Browsing Category

Familie

Familie

Ruhe

Der Montag ist toll. Ich kann den ganzen Tag arbeiten, da der Mann zu Hause ist. Ich sitze in der Bibliothek und freue mich über den Flow, den ich bekomme, wenn ich mich richtig in ein Thema vertiefen kann.
Wenn ich fürs Kinderbringen, Kinderabholen, Einkäufe, Haushalt alleine zuständig bin klappt es einfach nie, mich in diesen Zustand zu versetzen. Der größte Teil meines Gehirns fährt in der Zeit Karrussell. Mit vielen blinkenden Lämpchen und 90er Jahre Disco-Musik.

Am Dienstag bleibt mir schon weniger Zeit – aber für ein bisschen Flow reicht es noch. Kind1 hat um 15 Uhr Schule aus (bzw. Offene Ganztagsbetreuung) und darf inzwischen alleine nach Hause. Ein Weg für den ich 2 Minuten brauche. Um 15.27 Uhr schreib ich dem Mann was ich tun soll. Um 15.29 Uhr ist Kind1 zu Hause. Puh.

Kind1 darf gegenüber im Theater „Das doppelte Lottchen“ gucken, ich hole Kind2 aus dem Kindergarten ab. Er ist so müde, dass er kurz nach der Rückkehr von Kind1 und ohne nennenswertes Abendessen einschläft. Um 18:00 Uhr.

Heute bringen der Mann und ich Kind2 in den Kindergarten. Der Mann fährt zur Arbeit während ich die Zeit bis zum Treffen mit dem Steuerberater im Café sitze.

Irgendwie geht es mir vor solchen Terminen wie vorm Zahnarztbesuch. Keine Ahnung wieso. Der Zahnarzt tut mir ja auch meistens nicht weh. Ist es dieses Gefühl a la „Sie müssen öfters Zähne putzen?“ Es geht um einen wichtigen Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit, die mir ja eh viel zu langsam voran geht.

Die coolsten Wegbegleiter

Der Termin ist natürlich halb so wild, ich bin fasziniert von diesem Steuerberater, der offensichtlich Spaß an seinem Job hat. Ich hatte ja ein bisschen Sorge, er ist genervt, weil ich ihn wegen dieser – für ihn – bestimmt „Kleinigkeiten“ konsultiere. Aber erklärt in Ruhe und das meiste so verständlich, dass auch ich mich informiert fühle.

Anschließend fühle ich mich trotzdem erschöpft und beschwingt zugleich. Irgendwie habe ich für den ganzen Papier- und Behördenkram nur einen minimalen Akku und der ist nach diesem Termin leer. Nichtsdestotrotz hab ich gelernt, auch kleine Erfolge, oder Schritte, auf dem Weg zur Selbstständigkeit zu feiern und so lade ich mich heute selbst auf ein indisches Essen ein.

Und beim Essen stelle ich fest, dass ich trotz meiner wetterbedingten Gefühlsschwankungen (als Teenie mochte ich den Herbst und die damit bei mir einkehrende Melancholie. Sehr sogar. Damals hatte ich aber auch Zeit und Muße um im Bett rumzugammeln und in dicken Büchern zu schmökern. Oder um mit Freundinnen Tee zu trinken. Jetzt bin ich Mutter) sehr happy bin mit dem Weg, den ich grade gehe.

Und so langsam merk ich da einen Bereich in meinem Bauch, der ruhig bleibt, auch wenn mein Gehirn wieder Karussell fährt. Beruflich wird alles gut, auch wenn längst alles anders, als ich es mir früher mal gedacht habe. Im schlimmsten Fall suche ich mir wieder eine halbe Stelle und bleibe nebenberuflich selbstständig. Aber mit etwas mehr Optimismus wird das gar nicht nötig werden. Alles ist gut, zumindest was den Teil meines Lebens angeht, sagt mir dieses neue Bauchgefühl.

Familie

Wochenende mit Karussell und Landpartie

Samstag, 16. September

Kind1 ist Samstag mittag auf einen Kindergeburtstag eingeladen. Gemeinsam hole ich mit ihm ein Geschenk aus dem Spielzeugladen ums Eck. Es wird ein Stickeralbum „Ritterburg“. Da ich nicht weiß wer eingeladen ist und die Mutter des Kindes mir so keinerlei Hinweis geben konnte, was sich das Kind wünscht fand ichs gar nicht so leicht. Wenn man weiß, wer sonst noch kommt kann man zum Beispiel zusammen legen, für was Größeres. Was gebt ihr so aus für Kindergeburtstage?

