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Weiberfastnacht in der Kölner Südstadt – Alaaf!

Wenn ihr die Überschrift gelesen habt, haben die Karnevalsgrinches unter euch vermutlich eh nicht draufgeklickt. Also seid ihr selber Karnevalsjeck_innen – oder sehr treue Leser_innen! <3

Zu den Karnevalsgrinchen gehörte ich ja auch mal. Ich komme aus dem Ruhrgebiet und Karneval ist da bloß eine von vielen Möglichkeiten zu Saufen Feiern. Dementsprechend war ich auch stets der Ansicht, dass Karneval und dieses Spaß-Haben auf Knopfdruck nur für Leute sei, die den Rest des Jahres einen Stock im Hintern haben…

Ja, mea culpa, so dachte ich. Dann zog ich nach Köln – und arbeitete weiterhin im Ruhrgebiet. Und machte anfangs noch den Fehler, an Karneval keinen Urlaub zu nehmen. Ich versuchte also Weiberfastnacht und Rosenmontag irgendwie durch die Stadt zum Hauptbahnhof zu kommen. Gut, diesen Fehler machte ich einmal…und den Rest des Karnevals ignorierte ich getrost.

Naja, im nächsten Jahr saß ich Weiberfastnacht im HomeOffice und plötzlich, um 11:11 Uhr ging draußen ein riesiger Lärm los – mit Trommeln und Blasmusik – da stapfte das Personal des Theaters gegenüber los, mit Pauken und Fanfaren. Inzwischen ist dort eine der größten Karnevalspartys der Südstadt an Weiberfastnacht. Und die nächsten Jahre arbeitete ich Karneval nach Möglichkeit nicht mehr.

Seit die Kinder da sind führt eh kein Weg mehr an Karneval vorbei. Die großen Züge haben bei uns um die Ecke ihre Aufstellung, da geht also der Zug los. Man fällt aus der Haustür und alle feiern Karneval! Und so muss ich sagen: Hier in Köln, grad in der Südstadt in der ich wohne, kommt man nicht drumrum. Die Stadt ist im Ausnahmezustand. Alle haben irgendwie mit Karneval zu tun. Wenn sie nicht feiern, arbeiten sie an Karneval – oder sie fahren raus aus Köln und machen Urlaub.

Pfau und Einhorn feiern Karneval

So, fertig verkleidet können Pfau und Einhorn losziehen

Es gibt soooo schöne Feiern und Umzüge – meine persönlichen Highlights sind am Sonntag der Schul- und Veedelszoch (da dürfen die ganzen Vereine außerhalb der Traditionsvereine die gleiche Strecke laufen wie der Rosenmontagszug. Und da geben sich Schulen und Vereine so viel Mühe mit den Kostümen und überhaupt – ich mag ihn viel lieber als den Montag). Und am Dienstag der Zoch in der Südstadt, der natürlich viel kleiner ist aber groß gefeiert wird. Wenn Kind1 in der Schule ist, „darf“ ich da auch mitgehen. Was freu ich mich jetzt schon drauf.

Letztes Jahr bin ich dann das erste Mal Karnevalssamstag in eine Kneipe losgezogen. Mit Sonja und ein paar anderen – ach, die Stimmung kann man einfach nicht beschreiben. Und es hat nur wenig mit dem zu tun, was nicht Kölner_innen sich unter Karneval vorstellen. Das zeigen mir auch immer wieder die Kommentare von denen, die mal ein paar Jahre in Köln wohnten und dann wieder weg sind – den Karneval vermissen sie alle!

 

Sonja und Melanie warten auf Einlass

Sonja von mama-notes und ich stehen in der Warteschlange vor der Kneipe unserer Wahl

So haben wir uns dieses Jahr direkt für Weiberfastnacht verabredet. Ich überließ Mann und Kinder ihrem Schicksal, Sonja kam erst zu mir wo wir uns zurecht machten (also ich – Sonja war schon perfekt gedressed) und zogen los. Und waren um 12 Uhr schon viel zu spät dran – und mussten eine Stunde vor der Kneipe in der Schlange stehen. Bei Nieselregen. Aber auch das macht nix an Karneval. Schnell kommt man mit den Leuten vor und hinter sich ins Gespräch und meistens gibt es ja auch einen Getränkeausschank.

