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Wildling Shoes – Barfußschuhe für Kinder und Erwachsene

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Ich hab euch ja die Mitgründerin von Wildling Shoes, Anna Yona, bereits vor einer Weile im Interview vorgestellt. Nachdem es die ersten Schuhe gab, durften wir letztes Jahr die Frühlings- und Sommermodelle ausprobieren. Weil wir davon so begeistert sind, freue ich mich, Wildling Shoes als erste Kooperation hier präsentieren zu dürfen! Und für euch gibt es natürlich eine Verlosung!

Warum mich Wildling Shoes so begeistern

Wildling Shoes in Action

Wildling Shoes in Action

Ich hab es ja schon beim Interview gesagt: Mal abgesehen von der enthusiastischen Präsentation, die Anna damals beim Treffen der Mompreneurs lieferte, überzeugte mich die Tatsache, dass die Schuhe vegan sind (bis auf das aktuelle Wintermodell. Da bezieht Wildling Shoes seine Wolle aus Restbeständen, die sonst weggeworfen werden…von daher bin ich im kommenden Winter vielleicht bereit, ein Auge zuzudrücken) und es keine extra „Mädchen-“ oder „Jungs“-Modelle gibt, sondern halt nur verschiedene Schuhe, die farblich bisher relativ neutral gehalten sind. Wie Anna selber zu mir im Interview sagte:

„Kinder sollen tragen dürfen, was sie wollen, und punkt.“

Ein positives Beispiel dafür, dass Gendermarketing überflüssig ist, denn die Schuhe gehen trotzdem weg wie warme Semmeln.

Und zu guter Letzt waren mir die üblichen Kinderschuhe oft zu fest – man konnte bei den kleinen Größen die Sohle kaum biegen. Und darin sollen kleine Kinder dann laufen? Kind1 machte oft so Trampelschritte, anders kann ichs gar nicht beschreiben, weil der Fuß nicht abrollen konnte. Und es klang mir auch total einleuchtend, dass durch Schuhe zu viele sensorische Eindrücke verloren gehen, die eigentlich fürs Laufen sehr wichtig sind.

Wildling Shoes Fit Kit

Welche Größe am besten ist findet man mit dem FitKit heraus

 

Da es die Barfußschuhe nicht in Geschäften zu kaufen gibt sondern nur im Online-Shop ist das mit der Größe ja so eine Sache. Wildling Shoes hat dafür das „FitKit“, bei dem man sich die vermutete Größe ausdrucken kann um auszuprobieren, ob da noch Platz ist. Für den Mann und mich hieß das beim Frühjahrsmodell eine Größe kleiner als sonst, beim Sommermodell passte mir aber auch, wie sonst, die 39 (vermutlich weil das Material etwas fester ist).

Für die Kids hat das mit dem Fitkit prima geklappt und wenn das Kind nicht still auf dem Muster stehen will, könnt ihr auch ein Spiel draus machen, die Füße des Kindes auf einem Stück festem Papier ummalen und dann anschließend aufs FitKit legen (hat bei Kind2 besser funktioniert, fand er vermutlich lustiger als sich einfach so auf ein Papier zu stellen.)

Letzen Endes verteilten sich die Schuhe in der Familie wie folgt: Ich habe ein Frühjahrs- und ein Sommermodell bekommen, der Mann und Kind1 ein Frühjahrsmodell und Kind2 den Sommerschuh.

Muskelkater in den Füßen?

Am ersten Abend, als ich mir die Wildlings ausgezogen habe dachte ich: AUA! Wie kann es denn sein, dass mir die Füße so weh tun? Die Schuhe sind nicht zu eng, drücken nicht…woran liegts dann? Ich hab dann irgendwann die steile These aufgestellt, dass ich wohl Muskelkater habe, weil meine Füße gar nicht mehr gewohnt sind, dass alle Muskeln beim Laufen beansprucht werden. Seit dem geht es auch und die Schmerzen tauchten nicht noch mal auf.

