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Wandern mit Kindern: Die Teufelsschlucht

Bevor ich Kinder hatte war ich nicht unbedingt ein Fan des Wanderns. Aber zugegeben – die Wanderung in der Teufelsschlucht, die wir mit den Kindern gemacht haben, war jetzt auch eher ein Spaziergang. Die ausgeschilderte Route war knapp 2 km lang. Der Große (5 Jahre) konnte die gut selber laufen, der Kleine (fast 2) wäre gerne mehr selber gelaufen, aber einige der Stufen waren dann doch zu hoch für ihn und wir haben ihn etwa die halbe Strecke getragen.

Insgesamt würde ich daher sagen, ist die Teufelsschlucht in der Südeifel ein ideales Wanderziel, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Wir haben uns in Bitburg im Youtel eingemietet, in Preisen und Aufmachung den Jugendherbergen sehr ähnlich. Für unsere Zwecke mehr als ok und mit knapp anderthalb Stunden Fahrt von Köln überbrückten wir die Mittagsschlafzeit der Kinder. Wir checkten am Mittag ein und wollten dann noch los zur Teufelsschlucht. Wir fuhren das Besucherzentrum der Teufelsschlucht an.

 

Die Teufelsschlucht in der Südeifel

Es sieht nicht ganz so spektakulär aus, wie es ist – die Teufelsschlucht!!! (und ihr hättet Euch noch mehr gegruselt, wenn ihr wüsstet, dass die Bilddatei IMG_0666 hieß! Gut dass wir nicht schon Freitag am 13. los gefahren sind…

 

Der Mann und unsere Kinder auf dem Teufelsschlucht-Wanderweg

Gut begehbare Wanderwege

 

Wandern mit Kindern Teufelsschlucht

Die Wanderung ist gut ausgeschildert (meist symbolisch mit einem Kreis mit Hörnern – dem Teufel ^^)

Die Teufelsschlucht – perfekt zum Wandern mit Kindern

Zwischen Ernzen, Ferschweiler und Irrel gelegen und nah an der luxemburgischen Grenze ist das Besucherzentrum gut ausgeschildert. Parkplätze gibt es hier ausreichend und je nach Interessen der Kinder muss man schnell am nebenan gelegenen Dinopark vorbeilaufen und die Kinder ablenken – „Guck mal da, ein, äh, Baum!“

Wenn man dieses erste Hindernis überwunden hat erreicht man über einen Fußweg das Besucherzentrum. Dort gibt es neben einer Info auch eine Gastronomie und einen Shop. Wir wollten aber erstmal keine Zeit verlieren, sondern direkt los laufen.

 

Eine Wand mit idealen Strukturen zum Bouldern

Ich würd hier ja gern bouldern…

 

Ganz schön eng ist es in der Teufelsschlucht

Ich fotografiere den Mann, wie er Kind1 fotografiert

 

Ich hab mir vorab die Teufelsschlucht-App im App-Store runter geladen. Neben den Routen findet man dort auch den Audioguide (den man alternativ im Besucherzentrum samt ipod ausleihen kann). An verschiedenen Stationen der kleinen Wanderroute befinden sich markierte Stellen. Der Audioguide verrät einem dazu Hintergrundinformationen. Wir hätten ja so gern erfahren, warum die Teufelsschlucht ihren Namen trägt, aber Kind2 drehte jedes mal fast durch, wenn ich das Handy in der Hand hatte und wollte es auch haben. Ach ja, diese Digital Natives. Jedenfalls wäre das auch spannend für Kind1 gewesen, das nämlich sehr sensibel auf den Namen reagierte und sich Sorgen machte, unten in der Schlucht von Teufeln begrüßt zu werden. Mit ein bisschen Überredungskunst konnten wir dann aber los maschieren und nachdem wir unten waren, ging Minime sogar absichtlich immer voran.

Ich fand diese Schlucht total toll. Wenn man vorher durch die Landschaft fährt käme man gar nicht auf die Idee, solche Steingebilde, ja -wände hier zu finden, so versteckt liegt sie. Die Strukturen der Wände waren so faszinierend, an vielen Stellen haben wir mit den Kindern überlegt, was für Wesen diese Steine wohl sind (wir sahen Dinosaurier, Drachen, Nilpferde, Wichtel und Trolle…).

In unserem Tempo brauchten wir eine gute Stunde. Und vor lauter Gucken und Staunen blieb gar keine Zeit für Langeweile oder um zu fragen „Wann sind wir dahaaa?“ – am Ende tobten sich die beiden noch ein wenig auf dem Spielplatz am Besucherzentrum aus.

