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Vereinbarkeit im Tourismus? Nadja von For Family Reisen

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Ihr Lieben,
es gibt Themen, mit denen kriegt man mich ganz schnell – bei einer Pressemitteilung von For Family Reisen kamen gleich zwei Themen zusammen: Reisen und Vereinbarkeit. Ich meine, ich habe mich anfangs oft gefragt, wie man Arbeit und Mutter-Sein „vereinbart“. Aber wie vereinbart man Reisen, Mutterschaft UND Arbeit? In dem man in der Reisebranche arbeitet und ein tolles Setting hat, wie zum Beispiel einen familienfreundlichen Arbeitgeber.
Nadja leitet das Team von For Family Reisen in Köln. Zunächst hat sie es im HomeOffice geleitet (vielleicht befrag ich sie noch zu meiner Blogparade) und nun gibt es dort einen eigenen Standort. Und wenn es schon in meiner Heimatstadt ist, dann muss ich Nadja doch gleich zu ihrer Arbeit und zur Vereinbarkeit befragen und ich hoffe, dass euch das Interview unterhält:
For Familiy Reisen - Standortleiterin Nadja Albrecht

Nadja Albrecht arbeitet nicht nur in der Tourismusbranche, auch mit Kindern hat sie ihre Begeisterung fürs Reisen behalten

Liebe Nadja, erzähl doch mal ein bisschen über dich (wie bist Du der Reiseleidenschaft verfallen, wie war Deine berufliche Laufbahn, wie kam es zu Deiner Arbeit bei For Family Reisen, wie alt sind deine Kinder…)

Liebe Melanie, ich bin Quereinsteigerin in der Tourismusbranche und war nach meinem Kunstgeschichte & BWL-Studium für das Marketing an der Schirn Kunsthalle Frankfurt unter Direktor Max Hollein verantwortlich. Dann bin ich nach Hamburg zum Reiseveranstalter China Tours gewechselt und habe mich dort vor allem im Bereich Online-Marketing weiterentwickelt.

Über eine Kooperation von Spezialreiseveranstaltern habe ich währenddessen Rainer Stoll kennengerlernt. Der Geschäftsführer des Mittelamerikaspezialisten travel-to-nature bot seit über 15 Jahren Reisen mit Kindern durch die ganze Welt an, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden, darunter 5 Goldene Palmen des Reisemagazins GEO Saison für die beste Reise mit Kindern des Jahres.


Aufgrund der ständig steigenden Nachfrage haben wir den Bereich Familienreisen 2013 in einem eigenständigen Veranstalter gebündelt und neu positioniert. Als Mitgesellschafterin stieg ich dann nach meiner ersten Elternzeit fest in das Team von For Family Reisen ein. Ich übernahm die Leitung Marketing & Vertrieb und arbeitete im Home Office in Köln, wo ich seit 2014 mit meinem Mann und unseren zwei Kindern (jetzt 3 und 1 Jahren) lebe.

So richtig angefangen mit dem Fernweh hat es in meinem Auslandsjahr in Paris während des Studiums. Von diesem Moment an, habe ich glaube ich erst wirklich realisiert, wie spannend es ist, Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern kennenzulernen. Durch meinen Mann Christoph Albrecht, der schon seit vielen Jahren als Geschäftsführer im Tourismus tätig ist, konnte ich meine Reiseleidenschaft dann richtig ausleben und habe viel gesehen und gelernt. Beruflich waren wir in der Zeit, bevor wir Eltern geworden sind, viel in Asien unterwegs.
 
Als junge Familie sind wir dann mit dem Gefühl gestartet, dass wir auch mit Kindern unser Reiseverhalten sicher nicht groß ändern werden. Mittlerweile sehe ich das etwas anders: Wir reisen zwar immer noch in viele Länder weltweit, aber wir achten genau darauf, dass die Kinder sich wohl fühlen – denn wenn die Kids gut drauf sind, ist es für uns auch entspannt. Die Fahrtstrecken sollten daher zum Beispiel nicht zu lang sein und die Unterkünfte möglichst über einen Pool verfügen. Toll ist es natürlich auch bereits für unsere kleinen Kinder, wenn andere Kinder vor Ort sind.
Fernreisen mit Kindern

Nadja mit ihren Kids am Kap der guten Hoffnung

Daher bin ich überzeugt von unserem Konzept, in einer kleinen Gruppe mit gleichgesinnten Familien begleitet von einem erfahrenen Reiseleiter zu reisen. Der Guide kann die Eltern und Kinder gleichermaßen von Land & Leuten, den Tieren und der Natur begeistern und die Kinder finden unter den Gleichaltrigen oft Spielkameraden und werden nicht selten Freunde. Bei einer individuellen Fernreise ist man zwar sehr flexibel vor Ort, aber man hofft eben darauf, auch mal andere Kids vor Ort zu treffen, denn das Spielen mit anderen Kindern ist für unsere Kids einfach am schönsten.

 
Nachdem ich persönlich ja wenig Glück hatte mit familienfreundlichen Arbeitgebern scheinst Du dagegen den 6er im Lotto abgefangen zu haben – Du hast viel im Homeoffice gearbeitet – wie hat Dir Dein Arbeitsumfeld das Thema Vereinbarkeit erleichtert, wie hat Dein Chef Dich unterstützt, wie ist die Zusammenarbeit mit Kolleginnen?

Das Arbeiten im Home Office hat mir ermöglicht, in den ersten Jahren mit kleinen Kindern, den Job ausführen, den ich liebe, auch wenn ich nicht am damaligen Standort der Firma sitzen konnte. Als operative Führung bringt die Distanz zum Vertriebsteam aber natürlich auch oft Schwierigkeiten mit sich – gerade im Bereich der Personalführung und der internen Kommunikation. Vor allem in der anstrengenden Zeit der Katalogproduktion verlief die Zusammenarbeit nicht effektiv genug. Daher entschieden Geschäftsführer Rainer Stoll und ich uns dafür, den Plan einer Zweigstelle in Köln in die Realität umzusetzen.