Was die Kinder von den Wildling Shoes halten:

Kind1 nannte seine Schuhe nur „Fuchsschuhe“ wegen des Logos. Er fand sie mächtig cool und hat sie lange Zeit ausschließlich getragen. Im Sommerurlaub hatten wir nur seine Badeschuhe (für den kieseligen Wassergrund) und die Wildlinge mit. Auch bei längerem Laufen kam er super damit zurecht. Sie sind Sandkasten-, Kopfsteinpflaster-, Kurzwanderungserprobt und haben überall gut abgeschnitten. Besonders hilfreich beim Anziehen fand ich die Schlaufe hinten, die ihr auch hier auf dem Bild seht. Ansonsten werden die Schuhe mit Schnürsenkeln geschnürt, man kann sie dann aber mit dem Reißverschluss an der Innenseite An- und Ausziehen. Man muss also nicht jedes Mal Schleifen binden, was ja auch die Selbstständigkeit der Kids fördert (und den Seelenfrieden der Eltern).

Wildling Shoes mit Fuchslogo

„Fuchsschuhe“ nannte Kind1 seine Wildlinge

Bei Kind2 kamen wir mit dem Sommermodell in Größe 24 leider nicht so weit. Mir fehlte hinten die Schlaufe, denn den ganzen Babyspeck am Fuß bekam ich so nicht so einfach in den Schuh, der ja flacher geschnitten ist als das Frühlingsmodell. Da war die Geduld bei Kind2 oft vorbei, bevor ich mit dem Anziehen fertig war. Dieses Jahr bekommt er aber auch ein Frühlingsmodell! Mein Sommermodell gefällt mir dagegen super, weil es sich schön eng an den Fuß anpasst.

Mein Fazit

Wildling Shoes für Erwachsene

Meine Frühlingswildlinge, mit gelben Schnürsenkeln schön fröhlich.

WildlingShoes für Männer

Der Mann hat seine Frühlingswildlinge mit karierten Schnürsenkeln aufgepeppt

Der Mann und ich lieben unsere Wildlinge, besonders ich trage sie sehr oft, außer bei starkem Regen oder Matschwetter. Das Frühlingsmodell hab ich teilweise auch im Winter getragen. Für die Wege, die ich hier in der Stadt zurücklege fand ich das völlig ausreichend bei Temperaturen bis 5 Grad, aber hey, das ist mein persönliches Empfinden.

Kind1 mochte seinen „Fuchsschuh“ auch sehr gerne und trotz vielfachen Tragens sahen sie nie abgeranzt aus. Wenn sie mal sehr dreckig waren hab ich sie im Fein- oder Schonwaschgang im Wäschebeutel gewaschen und zum Trocknen auf die Heizung gelegt.

Bei den neuen Modellen, die seit Kurzem im Shop sind finde ich es fast schon schade, dass meine immer noch so gut aussehen (im Sinne von haltbar), denn da gäb es schon das ein oder andere Modell, das ich auch ganz schick finde…

Ansonsten ist das einzige „Manko“ bei den Wildlingen die Wasserdichte. Also eher die fehlende. Bei Nieselregen macht das nix aus, da hab ich nie nasse Füße gehabt, aber wenn man mal von einem Regenschauer überrascht wird ist das schon blöd (auch wenn das hier in der kölschen Rheinbeuge nicht sooo oft vorkommt ^^).

Die Begründung, warum es keine Wildlinge mit wasserfester Membran gibt ist nachvollziehbar: Eine Membran macht den Schuh wieder „fester“ und somit geht das Barfußgefühl verloren.

Im Shop von Wildlings Shoes kann man sich zum Beispiel statt dessen wasserfeste Socken bestellen, die keinen Tropfen durchlassen. Die Schuhe trocknet man anschließend. In der Facebook-Gruppe Wildling Fans finden sich in regelmäßigen Abständen Tipps, wie man die Schuhe imprägnieren kann, da ich hier aber selber keine Experimente gewagt hab kann ich sie nicht bestätigen oder widerlegen.

Verlosung!!!

So, jetzt seid ihr dran und könnt ein Exemplar gewinnen! Schaut euch im Shop von Wildling Shoes um und verratet mir zwei Sachen: welches Modell gefällt euch und was an den Wildlingen sagt euch generell zu? Über jedes Like bei facebook etc. freuen sich natürlich sowohl die Wildlinge als auch ich, ist aber ausdrücklich nicht Bedingung.

