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Die Zeit ist schneller als ich. Also, äh…

An manchen Tagen stolper ich der To Do Liste hinterher und erledige all die akuten, dringenden Punkte und suche nach einem Moment, in dem ich mich umgucken kann, in denen ich nicht den Dingen hinterherrenne sondern ihnen ihren Platz anweisen kann.

Am Samstag waren wir nichts desto trotz auf der Anti-AFD Demo hier in Köln. Eine bunte Truppe Menschen startete in der Südstadt (wie auch in vielen anderen Stadtteilen) um von dort aus in die Stadtmitte zu ziehen. Kind2 und ich gingen nur einige hundert Meter mit. Für Kind2 war nämlich Mittagstief angesagt – keine Lust auf in der Menschenmasse mitrollen oder -laufen, also sind wir in eine Seitenstraße abgebogen, während der Mann und Kind1 noch weiter liefen…

Ich schob Kind2 im Kinderwagen hin und her in der Hoffnung, dass er noch ein Auge zumacht, statt dessen bekam ich nur kalte Finger während Kind2 auf die Dinge um sich herum zeigte, sich zwischendurch die Augen rieb, aber offensichtlich keine Lust hatte, selbige zu schließen.

Zu Hause probierte ich es mit Fernsehn, aber die Einzige die dabei einschlief war ich…am späten Nachmittag kamen Mann und Kind1 wieder, wir machten Essen, die Kinder spielten noch eine Weile und dann war auch schon Schlafenszeit.

 

„Bunt statt Bla“ hieß es bei der Anti-Afd Demo in Köln. Hier der Ausgangspunkt in der Kölner Südstadt

Am Sonntag musste der Mann früh zur Arbeit. Für eine Woche bin ich jetzt Strohwitwe. Wir fuhren zu meinen Eltern denn der Opa hatte Geburtstag.

Die Duplo-Eisenbahn bei den Großeltern ist der Hit

Die Kinder beschäftigen sich mit den Spielsachen, spielen im Garten – mit Blumen, Erde und Wasser und ich bin ein bisschen neidisch auf so einen Garten.

Manchmal bin ich neidisch auf den Garten anderer Leute. Für Kind1 ist das besser als Fernsehen: Käfer gucken, Blumen sammeln, in der Erde buddeln

Da Ferienende ist bleibe ich nicht allzu lange, wir müssen ja noch mit dem Auto zurück und ich hab Angst vor Stau und der Parkplatzhölle. Stau gab es glücklicherweise keinen, aber über eine halbe Stunde Parkplatzsuche mit müden Kindern…

Heute brachte ich die Kinder zum Kindergarten – sogar recht pünktlich. Anschließend stärkte ich mich in meinem Lieblingscafe für den Tag, ich hatte eine Menge vor. Erst die Einkäufe, dabei noch ein Schwätzchen mit der Babysitterin der Kids, die ich vor einem anderen Café traf. Päckchen holen für meine geplante Momox-Großaktion, bei Oxfam vorbei um mich zu erkundigen, wann und was ich für Sachen vorbei bringen kann (Ausmisten steht auf dem Plan!). Ich kaufe noch ein Geschenk für einen Kindergeburtstag auf dem Kind1 morgen eingeladen ist.

Wieder zu Hause ist es schon fast mittag und tatsächlich bin ich noch weitere zwei Stunden mit Aufräumen und Putzen beschäftigt. Seufz. Das Ding: nachmittags schaff ich das Alles nicht, weil einkaufen oder aufräumen mit den Kindern total unmöglich ist.

Aber ich will nicht klagen: Es blieb genug Zeit für Verschnaufpausen. Nur nicht für die Lohnarbeit. Um 15.00 Uhr musste ich schon wieder los zum Elternnachmittag in der Gruppe von Kind2. Anschließend Spielplatz, Badewanne, Fernsehn, ab ins Bett. Letzteres ist meistens erst gegen 21 Uhr und nun erledige ich Papierkram.

Damit gute Nacht!

