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Familie

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Karnevalswochenende 2017

Wie, es ist schon Sonntag? Das Wochenende damit vorbei, aber Karneval noch lange nicht! Es tut mir also leid, wenn ihr noch ein wenig davon ertragen müsst.

Op die Liebe, un et Lävve,
Op die Freiheit und d’r Dud

Ich bin ja selbst nicht in Köln geboren und groß geworden sondern erst seit knapp 10 Jahren hier. Und man mag es befremdlich finden, dass eine Stadt und ihre Bewohner*innen so selbst verliebt sind – aber man kann es den Kölner*innen wirklich nicht übel nehmen, es ist wirklich rührig hier.

Alle wolle noh Berlin, erus en de große Welt
Doch mich kriss de hee nit fott
Ich kann nit sage, wat mich hee häld

Ich weiß nicht, wie in den anderen vermeidlichen Karnevalsstädten gefeiert wird. Allein von der Musik her bleibt ja nichts übrig – handelt doch fast jedes Karnevalslied, das ich kenne entweder vom Dom, vom Kölsch, irgendwas mit kölsche Hätz, kölsche Seel, kölsche Mädche… – was singen da die anderen?

Denn mir sin kölsche Mädcher
Hann Spetzebötzjer an
Mir lossen uns nit dran fummele
Mir lossen keiner dran.

Am Freitag bringen der Mann und ich Batman und KleinFledermaus in den Kindergarten zur Karnevalsparty. Beim Kaffee danacht beschließt der Mann zum IKEA fahren zu wollen. Ja, so ist das hier – der Mann liebt shoppen, ich lauf mit. Ich bin ja noch auf der Suche nach einem schicken Sekretär für meinen Arbeitsplatz. Ich bin da ein bisschen fantasielos. Ich hätt gern was Kleines, weißes, ohne Unterschrank, mit einer Klappe die ich abends zuschließen kann. Pompadourfüße und/oder Shabby Schick-Look. Bei Ikea finde ich nichts passendes, nebenan ist noch der Däne, da kommen wir der Sache näher. Aber den Preis für ne MDF-Platte in die absichtlich Macken gehauen wurden…

Sekretär

So in der Art, mit Aufsatz

Nachmittags machen wir nix Spannendes mehr. Der Mann hat noch ein kleines Regal für die Küche gekauft, das baut er mit den Kindern auf.

Wie ich ihnen so zusehe bin ich ein bisschen neidisch. Wie die Kinder das so durch zusehen und mitmachen lernen. Kind1 wird beauftragt dieses und jenes Werkzeug zu holen und lernt so die verschiedenen Sachen kennen. Auch Kind2 sitzt mittendrin und dreht hier und da eine Schraube fest.

Wat och passeet
dat Eine es doch klor
et Schönste, wat m’r han
schon all die lange Johr
es unser Veedel,
denn he hält m’r zosamme
ejal, wat och passeet
en uns’rem Veedel.

Am Samstag backt der Mann Brötchen. Wo auch immer er die Idee her hat, ich finds großartig. Es wird also ein leckeres Frühstück und anschließend fahren wir auf die andere Rheinseite in den Jugendpark. Das Wetter ist großartig und die Kinder können sich richtig austoben.

Jugendpark

Jugendpark – Autoscooter

Steine flitschen

Steine flitschen

Die frische Luft macht müde und so machen Kind2 und ich anschließend ein Mittagsschläfchen. Dann ist es auch schon Zeit um wieder Karneval zu feiern. Sonja und ich begeben uns wieder in den Trubel in der Südstadt. Obwohl wir schon um 18:00 losziehen müssen wir über zwei Stunden in der Warteschlange warten bis wir rein kommen. Wir kommen mit ein paar Männern vor uns ins Gespräch, etwa mein Alter. Sie fragen, was wir so machen. Ich frage zurück, ob sie Kinder haben. Haben sie und so tauschen wir uns über zu kurze Nächte und Augenringe aus. Darauf erst mal ein Kölsch!

Wir lieben das Leben, die Liebe und die Lust
wir glauben an den lieben Gott und han auch immer Durst

Selfie mit Sonja

Ävver et Hätz bliev he in Kölle

Es ist wunderbar am Samstagabend. Wer meinen inst-Stories folgt hat ja ein bisschen was mitgekriegt. Aber leider war ich zu sehr mit Tanzen und Singen beschäftigt um immer drauf zu halten. Ihr müsst mir einfach glauben wenn ich sage: Euch entgeht was, wenn ihr nicht einmal dabei ward!

luur uns aan
mer sin alle nur us fleisch un bloot
mer sin alle nit nur schlääch un jot

Am heutigen Morgen werde ich um halb 10 demonstrativ mit einem Kaffee ans Bett geweckt. Schließlich haben wir noch was vor! Schull- und Veedelszöch! Und weil der, wie der Rosenmontagszug auch, bei uns quasi vor der Haustür Aufstellung hat, wollen wir um 11:11 Uhr auch da sein.

Nä wat wor dat fröher schön doch in Colonia, wenn der Franz mem Nieß nom aahle Kohlberg jing,
Wenn der Pitter ärm in ärm mem Appolonia
still verjnöösch um heimwesch ahn zo knutsche fing.

