verwandte und Freund_innen da, insgesamt an die 7 Kinder zwischen 6 Monaten und 8 Jahren. Auch hier heißt es wieder: Sonne genießen, essen, den Kindern beim Spielen und Lachen zuschauen, reden…und um kurz nach acht abends feststellen, dass es längst an der Zeit wäre, wieder nach Hause zu fahren.

Symbolbild Kindergeburtstag

Es dauert auch nur wenige Minuten, bis die Kinder im Auto eingeschlafen sind. Vor der Haustür steige ich mit den Kindern aus (der Mann macht sich auf die in Köln sehr spannende Parkplatzsuche) – Kind1 wankt halb schlafend die Treppe hoch, Kind2 schläft auf meinem Arm weiter. Ich schließe die Wohnungstür auf. Kind1 zieht sich aus und wirft sich aufs Bett, Kind2 zeigt ein letztes Aufbäumen („gucken! Gucken, Mama!“ – a.k.a. bitte noch das abendliche Fernsehprogramm, kurzer Protest auf mein Nein und dann weiterschlafen) und dann kehrt Ruhe ein. Die aufmerksamen Leser_innen stellen fest, dass die Kinder es nicht mehr zum Zähneputzen geschafft haben und ja ich stehe dazu, alle zwei Monate kommt das nach einem solchen Tag hier mal vor.

Nun ist auch schon der halbe Montag vormittag rum, ich sitze am Schreibtisch und schaue auf meine To-Do-Liste. Getrennt davon führe ich jetzt eine Ta-Daaaaane liste (ausgesprochen wie, äh, -Done, also getan, abgehakt) und hoffe, dass so meine auch kleinen Erfolgserlebnisse sichtbarer werden.

meine To-Done-Liste. Oder: Ta-Daaaaaan-Liste

Wünsche euch nen guten Start in die Woche!

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Kinderfotos im Netz – warum mir die Diskussion nicht weit genug reicht!

Regelmäßig tauchen auch in der Elternblog-Bubble Beiträge über Kinderfotos im Netz auf, über das Recht auf Privatsphäre von Kindern und wie man das findet und warum man es so und so macht.

Das Thema „Kinderfotos“ wird von den Blogger_innen sehr unterschiedlich gehandhabt, es gibt die ganze Bandbreite von: Ständig mit der Kamera drauf halten, auch frontal und in allen Lebenslagen bis hin zu: Ich weiß gar nicht wie deren Kinder aussehen…

Fakt ist: Die Entscheidung über die Verbeitung der Bilder liegt bei den Eltern. Eltern entscheiden ob sie Bilder im Blog zeigen oder nicht. Ich gehe davon aus, dass sich 90% aller Blogger_innen intensiv Gedanken zu dem Thema gemacht haben, mit jeweils unterschiedlichem Ausgang.

Kinderfotos auf dem Blog – Jein

Ich selber habe wohl einen Zwischenweg gewählt. Dass ich die Kinder mal frontal zeige kommt kaum vor. Auf dem Blog. In den Insta-Storys zeige ich sie schon mal…vermutlich weil mir die „Vergänglichkeit“ suggeriert, dass die Videos bald wieder gelöscht sind (wie das tatsächlich ist, ist eine andere Frage).

Manchmal fällt es mir auch schwer, euch nicht mal diese überaus hübschen, niedlichen und so fröhlich grinsenden Kinder zu zeigen. Zumal die einzigen schönen Fotos, die ich mit meiner Kamera aufnehme, bisher Portraits von den Kindern waren.

Aber ich beherrsche mich, aus den oft zitierten Gründen: ICH finde es ja vielleicht ganz niedlich, wenn meine Kinder mit ihren Schokoschnuten in die Kamera grinsen. Was sie davon halten ist wiederum eine andere Frage.

Das Internet vergisst nicht heißt es und auch wenn ich die Namen der Kids hier nicht nenne, vermutlich bräuchte es nicht viel Recherchetalent, damit später mal jemand, der meine Kinder kennt, auch diese Seite hier findet. Was, wenn mein Kind dann nicht möchte, dass es hier in diesem Blog Fotos von ihm gibt?