Der Irreler Wasserfall

Gleich vorweg, damit ihr hinterher nicht so enttäuscht seid wie ich: Der Wasserfall ist eigentlich gar kein Wasserfall, sondern eine Stromschnelle. Also nix mit drunter her laufen oder kurz mal duschen. Einfach nur Wasser, das über Steine rauscht.

Ein Biberbau am Irreler Wasserfall

Ist dies wirklich ein Biberbau? Fragt die völlig Unkundige

 

Die Irreler Wasserfälle in der Südeifel

Da oben im Bild, die Brücke über den „Wasserfall“, die leider gesperrt war.

Eigentlich kann man den Wasserfall auch von der Teufelsschlucht aus erwandern, aber aktuell ist die Brücke, die darüber führt, gesperrt. Wir fuhren also am nächsten Tag direkt den Wasserfall an. Vom Parkplatz aus überquert man die Landstraße und läuft keine 500 Meter runter. Wie gesagt – für mich der Anblick enttäuschend, hatte ich mir tatsächlich einen Wasserfall erhofft. Nun ja, Natur ist für uns Großstadtkinder trotzdem schön, so sind wir einfach am Bach? Fluss? lang gelaufen, so weit es ging.

Mann und Kinder beim Grashalmpfeifen

Der Mann bringt den Kindern Grashalmpfeifen bei

Auch hier gab es genug zu bestaunen. Da wir uns nicht sicher waren, ob Minime schon bereit wäre eine größere Strecke zu laufen, ließen wir das Wandern heute sein (immer berücksichtigend, dass ab dem Punkt, an dem er gesagt hätte er mag nicht mehr, wie die Strecke komplett wieder hätten zurücklaufen müssen).

Aber wir kommen garantiert wieder!

Habt ihr Wanderempfehlungen mit Kindern?

Die Teufelsschlucht mit Kindern: Vorbereitung und Tipps

Wie schon gesagt, ist die Strecke der kleinen Route mit knapp 2 Kilometern sehr überschaubar. Die läuft Kind1 an normalen Tagen vermutlich mehrfach.

Wir haben den Buggy nicht mitgenommen und wären damit auch nicht weit gekommen.  Es sind einige Höhenmeter auch per Stufen zu überwinden. Wir hatten unsere uralte Babytrage mit.

Die Schlucht verengt sich auf ihrer schmalsten Stelle und ich musste mich auch bücken, um dort hindurchzu“kriechen“. Aber keine Sorge: Man bekommt keine Beklemmungen, die Stelle ist nur ein, zwei Meter lang. Die Höhenmeter schaffen auch Leute mit unausgepräger Kondition 😉

Wir trugen festes Schuhwerk aber keine Wanderschuhe.

Auf der Homepage der Teufelsschlucht kann man sich vorab die Routen angucken. Ich kann nur empfehlen, die App runter zu laden. So hat man alle Routen noch mal für den Notfall und außerdem den Audioguide. Ich hab auch gelesen, dass man dort geocachen kann und das werden wir beim nächsten Mal auf jeden Fall tun!

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Aussteigen mit Kind

Ich freue mich, Euch heute einen ersten Gastbeitrag zu präsentieren! Louise vom Blog Zwerggeflüster schreibt, was sich durch ihre Tochter verändert hat und wie sie – vorläufig? – zur Aussteigerin wurde. Der Beitrag macht mich ein bisschen neidisch, schließlich leide ich auch unter permanentem Fernweh und freue mich, es dieses Jahr auch ein mehr ausleben zu können (dazu später mehr), aber ob ich so konsequent wäre wie Louise weiß ich nicht. Aber lest selbst:

Wie unser Kind uns zum aussteigen inspiriert hat

Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal auf einer tropischen Insel mitten im Dschungel mit Kind leben würde. Seit ich klein bin, leide ich an Fernweh, besser gesagt Südweh. Und meine Oma ist die einzige, die das wirklich ernst genommen hat. Ja, in den warmen Süden wollte ich immer… Und aussteigen sowieso. Aber einfach so hätte ich das nie gemacht, dafür fehlte mir der Mut, der richtige Zeitpunkt und ach, das wäre doch alles nie Wirklichkeit geworden!

Kurz, bevor Matilda auf die Welt kam, stand ich an unserem Küchenfenster und wurde auf einmal von einem mächtigen Heulanfall überwältigt! Ich, hochschwanger, realisierte plötzlich folgendes: unser Kind kommt ausgerechnet in so einer Stadt (Mannheim) zur Welt. Wenn ich jemals ein Kind haben sollte, wollte ich alles perfekt dafür machen. Viel Geld ansparen, damit es mal auf eine ausgewählte Schule gehen kann, Hobbies haben und etwas von der Welt sehen kann, einen sicheren Job usw.

