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feminismus

Fantastisches

Lieblinks im Januar ’17

Um ein paar Texte mit euch zu teilen, die mich bewegten, zum Nachdenken brachten, zum Schmunzeln oder Weinen – hier eine kleine Sammlung:

Ich find es toll, dass Sonja auf mama-notes nicht nur leichte Themen hat. Ihre Wahrnehmung von 2016 deckt sich in vielen Punkten mit meiner (auch wenn mir tote Künstler*innen wesentlich egaler sind).

Ja, das Leben zu genießen ist super. Aber wachsam bleiben und verfolgen, was in der Welt passiert und sich nicht vom alltäglichen Parteien-kleinklein, den übereifrigen Nachrichten oder eben Unterhaltung ablenken zu lassen, das wird unsere Aufgabe in 2017 und den Folgejahren sein. Und nein, das muss sich mit der Lebenslust gar nicht mal widersprechen.

Beim Rabensalat  gibt es was über Feminismus. Quasi. Überhaupt: Lest den Blog. Frau Rabe wohnt mit Mann und zwei Kindern in der Stadt, in der ich mein Auslandssemester gemacht habe. In Trondheim, Norwegen (aber das nur amRande)

Aber, und das ist der große Unterschied, die Frauen, die Karriere machen wollen, die sollen das auch können. Und da ist noch einiges im Argen. Stichwort Gender Pay Gap. Keine mir bekannte Feministin will Frauen in Vorstände zwingen. Aber Frauen sollen die Möglichkeit haben, in Vorstände zu gelangen, was momentan dadurch verhindert wird, dass Frauen (a) weniger Führungsfähigkeit zugetraut wird, dass (b) vorwiegend Männer in den Vorständen sitzen, die ihresgleichen als Geschäftspartner bevorzugen und dass (c) schon in den Stufen davor weniger Frauen ankommen, weil sie Familie haben und sich eben nach wie vor zwischen Kind(ern) und Karriere entscheiden müssen.

Letztes Jahr im Adventskalender habe ich euch was über die Scanner-Persönlichkeit geschrieben, was das Buch von Barbara Sher für mich bedeutet, kann ich heut noch gar nicht in Worte fassen. Miriam schreibt Hilfe, ich bin ein Scanner – und wie sie mit dem Wunsch, immer was Neues zu lernen dann doch noch zurecht kommt 😉

Was ich gelernt habe ist, dass es Scanner und Taucher gibt. Scanner sind schnell interessiert, neugierig, enthusiastisch und aufgeschlossen. Alles ist toll. Jede idee, jedes Projekt. Jedes Themengebiet.

Und so werden viele Dinge schnell begonnen…aber auch genauso schnell wieder fallengelassen. Oder man verzettelt sich. Gemeinsam haben wir wohl alle, dass wir uns getrieben fühlen. Das wir nicht die Möglichkeiten haben, alle tollen Dinge auf dieser Welt zu erforschen, zu testen oder zu verfolgen. Der Taucher dagegen wird der Experte. Er taucht inein Thema ein und blendet alles andere aus.

Als Kind1 feststellte, dass wir alle mal sterben müssen bin ich ganz schön ins Strudeln geraten. Darüber schrieb ich ja bereits. Aktuell ist das Thema hier immer noch. Auf 2KindChaos gibt es jetzt eine schöne Linksammlung zum Thema Kinder & das Reden über den Tod. Dazu gibt es schöne Buchtipps von Rike auf ihrem Blog. In beiden Fällen auch gerne in die Kommentare schauen, da finden sich weitere Tipps und Links!

Anna hat auf ihrem Blog BerlinMitteMom einen sehr bewegenden Text geschrieben (also eigentlich schreibt sie immer bewegende Texte!) darüber, welche Verantwortung mit Privilegien einhergehen:

„Die Kinder und ich haben lange darüber gesprochen, was es für uns persönlich bedeutet, Privilegien zu genießen und wie wir damit umgehen. Wieso wir glauben, dass wir damit auch eine Verantwortung für andere haben. Und was die Werte sind, an die wir glauben. Wir haben das aufgeschrieben und ich möchte das heute mit euch teilen. Das ist die Botschaft an meine Kinder, jeden Tag. Das, was ich ihnen mitgeben möchte und wie ich ihnen menschliches Miteinander erkläre.“

Tolle Texte die euch bewegt, zum Lachen oder Schmunzeln gebracht haben gerne hier oder auf facebook in die Kommentare!

Feminismus

KonsensKarneval – Mein Kostüm ist keine Einladung!