Weiberfastnacht in der kölner Südstadt

Lisa (StadtLandMama) kommt aus ihrer Location rüber um uns in der Warteschlange Hallo zu sagen

Endlich drinnen suchten wir uns ein nettes Plätzchen, tanzten und sangen (die Sonja ist da erstaunlich textsicher) und prosteten den anderen Jeck_innen zu. Und so – feiern wir die Tage noch weiter. Aber keine Sorge, es wird nicht jeder Tag Karneval jetzt im Detail geschildert.

Und wenn ihr euch fragt, wie das denn so ist mit Karneval feiern als Feministin – ich dem tollen Blogkollektiv von Feminismus im Pott ein kleines Interview dazu gegeben.

ALAAF!!!

Familie, Fantastisches

Buchempfehlungen für Schwangere und (werdende) Eltern – ratgeberfrei!

Ich bin ja kein Fan von Ratgeberbüchern zum Thema Schwangerschaft oder Elternschaft. Manche sind bestimmt hilfreich, aber was da hilfreich ist finde ich eben sehr individuell. Ich persönlich würde nur noch Ratgebern trauen, die von Alleinerziehenden mit mindestens zwei kleinen Kindern geschrieben wurden. Einfach weil ich vieles in meinem Alltag nicht so umsetzen kann, wie es in den Ratgebern steht. Weil mein Alltag weit weg von manch grauer Theorie ist…

Jedenfalls habe ich trotzdem einige Bücher sehr gern gelesen und möchte meine Buchempfehlungen für (werdende) Mütter – zum Teil nochmal, weil ich einige bereits rezensiert habe – gesammelt vorstellen:

Bücher für Schwangere, Mütter und werdende Eltern

Eine kleine Auswahl der Bücher, die ich gerne gelesen habe – ratgeberfrei

In der Schwangerschaft

2010 als ich nach unerhaltsamer Literatur zu Schwangerschaft und Co. suchte fand ich noch gar nicht so viel. Über das Buch „Schön macht’s nicht, aber glücklich“ von Leonie Jakobs stolperte ich beim Stöbern in der Buchhandlung.

Als Linda, die Protagonistin schwanger wird ist sie – wie ich damals – 30. Sie freut sich über die Schwangerschaft und hat gleichzeitig Angst: davor es ihrem Chef zu sagen und ihren Job davongleiten zu sehen. Davor nie wieder auf Konzerte gehen zu können und für immer beim Schwangerenyoga mit ihrer „Yoni“ Blumen zupfen zu müssen…Kurz: Ihr ging es wie mir damals, ich fand viele Parallelen und musste darum sehr oft lachen.

Leonie Jakobs: „Schön macht’s nicht, aber glücklich“, 2008 im KiWi-Verlag erschienen.

Ich kannte Lisa und ihren damals mit Caroline Rosales betriebenen Blog, bevor ich – lange nach Geburt des ersten Kindes – ihr Buch las: Ich glaub mich tritt ein Kind heißt es. Caroline, grade zum ersten Mal schwanger, fragt Lisa, drei Kinder, zwei davon Zwillinge, über alles Mögliche aus: Körperflüssigkeiten, ob man das eigene Kind auch so nervig findet wie andere und wie das mit Job und Party nach der Geburt wirklich ist…In Form eines Briefwechsels tauschen sie ihre Gedanken dazu aus. Mit Caro kann ich mich nur wenig identifizieren und im Blog deutete sich auch recht schnell an, dass sie von der „Kann ich Mutter?“ zur „Lasst mich durch, ich bin Mutter“-Fraktion wechselte, aber die Antworten von Lisa waren schön geerdet und humorvoll und mich beeindruckt ja immer noch, wie sie so „früh“ drei Kinder bekam, nen tollen Job macht und trotzdem das geballte Energiebündel zu sein scheint.

Lisa Harmann, Caroline Rosales: „Ich glaub, mich tritt ein Kind“, 2013 im dtv-Verlag erschienen.

