Reisen mit Kindern

Reisen mit Kind (Teil 1): den Süd(west)en Teneriffas mit dem Bulli befahren…

Winterurlaub auf den Kanaren? Mit Vorschulkindern ist der Winter die perfekte Reisezeit für Familien! Hier unser Bericht

Der Plan war, nach 3 Jahren ohne Reisen endlich wieder Urlaub zu machen. Auszunutzen, dass ich grad arbeitssuchend bin und der Mann sich seinen Urlaub selbst aussuchen kann. Überwintern irgendwo im Süden. Das alles trotzdem irgendwie „kindersicher“. Erstmal keine Experimente (ich träume von Bali, Thailand, Sri Lanka…), warm aber trotzdem Europa. Da blieben eigentlich nur noch – die Kanaren. Und auch da sind nicht alle Inseln gleich. Unsere 1. Wahl war Teneriffa. Alle, die schon mal da waren, schwärmten von der Vielfalt, der abwechslungsreichen Landschaft. Und für Familien mit kleinen Kindern soll es auch perfekt sein – na gut, überredet.

Dann machen wir aber auch eine Bullitour! Wollten wir doch immerschon! Wenn ich tagträume, was ich von einem Lottogewinn so kaufen würde, stand ein Bulli immer ganz weit oben. Der Mann fand über hanggtime tatsächlich eine Bullivermietung auf Teneriffa. Die erste Woche wollten wir die Insel also mit dem Bulli erkunden.

Der 4-stündige Flug (mit Norwegian – kann ich empfehlen) war sogar erträglich, auch dank Wlan über den Wolken 🙂 Das Kind war trotz des fast nächtlichen Aufstehens nicht müde zu kriegen, blieb aber trotzdem gut gelaunt.

Unsere Unterkunft auf Teneriffa: Ein T3 Bulli

Am Flughafen Teneriffa Süd wurden wir dann mittags von Reiko, dem die Bullis gehören, in seinem Wagen abgeholt. Der für uns geplante Bulli (Modell t3) sei leider kaputt, er würde grade einen t5 flott machen, das könne aber noch eine Stunde dauern…wir fuhren nach Las Americas, aßen gemeinsam, fuhren weiter zum Strand in ein Cafe, tranken einen Kaffee…aber nach einer Stunde war der Bulli natürlich noch nicht fertig.

Wir saßen dafür in der warmen Sonne am Meer, das tröstete. Erst mal…machen wirs kurz: Aus der einen Stunde wurde später Abend, es war dunkel und eeeeendlich konnten wir den Bulli in Empfang nehmen. Um einen der tollen Spots aufzusuchen, die Reiko uns als Standplätze empfohlen hat, war es nun zu dunkel. Also bauten wir unser Lager auf dem Riesenparkplatz neben McDonalds (einzige Toilette in der Nähe!) auf und versuchten etwas Schlaf zu bekommen.

Teneriffa mit Kindern - Eine Bullitour

Der Bulli – im aufgeräumten Zustand

Der Mann und ich lagen unterm Dach, Minime hinten im Kofferraum, die wir ihm als „Höhle“ verkaufen konnten. Ja, es hat was bei Meeresrauschen zu schlafen. Sanitäre Anlagen wären aber schon ne Wucht gewesen. Nun gut, ist ja nur für eine Woche…

Ausflüge

Tagsüber fuhren wir an die Strände des Südens & Westens, ganz besonders angetan hatte es uns der Strand von El Medano, nahe des Flughafens (Cloudette hat von dort berichtet -> hier entlang).  Das surfermekka bot feinen Sandstrand, Cafés, Hippies und Familien mit kleinen Kindern.

Der Strand von El Medano, Teneriffa

Der Strand von El Medano

Auch das als touristisch verschrieene Los Cristianos konnte ich gut leiden: Promenade, Sandstrand, verwinkelte Straßen die daran erinnern, dass es hier auch eine Altstadt gibt. Wir übernachteten an einsamen Plätzen, die uns Reiko empfohlen hat, ausschließlich mit Blick auf Meer und oft abgeschieden von Tourismus und Menschen. Idyllisch, aber für Minime eher …langweilig. Ihm fehlten andere Kinder und Familien.

Nachdem wir einige Tage wirklich viel Zeit mit Fahrerei im Bulli verbracht haben (wir erwischten tatsächlich zwei Regentage im Süden!) und einmal um die halbe Insel fuhren bis in den Norden nach Puerto de la Cruz kam bei mir ein kleiner Zusammenbruch. JA, es ist schön mit Bulli zu reisen, NEIN ich bin kein Mensch der im Stehen pinkeln kann und außerdem schwanger und deshalb brauch ich Sanitäre Anlagen. Dabei gibt es im Süden noch nicht mal viele Bäume, hinter denen man sich verstecken kann, und der dicke Bauch ist ein bisschen hinderlich beim Hinhocken. Auch Minime merkte man an, er wollte lieber die Gesellschaft anderer Kinder und brauchte mehr Input.