No woman no cry

Doch schon kurz nach der Entbindung fing alles an, ganz anders zu werden. Mein Schwiegervater wollte uns aus der Klinik mit dem Auto nach Hause fahren. Ich wollte unbedingt nach Hause laufen, das Äffchen im Tragetuch, damit sein Köpfchen schön rausgucken und alles sehen kann – an der frischen Luft statt eingepfercht in eine Plastikbabyschale in stinkendem Autogeruch.

Stillen. ́Ich stille einfach ein halbes Jahr und danach gehe ich wieder arbeiten.“ Habe ich gedacht. Stattdessen war von nun an immer dieses durchdringende, quälende Weinen, wenn ich mich diesem kleinen Wesen mal entzogen habe, was doch eigentlich am liebsten die ganze Zeit seine Mama samt Milch für sich allein haben wollte. Nie hätte ich gedacht, dass ich mal zur Ökolangzeitstillmama werde, mich auf einmal nicht mehr schminke, nur noch Baumwolle trage und alles Plastik in der Wohnung gegen Holz austausche.

Unsere Arbeitszeiten waren von Anfang an perfekt. Daniel und ich konnten uns als freiberufliche Musiklehrer immer aussuchen, wann und wie viel wir arbeiten. Montag, Mittwoch er, dienstags und donnerstags ich, beide können arbeiten und zu Hause beim Baby sein, toll! Nur, ein sicherer Job, der viel Geld abwirft, ist das natürlich nicht. Aber lieber weniger Geld, als Baby in der Krippe und weit weg von uns.

Jede Mutter weiß, wovon ich rede. Bei manchen spielen die Hormone schon in der Schwangerschaft total verrückt. Bei mir kam das alles erst hinterher. Back to the roots! Dass ich mal so eine Mutter werde, hätte ich selbst ja auch nie gedacht! Aber die Hormone erfüllen ihren Sinn und spätestens mit der Ankunft des Neulings sieht jede Mama die Welt durch ihre Kinderaugen. Bei mir ist es so, dass ich manchmal glaube, das Kind selbst zu sein. Und ich glaube auch daran, dass sich das Kind seine Eltern aussucht. Ich bin im übrigen nicht religiös! Aber überzeugt davon, dass unser Kind (und jedes andere auch) sich genau so in einen Haushalt inkarniert, dass es genau die Eigenschaften und Herausforderungen mitbringt, an der die jeweilige Familie wachsen kann und soll. Unser Kind lehrt uns, wir selbst zu sein, frei zu sein, denn es möchte selbst ganz frei sein. Und das kann es nur, wenn wir diese Herausforderung annehmen und ihm einen Rahmen dafür bieten.

Flöhe husten, Zwerge flüstern

Obwohl wir von Anfang an unseren eigenen Weg gegangen sind und dabei immer auf unser Bauchgefühl gehört und vieles anders gemacht haben, stellen wir uns unser kurzes Dasein hier auf Planet Erde irgendwie anders vor. Ich möchte nicht 9-to-5 arbeiten gehen, nur um von dem Geld eine Wohnung oder ein Haus zu finanzieren. Ich möchte mein Kind nicht in die Krippe oder den Kindergarten schicken, weil ich arbeiten muss. Wenn schon, dann, weil es dort so toll ist! Und ich möchte auch nicht, dass mein Kind durch die „Erziehung“ in der Schule oder anderen Institutionen wiederum auf dieses spätere, „richtige“ Leben vorbereitet wird. Denn wer sagt eigentlich, dass das das Leben ist? In einer Stadt wohnen, industriell gefertigtes Essen aus dem Supermarkt verzehren, eine bestimmte Wohnausstattung haben, Versicherungen und „Lebenszubehör“ zu finanzieren und für die natürlichsten Dinge wie Wald, Meer oder Küste viel Geld in Form von Urlaub – zur Erholung von dem ganzen Trott – auszugeben? Mein Denken hat sich geändert, zum Glück! So angenehm, wie unser Komfort ist – wir leben (meiner Meinung nach) in einer sehr künstlichen Welt. Und die Verbindung zur „echten“, natürlichen Welt, ist gestört. Telepathie und Gedankenübertragung hat für die meisten Menschen etwas mit Esoterik zu tun. Dabei sind sie genauso real wie Intuition, Bauchgefühl und spontane Einfälle. Wir verstehen das nicht und können dieses Urwissen daher nicht mehr für uns nutzen. Außerdem sind wir zu abgelenkt und geblendet. Statt selber auszusenden und uns zu verbinden, lassen wir iPhone, Tablet & Co. für uns vermitteln.

Aber wie kann ein anderes Leben aussehen? Kein Handy mehr benutzen, nicht mehr einkaufen und nur noch selbst anbauen, plastikfrei, unschooling, vegan sein & Co.? Eigentlich wollte ich jetzt einen Scherz machen, aber mir fällt gerade auf – ja, ich habe das alles schon ausprobiert. Und es gibt viele Menschen, die ebenso leben und ja, wir fühlen uns damit irgendwie besser. Nein, wir glauben sogar, dass sei die Zukunft, obwohl wir gar keine Ahnung haben, was hier in 30 Jahren mal los ist. Kinder vermitteln uns aber ein Gespür für das wahre, gute, wenn wir es ihnen erlauben.

Im Moment wohnen wir auf einer kleinen Insel knapp unterhalb des Äquators. Hier ist alles ganz anders und irgendwie auch fremd. Alles, was wir von zu Hause her kennen, was auch Matilda kennt, fehlt. Wir können nicht mehr ins Kindertheater gehen, nicht ins Balett, unser Klavier und alle Instrumente sind weit weg, Kinderreiten gibt es hier auch nicht. Aber es gibt viel grün, ja, die Straßen und Wege sind voll von Palmen und saftig-grünen Dschungelpflanzen. Wir verbringen unsere Tage am Strand oder den vielen schönen Wasserfällen und Matilda läuft herum, wie ein kleiner Tarzan und es stört sich niemand daran.

Freiheit ist eine Fiktion

Was mir in Deutschland immer gefehlt hat, ist die Natur. Ich meine, so richtige Urnatur! Und die absolute Freiheit. Und das Geld. An meinen besten Tagen habe ich acht Stunden mit Kind draußen, im freien, verbracht. Aber es gibt trotzdem noch die Briefe der GEZ sowie weiteren deutschbürokratischen Nonsens, Bankwesen usw. Selbst, wenn ich wollte – ich dürfte mir gar nicht meine eigene Hütte im Wald bauen und darin leben! Und mittlerweile verstehe ich Leute, die ihr Business nach Hong Kong oder auf eine steuerfreie Insel verlegen, immerhin haben sie so ihre Ruhe.

Aber zum Stichwort „fehlt“ – das Gras ist doch immer grüner auf der anderen Seite.
Das muss ich auf reisen gerade wieder lernen, zufrieden zu sein. Fast 20 Jahre lang bin ich nie ohne mein Instrument verreist und habe mich dadurch immer eingeengt gefühlt. Und nun fehlt es nicht nur mir, sondern ich trauere sogar darum, dass meine Tochter nicht mehr darauf spielen kann.

Und es ist doch eigentlich verrückt. Jetzt, wo ich mir diese große Freiheit endlich geschaffen habe, völlig losgelöst und zeitlos leben kann, wie, wo und wann ich will, „am reisen“ bin – wünsche ich mir wieder ein eigenes zu Hause, eine kleine Wohnung, ein (bis dahin übrigens noch nie gehabtes) Kinderzimmer.

Ein bisschen näher am Paradies

Heute war es hier sehr heiß. Es ist Anfang Januar und Beginn der Trockenzeit. Die nächsten Monate wird es auf der Insel kaum regnen. Matilda läuft zur Zeit am liebsten nackig herum. Ich habe immer einen Rock für sie dabei, falls wir in einen Shop oder auf den Markt gehen. Alle, die hier leben, sind so vermummt. Die Frauen tragen selbst bei größter Hitze langärmeliges und ihr weites Kopftuch. Aber an dem Nackidei stört sich niemand. Hier gibt es überhaupt so viele Kinder, dass die ganze Insel theoretisch Eltern sein muss. Und man spürt das. So eine Gelassenheit und Ruhe habe ich sonst nirgends erlebt. So fremd mir diese Kultur hier ist, so angenehm finde ich sie auch. Und wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, werde ich merken, dass ich genau das immer gesucht habe. Aber deshalb nun ein Leben hier führen? Ich weiß es noch nicht. Matilda wird mich weiter inspirieren.

Louise und ihre Tochter am Strand

Louise und ihre Tochter am Strand

Aussteigen mit Kind? Louise hat es getan

Aussteigen mit Kind? Louise hat es getan

Reisen mit Kindern

Adventskalender: Tor 9: Achtung Fernweh!

Vorsicht, die folgenden Links können Spuren von Fernweh enthalten!

