Browsing Category

Nachhaltiges Familienleben

Nachhaltiges Familienleben

Nachhaltige Kindermode online kaufen: Naturkinderladen (mit Verlosung)

>>> WERBUNG <<<

Ich bin kein Fashion Victim, war ich nie. Grade im Bereich Mode ist Minimalismus für mich keine Herausforderung. Naja und dann wurde ich schwanger. Und wohne nun mal direkt an einer DER Shoppingmeilen der Kölner Südstadt. Ganz besonders auch was Kinderklamotten angeht. Nachhaltigkeit und Produktionsbedingungen von Kleidung sind mir wichtig und da wir nicht am Hungertuch nagen war und bin ich durchaus auch mal bereit, den ein oder anderen Euro mehr zu investieren.

Kinder in nachhaltiger Kindermode von Naturkinderladen

Nachhaltige Kindermode muss nicht nur gut aussehen, sondern auch alltags- und draußentauglich sein

Was heißt nachhaltige Kindermode?

Wieviel und wo habt ihr die Erstausstattung fürs Baby gekauft? Und wo bekommt ihr die Kinderklamotten für die Größeren her? Wir haben tatsächlich viel Second Hand bekommen – von Arbeitskollegen vom Mann als Geschenk oder vom Babyflohmarkt. Jemand gab uns den guten Tipp in Wickelbodys zu investieren, die kaufte ich dann neu von der Biomarke des Drogeriemarkts. Prinzipiell finde ich Second Hand immer die nachhaltigste Möglichkeit, Kinder- und Babykleidung zu kaufen.

Grade die kleinen Größen werden oft nur kurz getragen, so dass man wirklich nicht viel Geld ausgeben möchte und muss. Wären da nicht diese ganzen, süßen Bodys und Strampler – mit Tieren oder Streifen, Punkten oder Herzchen…glücklicherweise (oder leider, wenn man auf den Kontostand guckt) wohne ich keine 5 Minuten von einem Laden weg, in dem genau solche Klamotten hängen. Da blieb das ein oder andere neu erworbene schicke Teil für die Kinder nicht aus. Und wie schade wärs doch für den Kleinen, wenn er ausschließlich die Klamotten vom großen Bruder auftragen müsste. Ich hab für beide eine Erinnerungskiste, in der neben ein paar Andenken (die Armbänder aus dem Krankenhaus, Glückwunschkarten, der erste Zahn) auch die Lieblingsklamotten landen. Da soll Kind2 später auch was von haben!

Wichtig war mir: wenn es nicht Second Hand ist, soll es wenigstens ökologisch sein, aus Biobaumwolle und idealerweise in Deutschland oder Europa hergestellt. Was – Hand aufs Herz – nicht heißt, dass wir nicht auch das ein oder andere Teil vom Klamottendiscounter haben, grade wenn Kind1 wieder über Nacht einen Wachsttumsschub hingelegt hat und direkt mehrere neue T-Shirts braucht.
Manchmal findet man auch Second Hand nichts: Ab Größe 104 habe ich zum Beispiel keine Hosen mehr gefunden. Als ich mein Kind1 da so beim Spielen beobachtete, war mir auch bald klar wieso: Die Hosen wurden ordentlich strapaziert, da wird geklettert, auf dem Boden gerobbt und das Material aufs Härteste geprüft. Jedenfalls haben wir damit für Kind2 ausreichend kurze Hosen für den Sommer 🙂

Nachhaltige Kindermode von Loud & Proud, Green Cotton

Kind1 in Füchsen von Green Cotton, Kind2 von oben bis unten in Loud & Proud

Wo kann man nachhaltige Kindermode online kaufen?

Ich habe wie gesagt direkt einen Laden um die Ecke, der Labels führt, die auf Herkunft der Rohstoffe und die Produktionsbedinungen achten. Mir ist aber auch klar, dass ich in der Großstadt wohne und nicht jede_r die Möglichkeit hat, tolle, nachhaltige & farbenfrohe Kinderkleidung vor Ort zu kaufen. Deshalb freue ich mich, euch den Shop von Naturkinderladen vorzustellen und euch drei Einkaufsgutscheine á 50 Euro verlosen zu dürfen.

Im Naturkinderladen gibt es Labels aus Deutschland, England und Skandinavien. Darunter so vertraute Marken wie frugi, loud & proud, maxomorra und Disana. Die Kleidung ist nach Größe sortiert, es gibt Spielzeug und Babytragen von Fräulein Hübsch und Manduca. Seufz – da möchte sogar ich nochmal die komplette Erstausstattung kaufen…

Nachhaltige Kinderkleidung von naturkinderladen

Kind2 mag Tiere – in echt und auf seinen Klamotten

Gewinnspiel:

Für die Teilnahme am Gewinnspiel gelten folgende Regeln

  • ihr seid mindestens 18 Jahre alt
  • ihr seid aus Deutschland oder bereit, Kosten für Porto und Zoll zu übernehmen
  • ihr schreibt in die Kommentare hier im Blog, welches Schmuckstück aus dem Naturkinderladen-Onlineshop euch besonders gefällt
  • Teilnahmeschluss ist Ostermontag diesen Jahres um 23.59 Uhr
  • wenn Euch mein Blog gefällt, freue ich mich auch über ein Like auf meiner Facebookseite ebenso wie der Naturkinderladen (wird nicht kontrolliert und macht auch für alle nur Sinn, wenn ihr eh vorhabt mal wieder vorbeizuschauen) – gleiches gilt fürs Teilen des Beitrags

Ausgelost wird am Dienstag den 18.04.2017 mit random.org und die Gewinner_innen per E-Mail benachrichtigt. Die E-Mail Adressen gebe ich anschließend zwecks Abwicklung an den Naturkinderladen weiter.

Viel Erfolg!

Nachhaltiges Familienleben

Nachhaltiges Familienleben: Rahel von mamadenkt

Ihr Lieben, das ist der (vorerst) letzte Interviewbeitrag zum nachhaltigen Familienleben und ich freue mich umso mehr, dass Rahel den Abschluss macht!

Stelle Dich (und ggf. Deinen Blog) bitte vor

Mein Name ist Rachel, ich bin Mitte 30 und lebe mit meiner Familie im Hunsrück. Auf MamaDenkt geht es um Minimalismus, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Themen, die uns alle etwas angehen. Unser Alltag als Familie, unsere Versuche, Projekte und Abenteuer rücken hier immer wieder in den Fokus.
Mein Wunsch ist, die Welt positiv, fair und nachhaltig zu gestalten. Als Familie sieht das manchmal etwas anders aus, als wenn ich alleine oder nur mit meinem Partner in Sachen Green Living unterwegs bin. Wir haben andere Kompromisse zu finden und einzugehen. Bestimmte Frage stellen sich uns nicht oder aber ganz besonders, weil wir eben Familie und damit mehrere sind.
Auf meinem Blog stelle ich in Frage, erzähle von unseren aktuellen Experimenten, berichte von Rückschlägen und was für uns dabei heraus kam. Außerdem gebe ich wertvolle Internet-Fundstück an meine Leserschaft weiter.

