Familie

Die Verwandtschaft

manchmal frag ich mich ja, wer hier eigentlich das kind bekommen hat. also, wenn man, wie ich, das glück oder pech hat, den ersten spross der nächsten generation auf die welt zu setzen, sind nicht nur die eltern beteiligt, sondern die ganze familie! das sieht dann so aus:

– die mamamama (also minime’s oma mütterlicherseits): stickt und häkelt seit ich 10 jahre alt bin klamotten für ihr enkelkind. das macht sie wirklich gut. aber seit ich ZEHN bin! ihr einziger kommentar, als mein ex und ich uns trennten war deshalb auch: „dann dauert es ja noch länger, bis ich oma werde“… als ersatz hat sie sich in der zwischenzeit zwei hunde angeschafft. doppelt groß war darum die freude, als ich schwanger war. seitdem hat sie sich auf den aktuellen stand gebracht, was kinderpflege und co. angeht. das haus meiner eltern ist besser auf kinder eingestellt, als unsere wohnung. als ich sie dann anrief, um zu sagen, dass es mit der geburt in wenigen stunden wohl losginge, bat ich ausdrücklich darum, nicht alle zwei stunden angerufen zu werden um den aktuellen stand zu erfragen. daran hat sie sich tatsächlich gehalten. war dafür noch vor uns in der entbindungsklinik.

– der mamapapa: sagen wir, der jung gebliebene typ. seit es stickMASCHINEN gibt, ist das sein zweites standbein. immer auf der suche nach neuen motiven, um lätzchen, bodies und co. zu verschönern. wartet schon darauf, die legosachen und die carrerabahn aufzubauen. natürlich für den enkel…

– der erste mamapapa (scheidungskind!): ist wohl etwas überrumpelt, dass seine kleine tochter selber mutter ist! wie kann das sein, wo sind all die jahre hin? kramt in seiner erinnerung nach alten kinderversen, die er dem glucksend auf dem boden liegenden minime vorträgt. ist überrascht, dass es funktioniert!

– die mamaschwester: hasst kinder. außer ihren neffen. der ist der schönste, klügste, beste. fotografiert ihn darum auch mehr als seine eltern. ihre hauptsorge ist die zukünftige versorgung mit coolen klamotten. da hat sie sehr konkrete vorstellungen, was es denn sein muss.

– die mamaoma mütterlicherseits: fühlt sich zu jung, um uroma zu sein. möchte darum ‚omama‘ genannt werden. ist empört, als ich ihr während der schwangerschaft nicht sagen kann, ob es ein junge oder mädchen wird. in welcher farbe soll sie denn nun die socken stricken?

– die mamaoma väterlicherseits: hat vor über 60 jahren den beruf der säuglingspflegerin gelernt. schafft es aber, sich mit ‚gutgemeinten‘ ratschlägen zurück zu halten. aber ich möchte ihm doch bitte ein jäckchen anziehen, er friert doch bestimmt! (ich weiß nicht, wie es bei anderen omas ist, aber bei meinen ist es immer sehr warm in der wohnung…)

– der mamabruder: überrascht, dass ich vor ihm ein eltern geworden bin. dialog vor ungefähr 10 monaten: -er: „komm trink mit uns“ -ich: „hm, nee, geht nicht“ -er: „warum nicht?“ -ich: „ich bin schwanger“ pause. -er: „echt?“ -ich: „ja“ -er: „echt jetzt?“ -ich: „ja echt“ pause -er: „wirklich?“ -ich: „ja“ -er: „krass“. themawechsel

alles in allem hab ich es schon echt gut erwischt, mit der familie. aber ich hoffe trotzdem, dass ich mich noch lange nicht bei dem gedanken erwische, dass ich wie meine eltern sei. nicht weil das schlimm wär, sondern weil ich mal alles anders machen wollte 😉

(natürlich hat auch minime’s papa eine total tolle familie. den muss ich aber erst fragen, ob ich darüber schreiben darf…)

Previous Post Next Post

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply