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Nachhaltiges Familienleben

Nachhaltiges Familienleben

Entschleunigung, Einkaufen im Unverpacktladen – Fastenzeitzwischenfazit

Hey ihr Lieben, ich dachte ich aktualisiere mal wieder meine Erfahrungen mit der Fastenzeit und den selbstauferlegten Regeln und Vorhaben.

Ernährung – vegan & zuckerfrei

Hier läufts weiterhin ziemlich gut. Na gut, zwei „Ausrutscher“ in Sachen vegan gabs schon. Beim auswärts essen, natürlich. Da war einmal ein Klecks Creme Fraiche auf dem Ratatouille und einmal war da eine Gorgonzolaquiche, die meinen Namen rief. Damit mir sowas in Zukunft nicht mehr so oft passiert hab ich mir jetzt die App „Happy Cow“ runtergeladen. Da findet man, sortiert nach Entfernung vom eigenen Standort, vegane und vegetarische Restaurants und Cafés und auch solche, die nicht speziell vegan sind, aber Angebote für Veganer_innen haben. Ich hoffe, so muss ich auch als Veganerin zukünftig unterwegs nicht hungern.

Hunger ist ein Thema, dass ich grade sehr fasziniert beobachte: Heißhunger ist futsch. Dieses ständige, leichte Hungergefühl oder Appetit, was mich sonst immer mal wieder aufstehen und zum Kühlschrank gehen lässt habe ich aktuell gar nicht mehr. (Ok, bis auf gestern. Aber einmal in drei Wochen ist auffallend wenig, oder?). Ob das daran liegt, dass mein Bauch weiß, dass die Auswahl grade eh begrenzt ist oder der Körper wirklich von der Ernährungsumstellung was mitgekriegt hat sollen andere urteilen. Derzeit komme ich sehr oft mit drei Mahlzeiten am Tag aus, ohne zwischendurch das Bdürfnis auf einen „Snack“ zu haben. Morgens wie immer frühstücke ich eher sparsam. Meist Porridge mit Obst. Oft auch nur ein Brot mit selbstgemachten Aufstrichen (Linsenpürree, Tomatenbutter). Mittags eventuell Reste vom Vortag oder was aus der Fleischersatzabteilung (Lupinenschnitzel, Tofu mit Salat). Und abends wird dann wie immer gekocht.

Ich hab Suppenwürze selber gemacht, Nudeln auch noch mal und ansonsten wie immer gekocht. Jetzt muss ich nur noch für die Kinder, bzw. die Spielplatzsnacks mitdenken. Meist kauf ich dann doch unterwegs ein paar Milchbrötchen, da muss ich mir noch was Nettes für unterwegs einfallen lassen.

Einkaufen im Unverpackt-Laden „Tante Olga“

Seit letztem Jahr gibt es hier in Köln einen Unverpackt-Laden, „Tante Olga“. Dem wollte ich schon länger einen Besuch abstatten. Also packte ich am Montag alle Tupperdosen, Gläser und sauberen Jutebeutel in eine große Tasche und schwang mich bei strömendem Regen aufs Fahrrad.

Spender im Tante Olga Unverpackt Laden Köln

Im Unverpackt Laden „Tante Olga“ findet sich viel auf kleiner Ladefläche. Ganze Spender voll mit Nudeln, Reissorten, Hafer-, Dinkel-, Sonstwasflocken, Bohnen, Linsen, Erbsen…

Oh, hat sich das gelohnt. Auf kleiner Fläche findet sich erstaunlich viel, was man für den (Familien)Alltag an plastikfreien Alternativen sucht. Lebensmittel in Hülle und Fülle (bei „Frischwaren“ wie Obst und Gemüse sagt Tante Olga aber auch, dass es genug Wochenmärkte gibt, auf denen man sich eindecken kann) und ich war fast ein bisschen traurig, dass ich grad mit dem meisten an Hülsenfrüchten und co. eingedeckt war – aber ich komme definitiv wieder.

Man schreibt das Gewicht der mitgebrachten Beutel und Gläser nach dem Abwiegen auf die Verpackung und kann anschließend die Gefäße befüllen. Ich hab aus den Spendern Haferflocken, Risottoreis und Erdnüsse mitgenommen.

Seifen im Unverpackt Laden Köln

Auch für die Körperpflege findet sich fast alles was man braucht

Haar- und Körperseife hab ich mitgenommen, ebenso Zahnputz“tabletten“, die man im Mund zerkaut und anschließend ganz normal die Zähne putzt.

Kosmetik im Unverpackt Laden

Zahnbürsten, Menstruationstassen, Stoffbinden – alles da

Schokolade bei Tante Olga

Auch für den süßen Zahn ist gesorgt. Nach der Fastenzeit komm ich definitiv wieder…

Brotdosen ohne Plastik

Sprühflaschen, Brotdosen, Weckgläser – alles Mögliche an Umverpackungen kann man hier erstehen

Nach dem Einkauf hab ich mich noch auf einen der beiden Stühle gesetzt und einen Kaffee getrunken – den bekommt man nämlich dort auch. Und wenn man einen Nachfüllbecher kauft (oder mitbringt) auch to go.

Entschleunigung

Entschleunigung ist ein großes Wort. Ich hatte nicht speziell in der Fastenzeit vor, achtsamer zu werden oder so. Aber die Liste, die ich mir am Anfang geschrieben habe war doch ein weiteres „To Do“, das mich gewissermaßen unter Druck setzte. Als ich zwischen zwei übermüdet-nörgelig-quengelig-schreienden Kleinkindern versuchte, ein vollwertiges Essen zuzubereiten, dass etwas länger dauerte musste ich einsehen: Kompromisse wird es auch weiterhin geben. Perfektion ist bei so einem Projekt wie der Fastenzeit oder einer langfristigen Umstellung der Konsumgewohnheiten fehl am Platz. Statt dessen fokussiere ich auf das, was einfach klappt, was gut in den Alltag passt. Und nicht, was ich für das 100% Beste halte.