Kurze Anmerkung: Von Fotos, die Kinder in dispektierlichen Lagen zeigt (weinend, hingefallen etc.) rede ich hier nicht mal. Auch schlafende Kinder finde ich – manchmal – befremdlich, wenn die Kamera da so reingrätscht in diesen intimen Moment. Aber auch ich konnte es mir schon mal nicht verkneifen, sie in diesem Moment zu fotografieren, weil sie ja soooo niedlich sind.

Privatsphäre von Kindern im Netz

Privatsphäre von Kindern im Netz – ein Thema das über Kinderfotos hinaus reicht

Warum mir eine Debatte über Fotos nicht reicht

Das Thema Foto/Video wird immer so hochgekocht, da gibt es vehemente Befürworter und ebenso vehemente Gegner_innen. Und dann schreibt da jemand zum Beispiel in der Diskussion: „Also ich würde mein Mutzelbärchen ja NIE im Blog zeigen, nur um mehr Klicks zu kriegen“ (denn ja, seien wir ehrlich: Kinderfotos gehen megagut. Da wird geklickt wie blöde, die Leute wollen das, die fühlen mit! Die wollen Teil auch einer Bloggerfamilie sein und fühlen sich dann viel näher dran am Geschehen).

Ups, der Einschub lenkt jetzt von meinem Statement ab: Da würde jemand nie sein Mutzelbärchen zeigen. Oder die Zuckerschnute. Oder das Honigäffchen. Oder was für ein Kosewort sich da jemand ausgedacht hat und auf dem Blog verwendet. Ürgs. Also ich finde das so lala, aber für das Kind stell ich mir das später schon übel vor: Wenn der Kumpel über den Blog der Mama gestolpert ist und einen jetzt mit Mutzelbärchen in der Klasse vor allen aufzieht.

Die Namenswahl ist hier aber nur die Spitze des Eisbergs…

Privatsphäre ist mehr als „Recht am eigenen Bild“

Was ich sagen will: Das Thema Privatsphäre von Kindern im Netz geht für mich weit über die Frage nach dem Recht am Bild hinaus. Es ist ein Punkt, klar. Nicht zu unterschätzen, besonders bei Elternblogs. Es bleibt halt buchstäblich ein wichtiger Teil des Alltags weniger sichtbar, wenn man Kinder konsequent nicht zeigt. Oder man stellt am Ende des Tages fest: Huch, ich hab meine Kinder nur frontal fotografiert, na dann wird das heut nix mit einem Blogfoto. Kenn ich auch.

Dass Fotos ein sensibles Thema sind, ist also irgendwie klar. Andererseits:

Ich weiß alles über eure Kinder: Ob sie Schreikinder sind, hochintelligent, hochsensibel oder „high need“, was sie in den Trotzphasen anstellen, dass sie sich zu dick finden, ich lese über ihren ersten Liebeskummer und das Mobbing in der Schule. Ich weiß, dass sie Montags zum Ballett gehen und Donnerstags zur Ergotherapie. Dass es in der Schule hapert oder sie eine Leidenschaft für Kleinkindfilme haben obwohl sie schon 16 sind. Würde ich plötzlich im „Real Life“ vor ihnen stehen, würde ich sie vielleicht fragen, wie das letzte Handballspiel war oder ihnen aufmunternd versichern, dass ein verpatztes Zeugnis noch kein Beinbruch ist.

Der schmale Grat zwischen Privatsphäre vom Kind und dem Informationsgehalt eines Beitrags

Was ich sagen will: Auch ohne Fotos wird in Elternblogs die Privatsphäre der Kinder…mindestens betroffen. Da nehme ich mich und meinen Blog nicht aus. Ich nehm euch mit in meinen Alltag oder schreibe über meine Überforderung. Ich zeige euch unsere Reisen und Ausflüge und schimpfe manchmal über den Streit der beiden Geschwister.

Immer öfter frage ich mich: wie ist das für meine Kinder? Anfangs schrieb ich vor allem, um mir Luft zu machen. Und da gehörte die Thematisierung schlafloser Nächte oder den Stress bei der Stellensuche dazu. Mir war und ist es grade ein Anliegen, auf die Schwachstellen der Kleinfamilie hinzuweisen (zu viel Arbeit die auf zu wenigen Schultern verteilt ist). Manchmal sah es dann so aus, als würden mir die Kinder auf den Geist gehen. Gingen sie auch 😉 Aber ich hoffe, dass deutlich wird, dass das nicht an den Kindern an sich liegt. Die einfach Kinder sind.

