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Die Woche…Zeit ist purer Luxus

Dienstag

Ich bringe die Kinder morgens zur Kita. Kind2 fällt der Abschied etwas schwerer, aber als seine Erzieherin ihm anbietet, mit ihm ans Fenster zu gehen und mir noch mal zu Winken geht er mit. Da ich morgens grade keinen Stress mehr habe, pünktlich irgendwo sein zu müssen bin ich meist sehr entspannt. Die andere Erzieherin greift dann schon mal so grob nach seinem Arm, weil sie meint, mir damit zu „helfen“ wenn sie ihn nimmt, da reagiert er dann – mit Recht – total empört drauf. Und ich auch. Selbst wenn ich es eilig hätte, ließe ich ihn mir nicht so aus dem Arm reißen.

Ich geh noch kurz Kaffee trinken und schreibe meine ToDo Liste. Viel Kleinkrams liegt an. Zu Hause packe ich die Bücher für momox in die gestern gekauften Paketboxen und stelle sie auf die Waage. Ich wollte grade alles nach unten bringen um mit dem Kinderwagen zur Post zu gehen, da ruft die Kita an. Kind2 habe Bindehautentzündung. Ich informiere noch den Kinderarzt und kann kurzfristig vorbei kommen.

Da wusste ich noch nicht, was der Rest der Woche mit sich bringt…

 

Kind2 und ich sitzen im Behandlungszimmer und warten auf die Ärztin. Die bestätigt direkt den Verdacht auf Bindehautentzündung und gibt ein Rezept für Antibiotika mit. Sie sagt aber, ich soll erst abwarten, die meisten Entzündungen im Auge sind viral, da bringen die Tropfen nichts. Ich solle die Augen mit Wasser und Taschentücher reinigen und nur wenn morgen die Augen immer noch zu sind das Rezept einlösen. Sagte ich schon, dass ich die Ärztin mag?

Kind2 und ich machen das Beste aus dem Tag. Schon morgens wollte Kind2 gerne „Zug fahren“ (alles was auf Schienen fährt) und so setzen wir uns in die Straßenbahn und fahren einmal nach Norden und zurück. Es gibt noch ein Eis von unserem Stammkiosk und dann ist Mittagsschlaf angesagt. Auch für mich.

Kind und Katze auf meinem Schoß

Am späten Nachmittag holen wir Kind1 ab, das auf einem Kindergeburtstag war. Ich mache zu Hause Nudeln mit Spinat-Mais-Tomatensauße, die von den Kindern fast komplett ignoriert werden…na gut, das kenn ich. Die Kinder dürfen noch Dino-Zug gucken und anschließend kuschel ich sie in den Schlaf 😉

Mittwoch

Kind2 hat immer noch ein Matschauge, wird also nichts mit Kindergarten heute. Kind1 hat momentan eh keine Lust und wenn er mitkriegt, dass Kind2 zu Hause bleiben „darf“ wirds eh schwer…bleiben wir also zu Hause. Kind2 ist die ganze Zeit ein wenig schlapp, wir lungern viel im Bett rum. Mittags kommt der Patenonkel von Kind2 mit seiner kleinen Tochter und viel Süßkram vorbei. Gegen Nachmittag schnalle ich mir das schlappe Kind2 auf den Rücken und bringe Kind1 zum bouldern. Ich spaziere mit Kind2 und seinem Patenonkel durch den neben der Kletterhalle liegenden Park.

Irgendwann fängt Kind2 an ständig „Aua Bauch, aua. Aua Bauch!“ zu sagen. Er hört gar nicht mehr auf…Ich bitte eine andere Mutter in der Kletterhalle Kind1 später nach Hause zu bringen und laufe mit Kind2 zurück. Die Wunderheilung tritt ein, als ich den Dino-Zug anmache…Kleinkinder können doch noch nicht simulieren???