Diese (eigentlich nicht neue) Erkenntnis hat jetzt ein paar Tage gebraucht, um anzukommen. Auch der facebook-Entzug (der ja nicht komplett ist, aber stark reduziert) hat dazu geführt, dass meine Gedanken nicht mehr im Sauseschritt Achterbahn fahren. Und ich habs sogar geschafft, ein paar Bücher zu lesen. Belletristik, keine Sachbücher.

Zwischenfazit bisher

Manche Sachen machen mir richtig Spaß. Dinge selber machen, wie zum Beispiel Suppenwürze oder Nudeln hat was sehr Befriedigendes finde ich. Im Bereich Körperpflege bin ich da bisher nicht so motiviert, meine wenigen Versuche in Sachen Deo und Haarspray waren nicht grad erfolgreich. Aber es sind ja die kleinen Schritte, die auch zählen. Im Bereich Ernährung tut sich wirklich viel, wenn man auf vegan umsteigt und nach Möglichkeit versucht, seine Lebensmittel plastikfrei zu kaufen. Ich bin froh, hier in Köln dafür eine so gute Infrastruktur vorzufinden. Es ist aber zunächst auch zeitaufwendiger, wenn man nicht alles im nächsten Supermarkt shoppt, sondern seine Produkte aus diversen Läden zusammensucht (zum Tante Olga muss ich z.B. 20 Minuten mit dem Fahrrad fahren, andere Verkehrsmittel sind hier in Köln auch nicht schneller; der Wochenmarkt wo ich Obst und Gemüse kaufe ist nur dienstags und freitags). Dafür ist der Effekt erstaunlich, denn zumindest hier in der Familie macht der Verpackungsmüll von Lebensmitteln eine Menge aus. Ich denke, wenn ich das im nächsten Jahr konsequenter angehe, kann ich ganz zufrieden sein.

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Interview Green Living: Anne

Stelle Dich (und ggf. Deinen Blog) bitte vor

Ich heiße Anne, bin 31 und lebe mit zwei Kindern und Mann in Berlin. Ich bin gelernte Hebamme, studiere derzeit Ökolandbau (zumindest besitze ich ein Semesterticket), mache gern etwas mit meinen Händen und schreibe als Krähenmutter in ziemlich unregelmäßigen Abständen über einige Dinge in meinem Leben, die mich bewegen.

Welches Thema/Unterthema aus dem Bereich „nachhaltig Leben“ (vegane Ernährung, plastikfrei, Minimalismus….) ist Dir besonders wichtig und warum?

An erster Stelle recht klar der Veganismus. Seit 2013 ernähre ich mich (mit etlichen Ausrutschern in der Schwangerschaft mit meinem zweiten Kind) vegan, seit meinem 12. Lebensjahr war ich vegetarisch unterwegs (einem Bericht in BravoTV sei Dank). An erster Stelle steht bei mir das Tierleid, ganz knapp dahinter kommt die Rettung unseres Planeten. Auch im Ökolandbau kann ich die Ausbeutung anderer Lebewesen nicht für gut befinden, das Leid der Tiere ist groß.

Das die konventionelle Landwirtschaft uns langfristig nicht wird ernähren können, predigen uns im Studium sämtliche Dozenten. Daher unterstütze ich durch Kaufentscheidungen die Biobranche, wir sind Mitglieder einer CSA und möchten irgendwann zumindest zum Teil selbstversorgt leben.

Müllreduktion ist derzeit meine größte Baustelle, da war ich schon mal deutlich besser und möchte da gern auch wieder hinkommen. Mit einem Bioladen in 5min Entfernung lief das einfacher, als wenn ich jetzt aus Bequemlichkeit zu Kaufland gehe.

Daher versuche ich zumindest bei Gegenständen, Kleidung usw. die 5 R‘s (refuse, reduce, reuse, recycle, rot) anzuwenden.

Aus ganz persönlichen Gründen interessiert mich: wie ist das mit deinem Partner/Deiner Partnerin: ziehen die am gleichen Strang, musstest Du Überzeugungs- oder Aufklärungsarbeit leisten?

Mein Freund war ebenfalls schon lange Vegetarier, zwischendrin auch einige Jahre vegan, daher gab es in dieser Hinsicht keinen Diskussionsbedarf.

Was die Themen Bio-Lebensmittel, Müllreduzierung und Ressourcenschonung angeht, geraten wir immer noch ab und zu aneinander. Mein kleinkarierter Mülltrennungswahn trifft da auf ziemliches Unverständnis (vielleicht auch kulturell bedingt).

Bio-Lebensmittel findet mein Partner grundsätzlich überteuert, das alte Dilemma also. Da ich allerdings die Einkäufe zu 95% übernehme, kann ich halbwegs mit seiner negativen Attitüde dazu leben.

Was ist mit dem Rest der Familie (vor allem den Kindern) und Freund_innen…backst Du Dir beispielsweise einen veganen Kuchen für Einladungen woanders, dürfen die Kinder das Grillwürstchen nicht essen, gibt es keine Mitgebsel am Kindergeburtstag…

Die Kinder (6 Jahre, 6 Monate) leben ebenfalls vegan, der Große entscheidet dies jedoch selbst. Bei geschenkten Süßigkeiten, Überraschungseiern und Marshmallows macht er Ausnahmen, fragt sonst aber bei Kuchen u.ä. immer nach, ob es vegan ist und bleibt da in der Regel strikt.

Fleisch haben beide Kinder noch nie gegessen, das wäre für mich auch schwer mit anzusehen, da es mich wirklich ekelt. Allerdings möchte ich meinen Kindern nicht Dinge verbieten oder vorenthalten, die ich ja auch als Kind getan habe, sie sollen da ihre eigenen Erfahrungen machen um dann wirklich selbstständig Entscheidungen treffen zu können. Ich glaube auch nicht, dass ein Gefühl von sozialer Ausgrenzung und persönlicher Begrenzung langfristig dazu führt, dass die Kinder an nachhaltigkeit interessiert sind.

Auf Feiern gebe ich vegane Optionen mit und informiere mich vorher, was es sonst so gibt, damit es halbwegs ähnlich ist.

Was plastikfreies Leben betrifft sind das große Kind und ich nicht auf einer Wellenlänge, er steht auf den größten Plastikschrott, ich versuche immer noch meine Ostheimer-Tiere ans Kind zu bringen. Zumindest das Baby lutscht sie ab und zu mal ab, während es zum Lego rüberschielt.

Mitgebsel sind in unserem Freundes- und Bekanntenkreis nicht so das Thema, wenn gestalten wir aber mit den Kindern zusammen etwas Schönes zusammen, zum Beispiel ein Badesalz, bemalter Stoffbeutel oder ähnliches.

Bisher kommen wir auch mit gebrauchter Kleidung für die Kinder gut aus, da gibt es noch keine Einwände. Mal schauen, wie lange das noch so bleibt.

Was sind die Fragen oder Einwände, die Dir am häufigsten zu Deiner/Eurer Lebensweise begegnen und was erwiderst Du darauf? Was ist z.B. mit Einwänden wie „ist mir u aufwändig/zu teuer/zu viel Verzicht“?

Meist antworte ich da nicht drauf, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass die wenigsten ein ernsthaftes Interesse daran haben, sondern eher rumstänkern wollen. Sehe ich zumindest etwas fruchtbaren Boden, diskutiere ich gern darüber und erläutere meine Beweggründe.

Wenn Einwände kommen, dann meist aus der Richtung „vegan ist nicht gesund“, „Fleisch schmeckt halt einfach so gut“, „dafür gibt es Tiere nun mal“. Das ist in meinem näheren Umfeld allerdings selten, die haben sich schon zu genüge an mir abgearbeitet und sind Kummer gewohnt (Auch nach fast 20 Jahren werde ich deinen liebevoll gebratenes Schwein nicht essen Oma, sorry..).

Die erstmal höheren Kosten für bio-Lebensmittel kann ich recht gut wegdiskutieren, das studiere ich ja und kann daher einfach die Zusammenhänge aufzeigen. Ist vielen letztendlich dann aber auch egal.

Was findest Du am Bereicherndsten an Eurer Lebensweise?

Wir ernähren uns verhältnismäßig gesund, gehen sorgsam mit Ressourcen um, sparen Geld.

Auf ebay Kleinanzeigen Dinge loszuwerden, gibt mir ein befreiendes Gefühl, dort Dinge zu kaufen ist in vielerlei Hinsicht ratsam.

Ansonsten habe ich das Gefühl nicht so verbohrt im Kopf zu sein, also auch kreative Alternativen für Nahrungsmittel/Kleidungsstücke/xyz suchen zu können, statt mit empörtem Blick auf den Teller meines Gegenüber starren zu müssen.

Ich verzweifle oft am Leid der Welt und habe zumindest ein bisschen das Gefühl, aktiv etwas tun zu können.

Was sind die einfachsten Dinge, die jeder umsetzen kann um (vegan_minimalistisch_plastikfrei) zu leben – wenn jemand Dich fragt, wo si_er anfangen soll, welche Tipps würdest Du geben?

Tatsächlich einfach loslegen, ohne Absolutheitsansprüche und mit möglichst wenig Angst vor Rückschlägen. Jeder kleine Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist ein Fortschritt.

Verbündete suchen, das Vorhaben öffentlich machen, zum Beispiel online.

Immer einen Stoffbeutel dabei haben.

Vor jedem Kauf überlegen: brauche ich das wirklich? Kann ich das nicht einfach selbst machen? Wie lange werde ich es benutzen? Bekomme ich das auch gebraucht für weniger Geld?

Einfach keine tierischen Produkte mehr kaufen, dafür musst du nicht einmal etwas tun, sondern kannst etwas weglassen. (Nicht hungrig einkaufen gehen, das führt bei mir immer zu erhöhtem Müllaufkommen.)

Sich immer wieder den eigenen Reichtum vor Augen halten.

Einen Dauerauftrag für eine gemeinnützige Organisation anlegen, egal wie hoch die Summe ist.

Spenden schenken, dazu ein selbstgebasteltes Windlicht, egal was das Gegenüber daran rumzukritteln hat.

Das Herz weit machen, sich die Einzigartigkeit dieses Planeten bewusst machen, teilen, was du hast.

Nicht aufgeben.

Zum Schluss: Deine Literatur-, Blog- und Filmtipps für den Aus-/Umstieg?

Filmtipps:

Gabel statt Skalpell
Plastic planet
More than honey
Food inc.
Earthlings habe ich nie gesehen, weiß aber, dass das für viele der Einstieg war.