Aber ich schweife wieder ab. Ich denke, wir Eltern haben auch eine Verantwortung über das Bild hinaus. Darüber wie wir unsere Kinder hier „in Szene setzen“, auch im Text. Und das ist ein schmaler Grat:

Wie schaffe ich es zum Beispiel über ein Thema wie Mobbing, Hochsensibilität, Erziehungsstress und andere „Probleme“, die zu dem ein oder anderen Familienalltag eben dazu gehören und MICH als Eltern umtreiben zu schreiben, ohne mein Kind damit zu blamieren? Und muss ich das überhaupt? Verallgemeinerungen sind ja immer schwierig und dafür ist der ein oder andere Einblick in den Alltag hilfreich, um einen Standpunkt zu verdeutlichen, oder eine persönliche Erfahrung – die auch für andere Eltern hilfreich sein kann – mitzuteilen.

Eine weitere Frage, die ich nicht beantwortet habe: Wie finde ich es, wenn andere mitlesen können, wie Blogger_innen über… brisante Themen schreiben, ihre politische Meinung, ihr Liebes- oder Sexleben, über Armut etc. Das sind Themen, die total wichtig sind. Aber sobald man Kinder hat ist es nicht mehr allein mein Bier, was ich in dieses Internet schreibe, oder? Und was ist, wenn ich selber gerne Tabus breche, über Politik, Sex und Geld schreibe aber meine Kinder das auf irgendeine Weise ausbaden müssten? Z.B. durch Mobbing…

Eigentlich seh ich das „Problem“ ja immer bei denen, die aufgrund schlechter Manieren andere ärgern. Wenn mein Kind also gemobbt wird, weil ich was über unsere Finanzlage geschrieben habe, dann ist das „Problem“ eigentlich der, der ärgert. Niemand sollte geärgert, gehänselt oder gemobbt werden, weil er oder sie seine Erfahrungen ins Netz schreibt. Schon gar nicht sollten Kinder für das geärgert oder gemobbt werden, was ihre Eltern über sich oder über die Kinder schreiben. Die Realität ist aber komplexer.

Vermutlich wird diese Gratwanderung mich ständig auf diesem Blog begleiten. Und wenn ihr schon bis hierher mitgelesen habt:

Wie haltet ihr es auf eurem BLog? Wenn ihr Leser_innen seid: Wo sind für euch die Grenzen des guten Geschmacks?


Ein paar Beiträge zum Weiterlesen (danke für die Hinweise auf twitter dazu!):

Warum die Frage nach der Privatsphäre auf Elternblogs auch eine Feministische ist: Cornelia in der Anschläge

Sonja schreibt, warum sie ihre Kinder zeigt

Jette von MeSuperMom wünscht sich mehr Medienkompetenz

Andrea von Runzelfüßchen hat einen schweren Stand, weil sie Fotos nicht nur nicht zeigt, sondern auch nicht möchte, dass ihre Kinder von anderen fotografiert werden

Auch Leitmedium fragt sich, warum Fotos so ein Streitthema sind, lispelnde Kinderzitate aber nicht.

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Dies Das

 

Krass, schon wieder so viele Tage vorbei und jetzt ist auch schon wieder so spät und dabei habe ich mir doch vorgenommen, euch öfter mitzunehmen, in unserem Alltag. In den Instastorys klappt das manchmal, aber abends mich noch hinzusetzen und alles aufzuschreiben – das ist, wenn die Kids erst gegen neun im Bett sind oft zu viel.

Aber ich versuch mal, ein bisschen aufzuholen. Samstag war nicht der Rede wert. Der Mann fuhr früh zur Arbeit, das Wetter war bescheiden und die Kinder und ich verbrachten den Tag zu Hause. Zum Einen, weil ich finde, dass es bei den Kindern viel zu kurz kommt, einfach mal keinen Programmpunkt zu haben. Zum Anderen wollte ich die Küche mal ein bisschen aufräumen, Regale auswischen, das Gewürzregal durchgehen, ob alles noch genießbar ist… Naja, Langeweile mag ja förderlich sein für Kinder, aber vielleicht nicht für Geschwister oder so kleine Kinder – jedenfalls verging keine viertel Stunde ohne Geschwisterstreit und ich brauchte für die Aufgabe, die ohne Kinder so eine Stunde gedauert hätte den ganzen Tag. Ich weiß nicht, ob es das wert war.