Schull und Veedelszoch

„Pfauenpower“ – passte ja zu meinem Kostüm

Kind1 fing knapp drei Taschen voll Kamelle, dabei durfte an dieser Stelle noch gar nicht geworfen werden – los gehts nämlich eigentlich erst hinterm Severinsttor. Da ist der Rosenmontagszug konsequenter, die Traditionsvereine gönnen da nix 😉

Nach dem Zug ging ich mit Kind2 nach Hause für ein weiteres Mittagsschläfchen, der Mann und Kind1 gingen noch mit Freunden auf den Spielplatz und sortierten anschließend die Kamelle. So viel Action reicht dann auch erst mal für einen Tag.

Alaaf und bis die Tage!

Nie mih Fastelovend,
Nie mih rud un wieß
Nie mih Fastelovend – Ohne dich

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Montag

Die Woche beginnt gleich mit einem spannenden Termin: Kind1 bekommt seine (vorerst) letzte Impfung. Leider hab ich am Vorabend vergessen, ihn noch mal darauf vorzubereiten. Dafür hat er wirklich toll kooperiert, auch wenn er Sorge hatte, dass es weh tut. Der Mann bringt Kind2 zum Kindergarten und geht dann ins Büro.

Kind1 geht brav zur Praxis, der Kinderarzt hat das aber so toll gemacht („Und Großer, als was gehst Du zu Karneval?“ Schon war die Spritze drin), dass das Kind überhaupt nichts mitbekommen hat, sich dafür über das coole Pflaster freute und ich ihm noch mal sagen musste: „Wir sind schon fertig, steh auf!“

Als Highlight gehen wir anschließend eine Waffel essen, aber ich merke schon, dass Kind1 lieber in den Kindergarten will um allen von seiner heldenhaften Tat (<- sich impfen lassen) zu berichten. Tatsächlich hat er sich vor Ort schon lange nicht mehr so schnell umgezogen. Er gibt mir noch ein Abschiedsküsschen und ist weg.

Waffeln Leuchte Kaffebar

Waffeln im Lieblingscafé

Ich setze mich an den Schreibtisch und arbeite. Gegen Mittag kommt endlich der sehnsüchtig erwartete Wäschetrockner! Oder auch: Hallelujah! Da wird nachher noch umgebaut, denn Platz ist hier knapp.

Ich recherchiere noch ein wenig für unseren Sommerurlaub (Tendenz: Korsika und evt. noch Sardinien im Juni). Gerne würden wir wieder in ein Mobilwohnheim auf nem Campingplatz am Meer. Das ist für uns die ideale Kombination an Preis-/Leistungsverhältnis.

Nachmittags hole ich die Kinder ab. Wir gehen nach Hause. Als der Mann zurück kommt machen wir fliegenden Wechsel. Ich gehe zu meiner – vorerst – letzten Yogastunde (meine 20er Karte ist aufgebraucht und ich schrieb ja schon mal, dass ich grad aktuell auf der Suche nach was anderem bin – jetzt so auf Sport bezogen).

Dienstag

Vormittags habe ich einen Hangout-Termin (digitale Variante der Telefonkonferenz ^^) mit coolen Frauen für eines meiner Herzensprojekte. Hauptsächlich gehts grad darum, einen knackigen Namen zu finden – gar nicht so einfach. Wenn der Name steht erfahrt ihr mehr, versprochen!

Dienstag ist hier Markttag und ich kaufe Gemüse für die Woche ein. Die Auswahl ist überschaubar, jedenfalls wenn man beim regionalen und saisonalen bleiben will. Ich hole die Kinder ab und sie dürfen Die Sendung mit dem Elefanten gucken.

Wann die Kinder Hunger haben

Wann die Kinder Hunger haben

Hier oben seht ihr eines meiner gebastelten Bildchen, die ich mit Canva gestaltet hab. Dürft ihr gerne teilen wenns bei euch auch so läuft (ich hätt gern noch „1 Minute bevor das Essen fertig ist und dann soooo sehr dass alle schreien“, aber das war zu lang).

Abends trifft sich der Mann noch mit einem Freund und ich schaue Call the Midwife – schluchz.

Mittwoch

Ich wache mit ein wenig Kopfschmerzen auf. Eigentlich wollten der Mann und ich – wenn die Kinder im Kindergarten sind – das erste Mal seit Ewigkeiten Klettern gehn. Aber auch er ist nicht ganz fit und so lassen wir das. Den Morgen arbeite ich aber die Kopfschmerzen gehen nicht weg. Ich leg mich mittags ein wenig hin. Gegen 14 Uhr mache ich mich fertig und hole Kind1 aus dem Kindergarten. Heute ist wieder Bouldern. Es ist schön, wie sehr sich der Große auf den Termin freut. Danach kommt er mit glühenden Wangen und strahlenden Augen raus – ich freu mich so, dass wir einen Platz bekommen haben.

Zu Hause sind schon der Mann und Kind2. Die Kinder spielen, ich beantworte ein paar Mails. Der Mann kocht essen – es gibt Crunchy Grünkohl (mit Cashews und Erdnussbutter). Die Kinder schauen noch die Sendung mit der Maus, dann ist Schlafenszeit. Nachdem wir es eine Weile versucht haben, die Kinder in ihren eigenen Betten einschlafen zu lassen sind wir grade wieder beim Elternbett – die Kinder schlafen schneller ein, wenn eine_r von uns daneben, also dazwischen liegt. Wenn jedes Kind im eigenen Bett liegt geht der Streit schon dabei los, bei wem Mama oder Papa liegen „dürfen“.