Rahel bloggt auf mamadenkt über Minimalismus als Familie

Rahel bloggt auf mamadenkt über Minimalismus als Familie. Bei mir im Interview erzählt sie warum Minimalismus für sie Freiheit bedeutet

Welches Thema/Unterthema aus dem Bereich „nachhaltig Leben“ (vegane Ernährung, plastikfrei, Minimalismus….) ist Dir besonders wichtig und warum?

Ich persönlich habe über das Reduzieren, das einfache Leben und den Minimalismus den Wunsch nach mehr Green Living entwickelt. Für mich bedeutet das, mit meiner Familie ein grüneres, nachhaltigeres und einfacheres Leben zu gestalten als voher.
Plastikfreier zu leben, weniger Müll zu produzieren, meinen ökologischen Fußabdruck einzugrenzen und die Konsequenzen eines vermeintlich komfortableren Lebens bewusst zu machen.
 Ich bin in spätestens 60 Jahren nicht mehr hier. Meine Kinder unter Umständen sehr wohl. Und deren Kinder auch. Ich fühle mich verantwortlich für das, was ich als Erbe hinterlasse. Ich fühle mich verantwortlich dafür, dass meine Kinder Persönlichkeiten werden, die Selbstbewusstsein und Verantwortlichkeit entwickeln und einsetzen.

Aus ganz persönlichen Gründen interessiert mich: wie ist das mit deinem Partner/Deiner Partnerin: ziehen die am gleichen Strang, musstest Du Überzeugungs- oder Aufklärungsarbeit leisten?

Ich hatte das große Glück, dass mein Partner und ich gleichzeitig in eine ähnliche Richtung losgegangen sind. Wir haben gemeinsam entschieden, unseren Besitz zu reduzieren. Gemeinsam haben wir uns über Themen, wie Selbstversorgung, reduziert Leben, vegane Ernährung oder plastikfreies Leben ausgetauscht und ausprobiert.
Natürlich sehen wir manche Dinge anders. Mein Mann findet den Kauf von Apfelsaft in Flaschen viel mühseliger als ich. Dafür bin ich schnell rückständig, was das Aufzeichnen von Ausgaben für unseren Haushalt betrifft. Dennoch versuchen wir am Ball und vor allem im Gespräch zu bleiben. Insbesondere über scheinbare Banalitäten.

Was ist mit dem Rest der Familie (vor allem den Kindern) und Freund_innen…backst Du Dir beispielsweise einen veganen Kuchen für Einladungen woanders, dürfen die Kinder das Grillwürstchen nicht essen, gibt es keine Mitgebsel am Kindergeburtstag…

Wir haben uns entschieden, niemandem unseren Lebensstil aufzuoktruyieren. Ich glaube, dass das zu Abschreckung führt und das ist das Letzte, was ich durch unsere Art zu leben erreichen möchte. 
Ich bin davon überzeugt, dass wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir leben und wir unsere Kinder und Enkelkinder später leben können und wollen. Natürlich färben meine alltäglichen Entscheidungen auf meine Kinder ab. Sie werde ohne Fernseher groß und bekommen mit, dass ich knauserig bin, was den Kauf von Süßigkeiten in doppelten Plastikvepackungen angeht.
Meinen eigenen veganen Kuchen würde ich nicht mitbringen. Wahrscheinlich würde ich anbieten auch einen Kuchen zu backen und der würde vermutlich vegan sein, ohne dass jemand davon Wind bekommt.
Mitgebsel am Kindergeburtstag sind auch bei uns Thema. Ich weigere mich diese Mini-Plastiktüten zu kaufen. Nichtsdestotrotz lasse ich mir ein anderes nachhaltigeres Give away für meine Jungs einfallen. Ich bin daher vermutlich sehr viel häufiger und länger auf der Suche nach Alternativen.

Was sind die Fragen oder Einwände, die Dir am häufigsten zu Deiner/Eurer Lebensweise begegnen und was erwiderst Du darauf? Was ist z.B. mit Einwänden wie „ist mir zu aufwändig/zu teuer/zu viel Verzicht“?

Am häufigsten mussten wir uns schon den Hinweis anhören, dass wir Bescheid geben, wenn wir auch unsere Stühle wegreduziert haben. Soweit sind wir noch nicht, daher mussten wir die Info noch nicht durchgeben.
Wenn wir uns unterhalten, dann gibt es diese Einwände kaum bis gar nicht. Ich komme also gar nicht dazu, mir Antworten auf diese Einwände zu überlegen.
Zu aufwändig – Menschen, die uns kennen würden vermutlich nicht auf die Idee kommen, dass unser Leben aufwändiger ist. Denn sie wissen, dass zumindest ich es einfach mag. Ich mag es, wenn ich nicht mit zu viel Aufwand beschäftigt bin, denn unser Leben als fünfköpfige Familie ist trubelig genug. Jedes Projekt, jeder Versuch muss umsetzbar bleiben. Das ist das A und O für mich.
Zu teuer – bei unserem Lebensstil stimmt das so einfach nicht mehr. Wir haben keinen Fernseher, keine teuren Entertaining-Geräte, wir gehen nicht zum Friseure, reparieren Geräte und Besitz selber, sofern nötig und schaffen nicht neu an. Wir sparen an vielen Stellen viel Geld ein, das wir dann tatsächlich gut für ökologisch hergestellte Produkte einsetzen können.
Verzicht – das Empfinden habe ich nicht. Vielleicht kommt das bei unserem Gegenüber auch so an. Ich glaube, ich wirke sehr viel glücklicher als so manch anderer, obwohl wir nur ein Gehalt zur Verfügung haben, mein Mann an einem BurnOut leidet und wir auf bestimmte Dinge sehr gerne verzichten.
Womit wir eher immer mal wieder konfrontiert werden, dass wir so gut wie kein Fleisch und wenig Milchprodukte zu uns nehmen. Dass das doch total ungesund ist und unsere Kinder unterversorgt seien, was wichtige Vitamine angeht. Dabei handelt es sich eher um Nährstoffe, nicht so sehr Vitamine, die uns abhanden kommen könnten, wenn wir nicht mehr Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Gemüse verzehrten. Was die Nährstoffversorgung angeht, habe ich das Gefühl oft informierter zu sein als so manch anderer.
Dennoch: Ich stelle genau das meinen Kindern frei. Wenn sie mal Joghurt essen wollen, dann dürfen sie das. Allerdings kommen sie nicht umhin, auch ehrliche Antworten von mir zu bekommen, wenn die Frage aufkommt, woher die Milch kommt.