Beim griechisch geführten Cafe-Restaurant um die Ecke hat es ein Pflänzchen durch die Betondecke geschafft und gleich einen eigenen Park bekommen. Mein Veedel <3

Mit dem Mann und Kind2 schlendern wir über das hiesige Straßenfest. Die lokalen Geschäfte bieten hauptsächlich eine Fressmeile, auf dem Platz vor der Kirche gibt es Livemusik, aber Kind2 will ausschließlich Karussel fahren…

…oder auch nicht. Er kann sich nicht entscheiden und so gehen wir unverrichteter Dinge nach Hause.

Der Mann fährt arbeiten, Kind2 schläft beim Vorlesen ein. Ich warte auf Kind1, den die Eltern des Geburtstagskindes nach Hause bringen wollten…anschließend dürfen die beiden Fernsehen und dann war der Tag auch schon rum.

Sonntag, 17. September

Kind1 möchte Erfinder werden. Bei „Tigerentenclub“ hat er Phil gesehen, der als „Phil’s Physics“ einen eigenen Youtube-Kanal hat und lauter pfiffige Experimente zeigt. Naja, jetzt möchte Kind1 auch ständig Experimente machen. Für heute habe ich was ganz leichtes rausgesucht: Zaubertinte.

Am Nachmittag besuchen wir Bekannte auf dem Land. Die Kinder sind allein mit dem Trampolin so beschäftigt, dass wir Erwachsenen uns (meistens) in Ruhe unterhalten können. Ein Haus auf dem Land? Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust…

Zurück zu Hause gibt es fast selbstgemachte Pizza zum Abendbrot…

…und nachdem die Pizza fertig war, legen wir das mit Zaubertinte Papier in den Backofen und schauen, was wir für Geheimnisse gemalt haben. Was meint ihr, ist das ein Zauberstern?

Mehr bebilderte Wochenenden wie immer auf Geborgen Wachsen

Einen schönen Start in die Woche!

Familie

Es ist genug für alle da!

Unter diesem Motto (siehe Überschrift) stand das Wochenenende. Irgendwie habe ich den Eindruck, bei Geschwisterkindern ist mein Job aktuell weniger, den beiden Kindern in ihrer individuellen Art gerecht zu werden, als mich zwischen ihnen gerecht aufzuteilen.

Wir liegen im Park, auf der Picknickdecke. Ein Kind kuschelt sich an mich, zieht die Decke rüber. Das andere Kind kuschelt sich nachdrücklich auch an mich und schimpft, weil es nicht genau so viel Bein als Kopfkissen hat wie das andere Kind.

Oder heute. Da sagt Kind2 unterwegs, dass es Durst hat. Ich reiche ihm die auf dem Weg zum Kindergarten gekaufte Flasche Saftschorle. Kind1 aus dem Rückenmark: „Das ist gemein!“ Ich sage zum gefühlt 235. mal, dass er auch was zu Trinken haben kann, er hat doch aber von Durst noch gar nichts gesagt. Ist das wirklich so ein Geschwisterkindreflex? Dieses automatisch „gemein!“ rufen, wenn das andere Kind etwas bekommt, selbst wenn es eine Kopflaus wäre?

Und dieser Tage denke ich, dass auch so viele Erwachsene diese „gemein!“-Haltung haben. Flüchtlinge kriegen Unterkunft? GEMEIN! Leute die keine Arbeit finden oder nicht in der Lage sind zu arbeiten kriegen Hartz IV? GEMEIN! Leute, die weniger verdienen zahlen weniger Steuern (ha!)? GEMEIN!

Ach Leute, möchte ich sagen, es ist genug für Alle da, wirklich! Euch wird nichts weg genommen, nur weil wer Anderes einen kleinen Krümel vom Kuchen abkriegt…

Anyway…

Der Große ist heute alleine zur Schule gegangen! 400 m Luftlinie, keine Ampeln, dafür 30 Zone und Zebrastreifen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, wär er ja schon letzte Woche los marschiert. Als ich dann auf dem Weg nach Hause mich zu ihm beugte, ja sogar ein wenig auf die Knie ging um ihm zu sagen, dass seine arme Mutter noch ein paar Tage bräuchte um zu akzeptieren, dass sie jetzt ein großes Kind hat…“MAMA ICH WILL ABER ALLEINE!!!“… Ja, ok, das Kind hat keine Lust auf meine emotionalen Theatereinlage.

Aber genau heute Morgen ging ein Regenschauer nieder, als Kind1 los musste. Einen Regenschirm hatte ich. Aber ist er auch trocken angekommen? Sagt mir irgendwer Bescheid, ob er gut in seiner Klasse ankam? Könnte ich ihm vielleicht doch ein Handy mit GPS-Tracker in den Tornister…ja gut, er wirds schon schaffen.

Hat er dann natürlich auch. Und war stolz, sowas von!

Nächster Diskussionspunkt ist jetzt Taschengeld. Er hat letzte Woche das erste Mal welches bekommen, 1 Euro…reicht das heutzutage noch? Wie/was gebt ihr denn euren Kindern?

Auf facebook gerate ich in eine Diskussion über die „naiven“ Mütter, die ihre Arbeit aufgeben um sich um die Kinder zu kümmern und anschließend über die ausbleibende Rente zu jammern. Ähm ja. Jemand erklärt mir, dass man zur Not auch eben dahin ziehen muss, wo ausreichend Kinderbetreuung und flexible Arbeitgeber sind. Und dieses „man muss nur xy, dann …und wenn Du nicht bereit bist xy zu tun, dann biste selber Schuld“ bringt mich inzwischen so in Rage. Denn:

Ich bin keineswegs erstaunt, wenn in 30 Jahren mein Rentenbescheid kommt. Ich hab jetzt schon eine Ahnung, was da drauf steht. Aber was ist die Alternative? Ist ja nicht so, als hätten wir uns nicht um gute Kinderbetreuung bemüht. Aber was macht man, wenn die Erzieherinnen (zu Recht) streiken? Wenn Kinder von 12-24 Monaten bei Tagesmüttern (und -vätern) sind, die selber krank werden, Urlaubsanspruch haben und in seltensten Fällen 40 Stunden arbeiten? Wie soll man eine 40 Stunden Woche arbeiten, Wenn sogar die städtische Kita maximal 45 Stunden/Woche Betreuung bietet, wir noch Pendelzeit und Mittagspause aufschlagen…Ihr wisst glaub ich, was ich sagen will.

Ich glaube manchmal, es ist wahrscheinlicher im Lotto zu gewinnen, als die perfekten Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu finden. Oder um es mit Oktober zu sagen: Am 2.10. fällt Schule inklusive Offener Ganztag aus wegen beweglichem Ferientag (der als Fortbildung des Lehr- oder pädagogischen Personals getarnt wird ;-)), am 23.10. hat die Kita zu, wegen interner Fortbildung oder Personalversammlung. Dann sind auch schon wieder Ferien in der Schule…

Alternativ kann ich mich mit meinem Partner streiten, weil er einen Job ohne feste Arbeitszeiten und ohne freie Wochenenden hat. Oder mich wieder in einen Job begeben, wo der Bore Out wartet. In dieser facebook-Diskussion wird dann gesagt, ich solle nicht jammern…Nun, ich finde ich jammer gar nicht. Ich mache das beste aus der Situation. Ich freue mich über die Zeit mit den Kindern, auch wenn ich nach einem Wochenende alleine mit ihnen gerne einen freien Montag hätte. (Heute, also Montag, stand aber schon wieder ein Augenarztbesuch an, Morgen muss der Kleine zum Impfen und im Oktober stehen Zahnarzttermine an).

Ich schweife schon wieder ab…ich freue mich über die Projekte, mit denen ich meine Freiberuflichkeit angehe – aber de facto komme ich auf maximal auf 20 Stunden die Woche und das auch nur in den Wochen, in denen keine Ferien oder sonstige Ausfälle sind. Ja, ich weiß, dass viele Mütter mehr schaffen. Mehr schaffen…müssen? Und finden die, die das müssen nachahmenswert? Das ist doch die Frage, die man sich stellen muss. Wer glücklich ist mit seiner Vollzeittätigkeit ist aus dieser Diskussion hier sowieso außen vor. Wenns bei euch klappt, freu ich mich mit euch! Wenn ihr müsst: Würdet ihr euch das für Alle wünschen? Oder als das NonplusUltraModell vorstellen?