Die Verlosung geht bis zum 12.03. um 23.59 Uhr, mitmachen kann jede_r aus Deutschland (wegen der Versandkosten).

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Gelesen, geliked – die Lieblinks im Februar 2017

Zugegeben, so viel hab ich im Febraur dann doch nicht gelesen, als dass ich hier eine große Sammlung präsentieren könnte. Aber vergessen wollte ich es auch nicht. Zwecks Vernetzung und um euch die ein oder anderen Blogs (nochmal) zu empfehlen ein paar Lesetipps.

Am 01. März, bzw. 29. Februar ist der Equal Care Day. 29. Febraur ist ein Schalttag „weil Männer eben viermal so lange brauchen, um dasselbe Fürsorgepensum zu erfüllen“. Auf der Seite findet ihr einige Interviews mit Paaren, die sich die Care Arbeit, also die Fürsorgearbeit – hauptsächlich für Kinder – hälftig teilen. Hier funktioniert das ja eher nicht so, aber lesenswert sind die Texte trotzdem 😉

Patricia hat mich mit einem Text sehr zum Schmunzeln und Reflektieren gebracht. Sie schreibt über den „Endgegner Computerspiel“ und fragt sich, warum so viele Eltern Angst davor haben, dass ihre Kinder übermäßig Computer spielen und es am Liebsten ganz verbieten würden. Das Schöne an ihrem Text: Sie zeigt, dass diese Angst in der Regel unbegründet ist und wie viele schöne Erfahrungen man auch als Eltern gemeinsam mit den Kindern beim Computer spielen machen kann.

Diesen Text wollte ich erst nicht verlinken, hatte ich doch die Anfrage von einer Agentur im Postfach, diesen Song auf meinem Blog zu bewerben und ich fand den Song da schon blöd. Jetzt mach ich ja quasi doch noch Werbung und ganz blöd unbezahlt, aber Minusch schreibt daraufhin so wunderschön über Sehnsucht, dass ich ihn doch weiter verbreiten möchte (und nicht glaube, dass Minusch Werbung dafür macht).

So, vermutlich hab ich noch mehr gelesen aber grad fällt mir nicht mehr ein, was mich bewegt hat.

Falls ihr tolle, spannende, witzige oder traurige Texte gelesen habt: Ihr dürft sie gern hier oder auf facebook verlinken!

Vielleicht finde ich ja auch noch einen tollen neuen Blog darüber!

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Weiberfastnacht in der Kölner Südstadt – Alaaf!

Wenn ihr die Überschrift gelesen habt, haben die Karnevalsgrinches unter euch vermutlich eh nicht draufgeklickt. Also seid ihr selber Karnevalsjeck_innen – oder sehr treue Leser_innen! <3

Zu den Karnevalsgrinchen gehörte ich ja auch mal. Ich komme aus dem Ruhrgebiet und Karneval ist da bloß eine von vielen Möglichkeiten zu Saufen Feiern. Dementsprechend war ich auch stets der Ansicht, dass Karneval und dieses Spaß-Haben auf Knopfdruck nur für Leute sei, die den Rest des Jahres einen Stock im Hintern haben…

Ja, mea culpa, so dachte ich. Dann zog ich nach Köln – und arbeitete weiterhin im Ruhrgebiet. Und machte anfangs noch den Fehler, an Karneval keinen Urlaub zu nehmen. Ich versuchte also Weiberfastnacht und Rosenmontag irgendwie durch die Stadt zum Hauptbahnhof zu kommen. Gut, diesen Fehler machte ich einmal…und den Rest des Karnevals ignorierte ich getrost.

Naja, im nächsten Jahr saß ich Weiberfastnacht im HomeOffice und plötzlich, um 11:11 Uhr ging draußen ein riesiger Lärm los – mit Trommeln und Blasmusik – da stapfte das Personal des Theaters gegenüber los, mit Pauken und Fanfaren. Inzwischen ist dort eine der größten Karnevalspartys der Südstadt an Weiberfastnacht. Und die nächsten Jahre arbeitete ich Karneval nach Möglichkeit nicht mehr.