Kind1 kommt kurze Zeit später zurück und die Kinder schauen noch gemeinsam bis zum Abendessen.

Donnerstag

Die Augentropfen haben bei Kind2 immer noch nicht angeschlagen und er wirkt schlapp. Doof. Doof für Kind2 und doof für mich. Heute sollte nämlich das Existenzgründungscoaching statt finden, das mir die Agentur für Arbeit netterweise finanziert. Daraus wird heute nichts. Ich informiere den Bildungsträger, mache die Kinder fertig und bringe Kind1 zum Kindergarten.

Weil Kind2 keine Lust hatte zu frühstücken darf er eine Waffel im Café essen

Mit Kind2 geh ich zum Supermarkt, eigentlich brauch ich nur Brot und Sojamilch. Letztere hab ich neulich versucht selber zu machen. Im Unverpacktladen gab es Sojabohnen aus Deutschland. Über Nacht eingeweicht und dann am nächsten Tag versucht, die Haut abzuribbeln…verfluchte Mistarbeit! Lecker wars, aber vorläufig greife ich auf die Gekaufte zurück.

Ich sehe grünen Spargel! Ich kaufe ein halbes Kilo fürs Abendessen. Kind2 legt sich noch so Quetschie-Zeugs in den Kinderwagen und ich protestiere nicht. Wir gehen zum Spielplatz, Kind2 lutscht sein Zuckerquetschie aus. Ansonsten ist er eher unmotiviert was Spielen angeht. Ich gehe noch zur Stadtbücherei weil ich Bücher wegbringen muss aber die öffnet erst um 11 Uhr…also zurück nach Hause.

Pusteblumen pusten – für mehr reichte bei Kind2 die Energie nicht

Beim Bilderbuchgucken schläft Kind2 dann ein. Ich versuche es ebenfalls mit einem Mittagsschlaf, aber Donnerstag ist auch Müllabfuhr-Tag und die sind eeeecht hartnäckig. Ich räume Küche und Bad ein wenig auf, räume die Spülmaschine aus und wieder ein und hänge Wäsche ab. Als Kind2 aufwacht ist es auch schon fast Zeit Kind1 abzuholen.

Ich gehe mit Kind2 noch in die Bücherei und bringe die Bücher weg. Ups, nachzahlen…

Im Kindergarten werde ich vom Großen als Erstes gefragt, was wir machen. Ich schlage Spielplatz vor. Er möchte mit seinem Rad fahren. Ich zögere und lehen ab. Weil Kind2 nicht ganz fit ist, aber ganz bestimmt auch Rad fahren will, wenn Kind1 es tut. Weil beide Kinder, aber ganz besonders Kind2 da gerne seine Grenzen überschätzt. Weil im Park meine Hauptbeschäftigung wäre hinter mindestens einem Kind herzurennen, weil sie in unterschiedliche Richtungen fahren…Ich sage nein und begründe es mit Kind2. Tja nun, was dann folgt ist ein 15minütiges Drama voller Geschrei und mehr.

Ich bin ziemlich hilflos, aber was mich nach 10 Minuten wahnsinnig macht sind die 4 Erwachsenen die Kind1 ansprechen und zwar in die Richtung „Sei artig und hör auf Deine Mama!“ „Du bist aber ein böser Junge!“ – ich mein geeeehts noch? Also klar, denke ich auch, dass er auf mich hören soll. Aber bei Kind1 führt das zu noch mehr Wut und Gebrüll. Na danke! So brüll ich also der xten Person entgegen: „Nein, er ist nicht böse und es hilft nicht wenn Sie sich einmischen!“ – Nach sechs Jahren Elternsein bin ich durch mit freundlich sein.

