Familie

Erwachsenwerden ist halt echt nicht Punk

selbst dann nicht, wenn man trotz kind mit dem besten freund auf ein punkkonzert geht. am freitag stieg ich also ohne kind in den zug – wochenende, ich allein, yeah. las ein buch zu ende (aus liebe zum wahnsinn, rezension folgt!)  und freute mich wie lange nicht mehr. der beste freund und ich treffen uns vorm club, warten auf einlass und die gelegenheit, an der abendkasse noch karten zu bekommen. total punk 1: wir sind die ersten in der schlange (immerhin waren wir punk genug, keine karten im vorverkauf zu holen). der beste freund trifft eine alte bekannte, die hinter der theke arbeitet und gibt ihr – seine dienstliche visitenkarte. „oho“ ruft sie, „ein doktor“. „nicht so lauut“, sag ich, was sollen denn die anderen hier denken. total punk 2: anstatt in die pogende menge zu springen steigen wir die treppe hoch auf die empore und SETZEN uns auf die stufen. als sich später leute vor uns an die brüstung stellen und uns die sicht versperren rufen wir ‚hinsetzen!‘. total punk 3: ich schicke eine sms nach hause und frage ob es dem erkälteten mann und dem hoffentlich schon schlafenden minime gut geht. der beste freund zeigt mir 3d fotos seines neugeborenen in spe, für die ich (wie für alle 3dsonos von ungeborenen) die nötige begeisterung nur aufbringe, weil ich weiß, wie besonders für mich selbst diese aufnahmen waren und wie gern man diese begeisterung teilt (sorry honey!). total punk 4: nachdem unsere lieblingsband gespielt hat (vor 16 jahren haben sie nach drei stunden nur aufgehört, weil der schlagzeuger nicht mehr konnte. ich glaub, am freitag haben sie 90 min. geschafft), hat uns die frau des besten freundes mit dem auto abgeholt und nach hause gefahren. 

nichtsdestotrotz war es saucool. die band versorgte uns mit unseren lieblingsliedern, wir schnupperten wieder das gefühl, teenies zu sein (damals fand meine punksozialisation statt, kurz nach new kids on the block) und ich kann sagen: pogen war sowieso noch nie mein stil.

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16 Comments

  • Reply Mausflaus 27. März 2012 at 8:38

    *lach* das klimgt ja nach senioren-punk. da fehlen aber noch die ohrenstöpsel und die klagen darüber, dass der parkplatz so weit weg ist 🙂

  • Reply glücklich scheitern 27. März 2012 at 9:11

    ich hatte tatsächlich kurz überlegt, mir taschentücher in die ohren zu fummeln 🙂

  • Reply nerd_war/ist_auch_mal_punk 27. März 2012 at 17:55

    hahahahaha
    lies mal das buch „und plötzlich ist später jetzt“
    :-)))))

  • Reply aufZehenspitzen 27. März 2012 at 19:29

    haha, super … mein oh-ich-bin-erwachsen-geworden-stichwort war: die er- und ablebensversicherung (resp. … räusper … pensionsvorsorge). plötzlich habe ich so etwas. tja. und beim festival-campen das resümee am morgen: „hey, cool. heuer haben wir ja wirklich an ALLES gedacht – es gibt sogar brioche zum frühstück.“ beängstigend das. (fast noch mehr als taschentücher in den ohren 🙂 )

  • Reply nerd_war/ist_auch_mal_punk 27. März 2012 at 20:58

    spießiger gehts nicht: habe letztens an den kauf eines, räusper, gott wie peinlich, NEUwagen gedacht. gedanken wieder verworfen. scheiß auf auto. zu teuer

