Browsing Category

Interviews Feminismus und Mutterschaft

Interviews Feminismus und Mutterschaft

Feminismus und Mutterschaft 8: Den jungen Menschen durch die Welt navigieren

Dein Name (egal ob klarname, pseudonym, blog…)

It’s me, myself and child a.k.a Maria

Hast Du (eigene, adoptierte, zu pflegende…) Kind(er), möchtest Du welche, hast Du Dich bewusst dafür/dagegen entschieden, welche Voraussetzungen bräuchtest Du um Kinder bekommen zu können/wollen?

auch wenn ich es manchmal selbst nicht glauben kann ist das großartige kind schon fast neun. es war eine bewusste wenn auch etwas naive entscheidung damals(tm), in der zwischenzeit ist viel passiert. ich glaube es lohnt sich nicht zu spekulieren was ich rückblickend anders machen würde. ich war und bin trotz allem froh sie in meinem leben zu haben. dafür steht immer mal wieder die frage nach einem zweiten kind im raum. eine frage, die ich mir selbst fast täglich anders beantworte. ich sage oft, dass ich mit 40 raus aus der sache bin und kann mir auch ehrlich gesagt nur schwer vorstellen noch mal von vorne anzufangen, zumindest nicht mit den momentanen gesellschaftlichen voraussetzungen (und ich denke nicht, dass die sich in nä. zeit großartig ändern werden), wenn doch gibt es für mich 3 variable optionen: 1. ich mache es wieder allein, aber diesmal wirklich allein. 2. die person(en), mit der ich mir die sorgearbeit teile übernimmt den größeren anteil derselben und/ oder 3. ich/ wir adoptieren ein älteres kind.

Spielt der leibliche Vater eine Rolle? Oder anders: welche Rolle spielt er (für Dich/für die Kinder)?

für’s kind kann und will ich nicht sprechen und für mich gibt es so vieles was ich dazu sagen und nicht sagen möchte, aber es ist eine komplexe geschichte, die bis heute noch mit vielen verschiedenen emotionen verknüpft ist, die hier den rahmen sprengen würde.

Teilst Du Dir die Sorgearbeit fürs Kind mit jemandem? Wie? Und wie wäre es Dir am Liebsten?

bis zu einem bestimmten grad mit meinen eltern, besonders meiner mutter. ohne ihre unterstützung wäre ich aufgeschmissen, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist. am ende des tages bin ich allerdings allein mit entscheidungen, deren konsequenzen und der verantwortung. so hart das sein kann (und ich erwische mich in letzter zeit wieder öfter bei tagträumen von einer 2 erwachsene 1 kind familie) bin ich manchmal aber auch ganz froh, dass mir zumindest zuhause keine_r in unsere elter-kind-beziehung reinredet (den job übernimmt die gesellschaft ja zur genüge) und ich kompromisse nur mit mir selbst und dem kind ausmachen muss. gleichzeitig sind wir beide jetzt schon so lange alleine, dass es für jede person, dier ernsthaft mit uns zusammen sein und verantwortung übernehmen will kein leichter job sein wird bei uns anzukommen.

Was bedeutet für Dich Mutterschaft? Steht diese Bedeutung für Dich in einem Konflikt zu Deinem Feminismus-Verständnis?

mhmm ich denke mutter- bzw. elter(n)schaft bedeutet für mich inzwischen vor allem den jungen menschen dabei zu unterstützen sich durch die welt zu navigieren, die hauptsächlich von erwachsenen für erwachsene gemacht wurde und kinder meist ausschließt. zuzuhören und auf ihre bedürfnisse einzugehen und gleichzeitig die eigenen bedürfnisse nicht aus den augen zu verlieren. ich finde eigentlich das passt sehr gut zu meinem verständnis von intersektionalem feminismus, habe aber leider noch oft das gefühl, dass (feministische) mütter/ eltern wenig raum und aufmerksamkeit innerhalb der feministischen bewegung erhalten.

Was braucht es Deiner Meinung nach, um feministische Mutterschaft zu leben? Welche Rahmenbedingungen bräuchtest Du, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, um Deine Vision vom “guten Mutter- und Feministin-SEin” leben zu können?

also erstmal braucht es dafür ja nur mich, die sich entscheidet mit den vorhandenen bedinungen feministisch zu leben, um diese bedinungen jedoch zum besseren verändern zu können braucht es den austausch mit anderen menschen, die sich in ähnlichen situationen befinden um sich dann so gut es geht gemeinsam gehör zu verschaffen. gesellschaftlich (und damit auch politisch und wirtschaftlich) muss anerkannt werden, dass es nicht die eine wahre mutterschaft gibt sondern viele verschiedene elter(n)schaften und manche vielleicht nichtmal eine mutter beinhalten. wir müssen weg vom bild der klassischen heteronormativen kleinfamilie hin zu allen möglichen familienkonzepten, die mindestens ebenso unterstützendswert sind. vielleicht können wir anfangen mit dem verständnis dafür das nicht mütter* unflexibel sind sondern die gesellschaft.

Was bedeutet Dein Feministin-Sein für die Erziehung Deines_r Kind_er? (z.B. Vorbilder suchen, was für Stereotype ans Kind herangetragen werden, Kleider-/Spielzeugwahl)

ich bin erst vor 1-2 jahren so richtig zum feminismus gekommen, was heißt das kind war schon älter und hat bereits vieles ungefiltert mitgenommen und sehr viel heteronormativität vorgelebt bekommen. interessanterweise hat sie aber einen namen, der geschlechtsneutral ist und auch bei spielzeug und kleidung habe ich mehr oder weniger konsequent auf diversität und die wünsche des kindes geachtet, was im prinzip heißt es konnte alles sein zwischen lillifee fahrrad und batman schulranzen. momentan besteht mein feministin-sein in zusammenhang mit dem kind vor allem darin, alternativen zur norm (männlich, hetero, cis, weiß, schlank etc.) anzubieten, die in der schule und auf dem schulhof herrscht und gelehrt wird. das geschieht meistens durch medien und gespräche, kann aber auch bedeuten, dass ich aktiv in der schule interveniere. gleichzeitig kann und möchte ich aber auch nicht alles immer verbieten, weil ich dem kind genug raum bieten möchte sich ihre eigene meinung zu bilden und zu lernen strukturen, ungerechtigkeiten etc. zu erkennen und zu durchschauen (oft kann ich mir dann aber doch kommentare zu problematischen dingen nicht verkneifen).

Hast Du andere Mütter in Deinem Umfeld, die was mit Feminismus anfangen können? Wo holst Du Dir Unterstützung?

im unmittelbaren real life umfeld: nein und es fehlt mir ein bißchen, aber zum glück gibt es dich und andere tolle mütter, die ich dank des internets kennen gelernt habe, also: yay, internet! http://static.squarespace.com/static/50cced09e4b0409d2443c72c/t/51a67807e4b0c51869c090c8/1369864276171/yay-internet-jen-mussari.gif (tw flashy gif)

Welche Bedeutung hat Erwerbsarbeit für Dich?

für mich in meiner situation ist sie notwendig und sie fehlt. ich habe neben dem mutter-sein eine ausbildung ganz und ein ba studium fast abgeschlossen und suche momentan dringen einen job, der miete und alle sonstigen kosten abdeckt, dummerweise in einer branche die für mütter mit am unflexibelsten ist.. wobei, welche branche ist das heute nicht? bei jeder bewerbung schwanke ich zwischen „das kind ganz aus dem lebenslauf weglassen“ und „die skills, die ich durchs mutter-sein erworben habe auszuführen“. es ist frustrierend und ärgert mich zunehmend.