Mitten in den Sommerferien denkt vielleicht grade Keine_r an Karneval bzw. Fasching. Aber Kampagnen brauchen etwas Vorlaufzeit und ich nutze grade die Zeit, in der ich zwei freie Hände habe um an einer zu arbeiten: KonsensKarneval – eine Präventionskampagne gegen sexuelle Übergriffe während der Karnevals-/Faschingsaktivitäten, die sich nicht an die möglichen „Opfer“, sondern an die Täter richtet.

Bisher heißt es auch während der Karnevalszeit an die Frauen gerichtet: „Zieh Dich nicht zu sexy an!“ (Und wenn doch wunder Dich nicht, wenn Du blöd angemacht, begrapscht oder eben Schlimmeres wirst), „Geh nicht alleine!“, „Trink nicht zu viel“ und so weiter.

Es wird Zeit, den Fokus auf die zu richten, die Übergriffe begehen und auch: ermöglichen.

The only thing that causes rape: rapists

The only thing that causes rape: rapists

(Übersetzung: „Sachen, die Vergewaltigungen verursachen: – flirten, – was ich anhabe, – zu viel Alkohol, + Vergewaltiger)

Die Kampagne könnte noch Unterstützung brauchen: Ideen für Slogans, Erfahrungsberichte (oder tweets unter #konsenskarneval), Fotos mit Euch im Kostüm und Schildchen „Mein Kostüm ist keine Einladung“ – was immer Euch einfällt.

Natürlich gibt’s auch eine facebook-Seite und einen twitter-Account (@konsenskarneval) sowie eine E-Mail Adresse für Anfragen/Einsendungen: konsens.karnevalATgmailPUNKTcom

Auch sonst freu ich mich über Euer Feedback!

Familie, Feminismus

Macht mit bei meiner Interviewreihe: Feminismus und Mutterschaft

feministin und mutter – in den mainstream-medien heißt das meist: vollzeitberufstätig und karriereorientiert, nicht-stillend und kind mit 8 wochen in der krippe. mich nervt diese einseitige „berichterstattung“ (nicht der genannte lebensentwurf), ist sie doch einseitig, verzerrend und falsch. aber was heißt feminismus für mütter? oder was heißt mutterschaft für feministinnen? ich bin ziemlich sicher, wenn mensch genau hinguckt, lässt sich eine riesige vielfalt an lebensentwürfen, wünschen und vorstellungen finden.

darum möchte ich euch, liebe leser_innen gern zu dem thema „interviewen“. also eigentlich könnt ihr mir einfach schreiben, was euch dazu einfällt, egal ob ihr selber einen eigenen blog habt oder nicht (wenn ihr zu dem thema schon was geschrieben habt, könnt ihr mir auch gern den link schicken, dann trage ich das hier zusammen), die folgenden fragen verdanke ich meinen facebook-leserinnen, die ich gefragt habe, was sie zum thema interessiert. gerne dürft ihr sie als anhaltspunkte nehmen, oder ihr schreibt frei raus. schickt euren text dann an gluecklichscheitern AT gmail PUNKT COM (ihr wisst schon, mit @ und .) und dann gehts los hier! ach ja, anhand meiner blogstatistiken sehe ich, dass hier auch einige aus anderen ländern mit lesen – auch da wär ich besonders neugierig, wenn ihr berichten würdet! gerne mit ein paar hinweisen zu rahmenbedingungen…

Dein Name (egal ob klarname, pseudonym, blog…)

Hast Du (eigene, adoptierte, zu pflegende…) Kind(er), möchtest Du welche, hast Du Dich bewusst dafür/dagegen entschieden, welche Voraussetzungen bräuchtest Du um Kinder bekommen zu können/wollen?

Spielt der leibliche Vater eine Rolle? Oder anders: welche Rolle spielt er (für Dich/für die Kinder)?

Teilst Du Dir die Sorgearbeit fürs Kind mit jemandem? Wie? Und wie wäre es Dir am Liebsten?

Wenn Du in einer Partnerschaft lebst: Wie teilst Du Dir Lohn- und Sorgearbeit? Gab es dazu „Verhandlungen“? Was waren die Gründe für Eure Arbeitsteilung?

Was bedeutet für Dich Mutterschaft? Steht diese Bedeutung für Dich in einem Konflikt zu Deinem Feminismus-Verständnis?

Was braucht es Deiner Meinung nach, um feministische Mutterschaft zu leben? Welche Rahmenbedingungen bräuchtest Du, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, um Deine Vision vom „guten Mutter- und Feministin-SEin“ leben zu können? 

