Reisen mit Kindern

Urlaub mit Kindern : Istrien – Kroatien (Teil 1)

Mit (kleinen) Kindern Urlaub machen ist wie mit ohne, nur anders. Jedenfalls für mich. Das merkten wir schon letztes Jahr auf den Kanaren. Mit einem damals Zweijährigen fielen Dinge wie Wandern, Klettern, ausführliche CityTrips erstmal aus (habt ihr andere Erfahrung? Her mit Euren Tipps!).

Braucht man allerdings Hilfe bei der eigenen Seelenentschleunigung hilft einem ein Kleinkind dagegen total: Der Weg zum Strand kann dann auch mal 50 statt 5 Minuten dauern. Schließlich gibt es auch am Wegesrand genug zu sehen, nicht nur da, wo Mutti oder Vatti es vermuten (auf der Badematte oder im Wasser).

Trotzdem nicht zu Hause bleiben!

Beim Gedanken an die Reise dachte ich zwischendurch: Warum überhaupt wegfahren? Cashew mag Autofahren nicht, vielleicht ist es dort zu heiß oder zu kalt (dann hätten wir gleich zu Hause bleiben können), was wenn die Kinder nicht mitziehen? Und es gäbe ja auch genug in Köln, der Eifel, ja überhaupt in NRW zu sehen. Auch der Rest von Deutschland hat noch schöne Ecken.

Ja…Aber!

Ich denke oft, man sollte doch dieses Urlaubsgefühl auch zu Hause aufkommen lassen. Oder bewahren. Die eigene Stadt mit Touristinnenaugen sehen. Die nahe Umgebung erkunden und ein Abenteuergefühl beschwören. Nur leider, so richtig funktionieren mag das bei mir nicht. Nicht immer. Oft ist die Fahrt selber, die Reise in „den Urlaub“ für mich schon ein Highlight. Außerdem: In der Ferne kann man manchmal die Sicht auf das eigene Familotop reflektieren. Wenn alle anderen Familien ihre Kinder noch bis 23 Uhr draußen spielen lassen – müssen wir dann wirklich drauf bestehen, dass unsere um neun im Bett liegen?

Und glücklicherweise: die Kinder machten diesmal mit. Trotz langweiligen Ausblicks auf triste Autobahnleitplanken, wespenverseuchter und lieblos gestalteter Rastplätze.

Lange Autofahrt mit Zwischenstopp

Von Köln nach Kroatien (also in den Norden Kroatiens) sind es etwas über 1000 Kilometer. Ohne Kinder hätten der Mann und ich uns abends ins Auto gesetzt und wären am nächsten Mittag übermüdet aber glücklich angekommen. Mit zwei kleinen Kindern erschien mir diese Idee…nicht umsetzbar. Die Kindersitze lassen sich nicht mehr in Liegeposition bringen und wenn die Kinder in ihnen schlafen, sieht es so aus, als ob jede_r Orthopäde sich über zukünftige Patient_innen freut.

Statt dessen machten wir etwas, was ich schon seeehr lange nicht mehr gemacht habe: Zwischenstopp in einer Jugendherberge. Auf dem Hinweg in Mühldorf a.d. Inn und auf dem Rückweg in Eichstätt. Beide Male hatten wir Zimmer für uns. In der ersten Jugendherberge war großes Halligalli, zwei Dutzend Teenies machten dort scheinbar Klassenfahrt. Allerdings war ab 23 Uhr wirklich Funkstille. In Eichstätt hatten wir auch ein eigenes Badezimmer, es waren einige andere Familien vor Ort und ich fand es sehr schade, dass wir nicht länger blieben, denn sowohl die Jugendherberge als auch die Region dort machten Lust auf Entdeckungstouren. Das Altmühltal ist ganz in der Nähe und in der Jugendherberge konnte man sich Gerät ausleihen, um dort auf Fossiliensuche zu gehen!

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Camping 4 Sterne deLux!

Wir haben für die zwei Wochen ein Mobilwohnheim auf einem Campingplatz gebucht. Einem 4 Sterne-Campingplatz. VIER STERNE! Mir war gar nicht klar, dass auch Campingplätze in Kategorien unterteilt sind. Bis dato war ich einige Male campen, und das hieß für mich: Wenn die Duschhäuschen und Toiletten sauber sind, ist alles paletti!

Vier Sterne also. Das hieß in diesem Fall: ein riesiger Campingplatz, dessen Infrastruktur schon eher an eine Hotelanlage erinnerte. Strandlage. Großer Pool. Zwei Supermärkte, diverse Restaurants und (Strand-)Bars. Kinderbetreuung im Miniclub für alle von 8 Monaten bis 17 Jahre. Sportangebote, Ausflugsboote, Bimmelbahn. Abendprogramm (Konzerte, Musicalshows – die Qualität reichte von NaJa bis echt unterhaltsam). Theoretisch musste man den Campingplatz den ganzen Urlaub über nicht verlassen.

Tja. Wir buchten ein Mobilwohnheim, zwei Schlafzimmer, Wohn-/Kochbereich und Terasse. Denn so richtig mit nur Zelt war mir persönlich zu stressig. Bis auf Handtücher und Bettbezüge mussten wir nichts mitbringen und wir konnten ein paar Kindersachen dazu buchen, wie z.B. Kinderstuhl, Rausfallschutz fürs Bett und Töpfchen 🙂

Leider sparten wir an einer Klimaanlage, was bei konstant 36°C die erste Woche über den Aufenthalt im Mobilwohnheim tagsüber auch nicht sehr attraktiv machte. Also uns Eltern wäre das ja noch egal gewesen. Ohne Kinder hätten wir unsere Hängematte geschnappt und selbige am Strand aufgehangen und uns bis zum frühen Abend mit einem Buch reingelegt. Die Idee fanden unsere Kinder aber nicht ganz so mitreißend, also haben wir tagsüber Minime gelegentlich zum Miniclub gebracht (klimatisierte Räume!) während Cashew im Kinderwagen unter einem schattigen Bäumchen seinen Vormittagsschlaf absolvierte. Am Pool gab es leider keinen Schatten, die schattigen Plätze am Strand waren schon am Morgen „reserviert“ (es waren viele Deutsche auf dem Campingplatz ^^) und so mussten wir halt kreativ werden.