Welche Konflikte/Spannungen spürst Du zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Deinem Verständnis von Feminismus und Mutterschaft?

ach viele. einige habe ich ja schon angesprochen. mit am schlimmsten finde ich allerdings, dass einer gerne und oft suggeriert wird, es, egal wie aber auf jeden fall, falsch zu machen und die erwartungen sowieso nicht erfüllen zu können, ganz gleich ob sie diese überhaupt erfüllen will oder nicht.

Interviews Feminismus und Mutterschaft

Feminismus und Mutterschaft 7: Selbstverwirklichung und Muttersein schließen sich nicht aus

Dein Name (egal ob klarname, pseudonym, blog…)

Sabine

Hast Du (eigene, adoptierte, zu pflegende…) Kind(er), möchtest Du welche, hast Du Dich bewusst dafür/dagegen entschieden, welche Voraussetzungen bräuchtest Du um Kinder bekommen zu können/wollen?

Ich bin 37 Jahre alt und habe einen inzwischen fast vierjährigen Sohn. Hätte man mich mit 30 gefragt, ob ich Kinder möchte, hätte ich mit NEIN geantwortet. Irgendwann kam das Thema Kinder zwischen meinem fast 13 Jahre älteren Mann und mir dann aber doch auf. Er hatte bereits einen fast erwachsenen Sohn aus einer früheren Beziehung und hatte für sich das Thema eigentlich auch ad acta gelegt. Da wir versuchen, ein bewusstes Leben zu führen und offen für alles zu sein, haben wir uns lange über das Kinderkriegen Gedanken gemacht und waren uns irgendwann einig, uns auf das Abenteuer einzulassen. Es war eine sehr bewusste Entscheidung, die wir, obwohl es eine ganze Weile gedauert hat, bis es geklappt hat, nie in Frage gestellt haben. Letztendlich war für mich der Zeitpunkt auch beruflich richtig (gut funktionierende Selbstständigkeit, aber auch der Wunsch nach Veränderung) und wir sind der Herausforderung Kind aus einem ausgefüllten, gefestigten Leben heraus begegnet.

Spielt der leibliche Vater eine Rolle? Oder anders: welche Rolle spielt er (für Dich/für die Kinder)?

Mein Mann arbeitet Vollzeit in einer Führungsposition und ist dementsprechend zeitlich sehr gebunden. Er ist oft traurig, dass er nur wenig Zeit mit seinem Sohn verbringen kann, nutzt aber dafür die Zeit mit ihm bewusst und intensiv. Morgens nimmt er sich Zeit zum Spielen und Frühstücken und fährt ihn anschließend zur Tagesmutter (bald Kindergarten). Abends ist er meist gegen 19 Uhr zu Hause und die letzte Stunde vor dem Zubettgehen sowie das Abendritual mit Zähneputzen, Umziehen, Vorlesen, Kuscheln etc. ist in der Regel Papas Job. Auch am Wochenende unternehmen die Herren gerne mal etwas alleine. Was Erziehungsfragen, Entscheidungen etc angeht, sind wir uns meist einig und immer im Dialog. Ich finde, mein Mann ist ein toller Vater.

Wenn Du in einer Partnerschaft lebst: Wie teilst Du Dir Lohn- und Sorgearbeit? Gab es dazu “Verhandlungen”? Was waren die Gründe für Eure Arbeitsteilung?

Mein Mann verdient als in Vollzeitangestellter deutlich mehr als ich, was für uns aber nie ein Thema war. Wir haben ein gemeinsames Konto, auf das alle Einnahmen fließen und auf das jeder uneingeschränkt zugreifen kann. Zusätzlich haben mein Mann und ich jeder ein eigenes „Taschengeldkonto“, auf das jeder von uns jeden Monat den gleichen Betrag überwiesen bekommt und mit dem jeder tun und lassen kann, was er mag. Irgendwie sind diese Konten vor allem ein Symbol für unsere individuelle Unabhängigkeit und wir behalten es bei aus eher nostalgischen Gründen. Mein Mann bezahlt damit meistens unsere Weinbestellungen und ich unsere Urlaubsflüge ;-), also fließt das meiste sowieso zurück in den Familienkreislauf.

Ansonsten teilen wir die private Arbeit (Hausarbeit, Sorgearbeit, Buchhaltung etc.) wie es eben geht: Jeder packt an wie und wo es möglich ist. Er bringt den Müll weg, ich wasche die Wäsche und mache die Buchhaltung, jeder räumt mal auf. Fürs Grobe leisten wir uns eine Putzhilfe. Der samstägliche Großeinkauf war schon vor unserem Sohn eine für uns schöne, gemeinsame Unternehmung – jetzt sind wir dabei eben zu dritt.

In meiner Selbstständigkeit bin ich zeitlich mal mehr, mal weniger beansprucht. Mein Sohn geht, seit er etwas über ein Jahr alt war, zur Tagesmutter, derzeit 25 Stunden in der Woche. Diese Zeit ist meine Arbeitszeit. In Zeiten mit höherer Arbeitsbelastung habe ich sehr nette Schwiegereltern in der Nähe, die bereits in Rente und somit zeitlich flexibel sind – sowohl tagsüber als auch abends -, was mir, und auch uns als Paar, wunderbare Freiräume schafft.

Da ich (im Schnitt) weniger Stunden im Job arbeite, verbringe ich (im Schnitt) auch etwas mehr Zeit mit Haus- und Sorgearbeit als mein Mann.

Was bedeutet für Dich Mutterschaft? Steht diese Bedeutung für Dich in einem Konflikt zu Deinem Feminismus-Verständnis?

Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, Mutter zu werden. Ich war gerne schwanger, ich habe gerne und sehr lange gestillt, ich liebe meinen Sohn von ganzem Herzen und bin immer wieder begeistert, diesen kleinen Menschen heranwachsen zu sehen.

Das Muttersein jedoch ist auch nur ein Aspekt meiner Persönlichkeit. Ein wichtiger. Ein zeitaufwändiger. Ein schöner. Aber eben nur ein Aspekt von vielen. Es ist ein Aspekt, der dazugekommen ist, zu den vielen anderen, die schon da waren und auch durch das Mutter werden trotzdem geblieben sind.

Als mein Sohn gerade acht Wochen alt war, habe ich meinen ersten Kundenauftrag abgewickelt. Zu einem wichtigen Geschäftstermin ist mein Mann mitgefahren. Ich habe meinen Sohn noch mal im Auto gestillt, bin dann zum Termin, während mein Mann mit meinem Sohn spazieren gegangen ist. Für mich schließen sich Selbstverwirklichung und Muttersein nicht aus. Natürlich müssen dafür die inneren und äußeren Voraussetzungen gegeben sein.