Rainer Stoll war einverstanden, dass das Team das Büro in Ballrechten bei Freiburg verlässt und im Mai 2016 zu mir nach Köln in ein neues Büro zieht. So ist die langfristige Vereinbarkeit von Familie und Beruf für mich tatsächlich möglich geworden und ich bin Rainer Stoll sehr dankbar für sein Vertrauen.

Der Umzug des Teams war seit meinem Einstieg in das Unternehmen abgesprochen und den Mitarbeitern natürlich auch bekannt. Ich freue mich sehr, dass ich nun den wachstumsstarken Kurs in direkter Zusammenarbeit mit dem Team vorantreibenkann und trotzdem ausreichend Zeit für die Kinder im Anschluss an Kindergarten und Kita habe.

For Family Reisen - Nadja im Schnee

Ob warm, ob kalt – Nadja verreist bei jeder Temperatur

 

Hast Du vielleicht DEN ultimativen Tipp für die perfekte Vereinbarkeit von Familie und Beruf? 😉

Ich sehe bei vielen Freundinnen, wie schwer es ist, Familie und Karriere zu vereinbaren. Ohne zusätzliche Unterstützung durch Großeltern, Babysitter, Haushaltshilfen etc. ist es oft nicht möglich mehr als 50% zu arbeiten. Und auch bei uns läuft es oft nicht rund, wie es jetzt vielleicht aussieht. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man versucht, frühzeitig Entscheidungen zu treffen, die einem die Situation erleichtern. Abwarten bis das Fass überläuft ist keine gute Idee.

Meine Absprache mit Rainer Stoll, dass For Family Reisen früher oder später zu mir kommt, habe ich schon bei meinem Einstieg festgehalten, da es klar war, dass ich nicht nach Ballrechten ziehen kann, sondern dort arbeite, wo mein Mann auch tätig ist und unsere Familie wohnt. Und Gott sei Dank gehen unsere Kids von Anfang an gern in die Kita – beide haben mit jeweils 11 Monaten dort angefangen. Die frühe Eingewöhnung trug sicher auch dazu bei, dass wir fast keinen Trennungsschmerz hatten und ich auch mit einem guten Gefühl auf die Erzieher in meiner Arbeitszeit vertrauen kann.

Ich selbe freue mich mit der ganzen Familie zu verreisen. Erlebe aber auch viel Skepsis – dabei haben wir bisher wahrlich keine Fernreisen gemacht. Hast Du allgemein ein paar ermutigende Tipps für Eltern, wie sie gut eine Reise planen können und warum sie auch vor Fernreisen keine Hemmungen haben müssen?

Wie herzlich und gastfreundlich Menschen überall auf der Welt sind und insbesondere mit Kindern umgehen, ist gerade in der heutigen Zeit eine wertvolle Erfahrung. Ich bin mit meinem Kindern außerhalb von Europa bereits nach China, Südafrika, Kanada, in die USA und in den Oman gereist. Oft fragen mich Eltern, inwiefern Fernreisen auch schon für Kleinkinder eine Bereicherung darstellen? Können sich die später überhaupt daran erinnern? Aus eigener Erfahrung weiß ich nun, was Kinder auch schon in jungen Jahren alles wahrnehmen.

Wir erinnern uns oft gemeinsam anhand an die einmaligen Erlebnisse auf unseren Reisen und auch wenn die Kids nicht immer alle Bilder im Kopf haben, wissen sie, dass wir gemeinsam eine ganz besondere Zeit in einem fernen Land verbracht haben.
 
Bei unseren Familienreisen schaffen wir genau solche Erlebnisse, die auch die Familien zusammenschweißen und verbinden. Die Gäste von For Family Reisen schätzen, dass wir jedes Reiseprogramm persönlich mit größter Sorgfalt auswählen und testen. Sicherheit und Qualität stehen bei uns an erster Stelle. Unsere außergewöhnlichen Reisen ermöglichen Familien ein kindgerechtes Erleben fremder Kultur-und Naturlandschaften und werden dabei von erfahrene Reiseleitern betreut.

Bei einer Reisebuchung erhalten die Gäste von unseren Reiseexperten ausführliche Reiseunterlagen mit detaillierten Infos zum Reiseland, aktuellen Hinweisen zum Thema Gesundheit und Impfungen sowie zu den Einreisebestimmungen, eine ausführliche Packliste und alle Kontaktdaten zu unseren Ansprechpartnern vor Ort inkl. einer 24-Std-Notruftelefonummer.

Vereinbarkeit im Tourismus: Vorbild Tierreich - auf viele SChultern teilen

Pinguine sind DAS Vorbild in Sachen gleichberechtiger Elternschaft. Vereinbarkeit im Tierreich quasi

Wie kann speziell euer Team bei der Planung von Fernreisen unterstützen? Und was ist Dein persönlicher Favorit unter den Destinationen?

Unsere Reiseexperten beraten die Familien persönlich unter +49 221-177309-00. Wir besprechen die Bedürfnisse der Eltern und Kinder und suchen gemeinsam ein passendes Reiseziel. Unsere ausführliche PDF-Broschüre zur Vorbereitung auf eine Fernreise mit Kindern erhält jeder auf Anfrage gern per Mail zugeschickt.
Mein Tipp für eine erste Fernreise mit Kindern: Die Garden Route in Südafrika im Mietwagen 

Ich hätte nie gedacht, dass wir hier einen so wunderschönen individuellen Urlaub in einem malariafreien Gebiet in Südafrika verbringen werden. Das Highlight waren 70 Elefanten um uns herum am Wasserloch im Addo-Elephant-Nationalpark! Die landschaftliche und kulturelle Vielfalt, die kinderfreundlichen Menschen, die hohen Standards in Qualität, Sauberkeit und Service sowie die aktuell unschlagbare Währungssituation machen das Reiseziel sehr attraktiv.

Hinzu kommt, dass man sogar die Big Five am Kap erleben kann: Man muss dafür gar nicht in den Krüger Nationalpark fahren, sondern findet Löwe, Elefant, Leopard, Nashorn und Büffel auch in der Küstenregion am Kap. Zudem sind auch die Fahrtstrecken nicht lang, so dass den Kindern im Auto nicht langweilig wird. Wir waren begeistert!