Manchmal beneide ich Menschen, die völlig frei sind von Fernweh. Denen Reisen nichts bedeutet. Ich frage mich auch, was die Ursache meines Fernwehs ist. Manche schreiben ja davon, dass man beim Reisen vor sich selber weg liefe. Das halte ich nicht generell für ausgeschlossen, in meinem Fall aber schon. Ich weiß, dass man sein ganz eigenes Päckchen überall mit hin nimmt. Langeweile gibt es auch woanders, Alltag ebenso, wenn man nur lange genug bleibt. Und ich mache mir ständig Gedanken über das böse böse Fliegen. Also hier, CO2-Ausstoß und so. Ich fliege nicht oft und versuche auch, es zu vermeiden aber ich werde nicht ganz drumrum kommen, wenn ich all die schönen Orte dieser Welt sehen will.

Jedenfalls macht das Internet es nur schlimmer, das Fernweh. Grade in den letzten Jahren schossen die (Familien)reiseblogs nur so aus dem Boden und meine liebsten Blogs und Instagrammer möchte ich Euch hier vorstellen.

Der Blog berlinfreckles ist kein Geheimtipp sondern ein alter Hase unter den Reiseblogs. Sophie verreist mit (und manchmal auch ohne) ihren Kindern in Deutschland und Europa, macht tolle Fotos und schreibt schöne Geschichten. Und gibt Tipps, wie für das Backpacking mit Kindern.

Auch Dani mit ihrem Butterflyfish muss ich Euch vermutlich nicht vorstellen. Was ich an ihren Reiseberichten mag? Tolle Fotos und der unaufgeregte Ton. Malediven? Herrlich, aber Dani schreibt auch über die Schattenseiten oder über die Finanzplanung, wenn man nicht im Lotto gewonnen hat.

Eine Familie mit 4 Kindern, die um die Welt reist. Das macht mich mit diesem einen Satz schon so neidisch…Aber auf 6paarSchuhe geht es so tiefenentspannt zu, dass man eigentlich nur hinter her will. Obwohl ich schon schmunzelte, als der Autor schrieb, dass eine Weltreise ja auch kein Ponyhof sei. Ich mein, mal ehrlich: Magen-Darm in Castrop-Rauxel oder auf Kho Samui? Meine Wahl wäre einfach. Das allerschlimmste: Die haben noch einen Vimeo-Kanal, wo sie Filmchen mit ihren Urlaubseindrücken haben. Ansehen auf eigene Gefahr!

Der lieben Lisa von StadtLandMama folge ich auch gerne auf den Reisen, die sie mit ihrer Großfamilie macht, nach Mexiko oder Südafrika zum Beispiel.

Auf pinterest habe ich mal ein paar (57 bis jetzt) Familienreiseblogs zusammen gesucht. Die Liste wird regelmäßig ausgebaut.

Und bei instagram? Ach, wo sollte ich da anfangen. Das Schlimme: Jedes mal, wenn man einem neuen instagram-Account folgt, werden einem weitere vorgeschlagen. Seit wir in Kroatien waren folge ich Croatiafulloflife – denn Kroatien habe ich nicht das letzte Mal besucht. Und von da aus kann man sich durch die verschiedenen instagram-Accounts klicken…

Das Buch von Pia Volk „Mama, sind wir bald da?“ habe ich mir kurz nach Erscheinen bestellt und gelesen. Auf der Website kann man ihre Reisen ein bisschen nachstöbern, einfach auf der Weltkarte an den entsprechenden Ort klicken.

Wie ist das bei Euch, hat sich das Reisen verändert, seit ihr Kinder habt? Verreist ihr überhaupt noch, anders,…?

 

 

Reisen mit Kindern

Urlaub mit Kindern: Istrien – Kroatien (Teil 2)

Hier geht es zu Teil 1.

Istrien ist für seine Trauben berühmt. Der Weißwein dort ist wirklich lecker. Und Olivenbäume gibt es dort, massenweise. Also eigentlich ist Istrien mein Paradies. Brot und Wasser, pft. Weißwein und Oliven, DAS braucht man zum Leben.

Oliven und Trauben für leckeren Weißwein - dafür ist die Region bekannt

Oliven und Trauben für leckeren Weißwein – dafür ist die Region bekannt

Viele viele schöne Städtchen und Städte gibt es dort. Meine Favoritin war Pula. Nicht nur wegen des allseits bekannten Amphitheaters. Es ist auch ein Studentenstädtchen, Touristenmagnetin – rundum schön.

Amphitheater in Pula

Amphitheater in Pula

Hopp-on-and-off-bus

Minimes Haare und eine Bucht in Pula

Ein bewölkter Tag. Endlich mal zum Strand ohne Hitzeschlag befürchten zu müssen. Ich habe mir vor Ort wieder Schnorchel und Brille zugelegt und habe mir unter Wasser mal Flora und Fauna angesehen. Wunderbar!