Seit die Kinder da sind führt eh kein Weg mehr an Karneval vorbei. Die großen Züge haben bei uns um die Ecke ihre Aufstellung, da geht also der Zug los. Man fällt aus der Haustür und alle feiern Karneval! Und so muss ich sagen: Hier in Köln, grad in der Südstadt in der ich wohne, kommt man nicht drumrum. Die Stadt ist im Ausnahmezustand. Alle haben irgendwie mit Karneval zu tun. Wenn sie nicht feiern, arbeiten sie an Karneval – oder sie fahren raus aus Köln und machen Urlaub.

Pfau und Einhorn feiern Karneval

So, fertig verkleidet können Pfau und Einhorn losziehen

Es gibt soooo schöne Feiern und Umzüge – meine persönlichen Highlights sind am Sonntag der Schul- und Veedelszoch (da dürfen die ganzen Vereine außerhalb der Traditionsvereine die gleiche Strecke laufen wie der Rosenmontagszug. Und da geben sich Schulen und Vereine so viel Mühe mit den Kostümen und überhaupt – ich mag ihn viel lieber als den Montag). Und am Dienstag der Zoch in der Südstadt, der natürlich viel kleiner ist aber groß gefeiert wird. Wenn Kind1 in der Schule ist, „darf“ ich da auch mitgehen. Was freu ich mich jetzt schon drauf.

Letztes Jahr bin ich dann das erste Mal Karnevalssamstag in eine Kneipe losgezogen. Mit Sonja und ein paar anderen – ach, die Stimmung kann man einfach nicht beschreiben. Und es hat nur wenig mit dem zu tun, was nicht Kölner_innen sich unter Karneval vorstellen. Das zeigen mir auch immer wieder die Kommentare von denen, die mal ein paar Jahre in Köln wohnten und dann wieder weg sind – den Karneval vermissen sie alle!

 

Sonja und Melanie warten auf Einlass

Sonja von mama-notes und ich stehen in der Warteschlange vor der Kneipe unserer Wahl

So haben wir uns dieses Jahr direkt für Weiberfastnacht verabredet. Ich überließ Mann und Kinder ihrem Schicksal, Sonja kam erst zu mir wo wir uns zurecht machten (also ich – Sonja war schon perfekt gedressed) und zogen los. Und waren um 12 Uhr schon viel zu spät dran – und mussten eine Stunde vor der Kneipe in der Schlange stehen. Bei Nieselregen. Aber auch das macht nix an Karneval. Schnell kommt man mit den Leuten vor und hinter sich ins Gespräch und meistens gibt es ja auch einen Getränkeausschank.

Weiberfastnacht in der kölner Südstadt

Lisa (StadtLandMama) kommt aus ihrer Location rüber um uns in der Warteschlange Hallo zu sagen

Endlich drinnen suchten wir uns ein nettes Plätzchen, tanzten und sangen (die Sonja ist da erstaunlich textsicher) und prosteten den anderen Jeck_innen zu. Und so – feiern wir die Tage noch weiter. Aber keine Sorge, es wird nicht jeder Tag Karneval jetzt im Detail geschildert.

Und wenn ihr euch fragt, wie das denn so ist mit Karneval feiern als Feministin – ich dem tollen Blogkollektiv von Feminismus im Pott ein kleines Interview dazu gegeben.

ALAAF!!!

Familie, Fantastisches

Buchempfehlungen für Schwangere und (werdende) Eltern – ratgeberfrei!