Was bedeutet Dein Feministin-Sein für die Erziehung Deines_r Kind_er? (z.B. Vorbilder suchen, was für Stereotype ans Kind herangetragen werden, Kleider-/Spielzeugwahl)

Hast Du andere Mütter in Deinem Umfeld, die was mit Feminismus anfangen können? Wo holst Du Dir Unterstützung?

Welche Bedeutung hat Erwerbsarbeit für Dich?

Welche Konflikte/Spannungen spürst Du zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Deinem Verständnis von Feminismus und Mutterschaft?

 

Tja, ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr mitmacht, den Aufruf in euren blogs/freundeskreisen bekannt macht und schreibt, was euch dazu einfällt (wie gesagt, die fragen dienen zur anregung, ihr müsst euch nicht starr dran halten!) – ich freu mich! (und bin sehr dankbar, dass der blog hier dann nicht während meines mutterschutzes verwaist…)

Familie

Minime und ich bei frauTV

so und frohes neues 🙂 bevor ich euch die urlaubsgeschichten erzähle oder die anekdoten einer schwangeren auf arbeitssuche – ich war im fernsehen! und minime auch! und unsere katze…nur der mann musste zugucken.

im mai ’13 habe ich frauTV ein interview gegeben. darüber warum ich feministin bin, bzw. warum das muttersein mich darin noch mal bestärkt hat (denn feministin war ich auch vorher schon). und vergangenen donnerstag wurde es gesendet. plus ich durfte in einem extra-video, dass man nur auf der homepage findet, noch etwas über diesen blog erzählen. hier die links:

EDIT: Die Beiträge sind online leider nicht mehr abrufbar.

Feminismus

Feministin und Mutter Sein – Müssen nur wollen?

(Edit 27.03.2013: Ich freue mich, diesen Artikel noch bei der Blogparade von BerlinFreckles verlinken zu dürfen – „Jede Mutter zählt“ heißt die und weil das eben so ist mach ich mit)

Wie geht das, Feministin und Muttersein?

Das war für mich vor Minimes Geburt gar keine Frage. Was sollte sich schon ändern? Ich bin Feministin, dann werd ich eben auch noch Mutter. Gehe weiter meiner Karriere in der Wissenschaft (ich hätts ja eher Berufung genannt) nach, liebe ganz bestimmt mein Kind und werde glücklich.
Und ja, mein Bild war schon sehr eingeschränkt. Ich dachte, wer Feministin ist und Mutter, muss genau so denken – Berufstätigkeit unbedingt! Man muss nur genug wollen…
Dann kam das Kind und ich merkte: Wollen und Können sind nicht ein und dasselbe. Deshalb wundert es mich eher, dass nicht alle Mütter Feministinnen sind, oder jedenfalls mehr. Wenig legt die patriarchale Struktur dieser Gesellschaft so offen, wie das Muttersein, find ich.

Um ganz subjektiv ein paar Ereignisse zu schildern: Ich wurde schwanger als ich grade einen Arbeitsvertrag hatte, der anderthalb Jahre lief. Ich ging ein halbes Jahr in Elternzeit und erfuhr währenddessen, das mein Vertrag nicht verlängert würde. Obwohl die Stelle durchaus weiterläuft. Da der Vertrag einfach auslief, und ich nicht mal gekündigt werden musste, gab es weder aussagekräftige Gründe der Arbeitgeberin, noch die Möglichkeit, einen Personalrat einzuschalten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Mitten in der Doktorarbeit in einem anderen Projekt einsteigen? Von vorne anfangen? Dafür in eine andere Stadt, mit befristetem Vertrag? Nein Danke. Will ich also nicht genug?
Ich schrieb Bewerbungen. Wenn ich in der Bewerbung das Kind erwähnte, kam es gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch. Wurde ich zum Vorstellungsgespräch geladen und erwähnte dann mein Kind gab es unverschämte Reaktionen. Letzen Endes bekam ich eine auf vier Monate befristete Teilzeitstelle. Das Gehalt liegt unter dem, was ich an ALG I bekomme. Und so sehr ich auf die naiven Mütter mit ihren Milchmädchenrechnungen geschimpft habe – ich gestehe, dass die Gleichung in der letzten Zeit bei mir immer öfter aufging. Ich werde müde.
Ja, ich hab mich auch auf volle Stellen beworben. Die vollen, unbefristeten Stellen sind ja eher die Nadel im Heuhaufen. Und erst dann hätte es Sinn gemacht, mit meinem Partner über die Reduktion seiner Stunden zu sprechen. Was in seiner Branche immer noch nicht einfach gewesen wäre. Denn Minime wird nur in Teilzeit bei einer Tagesmutter betreut. Was Anderes war hier in Köln nicht zu finden.
Unabhängig davon: Wenn ich schon nicht in der Wissenschaft arbeite, will ich auch gar nicht Vollzeit arbeiten. Von diesem Modell des Gleichheitsfeminismus, der immer vom männlichen Normalarbeitsverhältnis ausgeht, habe ich mich längst verabschiedet.

