Familie

Ein fast perfektes Wochenende

Es gibt sie, die Tage, an denen ich sicher bin: Es wird einfacher. Mit meinen beiden sehr lebendigen Kids fühlte ich mich die letzten Monate immer schwer beschäftigt. Meine Aufmerksamkeit lag immer bei ihnen, denn wenn ich mal dachte: Ach, die sind grad beschäftigt, endlich Kaff… – schrie irgendwer, der eine haute den anderen oder jemand kam mit blutender Nase aus dem Kinderzimmer.

Und dann kommt da dieses Wochenende daher und ist fast wie aus dem Bilderbuch:

Ok, die Nacht von Freitag auf Samstag ist eher unruhig: Kind2 wacht um 5Uhr irgendwas auf und verlangt seine Flasche. Ich will aber nachts nicht mehr aufstehen und Wasser in eine Flasche schütten, nur weil das Kind sich irgendwann dachte, der Schnuller is ja doof, aus dem kommt ja gar nichts raus. Kind2 trinkt wirklich genug, da müssen wir uns keine Sorgen machen (im Gegenteil, nachts Windeln wechseln ist die Regel) und mit zweieinhalb Jahren seh ich diesen Extraservice einfach nicht mehr ein. Kind2 war da anderer Ansicht und regte sich bis 6 Uhr irgendwas ziemlich auf. Dann schlief er noch mal ein, wir auch und dann war es halb neun!

Das hieß für den Mann: Beeilung, denn um 10 Uhr musste er bei der Arbeit sein. Für mich: das, ich glaube, 4. Wochenende alleine mit den Kids. Der Mann machte noch Aufbackbrötchen und wir frühstückten gemeinsam.

Während ich aufräumte und der Mann zur Arbeit fuhr – spielten die Kinder. Miteinander! In ihrem Zimmer! Ja bitte, was macht man denn plötzlich mit der freigewordenen Zeit, die nicht von Mama-Rufen unterbrochen wird? Ich war überfordert, machte mir noch einen koffeinfreien Kaffee und wartete auf den ersten Eklat. Der blieb aber aus…Die Kinder wechselten ins Wohnzimmer und bauten eine Höhle. Ich blieb in der Küche und dachte – was ich nicht sehe, muss ich auch nicht aufräumen…

Sie fragte noch nicht mal ob sie Fernseh gucken dürften. Ok, irgendwann dann doch und ich sagte: Gerne, vorher gehen wir aber raus. Denn nach einer gewissen Zeit schleicht sich sonst doch ein Lagerkoller ein und den wollte ich gerne vermeiden. Als alle in Regenklamotten ausgehfertig waren standen wir im Hof – und es regnete. Nicht doll aber ich überlegte trotzdem noch: Wenn es sich jetzt einregnet wird’s ungemütlich. Die Kinder wollten aber Fahrrad fahren und ich fand, ne Runde durch den Volksgarten radeln kann nicht schaden. Die Kinder mussten bis zum Grünstreifen schieben was ihnen so gar nicht gefiel. Im Volksgarten angekommen war kein Halten mehr und die Kids radelten los. Ich war natürlich so schlau und hab mein Rad nicht mitgenommen…Kind1 kennt sich aber inzwischen so gut dort aus, dass ich Vertrauen hatte, dass er nicht einfach irgendwelche Schleichwege nimmt.

Nach ein paar Runden um den Teich und lustigem Blätter-Booffahren am Wasserfall gingen wir zum Spielplatz. Dort trafen wir auf den Lieblingskindergartenkumpel von Kind1 und auch auf den von Kind2. Ziemlich cool, so war für Entertainment eh gesorgt. Noch besser war aber, dass die Eltern vom Kumpel bestens mit Entertainmentmaterial ausgestattet waren, so gab es einen Vulkan (aus Soda und Essig) und eine Luftballonrakete. Kind1 redete noch beim Einschlafen davon…

Gegen halb sechs gingen wir zurück. Im Briefkasten fand ich noch Post mit guten Nachrichten und ich entschloss mich spontan später für den Mann und mich Sushi zu bestellen. Für die Kids machte ich Nudeln mit Tomatensauße und Käse. Den Wackelpudding-Nachtisch verschmähten sie, was mich schon etwas verwunderte.

Die frische Luft hat auch sie müde gemacht und noch vor acht waren beide im Traumland…

Der Mann war kurze Zeit später da und wir machten uns einen gemütlichen Abend mit Sushi, Sekt und einer Folge The OA (falls ihr noch Netflix-Empfehlungen braucht…: spannend!)