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So, unser Urlaub steht vor der Tür und ich hoffe, das Interview hat euch ebenfalls Fernweh bereitet und wenn ihr finanziell dazu in der Lage seid und gerne reist: Dann tut es einfach! Inspiration habt ihr ja nun! (Oder ihr holt euch die Inspiration im Newsletter von For Family Reisen, den ich wirklich sehr gerne lese!)
Reisen mit Kindern

Aussteigen mit Kind

Ich freue mich, Euch heute einen ersten Gastbeitrag zu präsentieren! Louise vom Blog Zwerggeflüster schreibt, was sich durch ihre Tochter verändert hat und wie sie – vorläufig? – zur Aussteigerin wurde. Der Beitrag macht mich ein bisschen neidisch, schließlich leide ich auch unter permanentem Fernweh und freue mich, es dieses Jahr auch ein mehr ausleben zu können (dazu später mehr), aber ob ich so konsequent wäre wie Louise weiß ich nicht. Aber lest selbst:

Wie unser Kind uns zum aussteigen inspiriert hat

Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal auf einer tropischen Insel mitten im Dschungel mit Kind leben würde. Seit ich klein bin, leide ich an Fernweh, besser gesagt Südweh. Und meine Oma ist die einzige, die das wirklich ernst genommen hat. Ja, in den warmen Süden wollte ich immer… Und aussteigen sowieso. Aber einfach so hätte ich das nie gemacht, dafür fehlte mir der Mut, der richtige Zeitpunkt und ach, das wäre doch alles nie Wirklichkeit geworden!

Kurz, bevor Matilda auf die Welt kam, stand ich an unserem Küchenfenster und wurde auf einmal von einem mächtigen Heulanfall überwältigt! Ich, hochschwanger, realisierte plötzlich folgendes: unser Kind kommt ausgerechnet in so einer Stadt (Mannheim) zur Welt. Wenn ich jemals ein Kind haben sollte, wollte ich alles perfekt dafür machen. Viel Geld ansparen, damit es mal auf eine ausgewählte Schule gehen kann, Hobbies haben und etwas von der Welt sehen kann, einen sicheren Job usw.

No woman no cry

Doch schon kurz nach der Entbindung fing alles an, ganz anders zu werden. Mein Schwiegervater wollte uns aus der Klinik mit dem Auto nach Hause fahren. Ich wollte unbedingt nach Hause laufen, das Äffchen im Tragetuch, damit sein Köpfchen schön rausgucken und alles sehen kann – an der frischen Luft statt eingepfercht in eine Plastikbabyschale in stinkendem Autogeruch.

Stillen. ́Ich stille einfach ein halbes Jahr und danach gehe ich wieder arbeiten.“ Habe ich gedacht. Stattdessen war von nun an immer dieses durchdringende, quälende Weinen, wenn ich mich diesem kleinen Wesen mal entzogen habe, was doch eigentlich am liebsten die ganze Zeit seine Mama samt Milch für sich allein haben wollte. Nie hätte ich gedacht, dass ich mal zur Ökolangzeitstillmama werde, mich auf einmal nicht mehr schminke, nur noch Baumwolle trage und alles Plastik in der Wohnung gegen Holz austausche.

Unsere Arbeitszeiten waren von Anfang an perfekt. Daniel und ich konnten uns als freiberufliche Musiklehrer immer aussuchen, wann und wie viel wir arbeiten. Montag, Mittwoch er, dienstags und donnerstags ich, beide können arbeiten und zu Hause beim Baby sein, toll! Nur, ein sicherer Job, der viel Geld abwirft, ist das natürlich nicht. Aber lieber weniger Geld, als Baby in der Krippe und weit weg von uns.

Jede Mutter weiß, wovon ich rede. Bei manchen spielen die Hormone schon in der Schwangerschaft total verrückt. Bei mir kam das alles erst hinterher. Back to the roots! Dass ich mal so eine Mutter werde, hätte ich selbst ja auch nie gedacht! Aber die Hormone erfüllen ihren Sinn und spätestens mit der Ankunft des Neulings sieht jede Mama die Welt durch ihre Kinderaugen. Bei mir ist es so, dass ich manchmal glaube, das Kind selbst zu sein. Und ich glaube auch daran, dass sich das Kind seine Eltern aussucht. Ich bin im übrigen nicht religiös! Aber überzeugt davon, dass unser Kind (und jedes andere auch) sich genau so in einen Haushalt inkarniert, dass es genau die Eigenschaften und Herausforderungen mitbringt, an der die jeweilige Familie wachsen kann und soll. Unser Kind lehrt uns, wir selbst zu sein, frei zu sein, denn es möchte selbst ganz frei sein. Und das kann es nur, wenn wir diese Herausforderung annehmen und ihm einen Rahmen dafür bieten.

Flöhe husten, Zwerge flüstern

Obwohl wir von Anfang an unseren eigenen Weg gegangen sind und dabei immer auf unser Bauchgefühl gehört und vieles anders gemacht haben, stellen wir uns unser kurzes Dasein hier auf Planet Erde irgendwie anders vor. Ich möchte nicht 9-to-5 arbeiten gehen, nur um von dem Geld eine Wohnung oder ein Haus zu finanzieren. Ich möchte mein Kind nicht in die Krippe oder den Kindergarten schicken, weil ich arbeiten muss. Wenn schon, dann, weil es dort so toll ist! Und ich möchte auch nicht, dass mein Kind durch die „Erziehung“ in der Schule oder anderen Institutionen wiederum auf dieses spätere, „richtige“ Leben vorbereitet wird. Denn wer sagt eigentlich, dass das das Leben ist? In einer Stadt wohnen, industriell gefertigtes Essen aus dem Supermarkt verzehren, eine bestimmte Wohnausstattung haben, Versicherungen und „Lebenszubehör“ zu finanzieren und für die natürlichsten Dinge wie Wald, Meer oder Küste viel Geld in Form von Urlaub – zur Erholung von dem ganzen Trott – auszugeben? Mein Denken hat sich geändert, zum Glück! So angenehm, wie unser Komfort ist – wir leben (meiner Meinung nach) in einer sehr künstlichen Welt. Und die Verbindung zur „echten“, natürlichen Welt, ist gestört. Telepathie und Gedankenübertragung hat für die meisten Menschen etwas mit Esoterik zu tun. Dabei sind sie genauso real wie Intuition, Bauchgefühl und spontane Einfälle. Wir verstehen das nicht und können dieses Urwissen daher nicht mehr für uns nutzen. Außerdem sind wir zu abgelenkt und geblendet. Statt selber auszusenden und uns zu verbinden, lassen wir iPhone, Tablet & Co. für uns vermitteln.