Donnerstag

Alaaaaaaf! Wenn ihr das lest steh ich in den Startlöchern zum Feiern. Weiberfastnacht – vielleicht nehm ich euch auf Instagram mit. Rein statistisch gehört ihr aber zu den Leuten, die mit Karneval nix zu tun haben und das als „Spaß haben auf Kommando, soooo doof“ abgespeichert haben. Ihr wisst ja gar nicht, was euch entgeht. Aber wenn ihr nicht in Köln wohnt, kann ich diese Haltung sehr gut verstehen. Nur der kölsche Karneval ist echter Karneval. Bis dann!

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Hoch die Hände, Wochenende

Freitag – Innehalten

Nachdem bereits sechs Wochen seit Jahresbeginn vorbeigeflogen sind, wollte ich mal innehalten. Zwar hab ich nun wirklich aktuell keine Langeweile, aber manchmal das Gefühl, so richtig produktiv sei ich auch nicht. Nachdem ich die Kinder weg gebracht habe will ich einen Spaziergang machen. Kurz bevor ich den Rhein erreiche fängt es an zu regnen. Ich drehe also um und gehe mit Brötchen nach Hause.

Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Leben sind immer noch ein sehr wichtiges Thema für mich und ich überlege regelmäßig, wie ich mich, wie wir uns als Familie da noch besser aufstellen können. Im Internet stolper ich irgendwo über einen Artikel a la „10 Dinge, die Du lassen solltest wenn Du nachhaltig leben willst“ und ich stelle mal wieder positiv fest, dass wir gar nicht so schlecht dastehen. Trotzdem überleg ich mir, wenn die Fastenzeit beginnt ein „Spezialprogramm“ auszuprobieren, oder anders gesagt: einige der Dinge, die ich mir schon lange vorgenommen habe, endlich umzusetzen.

Nachmittags hole ich die Kinder ab. Eigentlich hatte ich vor mit ihnen zum „Indoor“-Spielplatz der Heilsarmee zu gehen. Den hab ich vor einigen Wochen entdeckt und war mit ihnen letzte Woche Freitag zum ersten Mal da. Im Prinzip ist es ein großer Gemeindesaal mit diversen Spielzeugen, einer kleinen Rutsche, Bällebad und riesigen Schaumstoffwürfeln. Für meine Kids genau das Richtige: Bewegung und Aktivität. Der Große hatte heute aber keine Lust, hauptsächlich weil das bedeuten würde, 10-15 Minuten Laufen zu müssen…also ab nach Hause.

So langsam (eeeeendlich!) gibt es immer mal wieder kurze Phasen, in denen die Kinder miteinander spielen oder jeder in ein Bilderbuch versunken ist. Ich muss mir noch überlegen, was ich mit diesen – leider vorher nie absehbaren – „freien“ Minuten mache. Momentan sitz ich dann meist mit meinem koffeinfreien Kaffee am Küchentisch und starre aus dem Fenster…

Es gibt Erbsensuppe zum Abendessen und da der Mann heut bis in die Nacht arbeitet, schlafen die Kids bei mir im Elternbett ein.

Samstag – (Groß-)Elternbesuch

Kind1 bemalt mich mit Karnevalsschminke

Kind1 möchte mich Karneval schminken. Wir wissen beide nur nicht, als was…

Kind2 sagte in den letzten Tagen sehr oft „Moma Auto“, seine Zweiwortvariante für „Wir müssen ins Auto und Oma besuchen“. Das stand dann heute endlich auf dem Plan. Der Mann verlässt gegen 9 das Haus zur Arbeit. Ich bringe einer Bekannten noch Bananen und Salzstangen vorbei, da sie sich den Magen verdorben hat. Auf dem Rückweg verfluche ich alle Hundebesiter_innen, die ihre Hunde einfach irgendwo hinsch*eißen lassen und sich nicht um die angemessene Entsorgung kümmern: Kind2 wollte einen Stein aufheben, der sich als Hundeköttel entpuppte. Dann lief Kind1 in einen Hundehaufen…orrrh, ich mag Hunde echt, aber das ist ne Pest! Dann geht es ins Auto und ins Ruhrgebiet. Staustaustau – das macht dem Kleinen nichts, der schläft die ganze Zeit aber Kind1 hat nicht nur Langeweile sondern leidet dann auch schnell mal unter Übelkeit. Nach zwei Stunden haben wir es aber auch geschafft. Meine Kinder und meine Eltern glücklich – spielen, draußen sein, Karnevalsschminken, essen.

Auf dem Rückweg fällt mir dann doch ein, dass es etwas gibt, was ich am Karneval hasse: Es gibt noch weniger Parkplätze als eh. Samstag Abend, ne Woche vor dem Straßenkarneval und ich höre Herberts Stimme: „Oooooh, ich drehe schon seit Stunden…“ – gut, ich habe tatsächlich eine Stunde gekurvt und gesucht.