Am Sonntag fuhren wir alle zusammen erst zum Rhein. Ich fuhr Inlineskates, die Kinder schauten den coolen Skatern beim Hindernisparcour zu.

Immer in Bewegung…wisst ihr, was als Feministin mit das Schwerste ist? Mit den gelebten Widersprüchen klar zu kommen. Aktiv gegen den gemütlichen Alltag kämpfen, in der Partnerschaft, beruflich oder als Mutter. Sollten Frauen im Beruf gleiche Chancen haben wie Männer? Ja! Sollen sie dafür auf die gleichen Methoden zurück greifen wie Männer? Jein! Aber ich rede um den heißen Brei, mir persönlich liegt ein anderer Widerspruch auf der Seele: Obwohl ich Fat- und Bodyshaming k*cke finde wache ich morgens leider nicht auf und akzeptiere fröhlich die Tatsache, dass mein Körper immer mehr in die Breite geht *seufz*. An meiner Ernährung will ich aber nicht viel ändern, eher wieder mehr in Bewegung kommen! Passt besser zu mir als Rohkost und "Nein Danke" zum Kuchen. Mehr #Diettalk wirds von mir auch nicht geben, ich wollte nur sagen, dass man auch als Feministin keinen Handlungsleitfaden hat, der einen durch so alltäglich-banale Probleme manövriert #aboutme #feminism #riotnotdiet #but

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Anschließend war das Sommerfest der Kirchengemeinde, die Kinder fuhren Bobbycar, hörten Musik oder kletterten an der Kletterwand. Man traf ein paar Bekannte und schon war auch dieser Tag beinahe vorbei.

Gestern brachten der Mann und ich die Kids in den Kindergarten. Für eine halbe Stunde setzten wir uns noch in ein Café. Das tut so gut, und da meine Schwester, die nicht nur die beste Schwester sondern auch die beste Tante und Babysitterin ist, nicht mehr in dieser Stadt wohnt, kommen wir nicht mehr so oft in den Genuss von Kinderbetreuung am Abend. Und so ist es toll, wenn wir uns morgens einfach mal ohne Kinder hinsetzen können, ein bisschen plaudern und Sonne tanken.

Anschließend fuhr der Mann zur Arbeit und ich ging zum Arbeiten in die Bibliotheken der Südstadt. Ich krieg schon immer fast gute Laune, einfach nur, wenn ich an diesen Orten bin…

Die Stadtteilbibliothek – sie war fast drei Jahre geschlossen zur Renovierung. Das Warten hat sich gelohnt, die Ausstattung ist toll und ich sitze hier gerne zum Arbeiten und aus dem Fenster schauen.

Die Bibliothek der Fachhochschule. Auch toll. Das Zeitungs- und Zeitschriftenangebot bringt immer Fundstücke, mit denen ich was für meine Arbeit anfangen kann.

Wenn ich Handlettering könnte, würde ich meine Bücher so sortieren.

Nachmittags trifft sich der Kindergartenrat – also die gewählten Vertreter_innen der Gruppen und die Erzieher.innen. Ich habe mal angemerkt, dass es doch nicht so schwer sein kann, wenn sich neue Mitarbeiterinnen mit einem Handschlag und Namen den Eltern vorstellen. Ist nämlich eher die Ausnahme. Ich glaub, ich hab mir nicht so beliebt gemacht aber ich versteh es einfach nicht. Die Fluktuation ist eh unglaublich groß und bei der Hälfte des Personals kenne ich den Namen nicht…

Heute habe ich erst blöde Fleißarbeit gemacht, Behördenkram und so. Anschließend mit meinen Partnerinnen in Crime an meinem Herzensprojekt gearbeitet. Und dann kam der lang ersehnte Friseurbesuch. Das Salz- und Chlorwasser vom Urlaub hat die ganze Farbe rausgezogen. Und diesmal wollte ich vorher Blondieren. Auf meinen Stränchen, die ich noch hatte, hielt die Farbe nämlich länger. Also saß ich eeeecht lang beim Friseur. Der Mann holte die Kids vom Kindergarten und besuchte nen Kumpel, ich brachte Farbe in mein Leben