Buchtipps:

„Einfach vegan“ von Roland Rauter
„Vegan, regional, saisonal“ von Lisa Pfleger (Anmerkung glücklich scheitern: Hab ich auch! Und mag es zusammen mit ihrem Vegan Homemade anderen sehr empfehlen!)
Alle Bücher von Peter Wohlleben – für ein bisschen Demut. 😉

Blogs zu dem Thema gibt es ja etliche, meine kleine Auswahl:

Wastelandrebel

Experiment Selbstversorgung

Laubfresser

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Interviews Green Living: Julia von Trippingtribe

Stelle Dich (und ggf. Deinen Blog) bitte vor

Hallo, mein Name ist Julia. Ich bin 35 Jahre alt und komme aus Bayern.
2014 haben mein Mann und ich uns auf einer Backpacker-Tour durch Indien kennengelernt. Mittlerweile haben wir eine kleine Tochter. Wir führen ein Leben zwischen Indien und Deutschland, planen aber langfristig unseren Lebensmittelpunkt nach Asien zu verlegen. Wir lieben fremde Kulturen.
Uns ist eine nachhaltige Lebensführung sehr wichtig. Ich beschäftige mich intensiv mit Ernährungs- und Gesundheitsthemen. Das macht mir so viel Spaß, dass ich 2015 meinen Blog trippingtribe.de gegründet habe. Hier berichte ich über meine Erkenntnisse, Experimente und Erfahrungen. Natürlich gibt es auch immer wieder Einblicke in unseren etwas außergewöhnlichen Alltag.

Foto von Julia vom Blog Trippingtribe

Julia von Trippingtribe.de

Welches Thema/Unterthema aus dem Bereich „nachhaltig Leben“ (vegane Ernährung, plastikfrei, Minimalismus….) ist Dir besonders wichtig und warum?

Am Besten kann ich die Frage vielleicht mit „Schadstoffreiheit“ beantworten. Mir ist es extrem wichtig, dass unsere Nahrungsmittel, Kosmetikprodukte und Reinigungsmittel möglichst ohne gefährliche Chemikalien oder andere schädliche Inhaltsstoffe daher kommen.
Deshalb stelle ich möglichst viele Produkte wie Deo’s, Feuchttücher, Badreiniger etc. selbst her. Ich experimentiere viel mit Ernährung und koche immer frisch und bio.

Aus ganz persönlichen Gründen interessiert mich: wie ist das mit deinem Partner/Deiner Partnerin: ziehen die am gleichen Strang, musstest Du Überzeugungs- oder Aufklärungsarbeit leisten?

Mein Partner und ich surfen, was eine nachhaltige Lebensführung anbelangt, auf einer Welle. Dieses Thema, mit all seinen Aspekten, interessiert uns beide.
Es bedeutet allerdings nicht, dass wir immer alles gemeinsam ausprobieren. Zum Beispiel habe ich meine Ernährung vor knapp einer Woche auf vegan umgestellt, mein Partner isst aber weiterhin Milchprodukte.
Zwischenzeitlich verdreht er auch schon mal die Augen, wenn wieder eines meiner Haushaltsexperimente schief läuft. Wie heute der Versuch, veganen Kokosjoghurt herzustellen.

Was ist mit dem Rest der Familie (vor allem den Kindern) und Freund_innen…backst Du Dir beispielsweise einen veganen Kuchen für Einladungen woanders, dürfen die Kinder das Grillwürstchen nicht essen, gibt es keine Mitgebsel am Kindergeburtstag…

Um ehrlich zu sein, ist der Kontakt den meisten alten Freunden abgebrochen. Unsere Leben haben sich in so unterschiedliche Richtungen entwickelt, dass zwischenzeitlich die gemeinsame Basis fehlt. Alle neuen Freunde leben sehr ähnlich und haben ähnliche Ansichten.
Meine Eltern sind sehr tolerant und respektieren unsere Lebensweise. Es gibt sogar meist zuckerfreien Kuchen, wenn wir zu Besuch kommen.

Was sind die Fragen oder Einwände, die Dir am häufigsten zu Deiner/Eurer Lebensweise begegnen und was erwiderst Du darauf? Was ist z.B. mit Einwänden wie „ist mir zu aufwändig/zu teuer/zu viel Verzicht“?

Ganz oft höre, dass ein Speiseplan fast ohne Weizen, Zucker und Milchprodukte zu eintönig und langweilig sei.
Und in Bezug auf selbstgemachte Kosmetikprodukte und Reinigungsmittel heißt es oft, dass die Zeit fehlt so etwas auch noch zu tun.

Was findest Du am Bereicherndsten an Eurer Lebensweise?

Für mich ist es am Bereicherndsten, dass ich mich gesund und voller Energie fühle. Früher hatte ich einen sehr stressigen Job, habe mich furchtbar ernährt, viel geraucht und getrunken.
Mein Körper fühlt sich soviel besser an, seitdem ich alles dafür tue, gesund und fit zu bleiben. Ich liebe diese Lebensweise.

Was sind die einfachsten Dinge, die jeder umsetzen kann um nachhaltiger zu leben?

Die einfachsten Dinge um Schadstoffe zu verringern sind:
-Deo’s ohne Aluminium kaufen
-möglichst Biolebensmittel frisch zubereiten
-zertifizierte Naturkosmetik benutzen
Das kann jeder machen und ein erster Schritt ist getan.

Zum Schluss: Deine Literatur-, Blog- und Filmtipps für den Aus-/Umstieg?

Eine super do-it-yourself und upcycling Webseite ist Smarticular
Veganstart von PETA ist ein 30 Tage Programm. Jeden Tag flattert eine Mail mit Tipps, Tricks und Infos zum veganen Einstieg ins Postfach.
Ich liebe die Videos von Moin Yamina zum cleanen Lifestyle – hier findet ich Inspiration, Motivation und leckere Rezepte.