Nach der Geburt

Also nicht nach der Geburt wie in „direkt danach“. Aber manche Bücher haben nicht die gleiche…Wirkung wenn man selbst noch keine Kinder hat. Dann denkt man oft „Ach, das ist doch total an den Haaren herbei gezogen…was stellt die sich so an?“

Folgende Bücher mochte ich sehr gerne und hab sie gerne an frisch gebackene Mütter verliehen:

Rike Drust – Muttergefühle <3 – Rike begegnete ich schon vor dem Erscheinen ihres Buches dank ihres Blogs. Wir kommentierten beieinander und schrieben uns bald danach auch Mails. Als das Buch dann heraus kam las ich es quasi in einem Rutsch weg und – das größte Kompliment ja überhaupt – verzichtete dafür sogar auf Schlaf! Im Buch berichtet Rike über die ersten zwei Jahre mit ihrem Sohn und die Gefühlsachterbahn die sie durchlief. Die Rezension findet ihr hier und es gibt so gar einen Trailer auf youtube:

Rike Drust: „Muttergefühle. Gesamtausgabe“, erschienen 2011 im Bertelsmann-Verlag

Mit etwas Abstand

Manche Bücher lesen sich mit etwas Abstand zur Geburt am Besten. Bei den folgenden beiden Büchern hatte das für mich unterschiedliche Gründe:

Marie Svelands „Bitterfotze“ passt nicht so gut in den ersten Hormonrausch, es ist wie der Titel sagt: bitterfotzig. Die Schwedin Sara fliegt im Winter nach Teneriffa – ohne Mann und ihren zweijährigen Sohn. Sie muss raus aus ihrem alltäglichen Trott und dem Gedankenkarussell, das sich um die Gleichberechtigung dreht – zwischen ihrem Partner und ihr, aber auch zwischen Vätern und Müttern generell. Sie ist sauer, dass sie die Schwierigkeiten im Job hat während ihr Mann sie kurz nach der Geburt für einige Wochen alleine ließ um an einem Theaterstück zu arbeiten. Darüber, dass sie ständig Steine in den Weg gelegt bekommt und diese in ihrem naiverweise gewählten, einsamen Vorstadtidyll wegtragen muss. Für mich war das Lesen ein wenig befreiend, wenn selbst im uns als gutem Beispiel verkauften Schweden alles so unperfekt ist, dann liegt es vielleicht doch nicht an uns alleine, wenn wir Kind und Karriere nicht immer gleichzeitig und gleichberechtigt schaukeln.

Marie Sveland: „Bitterfotze“, 2009 im KiWi Verlag erschienen.

Dem Blog von Patricia folge ich gefühlt schon Ewigkeiten und freute mich trotzdem tierisch, als ihr Buch herauskam: „Sehr gerne, Mama du Arschbombe“. Hier findet ihr quasi ein Best Of der Familiengeschichten von DasNuf. Warum man dieses Buch auch erst lesen sollte, wenn die Geburt ein wenig zurück liegt? Also ich kann nur für mich sprechen: Patricias Geschichten nehmen manchmal so absurdkomische Verläufe an, dass ich als Nicht-Mutter vieles für total an den Haaren herbei gezogen geglaubt hätte. Inzwischen bin ich mir einfach nur nicht sicher, an welchem Punkt der Geschichte die Fiktion übernimmt oder ob nicht doch alles haargenau so passiert ist. Und Patricia versteht es ebenso wie ich als Kompliment wenn ich sage: Die beste Klolektüre für Eltern!

Patricia Cammarata: „Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe“, erschienen 2015 im Bastei Lübbe Verlag

Für Großfamilien

Wer hier schon länger mitliest kennt meine Faszination für Großfamilien (siehe zum Beispiel hier). Eher zufällig stolperte ich im öffentlichen Bücherschrank über ein angestaubtes Exemplar von „Im Dutzend billiger“ und „Aus Kindern werden Leute“. Beide wurden von zwei der insgesamt 12 Gilbreth-Geschwister geschrieben. Ja genau, zwölf. Die Story spielt um 1900-irgendwas in einer bürgerlichen Familie in den USA. Die Eltern sind beide – beruflich – fasziniert von der Frage wie man Arbeitsprozesse effizient gestalten kann, wofür sie „Bewegungsstudien“ ausführten. Der Vater versucht seine Erkenntnisse auch hier und da auf seine Kinderschar zu übertragen was nur begrenzt funktioniert. Es ist herrlich und herzlich den Geschichten zu folgen!

Frank B. Gilbreth und Ernestine Gilbreth Carey: „Im Dutzend billiger“ – Antiquariat

Mama, Papa, Kind? Alles rosa und hellblau? Oder ist da auch noch mehr?