Meine große Hoffnung war das Aqualand im Süden. Mit Kinderbecken, beheiztem Whirlpool und warmen Duschen (wie ich dachte…). Für nur etwas mehr als 20 Euro pro Nase (Minime ging umsonst durch) kamen wir vormittags im Aqualand an. Ein paar Wolken bedeckten die Sonne und am Eingang stand ein Schild, dass aus technischen Gründen einige Becken nicht beheizt waren…voller Preis war trotzdem. Ich dachte nur an eine warme Dusche und war zu Allem bereit. Tja. Tja. Die Umkleide sah schlimmer aus als in jedem verfallenen Hallenbad hier und das Wasser war…KALT. Ich glaub, ich weinte ein bisschen. Aber gut, beheizter Whirlpool. Achachach. 18Grad nennen die beheizt. Für einen Whirlpool!!! Nicht mal Minime, aka Wasserratte war dort reinzubekommen. Ein bisschen ins Kinderbecken traute er sich, ein paar mal rutschen, dann gab es blaue Lippen. Nach anderthalb Stunden gaben wir auf.

Der Campingplatz: Camping Nauta im Südwesten

Nächste Station musste ein Campingplatz sein. Ich hatte keine Erwartungen, weil es im Reiseführer hieß, Camping sei auf Teneriffa nicht so gang und gebe und es wurden nur die Adressen angegeben. Wir peilten den Platz „Camping Nauta“ südlich der tf-653 an und fanden…mein Paradies! Nach 4 Tagen ohne warme Dusche und co war das für mich grandioser als jedes Wellneshotel. Der Campingplatz bot wirklich alles, war grün, zentral und ich war glücklich. Hier schlugen wir die nächsten drei Nächte unser Lager auf, fuhren tagsüber weiter zu den schönsten Stellen der Insel. Warum wir da nicht schon früher drauf gekommen waren…

Der Campingplatz Nauta, Teneriffa

Fazit – Teneriffa mit Kindern:

Allgemeines Fazit der Woche: Teneriffa ist schön, und obwohl der Süden voller Hotelanlagen und Touris ist, findet man schnell ruhigere Orte. Ein Bulli ist echt was Feines, aber fürs Reisen mit kleinem Kind fand ich es eher so lala. Man sitzt eben viel im Auto, muss erst mal alle Sachen verstauen und dann zum richtigen Zeitpunkt wiederfinden (Sonnenmilch? Jacke? Feuchttücher?), der Boden ist stets sandig (wenn es nur Sand ist) und so viel gibt’s fürs Kind dann auch nicht zu sehen. Die Sonne tat aber verdammt gut, das Meer und der Sand unter den Füßen machen echt milde und entspannt. Aber fürs Kind fehlten eben noch andere Kinder und mir ein bisschen Komfort. Zu anderer Zeit unter anderen Rahmenbedingungen würde ich es aber wieder machen. Wegen solcher Bilder:

 

Der Strand von Las Americas, Teneriffa

Der Strand von Las Americas, Teneriffa

In der Woche darauf gings nach La Gomera

 

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3 Comments

  • Reply zweibeinerin 8. April 2014 at 14:07

    Traumhafte Bilder. Da wäre ich jetzt auch gern! Ich hätte auch gern einen Bulli, zumindest sage ich das immer :-). Wir waren ja bis vor kurzem mit einem Wohnwagen als Familie unterwegs, haben ihn aber dieses Jahr gegen ein Familienzelt „getauscht“. Mit Wohnwagen ist man doch, so schön es ist, arg gebunden. Ein Zelt, was wir wahrscheinlich zwei Stunden aufbauen werden, ist auch kein Garant für spontane Ortswechsel, aber immerhin hält es unterwegs nicht so auf und man muss nicht ständig aufpassen, welche Straße man nimmt.
    Was die Kindertauglichkeit solcher Ausflüge angeht, lernen wir auch immer wieder neu und mussten schon ein paar unserer eigentlichen Vorstellungen über Board werfen. Mittlerweile zieht es uns auch regelmäßig auf Campingplätze, die als kindertauglich beschrieben werden. Nur Animation meiden wir (noch).

  • Reply cloudette 8. April 2014 at 20:54

    Sehnsucht, wenn ich die Bilder sehe!
    Ein Glück ware ich nie in diesem Wasser-Dingsbums (und, wenn ich ehrlich bin, auch bisher nicht im Meer. Zu kalt!!!).
    Mit Bulli würde ich da auch gerne mal rumfahren! Oben auf der Caldera unter dem Sternenhimmel übernachen. Hach!

  • Reply Urlaub mit Kindern : Istrien – Kroatien (Teil 1) | glücklich scheitern 17. August 2015 at 10:11

    […] ist wie mit ohne, nur anders. Jedenfalls für mich. Das merkten wir schon letztes Jahr auf den Kanaren. Mit einem damals Zweijährigen fielen Dinge wie Wandern, Klettern, ausführliche CityTrips erstmal […]

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