Was findest Du am Bereicherndsten an Eurer Lebensweise?

Ich liebe die Einfachheit, die sich für uns daraus ergibt. Wir haben viel Raum und viel Zeit freigeschaufelt. Für uns, als Familie, für Freunde. Bei meinen Kindern und bei mir erlebe ich viel Ausgeglichenheit, wenn wir draußen unterwegs sind oder Zeit als Familie miteinander verbringen. Das finde ich persönlich das wertvollste an diesem etwas anderen Lebensstil.

Was sind die einfachsten Dinge, die jeder umsetzen kann um (vegan_minimalistisch_plastikfrei) zu leben – wenn jemand Dich fragt, wo sie_er anfangen soll, welche Tipps würdest Du geben?

Auf Anhieb fallen mir ein:
– in Bad und Küche aufbrauchen, was da ist
– dreimal überlegen, was wirklich neu eingekauft werden muss
– Stoffbeutel in der Handtasche, Klappbox im Auto
– Joghurt, Milch, Saft, Konserven – aus dem Glas
– Stoffbinden oder Lady-Cup
– Vorher/Nachher-Fotos von Ecken machen, die entrümpelt werden …
Zwei grundsätzliche Tipps für die Umsetzung der einfachen Dingen:
Einfach anfangen. Sich nicht abhalten lassen, denn die kleinen Schritte bringen einen überhaupt erst einmal auf den Weg.
Nicht stressen. Rückschläge und Irrtümer gehören dazu. Na und? Daraus lässt sich lernen. Wenn etwas nicht gleich so funkioniert, wie ich mir das vorstelle, dann stampfe ich nicht gleich alles ein, was ich bislang erreicht habe, sondern überlege: „Ok, das war nicht zielführend. Das hat mich gestresst. Wie und was könnte ich anders machen?“

Zum Schluss: Deine Literatur-, Blog- und Filmtipps für den Aus-/Umstieg?

Mich haben weniger Dokus mit erschreckenden Infos zum Umstieg getrieben. Es waren tatsächlich Menschen hinter diversen Blogs oder auch bestimmte Bücher.
Zunächst ein paar Literaturtipps:
•    Widerstand ist zweckmäßig von Harald Welzer
•    Vegan Homdemade von Lisa Pfleger (An ihren Büchern gefällt mir besonders ihre Einfachheit und Umsetzbarkeit)
•    Organized simplicity von Tsh Oxenreider (gibt es leider nur im englischen)
Außerdem lande ich immer wieder auf folgenden Webseiten und Blogs:
•    Experiment Selbstversorgung (tolle Tipps zum Selbermachen)
•    Frau DingDong (Hier fing für mich das Green Living im Netz überhaupt erst an)
•    Apfelmädchen (Svenja und Marc haben in ihren Netzhighlights auch immer wertvolle Linktipps oder kommen auf die ein oder andere neue Challenge-Idee)
•    Fräulein im Glück (anregende Bildaufnahme, nachhaltiges Leben mit Familie)
•    Greenpeace Magazin (print und online)

Nachhaltiges Familienleben

Interview Green Living: Ramona von Jademond

Während meiner Fastenzeit stelle ich euch hier jeden Montag jemanden vor, die_der mit Familie ein nachhaltiges Familienleben lebt. Mein Gedanke dabei ist zu zeigen, auf wie vielfältige Weise man sich sein Leben nachhaltiger gestalten kann und das ganz bestimmt jeder ein paar einfache Möglichkeiten findet, hier und da den eigenen ökologischen Fußabdruck noch ein wenig zu verkleinern! Ach ja, und tolle Leute/Blogs möcht ich euch damit auch gern vorstellen.

Stelle Dich (und ggf. Deinen Blog) bitte vor

Ich bin Ramona, Mutter, Designerin, Schönschreiberin und Lebensbejaherin. Ich schreibe auf dem Blog Jademond.de über meinen Alltag, meine Gedanken und Ideen.

Ramona von Jademond

Ramona von Jademond

Welches Thema/Unterthema aus dem Bereich „nachhaltig Leben“ (vegane Ernährung, plastikfrei, Minimalismus….) ist Dir besonders wichtig und warum?

Hm, noch vor paar Jahren hätte ich ganz klar „Ernährung“ genannt. Momentan bin ich in einer Lebensphase angekommen, wo alles bisschen verschwimmt. Das heisst, ich hab mir alle Unterthemen mal angeschaut und meine Essenz daraus entnommen und die in den Alltag integriert. Keines davon habe ich extrem betrieben. Hin und wieder rappelt es mich und ich knöpfe mir wieder einen Bereich vor. Dann finde ich, ist es wieder Zeit, minimalistischer, plastikfreier, veganer oder ökologischer zu Leben und Dinge, die sich eingeschliffen haben, zu prüfen. Ich glaube, demnächst ist mal wieder plastikfrei dran. Die Tochter hat den Impuls neulich aus der Schule mitgebracht, weil sie mit der Klasse den Film Plastic Planet geschaut haben. Das hat echt Eindruck hinterlassen.

Aus ganz persönlichen Gründen interessiert mich: wie ist das mit deinem Partner/Deiner Partnerin: ziehen die am gleichen Strang, musstest Du Überzeugungs- oder Aufklärungsarbeit leisten?

Wir ziehen am gleichen Strang, aber aus unterschiedlicher Motivation und es kam auch nicht zur gleichen Zeit. Manchmal finde ich Themen sehr spannend und trage sie an den Mann heran. Er ist aber vielleicht gerade an einer ganz anderen Stelle. Dann mache ich einfach bei mir weiter. Irgendwann kommt er und beschäftigt sich plötzlich mit einem Thema, was ich schon vor einem halben Jahr hatte. Aber seine Inspiration und Motivation kam wo ganz anders her als bei mir. Das ist immer sehr spannend. Dann erzählt er mir Dinge, die ich ihm früher schon mal erzählt hab, als hätte er sie grad frisch entdeckt (hat er ja auch). Dann können wir gut ins Gespräch kommen und gemeinsam schauen, was für alle passt.

Was ist mit dem Rest der Familie (vor allem den Kindern) und Freund_innen…backst Du Dir beispielsweise einen veganen Kuchen für Einladungen woanders, dürfen die Kinder das Grillwürstchen nicht essen, gibt es keine Mitgebsel am Kindergeburtstag…

Da hab ich schon eine Entwicklung hinter mir. Ich war da mal viel extremer. Aber da waren die Kinder auch kleiner und die Umstände anders. Jetzt ist es so: zuhause gibts vegan bzw vegetarisch. Die Kinder dürfen alles essen, Fleisch und Wurst kaufen wir aber nicht. Ich bin keine besonders gute Bäckerin. Meine veganen Kuchenexperimente werden von der Familie nicht gutgeheissen, weshalb ich sehr selten überhaupt backe. Das ging so weit, daß sich die Tochter sogar von der Nachbarin den Geburtstagskuchen backen lassen wollte. Mittlerweile backt die Tochter selbst oder ich bin auch bereit, auch mal Kuchen mit Ei für die Kinder zu backen, wenn ich weiss, daß sie den mögen.

