Familie

Neue Familie – Neue Rituale

schon wenn man sich als paar findet, stellt man fest: da treffen evt. unterschiedliche welten aufeinander. ganz konkret und auffällig find ich das im bereich festivitäten. also geburtstage, weihnachten, jahrestage, nikolaus, valentinstag und was man nicht alles feiern könnte.

in der einen herkunftsfamilie werden diese feierlichkeiten zur kenntnis genommen, aber nicht gefeiert. in der anderen könnte man meinen jeder namenstag oder tag irgendeiner heiligen würde gefeiert werden.

geschenke gibt’s ja auch unterschiedliche meinungen zu. soll es was teures, gekauftes, selbstgebasteltes mit viel liebe oder doch ein gutschein sein? sind selbstgedichtete lieder und peinliche reden erwünscht, werden haus und nachbarschaft dekoriert und das ganze stadtviertel mit einbezogen. alles ist möglich. darum muss man: reden. wie man das jetzt alles selber machen will, wo man eine familie geworden ist.

da der mann nix mit der institution kirche zu tun hat, ich zwar unsere gemeinde sehr gern habe, aber das mit dem ‚glauben‘ mir zu unsicher ist haben wir uns gegen eine taufe für minime entschieden. aber feiern, ja bitte! willkommensfest nannten wir die party am vergangenen sonntag. auch namensfest oder nicht-taufe. der vorteil: man muss nicht die ganze buckelige verwandtschaft einladen. onkels und cousinen wurden ersetzt durch eine handvoll freunde. patinnen gibt’s natürlich auch. wir haben also ein kleines café gemietet mit lecker kuchen, quiche und kaffee. die großeltern haben ein paar worte gesagt und die patinnen natürlich auch. willkommen in dieser welt und dieser familie lieber minime. statt geschenke ließen wir eine ‚zeitkapsel‘ befüllen. mit guten wünschen, kleinen erinnerungen an seine ersten lebenstage und was den leuten sonst so einfiel. mit 18 darf er die dann auspacken. bei dem, was wir sehen konnten und durften sind wir jetzt schon echt neidisch. sofern es dann noch cd- und dvdspieler gibt, wird dasn knüller. hauptsache minime steckt da nicht mitten in der: warum ist da kein geld fürn auto drin phase.

also, liebe freund_innen und familie, die dabei waren: es warn knüller! ihr seid natürlich für 2029 alle eingeladen, is ja klar. und dann freuen wir uns zig mal mehr über die zeitkapsel als der kleine. so muss das sein.

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6 Comments

  • Reply Mausflaus 14. September 2011 at 18:52

    finds gut, dass ihr euch gegen die taufe entschieden habt; sowas sollte das kind sobald es alt genug ist, am besten selbst entscheiden; bis dahin kann es „neutral“ bleiben. ist ja heutzutage auch nix ungewöhnliches mehr; ich war damals die einzige „heidin“ in der klasse, was ich aber auch nicht schlimm fand.
    was mir grade auffällt – konsequente kleinschreibung; hat das einen hintergrund oder einfach faulheit? früher hast du ja groß/klein verwendet. ist jetzt keine kritik, es ist mir nur aufgefallen. in foren o.ä. schreibe ich meistens auch klein, nur bei meinem blog bin ich eher altmodisch.

    • Reply glücklich scheitern 14. September 2011 at 20:27

      hihi, habe erst ‚heldin‘ gelesen…ja die kleinschreibung ist mehr oder minder faulheit. ein bisschen aber auch, weil mir da fehler unterlaufen. und das ‚früher‘ betrifft meinen alten blogsport-blog, da hab ich mir noch mühe gegeben 😉

  • Reply DaniSojasahne 14. September 2011 at 20:49

    Sehr spannend. Wenn mein Freund und ich auf seine kleinen Geschwister aufpassen (6 und 9), merken wir auch immer, dass wir viele Dinge anders sehen und anders machen. Da ist definitiv Klärungsbedarf, besonders im Bereich Religion/Glaube usw. Das würde ich gerne genau so machen wie du, aber auch da ist man ja den doofen Sprüchen und traurigen Blicken der Angehörigen ausgeliefert.

    • Reply glücklich scheitern 14. September 2011 at 21:26

      jaja, da gibt es plötzlich spannende streitberührungspunkte…was meinste den mit traurigen blicken?

  • Reply Unsichtbar 15. September 2011 at 9:02

    das hat ich mir auch so gewünscht, dem püppivater ist sein glaube und die institution kirche aber sehr wichtig. am ende lief es auf einen deal raus (kind getauft, dafür mit meinem nachnamen). war trotzdem ein schönes fest und mein wunsch-weltlicher pate ist jetzt taufpate. naja die tauf zeremonie hat am ganzen feier-wochenende vielleicht 40 mintuen in anspruch genommen, war zu verkraften. schade war nur, das einige meiner freunde das boykottiert haben, kann ich aber verstehen. freue mich für dich, dass es ein schönes fest war. wir haben für püppi ein album gemacht wo alle reinschreiben mussten und fotos reinkleben und so. das kriegt sie dann zur konfirmation, so sie die denn will, sonst zum „alle schenken mir geld weil ich erwachsen werde fest“.

    • Reply glücklich scheitern 15. September 2011 at 23:53

      respekt, dass du verständnis für deine freunde hast. ich fänd es ziemlich ätzend, wenn jemand weil er was gegen die kirche hat, unsere taufe boykottiert. hat ja keine_r was von. ne, ganz ehrlich, für mich wär dasn grund, die freundschaft zu kündigen.

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