Sonntag im Eisenbahnmuseum

Der Sonntag wird gegen sechs Uhr früh das erste Mal von Kind2 eingeläutet, er möchte seine Flasche. Danach schlafen wir noch bis halb acht oder acht. Kind2 steht auf, holt sich ein Wimmelbuch und fordert mich auf, ihm zu sagen, was er auf den Bildern finden muss. Kind1 kommt dazu gekrochen. Der Mann guckt aus einem Auge und wird wach. Ein sehr gemütlicher Start in den Tag. Nach dem Frühstück bereite ich schon mal das Abendessen vor (Sauerkrautquiche) und der Mann schaut mit den Kids die Maus.

Ein alter Ticketautomat

Ein alter Ticketautomat

Mittags brechen wir zum Eisenbahn-Museum auf. Für die Kinder ein Riesending- ich fands urig aber ganz schön viel Rost. Man sah, dass das Ganze von vielen Eisenbahnfans liebevoll gepfelgt wird. Auch wenn es an einigen Stellen so aussieht, als hätte jemand 1955 das Werkzeug liegen gelassen und seitdem rostet die Eisenbahn vor sich hin. Es gab Kaffee und Kuchen und wir trafen noch die beste Freundin von Kind1. Nach zwei Stunden wird es den Erwachsenen zu kalt und wir fahren nach Hause.

RetroFeuerwehr

Auch eine Feuerwehr aus den…50ern? gab es zu sehen

Dort warten der Wäscheberg, der Wäschekorb etc. auf uns. Die Kinder hören Karnevalslieder. Nachdem meine Sauerkrautquiche mit Nichtbeachtung gestraft wurde gehen wir ins Bett.

Tatsächlich schlafen die Kleinen ungewöhnlich früh (nämlich schon um 8) und ich verblogge unser Wochenende und werde gleich noch den Speiseplan für nächste Woche machen. Da muss ich selber schmunzeln, dass ich mal einen Speiseplan schreibe…aber es erleichtert doch Einiges, wenn man weiß, was es die Woche zu essen geben wird und dass man am Montag bereits alles kaufen kann..

Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Woche!

 

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Frühlingswetter, Karnevalsvorbereitung und Bücherei – Alltag halt

Am Montag war ich mit Kind1 zur Schuluntersuchung. Schuleignungsuntersuchung? Jedenfalls da, wo die Ärzt_innen vom Gesundheitsamt in die Schule kommen. Kind1 freute sich sehr – ich weiß nicht, was er da immer erwartet aber er hatte da nie Abwehrhaltungen, auch nicht bei der fast gleichen Untersuchung vor anderthalb Jahren im Kindergarten.

Kind1 erzählte Geschichten zu den kleinen Bildchen, malte Kopffüßler und schaute, ob mehr blaue oder mehr gelbe Bälle auf dem Bild sind. Der Hörtest war einwandfrei und dann hüpfte er noch rechts und links über eine Linie, schrieb seinen Namen und was er sonst noch machen musste hab ich schon wieder vergessen. Diagnose: Definitiv schultauglich. Lediglich die Feinmotorik sei noch ausbaufähig, das könne aber auch an den Sehschwierigkeiten liegen.

Anschließend brachte ich ihn in den Kindergarten, wo er schon den erstbesten Leuten von seinem Morgen berichtete.

Ich ging anschließend den Wocheneinkauf erledigen, diesmal war es aber nicht so viel. Der Mann ist ja diese Woche mehr zu Hause und kocht an einigen Tagen. Für Montags plan ich eh immer Nudeln mit Sauße ein, denn die Kinder bekommen im Kindergarten dann immer Suppe, haben zu Hause dann tierisch Hunger und es muss was sein, was schnell fertig ist und kritiklos gegessen wird. Ich ging noch kurz in mein Lieblingscafé und anschließend nach Hause. Da es schon Mittag war, bereitete ich mir was zu essen und machte anschließend ein kleines Nickerchen, da die letzten Nächte sehr bescheiden waren.

Gegen vier holte ich die Kinder vom Kindergarten und ging mit ihnen kurz beim Bäcker vorbei und dann auf den Spielplatz. Endlich mal wieder schönes Wetter! Wir trafen noch den Patenonkel von Kind2 mit Baby und als es dunkel wurde hatte ich Mühe, die Kinder nach Hause zu kriegen. An der Haustür trafen wir dann den Mann und gingen gemeinsam in die Wohnung. Ich machte das Abendbrot fertig und schwang mich selber dann aufs Fahrrad um zum Geburtstag einer Freundin zu fahren.

Kinder schaukeln

„Mama, mach ein Fotooo!“ Schwierig…

Am Dienstag brachte der Mann die Kids in den Kindergarten und ich arbeitete ein bisschen im HomeOffice. In meiner Mittagspause schaute ich eine Folge von Call the Midwife (habe wieder von vorne angefangen) und stelle wieder fest, dass das ne blöde Idee ist, wenn man anschließend noch was arbeiten will (ich heule bei jeder Folge…).

Auf meiner Entrümpelungs-ToDo Liste stand noch „Kleiderschrank ausmisten (meine Sachen)“ und dieser Aufgabe widmete ich mich dann. War weniger dramatisch als erwartet. Ich bin eh kein FashionVictim und habe nicht wirklich viele Klamotten. Aber ich fand noch etliche Sachen aus der Kategorie „Da pass ich bestimmt bald wieder rein“ und „Naja, hat drei Löcher aber kann man ja noch im Urlaub/bei der Gartenarbeit anziehen“ (wir haben gar keinen Garten und im Urlaub mag ichs dann doch lieber gut angezogen). Ich machte also einen Stapel für den Flohmarkt und einen für den Müll und war nach 15 Minuten fertig. Erwähnte ich bereits, dass ich noch nie auf nem Flohmarkt was verkauft habe? Sachen loswerden ist für mich immer die größte Hürde.