Kommen wir ein wenig weg von der reinen Unterhaltungsliteratur hin zu den Texten, die sich mit Aspekten der gesellschaftlichen Stellung von Mutter- und Elternschaft beschäftigen. Hier hab ich Einiges gelesen (und manches hier bewusst weg gelassen, wie die Bücher von Vinken und Badinther) und möchte ein paar der Bücher, die mir wichtige Denkimpulse lieferten, vorstellen:

Jochen König und ich sind uns schon vor längerer Zeit in diesem Internet über den Weg gelaufen und ich empfehle allen (werdenden) Vätern sein Buch „Fritzi und ich. Von der Angst eines Vaters keine gute Mutter zu sein

Darüber hinaus hat er ein weiteres Buch geschrieben, in dem er das Familienmodell „Mama, Papa, Kind?“ kritisch beleuchtet. Kritisch insofern, als er zeigt, dass es nicht mehr die Regel ist, dass Kinder mit Vater und Mutter zusammen leben, dass Co-Elternschaft, Regenbogenfamilien, EinElternfamilien etc. immer mehr werden, sich diese Familienmodelle aber immer noch rechtfertigen müssen und es schwer haben, in der Familienpolitik überhaupt Gehör zu finden. Zu jedem Modell interviewt er Familien, die es leben und zeigt so mit dem Blick auf Einzelfälle die schweren Nachwirkungen des klassischen Kleinfamilienmodells. (Hier geht es zu meiner Rezension)

Ich möchte es am Liebsten jeder Erzieherin, jede_r_m Leher_in schenken: „Die Rosa-Hellblau-Falle“ von Almut Schnerring und Sascha Verlan. Wofür ich semesterlang Gender Studies studiert habe wird hier kurz und lesefreundlich für das Thema Genderklischees und Kindererziehung zusammengefasst! Dafür wechseln sie anschaulisch zwischen „Anekdoten“ aus ihrer Familie und der Erläuterung psychologischer und soziologischer Studien. Es geht um Spielzeug, Körperbilder und die Macht der Sprache – und hilft auch hier und da für Spielplatzgespräche wenn mal wieder der Satz „Typisch Junge/Mädchen“ auftaucht.

Almut Schnerring, Sascha Verlan: Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees. 2014 im Antja Kunstmann Verlag erschienen

Der Sammelband „The Mamas and the Papas“ beschäftgit sich mit den Feldern Reproduktion, Revolution, Familie, Pop und Widerspenstigkeiten. Es finden sich Texte über die Geschichte des Muttermythos, Prenatal-Diagnostik im Kontext des Rechts auf Abtreibung, Elternschaft in Hausprojekten, Kinderlieder und -bücher und Elternschaft von Musiker_innen – und das ist nur ein kleiner Auszug. Es geht um das Politische im Privaten und Gesellschaftskritik.

Annika Mecklenbrauck/Lukas Böckmann (Hg): The Mamas and the Papas. Reproduktion, Pop & widerspenstige Verhältnisse. 2013 im Ventil-Verlag erschienen.

Um (Queer-)Feministische Perspektiven auf Mutterschaft und Mütterlichkeit geht es in dem Sammelband „O Mother, Where Art Thou“. Die Sprache akademischer als in den anderen Büchern nähern sich die Texte dem Thema Mutterschaft auf vielerlei Weise: Es geht um Übermütter, Kinderlose, Mütterlichkeit in den 70er Jahren, Black Motherhood, Mütterblogs, Mütterlichkeit in hetersexuellen Paarbeziehungen – um auch hier wieder nur einige zu nennen. Sehr zu empfehlen wenn man sich tiefer mit Mutterschaft beschäftigen will und etwas längere Sätze nicht scheut 😉

M. Dolderer, H. Holme, C. Jerzak, A.-M. Tietge (Hrsg.): O Mother, Where Art Thou? Westfälisches Dampfboot 2016

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Jetzt würde mich interessieren: Was habt ihr gelesen, was würdet ihr Freund_innen schenken und anderen empfehlen? Schreibt es gern in die Kommentare, damit andere Leser_innen auch noch was davon haben!

 

http://1j18s74.podcaster.de/download/Elternabend_Podcast.mp3
Familie, Fantastisches

Elternabend – der Podcast

Kreisch – we did it! Sonja und ich haben unseren ersten Podcast aufgenommen! Voller Elan und Dilettantismus – hört man in dieser Folge auch. Für die nächste arbeiten wir noch an Schnitt und hübschen alles auf aber jetzt musste es erst mal raus. Ihr werdet danach nicht klüger oder schöner sein aber vielleicht…egal, nehmt euch nen Kaffee und setzt euch zu uns an den Küchentisch!

Elternabend

Elternabend

Fantastisches

Lieblinks im Januar ’17

Um ein paar Texte mit euch zu teilen, die mich bewegten, zum Nachdenken brachten, zum Schmunzeln oder Weinen – hier eine kleine Sammlung:

Ich find es toll, dass Sonja auf mama-notes nicht nur leichte Themen hat. Ihre Wahrnehmung von 2016 deckt sich in vielen Punkten mit meiner (auch wenn mir tote Künstler*innen wesentlich egaler sind).

Ja, das Leben zu genießen ist super. Aber wachsam bleiben und verfolgen, was in der Welt passiert und sich nicht vom alltäglichen Parteien-kleinklein, den übereifrigen Nachrichten oder eben Unterhaltung ablenken zu lassen, das wird unsere Aufgabe in 2017 und den Folgejahren sein. Und nein, das muss sich mit der Lebenslust gar nicht mal widersprechen.

Beim Rabensalat  gibt es was über Feminismus. Quasi. Überhaupt: Lest den Blog. Frau Rabe wohnt mit Mann und zwei Kindern in der Stadt, in der ich mein Auslandssemester gemacht habe. In Trondheim, Norwegen (aber das nur amRande)

Aber, und das ist der große Unterschied, die Frauen, die Karriere machen wollen, die sollen das auch können. Und da ist noch einiges im Argen. Stichwort Gender Pay Gap. Keine mir bekannte Feministin will Frauen in Vorstände zwingen. Aber Frauen sollen die Möglichkeit haben, in Vorstände zu gelangen, was momentan dadurch verhindert wird, dass Frauen (a) weniger Führungsfähigkeit zugetraut wird, dass (b) vorwiegend Männer in den Vorständen sitzen, die ihresgleichen als Geschäftspartner bevorzugen und dass (c) schon in den Stufen davor weniger Frauen ankommen, weil sie Familie haben und sich eben nach wie vor zwischen Kind(ern) und Karriere entscheiden müssen.

Letztes Jahr im Adventskalender habe ich euch was über die Scanner-Persönlichkeit geschrieben, was das Buch von Barbara Sher für mich bedeutet, kann ich heut noch gar nicht in Worte fassen. Miriam schreibt Hilfe, ich bin ein Scanner – und wie sie mit dem Wunsch, immer was Neues zu lernen dann doch noch zurecht kommt 😉

Was ich gelernt habe ist, dass es Scanner und Taucher gibt. Scanner sind schnell interessiert, neugierig, enthusiastisch und aufgeschlossen. Alles ist toll. Jede idee, jedes Projekt. Jedes Themengebiet.

Und so werden viele Dinge schnell begonnen…aber auch genauso schnell wieder fallengelassen. Oder man verzettelt sich. Gemeinsam haben wir wohl alle, dass wir uns getrieben fühlen. Das wir nicht die Möglichkeiten haben, alle tollen Dinge auf dieser Welt zu erforschen, zu testen oder zu verfolgen. Der Taucher dagegen wird der Experte. Er taucht inein Thema ein und blendet alles andere aus.

Als Kind1 feststellte, dass wir alle mal sterben müssen bin ich ganz schön ins Strudeln geraten. Darüber schrieb ich ja bereits. Aktuell ist das Thema hier immer noch. Auf 2KindChaos gibt es jetzt eine schöne Linksammlung zum Thema Kinder & das Reden über den Tod. Dazu gibt es schöne Buchtipps von Rike auf ihrem Blog. In beiden Fällen auch gerne in die Kommentare schauen, da finden sich weitere Tipps und Links!

