Familie

Rückblick V: Eltern werden, ein Paar bleiben

(wie es für mich war, mutter zu werden und mensch zu bleiben – der kann hier noch mal lesen)

ein kind verändert einiges. vor allem auch die beziehung. der gemeinsame alltag wird auf den kopf gestellt. ich hätte auch nie gedacht, dass die die telefonate zwischen seiner arbeit und meinem zuhause von windeln und nachtwachen handeln könnten. tun sie aber jetzt manchmal. anfangs mussten wir viele dinge neu lernen. unter anderem: diskutieren. brauchten wir vorher so gut wie nie. meistens waren wir uns prächtig einig oder eine_r hatte keine meinung zu den plänen der anderen, so dass eine_r entschieden und die andere mitgemacht hat. aber dann kamen die schlaflosen nächte, die überstunden, neid auf die arbeit des anderen usw. wenn man plötzlich eine familie ist, muss man neue regeln aufstellen und sich selber neue traditionen basteln. werden geburtstage groß gefeiert oder klein, wie weit reicht die familie (cousins, cousinen, großtanten…) und wie gestaltet man das wochenende. um mal bei den kleinen dingen zu bleiben. taufe oder nicht-taufe, konsequenz oder nachgiebigkeit. vieles wird unausgesprochen vorausgesetzt, muss dann aber doch mal diskutiert werden.

und die liebe? wächst, bröckelt (vor allem nachts), wird auf die probe gestellt und scheint unangreifbar. da ist nicht mehr ’nur‘ mein freund, sondern der vater meines kindes. aber zwischen dem ganzen windelkram und babyalltag muss man sich oasen schaffen.

glücklicherweise war die beste tante der welt noch bereit, einmal die woche minime für ein paar stunden zu bespaßen. diese zeit nutzen wir, gehen aus, reden über was anderes als das baby. und wissen so, dass wir noch die alten sind. interessen haben, auch gemeinsame. planen ein wenig in die zukunft hinein und schauen uns einfach andere menschen an. einfach gold wert.

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2 Comments

  • Reply Penelope 25. Oktober 2011 at 0:36

    Sehr klug: „Für die Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf“
    Wohl den Eltern, die wenigstens noch eine „beste Tante“ haben 😉

    • Reply glücklich scheitern 29. Oktober 2011 at 18:07

      ja, das mit dem dorf hab ich lange falsch verstanden. ich dachte, fürs kind. aber die eltern brauchen das! oder eben mindestens die beste tante…

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