Familie

Wenn schon, denn schon…

das worst-case-szenario jeder jungen berufstätigen mutter ist eingetreten…(ich nehm an, für die alleinerzieherinnen ist das der ganz normale wahnsinn): der mann ist eine woche beruflich außer haus und heute kam dann die nachricht der tagesmutter, dass sie die woche krank ist. in murphys gesetz habe ich sowas zwar vorausgeahnt. aber nun gut.

nach dem mein blut 5minuten gekocht hat, hab ich also durchgeatmet und mein mantra runtergebetet, dass ich mir für solche zeiten ins hinterstübchen tätowiert habe: es ist nicht schlimm! wenn ich nicht arbeiten kann stirbt NIEMAND! es geht kein unternehmen bankrott, keine existenz zu grunde, ja, sogar die erde dreht sich weiter! mein schlechtes gewissen dem arbeitgeber gegenüber ist total unberechtigt und so wichtig bin ich einfach nicht. ich verliere meinen job deswegen nicht und wenn doch – hölle, dann solls nicht sein.

die tagesmutter hat mir nen tip für eine notfallbetreuung gegeben, und stundenweise nehme ich die in anspruch, damit ich wenigstens die termine mit anderen wahrnehmen kann. meine chefin war sehr verständnisvoll – sie leitet den laden bei einer 30stunden woche und hat selbst vier kinder. ich find, dieses land braucht mehr solcher chefinnen.

gut, das ist also geregelt. viel zeit mit minime vor mir. im großen und ganzen entspannter als in der elternzeit. es sind die kleinigkeiten, die meine selbstbeherrschung herausfordern: das insbettbringen dauert alleine komischerweise doppelt so lange. die nächte sind unruhig. als der herzensmensch und ich damals, zu zweit, diese wohnung ausgesucht haben, lockten uns domblick und die aussicht über die dächer kölns. dafür nahmen wir fünf etagen altbau ohne fahrstuhl gern in kauf. das kind ist jetzt 15kg alt aber nicht gewillt, eine etage selber zu laufen. die wohnung sieht aus wie ein schlachtfeld. es scheint minimes ästhetischem empfinden zu widerstreben, mehr als 1qm boden ohne spielzeug zu sehen. wenn ich sage, man kann in unserer küche vom boden essen, meine ich das wörtlich – es liegen essensreste der letzten drei tage unterm küchentisch. ein hoch auf die beste schwester, die morgen zur unterstützung kommt. und auf minime, der mich heut so mit küsschen übersäht hat, dass ich am ende des tages immer noch sage: ich will mit niemandem tauschen. (aber vor neun ins bett. gute nacht!)

das motto mancher handwerker tuts vielleicht auch: ich hab keine lust mehr, ich lass das jetzt so. scheint zumindest der stil ‚unserer‘ handwerker im haus zu sein:

ich hab keine lust mehr ich lass das jetzt so

Handwerker im Haus

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13 Comments

  • Reply Munichs Working Mom 12. November 2012 at 21:22

    Oh, dass kenn ich nur zu gut – und ja es ist Murpheys law!
    Da ich 3 kleine Kids zu hause habe und ab März wieder arbeiten werde, habe ich beschlossen, mich jetzt auf die Suche nach einer Ersatzoma zu machen….
    So nach dem Thema – können sie mal eines der Kinder nehmen, mir was vom Einkaufen mitnehmen oder das kranke Kind pflegen??
    Wir können Schrauben in die Wand bohren, schwere Sachen tragen, alles technische für sie erledigen und gut kochen kann ich auch.
    Lassen sie uns doch gegenseitig helfen……
    Mal sehen obs klappt…… und dann sind solche Situationen hoffentlich auch nicht mehr ganz so stressig……..

  • Reply Xeniana 13. November 2012 at 6:26

    Ich bin so froh, dass es noch mehr Mütter gibt , bei denen man vom Boden essen kann, das Chaos tobt und die Katze vorm ersten Kaffee schon auf den Teppich gekotzt hat. Ich weiß nicht warum, aber es hilft mir, Tage wie heute besser zu überstehen. Liebe Grüße Xeniana

    • Reply glücklich scheitern 20. November 2012 at 12:56

      Herrlich, wenn es so einfach ist, jemanden den Tag einfacher zu machen – dann ist mein Blog zu was gut!

  • Reply Kollisionen « Mutter & Mensch 13. November 2012 at 8:34

    […] späte Herbst ist in diesem Jahr eine Zeit der Arbeit. Nachdem bei glücklich scheitern und Cloudette die Väter berufsbeding ausgeflogen waren, muss nun auch mein Gatte tageweise […]

  • Reply Mia 13. November 2012 at 9:38

    Wow. Ich beneide dich um deine Gelassenheit!!
    Vielleicht sollte ich mir dieses Mantra (in abgewandelter Form) auch mal „tätowieren“. – wenn du kein CopyRight darauf hast!

    Mach weiter so, du machst das einzigartig Spitze!!!!

    • Reply glücklich scheitern 20. November 2012 at 12:55

      Danke – und copyright beanspruche ich nicht. Obwohl, ich könnte es ja mal auf Handtücher sticken…

  • Reply Käthe 13. November 2012 at 21:29

    Alles Gute und morgen ist schon Mittwoch….

  • Reply Ute 14. November 2012 at 17:11

    Den Handwerker finde ich jedenfalls genial… 😉
    Spass beiseite, dir wünsche ich noch mehr von deiner Gelassenheit, das hilft dir bestimmt über die restlichen Tage!
    Ich lese deinen Blog sehr gerne (habe selber keinen) und wünsche mir, dass es mehr dieser Mütter gibt. Solche, die einfach ehrlich sind und nicht nur die Bilderbuchmamis sind, die 2 Monate nach Geburt wieder in Grösse XS passen und bei denen jederzeit Schöner Wohnen einen Fototermin machen kann.
    Hier ist es je nach Tag/Stunde Chaos pur, Landunter oder auch aufgeräumt und sauber. Wobei der letztere Zustand bestenfalls 2 Stunden hält oder eben nur über nacht, wenn Mini schläft.
    PS: Schokolade hilft wirklich…

    • Reply glücklich scheitern 20. November 2012 at 12:54

      Es gibt ja schon ein paar – kennste meine Linkliste? Aber in den großen Medien könnten sie ein bisschen präsenter sein…

  • Reply sakra 17. November 2012 at 9:50

    Da ich selber gerade schwanger bin mit dem Ersten, neben Job im Thema Gleichstellung promoviere und klettere, bin ich zufällig auf diesen Blog gestoßen und finde ihn, neben den auffälligen Parallelen, sehr erfrischend. Habe das Gefühl, ich weiß jetzt besser, was auf mich zukommt – wahrscheinlich reine Illusion, aber egal!
    Neben der Lobhudelei noch eine Nachfrage: du hast wieder einen Job? Hab ich irgendwie zwischendurch nicht rausgelesen. Jetzt bin ich neugierig: was denn?
    Gruß aus Hamburg!

    • Reply glücklich scheitern 20. November 2012 at 12:53

      Schön, dass Du hierher gefunden hast und ich schau auch mal bei Dir vorbei! Arbeite in einem Bildungswerk, Teilzeit, befristet – natürlich 😉

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