Anna hat auf ihrem Blog BerlinMitteMom einen sehr bewegenden Text geschrieben (also eigentlich schreibt sie immer bewegende Texte!) darüber, welche Verantwortung mit Privilegien einhergehen:

„Die Kinder und ich haben lange darüber gesprochen, was es für uns persönlich bedeutet, Privilegien zu genießen und wie wir damit umgehen. Wieso wir glauben, dass wir damit auch eine Verantwortung für andere haben. Und was die Werte sind, an die wir glauben. Wir haben das aufgeschrieben und ich möchte das heute mit euch teilen. Das ist die Botschaft an meine Kinder, jeden Tag. Das, was ich ihnen mitgeben möchte und wie ich ihnen menschliches Miteinander erkläre.“

Tolle Texte die euch bewegt, zum Lachen oder Schmunzeln gebracht haben gerne hier oder auf facebook in die Kommentare!

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Eine aufregende Woche mit Eingewöhnung und Internetwunder

Waaah, das war mal ne Woche!

Nachdem ich mittwoch vormittag Kind1 und den Mann aus dem Krankenhaus abgeholt habe, bin ich mit Kind2 am frühen Nachmittag in den Kindergarten: EINGEWÖHNUNG.

Während wir bei Kind1 ziemlich sicher waren, dass es relativ einfach würde, können wir bei Kind2 keine Prognosen machen…Einerseits kennt er den Kindergarten ja schon durch die Begleitung von Kind1. Er hat die Erzieherinnen alle schon mal gesehen. Und J., bei dem er die Zeit zwischen Kündigung der Tagesmutter und Kindergarten verbracht hatte (immerhin 4 Monate) wird grade in der selben Gruppe eingewöhnt. Das spricht für eine schnelle und unkomplizierte Eingewöhnung.

Andererseits ist Kind2 eine ganz andere Persönlichkeit: Kind1 war von Anfang an ein Kind, das so gut wie nie fremdelte. Der Freund*innen und Verwandte freudig begrüßte und auf sie zuging. Die ersten Tage im Kindergarten durften wir früh mal kurz gehen. Allerdings kam der Knicks dann ca. drei Wochen später, als Kind1 wohl begriffen hatte, dass er jetzt öfter dorthin geht und das nicht nur ein aufregendes Spiel ist.

Kind2 brauchte lange, um neben Mama und Papa weitere Personen zu akzeptieren. Versteht mich nicht falsch: So lange eine_r von uns dabei war robbte, krabbelte und lief er los, entdeckte die Umgebung. Sobald aber jemand anderes als wir ihn ansprachen (Kinder ausgenommen, ich rede hier von anderen Erwachsenen) versteckte er sich hinter uns.

Ich erinnere mich an einen Besuch bei meinen Eltern, Kind2 muss grade ein halbes Jahr alt gewesen sein. Ich musste dringend aufs Klo und übergab Kind2 direkt an meine Mutter. War das ein Schmollen und Weinen…

Die ersten drei Tage im Kindergarten waren schön: Das Kind saß 10-15 Minuten auf unserem Schoß, schaute sich dann die Spielzeuge an, blieb mit J. auch im anderen Zimmer aber rannte regelmäßig zu uns um uns etwas zu zeigen oder mitzunehmen, damit wir gucken kommen.

Heute bin ich das erste Mal gegangen. Die Gruppe ging aufs Außengelände, wo Kind2 sowieso schon immer gerne hingelaufen ist. Ich sagte zu ihm, ich geh einen Kaffee trinken, er winkte und rief „Töhööö“ (also Tschüss falls das erklärungsbedürftig ist) und rannte los. Na gut…Beim Abholen freute er sich, mich zu sehen aber wirkte auch keineswegs unglücklich.

Die Erzieherin sagte, er habe zwischendurch mal zur Tür geschaut und fragend geguckt, sie habe ihn aber schnell ablenken und für Spiele begeistern können. Ich bin also verhalten optimistisch.

Und dann dieses Internet! Helfen kann so einfach sein!

Ich wusste schon eine Weile, dass jemand den ich sehr mag, Hilfe bracht. Vorwiegend finanzieller Art. Ich hab schon meine Hilfe angeboten, aber verstehe auch völlig, dass es in unserer Gesellschaft echt schwer ist, Hilfe anzunehmen. Zumal ich den ganzen Betrag auch nicht hätte alleine stemmen können.

Anfang der Woche schrieb diese Person mich dann an und sagte, jetzt könnte sie wirklich Hilfe gebrauchen. Ich hatte schon mal bei einer Sammelaktion auf der Plattform leetchi gespendet und fand das ziemlich unkompliziert – und darum setzte ich ein kleines Crodwfunding auf. Wer mehr wissen möchte kann hier nachlesen, spenden und/oder den Aufruf weiter teilen.