Nur, weil ich Mutter geworden bin, hat sich mein Verständnis von Feminismus, von Selbstverwirklichung und Selbstständigkeit, meine Ziele und Wünsche nicht verändert. Verändert hat sich die Organisation des Alltags, der Tagesablauf, der Wert von Zeit.

Seit ich Mutter bin, bin ich zielgerichteter geworden, verdödel nicht mehr so viel Zeit mit Nichtigkeiten. Ich nutze meine Zeit intensiver: Bin intensiver im Job, pflege leidenschaftlich meine Hobbies, genieße bewusst die Zeit mit meinem Kind und meinem Mann – und auch gerne mal alleine.

Was braucht es Deiner Meinung nach, um feministische Mutterschaft zu leben? Welche Rahmenbedingungen bräuchtest Du, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, um Deine Vision vom “guten Mutter- und Feministin-Sein” leben zu können?

Ich bin mehr als glücklich mit meinem Dasein als Frau und Mutter, da ich das Glück habe, für mich perfekte Rahmenbedingungen zu haben: Eine funktionierende, gleichberechtigte Partnerschaft und ein sehr unterstützendes Umfeld, genügend finanzielle Mittel, eine gut funktionierende Selbstständigkeit, die mir ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität ermöglicht, gute, flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten (Tagesmutter, KiTa, Großeltern) und nicht zuletzt ein hohes Maß an Gelassenheit.

Ich weiß, dass es viele Mütter und Familien nicht so leicht haben, wie ich/wir es habe/n. Meiner Meinung fehlt es vor allem an flexiblen Arbeitgebern und Arbeitszeitenmodellen, guter, sicherer und zuverlässiger Kinderbetreuung, einem generell offeneren Klima in der Gesellschaft (mehr Kinderfreundlichkeit, mehr Mütterfreundlichkeit, mehr Familienfreundlichkeit).

Was bedeutet Dein Feministin-Sein für die Erziehung Deines_r Kind_er? (z.B. Vorbilder suchen, was für Stereotype ans Kind herangetragen werden, Kleider-/Spielzeugwahl)

Das Thema Rollenvorbild – sowohl auf männlicher als auch auf weiblicher Seite – ist für mich sehr spannend. Als Kind hatte ich lediglich „negative“ weibliche Rollenvorbilder, es gab keine Frau in meinem Umfeld, die für mich als Vorbild getaugt hätte. Natürlich bin ich deshalb besonders sensibel für das Thema männliches Rollenvorbild für meinen Sohn. Ich habe das Glück, dass sowohl mein Mann als auch mein Vater meiner Meinung nach gute Vorbilder sind.

Sowohl ich als auch mein Mann sind äußerst liberal, was andere Lebensentwürfe angeht, wir engagieren uns ehrenamtlich und künstlerisch, sind offen für neue Erfahrungen und Bekanntschaften, haben einen großen, bunten Freundes- und Bekanntenkreis und hoffen, dass unsere Art zu leben, zu diskutieren, zu handeln, zu lieben ein gutes Vorbild für unseren Sohn ist. Für mich heißt es nicht Erziehung, sondern Beziehung.

Was Kleidung und Spielzeug angeht, darf er selbst entscheiden, was ihm gefällt: Er besitzt sowohl „weibliches“ als auch „männliches“ Spielzeug und Bücher. Er spielt gerne mal wild, liest aber auch gerne mal ganz in Ruhe ein Buch, er spielt viel mit Mädchen und ist insgesamt nicht ganz so stürmisch wie viele andere Jungs in seinem Alter. Ich freue mich über seine Eigenheiten, seine Einzigartigkeit und lasse ihn sein, wie er ist.

Ich bin gespannt, wie es im Herbst in unserem katholischen Landkindergarten wird, welche Einflüsse, Ansichten, Überzeugungen dort herrschen und wie wir damit ungehen werden.

Hast Du andere Mütter in Deinem Umfeld, die was mit Feminismus anfangen können? Wo holst Du Dir Unterstützung?

Ich lebe in der bayerischen Provinz, in der mein Mann und ich ohnehin (als Zugezogene) ein wenig als Exoten gelten. Die meisten Frauen mit Kleinkindern in meinem Umfeld leben in meist traditioneller Rollenverteilung, meine Freundinnen mit älteren oder erwachsenen Kindern leben oft emanzipierter. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Frauen mit dem klassichen Rollenmodell unglücklich mit ihrem Lebensentwurf wären. Ebenso fühle ich mich gefestigt, was meine Art zu Leben angeht. Ich versuche, andere Frauen zu unterstützen, wo ich kann, wenn es gewünscht ist – mit einem offenen Ohr oder Rat und Tat und finde auf der anderen Seite auch immer ein offenes Ohr, wenn ich mal eins brauche.

Welche Bedeutung hat Erwerbsarbeit für Dich?

Ich mag meine Arbeit. Ich freue mich, dass ich – finanziell und ideell – erfolgreich bin, mit etwas, das ich gut kann und (meistens) auch gerne mache. Mir war es schon immer wichtig, mein eigenes Geld zu verdienen und das Gefühl zu haben, selbst für mich sorgen zu können.

Ebenso wichtig ist es für mich, Tätigkeiten zu haben, die mich ausfüllen, wo mir allein die Tätigkeit Belohnung genug ist. Ich habe das Glück, zusätzlich zu meiner Erwerbsarbeit zwei Herzenshobbys zu haben, die mich sehr glücklich machen und die sich inzwischen sogar selbst finanzieren.

Welche Konflikte/Spannungen spürst Du zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Deinem Verständnis von Feminismus und Mutterschaft?

Ehrlich gesagt ist es mir inzwischen ziemlich egal, was die „Gesellschaft“ (sei es die große, allgemeine oder die ganz spezielle) von mir erwartet. Ich habe lange Jahre damit verbracht, mich zwischen Erwartungen, die meine Eltern, meine Freunde oder die „Gesellschaft“ an mich hatten, aufzureiben – so sehr, dass ich mit Mitte 20 in einer tiefen Depression steckte und gar nicht wusste, was ICH eigentlich will.

Inzwischen kann ich die Erwartungen anderer gut dort lassen, wo sie hingehören: Beim anderen! Ich versuche, so zu leben, wie ich es für richtig halte und andere so leben zu lassen, wie sie es gerne möchten. Ich denke, es ist vielleicht meine Gelassenheit diesbezüglich die dazu führt, dass inzwischen viele Frauen meinen Rat suchen. Mein Mann sagt immer, dass ich ein gutes Rolemodel für andere Frauen bin. Ich bin stolz, dass er so über mich denkt und möchte zumindest dieser einen „Erwartung“ gerne gerecht werden 😉

Was ich persönlich sehr schade finde, ist, dass sich manche Frauen gegenseitig das Leben schwer machen, in dem sie ihren persönlichen Lebensentwurf oder die persönliche Meinung als allgemeingültige Wahrheit darstellen, sich gegenseitig anfeinden für unterschiedliche Ansichten oder Entscheidungen. Ich kenne viele, vor allem jüngere Mütter, die sich nachhaltig von anderen Frauen verunsichern lassen und sehr darunter leiden.

Ich wünsche mir eine größere Solidarität unter Frauen, eine größere Akzeptanz von unterschiedlichen Lebensentwürfen und mehr Offenheit für die Andersartigkeit eines jeden einzelnen. Ich bin dankbar, dass ich in meinem Umfeld viele offene, tolerante Menschen habe und hoffe, selbst etwas dazu beitragen zu können, dass die Menschen sich immer mehr und besser unterstützen. Und ich hoffe, diesen Samen auch in der Beziehung zu meinem Sohn pflanzen zu können.

Interviews Feminismus und Mutterschaft

Feminismus und Mutterschaft 6: Zwischen Job und Kind zerrissen?

Dein Name

Christina vom Familienreiseblog „Reisemeisterei“

Hast Du (eigene, adoptierte, zu pflegende…) Kind(er), möchtest Du welche, hast Du Dich bewusst dafür/dagegen entschieden, welche Voraussetzungen bräuchtest Du um Kinder bekommen zu können/wollen?

Mein Mann Sven und ich dürfen eine eigene Tochter von fast 2 Jahren zu unserer Familie zählen. Voraussetzung war, dass zumindest einer in einer gefestigten beruflichen Position steht. In diesem Fall waren das sogar dankbarerweise beide.

Spielt der leibliche Vater eine Rolle? Oder anders: welche Rolle spielt er (für Dich/für die Kinder)?

Sven spielt eine sehr große Rolle für mich und unsere Tochter. Aufgrund eines Rechtsstreits mit seinem früheren Arbeitgeber war er gezwungen, länger nicht zu arbeiten. Das hat ihm die einmalige Chance gegeben, Vollzeit für seine Tochter da zu sein und das Zusammensein mit ihr zu genießen. Ich denke vor allem dadurch haben die beiden ein sehr enges Verhältnis zueinander. Wir haben fast 9 Monate zu dritt verbracht, bis ich wieder in meinen Beruf eingestiegen bin.

Teilst Du Dir die Sorgearbeit fürs Kind mit jemandem? Wie? Und wie wäre es Dir am Liebsten?

Die Kita und ich teilen uns tagsüber die Sorgearbeit. Einmal in der Woche ist „Oma-Nachmittag“ und Am Wochenende und abends teilen Sven und ich uns die Erziehung. Wobei er gefühlt den größeren Anteil trägt. Mein Familienreiseblog braucht mich als zweites „Baby“ schließlich auch noch. Und ich den Blog auch 😉 Ich fühle mich oft zwischen Job und Kind zerrissen. Am liebsten wäre ich später wieder in den Beruf eingestiegen. Das habe ich allerdings erst feststellen können, als es soweit war. Der Blog ist eher Ausgleich und Leidenschaft, obwohl ich ihn als Gewerbe und halb-professionell betreibe. Schreiben, posten, reisen! Das geht immer!

Wenn Du in einer Partnerschaft lebst: Wie teilst Du Dir Lohn- und Sorgearbeit? Gab es dazu “Verhandlungen”? Was waren die Gründe für Eure Arbeitsteilung?

Mein Mann arbeitet 100% und ich 50%. Wobei ich insgesamt mit Blog-„arbeit“ auch 100% erreiche. Das dann aber eher abends und am Wochenende. Wir haben offen mögliche Konstellationen abgewogen. Die Tatsache, dass ich beruflich am „Ende der Fahnenstange“ angekommen bin und mein Mann auf ähnlichem Gehalts- und Positionsniveau noch Luft „nach oben“ hat, hat uns die Entscheidung leicht gemacht. Zudem arbeitet er mit wesentlich mehr persönlicher Leidenschaft…

Was bedeutet für Dich Mutterschaft? Steht diese Bedeutung für Dich in einem Konflikt zu Deinem Feminismus-Verständnis?

Meine Einstellung früher: Alles komplett gerecht teilen. Erwerbsarbeit, Erziehungsarbeit, Hausarbeit. Und dann kommt dieses kleine Geschöpf zu uns und die Hormone sprudeln nur so. Feminismus bedeutet für mich auch: Mich nicht abhängig zu machen. Das kann heißen, beispielsweise seine Rente im Blick zu behalten und den Mutter-bedingten Ausfall durch eine private Rente auszugleichen. Oder: Durch den Blog eine berufliche Seite zu leben, die in Vollzeit nicht möglich wäre.

Was braucht es Deiner Meinung nach, um feministische Mutterschaft zu leben? Welche Rahmenbedingungen bräuchtest Du, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, um Deine Vision vom “guten Mutter- und Feministin-SEin” leben zu können?

Ich bräuchte einfach 48 Stunden pro Tag. Oder eine gerechte Berentung für die Kindererziehung. Es ist einfach (für mich!) nicht möglich, sowohl im Beruf als auch in der Kindererziehung jeweils 100% zu geben und damit jeweils den Vollzeitmüttern und Vollzeitarbeitenden auf gleicher Augenhöhe in Bezug auf die „Leistung“ gegenüber zu stehen. Beispiel: Mit 50% kann ich beruflich keine ganztägigen Seminare mehr leiten oder bei weit entfernten Terminen bis in den Abend hinein mein Bestes geben. Genauso habe ich weniger Kapazitäten für Singgruppen, basteln, Erziehungsratgeber wälzen, schöne Kleidung auswählen. Das fühlt sich oft ziemlich zerrissen an, weil ich überall erfolgreich sein möchte.

Was bedeutet Dein Feministin-Sein für die Erziehung Deines_r Kind_er? (z.B. Vorbilder suchen, was für Stereotype ans Kind herangetragen werden, Kleider-/Spielzeugwahl)

Nach der Geburt unserer Tochter habe ich mich beispielsweise geweigert, Ihr rosa Kleidung anzuziehen. Dies ganz bewusst nicht zu tun, ist allerdings genauso stereotyp, denke ich inzwischen. Wir versuchen, Ihr nun einfach offen Dinge anzubieten. Das Traktorbuch steht neben dem rosa Kinderklavier. Sie wählt und soll ihren eigenen Weg finden.

Hast Du andere Mütter in Deinem Umfeld, die was mit Feminismus anfangen können? Wo holst Du Dir Unterstützung?

Manche Mütter in meiner Umgebung machen mir etwas Angst mit ihrer Auslegung der Gleichberechtigung. Für beispielsweise Vollzeitarbeit 8 Wochen nach der Geburt bin ich wohl nicht gestrickt. Irgendwie setzt es mich auch unter Druck, nicht „tough“ genug zu sein. Andere Mütter wiederum haben nach vielen Jahren der Elternarbeit keine private Rente und vielleicht auch keine Chance für einen beruflichen Einstieg. Einige Mütter beeindrucken mich allerdings, wie sie kreative Wege finden, Muttersein und Erwerbstätigkeit unter einen Hut zu bekommen. Und wenn es mit einer Tätigkeit von zuhause ist. Nähen, Schreiben, Gründung eines kleinen Unternehmens, beruflicher Aufbau. Meine eigene Mutter unterstützt mich sehr auf meinem Weg, ebenso mein Mann und seine Mutter. Das gibt mir Sicherheit.

Welche Bedeutung hat Erwerbsarbeit für Dich?

Ausgleich zur Elternarbeit. Unabhängigkeit. Sicherung meiner Rente. Nutzung meiner beruflichen Ausbildung. NICHT: „Rauskommen“.

Welche Konflikte/Spannungen spürst Du zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Deinem Verständnis von Feminismus und Mutterschaft?

Die Frage ist: Hat die Gesellschaft die Erwartungen oder ich? Wer ist die Gesellschaft? Mein Arbeitgeber? Der möchte, dass ich pünktlich erscheine und hochkonzentriert arbeite, auch wenn meine Tochter in der Kita gebockt hat oder die Nacht schrecklich war. Andere Mütter? Die sind häufig ebenso verunsichert in ihren Modellen. Ich spüre die Spannung, dass ich von Rolle zu Rolle springe, je nachdem, wo ich mich gerade befinde. Und meine Kapazität einfach manchmal nicht ausreicht, um alles von Impfterminen bis hin zu Gesetzestexten, Jahrestagen und Einkaufslisten, Finanzplanung, gesunder Kinderernährung und Haushalt zu jonglieren.

Familie, Feminismus, Interviews Feminismus und Mutterschaft

Feminismus und Mutterschaft 5: Eine unmögliche Beziehung?

Meine Freundin Nadine kennt ihr vielleicht schon von ihrem Blog „fashion, baby“ – dort schreibt sie über den Alltag mit Kind, Mode für Groß und Klein und ihre (Dienst! *Neid*)Reisen. Hier ihre Gedanken zum Thema meiner Interviewreihe:

Ich behaupte, dass die Mutterschaft für viele Frauen die erste Begegnung mit der Notwendigkeit zum Feminismus überhaupt ist.

Klar sind wir als Kinderlose alle irrsinnig moderne Frauen – und moderne Frauen sind doch automatisch emanzipiert (welch altmodisches Wort) und damit Feministinnen. Schließlich gehen wir arbeiten, und mehr als das, wir stehen im Beruf unseren Mann (eine Formulierung, die sich hartnäckig hält, als wäre die Orientierung an der Arbeit des Mannes die einzig wertige Messgröße). Manchmal recken wir sogar triumphierend die Faust in die Höhe, wenn wir uns im Job mal gegen reaktionäre Vorurteile und althergebrachte Verhaltensweisen so richtig durchgesetzt haben und sagen „das lass ich mir von dir nicht gefallen, du Mann, du!“.

Wir haben Beziehungen auf Augenhöhe, auch wenn der Partner in der Praxis häufig nur den Müll rausbringt und im Sommer die Steaks auf dem Grill wendet, bei der restlichen Hausarbeit aber eher geringfügig beschäftigt ist. Wir sind gut ausgebildet, reisen um die Welt und treffen wen wir wollen wann wir es wollen. Bei all dem glauben wir, die völlige Gleichberechtigung der Frau sei längst Realität und alles, wofür die Frauen früherer Generationen gekämpft haben erreicht.

Und dann werden wir schwanger.

Das Mantra der (erstmalig) Schwangeren lautet „Es bleibt alles wie es ist!“ (später ersetzt durch „es ist alles eine Phase!“). Wir wollen so cool bleiben wie vorher, werden weiterhin eine gute Freundin sein, natürlich nachts durch die Clubs tingeln („schließlich hat das Baby ja einen Vater!“) und natürlich nach spätestens einem Jahr wieder in den Beruf einsteigen. Wie genau insbesondere letzteres von statten gehen soll überlassen wir gerne dem Zufall – und begehen damit den ersten Fehler. Denn wir haben uns ja bislang viele Jahre lang in unseren Jobs bewiesen, glauben, dass unsere Arbeitgeber uns kennen und schätzen und dies natürlich auch weiterhin tun werden, wenn wir in Teilzeit und ohne klaren Plan wieder in den Beruf zurückkehren. Und sind dann überrascht, wenn das nicht der Fall ist, obwohl Arbeiten für eine Mama ganz klar das neue Frei ist. Dabei passiert es doch gar nicht so oft, dass unser Babysitter ausfällt, das Kind krank wird und/ oder wir selbst, wenn wir zu müde sind, um unsere Arbeit jeden Tag mit dem gleichen Elan zu tun wie vorher, auch weil wir wissen, dass dies nur die erste Schicht eines langen Tages ist.

Wenn uns die Kollegen nämlich ein neidisches „ach, schon frei?“ hinterher rufen wenn wir deutlich vor 18 Uhr das Büro verlassen, wissen wir selbst nämlich, dass zu Hause niemand die Tonnen Wäsche gewaschen hat, die mit Kind wundersamerweise nie weniger werden. Dass niemand eingekauft hat, niemand neue Hosen für das Kind gekauft hat, weil es aus den alten schon wieder rausgewachsen ist. Niemand hat einen Termin für die nächste U gemacht hat, niemand das Paket zur Post gebracht, und die Frage „Sekt oder Selters?“ beantwortet sich von selbst wenn man Abend für Abend am liebsten um 20 Uhr gemeinsam mit seinem Kind ins Bett sinken würde.

Wie konnte es soweit kommen?

Nun, zum einen sagt einem niemand vorher wie sehr man dieses kleine Wesen, das man so (relativ) nonchalant im Bauch herumgetragen hat lieben wird. So sehr, dass man nicht mehr ohne es sein will, dass Freundschaften und selbst die Partnerschaft in den Hintergrund treten vor dieser neuen, großen Liebe.

Dann die ganzen Zwänge, de facto, eingebildet oder selbst geschaffen. Man ist nämlich mit einem kleinen Kind tatsächlich nicht mehr so flexibel und mobil wie vorher. Klar, vieles geht im Prinzip schon, so wir uns das vorher ja auch überlegt hatten. Aber dabei hatten wir übersehen, dass wir es ja nicht mit einem Gegenstand zu tun haben, sondern mit einem kleinen, hilfsbedürftigen und manchmal ganz schön nervigen Menschen. Und dann geht man eben doch nicht mit dem Baby im Tuch zum Konzert, weil es sich zu wuselig anfühlt, und sowieso zu laut ist. Und man tanzt auch nicht mit der Freundin die Nächte durch, weil man einfach keinen weiteren Müdigkeitsfaktor mehr ertragen kann, Elternzeit hin oder her. Ausschlafen war früher.

Auf einmal steht man auch vor völlig neuen Herausforderungen. Stillen oder nicht? Tragetuch oder Kinderwagen? Und was ist überhaupt Attachment Parenting? Ich behaupte, wenn Frauen sich mit der gleichen Energie, die sie dabei aufwenden zum Beispiel das Stillthema im Netz zu kommentieren, ihren Karriereplänen widmen würden, stünde es um die Rolle der Frau in Führungspositionen in Deutschland deutlich besser.

Nun hat man ja, wie bereits vielfach beschworen, im Allgemeinen noch eine zweite Person am Start. Diese Person nennt sich nun Papa, liebt uns – warum sonst hätte er mit uns ein Kind gemacht? – und ist immer für uns da. Leider beinhaltet dies nicht unbedingt, dass er auch da ist, also physisch. Denn wenn wir uns auf die Rolle der Teilzeitmutti zurückziehen (weil wir das so wollen, nicht weil wir in irgendwelche Rollenklischees verfallen wären, neeeeee!), muss ja schließlich auch einer fürs Geld sorgen. Und da kommt er, der böse Satz: „Mein Partner verdient ja ohnehin mehr als ich, also geht er arbeiten und ich bleibe zu Hause.“. Ich will da nicht einfach drüber hinweg gehen, schließlich ist Geld kein überflüssiger Luxus. Trotzdem, eins ist sicher: Mit dieser Haltung bleibt der Mann derjenige, der mehr verdient, und spätestens ab dem zweiten Kind ist die klassische Rollenverteilung verfestigt, mit allem was dazu gehört.

Und dann ist es passiert, man ist eine von diesen „Muttis“, eine von denen, wie die man nie werden wollte. Es ging schnell, lautlos und hat nicht mal wehgetan. Denn man hat ja auch etwas bekommen: Viele schöne Stunden mit dem Kind, Vormittage mit den neuen Krabbelgruppenfreundinnen beim Brunch, Sommernachmittage mit den Füßen im Spielplatzsand. Das Leben mit Kind ist schön, manchmal verführerisch schön, so dass das fröhliche Kindergelächter ganz leicht die kleine Stimme übertönt, die sagt: „Du hast nicht mehr die gleichen Rechte wie früher, aber dafür viel mehr Pflichten. Ist das gerecht? Warum lässt du das zu?“.

Und dann wird eben nicht dafür gekämpft, dass sich etwas ändert. Nicht beim Partner, dass er mehr übernimmt, als während der zweimonatigen Elternzeit das Kinderzimmer mit Biofarbe zu streichen, nicht beim Arbeitgeber, damit er qualifizierte Arbeit zulässt und auch bezahlt, obwohl man um 13 Uhr gehen muss und vor allem nicht bei sich selbst. Denn man hat es ja so gewollt und schließlich gibt es nichts auf der Welt was einen so glücklich macht wie das eigene Kind.

Mit Feminismus hat das leider nichts zu tun, so wie es das Leben „davor“ auch nicht hatte, denn worauf man mal so stolz war, ist längst gesellschaftliche Selbstverständlichkeit.

Deshalb bedeutet Mutterschaft vielleicht zum ersten Mal, dass wir wirklich für unsere Rechte kämpfen müssen – und wenn wir das tun, dann werden wir auch etwas erreichen. Kämpfen heißt übrigens nicht unbedingt auch gewinnen. Es ist anstrengend und man wird manchmal verletzt. Trotzdem: Ich glaube fest daran, dass man Mutter sein und Mensch bleiben kann, aber von selbst geschieht das ganz sicher nicht.

Interviews Feminismus und Mutterschaft

Feminismus und Mutterschaft 4: Den Rollenerwartungen widersprechen

Hallo,

ich habe deinen Blogeintrag gelesen und möchte gern mitmachen. Ich heiße Luisa, bin 32 Jahre alt und habe zwei Söhne (5 und 1 Jahr alt). Ich und mein Mann studieren beide und teilen die Familien- und Hausarbeit egalitär. Neben dem Studium engagiere ich mich als Frauenbeauftragte im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an meiner Hochschule aktiv für Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit. Ich bin also professionelle Feministin 😉

Für mich beudeutet Feminismus, den Menschen hinter der äußeren Schale zu sehen und danach zu bewerten, wer sie oder er ist und nicht danach, was sie oder er sein sollte. Wir alle haben ein genaues Schema dessen im Kopf, wie bestimmte Personengruppen sein sollten. Das ist völlig normal und per se nichts schlechtes. Es führt aber dazu, dass wir Tatsachen im Zusammenhang mit unterschiedlichen Personengruppen unterschiedlich bewerten.

Beispiel: Ein Mädchen trägt lieber blau als rosa. Manche würden für ein Mädchen rosa bevorzugen, akzeptieren den Wunsch des Mädchens aber blaue Kleidung zu tragen. Gleiches Beispiel nun aber mit einem Jungen statt eines Mädchens: Der Junge findet rosa schön. Er mag alles, was rosa ist. Am liebsten würde er auch rosa Kleidung tragen. Sofort macht sich die gesamte Umgebung des Jungen sorgen, was mit ihm nicht stimmen könnte. Wird er als erwachsener vielleicht schwul? Und was werden wohl andere denken, wenn ich meinem Sohn rosa Kleidung anziehe? Werden andere Kinder ihn hänseln?

Die Situation ist eigentlich dieselbe. Ein Kind entscheidet sich für eine Farbe, die gesellschaftlich dem anderen Geschlecht zugeordnet wird. Doch ist es weniger problematisch, wenn sich ein Mädchen für eine Farbe entscheidet, die als typisch männlich assoziiert wird, als wenn ein Junge eine typische Mädchenfarbe wählt. Genau dasselbe gilt bei Spielzeug oder Art der Kleidung generell. Hosen für Mädchen sind ok, Kleider für Jungs nicht. Das setzt sich auch in Verhaltensweisen fort, die als typisch jungen- oder mädchenhaft assoziiert werden. Das beste Beispiel dafür ist meine eigene Kindheit und Jugend:

Vor 30 Jahren galt zumindest in den alten Bundesländern ein noch sehr konservatives Familienbild als heute und so waren die Erwartungen, die man an Mädchen und Jungen stellte, recht deutlich. Mein Bruder und ich waren von unserer Art her schon immer wie Tag und Nacht. Während ich extrovertiert und durchsetzungsstark war, ist er introvertiert, ruhig und zurückhaltend. Beides war für meine Eltern damals Anlass zur Sorge. Wir waren beide gut erzogen, machten keinen Ärger und verstanden uns wirklich gut. Aber ich war eben kein typisches Mädchen. Ich wollte immerzu raus mit meinen Freunden spielen, hatte stets eine Meinung, die ich vertrat und hielt mich damit auch nicht vor älteren zurück. Mich musste man schon immer mit Argumenten überzeugen, wobei „isso!“, das Alter meines Gegenübers oder dessen Geschlecht nicht als Argumente akzeptiert wurden. Ein Umstand, den man in einem italienisch-chinesischem Haushalt nicht gewöhnt war. In beiden Kulturen herrschten zumindest damals noch sehr strenge Vorstellungen davon, wie Frauen und Männer sein sollten und ältere Menschen hatten schon aus Prinzip recht. Dass ich Erklärungen für alles mögliche einforderte schickte sich nicht für ein Mädchen und galt als respektlos. Davon abgesehen hatte ich nie Interesse an Haushalt öder ähnlichen typisch weiblichen Aufgaben. Meine Eltern konnten damit gut Leben. Sie haben nie ernsthaft versucht mich zu verbiegen und standen stets hinter mir. Dafür mussten sie aber auch einiges an Gegenwind aushalten, wenn wieder einmal Außenstehende meinten, ihnen mitteilen zu müssen, wie frech ihre Tochter sei und dass man mir längst den Hintern versohlt hätte, wenn ich ihre Tochter wäre. Irgendwann war ich es, die sich hinstellte und diesen Personen mitteilte, sie sollen sich aus den Erziehungsangelegenheiten meiner Eltern raushalten. Meine Mutter hätte sich nie getraut, soetwas laut auszusprechen, auch wenn sie es sicher häufig dachte und mein Vater hatte nicht oft Gelegenheit dazu, da er viel arbeiten musste, um die Familie zu ernähren.
Oft wünschten sich meine Eltern, ich wäre mehr wie mein Bruder und er mehr wie ich. Schüchtern und zurückhaltend war für Mädchen ok, aber ein Junge, der sich nicht durchsetzt, schüchtern und ängstlich ist, das passt nicht so recht zusammen. Was soll aus dem denn mal werden? Ein Weichei? Sollten Männer nicht durchsetzungsstark sein und einen ausgeprägten Beschützerinstinkt haben? Und sollten Mädchen nicht zurückhaltend und gehorsam sein? Sollte ich also nicht lieber der Junge und mein Bruder das Mädchen sein?

Genau dieses Bild verfolgt meinen Bruder und mich bis heute. Während man mir im späteren Berufsleben an verschiedenen Stellen immer wieder sagte, ich sei keine typische Frau (das war als Kompliment gemeint!), so hat mein Bruder Probleme eine Freundin zu finden. Die Frauen, die er mag, stehen halt auf die bösen Jungs. Er ist deshalb der typische beste Freund, aber niemals „der eine“.

Feminismus bedeutet für mich deshalb, sich frei davon zu machen, was Frauen und Männer sein sollten. Feminismus ist für mich, andere Menschen so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Und dazu gehört für mich, mein eigenes Verhalten und meine Denkmuster zu reflektieren. Nur wenn mir das bewusst ist, kann ich aufhören in Schubladen zu denken und das Individuum dahinter sehen. Deshalb ist Feminismus für mich nichts altmodisches und erst recht nichts gegen Männer. Ich bin davon überzeugt, dass Männer davon nur profitieren können. Solange wir in einer Gesellschaft leben, die „weibliche“ Merkmale abwertet und „männliche“ aufwertet, wird keiner von uns glücklich.

Ich erziehe meine Kinder, in dem ich versuche  ihnen Vorbild zu sein. Sie wissen, dass ich sie stets in allem Unterstütze und dass sie ok sind, genau so wie sie sind. Es gibt nichts, was sie nicht tun können oder dürfen, weil sie Jungen sind und das gleiche gilt für Mädchen. Sie sollen wissen, dass die Welt nicht schwarz oder weiß ist und auch nicht blau oder rosa. Dazwischen gibt es unendlich viele Farben und keine davon wird schöner, indem man eine andere abwertet.

Feminismus ist deshalb für mich auch, mir und anderen Frauen zuzugestehen, ihren eigenen persönlichen Lebensweg zu wählen und ihnen zuzutrauen, dass sie dazu selbstständig in der Lage sind. Ja, ich werde wohl niemals hauptberufliche Hausfrau und Mutter sein. Das passt ein fach nicht zu mir. Diese wirklich einseitige und vorherrschende Berichterstattung, die suggerieren soll, dass arbeitende Mütter nun das Non+Ultra sein sollen, nervt mich aber auch. Denn es suggeriert wieder ein Bild dessen, wie Frauen sein sollen und wie nicht. Zum Feminismus und echter Gleichberechtigung gehört eben auch die freie Partnerwahl und die freie Entscheidung für ein Lebensmodell dazu. Und es gehört auch dazu, dass wir endlich über das Feindbild „Mann“ hinwegkommen. Es ist nämlich nicht „der Mann“, der die Frau diskriminiert, sondern die Gesellschaft insgesamt.

Ich bin froh, einen Mann an meiner Seite zu haben, für den all das wirklich kein Thema ist. Wir sahen uns gegenseitig schon immer als Partner auf Augenhöhe. Daran dass er das Sorgerecht für unseren bei der Geburt noch unehelichen Sohn bekommen würde, stand für uns nie zur Debatte, auch wenn sogar das Standesamt uns davon abriet. Meinen Nachnamen trägt er seit unserer Hochzeit mit Stolz und er lässt sich darin auch nicht beirren. Unser Nachname ist halt etwas besonderes und schön und die Entscheidung dafür meinen Mädchennamen als Familiennamen zu tragen hatte nichts damit zu tun, dass einer von uns den anderen dominiert. Dass wir beide zur Finanzierung unseres Studiums arbeiten würden, war auch immer klar, genauso, dass wir beide Elternzeit nehmen würden. Die Hausarbeit haben wir nach (Ab-)Neigung und Begabung gleichmäßig verteilt. Wir bringen beide jeden Abend je ein Kind ins Bett. Wir halten uns Gegenseitig den Rücken frei, damit der andere Arbeiten, Studieren oder eigenen Interessen nachgehen kann. Mein Mann ist mein bester Freund und ich glaube gleichberechtigter kann eine Ehe kaum sein. Davon profitieren wir beide. Ohne mich, hätte er sich seinen Traum von einem IT-Studium wahrscheinlich nie erfüllt und ohne ihn hätte ich mein Potenzial im Beruf nie ausschöpfen können. Ich glaube, wir sind beide sehr zufrieden mit unserem Leben und das überträgt sich auch auf unsere Kinder. Ich hoffe, dass ihre Welt durch unser Vorbild größer für sie wird. Dass sie weniger Grenzen im Leben überwinden müssen, um dahin zu kommen, wo sie glücklich sind. Und dass ihnen immer klar ist, dass Grenzen sie nicht davon abhalten sollten, ihren eigenen Weg zu gehen.

Ich finde es toll, dass du das Thema aufgreifst und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten willst! Ich habe auch schon daran gedacht, einen solchen Text auf meinem eigenen Blog zu veröffentlichen, allerdings beschäftigt der sich schwerpunktmäßig mit Beauty. Da einen Bezug herzustellen, der nicht polarisiert oder zu oberflächlich wird, finde ich nicht leicht. Hier passt es jedoch hervorragend und ich bin schon sehr gespannt auf die Antworten, die du bekommst.

Feminismus, Interviews Feminismus und Mutterschaft

Feminismus und Mutterschaft 3: Wenn die eigenen Rollenbilder nicht der Mehrheit entsprechen…

ein Beitrag von parentsdont:

Ich bin Rosalie und weiß ich gar nicht recht, was Feminismus bedeutet. Würde ich meine Oma fragen, ob sie Feministin ist, sie würde mich auslachen. Sie ist jetzt Mitte 70, hat in den 60igern 2 Kinder bekommen, ein Haus gebaut, ihre kranke Mutter gepflegt und ganz nebenbei mal noch volle 45 Jahre Akkord gearbeitet um das alles zu bezahlen. Sie hat das nicht wegen einer bestimmten Gesinnung getan, sondern weil’s nötig war. Hausfrau und Mutter sein, die dem Mann abends sein Essen hinstellt und den ganzen Tag bei den Kindern ist, war nicht.

Meine Mutter bekam mich mit 18 – Mitten in der Ausbildung. Auch sie blieb nicht zu Hause, sondern machte ihren Abschluss und verdiente das Familieneinkommen. Ich war in dieser Zeit zu Hause – mit meinem Vater. Und als sie endlich einen betriebseigenen Kitaplatz für mich ergattert hatten (Anfang der 80iger ein echtes Problem), arbeiteten beide immer Vollzeit.