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Geburtstag – Wellness – Ostern

Voll waren die letzten Tage. Voll schön. Letzte Woche ließ ich mir die Haare blau färben. Dunkelblau. Warum? Die Frage ist doch: Warum nicht? Oder, wenn nicht jetzt, wann dann? Als ich Kind1 fragte, ob er blaue Haare toll fände sagte er: „Nee Mama, färb die ganz bunt!“ Schön, dass ich ihm noch nicht peinlich bin.

Melanie blaue Haare

Blaue Haare

Vergangenen Donnerstag hatte ich meinen 37. Geburtstag. Gefeiert habe ich ganz unspektakulär. Meine Schwester kam nachmittags zum Babysitten und der Mann und ich sind abends zu unserem Lieblingsmexikaner gegangen. Anschließend dachten wir, wir könnten doch nicht so früh nach Hause – also gingen wir noch durch die Südstadt, standen plötzlich vor einer Kneipe in der Hillibilly Livemusik gespielt wurde, gingen weiter und trafen noch spontan Freunde. Mit denen zogen wir noch in eine Kneipe, die eigentlich schon vor Monaten geschlossen werden sollte. Totgesagte leben länger.

Am Freitag fuhren meine Schwester und ich dann zusammen gen Süden um Wellness in einem Hotel an der Mosel zu machen. Die Hinfahrt über kamen wir nur langsam voran, da auch hunderte andere Entspannungssuchende ihre Osterferien nicht zu Hause verbringen wollten.

Das Wellnesshotel war toll und hatte einen super Ausblick über die Mosel. Ich dachte ja gar nicht, dass ich das kann, „Wellness“. Mal abgesehen davon, dass Wellness für mich aktuell schon ein Abend mit Buch in der Badewanne wäre. Aber prinzipiell entspanne ich mich eher beim Draußen-Sein, Klettern oder auf dem Wasser. Hier war eher klassisch Wärme, Wasser, Wein angesagt.

Wellnesshotel mit Spa, Pool und Moselblick

Die Saunen hab ich  mir gespart, das Dampfbad mit 50 Grad machte mich schon fertig. Der Whirlpool war schon meine Obergrenze in Sachen Hitze. Aber es gab einen wunderschönen Panorama-„ruhe“-Raum in dem ich den halben Nachmittag lag und las. Eine Rückenmassage war auch dabei und ich wusste gar nicht, wie es mal ist nicht die Last der ganzen Welt gefühlt auf den eigenen Schultern zu tragen.

Ansonsten senkten wir dort den Altersdurchschnitt um die Hälfte würde ich sagen. Tranken überteurte Smoothies und Wein und führten viele Dialoge, die twitter-verdächtig waren, aber irgendwie nicht nacherzählbar.

Am Sonntag morgen reisten wir ab und besuchten noch eine Burg. Wirklich niedlich.

Beeindruckende Burg

Beeindruckende Geräte – „Schatz, ich hab Dir was mitgebracht“

Die Kinder und der Mann freuten sich so halbwegs angemessen, mich wiederzusehen.

Ostermontag fuhren wir zu meinen Eltern. Dort war nämlich der Osterhase und hat was für die Kinder versteckt. Gebracht hat er Schoki, Eier und für jeden ein kleines Legospielzeug. Weil vorab schon einige diskutierte, wie viele Geschenke Ostern denn angemessen wären kann ich für mich sagen: Genau so.

Mit meiner Schwester und unseren Eltern fuhren wir noch auf die Osterkirmes, wo Kind2 überraschend viel Spaß beim Autoscooter hatte, meine Schwester und ich auf der Raupe und dem Breakdance gegen die Schwerkraft kämpften und wir abends alle ziemlich müde und happy waren.

Jetzt ist schon wieder Mitte der Woche, ich versuche so langsam meine Arbeitsprojekte zu strukturieren und in kleine Häppchen zu unterteilen um für mich irgendwie ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel man so „schaffen“ kann.

Mehr dazu die nächsten Tage!

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Ein Wochenende mit Modellbauausstellung und Tierpark

An Wochenenden, an denen der Mann da ist, haben wir schon oft das Bedürfnis „was zu erleben“. Dieses Wochenende ergab es sich auch fast wie von selbst. In Dortmund war Modellbauausstellung, was ein Ereignis! Den Kindern versprachen wir eine Überraschung, packten unsere Sachen und fuhren schon vormittags los.