Es war so! einfach! Und wer glaubt, diese Art von Hilfe sei selbstlos – ihr wisst gar nicht, wie großartig es sich anfühlte zu sehen, dass der Spendenaufruf geteilt wird, dass gespendet wird – ganz egal ob 3€ oder mehr! und dass Menschen an das Gute glauben und spenden obwohl die Person anonym bleiben wollte. Keine Vorwürfe oder Kritik, nur schnelle, direkte und unkomplizierte Hilfe!

ABER mal abgesehen von der großartigen Hilfe in welcher Form auch immer zeigte sich durch die Kommentare, wie viele Personen von dieser oder ähnlichen Situationen betroffen sind. Elter*n, Menschen mit Kindern die in finanzielle Not geraten, weil die Fürsorgearbeit für Kinder gesellschaftlich und vor allem politisch nicht gewertschätzt wird. Wie schnell Elter*n in finanzielle Not geraten, weil sie nicht in einer Beziehung mit einem hauptverdienenden Partner leben. Oder weil sie trotz Kind das Studium nicht aufgeben wollen. Ich würde mir wünschen, dass solche Spendenaktionen überflüssig wären.

Nichtsdestotrotz liebe Menschen in- und außerhalb des Internets, die dieses Netz zu einem guten Ort machen:

Ich möchte mich bei allen von Euch bedanken!

Egal wie viel ihr gespendet habt – bei manchen war der Beitrag vermutlich mehr als ihr „einfach mal so“ übrig habt – es sind die entscheidenden Euros gewesen. Es ist zumindest ein symbolischer Beitrag, ein „mir sind die Menschen nicht egal, insbesondere die Menschen die sich um Kinder sorgen“. Es ist ein Beitrag für mehr Menschlichkeit, für Solidarität und gegen eine Scheißegal-Haltung. Und das bedeutet so viel! Das bedeutet mehr als drei Euro gespendet zu haben. Es bedeutet, dass jemand wieder an das Gute glaubt und weniger Angst haben muss, um sich und das Kind. Es ist unbezahlbar.

Die eigentlichen Held*innen sind die Person, die für ihre Tochter den Weg an die Öffentlichkeit gegangen ist und um Hilfe gebeten hat. Und meine Internetbubble, die sich verbürgt hat, den Aufruf geteilt hat und ihre ganze Reichweite dafür eingesetzt hat, dass diese Menschen ihre Wohnung behalten können.

Ich verfolgte gestern den stetig steigenden Betrag auf dem Spendenkonto und musste vor Rührung heulen – ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank in Worte fassen soll! Ich bin zuversichtlich, dass wir – dass ihr! – das Schlimmste abgewendet haben und werde Euch auf dem Laufenden halten!

Ihr seid der Hammer!

Das Internet ist ein wundervoller Ort - wegen Euch!

Das Internet ist ein wundervoller Ort – dank Euch!

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Liebster Award 2016

Die liebe Rage von mamadenkt hat mir einen Liebster-Award geschenkt. Und da mein letzter schon eine Weile her ist und ich grad so voller anderer Dinge bin statt Blogeinträge zu kreieren, kann ich ruhig mal ein paar Fragen beantworten:

Wann hast du zuletzt im Garten gearbeitet?

Isch harbe gar keinen Garrrten! Manchmal träume ich von einem. Der dürfte aber keine Arbeit machen. Vielleicht würde ich es noch schaffen, eine Kräuterspirale anzulegen und zu pflegen. Ansonsten wäre er dazu da, den Kindern als Outdoorspielzimmer zu dienen. Und ich würde dann sagen, wie verboten es ist, Unkraut zu jäten und sie würden Unkraut jäten. Ich würde ihnen verbieten, das Obst zu ernten und sie würden das Obst ernten. Und ich in der Mitte in einer Hängematte oder einem Strandkorb. Oder einer Hollywoodschaukel. Ach der Garten sollte Hängematte, Strandkorb und Hollywoodschaukel haben und mein einziges Problem wäre nur noch, mich zu entscheiden worauf ich lieber sitze.

Welchem Tier hast du zuletzt länger als 2 Minuten „bei der Arbeit“ zugesehen?