Ernsthaftes Danke an die andere Mutter, die mich fragt, ob sie mir helfen kann…In dem Moment leider nicht, aber ich schätze die Reaktion. Und dickes Danke an den Mitarbeiter des Jugendzentrums ein paar Meter weiter, der mir einen Kaffee bringt. Das lenkt dann sogar Kind1 soweit ab, dass er aufhört um sich zu schla… schreien. „Mama, das Einzige was hilft ist jetzt Radfahren oder Eis essen“. Rad fahren ist weiter indiskutabel aber ein Eis für alle – why not.

Danach gehen wir alle etwas erschöpft nach Hause. Wir kuscheln und gucken Bilderbücher an. Ich brate den Spargel mit der selbstgemachten Bärlauchbutter und etwas Knoblauch an. Für die Kinder mache ich dazu Rührei. Während der Dino-Zug läuft gebe ich Kind2 seine letzte Dosis Augentropfen für heute. Beide Hände je eine Hand der Kinder haltend geht es in die Nacht…

Stillleben zur Nacht


Was bleibt von der Woche? Murphy schlägt immer zu, wenn ich Strohwitwe bin. Die meisten Erziehungsratgeber wären überflüssig, wenn es „das Dorf“ für alle Familien gäbe. Zeit ist purer Luxus. Ich bin froh, ihn zu haben.

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Die Zeit ist schneller als ich. Also, äh…

An manchen Tagen stolper ich der To Do Liste hinterher und erledige all die akuten, dringenden Punkte und suche nach einem Moment, in dem ich mich umgucken kann, in denen ich nicht den Dingen hinterherrenne sondern ihnen ihren Platz anweisen kann.

Am Samstag waren wir nichts desto trotz auf der Anti-AFD Demo hier in Köln. Eine bunte Truppe Menschen startete in der Südstadt (wie auch in vielen anderen Stadtteilen) um von dort aus in die Stadtmitte zu ziehen. Kind2 und ich gingen nur einige hundert Meter mit. Für Kind2 war nämlich Mittagstief angesagt – keine Lust auf in der Menschenmasse mitrollen oder -laufen, also sind wir in eine Seitenstraße abgebogen, während der Mann und Kind1 noch weiter liefen…

Ich schob Kind2 im Kinderwagen hin und her in der Hoffnung, dass er noch ein Auge zumacht, statt dessen bekam ich nur kalte Finger während Kind2 auf die Dinge um sich herum zeigte, sich zwischendurch die Augen rieb, aber offensichtlich keine Lust hatte, selbige zu schließen.

Zu Hause probierte ich es mit Fernsehn, aber die Einzige die dabei einschlief war ich…am späten Nachmittag kamen Mann und Kind1 wieder, wir machten Essen, die Kinder spielten noch eine Weile und dann war auch schon Schlafenszeit.

 

„Bunt statt Bla“ hieß es bei der Anti-Afd Demo in Köln. Hier der Ausgangspunkt in der Kölner Südstadt

Am Sonntag musste der Mann früh zur Arbeit. Für eine Woche bin ich jetzt Strohwitwe. Wir fuhren zu meinen Eltern denn der Opa hatte Geburtstag.

Die Duplo-Eisenbahn bei den Großeltern ist der Hit

Die Kinder beschäftigen sich mit den Spielsachen, spielen im Garten – mit Blumen, Erde und Wasser und ich bin ein bisschen neidisch auf so einen Garten.

Manchmal bin ich neidisch auf den Garten anderer Leute. Für Kind1 ist das besser als Fernsehen: Käfer gucken, Blumen sammeln, in der Erde buddeln

Da Ferienende ist bleibe ich nicht allzu lange, wir müssen ja noch mit dem Auto zurück und ich hab Angst vor Stau und der Parkplatzhölle. Stau gab es glücklicherweise keinen, aber über eine halbe Stunde Parkplatzsuche mit müden Kindern…

Heute brachte ich die Kinder zum Kindergarten – sogar recht pünktlich. Anschließend stärkte ich mich in meinem Lieblingscafe für den Tag, ich hatte eine Menge vor. Erst die Einkäufe, dabei noch ein Schwätzchen mit der Babysitterin der Kids, die ich vor einem anderen Café traf. Päckchen holen für meine geplante Momox-Großaktion, bei Oxfam vorbei um mich zu erkundigen, wann und was ich für Sachen vorbei bringen kann (Ausmisten steht auf dem Plan!). Ich kaufe noch ein Geschenk für einen Kindergeburtstag auf dem Kind1 morgen eingeladen ist.