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Fastenzeit – die ersten anderthalb Wochen

Nachdem ich Aschermittwoch voll motiviert in die Fastenzeit gestartet bin wollte ich euch heute mal am ersten Zwischenstand teilhaben lassen.

Ernährung – vegan & zuckerfrei

Vegan war keine Herausforderung. Ich hab mich zwar sicherheitshalber gut mit Tofu, Seitan und co. eingedeckt, aber eigentlich mehr für die Tage, an denen der Mann kocht & es z.B. klassich Kartoffeln oder Reis mit Gemüse und eben Eiweißbeilage gibt. Ich selber mach mir das hauptsächlich wenn ich mittags im HomeOffice Hunger kriege und es schnell gehen muss. Dann ess ich so ein Seitan- oder Lupinenschnitzel auch mal pur, mit ein bisschen Senf.

Freitag aber waren der Mann und ich dann Einkaufen und wollten um die Mittagszeit auch ne Kleinigkeit essen. Da sah es dann wieder blöd aus. Mich einfach nur hinsetzen und dem Mann beim Essen zugucken wollte ich auch nicht. Ich bestellte eine Pommes und einen vegetarischen Wrap (bei dem vermutlich Joghurtsauße drin war), aß beides aber nicht ganz auf.

Übermorgen will ich mit Freundinnen abends essen und auch da hab ich grad noch keine Idee, ob ich konsequent bleibe. Dieser gesellschaftliche Teil beim Essen ist für mich die größte Herausforderung.

Auch der zuckerfreie Teil meiner Ernährung klappt ganz gut. Ich weiß nicht, ob ich irgendwas falsch mache, aber von einem Tag Kopfschmerzen abgesehen (vergleichbar mit dem Effekt beim Koffeinentzug) kann ich weder von großartigen Effekten auf meinen Organismus noch mit Schreckensszenarien herhalten…Ob ich irgendwas übersehen habe?

Dass der Verzicht auf Süßkram so gut funktioniert hab ich nicht erwartet, da hatte ich größere Sorge „schwach“ zu werden. Gestern und heute gab es zum Beispiel Eis für die Kids und deren Freunde und ich hatte kein Problem kein Eis zu essen. Eigentlich glaub ich inzwischen, dass ich eh immer nur süchtig nach einer bestimmten Schokoladenmarke war, der Rest ist mir eigentlich egal.

Bücher von Lisa Pfleger: Vegan Homemade und vegan, regional, saisonal

Die Bücher kamen pünktlich Aschermittwoch an. Im Prinzip geht es darum, veganes Essen auch aus regionalen, saisonalen Zutaten selber machen. Ich find nämlich, dass vegane Ernährung ökologisch betrachtet nur so semiklug ist, wenn die meisten Zutaten dafür aus Asien oder Südamerika rangekarrt werden.

Ich habe viele leckere Sachen selber gemacht, Aufstriche zum Beispiel wie eine Tomaten“butter“ und einige Male habe ich Brot gebacken. Aktuell finde ich die Knethaken aber fürs Rührgerät nicht wieder und befürchte fast, eins der Kinder hat sie in den Müll entsorgt…

Aus dem „Vegan Homemade“ habe ich mit Kind1 zum Beispiel rote Beete-Dinkelnudeln selber gemacht. Wusstet ihr, wie leicht man Nudeln selber machen kann??? Das machen wir jetzt definitiv öfter.

Brot und Tomatenbutter selbst gemacht

selbstgebackenes Brot und selbstgemachte Tomaten“butter“

Das Gute Leben sonst so…

Das Jammern und Meckern mit den Kindern lassen, stand auch auf meiner Liste…ja, sagen wir so: Ich übe noch. Aschermittwoch waren sie wohl noch vom Karnevalshigh und dem Zuckerschock total überdreht und natürlich war das der Tag, an dem der Mann für über eine Woche auf Dienstreise fuhr. Die Geschwister zanken und raufen fast ununterbrochen und nunja. Ich atme. Viel.

Ich war in der Bibliothek, das war grandios (ja, ich freu mich auch über „kleine“ Dinge) aber ich glaube wöchentlich muss es dann doch nicht sein. Zu meinem Glück wird demnächst die Stadtteilbibliothek wieder eröffnet, die über zwei Jahre wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war. Da saß ich auch zum Arbeiten gerne.

Social Media Abstinenz war auch leichter als gedacht, mit Ausnahme von twitter. Twitter polarisiert selbst mich, denn dort „treffe“ ich sehr tolle Menschen, die mir Support, Austausch, was zum Lachen und Lernen mitgeben. Aber mindestens einmal täglich stoße ich auch auf Links und Retweets, die mir den Blutdruck hochfahren. Und Diskussionskultur auf 140 Zeichen ist etwas, was ich selber zugegebenermaßen nicht beherrsche. Facebook mache ich momentan nur auf um kurz zu checken ob jemand auf meiner Seite kommentiert hat oder mir eine Nachricht geschickt hat und um meine Beiträge dort zu teilen. Pinterest – naja, macht Spaß aber fühlt sich für mich auch nicht an wie ein „Netzwerk“ bei dem es um Austausch geht, sondern ist eher eine Suchmaschine für bestimmte Bereiche. Instagram vermisse ich ein wenig, aber auch das kann ich gut aushalten.

Für die kommende Woche möchte ich aber noch etwas sortierter an meine Vorhaben gehen. Mein Kopf ist immer noch so unruhig, dass ich oft von einer Sache zur anderen springe und abends feststelle, dass ich von den eigentlich wichtigen Dingen doch nichts geschafft habe (wichtig meint aktuell die Punkte auf meiner Fastenzeitsliste).

Mein Highlight

Hat weniger mit meiner Fastenzeit zu tun. Aber im Kontext des Entrümpelns und Ausmistens und der Tatsache, dass hier endlich ein Wäschetrockner eingezogen ist, war wieder Raum um über einen Arbeitsplatz für mich nachzudenken. Vor einer Weile waren wir ja schon in Möbelhäusern unterwegs und gestern haben wir dann endlich einen Schreibtisch für mich gekauft!!! Jetzt habe ich den gefühlt schönsten Arbeitsplatz der Welt und schreibe grad diesen Beitrag und wenn ihr von mir lest könnt ihr euch ab jetzt vorstellen, wie ich hier an diesem Plätzchen sitze und schreibe…:

 

Mein Arbeitsplatz unterm Dach

Mein kleiner, feiner Arbeitsplatz. Homeoffice deluxe. Bisher saß ich am Küchentisch. Da rauscht aber entweder die Spülmaschine oder der Trockner oder beides. Vom Küchenchaos selber ganz zu schweigen…

P.S. Falls ihr es nicht eh schon getan habt: Bis morgen Abend könnt ihr noch an einer tollen Verlosung teilnehmen…

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Interviews Green Living als Familie – Christiane von Style-Mom

Während meiner Fastenzeit stelle ich euch hier jeden Montag jemanden vor, die_der mit Familie ein nachhaltiges Familienleben lebt. Mein Gedanke dabei ist zu zeigen, auf wie vielfältige Weise man sich sein Leben nachhaltiger gestalten kann und das ganz bestimmt jeder ein paar einfache Möglichkeiten findet, hier und da den eigenen ökologischen Fußabdruck noch ein wenig zu verkleinern! Ach ja, und tolle Leute/Blogs möcht ich euch damit auch gern vorstellen. 

Stelle Dich und Deinen Blog bitte vor

Mein Name ist Christiane und ich lebe mit meinem Mann und unseren beiden Kindern im Süden von Hamburg. Auf StyleMom geht es um den individuellen Style einer jeden Mutter, wobei meiner natürlich im Mittelpunkt steht, da es ja mein Blog ist 😉 Bei Style meine ich auch nicht nur die Mode, sondern auch den Lebensstil, das Essen und alles was so zu unserem Familienleben dazu gehört. Einen großen Fokus habe ich hier auf die Nachhaltigkeit gelegt, da diese bei uns eine große Rolle spielt. Wir versuchen so gut es geht auf Kunststoff zu verzichten, kaufen unsere Lebensmittel im Bio-Markt und beim Bio-Bauern und achten auch bei unserer Kleidung darauf, dass diese fair produziert wird und aus nachhaltigen Materialien besteht.

Christine von Style-Mom

Christiane von Style-Mom

Welches Thema aus dem Bereich „nachhaltig Leben“ ist Dir besonders wichtig und warum?

Ich würde sagen, dass wir uns auf die Punkte faire und nachhaltige Produktion bei Lebensmitteln und Kleidung sowie auf Plastikreduzierung konzentriert haben. Vegane und vegetarische Ernährung spielen bei uns keine Rolle, da wir gerne Fleisch essen. Wichtig ist uns hier nur, dass es keine Tiere aus der Massentierhaltung sind und dass sie nicht mit Antibiotika gefüttert wurden. Das hat natürlich seinen Preis, aber dafür gibt es bei uns entsprechend seltener Fleisch.

Aus ganz persönlichen Gründen interessiert mich: wie ist das mit deinem Partner: zieht er am gleichen Strang oder musstest Du Überzeugungsarbeit leisten?

Mein Mann und ich ticken da tatsächlich nicht nur ähnlich, sondern sogar gleich. Er hatte eine Reportage zum Thema Kunststoff gesehen. Es ging um die Verschmutzung der Weltmeere und den Einfluss auf unsere Gesundheit. Er hat mir von der Reportage erzählt und wir haben dann beide gesagt, dass wir da in unserem Verhalten was ändern müssen. Komplett bekommen wir Plastik auch nicht aus unserem Leben raus, aber wir sind von etwa 2 bis 3 gelben Säcken (wenn ich mich noch richtig erinnere) auf einen halben pro Monat runter. Wenn man dieses Ergebnis sieht, dann ist man richtig stolz auf sich.

Was ist mit dem Rest der Familie (vor allem den Kindern) und Freund_innen…backst Du Dir beispielsweise einen veganen Kuchen für Einladungen woanders, dürfen die Kinder das Grillwürstchen nicht essen, gibt es keine Mitgebsel am Kindergeburtstag…

Diese Geburtstagstüten zu den Kindergeburtstagen gibt es bei uns tatsächlich nicht. Zum einen weil ich diesen Wettbewerb nicht mitmache und zum anderen, weil darin immer nur Müll ist. Selbst wenn es nicht aus Plastik ist, landet das Zeug einfach viel zu schnell im Müll. Wenn wir bei Freunden oder der Familie zum Essen eingeladen sind, dann Essen wir aber normal mit. Ich bringe jetzt nicht mein eigenes Bio-Gericht mit. Dann würde uns wahrscheinlich keiner mehr einladen J

Was sind die Fragen oder Einwände, die Dir am häufigsten zu Eurer Lebensweise begegnen und was erwiderst Du darauf? Was ist z.B. mit Einwänden wie „ist mir zu aufwändig/zu teuer/zu viel Verzicht“?