Den kleinen Echsen in unserem „Garten“ im Ferienhaus auf Formentera. Wir haben ihnen Brötchen mit Frischkäse hingeworfen und haben ihnen dann zu geschaut, wie sie den Frischkäse ablecken und das Brötchen für die Ameisen ließen, die dann der Nachtisch der Echsen wurden.

Wenn du dir einen Namen aussuchen könntest, wie würdest du dich nennen? Pinzessin BananaHamEgg? Oder doch eher CrapBag?

Sind das Codeworte für irgendwas? Dann verstehe ich die Frage nicht. Ansonsten ist mein Lieblingsname schon vergeben (Queen of fu*king everything), darum bleibe ich bei glücklich scheitern 😉

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Orange und türkis

Womit hast du im Kindergarten oder in der Grundschule am liebsten gespielt?

Mit anderen Kindern

Wann warst du als Kind mal so richtig mutig?

Als R. wollte, dass ich in ihren Club komme und gesagt hab, ihr Club kann mich mal. Gut, ich war dann die einzige, die nicht im Club war. Mut wird halt überbewertet…

Wann warst du heute – als Erwachsene/r – zuletzt total mutig? Integer? Couragiert?

Integer bin ich hoffentlich immer. Mutig fühlte ich mich, als ich heute morgen nach einer Erziehungsberatungsstelle googlete. War dann aber doch zu feige um anzurufen.

Wie lange brauchst du morgens im Bad?

Duschen, Föhnen, Schminken < 15 Minuten.

Wie läufst du durch die Wohnung? Barfuß? Pantoffeln? Welche Farbe? Auf Socken?

Ich war bis vor Kurzem leidenschaftliche Barfußläuferin. Inzwischen ist unsere Wohnung aber so dreckig, dass ich Pantoffel trage, damit ich sie abends vorm Bett ausziehen kann und das Bett dann nicht mit dem Dreck an meinen Füßen verschmutze.

Welches Abenteuer steht als nächstes an?

Der Sommerurlaub in Kroatien? Die Einschulung nächstes Jahr? Das Sommerfest im Kindergarten kommenden Freitag? Der Schuhkauf für die Kinder heute nachmittag? Ach, das ganze Leben ist ein Abenteuer.

Du könntest als Superheld/in die Welt retten. Was würdest du wie als erstes angehen?

Ich wüsste vermutlich gar nicht, wo ich anfangen sollte. Oder vielleicht wüsste ich das dann als Superheldin. Ich würde alle europäischen Grenzzäune niederreißen und die Visumspflichtüberprüfung an den Flughäfen abschaffen. Damit man sicher in die Länder fliegen kann, statt übers Mittelmeer schippern zu müssen. Es gäbe ein Verbot für Plastikverpackungen und CofeToGo-Becher. Das bedingungslose Grundeinkommen für alle. Ach, ich hätte so viel zu tun.

Und wen soll ich jetzt noch nominieren? Vermutlich sind alle schon durch oder? Ich probier es mal mit:

Zwerggeflüster

PandoraaufderBox

Ökohippierabenmütter

Unvereinbarkeitsdebatte

Mama notes

Eva Karel

und jede_r, die_er sich von den Fragen angesprochen fühlt!

Die anderen, die ich nominieren wollen würde haben schon bestimmt oder wollen nicht. Aber jetzt kommt ja noch das Schwierigste: Die Fragen!!!

  • Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest Du tun?
  • Was macht Dir grad am meisten Angst?
  • Mit wem würdest Du einen Tag das Leben tauschen wollen?
  • Wenn Du ein Gesetz beschließen dürftest, welches wäre das
  • Welches Abenteuer steht als nächstes an?
  • Du könntest als Superheld/in die Welt retten. Was würdest du wie als erstes angehen?
  • Welches Buch war Dein erstes „Erwachsenenbuch“ (damit mein ich nicht 50ShadesofGrey, sondern welches Buch das Erste war, das die Kategorie Kinder- bzw. Jugendbuch verlässt)
  • Was war Dein schlimmster Urlaub und warum?
  • Welche Themen sind auf dem Blog für Dich zu privat/persönlich/tabu?
  • Wenn Du eine größere Menge Geld spenden könntest – wem würdest Du es geben?
  • Was wünschst Du Dir Deinen Kindern vorzuleben?