Wieder zu Hause ist es schon fast mittag und tatsächlich bin ich noch weitere zwei Stunden mit Aufräumen und Putzen beschäftigt. Seufz. Das Ding: nachmittags schaff ich das Alles nicht, weil einkaufen oder aufräumen mit den Kindern total unmöglich ist.

Aber ich will nicht klagen: Es blieb genug Zeit für Verschnaufpausen. Nur nicht für die Lohnarbeit. Um 15.00 Uhr musste ich schon wieder los zum Elternnachmittag in der Gruppe von Kind2. Anschließend Spielplatz, Badewanne, Fernsehn, ab ins Bett. Letzteres ist meistens erst gegen 21 Uhr und nun erledige ich Papierkram.

Damit gute Nacht!

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Geburtstag – Wellness – Ostern

Voll waren die letzten Tage. Voll schön. Letzte Woche ließ ich mir die Haare blau färben. Dunkelblau. Warum? Die Frage ist doch: Warum nicht? Oder, wenn nicht jetzt, wann dann? Als ich Kind1 fragte, ob er blaue Haare toll fände sagte er: „Nee Mama, färb die ganz bunt!“ Schön, dass ich ihm noch nicht peinlich bin.

Melanie blaue Haare

Blaue Haare

Vergangenen Donnerstag hatte ich meinen 37. Geburtstag. Gefeiert habe ich ganz unspektakulär. Meine Schwester kam nachmittags zum Babysitten und der Mann und ich sind abends zu unserem Lieblingsmexikaner gegangen. Anschließend dachten wir, wir könnten doch nicht so früh nach Hause – also gingen wir noch durch die Südstadt, standen plötzlich vor einer Kneipe in der Hillibilly Livemusik gespielt wurde, gingen weiter und trafen noch spontan Freunde. Mit denen zogen wir noch in eine Kneipe, die eigentlich schon vor Monaten geschlossen werden sollte. Totgesagte leben länger.

Am Freitag fuhren meine Schwester und ich dann zusammen gen Süden um Wellness in einem Hotel an der Mosel zu machen. Die Hinfahrt über kamen wir nur langsam voran, da auch hunderte andere Entspannungssuchende ihre Osterferien nicht zu Hause verbringen wollten.

Das Wellnesshotel war toll und hatte einen super Ausblick über die Mosel. Ich dachte ja gar nicht, dass ich das kann, „Wellness“. Mal abgesehen davon, dass Wellness für mich aktuell schon ein Abend mit Buch in der Badewanne wäre. Aber prinzipiell entspanne ich mich eher beim Draußen-Sein, Klettern oder auf dem Wasser. Hier war eher klassisch Wärme, Wasser, Wein angesagt.

Wellnesshotel mit Spa, Pool und Moselblick

Die Saunen hab ich  mir gespart, das Dampfbad mit 50 Grad machte mich schon fertig. Der Whirlpool war schon meine Obergrenze in Sachen Hitze. Aber es gab einen wunderschönen Panorama-„ruhe“-Raum in dem ich den halben Nachmittag lag und las. Eine Rückenmassage war auch dabei und ich wusste gar nicht, wie es mal ist nicht die Last der ganzen Welt gefühlt auf den eigenen Schultern zu tragen.

Ansonsten senkten wir dort den Altersdurchschnitt um die Hälfte würde ich sagen. Tranken überteurte Smoothies und Wein und führten viele Dialoge, die twitter-verdächtig waren, aber irgendwie nicht nacherzählbar.