Mann und Cashew am Strand

Mann und Cashew am Strand

Stadtbild

Stadtbild

Neben Pula hat Istrien viele viele schöne Städtchen zu bieten. Porec oder Rovinji zum Beispiel am Meer und Groznijan und Buzet im Landesinneren. Alle einen Ausflug wert. Oder zwei.

Mauergraffiti

Mauergraffiti

Noch mal Amphitheater von Pula

Noch mal Amphitheater von Pula

Tiere im Amphitheater

Tiere im Amphitheater

Der Nationalpark Brijuni-Inseln ist ein wahres Paradies, zu dem es viele Anekdoten gibt. Viele Filmstars tummelten sich in der Vergangenheit hier. Und Politiker. Man fährt in der Regel von Fazana mit organisierten Ausflugsbooten dahin. Eine Tour durch den Nationalpark lohnt sich und gibt es auch mit deutscher Reiseleitung. War nicht ganz günstig, dafür fährt man dann mit einer Bimmelbahn ca. 40 minuten rum, kann sich alles anschauen und für den 4jährigen Minime war grade die Bimmelbahn DAS Highlight.

Tipps für die Suche nach einem Campingplatz

Wir waren mit unserem Campingplatz sehr zufrieden. Eine schöne Übersicht über die besten Plätze in Kroatien gibt es hier und hier.

Reisen mit Kindern

Urlaub mit Kindern : Istrien – Kroatien (Teil 1)

Mit (kleinen) Kindern Urlaub machen ist wie mit ohne, nur anders. Jedenfalls für mich. Das merkten wir schon letztes Jahr auf den Kanaren. Mit einem damals Zweijährigen fielen Dinge wie Wandern, Klettern, ausführliche CityTrips erstmal aus (habt ihr andere Erfahrung? Her mit Euren Tipps!).

Braucht man allerdings Hilfe bei der eigenen Seelenentschleunigung hilft einem ein Kleinkind dagegen total: Der Weg zum Strand kann dann auch mal 50 statt 5 Minuten dauern. Schließlich gibt es auch am Wegesrand genug zu sehen, nicht nur da, wo Mutti oder Vatti es vermuten (auf der Badematte oder im Wasser).

Trotzdem nicht zu Hause bleiben!

Beim Gedanken an die Reise dachte ich zwischendurch: Warum überhaupt wegfahren? Cashew mag Autofahren nicht, vielleicht ist es dort zu heiß oder zu kalt (dann hätten wir gleich zu Hause bleiben können), was wenn die Kinder nicht mitziehen? Und es gäbe ja auch genug in Köln, der Eifel, ja überhaupt in NRW zu sehen. Auch der Rest von Deutschland hat noch schöne Ecken.

Ja…Aber!

Ich denke oft, man sollte doch dieses Urlaubsgefühl auch zu Hause aufkommen lassen. Oder bewahren. Die eigene Stadt mit Touristinnenaugen sehen. Die nahe Umgebung erkunden und ein Abenteuergefühl beschwören. Nur leider, so richtig funktionieren mag das bei mir nicht. Nicht immer. Oft ist die Fahrt selber, die Reise in „den Urlaub“ für mich schon ein Highlight. Außerdem: In der Ferne kann man manchmal die Sicht auf das eigene Familotop reflektieren. Wenn alle anderen Familien ihre Kinder noch bis 23 Uhr draußen spielen lassen – müssen wir dann wirklich drauf bestehen, dass unsere um neun im Bett liegen?

Und glücklicherweise: die Kinder machten diesmal mit. Trotz langweiligen Ausblicks auf triste Autobahnleitplanken, wespenverseuchter und lieblos gestalteter Rastplätze.

Lange Autofahrt mit Zwischenstopp

Von Köln nach Kroatien (also in den Norden Kroatiens) sind es etwas über 1000 Kilometer. Ohne Kinder hätten der Mann und ich uns abends ins Auto gesetzt und wären am nächsten Mittag übermüdet aber glücklich angekommen. Mit zwei kleinen Kindern erschien mir diese Idee…nicht umsetzbar. Die Kindersitze lassen sich nicht mehr in Liegeposition bringen und wenn die Kinder in ihnen schlafen, sieht es so aus, als ob jede_r Orthopäde sich über zukünftige Patient_innen freut.