Dass ich offensichtlich nie mit den oftmals zitierten Rollenmustern konfrontiert wurde merkte ich ganz eklatant in der Schule. In der 12. Klasse gab es eine Diskussion über Gesellschaft und Werte. Eine Doppelstunde lang ging es darum, was wir denn wohl für besser hielten: Mit Kindern zu Hause zu bleiben, oder ohne Kinder Karriere zu machen? Ich erinnere mich sehr genau, weil ich damals den gesamten Grundkurs Deutsch gegen mich hatte. Ich war tatsächlich die Einzige, die überhaupt nicht verstand, warum es nur entweder – oder geben kann, warum man nicht mit Kind arbeiten kann, warum Frau und nicht Mann zu Hause bleibt etc. Ich kam weinend (mit damals 17 Jahren) aus dem Unterricht, weil mich meine Klassenkameraden zum Teil sehr bösartig niedergeschrienen haben.

Mir wurde dann recht schnell klar, dass ich eben nie erlebt habe, wie eine klassische Rollenverteilung geht. Ich hatte verdammtes Glück, Eltern zu haben, die immer offen und flexibel auf Situationen reagiert haben und pragmatisch deren Lösung angegangen sind. Wer grad kann, verdient Geld, wer grad nicht kann, macht was anderes. Sie taten das, weil es nötig war und für sie die beste Lösung. Aber auch sie wurden dafür heftig angefeindet. Meine Mutter litt ziemlich darunter und wurde oft Rabenmutter geschumpfen.

Dennoch, meine Eltern haben mir da so einiges auf den Weg gegeben, damit ich mein Leben gut meistern kann.

Nun habe ich (32) meine eigene Familie, meinen Mann und 2 Töchter (3 Jahre und 7 Monate). Wir lebten bis vor kurzem in der Schweiz, haben beide ein Doktoratsstudium gemacht (in Naturwissenschaften). Wir lebten in Basel und das ist für Eltern quasi das Paradies. Finanzielle und beratende Unterstützung und Kitas – alles was das Herz begehrt. Dort hatten wir es echt schön, denn es lies sich immer alles Formale ganz leicht regeln. Dort gibt es nur 14 Wochen Mutterschutz und danach keine weiteren Leistungen wie Elterngeld etc. Aber es gibt hervorragende Kitas – in denen auch Babys wunderbar aufgehoben sind.

Mitten in der Doktorarbeit haben wir also absichtlich ein Kind bekommen. Ich war die einzige in meinem Bekanntenkreis, die überhaupt ‚schon’ an Kinder gedacht hat. Und das ist für mich – in der Rückschau – Feminismus. Zu sagen: Der Mann stimmt und ich will ein Kind, also los! Der Job stimmt nie. Es sei denn man mag seine Arbeit nicht und sucht einen Grund diese aufzugeben…

Wobei, eigentlich ist das nicht Feminismus, eigentlich ist das Emanzipation. Ich habe das Recht eine Familie zu gründen und so viele Kinder zu bekommen, wie ich will. Ich habe das Recht danach zu arbeiten, oder zu Hause zu bleiben, oder Teilzeit zu arbeiten. Nicht weil ich einfach auf juristischer Ebene das Recht habe, sondern weil das mein Leben ist und ich allein bestimme, wann und wie ich ein Kind bekomme und dieses groß ziehe. Da hat mir keiner was zu sagen, es sei denn ich misshandle das Kind oder den Partner. Und mein Chef darf mir kündigen, wenn ich tatsächlich meinen Job nicht mehr gut mache. Aber nicht vorher und auch nicht auf ‚Verdacht’.

 

Generell möchte ich meinen Kindern weitergeben: Sei Eigenständig und mutig. Es gibt nichts, was man nicht versuchen kann, auch wenn es nicht so klappt, wie geplant. Und trage die Verantwortung für dein eigenes Leben immer selbst – auch wenn du Familie hast.

Dazu gehört für mich auch: Verdiene dein eigenes Geld, so viel wie möglich und/oder nötig.

Wir leben das unseren Kindern vor. Mal arbeite ich für Geld, mal mein Mann. Wenn man Kinder bekommt und in unserem Beruf gibt es keine längerfristigen Planungen, da muss jeder einspringen und die ganze Familie muss sich an veränderte Situationen anpassen können.

 

Wir leben nun seit wenigen Monaten in Heidelberg. Wir haben gemeinsam entschieden dorthin zu gehen, obwohl es beruflich noch weitere Perspektiven in anderen Städten gab. Aber Heidelberg ist relativ kinderfreundlich und hat viele und gute Kitas. Es lässt sich gut leben hier und wir haben beide berufliche Chancen in dieser Stadt. Momentan gehen beide Kinder in die Kita, ich arbeite von zu Hause aus (leider unentgeldlich) und such einen bezahlten Job. Mein Mann hat eine Forschungsstelle, aber nur bis Ende nächsten Jahres. Danach steht eine größere Umstellung an, denn so wie ich mich nun beruflich weiterorientiere, muss mein Mann das nächstes Jahr tun. Seine Stelle wird dann nicht mehr finanziert. Da werde ich dann Vollzeit arbeiten. Für mich ist das genau richtig. Jeder tut, was die Situation gerade erfordert. Keine festen Rollen, dafür leben wir eher bedürfnisorientiert. Jeder soll so gut es geht bekommen, was er will und braucht und muss dafür aber auch tun, was er kann.

 

Was Frauen mehr brauchen? Mut. Mut etwas zu ändern, wenn es nicht stimmt. Mut mit dem Partner auf Augenhöhe zu sein. Mut diese Augenhöhe auch einzufordern. Mut und Stärke für die finanzielle Verantwortung (Väter müssen im klassischen Rollenmodel seit jeher diesen Mut und diese Stärke aufbringen, denn sie tragen ja die finanzielle Verantwortung), Mut zum Teilen, Mut mal Fünfe gerade sein zu lassen und Mut Loszulassen. Das wären für mich Ziele des Feminismus.

 

Und ich würde die Frauen fragen: Wollt ihr wirklich teilen?

Und ich würde die Männer fragen: Wollt ihr wirklich teilen?

Und an beide Partner einer Gemeinschaft: Wollt ihr wirklich für einander einstehen?

Ich würde eher nicht mit Feminismus argumentieren, sondern mit Emanzipation für beide Geschlechter.

 

Mich stört zudem, dass Staat und Gesellschaft immer mehr Kontrolle ausüben wollen. Geld gibt’s, wenn du brav machst, was ich (Staat) sage. Und ich (Gesellschaft) entscheide, was richtig und falsch ist und was man machen muss. All das immer unter sofortiger Androhung von Strafen. Das entbindet von der Last eigene Entscheidungen treffen zu müssen und macht uns abhängig als Mensch, als Eltern, als Familie. Ich bin aber in der Lage selbst zu entscheiden und will das auch tun! Denn die Konsequenzen für Entscheidungen, die mein Leben betreffen, muss ich ja alleine tragen. Die nimmt mir weder Staat noch Gesellschaft ab. Dann will ich auch selber entscheiden!