Aber wie kann ein anderes Leben aussehen? Kein Handy mehr benutzen, nicht mehr einkaufen und nur noch selbst anbauen, plastikfrei, unschooling, vegan sein & Co.? Eigentlich wollte ich jetzt einen Scherz machen, aber mir fällt gerade auf – ja, ich habe das alles schon ausprobiert. Und es gibt viele Menschen, die ebenso leben und ja, wir fühlen uns damit irgendwie besser. Nein, wir glauben sogar, dass sei die Zukunft, obwohl wir gar keine Ahnung haben, was hier in 30 Jahren mal los ist. Kinder vermitteln uns aber ein Gespür für das wahre, gute, wenn wir es ihnen erlauben.

Im Moment wohnen wir auf einer kleinen Insel knapp unterhalb des Äquators. Hier ist alles ganz anders und irgendwie auch fremd. Alles, was wir von zu Hause her kennen, was auch Matilda kennt, fehlt. Wir können nicht mehr ins Kindertheater gehen, nicht ins Balett, unser Klavier und alle Instrumente sind weit weg, Kinderreiten gibt es hier auch nicht. Aber es gibt viel grün, ja, die Straßen und Wege sind voll von Palmen und saftig-grünen Dschungelpflanzen. Wir verbringen unsere Tage am Strand oder den vielen schönen Wasserfällen und Matilda läuft herum, wie ein kleiner Tarzan und es stört sich niemand daran.

Freiheit ist eine Fiktion

Was mir in Deutschland immer gefehlt hat, ist die Natur. Ich meine, so richtige Urnatur! Und die absolute Freiheit. Und das Geld. An meinen besten Tagen habe ich acht Stunden mit Kind draußen, im freien, verbracht. Aber es gibt trotzdem noch die Briefe der GEZ sowie weiteren deutschbürokratischen Nonsens, Bankwesen usw. Selbst, wenn ich wollte – ich dürfte mir gar nicht meine eigene Hütte im Wald bauen und darin leben! Und mittlerweile verstehe ich Leute, die ihr Business nach Hong Kong oder auf eine steuerfreie Insel verlegen, immerhin haben sie so ihre Ruhe.

Aber zum Stichwort „fehlt“ – das Gras ist doch immer grüner auf der anderen Seite.
Das muss ich auf reisen gerade wieder lernen, zufrieden zu sein. Fast 20 Jahre lang bin ich nie ohne mein Instrument verreist und habe mich dadurch immer eingeengt gefühlt. Und nun fehlt es nicht nur mir, sondern ich trauere sogar darum, dass meine Tochter nicht mehr darauf spielen kann.

Und es ist doch eigentlich verrückt. Jetzt, wo ich mir diese große Freiheit endlich geschaffen habe, völlig losgelöst und zeitlos leben kann, wie, wo und wann ich will, „am reisen“ bin – wünsche ich mir wieder ein eigenes zu Hause, eine kleine Wohnung, ein (bis dahin übrigens noch nie gehabtes) Kinderzimmer.

Ein bisschen näher am Paradies

Heute war es hier sehr heiß. Es ist Anfang Januar und Beginn der Trockenzeit. Die nächsten Monate wird es auf der Insel kaum regnen. Matilda läuft zur Zeit am liebsten nackig herum. Ich habe immer einen Rock für sie dabei, falls wir in einen Shop oder auf den Markt gehen. Alle, die hier leben, sind so vermummt. Die Frauen tragen selbst bei größter Hitze langärmeliges und ihr weites Kopftuch. Aber an dem Nackidei stört sich niemand. Hier gibt es überhaupt so viele Kinder, dass die ganze Insel theoretisch Eltern sein muss. Und man spürt das. So eine Gelassenheit und Ruhe habe ich sonst nirgends erlebt. So fremd mir diese Kultur hier ist, so angenehm finde ich sie auch. Und wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, werde ich merken, dass ich genau das immer gesucht habe. Aber deshalb nun ein Leben hier führen? Ich weiß es noch nicht. Matilda wird mich weiter inspirieren.

Louise und ihre Tochter am Strand

Louise und ihre Tochter am Strand

Aussteigen mit Kind? Louise hat es getan

Aussteigen mit Kind? Louise hat es getan

Reisen mit Kindern

Familienurlaub mit Kindern: Istrien – Kroatien (Teil 2)

Hier geht es zu Teil 1.

Istrien ist für seine Trauben berühmt. Der Weißwein dort ist wirklich lecker. Und Olivenbäume gibt es dort, massenweise. Also eigentlich ist Istrien mein Paradies. Brot und Wasser, pft. Weißwein und Oliven, DAS braucht man zum Leben.

Oliven und Trauben für leckeren Weißwein - dafür ist die Region bekannt

Oliven und Trauben für leckeren Weißwein – dafür ist die Region bekannt

Viele viele schöne Städtchen und Städte gibt es dort. Meine Favoritin war neben Porec und Rovinj – Pula. Nicht nur wegen des allseits bekannten Amphitheaters. Es ist auch ein Studentenstädtchen, Touristenmagnetin – rundum schön.

Amphitheater in Pula

Amphitheater in Pula

Hopp-on-and-off-bus in Pula, Kroatien

Minimes Haare und eine Bucht in Pula

Ein bewölkter Tag. Endlich mal zum Strand ohne Hitzeschlag befürchten zu müssen. Ich habe mir vor Ort wieder Schnorchel und Brille zugelegt und habe mir unter Wasser mal Flora und Fauna angesehen. Wunderbar!