Am Abend fuhr ich wieder InlineSkates am Rhein. Eine schöne Strecke, besonders im Abendlicht. Ich möchte mehr Fotos machen. Mehr gute Fotos und nicht nur mit dem Smartphone. Ich hab eine ganz gute Kompaktkamera, die habe ich viel im Urlaub eingesetzt und sie macht auch echt nette Portraitfotos und so. Aber in gewissen Situationen kommt sie an ihre Grenzen. Für den Blog weiß ich nicht, ob ich sie nutze. Ich würde mir ja gern mehr Zeit für Fotos nehmen, das wird ja oft unterschätzt, wie viel das ausmacht: Ein tolles Setting für die Fotos und ein netter Hintergrund, gutes Licht…alleine beim Thema Food-Fotografie fällt mir das auf. Wenn ich mein Essen fotografiere sieht es aus wie Entengrütze. Wenn man schöne Fotos vom Essen machen will ist das Arbeit. Für mich stehen Aufwand und Ertrag da noch nicht recht im Verhältnis zueinander, aber ich will wenigstens wissen, wie es geht. Und das natürlich nicht nur für Essen. Sondern auch fürs Familienalbum, für den Urlaub und überhaupt.

Ich blätter dann mal ein wenig. Wie gehts euch?

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Mental Overload

Wenn mich jemand fragt, warum ich blogge, dann fällt – neben meinem unbremsbaren Mitteilungsdrang – schnell der Satz: Ich möchte Steine ins Rollen bringen…wenn ich Leute nicht  nur zum Lachen und Schmunzeln bringe, sondern auch dazu über bestimmte Alltagsrealitäten oder gesellschaftliche Zustände nachzudenken – dann grinse ich im Kreis! So geschehen, als mir Simone vom liebevollen Blog Pluripara mitteilte, dass der Text über Familienmanagement bei ihr und ihrem Partner viel angestoßen hat. Danke! Und ich freue mich dafür, dass sie diesen Anstoß und was darauf folgte, mit mir und euch teilen wollte:

Gastartikel von Pluripara

Es gibt ja Nachrichten, die verschickt man mit so ein bisschen Herzklopfen. Neulich zum Beispiel, da habe ich meinem Mann drei Links zugeschickt.
Warum mir dabei die Düse ging und welche Links das waren, mag ich gern erklären.

Nach der Geburt der Zwillinge nahm mein Mann 4 Monate Elternzeit. Er genoss diese Zeit nach eigenen Aussagen sehr, fand sie aber gleichzeitig auch extrem anstrengend. Obwohl er nicht zu den Männern gehört, welche die Organisation des Haushalts und die Kindererziehung als lapidare Beschäftigung abtun, hat ihm diese Elternzeit noch mal deutlich gemacht, was für eine Mammutaufgabe es ist, einen Haushalt mit allem drum und dran und drei Kinder unter drei Jahren zu versorgen. Ich war von der Geburt körperlich und seelisch so angeschlagen, dass ich ihm in dieser Zeit kaum zur Hand gehen konnte. Er war hauptsächlich verantwortlich.
Die Elternzeit endete, ich kam langsam wieder auf die Beine. Mein Mann arbeitete wieder Vollzeit und ich übernahm das Familienmanagement. Alles schön? Weit gefehlt.

Orga und Absprache sind alles

Orga und Absprache sind alles

Mich überkam eine nie gekannte Erschöpfung

 Die sich jedoch nicht von jetzt auf gleich äußerte, sondern ganz schleichend Einzug hielt. Ich konnte kaum in Worte fassen, was mich eigentlich so anstrengte. Die Kinder? Der Haushalt? Einkäufe? Ich rannte durch den Tag, ständig in Bewegung, im Kopf tausend Dinge. Abends war ich so müde, dass ich nicht mal mehr in der Lage war, mit Freunden zu telefonieren oder etwas für mich zu tun. Ich funktionierte. Mehr nicht. Das Problem blieb, dass ich nicht in Worte fassen konnte, was nicht stimmte.
Die Krux dabei war: Bekam ich Anerkennung von außen, zum Beispiel in Äußerungen wie: „Toll, wie du das alles schaffst“, fühlte ich mich gut und dachte: „Siehst du, es lohnt sich aber doch auch alles!“. Und so sehr ich mich über dieses Lob freute, desto schwerer fiel es mir zuzugeben, dass ich zwischenzeitlich am Limit war und nicht mehr konnte. Ich hätte die so bitter nötige Anerkennung selbst geschmälert.