Ich selber esse kein Ei, weshalb ich woanders einfach auf Kuchen verzichte. Ich bin eh kein großer Kuchen-Fan. Wenn ich weiss, daß es keine Alternativen geben wird, nehme ich mir selbst was mit. Ein paar Kekse, Obst oder Riegel. Sowas hab ich eigentlich immer in der Tasche.

Kindergeburtstage versuche ich so einfach wie möglich zu halten. Ich hab keine Lust, massig viel Gel für unnötigen Krimskrams auszugeben. Entweder sind die Mitgebsel Teil der Geburtstagsfeier (einmal zum Beispiel gab es eine Schatzsuche und der Schatz war eine Kette zum Selberbasteln. Dann war die Kette das Mitgebsel) oder es beschränkt sich auf Seifenblasen. Bisher wurde es aber auch nicht vermisst (oder niemand hat sich getraut, was zu sagen 😉

Was sind die Fragen oder Einwände, die Dir am häufigsten zu Deiner/Eurer Lebensweise begegnen und was erwiderst Du darauf? Was ist z.B. mit Einwänden wie „ist mir u aufwändig/zu teuer/zu viel Verzicht“?

Hm. Interessanterweise sind mir noch nie Einwände begegnet. Wir sind viel von Gleichgesinnten umgeben, sodass es mir eher immer auffällt, wenn ich mich mal aus meiner Blase heraus bewege. Manchmal kommt tatsächlich Geld als Einwand. Da schrauben wir ja selbst ständig nach. Momentan zB wachsen uns unsere Ausgaben fürs Essen über den Kopf. Deshalb probieren wir jetzt einen Speiseplan und hoffen, daß wir durch gezielteres Einkaufen und bessere Planung die Kosten da etwas minimieren können.

Was findest Du am Bereicherndsten an Eurer Lebensweise?

Das ist eine interessante Frage. Denn mittlerweile ist das ja für uns total normal und ich denke da nicht mehr drüber nach. Ich merke das immer erst, wenn ich mal über den Tellerrand hinaus schaue, egal in welche Richtung. Zum einen, wo wir schon sind. Zum anderen, wo es noch hingehen kann. Bereichernd ist also, und das hat nichts mit der Lebensweise, sondern mit einer gewissen Grundeinstellung zu tun, daß es immer wieder Chancen zum Wachstum gibt.

Was sind die einfachsten Dinge, die jeder umsetzen kann um (vegan_minimalistisch_plastikfrei) zu leben – wenn jemand Dich fragt, wo si_er anfangen soll, welche Tipps würdest Du geben?

Glasflaschen statt Plastikflaschen kaufen (oder Leitungswasser trinken und zum Mitnehmen selbst abfüllen. Wir nutzen dafür Edelstahlflaschen)

Essen statt in Plastikbehälter in Gläser füllen (von Brotaufstrichen, Marmeladen, sauren Gurken…)

Vegetarische bzw vegane Tage in der Woche einrichten. Den Anteil an veganen/vegetarischen Sachen erhöhen, dann reduziert sich der Fleischanteil automatisch und es fühlt sich nicht nach Verzicht an.

Beim Einkaufen Impulskäufe vermeiden. Dich fragen, ob du das wirklich brauchst. Dinge, die man braucht erstmal auf einer Liste sammeln und schauen, ob sie später immer noch so wichtig sind.

Ins Gespräch gehen. Mit offenen Augen durch die Welt gehen. Es gibt zB in vielen Städten Repaircafés und Initiativen zu nachhaltigerem Leben (Transition Towns). Bibliotheken nutzen. Gemeinschaften finden.

Zum Schluss: Deine Literatur-, Blog- und Filmtipps für den Aus-/Umstieg?

Ich finde, Caro hat immer schöne und vorallem unaufdringliche Impulse: Naturkinder
Dann gibt es eben eine Sammlung von Transition Initiativen
Es gibt Mundraub.org (Frei zugängige und erntbare Obstbäume)
Foodsharing (Lebensmittel teilen statt wegwerfen)
Apfelmädchen und Sadfsh haben immer wieder gute Impulse und Tipps für weiterführende Lektüre

Nachhaltiges Familienleben

Interview Green Living als Familie: Kathrin von ÖkoHippieRabenmütter

Während meiner Fastenzeit stelle ich euch hier jeden Montag jemanden vor, die_der mit Familie ein nachhaltiges Familienleben lebt. Mein Gedanke dabei ist zu zeigen, auf wie vielfältige Weise man sich sein Leben nachhaltiger gestalten kann und das ganz bestimmt jeder ein paar einfache Möglichkeiten findet, hier und da den eigenen ökologischen Fußabdruck noch ein wenig zu verkleinern! Ach ja, und tolle Leute/Blogs möcht ich euch damit auch gern vorstellen.

Stelle Dich (und ggf. Deinen Blog) bitte vor

Ich bin Kathrin, zweifache Mutter und Bloggerin bei www.oeko-hippie-rabenmütter.de Dort schreibe ich über die Themen, die unsere Familie und unser Leben ausmachen: bindungsorientierte Elternschaft, den Verzicht auf klassische Erziehungsmethoden, Hochsensibilität, die mich und meinen großen Sohn betrifft, und unser Leben als vegane, „grüne Familie“. Wir haben einen wundervollen bioveganen Garten, in dem ich mit sehr viel Liebe und Vision unser Gemüse selbst anbaue, wir uns also selbst versorgen. Wir leben nachhaltig und Umwelt- und Ressourcenschonend so gut es geht – und es geht eigentlich ganz gut. Auf dem Blog stelle ich oft und gerne nachhaltige Bücher, Produkte oder Ideen vor, die mich begeistert haben und unsere eigene Umstellung fördern.

Kathrin ÖkoHippieRabenmütter

Kathrin vom tollen Blog ÖkoHippieRabenmütter

Welches Thema/Unterthema aus dem Bereich „nachhaltig Leben“ (vegane Ernährung, plastikfrei, Minimalismus….) ist Dir besonders wichtig und warum?

Aktuell ganz wichtig: plastikfrei. Leider als Veganer echt gar nicht so leicht. Außer, man verzichtet auf sehr viel, was mit Kindern nicht immer so praktisch ist, da sie ja noch viel mehr auf eine konstante und umfangreiche Nährstoffversorgung angewiesen sind, als wir. Vegane Ernährung ist in (Achtung Wortwitz) FLEISCH und Blut übergegangen, ich bin seit 16 Jahren Vegetarier, seit 4 Jahren Veganer und die Kinder seit immer. Deshalb ist es uns natürlich wichtig, aber fast auch nicht mehr präsent, weil einfach so selbstverständlich.

Das aller-, allerwichtigste ist aber tatsächlich ein möglichst naturnahes Leben. Wir leben mitten in der Großstadt und das überfordert mich manchmal maßlos. Es geht mir auf den Keks, überall hin mit dem Auto fahren zu müssen oder den Bus zu nutzen, nicht überall barfuß laufen zu können, so wenig Grün und Natur zu sehen…. Weshalb wir, wann immer wir können, im Grünen sind. Meine Kinder lernen hier von klein auf, welche Werte im Umgang mit Tieren und der Natur mir sehr wichtig sind, wir sind draußen Zuhause, oft im Wald, ständig im Garten, bauen selbst an (was die Kinder mit ihren 3 und 1,5 Jahren schon mitmachen), produzieren wenig Müll, vermeiden Fahrten mit dem Auto, gehen zu Fuß oder nehmen das Rad, sparen Wege und Ressourcen ein, wo wir können. Mir ist einfach wichtig, dass unsere Kinder lernen, dass wir nur diesen einen Planeten haben.

Aus ganz persönlichen Gründen interessiert mich: wie ist das mit deinem Partner/Deiner Partnerin: ziehen die am gleichen Strang, musstest Du Überzeugungs- oder Aufklärungsarbeit leisten?

Aufklärungsarbeit: Ja. Überzeugungsarbeit: nein. Das widerspräche auch meinen Glaubenssätzen, keine Menschen in irgendwelche Richtungen zu ziehen. Mein Mann und ich sind nun 10 Jahre zusammen, davon ist er 7 Jahre ungefähr Vegetarier. Veganer war er nie. Er hat auch geraucht, als wir uns kennen lernten.

Sowohl die Entscheidung nicht mehr zu rauchen als auch die, kein Fleisch mehr zu essen, kam von ihm. Er hat die ersten Jahre „zugeguckt“ und mal ein paar Fragen gestellt. Klar, wir haben viel darüber gesprochen aber nie darüber gestritten. In meiner Wohnung (als wir noch nicht zusammen wohnten) und später in unserer gemeinsamen Wohnung habe ich nur dringlichst darum gebeten, kein Fleisch zuzubereiten, weil mir das wirklich psychischen Schmerz bereitet, ein Tier zuzubereiten oder dabei zuzusehen. Und das war okay für ihn. Wenn wir essen waren, hat er gegessen, was er wollte, immer schon. Da er nicht gut kochen kann, war das Thema Fleisch Zuhause zubereiten sehr sehr schnell vom Tisch 😉

Vor 5 Jahren haben wir komplett vegetarisch geheiratet, dass die Kinder Vegetarier werden war auch klar, ohne dass wir dann darüber sprechen mussten.
Er achtet sehr auf seinen Konsum, ist nicht verschwenderisch, plant und kauft auf Vorrat, geht logisch und mit Bedacht vor und mit allem um. Grundsätzlich lebt auch er selbst sehr nachhaltig, im Vergleich. Vieles fällt ihm noch schwer, aber eine Umstellung ist immer irgendwie Arbeit.

Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass wir uns größtenteils immer mit den Dingen einig sind und dann auch an einem Strang ziehen, ohne, dass sich jemand dafür verbiegen müsste.

Was ist mit dem Rest der Familie (vor allem den Kindern) und Freund_innen…backst Du Dir beispielsweise einen veganen Kuchen für Einladungen woanders, dürfen die Kinder das Grillwürstchen nicht essen, gibt es keine Mitgebsel am Kindergeburtstag…

Ich bringe meistens überall hin Kuchen mit, ja. Außer zu meinen veganen Freunden, die wären wohl eher beleidigt 😉

Die Kinder dürfen die eigentlich nicht essen, das stimmt schon, ich würde das aus gesundheitlichen und ethischen Gründen tatsächlich ganz ganz schrecklich finden. Aber das Spannende ist: sie wollen das auch gar nicht. Sie haben noch nie danach gefragt, obwohl sie Menschen Fleisch essen sehen. Ihre Großeltern zum Beispiel. Aber für sie ist das einfach völlig selbstverständlich, keine Tiere zu essen.

Kindergeburtstage haben wir bisher noch nicht gefeiert, aber doch, es gäbe welche: in vegan. Es gibt so wahnsinnig viele wunderbare und kinderfreundliche vegane Rezepte – meine Kinder selbst sind total die Naschkatzen. Es gibt leckere vegane Schokolade im Versandhandel, vegane Weingummi… Gerade bei Süßigkeiten lasse ich meine Kinder aber selbst entscheiden, ob sie die veganen oder die vegetarischen nehmen. Die mit Gelatine kauft in ihrem Umfeld eigentlich schon automatisch keiner mehr.

Was sind die Fragen oder Einwände, die Dir am häufigsten zu Deiner/Eurer Lebensweise begegnen und was erwiderst Du darauf? Was ist z.B. mit Einwänden wie „ist mir u aufwändig/zu teuer/zu viel Verzicht“?

Ich kriege die meisten Fragen zur Ernährung meiner Kinder. Darüber hab ich mal einen Artikel geschrieben – und sie alle auch mal beantwortet.  Eine weitere, sehr beliebte Frage ist die nach dem „Warum“ und „Wie sagst du es den Kindern?“ Auch dazu hab ich was geschrieben, also zu meiner ethisch-moralischen Argumentation.

Was unseren nachhaltigen Stil angeht, da werd ich eigentlich immer nur als Öko oder Hippie tituliert – aber davon kann ich mich ganz gut abgrenzen. Oder eben auch nicht, wie man es nimmt 😉

Was findest Du am Bereicherndsten an Eurer Lebensweise?

Ganz ehrlich: jedes Mal, wenn ich ein Samenkorn in selbst gemischte Aussaaterde stecke, streife ich tagelang um die Pflanzschale herum und betrachte jeden noch so kleinen Fortschritt. Wenn der Schössling sich dann langsam durch die Erde wühlt, sehe ich jedes Mal wieder live – und ja das klingt extrem kitschig – wie Leben entsteht. Aber so ist es und das machen wir uns zu selten bewusst: wir haben das in der Hand. Wir können unser Essen selbst anbauen, unseren Planeten gut behandeln, Leben schützen, anstatt es einfach nur zu benutzen, weil es eben da ist.

Meine Kinder sollen nicht denken, Zucchini wachsen in grünen Kisten im Supermarkt. Sie sollen das sehen und säen. Sie sollen daneben stehen und dabei sein können. Sie sollen wissen, dass DAS der Kreislauf ist und nicht: Kühlschrank alle – einkaufen gehen. Auch wenn ich das nicht verteufele, natürlich gehen auch wir einkaufen. Das ist nun mal unser heutiges Leben und alles andere wäre ja auch weltfremd. Das mit meiner Familie so erleben und selbst umsetzen zu können, im Garten eine reife Zucchini von der Pflanze zu ernten und sie dann direkt über dem Feuer zu rösten, äh also, auf den Grill zu legen – das ist unglaublich bereichernd.

Was sind die einfachsten Dinge, die jeder umsetzen kann um (vegan_minimalistisch_plastikfrei) zu leben – wenn jemand Dich fragt, wo si_er anfangen soll, welche Tipps würdest Du geben?

Babysteps. Kleine Schritte machen, jede Woche einen Schritt mehr. Lieber Erfolgsmomente einheimsen, als an den eigenen Ansprüchen zu scheitern.
Nicht gleich Cold Turkey, wenn man kein Fleisch mehr essen will, sondern erstmal eine Woche vegetarisch probieren. Dann schauen: was ging super, was war doof? Immer an super anknüpfen und weiter machen.

Nicht direkt Selbstversorgung im schwedischen Niemandsland, wenn man nachhaltig leben will. Sondern eben erstmal Baumwoll-Tragetaschen kaufen und keine Tüten mehr nehmen. Den Bon nicht mehr drucken lassen. Einmal pro Woche mit dem Bus fahren, anstatt das Auto zu verkaufen. Die kleine Blume am Wegesrand ehren und nicht gleich das Stadtleben verteufeln. In den eigenen Möglichkeiten und Bedingungen Chancen finden und die nutzen. Sich fest beißen und dran bleiben – eben in kleinen Schritten. Sich selbst belohnen und auch mal auf die Schulter klopfen, selbst wenn andere schon längst am Ziel sind und man gar nicht schnell genug selbst dort ankommen kann.

Und auch, sich nicht zu geißeln, wenn etwas einfach nicht klappen will. Wir geben alle immer unser Bestes. Einfach auch mal verständnisvoll für sich selbst sein und sich die Zeit geben, die es eben braucht. Langsam, behutsam, achtsam – ich glaube, nur so kommt man selbst an den erhofften „Erfolg“.

Zum Schluss: Deine Literatur-, Blog- und Filmtipps für den Aus-/Umstieg?

Film: Earthlings. Ich hab nur Ausschnitte gesehen und (emotional) nicht mehr geschafft. Wer aber die Wahrheit sehen will, kommt um den Film nicht herum.
Literatur: „Green Parenting“ von Kate Blincoe, „Slow Family“ von Julia Dibbern und Nicola Schmidt, „Peaceful Gardening“ von Susanne Heine, „Urban Gardening“ von Anja Klein und Andreas Lauermann, „KinderGartenGlück“ von Matthew Appleby
Blog: meinen 😉 Und die hier: http://www.oeko-hippie-rabenmuetter.de/10-gruene-blogs-die-einen-besuch-wert-sind-teil-1/ und http://www.oeko-hippie-rabenmuetter.de/10-gruene-blogs-die-einen-besuch-wert-sind-fortsetzung-teil-2/

Richtig toll find ich übrigens den Kalender hier

Nachhaltiges Familienleben

Entschleunigung, Einkaufen im Unverpacktladen – Fastenzeitzwischenfazit

Hey ihr Lieben, ich dachte ich aktualisiere mal wieder meine Erfahrungen mit der Fastenzeit und den selbstauferlegten Regeln und Vorhaben.

Ernährung – vegan & zuckerfrei

Hier läufts weiterhin ziemlich gut. Na gut, zwei „Ausrutscher“ in Sachen vegan gabs schon. Beim auswärts essen, natürlich. Da war einmal ein Klecks Creme Fraiche auf dem Ratatouille und einmal war da eine Gorgonzolaquiche, die meinen Namen rief. Damit mir sowas in Zukunft nicht mehr so oft passiert hab ich mir jetzt die App „Happy Cow“ runtergeladen. Da findet man, sortiert nach Entfernung vom eigenen Standort, vegane und vegetarische Restaurants und Cafés und auch solche, die nicht speziell vegan sind, aber Angebote für Veganer_innen haben. Ich hoffe, so muss ich auch als Veganerin zukünftig unterwegs nicht hungern.

Hunger ist ein Thema, dass ich grade sehr fasziniert beobachte: Heißhunger ist futsch. Dieses ständige, leichte Hungergefühl oder Appetit, was mich sonst immer mal wieder aufstehen und zum Kühlschrank gehen lässt habe ich aktuell gar nicht mehr. (Ok, bis auf gestern. Aber einmal in drei Wochen ist auffallend wenig, oder?). Ob das daran liegt, dass mein Bauch weiß, dass die Auswahl grade eh begrenzt ist oder der Körper wirklich von der Ernährungsumstellung was mitgekriegt hat sollen andere urteilen. Derzeit komme ich sehr oft mit drei Mahlzeiten am Tag aus, ohne zwischendurch das Bdürfnis auf einen „Snack“ zu haben. Morgens wie immer frühstücke ich eher sparsam. Meist Porridge mit Obst. Oft auch nur ein Brot mit selbstgemachten Aufstrichen (Linsenpürree, Tomatenbutter). Mittags eventuell Reste vom Vortag oder was aus der Fleischersatzabteilung (Lupinenschnitzel, Tofu mit Salat). Und abends wird dann wie immer gekocht.

Ich hab Suppenwürze selber gemacht, Nudeln auch noch mal und ansonsten wie immer gekocht. Jetzt muss ich nur noch für die Kinder, bzw. die Spielplatzsnacks mitdenken. Meist kauf ich dann doch unterwegs ein paar Milchbrötchen, da muss ich mir noch was Nettes für unterwegs einfallen lassen.

Einkaufen im Unverpackt-Laden „Tante Olga“

Seit letztem Jahr gibt es hier in Köln einen Unverpackt-Laden, „Tante Olga“. Dem wollte ich schon länger einen Besuch abstatten. Also packte ich am Montag alle Tupperdosen, Gläser und sauberen Jutebeutel in eine große Tasche und schwang mich bei strömendem Regen aufs Fahrrad.

Oh, hat sich das gelohnt. Auf kleiner Fläche findet sich erstaunlich viel, was man für den (Familien)Alltag an plastikfreien Alternativen sucht. Lebensmittel in Hülle und Fülle (bei „Frischwaren“ wie Obst und Gemüse sagt Tante Olga aber auch, dass es genug Wochenmärkte gibt, auf denen man sich eindecken kann) und ich war fast ein bisschen traurig, dass ich grad mit dem meisten an Hülsenfrüchten und co. eingedeckt war – aber ich komme definitiv wieder.