Mann und Cashew am Strand

Mann und Cashew am Strand

Stadtbild

Stadtbild

Neben Pula hat Istrien viele viele schöne Städtchen zu bieten. Porec oder Rovinji zum Beispiel am Meer und Groznijan und Buzet im Landesinneren. Alle einen Ausflug wert. Oder zwei.

Mauergraffiti

Mauergraffiti

Noch mal Amphitheater von Pula

Noch mal Amphitheater von Pula

Tiere im Amphitheater

Tiere im Amphitheater

Der Nationalpark Brijuni-Inseln ist ein wahres Paradies, zu dem es viele Anekdoten gibt. Viele Filmstars tummelten sich in der Vergangenheit hier. Und Politiker. Man fährt in der Regel von Fazana mit organisierten Ausflugsbooten dahin. Eine Tour durch den Nationalpark lohnt sich und gibt es auch mit deutscher Reiseleitung. War nicht ganz günstig, dafür fährt man dann mit einer Bimmelbahn ca. 40 minuten rum, kann sich alles anschauen und für den 4jährigen Minime war grade die Bimmelbahn DAS Highlight.

Tipps für die Suche nach einem Campingplatz

Wir waren mit unserem Campingplatz sehr zufrieden. Eine schöne Übersicht über die besten Plätze in Kroatien gibt es hier und hier.

Reisen mit Kindern

Urlaub mit Kindern : Istrien – Kroatien (Teil 1)

Mit (kleinen) Kindern Urlaub machen ist wie mit ohne, nur anders. Jedenfalls für mich. Das merkten wir schon letztes Jahr auf den Kanaren. Mit einem damals Zweijährigen fielen Dinge wie Wandern, Klettern, ausführliche CityTrips erstmal aus (habt ihr andere Erfahrung? Her mit Euren Tipps!).

Braucht man allerdings Hilfe bei der eigenen Seelenentschleunigung hilft einem ein Kleinkind dagegen total: Der Weg zum Strand kann dann auch mal 50 statt 5 Minuten dauern. Schließlich gibt es auch am Wegesrand genug zu sehen, nicht nur da, wo Mutti oder Vatti es vermuten (auf der Badematte oder im Wasser).

Trotzdem nicht zu Hause bleiben!

Beim Gedanken an die Reise dachte ich zwischendurch: Warum überhaupt wegfahren? Cashew mag Autofahren nicht, vielleicht ist es dort zu heiß oder zu kalt (dann hätten wir gleich zu Hause bleiben können), was wenn die Kinder nicht mitziehen? Und es gäbe ja auch genug in Köln, der Eifel, ja überhaupt in NRW zu sehen. Auch der Rest von Deutschland hat noch schöne Ecken.

Ja…Aber!

Ich denke oft, man sollte doch dieses Urlaubsgefühl auch zu Hause aufkommen lassen. Oder bewahren. Die eigene Stadt mit Touristinnenaugen sehen. Die nahe Umgebung erkunden und ein Abenteuergefühl beschwören. Nur leider, so richtig funktionieren mag das bei mir nicht. Nicht immer. Oft ist die Fahrt selber, die Reise in „den Urlaub“ für mich schon ein Highlight. Außerdem: In der Ferne kann man manchmal die Sicht auf das eigene Familotop reflektieren. Wenn alle anderen Familien ihre Kinder noch bis 23 Uhr draußen spielen lassen – müssen wir dann wirklich drauf bestehen, dass unsere um neun im Bett liegen?

Und glücklicherweise: die Kinder machten diesmal mit. Trotz langweiligen Ausblicks auf triste Autobahnleitplanken, wespenverseuchter und lieblos gestalteter Rastplätze.

Lange Autofahrt mit Zwischenstopp

Von Köln nach Kroatien (also in den Norden Kroatiens) sind es etwas über 1000 Kilometer. Ohne Kinder hätten der Mann und ich uns abends ins Auto gesetzt und wären am nächsten Mittag übermüdet aber glücklich angekommen. Mit zwei kleinen Kindern erschien mir diese Idee…nicht umsetzbar. Die Kindersitze lassen sich nicht mehr in Liegeposition bringen und wenn die Kinder in ihnen schlafen, sieht es so aus, als ob jede_r Orthopäde sich über zukünftige Patient_innen freut.

Statt dessen machten wir etwas, was ich schon seeehr lange nicht mehr gemacht habe: Zwischenstopp in einer Jugendherberge. Auf dem Hinweg in Mühldorf a.d. Inn und auf dem Rückweg in Eichstätt. Beide Male hatten wir Zimmer für uns. In der ersten Jugendherberge war großes Halligalli, zwei Dutzend Teenies machten dort scheinbar Klassenfahrt. Allerdings war ab 23 Uhr wirklich Funkstille. In Eichstätt hatten wir auch ein eigenes Badezimmer, es waren einige andere Familien vor Ort und ich fand es sehr schade, dass wir nicht länger blieben, denn sowohl die Jugendherberge als auch die Region dort machten Lust auf Entdeckungstouren. Das Altmühltal ist ganz in der Nähe und in der Jugendherberge konnte man sich Gerät ausleihen, um dort auf Fossiliensuche zu gehen!

Campingplatz-Strand, CampingIng Umag

Campingplatz-Strand

Camping 4 Sterne deLux!

Wir haben für die zwei Wochen ein Mobilwohnheim auf einem Campingplatz gebucht. Einem 4 Sterne-Campingplatz. VIER STERNE! Mir war gar nicht klar, dass auch Campingplätze in Kategorien unterteilt sind. Bis dato war ich einige Male campen, und das hieß für mich: Wenn die Duschhäuschen und Toiletten sauber sind, ist alles paletti!

Vier Sterne also. Das hieß in diesem Fall: ein riesiger Campingplatz, dessen Infrastruktur schon eher an eine Hotelanlage erinnerte. Strandlage. Großer Pool. Zwei Supermärkte, diverse Restaurants und (Strand-)Bars. Kinderbetreuung im Miniclub für alle von 8 Monaten bis 17 Jahre. Sportangebote, Ausflugsboote, Bimmelbahn. Abendprogramm (Konzerte, Musicalshows – die Qualität reichte von NaJa bis echt unterhaltsam). Theoretisch musste man den Campingplatz den ganzen Urlaub über nicht verlassen.