Sogar Kind2 darf einen ICE fahren

Im Dunkeln Modellbauflugzeuge fliegen…muss ein Spaß sein

Für Kinder gab es überall Beschäftigung

In allen Hallen summte und brummte es. Eisenbahnen, Autos, Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen – alles in Miniatur. Für viele ein leidenschaftliches Hobby (und kostenspielig! Was man da an Geld lassen konnte…).

Die Kinder hatten einen riesen Spaß und wir hatten Mühe, von Stand zu Stand zu kommen. Die Kinder hätten gut und gerne den ganzen Tag in einer Halle verbringen können. Es war gar nicht so einfach, sie zum Weitergehen zu überreden. Aber nur wenige Schritte weiter das nächste WOW!!! Selbst ich, die sonst fast gar nichts mit dieser Art von Spielzeug zu tun hatte, ließ sich ein wenig mitreißen von der Begeisterung.

Anschließend noch kurz bei der Familie des besten Freundes vorbei auf einen Kaffee und dann zurück nach Köln. Da waren dann auch alle platt, die lange Fahrt, der ganze Input. Naja, ist ja nur eine Außnahme…

Am Sonntag hieß es wieder ab ins Auto. Wir fahren mit Freunden im Tierpark und Greifvogelstation Hellenthal verabredet. Meine Naivität überrascht mich immer wieder. Ich hab prinzipiell nix gegen Tierhaltung. Zoos kann ich mir ganz gut anschauen. Eigentlich. Aber es gibt auch Situationen, da kommt mir das Würgen. Die Orcas zum Beispiel im Loro Park auf Teneriffa. Und eben die Greifvögel in der Station Hellenthal. Hockten da auf einer Wiese, an den Krallen angekettet mitten in der Sonne und ohne Schatten. Adler, Uhus, Bussarde…schnell weiter zum Spielplatz.

Wildschweine im Matsch

Ein Eis in der Sonne muss sein

Fernsehn für Kind2

Wie schwer ist eigentlich so ein Geweih?

Notiz an mich selbst: Nächst mal vorher recherchieren, wohin wir da fahren. Das Wildgehege gefiel mir ansonsten gut aber der Greifvogelstation geb ich nie wieder einen Euro.

Einen guten Start in die nächste Woche!

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6 Jahre Minime

„Mamaaa, kann ich mir ein Eis kaufen?“

Einer der ersten sonnigen Tage, alle Familien aus der Umgebung sitzen – wie wir – im Park. Es ist der sechste Geburtstag von Kind1. Nach dem Kindergarten sind wir mit dem Kinderwagen vollbepackt mit Sandspielzeug und Muffins losgezogen. Die Picknickdecke wird eingeweiht.

Auch der Eismann weiß das Wetter zu nutzen und fährt mit seinem ausgebauten Kleintransporter vor. „Holst Du Dir selber ein Eis oder soll ich mitgehen?“ „Ich kauf mir das selber!“ „Dann bring auch für Deinen Bruder eine Kugel mit“.

Ich drücke diesem großen Kind, das grade sechs geworden ist, 3 Euro in die Hand (man weiß ja nie, wie viel so eine Kugel Eis aktuell kostet) und es zieht los. Stellt sich in die Schlange (vielleicht drängelt er sich auch vor, ich seh das nicht so genau) und kommt mit zwei Eishörnchen wieder. Eins für sich, eins für den kleinen Bruder.

Ich bin gerührt. So viel Selbstständigkeit. Kein Zögern. Pures Selbstvertrauen in diesem doch noch so kleinen Kerl. Der so klein gar nicht mehr ist.

Happy Birthday - Geburtstagskerze auf Kuchen

Happy Birthday zum sechsten Geburtstag Großer!