Kind2 im Volksgarten

Kind2 im Volksgarten

Der Sonntagmorgen begann gegen kurz vor sieben mit dem Wachwerden von Kind2. Er lag direkt neben mir und wir gaben uns Nasenküsse, hielten uns im Arm und redeten ein bisschen. Irgendwann nahm er sich ein Bilderbuch und blätterte darin…Eine Stunde später wurde auch Kind1 wach und wir sprachen noch mal über die Idee, ob er sich zutraut alleine Brötchen zu holen (der Bäcker ist direkt um die Ecke, er müsste keine Straße überqueren und ich würde die Bestellung auf einen Zettel schreiben). Während er das am Vorabend noch bejahte, wollte er heute lieber nicht alleine gehen. Also sprang ich in Hose und Mantel und ging mit Kind1 los. Schokocroissants wollte er unbedingt und die bestellten wir dann auch.

Das Frühstück lief so friedlich, dass der Mann und ich uns zwischendurch erstaunt ansahen. Kind2 klaute dem Mann sein Brötchen und wir alberten ein bisschen rum. Der Mann ging mit den Kindern auf dem Laptop ein Konzert schauen und ich räumte auf. Gegen kurz nach elf musste der Mann wieder zur Arbeit.

Ich hatte Lust auf einen richtigen RumgammelSonntag, Kind1 sagt ja eh immer er will nicht raus und so blieben wir einfach zu Hause. Ganz so gut mit dem Spielen klappte das heute aber nicht. Kind2 wurde müde und ich dachte – naiverweise – so ein Mittagsschläfchen ist ja auch was Feines! Ich las noch was vor, Kind2 schaute sich anschließend ein Bilderbuch an und schlief dabei ein (mit dem Buch in der Hand! Ich find das immer noch faszinierend und leider klappt das auch nur tagsüber, nie abends…). Ich hätte gerne mitgemacht aber Kind1 bestand auf seiner Exklusivzeit und so puzzelten wir eine Weile.

Zum Mittag machte ich eine einfache und leckere Linsen-Kichererbsensuppe, die von den Kindern aber vorerst verschmäht wurde. Sie aßen die restlichen Brötchen vom Frühstück mit Nutella und Zuckerstreuseln. Naja, gibt’s morgen halt Salat *hust*.

Am späten Nachmittag durften sie dann Bobo Siebenschläfer und andere Clips aus der Serie mit dem Elefanten gucken. Ich machte meine Runde Haushalt (immer das Gleiche – Spülmaschine aus- und einräumen, Waschmaschine aus- und einräumen…so sähe meine Variante von täglich grüßt das Murmeltier aus) und buk Brot.

Zum Abendessen probierte wenigstens Kind2 meine Suppe und anschließend räumten wir das Kinderzimmer auf.

Naja, und jetzt rächte sich der Mittagsschlaf…der Mann kam gegen halb acht nach Hause, wir machten die Kinder bettfertig und brachten sie ins Bett…äh ja. Für Kind2 muss es jeden Abend das Hörbuch „Wie kleine Tiere schlafen gehen“ sein und anschließend gibt es für Kind1 den Ohrenbär. Aber irgendwie fanden die Kinder keine Ruhe. Ich wechselte mit Kind2 in sein Bett was bei Kind1 für Empörung sorgte, Kind2 fummelte noch an der Raufaser…um 21.30 Uhr atmete er dann gleichmäßig und der Mann kroch aus dem Schlafzimmer und ich aus dem Bett von Kind2.

So, jetzt wollte ich eigentlich noch für mein Karnevalskostüm sorgen (pinterest sagt, ich soll als Pfau gehen) aber meine Energie ist eher direkt ins Bett. Wenn ihr soweit gelesen habt: Wie war euer Wochenende? Mögt ihr so Alltagsberichte oder ist das zu langweilig?

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4 Comments

  • Reply Jule 5. Februar 2017 at 22:47

    Ich finde solche Alltagsberichte toll und lese sie bei dir ganz fasziniert. Von meiner Seite aus also gerne weiter so. 🙂

    • Reply Melanie 5. Februar 2017 at 22:50

      Oh schön, danke, das freut mich!

  • Reply Natascha 5. Februar 2017 at 23:54

    Finde ich toll – Alltagsberichte, wo man auch nachlesen kann, wann andere am Wochenende aufräumen und Haushalt machen. Das hatten wir ja auch mal – dass dieses Thematisieren von Haushalt grundsätzlich zu wenig stattfindet. Auch abgesehen davon – so ein süßer Bericht, das Staunen über die Kinder konnte man förmlich durch die Zeilen hinweg riechen. GAnz liebe Grüße und bis hoffentlich bald mal!!!

    • Reply Melanie 6. Februar 2017 at 9:18

      Danke Dir! Ja, der ganze „Alltags-„Teil interessiert mich auch sehr. Wann und wie andere das organisieren und machen. Da redet man beim Kaffeetrinken mit anderen so selten drüber. Schön, dass Du mal wieder hier kommentiert hast! Vielleicht sehen wir uns ja mal im Volksgarten oder Vorbebirgspark? Liebe Grüße!

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