Tja. Wir buchten ein Mobilwohnheim, zwei Schlafzimmer, Wohn-/Kochbereich und Terasse. Denn so richtig mit nur Zelt war mir persönlich zu stressig. Bis auf Handtücher und Bettbezüge mussten wir nichts mitbringen und wir konnten ein paar Kindersachen dazu buchen, wie z.B. Kinderstuhl, Rausfallschutz fürs Bett und Töpfchen 🙂

Leider sparten wir an einer Klimaanlage, was bei konstant 36°C die erste Woche über den Aufenthalt im Mobilwohnheim tagsüber auch nicht sehr attraktiv machte. Also uns Eltern wäre das ja noch egal gewesen. Ohne Kinder hätten wir unsere Hängematte geschnappt und selbige am Strand aufgehangen und uns bis zum frühen Abend mit einem Buch reingelegt. Die Idee fanden unsere Kinder aber nicht ganz so mitreißend, also haben wir tagsüber Minime gelegentlich zum Miniclub gebracht (klimatisierte Räume!) während Cashew im Kinderwagen unter einem schattigen Bäumchen seinen Vormittagsschlaf absolvierte. Am Pool gab es leider keinen Schatten, die schattigen Plätze am Strand waren schon am Morgen „reserviert“ (es waren viele Deutsche auf dem Campingplatz ^^) und so mussten wir halt kreativ werden.

Schön, dass es einige Tropfsteinhöhlen in der Umgebung gibt, die man besichtigen kann, dort herrschen ja konstant eher 10°C, das reichte für eine Abkühlung.

Nachmittags machten wir auch weitere Ausflüge (dazu in den nächsten Teilen mehr) und nach ca. drei Tagen gaben wir auch den Versuch auf, uns an unserem üblichen Tagesrhythmus festzuhalten und die Kinder um acht ins Bett zu schicken. War bei immer noch 33°C nämlich unmöglich und das Leben auf dem Campingplatz begann da auch erst. Also zogen wir abends mit den Kindern zur Minidisco oder runter zum Strand, schauten den Leuten auf der Promenade zu, tranken Limo, hörten Livemusik oder ließen Minime auf einem Boot fahren (ähnlich wie Autoscooter) oder im Adrenalinpark (der hieß wirklich so) auf dem Bungee-Trampolin hüpfen. Gegen 22:00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg, Cashew schlief dann bereits im Kinderwagen und musste nur ins Bett getragen werden, Minime saß noch bei uns auf der Veranda oder wurde ebenfalls in den Schlaf überredet. Das hatte auch den Vorteil, dass er am nächsten Tag erst gg. halb 9 wach wurde und so eine_r von uns immer ausschlafen konnte, während di_er Andere mit Cashew zum Bäcker ging und Bröchten holte, Kaffee aufsetzte und den Frühstückstisch deckte.

Campingplatz-Strand, Istrien Kroatien

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand(Dies war nur der erste Teil, den zweiten findet ihr hier !)

Reisen mit Kindern

Reisen mit Kind (Teil 1): den Süd(west)en Teneriffas mit dem Bulli befahren…

Winterurlaub auf den Kanaren? Mit Vorschulkindern ist der Winter die perfekte Reisezeit für Familien! Hier unser Bericht

Der Plan war, nach 3 Jahren ohne Reisen endlich wieder Urlaub zu machen. Auszunutzen, dass ich grad arbeitssuchend bin und der Mann sich seinen Urlaub selbst aussuchen kann. Überwintern irgendwo im Süden. Das alles trotzdem irgendwie „kindersicher“. Erstmal keine Experimente (ich träume von Bali, Thailand, Sri Lanka…), warm aber trotzdem Europa. Da blieben eigentlich nur noch – die Kanaren. Und auch da sind nicht alle Inseln gleich. Unsere 1. Wahl war Teneriffa. Alle, die schon mal da waren, schwärmten von der Vielfalt, der abwechslungsreichen Landschaft. Und für Familien mit kleinen Kindern soll es auch perfekt sein – na gut, überredet.

Dann machen wir aber auch eine Bullitour! Wollten wir doch immerschon! Wenn ich tagträume, was ich von einem Lottogewinn so kaufen würde, stand ein Bulli immer ganz weit oben. Der Mann fand über hanggtime tatsächlich eine Bullivermietung auf Teneriffa. Die erste Woche wollten wir die Insel also mit dem Bulli erkunden.

Der 4-stündige Flug (mit Norwegian – kann ich empfehlen) war sogar erträglich, auch dank Wlan über den Wolken 🙂 Das Kind war trotz des fast nächtlichen Aufstehens nicht müde zu kriegen, blieb aber trotzdem gut gelaunt.

Unsere Unterkunft auf Teneriffa: Ein T3 Bulli

Am Flughafen Teneriffa Süd wurden wir dann mittags von Reiko, dem die Bullis gehören, in seinem Wagen abgeholt. Der für uns geplante Bulli (Modell t3) sei leider kaputt, er würde grade einen t5 flott machen, das könne aber noch eine Stunde dauern…wir fuhren nach Las Americas, aßen gemeinsam, fuhren weiter zum Strand in ein Cafe, tranken einen Kaffee…aber nach einer Stunde war der Bulli natürlich noch nicht fertig.

Wir saßen dafür in der warmen Sonne am Meer, das tröstete. Erst mal…machen wirs kurz: Aus der einen Stunde wurde später Abend, es war dunkel und eeeeendlich konnten wir den Bulli in Empfang nehmen. Um einen der tollen Spots aufzusuchen, die Reiko uns als Standplätze empfohlen hat, war es nun zu dunkel. Also bauten wir unser Lager auf dem Riesenparkplatz neben McDonalds (einzige Toilette in der Nähe!) auf und versuchten etwas Schlaf zu bekommen.