Ich bin ja kein Fan von Ratgeberbüchern zum Thema Schwangerschaft oder Elternschaft. Manche sind bestimmt hilfreich, aber was da hilfreich ist finde ich eben sehr individuell. Ich persönlich würde nur noch Ratgebern trauen, die von Alleinerziehenden mit mindestens zwei kleinen Kindern geschrieben wurden. Einfach weil ich vieles in meinem Alltag nicht so umsetzen kann, wie es in den Ratgebern steht. Weil mein Alltag weit weg von manch grauer Theorie ist…

Jedenfalls habe ich trotzdem einige Bücher sehr gern gelesen und möchte meine Buchempfehlungen für (werdende) Mütter – zum Teil nochmal, weil ich einige bereits rezensiert habe – gesammelt vorstellen:

Bücher für Schwangere, Mütter und werdende Eltern

Eine kleine Auswahl der Bücher, die ich gerne gelesen habe – ratgeberfrei

In der Schwangerschaft

2010 als ich nach unerhaltsamer Literatur zu Schwangerschaft und Co. suchte fand ich noch gar nicht so viel. Über das Buch „Schön macht’s nicht, aber glücklich“ von Leonie Jakobs stolperte ich beim Stöbern in der Buchhandlung.

Als Linda, die Protagonistin schwanger wird ist sie – wie ich damals – 30. Sie freut sich über die Schwangerschaft und hat gleichzeitig Angst: davor es ihrem Chef zu sagen und ihren Job davongleiten zu sehen. Davor nie wieder auf Konzerte gehen zu können und für immer beim Schwangerenyoga mit ihrer „Yoni“ Blumen zupfen zu müssen…Kurz: Ihr ging es wie mir damals, ich fand viele Parallelen und musste darum sehr oft lachen.

Leonie Jakobs: „Schön macht’s nicht, aber glücklich“, 2008 im KiWi-Verlag erschienen.

Ich kannte Lisa und ihren damals mit Caroline Rosales betriebenen Blog, bevor ich – lange nach Geburt des ersten Kindes – ihr Buch las: Ich glaub mich tritt ein Kind heißt es. Caroline, grade zum ersten Mal schwanger, fragt Lisa, drei Kinder, zwei davon Zwillinge, über alles Mögliche aus: Körperflüssigkeiten, ob man das eigene Kind auch so nervig findet wie andere und wie das mit Job und Party nach der Geburt wirklich ist…In Form eines Briefwechsels tauschen sie ihre Gedanken dazu aus. Mit Caro kann ich mich nur wenig identifizieren und im Blog deutete sich auch recht schnell an, dass sie von der „Kann ich Mutter?“ zur „Lasst mich durch, ich bin Mutter“-Fraktion wechselte, aber die Antworten von Lisa waren schön geerdet und humorvoll und mich beeindruckt ja immer noch, wie sie so „früh“ drei Kinder bekam, nen tollen Job macht und trotzdem das geballte Energiebündel zu sein scheint.

Lisa Harmann, Caroline Rosales: „Ich glaub, mich tritt ein Kind“, 2013 im dtv-Verlag erschienen.

Nach der Geburt

Also nicht nach der Geburt wie in „direkt danach“. Aber manche Bücher haben nicht die gleiche…Wirkung wenn man selbst noch keine Kinder hat. Dann denkt man oft „Ach, das ist doch total an den Haaren herbei gezogen…was stellt die sich so an?“

Folgende Bücher mochte ich sehr gerne und hab sie gerne an frisch gebackene Mütter verliehen:

Rike Drust – Muttergefühle <3 – Rike begegnete ich schon vor dem Erscheinen ihres Buches dank ihres Blogs. Wir kommentierten beieinander und schrieben uns bald danach auch Mails. Als das Buch dann heraus kam las ich es quasi in einem Rutsch weg und – das größte Kompliment ja überhaupt – verzichtete dafür sogar auf Schlaf! Im Buch berichtet Rike über die ersten zwei Jahre mit ihrem Sohn und die Gefühlsachterbahn die sie durchlief. Die Rezension findet ihr hier und es gibt so gar einen Trailer auf youtube:

Rike Drust: „Muttergefühle. Gesamtausgabe“, erschienen 2011 im Bertelsmann-Verlag

Mit etwas Abstand

Manche Bücher lesen sich mit etwas Abstand zur Geburt am Besten. Bei den folgenden beiden Büchern hatte das für mich unterschiedliche Gründe:

Marie Svelands „Bitterfotze“ passt nicht so gut in den ersten Hormonrausch, es ist wie der Titel sagt: bitterfotzig. Die Schwedin Sara fliegt im Winter nach Teneriffa – ohne Mann und ihren zweijährigen Sohn. Sie muss raus aus ihrem alltäglichen Trott und dem Gedankenkarussell, das sich um die Gleichberechtigung dreht – zwischen ihrem Partner und ihr, aber auch zwischen Vätern und Müttern generell. Sie ist sauer, dass sie die Schwierigkeiten im Job hat während ihr Mann sie kurz nach der Geburt für einige Wochen alleine ließ um an einem Theaterstück zu arbeiten. Darüber, dass sie ständig Steine in den Weg gelegt bekommt und diese in ihrem naiverweise gewählten, einsamen Vorstadtidyll wegtragen muss. Für mich war das Lesen ein wenig befreiend, wenn selbst im uns als gutem Beispiel verkauften Schweden alles so unperfekt ist, dann liegt es vielleicht doch nicht an uns alleine, wenn wir Kind und Karriere nicht immer gleichzeitig und gleichberechtigt schaukeln.

Marie Sveland: „Bitterfotze“, 2009 im KiWi Verlag erschienen.

Dem Blog von Patricia folge ich gefühlt schon Ewigkeiten und freute mich trotzdem tierisch, als ihr Buch herauskam: „Sehr gerne, Mama du Arschbombe“. Hier findet ihr quasi ein Best Of der Familiengeschichten von DasNuf. Warum man dieses Buch auch erst lesen sollte, wenn die Geburt ein wenig zurück liegt? Also ich kann nur für mich sprechen: Patricias Geschichten nehmen manchmal so absurdkomische Verläufe an, dass ich als Nicht-Mutter vieles für total an den Haaren herbei gezogen geglaubt hätte. Inzwischen bin ich mir einfach nur nicht sicher, an welchem Punkt der Geschichte die Fiktion übernimmt oder ob nicht doch alles haargenau so passiert ist. Und Patricia versteht es ebenso wie ich als Kompliment wenn ich sage: Die beste Klolektüre für Eltern!

Patricia Cammarata: „Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe“, erschienen 2015 im Bastei Lübbe Verlag

Für Großfamilien

Wer hier schon länger mitliest kennt meine Faszination für Großfamilien (siehe zum Beispiel hier). Eher zufällig stolperte ich im öffentlichen Bücherschrank über ein angestaubtes Exemplar von „Im Dutzend billiger“ und „Aus Kindern werden Leute“. Beide wurden von zwei der insgesamt 12 Gilbreth-Geschwister geschrieben. Ja genau, zwölf. Die Story spielt um 1900-irgendwas in einer bürgerlichen Familie in den USA. Die Eltern sind beide – beruflich – fasziniert von der Frage wie man Arbeitsprozesse effizient gestalten kann, wofür sie „Bewegungsstudien“ ausführten. Der Vater versucht seine Erkenntnisse auch hier und da auf seine Kinderschar zu übertragen was nur begrenzt funktioniert. Es ist herrlich und herzlich den Geschichten zu folgen!

Frank B. Gilbreth und Ernestine Gilbreth Carey: „Im Dutzend billiger“ – Antiquariat

Mama, Papa, Kind? Alles rosa und hellblau? Oder ist da auch noch mehr?

Kommen wir ein wenig weg von der reinen Unterhaltungsliteratur hin zu den Texten, die sich mit Aspekten der gesellschaftlichen Stellung von Mutter- und Elternschaft beschäftigen. Hier hab ich Einiges gelesen (und manches hier bewusst weg gelassen, wie die Bücher von Vinken und Badinther) und möchte ein paar der Bücher, die mir wichtige Denkimpulse lieferten, vorstellen:

Jochen König und ich sind uns schon vor längerer Zeit in diesem Internet über den Weg gelaufen und ich empfehle allen (werdenden) Vätern sein Buch „Fritzi und ich. Von der Angst eines Vaters keine gute Mutter zu sein

Darüber hinaus hat er ein weiteres Buch geschrieben, in dem er das Familienmodell „Mama, Papa, Kind?“ kritisch beleuchtet. Kritisch insofern, als er zeigt, dass es nicht mehr die Regel ist, dass Kinder mit Vater und Mutter zusammen leben, dass Co-Elternschaft, Regenbogenfamilien, EinElternfamilien etc. immer mehr werden, sich diese Familienmodelle aber immer noch rechtfertigen müssen und es schwer haben, in der Familienpolitik überhaupt Gehör zu finden. Zu jedem Modell interviewt er Familien, die es leben und zeigt so mit dem Blick auf Einzelfälle die schweren Nachwirkungen des klassischen Kleinfamilienmodells. (Hier geht es zu meiner Rezension)

Ich möchte es am Liebsten jeder Erzieherin, jede_r_m Leher_in schenken: „Die Rosa-Hellblau-Falle“ von Almut Schnerring und Sascha Verlan. Wofür ich semesterlang Gender Studies studiert habe wird hier kurz und lesefreundlich für das Thema Genderklischees und Kindererziehung zusammengefasst! Dafür wechseln sie anschaulisch zwischen „Anekdoten“ aus ihrer Familie und der Erläuterung psychologischer und soziologischer Studien. Es geht um Spielzeug, Körperbilder und die Macht der Sprache – und hilft auch hier und da für Spielplatzgespräche wenn mal wieder der Satz „Typisch Junge/Mädchen“ auftaucht.

Almut Schnerring, Sascha Verlan: Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees. 2014 im Antja Kunstmann Verlag erschienen

Der Sammelband „The Mamas and the Papas“ beschäftgit sich mit den Feldern Reproduktion, Revolution, Familie, Pop und Widerspenstigkeiten. Es finden sich Texte über die Geschichte des Muttermythos, Prenatal-Diagnostik im Kontext des Rechts auf Abtreibung, Elternschaft in Hausprojekten, Kinderlieder und -bücher und Elternschaft von Musiker_innen – und das ist nur ein kleiner Auszug. Es geht um das Politische im Privaten und Gesellschaftskritik.

Annika Mecklenbrauck/Lukas Böckmann (Hg): The Mamas and the Papas. Reproduktion, Pop & widerspenstige Verhältnisse. 2013 im Ventil-Verlag erschienen.

Um (Queer-)Feministische Perspektiven auf Mutterschaft und Mütterlichkeit geht es in dem Sammelband „O Mother, Where Art Thou“. Die Sprache akademischer als in den anderen Büchern nähern sich die Texte dem Thema Mutterschaft auf vielerlei Weise: Es geht um Übermütter, Kinderlose, Mütterlichkeit in den 70er Jahren, Black Motherhood, Mütterblogs, Mütterlichkeit in hetersexuellen Paarbeziehungen – um auch hier wieder nur einige zu nennen. Sehr zu empfehlen wenn man sich tiefer mit Mutterschaft beschäftigen will und etwas längere Sätze nicht scheut 😉

M. Dolderer, H. Holme, C. Jerzak, A.-M. Tietge (Hrsg.): O Mother, Where Art Thou? Westfälisches Dampfboot 2016

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Jetzt würde mich interessieren: Was habt ihr gelesen, was würdet ihr Freund_innen schenken und anderen empfehlen? Schreibt es gern in die Kommentare, damit andere Leser_innen auch noch was davon haben!

 

http://1j18s74.podcaster.de/download/Elternabend_Podcast.mp3
Familie, Fantastisches

Elternabend – der Podcast

Kreisch – we did it! Sonja und ich haben unseren ersten Podcast aufgenommen! Voller Elan und Dilettantismus – hört man in dieser Folge auch. Für die nächste arbeiten wir noch an Schnitt und hübschen alles auf aber jetzt musste es erst mal raus. Ihr werdet danach nicht klüger oder schöner sein aber vielleicht…egal, nehmt euch nen Kaffee und setzt euch zu uns an den Küchentisch!

Elternabend

Elternabend

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Lieblinks im Januar ’17

Um ein paar Texte mit euch zu teilen, die mich bewegten, zum Nachdenken brachten, zum Schmunzeln oder Weinen – hier eine kleine Sammlung:

Ich find es toll, dass Sonja auf mama-notes nicht nur leichte Themen hat. Ihre Wahrnehmung von 2016 deckt sich in vielen Punkten mit meiner (auch wenn mir tote Künstler*innen wesentlich egaler sind).