Denn ob man als Mutter feministisch ist, hat nichts (oder meist nur sehr wenig) damit zu tun, ob man als Ehe-/Hausfrau und dreifache Mutti oder als in Vollzeit berufstätige Managerin glücklicher ist. Es hat auch nichts damit zu tun, ob man acht Wochen oder drei Jahre Elternzeit nimmt, ob und wie lange man stillt oder nicht, ob man ein Kind oder fünf Kinder hat. Sofern dies “individuelle” Entscheidungen sind. Vielmehr macht sich das “Feministin und Muttersein” in einem Bewusstsein deutlich, dass es neben individuellen Entscheidungen auch strukturelle Ungleichheiten und Notwendigkeiten gibt, die eine_n daran hindern, so zu leben, so Mutter zu sein, wie man möchte:
Die Eine hätte gerne fünf Kinder. Kann aber keine bekommen, warum auch immer, jedenfalls nicht ‘auf natürlichem Wege’. Adoption steht aber nicht jeder offen. Schon gar nicht, wenn sie Single, Lesbe, Frau mit Behinderung, arm…* ist. Eine Andere wollte nie Kinder, wird ungewollt schwanger und treibt aufgrund des gesellschaftlichen Drucks in ihrem sozialen Umfeld nicht ab.
Die eine wäre gerne Hausfrau, weil aber der Hausbau, das neue Auto, die Hobbies der Kinder oder schlichtweg die Haushaltskasse das nicht zulassen, arbeitet sie in einem unbefriedigendem Job. Die andere hätte gerne weiter ihre Karriere verfolgt. Da sie aber immer nur auf befristeten Projektstellen arbeitet, die Kinderbetreuungssituation schlecht ist und ihr_e Partner_in dagegen den unbefristeten Vollzeitjob hat, bleibt sie länger als geplant zu Hause, findet in ihren alten Job nicht zurück und muss sich beruflich umorientieren. Und da wir hier in Deutschland sind: es mögen doch bitte nur Deutsche Kinder kriegen. Von „den Anderen“ gibts ja eh schon genug, die mögen sich bitte nicht auch noch vermehren (Sarkasmus off).

Drei Punkte, die ich für eine feministische Mutterschaft wichtig finde:

  1.  Sich kein X für ein U vormachen lassen! Man müsse nur genug wollen, so wie auch Frau Schröder gerne jeder weiß machen will, dann klappt das schon, ts. Wahlfreiheit? Das ich nicht lache! Ich kenne viele Mütter, und habe mich manchmal auch so gefühlt, die ihr Scheitern (an den ursprünglichen Plänen fest zu halten) als persönliches Scheitern erleben. Keine Frau oder Mutter scheitert am Wollen. Zwar stellt man manchmal fest, dass man plötzlich etwas anderes will – das ist in Ordnung. Aber in dieser Gesellschaft liegen zwischen dem Wollen und dem Können immer noch mehr strukturkonservative Menschen als man meint.
  2.  Naivität kann sich keine leisten. Denn die Milchmädchenrechnung bleibt eine Milchmädchenrechnung. Es kann ja jede gerne Hausfrau und Vollzeitmutter werden. Aber bitte – wenn möglich – an die eigene Absicherung denken. Vielleicht so, wie Rike das mit ihrem Mann getan hat.
  3.  Statt das eine Muttermodell über das andere zu stellen gemeinsam gegen die politischen und gesellschaftlichen Zustände stellen. Ob man sich dafür in einer Partei organisiert, oder bloß die Parteiprogramme genau durchliest und sein Kreuzchen dementsprechend an der richtigen Stelle macht. Oder einen Verein gründet (ich denke da grade drüber nach. Einen Namen habe ich schon – Wahlverwandtschaft e.V. Wenn ich ein paar ruhige Minuten finde, mehr dazu auf meinem Blog).

Hauptsache gemeinsam, statt gegeneinander!