Man schreibt das Gewicht der mitgebrachten Beutel und Gläser nach dem Abwiegen auf die Verpackung und kann anschließend die Gefäße befüllen. Ich hab aus den Spendern Haferflocken, Risottoreis und Erdnüsse mitgenommen.

Seifen im Unverpackt Laden Köln

Auch für die Körperpflege findet sich fast alles was man braucht

Haar- und Körperseife hab ich mitgenommen, ebenso Zahnputz“tabletten“, die man im Mund zerkaut und anschließend ganz normal die Zähne putzt.

Kosmetik im Unverpackt Laden

Zahnbürsten, Menstruationstassen, Stoffbinden – alles da

Schokolade bei Tante Olga

Auch für den süßen Zahn ist gesorgt. Nach der Fastenzeit komm ich definitiv wieder…

Brotdosen ohne Plastik

Sprühflaschen, Brotdosen, Weckgläser – alles Mögliche an Umverpackungen kann man hier erstehen

Nach dem Einkauf hab ich mich noch auf einen der beiden Stühle gesetzt und einen Kaffee getrunken – den bekommt man nämlich dort auch. Und wenn man einen Nachfüllbecher kauft (oder mitbringt) auch to go.

Entschleunigung

Entschleunigung ist ein großes Wort. Ich hatte nicht speziell in der Fastenzeit vor, achtsamer zu werden oder so. Aber die Liste, die ich mir am Anfang geschrieben habe war doch ein weiteres „To Do“, das mich gewissermaßen unter Druck setzte. Als ich zwischen zwei übermüdet-nörgelig-quengelig-schreienden Kleinkindern versuchte, ein vollwertiges Essen zuzubereiten, dass etwas länger dauerte musste ich einsehen: Kompromisse wird es auch weiterhin geben. Perfektion ist bei so einem Projekt wie der Fastenzeit oder einer langfristigen Umstellung der Konsumgewohnheiten fehl am Platz. Statt dessen fokussiere ich auf das, was einfach klappt, was gut in den Alltag passt. Und nicht, was ich für das 100% Beste halte.

Diese (eigentlich nicht neue) Erkenntnis hat jetzt ein paar Tage gebraucht, um anzukommen. Auch der facebook-Entzug (der ja nicht komplett ist, aber stark reduziert) hat dazu geführt, dass meine Gedanken nicht mehr im Sauseschritt Achterbahn fahren. Und ich habs sogar geschafft, ein paar Bücher zu lesen. Belletristik, keine Sachbücher.

Zwischenfazit bisher

Manche Sachen machen mir richtig Spaß. Dinge selber machen, wie zum Beispiel Suppenwürze oder Nudeln hat was sehr Befriedigendes finde ich. Im Bereich Körperpflege bin ich da bisher nicht so motiviert, meine wenigen Versuche in Sachen Deo und Haarspray waren nicht grad erfolgreich. Aber es sind ja die kleinen Schritte, die auch zählen. Im Bereich Ernährung tut sich wirklich viel, wenn man auf vegan umsteigt und nach Möglichkeit versucht, seine Lebensmittel plastikfrei zu kaufen. Ich bin froh, hier in Köln dafür eine so gute Infrastruktur vorzufinden. Es ist aber zunächst auch zeitaufwendiger, wenn man nicht alles im nächsten Supermarkt shoppt, sondern seine Produkte aus diversen Läden zusammensucht (zum Tante Olga muss ich z.B. 20 Minuten mit dem Fahrrad fahren, andere Verkehrsmittel sind hier in Köln auch nicht schneller; der Wochenmarkt wo ich Obst und Gemüse kaufe ist nur dienstags und freitags). Dafür ist der Effekt erstaunlich, denn zumindest hier in der Familie macht der Verpackungsmüll von Lebensmitteln eine Menge aus. Ich denke, wenn ich das im nächsten Jahr konsequenter angehe, kann ich ganz zufrieden sein.

Nachhaltiges Familienleben

Interview Green Living: Anne

Stelle Dich (und ggf. Deinen Blog) bitte vor

Ich heiße Anne, bin 31 und lebe mit zwei Kindern und Mann in Berlin. Ich bin gelernte Hebamme, studiere derzeit Ökolandbau (zumindest besitze ich ein Semesterticket), mache gern etwas mit meinen Händen und schreibe als Krähenmutter in ziemlich unregelmäßigen Abständen über einige Dinge in meinem Leben, die mich bewegen.

Welches Thema/Unterthema aus dem Bereich „nachhaltig Leben“ (vegane Ernährung, plastikfrei, Minimalismus….) ist Dir besonders wichtig und warum?

An erster Stelle recht klar der Veganismus. Seit 2013 ernähre ich mich (mit etlichen Ausrutschern in der Schwangerschaft mit meinem zweiten Kind) vegan, seit meinem 12. Lebensjahr war ich vegetarisch unterwegs (einem Bericht in BravoTV sei Dank). An erster Stelle steht bei mir das Tierleid, ganz knapp dahinter kommt die Rettung unseres Planeten. Auch im Ökolandbau kann ich die Ausbeutung anderer Lebewesen nicht für gut befinden, das Leid der Tiere ist groß.

Das die konventionelle Landwirtschaft uns langfristig nicht wird ernähren können, predigen uns im Studium sämtliche Dozenten. Daher unterstütze ich durch Kaufentscheidungen die Biobranche, wir sind Mitglieder einer CSA und möchten irgendwann zumindest zum Teil selbstversorgt leben.

Müllreduktion ist derzeit meine größte Baustelle, da war ich schon mal deutlich besser und möchte da gern auch wieder hinkommen. Mit einem Bioladen in 5min Entfernung lief das einfacher, als wenn ich jetzt aus Bequemlichkeit zu Kaufland gehe.

Daher versuche ich zumindest bei Gegenständen, Kleidung usw. die 5 R‘s (refuse, reduce, reuse, recycle, rot) anzuwenden.

Aus ganz persönlichen Gründen interessiert mich: wie ist das mit deinem Partner/Deiner Partnerin: ziehen die am gleichen Strang, musstest Du Überzeugungs- oder Aufklärungsarbeit leisten?

Mein Freund war ebenfalls schon lange Vegetarier, zwischendrin auch einige Jahre vegan, daher gab es in dieser Hinsicht keinen Diskussionsbedarf.

Was die Themen Bio-Lebensmittel, Müllreduzierung und Ressourcenschonung angeht, geraten wir immer noch ab und zu aneinander. Mein kleinkarierter Mülltrennungswahn trifft da auf ziemliches Unverständnis (vielleicht auch kulturell bedingt).