 

Dass ich selber nicht Vollzeit arbeite tue ich nicht aus „Naivität“. Und wenn wir finanziell drauf angewiesen wäre oder ich alles alleine stemmen müsste…dann würde es irgendwie womöglich gehen. Aber dann wäre ich beim Eintritt ins Rentenalter auch schon so ausgelaugt, dass ich mit meiner Rente auch  nichts Schönes mehr machen könnte.

Na und dann schreibt Kerstin darüber, wie sie im klassischen Familienmodell gelandet ist. Ich kann sie zu gut verstehen und habe ja auch mal geschrieben, wie das 50/50 Modell hier so läuft…hust…Kinder sind ein Job „on Top“. Je nach Anzahl, Alter und Persönlichkeit fordern sie Aufmerksamkeit, Zeit und Energie, die man selber irgendwo auch wieder „auftanken“ muss. Und wo soll das sein bei zwei Vollzeitjobs pro Paar? Wo ich aber Kerstin – widersprechen ist übertrieben, denn hier lief es ganz ähnlich – noch was mit zum Nachdenken geben möchte: Ich kenne genug Paarkonstellationen, in denen die Lohnarbeitsverhältnisse andersrum waren (Er – Freiberufler, Sie – Angestellt, auch mehr verdienend), und die „Konsequenz“ trotzdem aufs Gleiche rauslief. Dass der Mann Vollzeitverdiener blieb und sie die Elternzeit/Teilzeit übernahm. Dafür gibt es einige Gründe, vielleicht schreibe ich an anderer Stelle mal mehr darüber.

 

 

 

 

 

Familie

Ja, so soll es sein

Die Küche klebt vor lauter Knisterzucker, vermutlich klebt es Kind2 auch noch in den Haaren. Aber statt ihn und seinen Bruder in die Badewanne zu stecken habe ich sie vor den Computer gesetzt, wo sie selig siebentrölfzig Folgen Paw Patrol gucken dürfen. Unter der Woche ist momentan nämlich Guck-Verbot und sie freuen sich jetzt dreifach.

Das Abendessen bestand aus zwei Stücken Streuselkuchen mit Zwetschgen. Ein Stück zur Kuchenzeit und eins am Abend. Weil für Abendessen keine Zeit und Energie mehr war.

Am Nachmittag kam nämlich Besuch, eine von den Lieblingsfreundinnen von Kind1 und ihre Mama, die eine meiner Lieblingsfreundinnen geworden ist.

Es war laut, es war wuselig. Es war zwischendurch so gar nicht Geschwisterplüsch. Während wir Erwachsenen uns über die ersten Tage mit Schulkind austauschten wurden wir siebentrölfzig mal unterbrochen.

Nachdem ich vormittags aufgeräumt, geputzt und gebacken habe sieht es grade wieder genau so aus wie gestern Abend. Nein, schlimmer. Als die Freundin und ihre Tochter uns verlassen verhaut Kind2 seinen großen Bruder grade mit dem Schuhlöffel der Nachbarin.

„Wolltest Du nicht mal vier Kinder?“ fragt sie mich. Naja, vier vielleicht nicht unbedingt. Aber meinetwegen muss es auch nicht bei zwei bleiben.

Ich trinke mein zweites Glas Weißwein, eigentlich trink ich nie, wenn ich alleine mit den Kindern bin. Aber heute, heute ist Gönnung. Oder wie die Jugend von heute das so nennt. Noch nicht mal für ein Foto geb ich mir noch Mühe.

Schönes Wochenende!

Familie

Ich finde keinen Titel für diesen Alltagskrams

Ich bin seit einer Woche Strohwitwe. Bis jetzt meistere ich die Zeit ganz gut. Obwohl so ein Strohwitwendasein natürlich direkt nach den Ferien…ungünstig ist, besonders wenn der Schreibtisch im HomeOffice gut gefüllt ist mit Arbeit.

Wir gewöhnen uns an den neuen Tagesrhythmus. Ich habe zwei ausgesprochene Morgenmuffel als Kinder und bin eigentlich selber vor dem 3. Kaffee nicht ansprechbar.

Aber irgendwie fällt mir das Jammern dieser Tage auch schwer. Meist bin ich grade sehr dankbar, wenn…für das was ich habe. Die Nachrichten lese und höre ich grad gar nicht, der Wahlkampf nervt mich, USA vs. Nordkorea, Hurrikane hier, Hurrikane dort…ich überlege, was ich als Einzelne tun kann, wie ich mich das so oft frage. Aber gut, dass hier zu diskutieren ist müßig.