Schön, dass es einige Tropfsteinhöhlen in der Umgebung gibt, die man besichtigen kann, dort herrschen ja konstant eher 10°C, das reichte für eine Abkühlung.

Nachmittags machten wir auch weitere Ausflüge (dazu in den nächsten Teilen mehr) und nach ca. drei Tagen gaben wir auch den Versuch auf, uns an unserem üblichen Tagesrhythmus festzuhalten und die Kinder um acht ins Bett zu schicken. War bei immer noch 33°C nämlich unmöglich und das Leben auf dem Campingplatz begann da auch erst. Also zogen wir abends mit den Kindern zur Minidisco oder runter zum Strand, schauten den Leuten auf der Promenade zu, tranken Limo, hörten Livemusik oder ließen Minime auf einem Boot fahren (ähnlich wie Autoscooter) oder im Adrenalinpark (der hieß wirklich so) auf dem Bungee-Trampolin hüpfen. Gegen 22:00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg, Cashew schlief dann bereits im Kinderwagen und musste nur ins Bett getragen werden, Minime saß noch bei uns auf der Veranda oder wurde ebenfalls in den Schlaf überredet. Das hatte auch den Vorteil, dass er am nächsten Tag erst gg. halb 9 wach wurde und so eine_r von uns immer ausschlafen konnte, während di_er Andere mit Cashew zum Bäcker ging und Bröchten holte, Kaffee aufsetzte und den Frühstückstisch deckte.

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand(Dies war nur der erste Teil, den zweiten findet ihr hier !)

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12 Comments

  • Reply Tim 17. August 2015 at 11:00

    Klingt gut! Weil du nach anderen Erfahrungen in Sachen Wandern gefragt hast: Mit einer Kraxe ist das an sich relativ unproblematisch.

    • Reply glücklich scheitern 17. August 2015 at 14:14

      Ja, aber ehrlich, bei unseren „großen“ Kindern und den nicht grade flachen Wandergebieten wollten wir uns das nicht antun 🙂

      • Reply Tim 17. August 2015 at 14:32

        OK, verstehe. Wir haben es mit Sohn 1 auf La Palma gemacht, als er knapp ein Jahr alt war – lief rund. Mit Sohn 2 ging es auch gut, er war ebenfalls knapp ein Jahr alt. Da „musste“ der Größere dann mitlaufen. Solange die Strecken spannend und nicht allzu lang (max. 5 km) sind, funktioniert es.

  • Reply Anna 17. August 2015 at 19:34

    oh ich bin gespannt auf die weiteren Teile! Unser erster Babyurlaub steht nächsten Monat bevor, ich bestand ganz spießig auf Hotel. Ich will Comfort! Im ersten Leben waren wir häufig im Caddy campen, aber Luxuscampingplatz ist schon ne Überlegung wert. Kroatien find ich toll, traute mich aber nicht wegen der langen Autofahrt. Sowas nervt mich schon ohne Kinder.. 😉

    • Reply glücklich scheitern 17. August 2015 at 20:04

      Oh, ich hätte auch gern Hotel gehabt – kein Kochen, kein Putzen…war aber nicht im Budget drin. Viel Spaß und Entspannung Euch im Urlaub!

  • Reply Sada 17. August 2015 at 21:29

    Hey, wir haben auch genau dort geurlaubt, allerdings schon Ende Juni bis Mitte Juli und mit dem Wohnmobil. Wir haben es auch sehr genossen und werden bestimmt wieder hin.
    Bin gespannt auf weiteren Bericht!

  • Reply Geteiltes Glück: Die besten Links der Woche - nach den Ferien 21. August 2015 at 10:59

    […] Nachwuchs auf Tour zu gehen, beschreibt Melanie vom Blog glücklich scheitern sehr erfrischend in ihrem Reisebericht. Etwa allein dafür, die Alltagsgewohnheiten mal für ein paar Tage oder Wochen über Bord zu […]

  • Reply Carmen 21. September 2015 at 21:14

    Vielen Dank für den schönen Bericht! Würdest Du den Namen bzw. Ort des Campingplatzes nennen? Wir sind gerade auf der Suche für unseren Urlaub im nächsten Jahr.
    Vielen Dank!
    Carmen

    • Reply glücklich scheitern 21. September 2015 at 21:28

      Das war CampingIN Park Umag. Mobilwohnheimanbieter gab es dort mehrere, musste vielleicht mal googlen, was Euch da gefällt! Viel Spaß dort

      • Reply Carmen 23. September 2015 at 14:59

        Ich danke Dir!

  • Reply Urlaub mit Kindern: Istrien – Kroatien (Teil 2) | glücklich scheitern 21. September 2015 at 21:58

    […] Hier geht es zu Teil 1. […]

  • Reply Melanie 1. Februar 2017 at 11:17

    Hey und sorry für die späte Antwort – ich kam nicht mehr in meinen Blog rein! Wir sind morgens losgefahren und haben dann spät nachmittgs/abends am ersten Zielort eine Übernachtung eingeplant. Das war meist in Bayern bzw. direkt Salzburg! Viel Spaß, es ist soooo schön dort

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