Der Mann holte die Kinder vom Kindergarten und fuhr mit ihnen einkaufen. Kind1 hat sich nämlich Papas leckren Apfelkuchen gewünscht („mein“ Apfelkuchen kann da angeblich nicht mithalten) und zum Abendbrot sollte es Naan mit verschiedenen Dips geben. Die Kinder halfen dem Mann beim Backen und Kochen und dann war es auch schon Abend.

Perücke in blau-grün

Ein Teil meines Karnevalskostüms kam an. Ich werde Pfau

Auch am Mittwoch bringt der Mann die Kids zur Kita. Ich bekomme eine Nachricht von der Babysitterin, dass sie leider Bindehautentzündung hat und am Abend nicht sitten kann. Sie ist Erzieherin, da bleibt sowas nicht aus und Kind2 ist leider sehr anfällig für Bindehautentzündungen. Ich bin trotzdem tieftraurig, habe ich mich sehr auf einen Abend mit dem Mann in unserer Lieblingskneipe gefreut. Als „Entschädigung“ gehen wir halt auf ein Käffchen raus, muss man ja ausnutzen dass der Mann zu Hause ist. Er ist anschließend noch verabredet und ich mach mich an meine Arbeit.

Nachmittags holt der Mann Kind1 zum Bouldern aus der Kita. Ich hole eine Stunde später Kind2 ab, wir kommen an der Wohnung vom Patenonkel vorbei und das Kind möchte klingeln. Es ist auch jemand zu Hause und so kommt der Patenonkel mit dem Baby auch noch hinterher zum Spielplatz, wo wir Kind1 und den Mann treffen. Das große Kind ist vom Sport so fix und alle, dass es von sich aus (!!!) sagt, er möchte nach Hause. Gibt es sonst nie…Während Kind1 mit dem Mann nach Hause radelt bleiben wir anderen noch eine Weile bei den Schaukeln. Ist das Frühlingsluft?

Am Donnerstag bringen wir gemeinsam die Kinder zum Kindergarten. Anschließend versuche ich, meine Lieblingsstiefel bei einem Schuster reparieren zu lassen, aber der gute Mann möchte mir keine Hoffnungen machen. Er behält meine Stiefel und sagt, ich solle morgen wieder kommen, er guckt mal, was er machen kann. Der Mann macht sich auf den Weg zu den großen Elektrofachhändlern – wir kaufen uns nämlich eeeendlich einen Trockner! Bisher stehen in unserem Wohnzimmer drei Wäscheständer um dem Output hier die Stirn zu bieten, aber das sieht nicht nur hässlich aus und nimmt Platz weg, auf dem mein Schreibtisch stehen könnte, es macht mich auch schier wahnsinnig all diese kleinen Kindersöckchen und T-Shirts undundund ständig aufzuhängen. Ich hatte ja immer ein schlechtes Gewissen, wegen der Ökobilanz, aber neulich las ich irgendwo, dass die ganze feuchte Wäsche mehr zum Lüften zwingt, was mehr zum Heizen…und Gegeninfos will ich gar nicht hören! Jedenfalls wurde der Mann bei den großen Märkten nicht fündig. Die Beratung war – nett gesagt – leidenschaftslos und so fuhr er zum lokalen Weißgerätemarkt unseres Vertrauens, wo wir auch bereits Kühlschrank und Waschmaschine gekauft haben. Super Preis und Lieferung bis vor die Wohnungstür!!! (Ich wiederhole mich, 5. Stock ohne Fahrstuhl…).

Wir holten die Kinder ab. Der Mann fuhr mit Kind2 los, eine Jacke für ihn (also Kind2) kaufen. Eine hat er bereits so verhunzt, dass sie auch keine Schneiderin mehr wieder hätte reparieren können. Ich schnappte Kind1 und wir fuhren zur Bibliothek. Bibliotheken sind ja meine Happy Places und die hiesige Stadtbibliothek hat eine toll eingerichtete Kinderabteilung. In meiner Heimatstadt hatte die Kinderbibliothek ein eigenes Gebäude, war hell und gemütlich und ich habe viele Stunden dort verbracht. Ich hoffe, meine Kinder fühlen sich in Büchereien genau so wohl. Leider hat unsere Stadtteilbibliothek schon seit drei Jahren geschlossen und weil das Gebäude renoviert werden muss und das unter Aufsicht der kommunal Zuständigen offenbar dauern kann, hab ich da auch nicht allzu viele Hoffnungen.

Kleine Buchauswahl für klein und groß

Demnächst stelle ich euch ein paar der Bücher vor, die wir hier grad lesen. Jetzt wartet die Wäsche darauf, noch mal aufgehangen zu werden – der Mann ist nämlich mit Freunden raus und hat sie extra für mich übrig gelassen.

Familie, Fantastisches

Buchempfehlungen für Schwangere und (werdende) Eltern – ratgeberfrei!