Was ich aus meiner Filterbubble nicht raushalten kann, ist die Hebammenproblematik. Die Parteien werben im Wahlkampf nicht grade mit „Frauen- oder Mütterthemen“, still wird die Versorgung von frischgebackenen Müttern abgebaut. Ich fand es schon ätzend bei der Geburt des zweiten Kindes ohne Beleghebamme ins Krankenhaus zu gehen, weil die von Kind1, wie so viele andere, diesen Teil ihrer Arbeit wegen der hohen Berufshaftpflicht aufgegeben haben.

„Ich, Mama!“

Was ich sagen wollte: Das Kinderhaben ist grade schön, das Alter meiner Kinder kommt mir entgegen. Endlich Gesellschaftsspiele! (Hallo Galli Junior, Kuh & Co, Memory – Kennt ihr welche, wo das Gewinnen nicht wichtig ist? Kind2 nimmt es persönlich, wenn ich oder Kind1 eine Runde im Spiel gewinnen). Endlich auch mal mehr als Bilderbücher vorlesen! Kind2 wird grade zum Komiker. Zwischendurch spielt er „aus“. Dann bleibt er mitten in seinem Spiel stehen, wie ein Roboter mit leerer Batterie. Ich muss dann seinen „An“knopf suchen (dabei wär es durchaus angenehm, ihn mal ne Weile auszulassen).

Nachdem Kind2 ja sehr lange kaum geredet hat, purzeln die Worte inzwischen aus ihm raus und beim Bilderbuchgucken zeigt er auf alles und redet und redet und redet.

„Äh, Kind1, kannst Du Dein Fahrrad woanders hinstellen?“

Für Kind1 lese ich abends „Der Wind in den Weiden“ vor. Lange Sätze und eigentümliche, fast vergessene Worte. „Wir baden die Kinder in Sprache“ sagte neulich eine Erzieherin des Kindergartens. Das klingt gut. Das tue ich auch zu Hause.

Kurz zu Homeland (Achtung Spoiler für die, die noch gucken wollen): Ich weiß ja nicht…Claire Danes ging mir schon bei „Willkommen im Leben“ mit ihrem keuschen Rehaugenblick auf die Nerven (obwohl ich die Serie ansonsten liebte). Dann verkackt sie noch jeden Versuch, die Terroranschläge zu vereiteln. Und ihre Glanzleistung ist es, einen Zeitstrahl über die Aktionen Abu Nazirs aufzustellen??? Einen Zeitstrahl? Lernt man das bei der CIA? Jede_r Grundschüler_in hätte doch… ach egal. Sagt mir nur, ob es sich über die erste Staffel hinaus zu gucken lohnt…

Weil ich heute nicht viel Produktives zu schreiben habe – bei Familie Berlin, deren Reihe „Langsam Selbstständig“ ich bestimmt schon an anderer Stelle vorgestellt habe, berichte ich über meine Erfahrungen mit Bore Out. Ich freue mich immer über Erfahrungsaustausch dazu und kann nur noch mal betonen: Wenn es euch betrifft, seid ihr damit nicht allein! Und vor allem: Ihr seid nicht Schuld daran.

 

Familie

Montag

6.15 Uhr, der Wecker klingelt. Ich lasse ihn um 6.30 Uhr noch mal klingeln, ich muss mich noch ans frühe Aufstehen gewöhnen…

Die Kinder sind richtig morgenmuffelig. Kaffee gibt es heute auch nicht, weil ich vorm Wochenende vergessen habe für genug Sojamilch zu sorgen. Für die Kinder mache ich Brote. Am Vortag habe ich wieder Frühstücksmuffins gebacken, für die Brotdose von Kind1. Erstaunlicherweise klappt unsere neue Morgenroutine ganz gut und so sind wir mehr als pünktlich in der Schuklasse. Kind1 hat kaum Zeit sich zu verabschieden und so drehen Kind2 und ich dem Schulgebäude wieder den Rücken zu und besuchen noch kurz mein Lieblingscafe, Zeit überbrücken.

Die U-Untersuchung

Um halb zehn müssen wir nämlich zum Kinderarzt, die nachgeholte U7a steht an. Den ersten Versuch hat Kind2…sagen wir nicht genutzt.

