Familie

Minime Big in Berlin (Teil I)

das kind und ich waren ein paar tage in berlin. ich wollte mal raus und vor allem: ein paar der bloggerinnen, die ich schon eine weile lese, mit denen ich über’s kommentieren auf den blogs schon per mail, twitter und facebook kontakt hatte. ich wollte gesichter! eine blogparade in echt, quasi. und komischerweise sitzen viele von ihnen in – berlin. die tagesmutter hat zudem urlaub, also: nix wie los.

mit dem zug. autofahren wäre allein zu teuer gewesen und mit kind wärs mir zu stressig geworden. außerdem ferienzeit, auf stau hätt ich auch keine lust…

leider war kein platz mehr im kleinkindabteil, also zwei plätze im großraumabteil gebucht. oookay, mal sehen wie das läuft:

es lief ganz ok. offensichtlich hatten noch andere familien das pech, keinen platz mehr im familienabteil zu bekommen. minime zeigte allen anderen kindern seine bilderbücher (gab sie aber nicht ab!), lief den gang auf und ab und freute sich, dass die türen zwischen dem abteil wie von zauberhand auf- und wieder zu gingen. aber tatsächlich machte er auch ein mittagsschläfchen, so dass ich nicht die ganze zeit aufpassen musste. der zug war herrlich klimatisiert.

weil minime ein bisschen lauffaul ist und ich viel gepäck dabei hatte, hab ich den ergocarrier wieder rausgekramt, den ich schon seit mindestens einem jahr nicht mehr benutzte. vor dem bauch tragen ist natürlich undenkbar, auf dem rücken auch nur begrenzt (hatte zunächst den rucksack dabei), also hab ich mir noch die hüfttrageweise angeguckt. damit ging es dann – zur not. also für: vom treffpunkt in die u-bahn und den weg dazwischen (es kam oft genug anders…aber noch einen buggy mitzuschleppen hätte meine logistischen fähigkeiten überfordert).

ankunft war montag. mein empfangskomittee (ja, du weißt wer gemeint ist ;-)) hat die hitze nicht so gut verkraftet und fiel daher aus. bzw. ich lief dann vom berliner ost-bahnhof zu ihr hin. endlich sah ich alsmenschverkleidet und ihr plus eins in echt! leider konnten wir nicht lange bleiben, weil ich noch den schlüssel für meine unterkunft abholen musste. eine sehr nette person, die ich letztes jahr beim gendercamp kennen lernte, überließ minime und mir für die 6 tage ihre wohnung!

lost in adlershof:

ich hatte die info: schlüssel abholen beim friseur am s-bahnhof. wir beide (meine gastgeberin und ich) hatten nicht auf dem schirm, genauere infos zu geben, bzw. zu erfragen. ich zog also meinen koffer hinter mir her, rucksack auf dem rücken, minime auf der hüfte und suchte den friseursalon. ich ging rein und niemand wusste von nichts. aber gegenüber, ein paar meter weiter sei noch ein friseursalon. ich weiter gerollt, hüfte schon etwas lahm, in friseursalon nummer zwei. nein, keine ahnung, kein schlüssel. ich in die andere richtung vom s-bahnhof, vielleicht ist dort ja noch ein friseur. nur weites feld. zurück zu friseur nummer eins und zwei, noch mal nachgefragt: ist vielleicht eine kollegin krank, die eigentlich hätte arbeiten sollen? ja, in friseursalon 2 fehlte brigitte. brigitte ist krank und wurde angerufen (ich: neneee, muss nich). aber auch sie wusste von keinem schlüssel. ich hab keine ahnung, wie viele friseursalons es in adlershof gibt, aber an dem abend hatte ich keine energie mehr mit vollem gepäck und hungrigem kind zu suchen. die gastgeberin war zu der zeit im funkloch, ich konnte auch mehr infos also nicht bekommen.

ich begann also mit schritt eins eines notfallsplans, der eigentlich IMMER bei allen notfällen bei denen es nicht um tot und leben geht hilft: essen. hinsetzen und erst mal den magen füllen, da sieht die welt viel rosiger aus. und dann mit smartphone dank internetflat hotels in der umgebung abtelefonieren. ich hab dann ein nettes 3sterne hotel gefunden und mich mit minime dort eingebucht. wir bekamen sogar noch einen pfefferminztee (ohne tee kann das kind nicht schlafen). das kind schlief dann um 23 uhr (um 19.30 waren wir im hotel), eng an mich gekuschelt (bei der hitze!!!) vor dem fernseher ein…puh. inzwischen hatte ich dann immerhin die genaue adresse von dem friseursalon, bei dem der schlüssel liegen sollte. und im hotel gab es wlan umsonst. glück im unglück.

am nächsten morgen war das kind trotz des späten einschlafens verdammt früh wach. wir frühstückten im hotel (was ne sauerei, das kind verteilte cornflakes mit milch, marmelade und rührei, dass es eine freude war. also nicht fürs personal…) aber für den aufpreis hätten wir direkt in das kindercafe gehen können, dass ich dann dank der babyplaces-app in adlershof gefunden habe: cafe himbeerfrosch. drinnen war es angenehm kühl. die einrichtung gefiel mir gut, die spielecke war gut ausgestattet UND: ich bekam koffeinfreien sojamilchkaffee!!! (seit 60 tagen ohne koffein, fragt nicht…). wenn ihr dort seid, esst unbedingt blaubeerpancakes mit vanillesauße! der friseur, bei dem dann der schlüssel war, wäre übrigens nummer vier – vom s-bahnhof gesehen – gewesen…

mittags holte ich unser gepäck aus dem hotel und bestellte ein taxi nach mariendorf, wo wir die nächsten tage wohnen sollten. minime war so müde, dass er beinahe direkt in den schlaf fiel. nachmittags schauten wir uns dann in mariendorf um. dumm nur, dass ich die entfernungen in berlin konsequent unterschätze. statt mit dem bus zu fahren, liefen wir also eine halbe stunde (äh, ICH lief, minime ließ sich tragen) nach alt-mariendorf. in einer drogerie kaufte ich minime noch einen kleinen ball und damit gingen wir in den park. wo der ball in nullkommanix im ententeich landete. minime brüllte vor enttäuschung, ich wog ab, ob es schlimmer ist, das weinende kind zu ertragen oder in den ententeich zu springen und den rest des nachmittags mit entenschlotze rum zu laufen. hinzu kam, dass mir eine ältere dame ihren krückstock anbot, um den ball zurück zu holen. ich hätte ihr gerne gesagt, dass sie offensichtlich ihre brille vergessen habe, denn der ball war schon zwei meter auf dem teich, aber sie wollte nicht nachgeben…ein älterer mann kam dazu und forderte mich auf, an dem felsvorsprung langzubalancieren um den ball zu holen. ein kind ohne ball scheint in berlin wohl undenkbar. ich lebte damit, als herzlose mutter zu gelten und ging mit minime weiter, der sich glücklicherweise von ein paar kindern, die seifenblasen machten, ablenken ließ…

(Teil II folgt…)

minime im zug

minime im zug

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1 Comment

  • Reply kraehenmutter 6. August 2013 at 22:17

    ohje das hört sich ja noch abenteuerlicher an, als ich es bisher mitbekommen habe!
    bin gespannt auf teil2!
    schön, dass ihr da wart und danke, dass du uns alle zusammengetrommelt hast. 🙂

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