Statt dessen machten wir etwas, was ich schon seeehr lange nicht mehr gemacht habe: Zwischenstopp in einer Jugendherberge. Auf dem Hinweg in Mühldorf a.d. Inn und auf dem Rückweg in Eichstätt. Beide Male hatten wir Zimmer für uns. In der ersten Jugendherberge war großes Halligalli, zwei Dutzend Teenies machten dort scheinbar Klassenfahrt. Allerdings war ab 23 Uhr wirklich Funkstille. In Eichstätt hatten wir auch ein eigenes Badezimmer, es waren einige andere Familien vor Ort und ich fand es sehr schade, dass wir nicht länger blieben, denn sowohl die Jugendherberge als auch die Region dort machten Lust auf Entdeckungstouren. Das Altmühltal ist ganz in der Nähe und in der Jugendherberge konnte man sich Gerät ausleihen, um dort auf Fossiliensuche zu gehen!

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Camping 4 Sterne deLux!

Wir haben für die zwei Wochen ein Mobilwohnheim auf einem Campingplatz gebucht. Einem 4 Sterne-Campingplatz. VIER STERNE! Mir war gar nicht klar, dass auch Campingplätze in Kategorien unterteilt sind. Bis dato war ich einige Male campen, und das hieß für mich: Wenn die Duschhäuschen und Toiletten sauber sind, ist alles paletti!

Vier Sterne also. Das hieß in diesem Fall: ein riesiger Campingplatz, dessen Infrastruktur schon eher an eine Hotelanlage erinnerte. Strandlage. Großer Pool. Zwei Supermärkte, diverse Restaurants und (Strand-)Bars. Kinderbetreuung im Miniclub für alle von 8 Monaten bis 17 Jahre. Sportangebote, Ausflugsboote, Bimmelbahn. Abendprogramm (Konzerte, Musicalshows – die Qualität reichte von NaJa bis echt unterhaltsam). Theoretisch musste man den Campingplatz den ganzen Urlaub über nicht verlassen.

Tja. Wir buchten ein Mobilwohnheim, zwei Schlafzimmer, Wohn-/Kochbereich und Terasse. Denn so richtig mit nur Zelt war mir persönlich zu stressig. Bis auf Handtücher und Bettbezüge mussten wir nichts mitbringen und wir konnten ein paar Kindersachen dazu buchen, wie z.B. Kinderstuhl, Rausfallschutz fürs Bett und Töpfchen 🙂

Leider sparten wir an einer Klimaanlage, was bei konstant 36°C die erste Woche über den Aufenthalt im Mobilwohnheim tagsüber auch nicht sehr attraktiv machte. Also uns Eltern wäre das ja noch egal gewesen. Ohne Kinder hätten wir unsere Hängematte geschnappt und selbige am Strand aufgehangen und uns bis zum frühen Abend mit einem Buch reingelegt. Die Idee fanden unsere Kinder aber nicht ganz so mitreißend, also haben wir tagsüber Minime gelegentlich zum Miniclub gebracht (klimatisierte Räume!) während Cashew im Kinderwagen unter einem schattigen Bäumchen seinen Vormittagsschlaf absolvierte. Am Pool gab es leider keinen Schatten, die schattigen Plätze am Strand waren schon am Morgen „reserviert“ (es waren viele Deutsche auf dem Campingplatz ^^) und so mussten wir halt kreativ werden.

Schön, dass es einige Tropfsteinhöhlen in der Umgebung gibt, die man besichtigen kann, dort herrschen ja konstant eher 10°C, das reichte für eine Abkühlung.

Nachmittags machten wir auch weitere Ausflüge (dazu in den nächsten Teilen mehr) und nach ca. drei Tagen gaben wir auch den Versuch auf, uns an unserem üblichen Tagesrhythmus festzuhalten und die Kinder um acht ins Bett zu schicken. War bei immer noch 33°C nämlich unmöglich und das Leben auf dem Campingplatz begann da auch erst. Also zogen wir abends mit den Kindern zur Minidisco oder runter zum Strand, schauten den Leuten auf der Promenade zu, tranken Limo, hörten Livemusik oder ließen Minime auf einem Boot fahren (ähnlich wie Autoscooter) oder im Adrenalinpark (der hieß wirklich so) auf dem Bungee-Trampolin hüpfen. Gegen 22:00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg, Cashew schlief dann bereits im Kinderwagen und musste nur ins Bett getragen werden, Minime saß noch bei uns auf der Veranda oder wurde ebenfalls in den Schlaf überredet. Das hatte auch den Vorteil, dass er am nächsten Tag erst gg. halb 9 wach wurde und so eine_r von uns immer ausschlafen konnte, während di_er Andere mit Cashew zum Bäcker ging und Bröchten holte, Kaffee aufsetzte und den Frühstückstisch deckte.

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand(Dies war nur der erste Teil, den zweiten findet ihr hier !)

Reisen mit Kindern

Reisen mit Kind, Teil II: Valle Gran Rey, La Gomera

das valle gran rey in einem satz: „if you’re going to laaaaa goooomera, be suuuure to weaaaar some flowers in your haiiiir“…

oder auch: „ABGABE MIETWAGEN: Am Tage Ihrer Abreise stellen Sie das Fahrzeug bitte entlang der Hafenmauer von San Sebastián auf einem Parkplatz ab. Lassen Sie den Wagen unverschlossen und legen Sie die Schlüssel unter die Fußmatte.“ (aus der mail der agentur, über die wir appartement und auto gemietet haben…)

nachdem wir auf teneriffa noch drei tage im kurhotel mar y sol die halbpension und den auf 32Grad beheizten pool genossen (yeah, endlich warmes wasser!) ging es weiter nach la gomera. einige mythen und klischees umwehen diese kleine kanareninsel. austeiger_innen, hippies – alle seien hier versammelt. das trifft gewissermaßen total zu. daneben gab es aber auch klassische alternativ-/wandertourist_innen und vor allem: viele familien mit kleinen kindern. ein paradies für minime, der nach den 10 tagen teneriffa kaum gleichaltrige gesehen hatte.

noch was zur anfahrt von teneriffa: wer einen schwachen magen hat, sollte sich vorbereiten. mensch kann zwischen zwei fährgesellschaften wählen, die von los cristianos mehrmals täglich rüber setzen: die schnellere aber auch teurere linie fred olsen oder die langsamere, günstigere und mit ausgang mögliche fährlinie armas. wir entschieden uns für letztere, vor allem das argument, auch mal raus gehen zu können, überzeugte. ich kam nicht dazu, bei dem seegang lag ich auf der schattigen seite im bootsinneren und hoffte, dass wir doch schneller drüben wären. minime zeigte gesichtsausdrücke, die wir vorher nicht kannten schlief aber letztendlich (mittagszeit sei dank) bleich auf unserem schoß ein. und damit nicht genug: die fahrt von san sebastian, wo die fähre landet, ins valle gran rey ist eine einzige serpentine rauf und wieder runter. wir überholten unterwegs ein taxi, bei dem der gast ausgestiegen war um sich am wegesrand zu erleichtern. äh ja, ich find, das solltet ihr wissen.

wir haben unbeschädigt unser appartementhaus im dorfteil borbalan erreicht. das wetter in dieser woche ist nahezu immer gleich: morgens schauen wir aus dem fenster und stellen uns aufs schlimmste ein, wolken über den bergen, sieht nach regen aus. eine stunde später lockt uns blauer himmel und sonnenschein an den strand von vueltas. dort trifft minime auf eine vierjährige und die beiden sind direkt ein herz und eine seele. der mann und der mädchenpapa kommen ins gespräch und schwupps sind wir die nächste woche ein quintett.

hektik oder stress kommt in dieser woche nie auf. entschleunigung lässt sich im valle gar nicht vermeiden. die tage laufen ähnlich ab: vormittags ein wenig die insel erkunden, was sich aber eigentlich nicht lohnt, wenn man nicht wandert. mittags zum strand, die kinder planschen im matsch. und während wir uns im hintergrund halten und die sonne genießen, kümmern sich engagierte eltern weiter vorne am wasser, dass die kinder immer genug matschkugeln zum ins-meer-werfen haben. abends geht es dann zum dorfplatz, zwischen dreadlocks, glöckchen und grasgeruch spielen die kinder, die trommelgruppe und feuerwerfer spielen jeden abend das gleiche programm, gegen halb neun schnappen wir das total übermüdete und durchgespielte kind und fahren zurück ins appartement.

mein highlight: whalewatching. kann man auch auf teneriffa machen, auf riesigen überfüllten booten. hier im valle sind wir zu zehnt auf der amazonia, sitzen mit den füßen im wasser an der reling und halten ausschau nach walen und delphinen. ein paar grindwale kreuzen unsere route, die älteren schwimmen von uns weg, die jüngeren folgen uns. ehrfurcht.

nach einer woche reisen wir mit gemischten gefühlen ab: ein bisschen eintönig war es schon aber sehr relaxt, für minime wohl ein traumurlaub. cloudette hat es sogar einige wochen dort ausgehalten und sagt euch noch, was ich vergessen habe.

hier würd ich jederzeit überwintern.

 

dorfplatz valle gran rey

dorfplatz valle gran rey

playa valle gran rey

playa valle gran rey

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alte thunfisch (oder war’s tintenfisch?)fabrik

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blick von unserer terrasse auf die bananenplantage

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whale watching auf der amazonia