Heute ist er für seine Verhältnisse sehr kooperativ. Nur als die Ärztin ihn abhören will, weint er. Dabei war sie sehr einfühlsam. Aber auch letzte Woche, als der Hörtest beim HNO statt war alles ok, bis man ihm die Hörer ins Ohr steckte. Doof…

Ich sprach noch die starke Weitsichtigkeit vom großen Bruder an und dass wir bei Kind2 schon etwas Sorge haben, aber auch hier: Bei der Augenärztin sollte er Tropfen ins Auge bekommen, die eh brennen, da hätte Kind2 auf keinen Fall mitgemacht. Unsere Kinderärztin hat uns dann eine Untersuchung mit einem Spezialgerät angeboten, die allerdings 25Euro aus eigener Tasche kostet. Dafür musste Kind2 nur auf meinem Schoß sitzen, die Arzthelferin stand 2 Meter von uns weg mit dieser wie eine Riesen Virtual Reality Brille, auf der ein Gesicht gemalt war. Damit kann man wohl schon recht gut die grundlegende Sehfähigkeit messen, auch wenn es angeblich keine Untersuchung bei der Augenärztin ersetzt. Da das Ergebnis aber ok war, gibt es erst mal keinen Anlass, zeitnah zur Augenärztin zu gehen und ich bin ehrlich gesagt mehr als erleichtert.

Die zweite Kindergarteneingewöhnung

Kinder sind unterschiedlich und so einfach die Eingewöhung von Kind1 im Kindergarten war, so langwierig ist sie mit Kind2. Vor den Ferien brachte ich ihn zusammen mit Kind1 zur „Frühschicht“ (vor 9 Uhr) in eine Gruppe. Erst ab neun wurden die Geschwister dann getrennt in ihre Gruppen. Nun ist Kind1 nicht mehr im Kindergarten und für den kleinen Bruder ist das irgendwie doof. Nachdem wir am Freitag eine sehr blöde Trennungssituation hatten, war ich gespannt, wie dieser Morgen verlaufen würde.

Ich brachte ihn in seine Gruppe und er war nicht sehr begeistert. Also blieb ich erstmal mit ihm auf der Couch sitzen. Wir schauten uns das bunte Treiben an. Ich wartete einfach. Irgendwann ermunterte ich ihn, gemeinsam mit mir in den Nebenraum zu gehen, wo fleißig getobt wurde. Auch dort setzten wir uns erst wieder in eine Ecke. Ich wartete geduldig und nach ca. 15 Minuten drehte er sich zu mir um und sagte: „Mama weg!“ Sehr bestimmt. Er ging mit mir raus und achtete genau drauf, dass ich auch ja die Räume verließ. So kann es also gehen! Insgesamt waren es 30 Minuten, dafür aber ohne Weinen und Widerstand. Das tat gut.

Wo ist der Arbeitstag?

Zu Hause blieben mir zweieinhalb Stunden Arbeitszeit, bevor ich gegen zwei wieder los musste, Erledigungen machen, Kind1 abholen, Elternnachmittag im Kindergarten…wow, so verfliegt die Zeit. Der Elternnachmittag zieht sich ein wenig, zu Hause angekommen (18 Uhr) spielen beide noch mit den TipToi Büchern, die ich ihnen aus der Bibliothek mitgebracht habe und nach einer Runde vorlesen schläft Kind2 bereits und selbst Kind1 protestiert kaum, als ich das Kinderzimmer verlasse. Ganz schon müde machend, diese Schultage.

Die veganen Frühstücksmuffins. Irgendwann setz ich sie auch fotografisch mal ansprechender in Szene…

Dies und Das

Netzwerken. Das war auch Thema auf der Wubttika und in der Bloggerei geht es da ja oft ums Verlinken. Das tue ich auch mal wieder: Grade habe ich  mir das neue Youtube-Video von mamadenkt und ihrem Mann angeschaut – Minimalismustalk. Hab ich schon gesagt wie großartig ich Rachel finde?

Und dann ist da der Scoyo Eltern-Blog-Award. Sooooo viele tolle Texte und ich mag gar nicht einzelne herausheben, weil wirklich alle, die ich gelesen habe so verdammt großartig sind! Für den Text von Krähenmutter mache ich eine Ausnahme, weil sie selbst kaum in den Sozialen Netzwerken vertreten ist und ich diesen Text so warm und fein und toll fand. „Als ich mich entschloss, Dich zu lieben“ heißt er und handelt von der schweren (Anfangs)Zeit mit ihrem zweiten Kind.