Ich bin ja kein Fan von Ratgeberbüchern zum Thema Schwangerschaft oder Elternschaft. Manche sind bestimmt hilfreich, aber was da hilfreich ist finde ich eben sehr individuell. Ich persönlich würde nur noch Ratgebern trauen, die von Alleinerziehenden mit mindestens zwei kleinen Kindern geschrieben wurden. Einfach weil ich vieles in meinem Alltag nicht so umsetzen kann, wie es in den Ratgebern steht. Weil mein Alltag weit weg von manch grauer Theorie ist…

Jedenfalls habe ich trotzdem einige Bücher sehr gern gelesen und möchte meine Buchempfehlungen für (werdende) Mütter – zum Teil nochmal, weil ich einige bereits rezensiert habe – gesammelt vorstellen:

Bücher für Schwangere, Mütter und werdende Eltern

Eine kleine Auswahl der Bücher, die ich gerne gelesen habe – ratgeberfrei

In der Schwangerschaft

2010 als ich nach unerhaltsamer Literatur zu Schwangerschaft und Co. suchte fand ich noch gar nicht so viel. Über das Buch „Schön macht’s nicht, aber glücklich“ von Leonie Jakobs stolperte ich beim Stöbern in der Buchhandlung.

Als Linda, die Protagonistin schwanger wird ist sie – wie ich damals – 30. Sie freut sich über die Schwangerschaft und hat gleichzeitig Angst: davor es ihrem Chef zu sagen und ihren Job davongleiten zu sehen. Davor nie wieder auf Konzerte gehen zu können und für immer beim Schwangerenyoga mit ihrer „Yoni“ Blumen zupfen zu müssen…Kurz: Ihr ging es wie mir damals, ich fand viele Parallelen und musste darum sehr oft lachen.

Leonie Jakobs: „Schön macht’s nicht, aber glücklich“, 2008 im KiWi-Verlag erschienen.

Ich kannte Lisa und ihren damals mit Caroline Rosales betriebenen Blog, bevor ich – lange nach Geburt des ersten Kindes – ihr Buch las: Ich glaub mich tritt ein Kind heißt es. Caroline, grade zum ersten Mal schwanger, fragt Lisa, drei Kinder, zwei davon Zwillinge, über alles Mögliche aus: Körperflüssigkeiten, ob man das eigene Kind auch so nervig findet wie andere und wie das mit Job und Party nach der Geburt wirklich ist…In Form eines Briefwechsels tauschen sie ihre Gedanken dazu aus. Mit Caro kann ich mich nur wenig identifizieren und im Blog deutete sich auch recht schnell an, dass sie von der „Kann ich Mutter?“ zur „Lasst mich durch, ich bin Mutter“-Fraktion wechselte, aber die Antworten von Lisa waren schön geerdet und humorvoll und mich beeindruckt ja immer noch, wie sie so „früh“ drei Kinder bekam, nen tollen Job macht und trotzdem das geballte Energiebündel zu sein scheint.

Lisa Harmann, Caroline Rosales: „Ich glaub, mich tritt ein Kind“, 2013 im dtv-Verlag erschienen.

Nach der Geburt

Also nicht nach der Geburt wie in „direkt danach“. Aber manche Bücher haben nicht die gleiche…Wirkung wenn man selbst noch keine Kinder hat. Dann denkt man oft „Ach, das ist doch total an den Haaren herbei gezogen…was stellt die sich so an?“

Folgende Bücher mochte ich sehr gerne und hab sie gerne an frisch gebackene Mütter verliehen:

Rike Drust – Muttergefühle <3 – Rike begegnete ich schon vor dem Erscheinen ihres Buches dank ihres Blogs. Wir kommentierten beieinander und schrieben uns bald danach auch Mails. Als das Buch dann heraus kam las ich es quasi in einem Rutsch weg und – das größte Kompliment ja überhaupt – verzichtete dafür sogar auf Schlaf! Im Buch berichtet Rike über die ersten zwei Jahre mit ihrem Sohn und die Gefühlsachterbahn die sie durchlief. Die Rezension findet ihr hier und es gibt so gar einen Trailer auf youtube:

Rike Drust: „Muttergefühle. Gesamtausgabe“, erschienen 2011 im Bertelsmann-Verlag

Mit etwas Abstand

Manche Bücher lesen sich mit etwas Abstand zur Geburt am Besten. Bei den folgenden beiden Büchern hatte das für mich unterschiedliche Gründe:

Marie Svelands „Bitterfotze“ passt nicht so gut in den ersten Hormonrausch, es ist wie der Titel sagt: bitterfotzig. Die Schwedin Sara fliegt im Winter nach Teneriffa – ohne Mann und ihren zweijährigen Sohn. Sie muss raus aus ihrem alltäglichen Trott und dem Gedankenkarussell, das sich um die Gleichberechtigung dreht – zwischen ihrem Partner und ihr, aber auch zwischen Vätern und Müttern generell. Sie ist sauer, dass sie die Schwierigkeiten im Job hat während ihr Mann sie kurz nach der Geburt für einige Wochen alleine ließ um an einem Theaterstück zu arbeiten. Darüber, dass sie ständig Steine in den Weg gelegt bekommt und diese in ihrem naiverweise gewählten, einsamen Vorstadtidyll wegtragen muss. Für mich war das Lesen ein wenig befreiend, wenn selbst im uns als gutem Beispiel verkauften Schweden alles so unperfekt ist, dann liegt es vielleicht doch nicht an uns alleine, wenn wir Kind und Karriere nicht immer gleichzeitig und gleichberechtigt schaukeln.