Am Morgen bin ich früh aufgestanden, habe die Geburtstagskerzen-Karavane aufgestellt, eine kleine Kerze angezündet und bin dann ins Schlafzimmer gegangen. Ich sang „Heute kann es regnen, stürmen oder schnein…“ mit kleinen Aussetzern – weil ich trotz allem nicht textsicher bin und außerdem diesen fetten Kloß vor Rührung im Hals habe. Der Mann rettet mich auch nicht, also hör ich nach dem ersten Refrain auf. Kind1 pustet die Kerze aus und läuft in die Küche. Glänzende Augen als er den Küchentisch sieht. Mit der Kerzen-Karavane und der Girlande auf der „Herzlichen Glückwunsch“ steht.

Er packt seine Geschenke aus. Über seinen Transformer freut er sich sehr – schließlich redet er seit einem dreiviertel Jahr von nichts anderem als diesem Transformer. Nicht das Geschenk, das wir ihm ausgesucht hätten. Aber wenn Wünsche so stabil und fest sind, dann müssen sie erfüllt werden.

Das sonnige Wetter strahlt mit dem Geburtstagskind um die Wette.

Bagger im Sand

Den Nachmittag feiern wir im Park

Im Kindergarten wurd er gefeiert und bekam eine Geburtsagskrone. Die nimmt er auch anschließend mit in den Park.

Jetzt ist da dieser Junge, der bald in die Schule kommt. Der sich selber (und seinem Bruder) ein Eis kauft. Der reden kann wie ein Wasserfall, Fragen stellt, die auch Wikipedia nicht beantworten kann (und wir Eltern erst recht nicht). Das Kind, das neugierig in die Welt und die Zukunft schaut und für den ich liebend gerne versuche, diese Welt zu erhalten, zu verbessern und zu verschönern.

Eine Zeichnung von Torben Kuhlmann, Autor von "Lindbergh" und "Armstrong"

Eine Zeichnung von Torben Kuhlmann, Autor von „Lindbergh“ und „Armstrong“

Ein paar besondere Highlights gab es zu diesem Tag – ganz zufällig. Der Mann arbeitet bei der Lit.Cologne und hört vormittags viele Lesungen von Kinderbüchern. Auch der Autor von „Lindbergh“ tritt auf – mit dem Nachfolger, „Armstrong“. Eine Ausgabe bekommt der Mann von der Moderatorin Angela Maas, die vom Geburtstag gehört hat, geschenkt.

Kuhlmann - Armstrong

Kuhlmann – Armstrong

Und eine Zeichnung vom Autor gab es auch dazu.

Das Highlight vom Kind an dem Tag war aber vermutlich ganz anderer Natur: In dem Park in dem wir unsere Picknickdecke aufschlugen darf so semioffiziell gegrillt werden. Um die Grillkohle hinterher zu entsorgen, wurden extra Behälter angebracht. 80% aller Personen, die in dem Park grillen vertauschen aber Mülleimer mit Kohlebehälter – so dass die Mülleimer ständig qualmen. Auch an diesem Nachmittag beobachtete ich, dass einer der Eimer ordentlich rauchte. Und dann dachte ich: Wenn ich das beobachte tun das vermutlich auch einige andere – aber ob dann auch jemand die 112 anruft? Also griff ich zum Handy, wählte die 112 und dachte – lieber einer zu viel als eine zu wenig. Ich war aber offenbar die erste, die den Rauch meldete und so rückte wenige Minuten später ein großer Einsatzwagen an – alle Kinder hin!

Kind1 vermutete ich in diesem Gewimmel. Als die Feuerwehr verrichteter Dinge abzog kam er auf mich zugerannt und erzählte, was er gesehen hatte. „Die Feuerwehr war da, Mama, und musste einen Mülleimer löschen!“

„Ja, und weißt Du, wer die Feuerwehr gerufen hat?“ „Wer?“ „Ich“ „Dass muss ich sofort Jakob erzählen!!!“ – für ein paar Minuten war ich Supermama, weil ich die Feuerwehr gerufen hab.

We survived Kindergeburtstag

Am Samstag folgte der Kindergeburtstag. Sieben eingeladene Kinder und Regen. Der Mann kümmerte sich um das Bespaßungsprogramm mit Jutebeuteln und Stoffmalstiften. Aber die erste dreiviertel Stunde spielten die Kinder, die sich alle aus dem Kindergarten kannten, einfach miteinander. Der Mann und ich saßen etwas überrascht in der Küche und wurden nicht gebraucht.