Das ist doch viel zu teuer! Ja, es stimmt, das Leben ist so teurer. Aber muss man jeden Tag Fleisch essen und immer das neueste Outfit haben? Also ich nicht und es geht mir gut damit. Wir kaufen jetzt weniger überflüssiges und es tut niemandem weh. Aufwändiger ist es anfangs auf jeden Fall. Aber irgendwann weiß man, was man wo bekommt und welche Alternativen es gibt. Ich muss beim Wocheneinkauf kaum noch nachdenken. Ich darf nur meine 1000 Beutelchen zum Auffüllen nicht vergessen, dann bin ich nämlich aufgeschmissen… Was mir meinen Einkauf enorm erleichtert ist der wöchentliche Essensplan mit einer Einkaufsliste. So landen bei uns kaum noch Lebensmittel im Müll.

Was findest Du am Bereicherndsten an Eurer Lebensweise?

Das ist eine schwere Frage. Ich freue mich immer, wenn meine Tochter sagt „Das brauchen wir nicht, das ist aus Plastik und geht deshalb viel zu schnell kaputt.“ Oder dass sie weiß, dass in konventionellen Lebensmitteln und Kleidungsstücken Giftstoffe drinnen sind. Das zeigt mir, dass unsere Kinder dank unserer Aufklärung auf dem richtigen Weg sind und dies hoffentlich auch als Teenager weiter beherzigen, wenn wir Eltern auf einmal als voll uncool gelten 😉

Was sind die einfachsten Dinge, die jeder umsetzen kann um nachhaltiger zu leben – wenn jemand Dich fragt, wo si_er anfangen soll, welche Tipps würdest Du geben?

Beutel mit zum Einkaufen nehmen, Joghurt im Glas und nicht im Becher kaufen, Wurst beim Fleischer kaufen und in Papier und nicht in Folie einwickeln lassen. Die Flüssigseife durch Stückseife ersetzen. Schaut euch doch mal meine 6 Tipps für ein nachhaltiges Leben und 10 Tipps zur Reduzierung von Plastikmüll im Alltag an.

Zum Schluss: Deine Literatur-, Blog- und Filmtipps für den Aus-/Umstieg?

Als Film zum Thema Fashion kann ich euch den Film The True Cost empfehlen. Danach geht ihr nicht mehr zu Zara, H&M und wie sie alle heißen. Das gleiche gilt übrigens auch für die teuren Labels. Die machen alles genauso und haben dabei eine nur noch größere Gewinnspanne. Und bei Netflix gibt es auch einige gute Dokus zu diesem Thema, insbesondere im Bereich Food. Ich lese ansonsten noch gerne bei Dariadara.com. Hier findet ihr viele gute Tipps, die zwar oft ziemlich streng sind, aber man kann es sich ja so gestalten, wie man es für sein eigenes Leben passend findet.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ihr euch bei der Umsetzung nicht verbiegen dürft. Fangt langsam und mit ganz kleinen Schritten an. Das ist wie mit dem Laufen oder Krabbeln lernen bei unseren Babys. Jeder hat sein eigenes Tempo und es gibt immer mal wieder Rückschläge. Auch ich bin immer mal wieder undiszipliniert, weil das halt gerade so ist.

Nachhaltiges Familienleben

Fastenzeit? 7 Wochen konsequent…!

Karneval ist vorbei und im christlich-religiösen Kalender beginnt bis Ostern die Fastenzeit. Nachdem ich ja mit vielen guten Vorsätzen ins neue Jahr startete und Einiges auch gut umsetzen konnte habe ich da immer noch eine lange Liste an Sachen, die ich jetzt endlich aber wirklich mal JETZT angehen möchte.

7 Wochen - Fastenzeit

7 Wochen konsequent den Weg gehen, den ich für den richtigen halte…

Von daher kam mir die Fastenzeit ganz gelegen. Ich hab mal ein bisschen gegooglet, was es mit einer Fastenzeit so auf sich hat und habe daraus für mich folgende Essenz gezogen:

Die Zeit bis Ostern mit weniger Firlefanz verbringen und sich aufs Wesentliche konzentrieren.

Mal so platt, auf den kleinsten Nenner gebracht. Denn je nach Konfession gibt es schon Kataloge mit Regeln für die Fastenzeit. Aber das war nicht mein Ziel. Die letzten Wochen habe ich große Schritte auf dem Weg zu dem gemacht, was ich mit meinen Vorsätzen im Sinn hatte. Aber wie das so ist:

Das was wichtig & dringend ist, das erledigt man sofort, dass was nicht wichtig und nicht dringend ist gar nicht; was dringend ist aber nicht wichtig delegiert man…und ja, was ist mit den Dingen, die wichtig aber nicht dringend sind? Die vergisst man…Und darum habe ich mir die Fastenzeit als idealen Zeitpunkt vorgeknöpft um mal sieben Wochen konsequent bioökonachhaltigminimalistischplastikfreivegan – oder so zu leben.

Wer hier schon länger mitliest, weiß ja, dass ich immer mal wieder vegane Rezepte poste oder versuche, Badezimmer und Küche nachhaltiger zu organisieren. Aber wie das so ist im Alltag mit Kindern – oft mangelt die Umsetzung an Bequemlichkeit, Inkonsequenz und daran, dass alle Pläne doch wieder umgeworfen werden.

Naja, und eigentlich müssen ja auch alle an einem Strang ziehen und der Mann und ich haben oft unterschiedliche Ansichten was die Notwendigkeit bestimmter…Änderungsmaßnahmen angeht. Morgen ist er aber wieder ein paar Tage beruflich unterwegs und da hab ich keine Ausreden mehr.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin ja nicht die erste hier im Netz, die mal in Sachen Umweltschutz und Weltrettung einen auf Mutter Theresa machen will und natürlich stelle ich euch ein paar der Bloggerinnen vor, die mir da auch Vorbild und Inspiration sind.

