Familie

Rückblick III: Vielen Dank für die Blumen…

so, das war also der tag, der mich zur mutter und uns zur familie machte. der in ratgebern und manch mutti überhöht, idealisiert und glorifiziert wird. ich muss gestehen, ich erinnere mich nur noch verschwommen daran, und das liegt sicher nicht nur an der paracetamol-infusion im anschluss. sicher war es ein krasses ereignis, oder eher eine aneinanderreihung von krassen ereignissen. aber nicht krass wie in „das geilste was mir je passiert ist“, sondern krass wie einen autounfall mit einer schramme überstanden haben krass. der mann und ich haben noch sehr oft drüber geredet, ich habe die beleghebamme ausgefragt, wie das war, was da war und warum. glücksgefühle? naja. aufgedreht und erschöpft war ich und woher kam bitte dieses kind? und was macht es da? spuckt es, hustet es, muss ich mir sorgen machen? an schlaf war die ersten tage und nächte nicht zu denken, bei jedem geräusch war ich wach. immer brannte ein kleines licht…

natürlich kam besuch. erst ins krankenhaus, dann nach hause. und nennt mich egozentrisch: natürlich feiert man den neuen erdenbürger und gedenkt ihm mit geschenken. aber ist es zu viel verlangt, auch an die person zu denken, die zehn monate ihren körper mit diesem alien geteilt hat, alle energie darauf verwendet hat, dass dieser neue erdenbürger wachsen und gedeihen kann? und worauf sie alles verzichtet hat! (biiier, parties – nicht weil die böse sind, sondern weil sie zu müde war um länger als bis 22 uhr irgendwo durchzuhalten -, mettwurst – ja, sie gesteht: vorher vegetarierin, jetzt fast veganerin, aber plötzlich erschien mettwurst wie das schlaraffenland, und noch so vieles) und die letzten stunden bis der neue erdenbürger da war, waren jetzt auch nicht grade so urlaubsstimmung. außer meiner besten freundin und der quasischwiegermutter hat keine_r dran gedacht, mir vielleicht auch was zu schenken. oder ein paar nette worte in dieser hinsicht zu verlieren. es geht gar nicht um teures, aufwendiges oder sonstwas. wenn eine meiner freundinnen ein kind bekommen hat, hab ich meistens ein kleines pflege-/carepaket zusammengestellt. und wenn’s nur ein gut riechendes duschgel war. himmelarschundzwirn, ich bekomm jedes jahr zu meinem geburtsag was, und der ist jährlich. ist es da zu viel verlangt, einer frau, die 10 monate verzicht hinter sich hat und ein paar gar nicht so schöne stunden ein paar blumen mitzubringen???

 

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6 Comments

  • Reply Penelope 5. Oktober 2011 at 23:45

    Ich verstehe Dich sehr gut! Ich gratuliere bei jedem Kindergeburtstag von Freundinnenkindern IMMER auch der Mutter und freue mich, wenn mir wenigstens mein Mann, der Kindervater, an deren Geburtstagen Blümchen bringt …

  • Reply Khaos.Kind 6. Oktober 2011 at 0:57

    Seh‘ ich auch so.
    Natürlich ist es super, dass da ein fertiges kleines Menschlein bei rauskam aber es wird nicht umsonst seit Generationen gefragt, ob es Mutter UND Kind gut geht und da verdienen imho BEIDE entsprechende Aufmerksamkeit!

    *dir nachträglich Blümchen überreich und Notiz für diverse befreundete werdende Mütter mach*

  • Reply Unsichtbar 6. Oktober 2011 at 9:41

    ja die verwirrung kenn ich. ich hab immer allen total plemplem erzählt „das hab ich gemacht“ das mit den geschenken hat bei uns ganz gut geklappt…
    waren so fifty fifty für mich und baby. beliebt waren diese weledasets da ist immer auch was für mamas drin. vom krankenhaus gabs sogar ein superteuer ökopflegeset für mich allein… ich hatte am anfang nicht soviel besuch, aber blumen gabs glaub ich fast immer… deine besucher*innen sollten sich was schämen.

  • Reply kraehenmutter 6. Oktober 2011 at 19:30

    herzlichen glückwunsch auf diesem wege!

    leider ist man für viele dann doch als ehemals gebärende in vergessenheit geraten und dass frau sich auch jetzt noch jeden tag abrackert zählt auch nicht.
    undank ist der welten lohn!
    aber so richtig verstehen kann ich das ganze auch erst, seit ich selber mutter bin.

    auf jeden fall gibts dieses jahr bei allen minis auf deren geburtstagen ich erscheine, auch was nettes für die mama!

  • Reply way_up_north 6. Oktober 2011 at 23:18

    weil die familien so weit weg wohnen, hatten wir am anfang gar nicht so viel besuch (was wir eigentich echt gut fanden). aber die leute, die kamen, hatten meist was zu essen dabei 😉 selbstgebackenen kuchen zum beispiel. fand ich auch ganz gut, kann ich weiterempfehlen für babybesuche.

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