  • Reply mama007 29. März 2012 at 10:28

    Liebe glücklich scheitern, am meisten freu ich mich ja über das NKOTB-Coming out. Wussten Sie, dass die in Berlin ernsthaft ein Konzert zusammen mit den Backstreet Boys geben? Unter dem Titel „One Night-one Stage“. Das mit „BSB“ war ja dann schon die Generation nach mir, ich steckte zu den „BSB“-Zeiten schon tief im Hippiefieber.
    Aber ernsthaft mal, Erwachsenwerden war als ich festgestellt habe, dass ich NICHTS mehr vergesse wenn ich Rucksäcke packe. ARGH! Oder wars doch das erste NEUE Fahrrad statt zweit- oder dritte-Hand-Krücke?
    Liebe Grüße! Mama007

  • Reply glücklich scheitern 29. März 2012 at 13:05

    nichts mehr vergessen??? das ist nicht erwachsen, das ist wow!
    und nach nkotb war die boygroup-phase für mich auch vorbei. schließlich waren sie die einzige boygroup mit existenzberechtigung 😉

  • Reply Maria 29. März 2012 at 13:33

    Hehe, kenn ich.
    Ich weiß noch gut, wie mein Mann und ich voller Teenagergefühle zu einem Konzert gegangen sind und um ca. 20.18 Uhr angefangen haben zu schimpfen, dass jawohl 20Uhr auf der Konzertkarte stand, dann haben wir angefangen auszurechnen, wie wenig wir schlafen werden, wenn sich der Konzertbeginn weiter nach hinten verschiebt und sind dann um Mitternacht während der letzten Zugabe gegangen. Schrecklich, und es war wirklich ein schönes Konzert!
    Adieu, wilde Jugend!!!!!

    • Reply glücklich scheitern 29. März 2012 at 19:02

      stimmt, das hat ich vergessen: einlass war laut plan halb acht, um acht ging die tür auf, und dann hat es bestimmt noch mal ne stunde gedauert bis es los ging!!!

  • Reply Andrea 29. März 2012 at 16:52

    kommt mir irgendwie sehr bekannt vor! wobei wir sogar karten hatten – aber wenn man schon extra von köln nach bochum anreist… ihr wart nicht zufällig auch beim ea80-boxhamsters-konzert?

    • Reply glücklich scheitern 29. März 2012 at 19:01

      erwischt! und für mich die gleiche strecke… nur das wir, total punk 5, nicht mehr zu den boxhamsters geblieben sind. die kannten wir nämlich nicht von früher. öhöm.

  • Reply moody2366 31. März 2012 at 23:51

    *schmunzel*

    Ich fühl mich auch nur noch betrunken ein bisschen Punk… Letztens beim Urlaub alleine an der Ostsee hab ich das Meer angeschrien, weil es mir die Schuhe nass gemacht hat. Gilt das? 😉

  • Reply Resignative Reife, oder: Lächeln und Winken! « mama007 28. Juni 2012 at 8:24

    […] ruhiger. Auf der anderen Seite führt das Erwachsenwerden natürlich natürlich auch zu Dingen, die echt nicht PUNK sind. Aber dazu ein andermal, oder eben bei Glücklich Scheitern. Vielleicht kennen Sie ja auch […]

  • Reply kimberra 1. Juli 2012 at 16:16

    Danke für den wunderbaren Beitrag!

    • Reply glücklich scheitern 1. Juli 2012 at 18:59

      gerne, ich befürchte, in zukunft: immer wieder. besser wirds ja nicht mehr. nur ‚anders‘ wie es so schön heißt

  • Reply EniloraK 6. Juni 2016 at 20:11

    Vielleicht muss man sich aber auch einfach nur zwingen und dann kommt man da auch wieder rein und verliert nicht „die Übung“.. Ich denke, wenn es so wird, wie du es beschreibst, dann will man das auch.
    Wir haben auch ein kleines Kind und gehen gezwungenermaßen natürlich nicht mehr so oft weg wie früher.. aber doch regelmäßig und genauso wie früher (also alles andere als erwachsen).. ob einzeln, oder, wenn es passt, auch gern immer noch zusammen.
    Die folgenden Katertage sind hart, aber da muss man eben durch. Ich würde mir das nicht nehmen lassen.

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