Mein Mann bemerkte meine anhaltende Erschöpfung und wir beschlossen, uns anders aufzustellen. Ich habe dazu hier etwas geschrieben.
Dadurch besserte sich vieles. Im Alltag fühlte ich mich strukturiert und entlastet. Eine grundsätzliche Erschöpfung blieb jedoch und ich fing an, diese als normal zu akzeptieren. Sie hatte sich manifestiert. Ich glaube mittlerweile, dass dies der gerade Weg in einen Burnout ist. Diese Alarmzeichen, die ignoriert werden. Einen Ausfall kann man sich schlichtweg nicht leisten. Und mit genau dieser Einstellung ebnet man sich den Weg zum Ausfall.

Wir redeten

Dann kamen mir der Emma-Comic und die dazu passenden Blogartikel von Melanie und DasNuf vor die Augen. Und es machte Klick. Deutlicher konnte gar nicht ausgedrückt werden, was der Kern meiner Erschöpfung war. „Mental load“- Dauerschleife.
Ich schickte genau diese drei Links mit Herzpochen an meinen Mann. Er reagierte prompt: „Lass uns unbedingt darüber reden. Noch heute.“

Am Abend zogen wir Bilanz. Und mein Mann bestätigte all das, ohne dass ich mich selbst zu den Artikeln geäußert hatte. Er, der selbst so großen Wert auf gleichberechtigte Partnerschaft legt, hatte genau diese Sätze geäußert: „Wenn ich was machen soll, sag Bescheid.“ Er hatte sich in eine Bequemlichkeit geflüchtet, eine Zuversicht im Stile von „Sie macht das schon“ und konnte plötzlich selber nicht glauben, dass er sich in dieser Ecke eingerichtet hatte. Er gefiel sich definitiv nicht in der Rolle des „Underling“, viel mehr wollte er mitgestalten, informiert sein und selbstverantwortlich agieren.

Ich selbst hatte meinen Anteil dazugesteuert

Indem ich mit meinem Perfektionismus und den Ansprüchen an mich selbst zu eigen war, um sein Tun einzufordern. Ich rede hier nicht von maternal gatekeeping. Ich rede davon, dass ich schlichtweg nicht den Mund aufgemacht habe. Vielleicht aufgrund meiner Erziehung? Vielleicht, weil ich im Grunde meines Herzens zugeben musste, dass ich doch gerade„nur Hausfrau und Mutter“ war und es mir doch nicht ernsthaft zuviel sein konnte? War diese abschätzige und so grundlegend falsche Haltung doch viel mehr ein Teil meiner Selbst, als ich es mir eingestehen mochte?
Wir installierten noch am selben Abend die Wunderlist auf unseren Handys, um unsere Wochenplanung zu unterstützen.

Wir sprachen konkrete Beispiele im Alltag an, bei denen wir etwas ändern konnten. (Benutztes Geschirr sofort in die Spülmaschine räumen oder die Schmutzwäsche schon mal mit in den Waschkeller nehmen, wenn man sowieso runter muss). Wir besprachen, wer nun für welchen Haushaltsbereich verantwortlich ist (und warum eigentlich?) und ob dies von uns als gerecht empfunden wird oder nicht.
Wir sind nun noch in der Versuchsphase. Eine erste positive Zwischenbilanz ziehe ich trotzdem schon. Es ist so erleichternd, das Gefühl zu haben, dass jemand mitdenkt.

Beispiel: Meine Freundin hat in Kürze Geburtstag und sich etwas ganz Bestimmtes gewünscht. Ich habe es in die Wunderlist eingetragen. Und ohne, dass ich mich dazu weiter äußern musste, hat mein Mann das Geschenk bestellt, denn er hatte an dem Vormittag kurz Zeit sich an den Rechner zu setzen und war nun informiert, dass Notwendigkeit besteht. Ich bekam eine Benachrichtigung und freute mich sehr. Ein Punkt, um den ich mich nicht kümmern musste. Normalerweise hätte ich nämlich nicht danach gefragt, ob er sich kümmert und er hätte eben auch nicht gefragt, weil es ja meine Freundin ist (Und ja, da gehört ein gewaltiges Fragezeichen hinter!!) und es wäre meine Aufgabe, ohne das jemand von uns beiden es hinterfragt hätte.
Die Kunst ist natürlich nun, das digitale Management beizubehalten um die guten Vorsätze nicht einreißen zu lassen. Wir werden das üben müssen. Es macht mich etwas traurig, dass wir in diese Falle getappt sind und das, obwohl wir beide Wert darauf legen, eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen. Gleichzeitig bin ich froh, dass das Problembewusstsein geweckt wurde.
Ich möchte zuversichtlich sein. Und ich hoffe, dass ganz viele Paare ihre Beziehung auf ihren „mental load“ durchleuchten.

Nachtrag:

Mein Mann hat eben den Text gelesen und sich gewundert, über welches Geschenk ich da geschrieben habe.
„Ich hab nix bestellt. Was meinst du?“
„Du hast doch in der Wunderlist die Erledigung abgehakt.“
„Öh ja, ich dachte es bedeutet, dass ich ihr zum Geburtstag gratulieren sollte.“
„Nein, darunter steht doch, was besorgt werden muss.“
„Oh. Das hab ich nicht gesehen. Warte, ich geh schnell hoch uns bestelle es.“

Ich lasse das mal so stehen. ☺

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Vom Glamour des Schreibens in Hipster-Cafés

Für den Großteil meiner Arbeit brauche ich ja nur mein Notebook und wlan. Nachdem ich mir meinen schönen Arbeitsplatz zu Hause unterm Dach eingerichtet habe fiel mir dann auf, dass ich manchmal doch besser woanders arbeiten kann. So wie jetzt, wenn der Mann zu Hause rumwuselt, die Wohnung nach unserem Urlaub im Chaos versinkt und ich, um mich zu „konzentrieren“ ein bisschen Grundrauschen brauche.

Das Grundrauschen, was mir das Gefühl gibt, nicht allein zu sein. Ich brauchte das schon immer. Zum Hausarbeiten schreiben ging ich lieber in die Unibibliothek um mich vereint mit all den anderen „Leidens“genossinnen zu fühlen. Zwischendurch mal mit einer Kommilitonin Kaffee trinken zu gehen oder in der Mensa auf andere zu treffen.

So ein Home Office ist ja gut und schön und ich genieße es besonders abends, hier zu sitzen. Am Computer, noch ein bisschen was zu schaffen, was den Kopf nicht zu sehr anstrengt aber ein bisschen in Bewegung hält.

Jedenfalls sitze ich so ein mal die Woche in einem meiner Lieblingscafes und fühle mich ganz schön Hipster. Ich trinke Soja-Latte und hausgemachtes Porridge oder Bananenbrot oder was man sonst so speist um der Welt zu zeigen „seht her! Ich kann es mir leisten um diese Zeit im Café zu sitzen“ und so auszusehen, als würde man grade Weltliteratur auf den Bildschirm bannen.

Leider bannt sich da recht wenig auf den Bildschirm, denn egal in welcher Umgebung – Schreiben ist echte Arbeit. Und meist geht der weitere Arbeit vorher – das Lesen von Gedanken Anderer oder von wichtigen Dokumenten die auf 180 Seiten Infos enthalten, die auch auf 500 Seiten Platz gefunden hätten.

Ich klappe also mein Notebook auf, bestelle mit gewichtiger Miene meinen Sojalatte, sehe mit meinem noch urlaubsgebräuntem Teint aus wie so eine digitale Nomadin auf Heimatbesuch – doch nichts! Keine Zeile findet ihren Weg in mein Schreibprogramm…

Woher kommen sie nur die Worte. Wörter? Himmel wie sollen sie auch fließen, wenn ich nicht mal weiß, wie man sie schreibt. Ich sollte mir erst mal einen Duden anschaffen, den könnte ich mit meinem superleichten Notebook zusammen in den Rucksack packen, da ist ja noch Platz. Den Duden leg ich dann neben mir auf den Cafétisch, damit auch der ignoranteste Mitmensch mitbekommt, das hier grad großes passiert…

Noch einen Kaffe bitte! Ja gerne, mit Sojamilch.

Kaffee. Mit Sojamilch bitte.