Marie Sveland: „Bitterfotze“, 2009 im KiWi Verlag erschienen.

Dem Blog von Patricia folge ich gefühlt schon Ewigkeiten und freute mich trotzdem tierisch, als ihr Buch herauskam: „Sehr gerne, Mama du Arschbombe“. Hier findet ihr quasi ein Best Of der Familiengeschichten von DasNuf. Warum man dieses Buch auch erst lesen sollte, wenn die Geburt ein wenig zurück liegt? Also ich kann nur für mich sprechen: Patricias Geschichten nehmen manchmal so absurdkomische Verläufe an, dass ich als Nicht-Mutter vieles für total an den Haaren herbei gezogen geglaubt hätte. Inzwischen bin ich mir einfach nur nicht sicher, an welchem Punkt der Geschichte die Fiktion übernimmt oder ob nicht doch alles haargenau so passiert ist. Und Patricia versteht es ebenso wie ich als Kompliment wenn ich sage: Die beste Klolektüre für Eltern!

Patricia Cammarata: „Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe“, erschienen 2015 im Bastei Lübbe Verlag

Für Großfamilien

Wer hier schon länger mitliest kennt meine Faszination für Großfamilien (siehe zum Beispiel hier). Eher zufällig stolperte ich im öffentlichen Bücherschrank über ein angestaubtes Exemplar von „Im Dutzend billiger“ und „Aus Kindern werden Leute“. Beide wurden von zwei der insgesamt 12 Gilbreth-Geschwister geschrieben. Ja genau, zwölf. Die Story spielt um 1900-irgendwas in einer bürgerlichen Familie in den USA. Die Eltern sind beide – beruflich – fasziniert von der Frage wie man Arbeitsprozesse effizient gestalten kann, wofür sie „Bewegungsstudien“ ausführten. Der Vater versucht seine Erkenntnisse auch hier und da auf seine Kinderschar zu übertragen was nur begrenzt funktioniert. Es ist herrlich und herzlich den Geschichten zu folgen!

Frank B. Gilbreth und Ernestine Gilbreth Carey: „Im Dutzend billiger“ – Antiquariat

Mama, Papa, Kind? Alles rosa und hellblau? Oder ist da auch noch mehr?

Kommen wir ein wenig weg von der reinen Unterhaltungsliteratur hin zu den Texten, die sich mit Aspekten der gesellschaftlichen Stellung von Mutter- und Elternschaft beschäftigen. Hier hab ich Einiges gelesen (und manches hier bewusst weg gelassen, wie die Bücher von Vinken und Badinther) und möchte ein paar der Bücher, die mir wichtige Denkimpulse lieferten, vorstellen:

Jochen König und ich sind uns schon vor längerer Zeit in diesem Internet über den Weg gelaufen und ich empfehle allen (werdenden) Vätern sein Buch „Fritzi und ich. Von der Angst eines Vaters keine gute Mutter zu sein

Darüber hinaus hat er ein weiteres Buch geschrieben, in dem er das Familienmodell „Mama, Papa, Kind?“ kritisch beleuchtet. Kritisch insofern, als er zeigt, dass es nicht mehr die Regel ist, dass Kinder mit Vater und Mutter zusammen leben, dass Co-Elternschaft, Regenbogenfamilien, EinElternfamilien etc. immer mehr werden, sich diese Familienmodelle aber immer noch rechtfertigen müssen und es schwer haben, in der Familienpolitik überhaupt Gehör zu finden. Zu jedem Modell interviewt er Familien, die es leben und zeigt so mit dem Blick auf Einzelfälle die schweren Nachwirkungen des klassischen Kleinfamilienmodells. (Hier geht es zu meiner Rezension)

Ich möchte es am Liebsten jeder Erzieherin, jede_r_m Leher_in schenken: „Die Rosa-Hellblau-Falle“ von Almut Schnerring und Sascha Verlan. Wofür ich semesterlang Gender Studies studiert habe wird hier kurz und lesefreundlich für das Thema Genderklischees und Kindererziehung zusammengefasst! Dafür wechseln sie anschaulisch zwischen „Anekdoten“ aus ihrer Familie und der Erläuterung psychologischer und soziologischer Studien. Es geht um Spielzeug, Körperbilder und die Macht der Sprache – und hilft auch hier und da für Spielplatzgespräche wenn mal wieder der Satz „Typisch Junge/Mädchen“ auftaucht.

Almut Schnerring, Sascha Verlan: Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees. 2014 im Antja Kunstmann Verlag erschienen

Der Sammelband „The Mamas and the Papas“ beschäftgit sich mit den Feldern Reproduktion, Revolution, Familie, Pop und Widerspenstigkeiten. Es finden sich Texte über die Geschichte des Muttermythos, Prenatal-Diagnostik im Kontext des Rechts auf Abtreibung, Elternschaft in Hausprojekten, Kinderlieder und -bücher und Elternschaft von Musiker_innen – und das ist nur ein kleiner Auszug. Es geht um das Politische im Privaten und Gesellschaftskritik.

Annika Mecklenbrauck/Lukas Böckmann (Hg): The Mamas and the Papas. Reproduktion, Pop & widerspenstige Verhältnisse. 2013 im Ventil-Verlag erschienen.