Am Sonntag morgen reisten wir ab und besuchten noch eine Burg. Wirklich niedlich.

Beeindruckende Burg

Beeindruckende Geräte – „Schatz, ich hab Dir was mitgebracht“

Die Kinder und der Mann freuten sich so halbwegs angemessen, mich wiederzusehen.

Ostermontag fuhren wir zu meinen Eltern. Dort war nämlich der Osterhase und hat was für die Kinder versteckt. Gebracht hat er Schoki, Eier und für jeden ein kleines Legospielzeug. Weil vorab schon einige diskutierte, wie viele Geschenke Ostern denn angemessen wären kann ich für mich sagen: Genau so.

Mit meiner Schwester und unseren Eltern fuhren wir noch auf die Osterkirmes, wo Kind2 überraschend viel Spaß beim Autoscooter hatte, meine Schwester und ich auf der Raupe und dem Breakdance gegen die Schwerkraft kämpften und wir abends alle ziemlich müde und happy waren.

Jetzt ist schon wieder Mitte der Woche, ich versuche so langsam meine Arbeitsprojekte zu strukturieren und in kleine Häppchen zu unterteilen um für mich irgendwie ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel man so „schaffen“ kann.

Mehr dazu die nächsten Tage!

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Ein Wochenende mit Modellbauausstellung und Tierpark

An Wochenenden, an denen der Mann da ist, haben wir schon oft das Bedürfnis „was zu erleben“. Dieses Wochenende ergab es sich auch fast wie von selbst. In Dortmund war Modellbauausstellung, was ein Ereignis! Den Kindern versprachen wir eine Überraschung, packten unsere Sachen und fuhren schon vormittags los.

Sogar Kind2 darf einen ICE fahren

Im Dunkeln Modellbauflugzeuge fliegen…muss ein Spaß sein

Für Kinder gab es überall Beschäftigung

In allen Hallen summte und brummte es. Eisenbahnen, Autos, Flugzeuge, Hubschrauber, Drohnen – alles in Miniatur. Für viele ein leidenschaftliches Hobby (und kostenspielig! Was man da an Geld lassen konnte…).

Die Kinder hatten einen riesen Spaß und wir hatten Mühe, von Stand zu Stand zu kommen. Die Kinder hätten gut und gerne den ganzen Tag in einer Halle verbringen können. Es war gar nicht so einfach, sie zum Weitergehen zu überreden. Aber nur wenige Schritte weiter das nächste WOW!!! Selbst ich, die sonst fast gar nichts mit dieser Art von Spielzeug zu tun hatte, ließ sich ein wenig mitreißen von der Begeisterung.

Anschließend noch kurz bei der Familie des besten Freundes vorbei auf einen Kaffee und dann zurück nach Köln. Da waren dann auch alle platt, die lange Fahrt, der ganze Input. Naja, ist ja nur eine Außnahme…

Am Sonntag hieß es wieder ab ins Auto. Wir fahren mit Freunden im Tierpark und Greifvogelstation Hellenthal verabredet. Meine Naivität überrascht mich immer wieder. Ich hab prinzipiell nix gegen Tierhaltung. Zoos kann ich mir ganz gut anschauen. Eigentlich. Aber es gibt auch Situationen, da kommt mir das Würgen. Die Orcas zum Beispiel im Loro Park auf Teneriffa. Und eben die Greifvögel in der Station Hellenthal. Hockten da auf einer Wiese, an den Krallen angekettet mitten in der Sonne und ohne Schatten. Adler, Uhus, Bussarde…schnell weiter zum Spielplatz.

Wildschweine im Matsch

Ein Eis in der Sonne muss sein

Fernsehn für Kind2

Wie schwer ist eigentlich so ein Geweih?

Notiz an mich selbst: Nächst mal vorher recherchieren, wohin wir da fahren. Das Wildgehege gefiel mir ansonsten gut aber der Greifvogelstation geb ich nie wieder einen Euro.