Bio-Lebensmittel findet mein Partner grundsätzlich überteuert, das alte Dilemma also. Da ich allerdings die Einkäufe zu 95% übernehme, kann ich halbwegs mit seiner negativen Attitüde dazu leben.

Was ist mit dem Rest der Familie (vor allem den Kindern) und Freund_innen…backst Du Dir beispielsweise einen veganen Kuchen für Einladungen woanders, dürfen die Kinder das Grillwürstchen nicht essen, gibt es keine Mitgebsel am Kindergeburtstag…

Die Kinder (6 Jahre, 6 Monate) leben ebenfalls vegan, der Große entscheidet dies jedoch selbst. Bei geschenkten Süßigkeiten, Überraschungseiern und Marshmallows macht er Ausnahmen, fragt sonst aber bei Kuchen u.ä. immer nach, ob es vegan ist und bleibt da in der Regel strikt.

Fleisch haben beide Kinder noch nie gegessen, das wäre für mich auch schwer mit anzusehen, da es mich wirklich ekelt. Allerdings möchte ich meinen Kindern nicht Dinge verbieten oder vorenthalten, die ich ja auch als Kind getan habe, sie sollen da ihre eigenen Erfahrungen machen um dann wirklich selbstständig Entscheidungen treffen zu können. Ich glaube auch nicht, dass ein Gefühl von sozialer Ausgrenzung und persönlicher Begrenzung langfristig dazu führt, dass die Kinder an nachhaltigkeit interessiert sind.

Auf Feiern gebe ich vegane Optionen mit und informiere mich vorher, was es sonst so gibt, damit es halbwegs ähnlich ist.

Was plastikfreies Leben betrifft sind das große Kind und ich nicht auf einer Wellenlänge, er steht auf den größten Plastikschrott, ich versuche immer noch meine Ostheimer-Tiere ans Kind zu bringen. Zumindest das Baby lutscht sie ab und zu mal ab, während es zum Lego rüberschielt.

Mitgebsel sind in unserem Freundes- und Bekanntenkreis nicht so das Thema, wenn gestalten wir aber mit den Kindern zusammen etwas Schönes zusammen, zum Beispiel ein Badesalz, bemalter Stoffbeutel oder ähnliches.

Bisher kommen wir auch mit gebrauchter Kleidung für die Kinder gut aus, da gibt es noch keine Einwände. Mal schauen, wie lange das noch so bleibt.

Was sind die Fragen oder Einwände, die Dir am häufigsten zu Deiner/Eurer Lebensweise begegnen und was erwiderst Du darauf? Was ist z.B. mit Einwänden wie „ist mir u aufwändig/zu teuer/zu viel Verzicht“?

Meist antworte ich da nicht drauf, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass die wenigsten ein ernsthaftes Interesse daran haben, sondern eher rumstänkern wollen. Sehe ich zumindest etwas fruchtbaren Boden, diskutiere ich gern darüber und erläutere meine Beweggründe.

Wenn Einwände kommen, dann meist aus der Richtung „vegan ist nicht gesund“, „Fleisch schmeckt halt einfach so gut“, „dafür gibt es Tiere nun mal“. Das ist in meinem näheren Umfeld allerdings selten, die haben sich schon zu genüge an mir abgearbeitet und sind Kummer gewohnt (Auch nach fast 20 Jahren werde ich deinen liebevoll gebratenes Schwein nicht essen Oma, sorry..).

Die erstmal höheren Kosten für bio-Lebensmittel kann ich recht gut wegdiskutieren, das studiere ich ja und kann daher einfach die Zusammenhänge aufzeigen. Ist vielen letztendlich dann aber auch egal.

Was findest Du am Bereicherndsten an Eurer Lebensweise?

Wir ernähren uns verhältnismäßig gesund, gehen sorgsam mit Ressourcen um, sparen Geld.

Auf ebay Kleinanzeigen Dinge loszuwerden, gibt mir ein befreiendes Gefühl, dort Dinge zu kaufen ist in vielerlei Hinsicht ratsam.

Ansonsten habe ich das Gefühl nicht so verbohrt im Kopf zu sein, also auch kreative Alternativen für Nahrungsmittel/Kleidungsstücke/xyz suchen zu können, statt mit empörtem Blick auf den Teller meines Gegenüber starren zu müssen.

Ich verzweifle oft am Leid der Welt und habe zumindest ein bisschen das Gefühl, aktiv etwas tun zu können.

Was sind die einfachsten Dinge, die jeder umsetzen kann um (vegan_minimalistisch_plastikfrei) zu leben – wenn jemand Dich fragt, wo si_er anfangen soll, welche Tipps würdest Du geben?

Tatsächlich einfach loslegen, ohne Absolutheitsansprüche und mit möglichst wenig Angst vor Rückschlägen. Jeder kleine Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist ein Fortschritt.

Verbündete suchen, das Vorhaben öffentlich machen, zum Beispiel online.

Immer einen Stoffbeutel dabei haben.

Vor jedem Kauf überlegen: brauche ich das wirklich? Kann ich das nicht einfach selbst machen? Wie lange werde ich es benutzen? Bekomme ich das auch gebraucht für weniger Geld?

Einfach keine tierischen Produkte mehr kaufen, dafür musst du nicht einmal etwas tun, sondern kannst etwas weglassen. (Nicht hungrig einkaufen gehen, das führt bei mir immer zu erhöhtem Müllaufkommen.)

Sich immer wieder den eigenen Reichtum vor Augen halten.

Einen Dauerauftrag für eine gemeinnützige Organisation anlegen, egal wie hoch die Summe ist.

Spenden schenken, dazu ein selbstgebasteltes Windlicht, egal was das Gegenüber daran rumzukritteln hat.

Das Herz weit machen, sich die Einzigartigkeit dieses Planeten bewusst machen, teilen, was du hast.

Nicht aufgeben.

Zum Schluss: Deine Literatur-, Blog- und Filmtipps für den Aus-/Umstieg?

Filmtipps:

Gabel statt Skalpell
Plastic planet
More than honey
Food inc.
Earthlings habe ich nie gesehen, weiß aber, dass das für viele der Einstieg war.

Buchtipps:

„Einfach vegan“ von Roland Rauter
„Vegan, regional, saisonal“ von Lisa Pfleger (Anmerkung glücklich scheitern: Hab ich auch! Und mag es zusammen mit ihrem Vegan Homemade anderen sehr empfehlen!)
Alle Bücher von Peter Wohlleben – für ein bisschen Demut. 😉

Blogs zu dem Thema gibt es ja etliche, meine kleine Auswahl:

Wastelandrebel

Experiment Selbstversorgung

Laubfresser