Dann gab es Kuchen (und davon viel) und Limo. Als alle satt waren baten wir die Kinder nochmal raus aus der Küche für den Umbau zum Malen.

Stofftaschen bemalen

Stofftaschen bemalen

Alle Kinder machten gerne mit, hatten Spaß und konnten etwas mit nach Hause nehmen.Kind1 zeigte sich als zuvorkommender Gastgeber und fühlte sich pudelwohl.

Nachdem sieben Kinder abgeholt waren kamen mein bester Freund mit Frau und den beiden Söhnen, die beide im ähnlichen Alter wie meine sind. Es gab Lego und das wurde gemeinsam aufgebaut. Abends bestellten wir Pizza für alle und die Kinder gingen abends müde, aber ohne Proteste ins Bett.

Am heutigen Sonntag kamen noch meine Eltern, meine Schwester und eine der beiden Patentanten von Kind1.Es gab Bücher und noch mehr Lego für Kind1, es wurde gegessen und gespielt und abends gabs Sushi.

Der Mann machte seinen großartigen Apfelkuchen, den ich aber nicht essen konnte (weil Zucker und Butter…), dafür fand ich sogar eine Torte, die ich essen konnte: Apfel-Bananen-Rohkosttorte ohne Backen, das Rezept gefunden im Umstandslos:magazin:

Apfel-Bananen-Rohkosttorte

Apfel-Bananen-Rohkosttorte. Hier inszeniert nicht mit einer teuren Kamera, sondern mit einem weißen Duschvorhang für 1,99 von Ikea. Trick17 in der Fotografie, gelernt auf der #wubbtika

6 Jahre Kind1. 6 Jahre Muttersein. Wir wachsen gemeinsam.

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Wochenende mit Bibliothek, Bodytalk & frischer Luft

Freitag

Am Freitag bringe ich die Kinder zum Kindergarten. Die Leiterin bittet noch um ein Gespräch (ich bin Eltern…sprecherin oder wie das heißt in der Gruppe von Kind2) da – wieder – eine Erzieherin gekündigt hat. Diesmal gibts immerhin eine Erklärung und nicht die Berufung auf Datenschutz. Die hohe Fluktuation nervt mich. Vor allem da die meisten Erzieherinnen die neu sind es nicht für nötig befinden sich mal kurz persönlich vorzustellen. Also mir würde „Hallo, ich bin xy und jetzt in der Raupen-Gruppe als Erzieherin/Kinderpflegerin“ völlig reichen.

Anschließend kehre ich auf einen koffeinfreien Kaffee ein, blättere kurz in einer GALA (ja echt, manchmal geh ich auch extra früher zu Arztterminen um in der Zeitschriftenauslage zu stöbern) und bezahle. Zu Fuß gehe ich zur Stadtbibliothek. Im Rahmen meiner Fastenzeitspläne will ich einmal die Woche in der Bibliothek sitzen und stöbern. Mein Luxus.

Ich stöbere in Reiseführern zu Korsika, blättere durch Zeitschriften, vegane Kochbücher und historische Schinken über den zweiten Weltkrieg bzw. die Zeit danach. Eigentlich wollte ich gar nichts ausleihen aber irgendwie verirren sich doch ein paar Bücher in meinen Rucksack.

Bibliothek

In der Bibliothek

Mit dem ziehe ich zum Wochenendeinkauf weiter. Da ich am Wochenende alleine mit den Kids bin und am Samstag auch auf einer größeren Veranstaltung mit Kinderbetreuung bleibt nicht so viel Zeit fürs Kochen, also hole ich ein paar Fertigprodukte im Bioladen, die vegan und zuckerfrei sind. Naja und sowas wie Nudeln und Pesto. Letzteres mach ich eigentlich gern selber aber wie gesagt, die Zeit ist knapp. Auf dem Markt kaufe ich Gemüse dazu und hole dann die Kinder ab.