Teneriffa mit Kindern - Eine Bullitour

Der Bulli – im aufgeräumten Zustand

Der Mann und ich lagen unterm Dach, Minime hinten im Kofferraum, die wir ihm als „Höhle“ verkaufen konnten. Ja, es hat was bei Meeresrauschen zu schlafen. Sanitäre Anlagen wären aber schon ne Wucht gewesen. Nun gut, ist ja nur für eine Woche…

Ausflüge

Tagsüber fuhren wir an die Strände des Südens & Westens, ganz besonders angetan hatte es uns der Strand von El Medano, nahe des Flughafens (Cloudette hat von dort berichtet -> hier entlang).  Das surfermekka bot feinen Sandstrand, Cafés, Hippies und Familien mit kleinen Kindern.

Der Strand von El Medano, Teneriffa

Der Strand von El Medano

Auch das als touristisch verschrieene Los Cristianos konnte ich gut leiden: Promenade, Sandstrand, verwinkelte Straßen die daran erinnern, dass es hier auch eine Altstadt gibt. Wir übernachteten an einsamen Plätzen, die uns Reiko empfohlen hat, ausschließlich mit Blick auf Meer und oft abgeschieden von Tourismus und Menschen. Idyllisch, aber für Minime eher …langweilig. Ihm fehlten andere Kinder und Familien.

Nachdem wir einige Tage wirklich viel Zeit mit Fahrerei im Bulli verbracht haben (wir erwischten tatsächlich zwei Regentage im Süden!) und einmal um die halbe Insel fuhren bis in den Norden nach Puerto de la Cruz kam bei mir ein kleiner Zusammenbruch. JA, es ist schön mit Bulli zu reisen, NEIN ich bin kein Mensch der im Stehen pinkeln kann und außerdem schwanger und deshalb brauch ich Sanitäre Anlagen. Dabei gibt es im Süden noch nicht mal viele Bäume, hinter denen man sich verstecken kann, und der dicke Bauch ist ein bisschen hinderlich beim Hinhocken. Auch Minime merkte man an, er wollte lieber die Gesellschaft anderer Kinder und brauchte mehr Input.

Meine große Hoffnung war das Aqualand im Süden. Mit Kinderbecken, beheiztem Whirlpool und warmen Duschen (wie ich dachte…). Für nur etwas mehr als 20 Euro pro Nase (Minime ging umsonst durch) kamen wir vormittags im Aqualand an. Ein paar Wolken bedeckten die Sonne und am Eingang stand ein Schild, dass aus technischen Gründen einige Becken nicht beheizt waren…voller Preis war trotzdem. Ich dachte nur an eine warme Dusche und war zu Allem bereit. Tja. Tja. Die Umkleide sah schlimmer aus als in jedem verfallenen Hallenbad hier und das Wasser war…KALT. Ich glaub, ich weinte ein bisschen. Aber gut, beheizter Whirlpool. Achachach. 18Grad nennen die beheizt. Für einen Whirlpool!!! Nicht mal Minime, aka Wasserratte war dort reinzubekommen. Ein bisschen ins Kinderbecken traute er sich, ein paar mal rutschen, dann gab es blaue Lippen. Nach anderthalb Stunden gaben wir auf.

Der Campingplatz: Camping Nauta im Südwesten

Nächste Station musste ein Campingplatz sein. Ich hatte keine Erwartungen, weil es im Reiseführer hieß, Camping sei auf Teneriffa nicht so gang und gebe und es wurden nur die Adressen angegeben. Wir peilten den Platz „Camping Nauta“ südlich der tf-653 an und fanden…mein Paradies! Nach 4 Tagen ohne warme Dusche und co war das für mich grandioser als jedes Wellneshotel. Der Campingplatz bot wirklich alles, war grün, zentral und ich war glücklich. Hier schlugen wir die nächsten drei Nächte unser Lager auf, fuhren tagsüber weiter zu den schönsten Stellen der Insel. Warum wir da nicht schon früher drauf gekommen waren…

Der Campingplatz Nauta, Teneriffa

Fazit – Teneriffa mit Kindern:

Allgemeines Fazit der Woche: Teneriffa ist schön, und obwohl der Süden voller Hotelanlagen und Touris ist, findet man schnell ruhigere Orte. Ein Bulli ist echt was Feines, aber fürs Reisen mit kleinem Kind fand ich es eher so lala. Man sitzt eben viel im Auto, muss erst mal alle Sachen verstauen und dann zum richtigen Zeitpunkt wiederfinden (Sonnenmilch? Jacke? Feuchttücher?), der Boden ist stets sandig (wenn es nur Sand ist) und so viel gibt’s fürs Kind dann auch nicht zu sehen. Die Sonne tat aber verdammt gut, das Meer und der Sand unter den Füßen machen echt milde und entspannt. Aber fürs Kind fehlten eben noch andere Kinder und mir ein bisschen Komfort. Zu anderer Zeit unter anderen Rahmenbedingungen würde ich es aber wieder machen. Wegen solcher Bilder:

 

Der Strand von Las Americas, Teneriffa

Der Strand von Las Americas, Teneriffa

In der Woche darauf gings nach La Gomera

 

Familie

Minime Big in Berlin (Teil I)

das kind und ich waren ein paar tage in berlin. ich wollte mal raus und vor allem: ein paar der bloggerinnen, die ich schon eine weile lese, mit denen ich über’s kommentieren auf den blogs schon per mail, twitter und facebook kontakt hatte. ich wollte gesichter! eine blogparade in echt, quasi. und komischerweise sitzen viele von ihnen in – berlin. die tagesmutter hat zudem urlaub, also: nix wie los.

mit dem zug. autofahren wäre allein zu teuer gewesen und mit kind wärs mir zu stressig geworden. außerdem ferienzeit, auf stau hätt ich auch keine lust…

leider war kein platz mehr im kleinkindabteil, also zwei plätze im großraumabteil gebucht. oookay, mal sehen wie das läuft:

es lief ganz ok. offensichtlich hatten noch andere familien das pech, keinen platz mehr im familienabteil zu bekommen. minime zeigte allen anderen kindern seine bilderbücher (gab sie aber nicht ab!), lief den gang auf und ab und freute sich, dass die türen zwischen dem abteil wie von zauberhand auf- und wieder zu gingen. aber tatsächlich machte er auch ein mittagsschläfchen, so dass ich nicht die ganze zeit aufpassen musste. der zug war herrlich klimatisiert.