Einen guten Start in die nächste Woche!

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6 Jahre Minime

„Mamaaa, kann ich mir ein Eis kaufen?“

Einer der ersten sonnigen Tage, alle Familien aus der Umgebung sitzen – wie wir – im Park. Es ist der sechste Geburtstag von Kind1. Nach dem Kindergarten sind wir mit dem Kinderwagen vollbepackt mit Sandspielzeug und Muffins losgezogen. Die Picknickdecke wird eingeweiht.

Auch der Eismann weiß das Wetter zu nutzen und fährt mit seinem ausgebauten Kleintransporter vor. „Holst Du Dir selber ein Eis oder soll ich mitgehen?“ „Ich kauf mir das selber!“ „Dann bring auch für Deinen Bruder eine Kugel mit“.

Ich drücke diesem großen Kind, das grade sechs geworden ist, 3 Euro in die Hand (man weiß ja nie, wie viel so eine Kugel Eis aktuell kostet) und es zieht los. Stellt sich in die Schlange (vielleicht drängelt er sich auch vor, ich seh das nicht so genau) und kommt mit zwei Eishörnchen wieder. Eins für sich, eins für den kleinen Bruder.

Ich bin gerührt. So viel Selbstständigkeit. Kein Zögern. Pures Selbstvertrauen in diesem doch noch so kleinen Kerl. Der so klein gar nicht mehr ist.

Happy Birthday - Geburtstagskerze auf Kuchen

Happy Birthday zum sechsten Geburtstag Großer!

Am Morgen bin ich früh aufgestanden, habe die Geburtstagskerzen-Karavane aufgestellt, eine kleine Kerze angezündet und bin dann ins Schlafzimmer gegangen. Ich sang „Heute kann es regnen, stürmen oder schnein…“ mit kleinen Aussetzern – weil ich trotz allem nicht textsicher bin und außerdem diesen fetten Kloß vor Rührung im Hals habe. Der Mann rettet mich auch nicht, also hör ich nach dem ersten Refrain auf. Kind1 pustet die Kerze aus und läuft in die Küche. Glänzende Augen als er den Küchentisch sieht. Mit der Kerzen-Karavane und der Girlande auf der „Herzlichen Glückwunsch“ steht.

Er packt seine Geschenke aus. Über seinen Transformer freut er sich sehr – schließlich redet er seit einem dreiviertel Jahr von nichts anderem als diesem Transformer. Nicht das Geschenk, das wir ihm ausgesucht hätten. Aber wenn Wünsche so stabil und fest sind, dann müssen sie erfüllt werden.

Das sonnige Wetter strahlt mit dem Geburtstagskind um die Wette.

Bagger im Sand

Den Nachmittag feiern wir im Park

Im Kindergarten wurd er gefeiert und bekam eine Geburtsagskrone. Die nimmt er auch anschließend mit in den Park.

Jetzt ist da dieser Junge, der bald in die Schule kommt. Der sich selber (und seinem Bruder) ein Eis kauft. Der reden kann wie ein Wasserfall, Fragen stellt, die auch Wikipedia nicht beantworten kann (und wir Eltern erst recht nicht). Das Kind, das neugierig in die Welt und die Zukunft schaut und für den ich liebend gerne versuche, diese Welt zu erhalten, zu verbessern und zu verschönern.

Eine Zeichnung von Torben Kuhlmann, Autor von "Lindbergh" und "Armstrong"

Eine Zeichnung von Torben Kuhlmann, Autor von „Lindbergh“ und „Armstrong“

Ein paar besondere Highlights gab es zu diesem Tag – ganz zufällig. Der Mann arbeitet bei der Lit.Cologne und hört vormittags viele Lesungen von Kinderbüchern. Auch der Autor von „Lindbergh“ tritt auf – mit dem Nachfolger, „Armstrong“. Eine Ausgabe bekommt der Mann von der Moderatorin Angela Maas, die vom Geburtstag gehört hat, geschenkt.