Zu Hause steck ich die erst mal in die Badewanne. Kind2 hab ich nämlich aus einer Pfütze im Außengelände gefischt und auch wenn er passende Kleidung anhat – einen Neopren trägt er nicht und so verirrt sich der Matsch überall.

Notiz an mich selber: Badezimmerputztag und Kinderbadetag zusammen legen.

Ich backe ein einfaches Brot, schneide fürs Abendessen Kohlrabi in Stifte und mach aus einer halben Sellerieknolle Sellerieschnitzel. Als Dip für den Kohlrabi gibt es Bananen-Mandelmus-Curry Dip. Naja, die Kinder bleiben beim Brot…

Mit dem Ohrenbär schlafen wir ein.

Erstaunlicherweise fällt es mir bis hierher nicht schwer mit dem Zuckerverzicht, obwohl ich den ganzen Tag heute leichtes Kopfweh hatte. Eine kleine Umfrage auf twitter ergab, dass das wohl „normal“ sei.

Samstag

Ich werde von zwei Morgenmuffeln geweckt. Bekomme direkt Befehle was ich aber auch zügigst und sofort zu tun hätte (Flasche holen, Hörspiel anmachen) und schon hab ich Puls. Ich mache ein Müslifrühstück. Kind2 steht da drauf und verdrückt riesen Portionen. Anschließend möchte ich mit ihnen das Kallax-Regal aufbauen, dass der Mann und ich letzte Woche gekauft haben. Kurzfassung: Die hätten in die Anleitung ruhig schreiben können, dass die vier Seitenteile NICHT alle gleichlang sind! Und am Ende sind zwei Dübel kaputt weil die Kinder drüber her toben…

Kind2 macht ein kurzes Nickerchen und anschließend packen wir unsere Sachen. Es geht zur Tagung „Body*Talk“ anlässlich des Frauentags am 08.03.

Ich treffe viele coole Leute – altbekannte, liebgewordene Menschen die ich durch dieses Internet kenne und denen Feminismus ein Anliegen ist. Und: Es gibt Kinderbetreuung! Die ist so cool, dass Kind1 mich anschließend fragt, ob er da morgen wieder hingehen kann.

Es gab tolle Inputs zu Youtube, Fat-Acceptance, Cross Dressing etc. Und ich beschließe, in Zukunft mal einen Drag-King Workshop mitzumachen.

Magda Albrecht bei ihrem Input zu Fat-Acceptance und Body Politics

Magda Albrecht bei ihrem Input zu Fat-Acceptance und Body Politics

Stephanie Weber beim Gender Crossing Workshop

Stephanie Weber hält einen Workshop zu Gender Crossing und Cross-Dressing

Pommes danach

Die Kinder haben gut durchgehalten. Ich kaufe ihnen eine Pommes weil ich Sorge hab, dass sie zu Hause schon eingeschlafen sind. Den Gefallen tun sie mir aber doch nicht. Um halb neun sind sie aber im Bett.

Sonntag

Ein unspektakulärer Tag. Die Kids streiten sich die ganze Zeit und ich gehe mit ihnen an die frische Luft. Das macht es etwas besser. Sie fahren mit ihren Rädern im Volksgarten rum und nehmen jede Pfütze mit, die sie finden. Da Kind2 keine Matschhose verweigert ist er schnell nass bis auf die Knochen. Nach Hause will er aber nicht. Wir treffen noch ein paar bekannte Menschen, Small Talk hier und da.

Kids im Volksgarten

Zu Hause gibt es gebratene Nudeln vom Vortrag für die Kids, für mich Salat mit Lupinengeschnetzeltem. Die Kinder dürfen Fernseh gucken – das ist mein Zeitfenster für „den Haushalt“. Ich mache noch ein Brot für morgen und räume auf. Nach dem Abendessen spielen die Kinder noch eine halbe Stunde, bevor sie mich holen weil sie ins Bett wollen. Dafür sind sie noch lange wach… ich mache mir noch eine Kräuter“butter“, facetime mit dem Mann und setz mich dann auf die Couch um diesen Beitrag zu Ende zu schreiben und jetzt – jetzt eine Folge Veronica Mars und Heiabubu.

Ich wünsch euch einen guten Start in die Woche!