weil minime ein bisschen lauffaul ist und ich viel gepäck dabei hatte, hab ich den ergocarrier wieder rausgekramt, den ich schon seit mindestens einem jahr nicht mehr benutzte. vor dem bauch tragen ist natürlich undenkbar, auf dem rücken auch nur begrenzt (hatte zunächst den rucksack dabei), also hab ich mir noch die hüfttrageweise angeguckt. damit ging es dann – zur not. also für: vom treffpunkt in die u-bahn und den weg dazwischen (es kam oft genug anders…aber noch einen buggy mitzuschleppen hätte meine logistischen fähigkeiten überfordert).

ankunft war montag. mein empfangskomittee (ja, du weißt wer gemeint ist ;-)) hat die hitze nicht so gut verkraftet und fiel daher aus. bzw. ich lief dann vom berliner ost-bahnhof zu ihr hin. endlich sah ich alsmenschverkleidet und ihr plus eins in echt! leider konnten wir nicht lange bleiben, weil ich noch den schlüssel für meine unterkunft abholen musste. eine sehr nette person, die ich letztes jahr beim gendercamp kennen lernte, überließ minime und mir für die 6 tage ihre wohnung!

lost in adlershof:

ich hatte die info: schlüssel abholen beim friseur am s-bahnhof. wir beide (meine gastgeberin und ich) hatten nicht auf dem schirm, genauere infos zu geben, bzw. zu erfragen. ich zog also meinen koffer hinter mir her, rucksack auf dem rücken, minime auf der hüfte und suchte den friseursalon. ich ging rein und niemand wusste von nichts. aber gegenüber, ein paar meter weiter sei noch ein friseursalon. ich weiter gerollt, hüfte schon etwas lahm, in friseursalon nummer zwei. nein, keine ahnung, kein schlüssel. ich in die andere richtung vom s-bahnhof, vielleicht ist dort ja noch ein friseur. nur weites feld. zurück zu friseur nummer eins und zwei, noch mal nachgefragt: ist vielleicht eine kollegin krank, die eigentlich hätte arbeiten sollen? ja, in friseursalon 2 fehlte brigitte. brigitte ist krank und wurde angerufen (ich: neneee, muss nich). aber auch sie wusste von keinem schlüssel. ich hab keine ahnung, wie viele friseursalons es in adlershof gibt, aber an dem abend hatte ich keine energie mehr mit vollem gepäck und hungrigem kind zu suchen. die gastgeberin war zu der zeit im funkloch, ich konnte auch mehr infos also nicht bekommen.

ich begann also mit schritt eins eines notfallsplans, der eigentlich IMMER bei allen notfällen bei denen es nicht um tot und leben geht hilft: essen. hinsetzen und erst mal den magen füllen, da sieht die welt viel rosiger aus. und dann mit smartphone dank internetflat hotels in der umgebung abtelefonieren. ich hab dann ein nettes 3sterne hotel gefunden und mich mit minime dort eingebucht. wir bekamen sogar noch einen pfefferminztee (ohne tee kann das kind nicht schlafen). das kind schlief dann um 23 uhr (um 19.30 waren wir im hotel), eng an mich gekuschelt (bei der hitze!!!) vor dem fernseher ein…puh. inzwischen hatte ich dann immerhin die genaue adresse von dem friseursalon, bei dem der schlüssel liegen sollte. und im hotel gab es wlan umsonst. glück im unglück.

am nächsten morgen war das kind trotz des späten einschlafens verdammt früh wach. wir frühstückten im hotel (was ne sauerei, das kind verteilte cornflakes mit milch, marmelade und rührei, dass es eine freude war. also nicht fürs personal…) aber für den aufpreis hätten wir direkt in das kindercafe gehen können, dass ich dann dank der babyplaces-app in adlershof gefunden habe: cafe himbeerfrosch. drinnen war es angenehm kühl. die einrichtung gefiel mir gut, die spielecke war gut ausgestattet UND: ich bekam koffeinfreien sojamilchkaffee!!! (seit 60 tagen ohne koffein, fragt nicht…). wenn ihr dort seid, esst unbedingt blaubeerpancakes mit vanillesauße! der friseur, bei dem dann der schlüssel war, wäre übrigens nummer vier – vom s-bahnhof gesehen – gewesen…

mittags holte ich unser gepäck aus dem hotel und bestellte ein taxi nach mariendorf, wo wir die nächsten tage wohnen sollten. minime war so müde, dass er beinahe direkt in den schlaf fiel. nachmittags schauten wir uns dann in mariendorf um. dumm nur, dass ich die entfernungen in berlin konsequent unterschätze. statt mit dem bus zu fahren, liefen wir also eine halbe stunde (äh, ICH lief, minime ließ sich tragen) nach alt-mariendorf. in einer drogerie kaufte ich minime noch einen kleinen ball und damit gingen wir in den park. wo der ball in nullkommanix im ententeich landete. minime brüllte vor enttäuschung, ich wog ab, ob es schlimmer ist, das weinende kind zu ertragen oder in den ententeich zu springen und den rest des nachmittags mit entenschlotze rum zu laufen. hinzu kam, dass mir eine ältere dame ihren krückstock anbot, um den ball zurück zu holen. ich hätte ihr gerne gesagt, dass sie offensichtlich ihre brille vergessen habe, denn der ball war schon zwei meter auf dem teich, aber sie wollte nicht nachgeben…ein älterer mann kam dazu und forderte mich auf, an dem felsvorsprung langzubalancieren um den ball zu holen. ein kind ohne ball scheint in berlin wohl undenkbar. ich lebte damit, als herzlose mutter zu gelten und ging mit minime weiter, der sich glücklicherweise von ein paar kindern, die seifenblasen machten, ablenken ließ…

(Teil II folgt…)

minime im zug

minime im zug