Kuhlmann - Armstrong

Kuhlmann – Armstrong

Und eine Zeichnung vom Autor gab es auch dazu.

Das Highlight vom Kind an dem Tag war aber vermutlich ganz anderer Natur: In dem Park in dem wir unsere Picknickdecke aufschlugen darf so semioffiziell gegrillt werden. Um die Grillkohle hinterher zu entsorgen, wurden extra Behälter angebracht. 80% aller Personen, die in dem Park grillen vertauschen aber Mülleimer mit Kohlebehälter – so dass die Mülleimer ständig qualmen. Auch an diesem Nachmittag beobachtete ich, dass einer der Eimer ordentlich rauchte. Und dann dachte ich: Wenn ich das beobachte tun das vermutlich auch einige andere – aber ob dann auch jemand die 112 anruft? Also griff ich zum Handy, wählte die 112 und dachte – lieber einer zu viel als eine zu wenig. Ich war aber offenbar die erste, die den Rauch meldete und so rückte wenige Minuten später ein großer Einsatzwagen an – alle Kinder hin!

Kind1 vermutete ich in diesem Gewimmel. Als die Feuerwehr verrichteter Dinge abzog kam er auf mich zugerannt und erzählte, was er gesehen hatte. „Die Feuerwehr war da, Mama, und musste einen Mülleimer löschen!“

„Ja, und weißt Du, wer die Feuerwehr gerufen hat?“ „Wer?“ „Ich“ „Dass muss ich sofort Jakob erzählen!!!“ – für ein paar Minuten war ich Supermama, weil ich die Feuerwehr gerufen hab.

We survived Kindergeburtstag

Am Samstag folgte der Kindergeburtstag. Sieben eingeladene Kinder und Regen. Der Mann kümmerte sich um das Bespaßungsprogramm mit Jutebeuteln und Stoffmalstiften. Aber die erste dreiviertel Stunde spielten die Kinder, die sich alle aus dem Kindergarten kannten, einfach miteinander. Der Mann und ich saßen etwas überrascht in der Küche und wurden nicht gebraucht.

Dann gab es Kuchen (und davon viel) und Limo. Als alle satt waren baten wir die Kinder nochmal raus aus der Küche für den Umbau zum Malen.

Stofftaschen bemalen

Stofftaschen bemalen

Alle Kinder machten gerne mit, hatten Spaß und konnten etwas mit nach Hause nehmen.Kind1 zeigte sich als zuvorkommender Gastgeber und fühlte sich pudelwohl.

Nachdem sieben Kinder abgeholt waren kamen mein bester Freund mit Frau und den beiden Söhnen, die beide im ähnlichen Alter wie meine sind. Es gab Lego und das wurde gemeinsam aufgebaut. Abends bestellten wir Pizza für alle und die Kinder gingen abends müde, aber ohne Proteste ins Bett.

Am heutigen Sonntag kamen noch meine Eltern, meine Schwester und eine der beiden Patentanten von Kind1.Es gab Bücher und noch mehr Lego für Kind1, es wurde gegessen und gespielt und abends gabs Sushi.

Der Mann machte seinen großartigen Apfelkuchen, den ich aber nicht essen konnte (weil Zucker und Butter…), dafür fand ich sogar eine Torte, die ich essen konnte: Apfel-Bananen-Rohkosttorte ohne Backen, das Rezept gefunden im Umstandslos:magazin:

Apfel-Bananen-Rohkosttorte

Apfel-Bananen-Rohkosttorte. Hier inszeniert nicht mit einer teuren Kamera, sondern mit einem weißen Duschvorhang für 1,99 von Ikea. Trick17 in der Fotografie, gelernt auf der #wubbtika

6 Jahre Kind1. 6 Jahre Muttersein. Wir wachsen gemeinsam.