Seife und Shampo Bar

Unter der Dusche nutze ich Seife statt Duschgel und Schampoo-Bars statt flüssigem Schampoo

Aber worum soll es jetzt noch gleich gehen in den nächsten Wochen?

Vegan

Eigentlich ist es für mich keine Kunst mehr, mich vegan zu ernähren, vegan zu kochen, zu backen etc. Wo ich aber oft noch inkonsequent werde ist das „unterwegs sein“. Egal ob der Snack im Café, der Kuchen bei Freund_innen, das belegte Brot beim Bäcker – bevor ich hungrig bleibe esse ich was mit Käse oder Ei. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin nehm ich halt, was da ist (so lange kein Fleisch dabei ist). In den folgenden Wochen will ich besser planen und auch mal was vorbereiten. Und wenn wir eingeladen sind halt mal einen veganen Kuchen mitnehmen, statt dann von dem zu wählen, was da ist (again: hungrig bleiben ist für mich keine Alternative ^^). Das sollte doch möglich sein?

Insgesamt stellt sich mir schon auch die Frage, ob ökologisch betrachtet die Avocado dem Gouda vorzuziehen ist. Aber da es bei veganer Lebensweise für mich in erster Linie ums Tierwohl geht und erst danach um den ökologischen Aspekt mache ich mir die Gedanken erst wieder Ostern. Jetzt: 40 Tage konsequent vegan.

Ohne Industriezucker

Tatsächlich machen mir beim Thema Zucker weniger die Kalorien Sorgen als das Thema gesundheitliche Beeinträchtigungen. Zucker und der Zusammenhang von Hyperaktivität, Zucker als Nervengift. Mich stört nicht der Zucker im Obst und seit ich nicht mehr im Büro arbeite sondern zu Hause gibt es kaum noch Fertigprodukte. Aber der Süßkram hier und da, der bleibt. Grade bei den Kindern denke ich oft: Verbieten bringts eigentlich nicht, im Kindergarten gibt es oft Süßigkeiten, bei Oma und Opa, hier und da – das will ich gar nicht verbieten denn dann wird es direkt mit was „Besonderem“ verknüpft. Aber ich kann ja mal ein paar Wochen drauf achten, wann ich nach Süßem greife, das Überraschungsei, mit dem ich die Kids nach dem Kindergarten ab und zu  begrüße durch was Anderes ersetzen und gucken, ob es nicht gesündere Alternativen gibt.

Das Große Ganze

Der Punkt Ernährung ist eigentlich nur ein kleiner Teil in meiner Liste von Dingen, die ich endlich mal umsetzen möchte. Ich möchte die kommenden Wochen nutzen, um meine Tage mal so zu gestalten wie ich es in einer idealen Welt machen würde. Da ich aktuell nicht an feste Arbeitszeiten gebunden bin, kann ich meine Tage ja so gestalten, wie ich möchte. Also: wann, wenn nicht jetzt all das Tun, für das im Alltag sonst keine Zeit bleibt?

  • mich mal bei nebenan.de registrieren und so was für die Shareeconomy tun
  • ebenso bei Lebensmittelretten/Foodsharing
  • in Köln gibt es einen Tauschring, wo Dienstleistungen getauscht werden können. Eine Stunde putzen ist dabei genau so viel wert wie eine Stunde Englisch-Nachhilfe oder Gartenarbeit.
  • Einmal die Woche in die Bibliothek gehen und einfach stöbern!
  • Freundinnen anrufen. Telefonieren ist ja nicht meine Stärke und viele meiner Liebsten wohnen nicht in Köln.
  • Briefe schreiben. Besonders zwei nun ältere Damen hab ich da im Sinn
  • nicht mit den Kindern schimpfen und an ihnen rumnörgeln. Und keine „Wenn Du nicht… dann…“ Sätze verwenden.
  • zwei Museen hier besuchen und vlt. noch weitere zwei außerhalb Kölns
  • den Korb mit meinen angefangenen Häkelarbeiten endlich in Angriff nehmen
  • Handlettering üben
  • Sachbücher lesen – vor allem die, die hier seit Ewigkeiten im Regal stehen
  • entrümpeln und ausmisten
  • Zeitung lesen!
  • damit Zeit für all das bleibt: weniger im Internet surfen. Ich hab alle Social Media Apps vom Smartphone gelöscht und habe nun vormittags und abends 15 Minuten dafür eingeplant. Schluck.

Vermutlich fallen mir noch ein paar Dinge ein. Einige hab ich extra nicht hier aufgeschrieben, weil ich nicht weiß obs das bringt – aufs Fernsehn oder netflix abends verzichten zum Beispiel. Ich probier es mal aus und gucke ob das zu meinem Gesamtkonzept passt.

lunchbots Brotdosen

Brotdosen von Lunchbots. Sie halten erstaunlich dicht und sind generell grandios

Tots Bots Stoffwindeln

Die Stoffwindeln haben lange ein Schattendasein gefristet, trinkt Kind2 schlicht so viel, dass die Windeln keine Stunde halten. Jetzt wo es aber aufs Trocken werden zugeht sollen sie noch mal zum Einsatz kommen

Neben meinen persönlichen Berichten, wie gut oder schlecht das hier so läuft interviewe ich ein paar tolle Menschen, wie sie das so in ihrer Familie halten mit dem nachhaltigen Lebensstil.

Falls ihr Interesse an meinen Fragen habt und sie beantworten wollt: Schickt mir gern eine Mail an gluecklichscheitern at gmail.com.

Habt ihr was vor zur Fastenzeit und wenn ja was? Und warum?