Ja, das Leben zu genießen ist super. Aber wachsam bleiben und verfolgen, was in der Welt passiert und sich nicht vom alltäglichen Parteien-kleinklein, den übereifrigen Nachrichten oder eben Unterhaltung ablenken zu lassen, das wird unsere Aufgabe in 2017 und den Folgejahren sein. Und nein, das muss sich mit der Lebenslust gar nicht mal widersprechen.

Beim Rabensalat  gibt es was über Feminismus. Quasi. Überhaupt: Lest den Blog. Frau Rabe wohnt mit Mann und zwei Kindern in der Stadt, in der ich mein Auslandssemester gemacht habe. In Trondheim, Norwegen (aber das nur amRande)

Aber, und das ist der große Unterschied, die Frauen, die Karriere machen wollen, die sollen das auch können. Und da ist noch einiges im Argen. Stichwort Gender Pay Gap. Keine mir bekannte Feministin will Frauen in Vorstände zwingen. Aber Frauen sollen die Möglichkeit haben, in Vorstände zu gelangen, was momentan dadurch verhindert wird, dass Frauen (a) weniger Führungsfähigkeit zugetraut wird, dass (b) vorwiegend Männer in den Vorständen sitzen, die ihresgleichen als Geschäftspartner bevorzugen und dass (c) schon in den Stufen davor weniger Frauen ankommen, weil sie Familie haben und sich eben nach wie vor zwischen Kind(ern) und Karriere entscheiden müssen.

Letztes Jahr im Adventskalender habe ich euch was über die Scanner-Persönlichkeit geschrieben, was das Buch von Barbara Sher für mich bedeutet, kann ich heut noch gar nicht in Worte fassen. Miriam schreibt Hilfe, ich bin ein Scanner – und wie sie mit dem Wunsch, immer was Neues zu lernen dann doch noch zurecht kommt 😉

Was ich gelernt habe ist, dass es Scanner und Taucher gibt. Scanner sind schnell interessiert, neugierig, enthusiastisch und aufgeschlossen. Alles ist toll. Jede idee, jedes Projekt. Jedes Themengebiet.

Und so werden viele Dinge schnell begonnen…aber auch genauso schnell wieder fallengelassen. Oder man verzettelt sich. Gemeinsam haben wir wohl alle, dass wir uns getrieben fühlen. Das wir nicht die Möglichkeiten haben, alle tollen Dinge auf dieser Welt zu erforschen, zu testen oder zu verfolgen. Der Taucher dagegen wird der Experte. Er taucht inein Thema ein und blendet alles andere aus.

Als Kind1 feststellte, dass wir alle mal sterben müssen bin ich ganz schön ins Strudeln geraten. Darüber schrieb ich ja bereits. Aktuell ist das Thema hier immer noch. Auf 2KindChaos gibt es jetzt eine schöne Linksammlung zum Thema Kinder & das Reden über den Tod. Dazu gibt es schöne Buchtipps von Rike auf ihrem Blog. In beiden Fällen auch gerne in die Kommentare schauen, da finden sich weitere Tipps und Links!

Anna hat auf ihrem Blog BerlinMitteMom einen sehr bewegenden Text geschrieben (also eigentlich schreibt sie immer bewegende Texte!) darüber, welche Verantwortung mit Privilegien einhergehen:

„Die Kinder und ich haben lange darüber gesprochen, was es für uns persönlich bedeutet, Privilegien zu genießen und wie wir damit umgehen. Wieso wir glauben, dass wir damit auch eine Verantwortung für andere haben. Und was die Werte sind, an die wir glauben. Wir haben das aufgeschrieben und ich möchte das heute mit euch teilen. Das ist die Botschaft an meine Kinder, jeden Tag. Das, was ich ihnen mitgeben möchte und wie ich ihnen menschliches Miteinander erkläre.“

Tolle Texte die euch bewegt, zum Lachen oder Schmunzeln gebracht haben gerne hier oder auf facebook in die Kommentare!