Um (Queer-)Feministische Perspektiven auf Mutterschaft und Mütterlichkeit geht es in dem Sammelband „O Mother, Where Art Thou“. Die Sprache akademischer als in den anderen Büchern nähern sich die Texte dem Thema Mutterschaft auf vielerlei Weise: Es geht um Übermütter, Kinderlose, Mütterlichkeit in den 70er Jahren, Black Motherhood, Mütterblogs, Mütterlichkeit in hetersexuellen Paarbeziehungen – um auch hier wieder nur einige zu nennen. Sehr zu empfehlen wenn man sich tiefer mit Mutterschaft beschäftigen will und etwas längere Sätze nicht scheut 😉

M. Dolderer, H. Holme, C. Jerzak, A.-M. Tietge (Hrsg.): O Mother, Where Art Thou? Westfälisches Dampfboot 2016

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Jetzt würde mich interessieren: Was habt ihr gelesen, was würdet ihr Freund_innen schenken und anderen empfehlen? Schreibt es gern in die Kommentare, damit andere Leser_innen auch noch was davon haben!

 

Familie

Warum mir „Es ist nur eine Phase“ nicht hilft

Schon während der Schwangerschaft musste ich mich mit nervigen Sätzen und Fragen plagen. Natürlich geht es nach der Geburt gleich weiter, all die gut gemeinten Ratschläge und so. Mit der Zeit kam ich damit zurecht, aber einen Satz konnte und kann ich nicht leiden:

„Es ist nur eine Phase!“

Damit mein ich nicht dass ironischverzweifelte Es ist nur eine Phase, welches wir uns auf twitter zuwerfen. Im Sinne von: ich würd Dir ja gern helfen aber ich hab auch keine Idee…

Ich meine dieses altkluge, veteranenmäßige Es ist nur eine Phase, das kam wenn ich wirklich meine Sorgen und Nöte schilderte. Es dauerte eine Weile, bis ich verstand warum mich dieser Satz irgendwann nur noch wütend machte:

  1. Ob das Baby nicht schlief, ob es spuckte bis der gesamte Wäschevorrat verbraucht war – mir war und ist klar, dass Babys und Kinder nicht bis zu ihrem Auszug nachts die volle Aufmerksamkeit brauchen, ihre und meine Klamotten vollspucken oder dass sich die Geschwister nicht ewig die Köpfe einhauen: Ich weiß, dass all das vorübergehend ist. Bei den wenigsten Verhaltensweisen meiner Kinder habe ich mich gefragt, ob das „normal“ ist, ob sie dazu zu jung oder zu alt sind etcetera.
  2. Ich fühlte mich nicht ernst genommen. Es ist nur eine Phase ist eine Phrase, keine Unterstützung und kein Hilfsangebot. Hilfreich wären: „Oh ja, der Schlafmangel ist ätzend. Kannst Du Dir nen Babysitter leisten für ein paar Stunden, Du schläfst und jemand anders kümmert sich ums Baby oder geht mit ihm spazieren?“ (Nur so als Beispiel). Oder: „Ja, dieses rumlaufen nachts, mit Kind im Tragetuch geht auf den Rücken. Ich hab mir nen Hopsball gekauft, das hat glücklicherweise auch funktioniert. Und dann hab ich mir Hörpsiele auf den ipod geladen und die dabei gehört, während ich so rumhopste“

Versteht ihr, wie ich das meine? Das bestimmte Sachen zum Leben mit Kindern dazu gehören ist völlig klar. Spätestens beim zweiten Kind kennt man ja auch schon einige dieser Phasen.

Wenn ich jemandem von meinen Sorgen und Problemen erzähle erwarte ich auch nicht immer, dass das Gegenüber DEN Tipp für mich hat. Ich möchte aber das Gefühl haben, dass es mich ernst nimmt und mir zuhört. Ich habe immer bewusst den Austausch mit anderen gesucht, grade bei Themen die andere oft nicht so ansprechen weil es für einige zu sehr nach Jammern und Nörgeln klingt. Und zwar nicht, weil ich generell viel jammer oder nörgel, sondern weil ich wissen wollte, wie das bei Anderen ist. Ob es Sachen gibt, auf die ich selber noch nicht gekommen bin. Im Nachhinein denke ich zum Beispiel, dass ich mir spätestens nach dem zweiten Kaiserschnitt für eine gewisse Zeit eine Haushaltshilfe hätte organisieren sollen. Weil die körperliche Anstrengung, zwei kleine Kinder und ein berufsbedingt oft abwesender Partner definitiv mehr (Haus)Arbeit bedeuten, als ich vor den Kindern je hatte. Schafft man schon, dachte ich.

Bis mir eine Freundin, nachdem ich über meinen Gesamtzustand jammerte sagte, sie hätte alle verfügbaren Unterstützungsmöglichkeiten ausgeschöpft – und ich dann erst dachte: Aha, guck, versuchen gar nicht alle, alles alleine zu regeln. Aber wenn keine_r darüber redet – woher soll mans wissen? Darum sage ich Neumamas nie „Es ist nur eine Phase“, sondern höre zu, frage nach, überlege mit.

Findet ihr diesen Satz auch so nervig? Welche Sätze gingen oder gehen euch auf den Geist?