Familie

Wochenenden

„und, hat sich was geändert?“ werden neumütter (vielleicht auch -väter?) oft gefragt. ich find diese frage immer schwierig. irgendwie klar, dass sich was geändert hat, oder? aber was; ich ja nicht. also so, vom typ her. mein leben? bestimmt. eines hat sich ganz sicher geändert: die wochenenden. früher dienten sie zum gepflegten ausschlafen, couchen, freizeitstress, sporteln, ganze staffeln serien gucken oder lesen. manchmal auch zum feiern oder arbeiten (nur weil ich gewissermaßen zur entgrenzung von arbeit forsche, heißt es nicht, ich selbst sei davor gefeit).

jetzt ist alles anders. das mit dem ausschlafen gönnen wir uns zumindest abwechselnd, also einmal der mann, den anderen morgen ich. ist trotzdem nicht ganz so entspannend, aber immerhin. den rest verbringen wir dann meistens mit minime-bespaßen und den leidigen sachen, die unter der woche liegen bleiben, zumindest ein paar davon. ab und zu besuchen wir die familie. oder einer von uns beiden ist alleine mit dem kleinen unterwegs, damit der andere mal einfach ruhe hat. und am sonntagabend fragen wir uns – und das wars? und seit ich wieder arbeite, sind die wochenenden noch anstrengender, die letzten wochenenden waren so:

das erste wochenende war das lange mit dem feiertag. das haben minime und ich bei meinen eltern verbracht, weil der mann noch eine prüfung vor sich hatte und ich eigentlich mein seminar vorbereiten wollte. zum seminar vorbereiten kam ich nicht, sagen wirs mal so. das zweite wochenende war ich krank. letztes wochenende war ich freitag auf samstag bei einem ‚workshop‘. um 22 uhr bin ich auf mein zimmer gegangen und habe mich ins bett gelegt. und, überraschung, konnte nicht einschlafen. am nächsten morgen wurde ich viel früher als nötig davon geweckt, das mein/e zimmernachbar/in  die elektrischen rolläden hochfahren ließ. danach – vogelgezwitscher. die nacht war also rum. die nächste nacht habe ich dann minime-wache gemacht. und wieder sonntag abend. und dieses wochenende… ob es die zähne sind oder der schnupfen, minime ist jedenfalls not amused. gestern die erste schreiattacke seit wochen. nichts hat mehr geholfen. irgendwann dachte ich an die hebamme, die im krankenhaus immer sagte: körperkontakt. ich minime biss zur windel ausgezogen und mich auch zur hälfte. ich hielt ihn fest an mich gedrückt und wurde zum dank – angekotzt. hatten wir ja schon lange nicht mehr, aber glück im unglück, wir waren ja schon mal fast nackig, da konnten wir direkt unter die dusche. ich muss wohl nicht sagen, dass der kleine nicht begeistert war. heute immer noch keine besserung in sicht. der mann war grade unterwegs, brötchen holen, ich stand am wickeltisch und versuchte dem sohnemann nasentropfen zu verabreichen, da hörte ich ein geräusch, dass katzenbesitzer kennen. ein glucksen. die katze kotzt. yeah…

also: die wochenenden sind nicht mehr dass, was sie mal waren. aber tauschen möchte ich immer noch nicht, mit niemandem. muttersein ist seltsam.

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5 Comments

  • Reply thisis 6. November 2011 at 20:44

    Das erinnert mich grade an eine Nacht vor einer Prüfung. Beide Kinder im Etagenbett, übers Eck gestellt. Kind I ganz oben hat es geschafft, sein Bett, das Geschwisterbett inklusive Geschwisterkind, sämtliche Kuscheltiere und Spielzeuge sowie den Boden (alter Dielenboden aus rohem Holz^^) zu bekübeln. Nachts um halb vier eine Mischung aus Erbrochenem und der „zehntausendteiligen Perlensammlung“ aus den Ritzen pulen und die bange Frage: WOHIN mit dem ganzen verkotzten Textilkram? Am Vortag hatte ich mir die Fäden der Weisheitszahn-OP ziehen lassen. Ja, Mutter-Sein ist seltsam. Prüfung übrigens bestanden ;o)

    • Reply glücklich scheitern 6. November 2011 at 20:47

      respekt! und ich merke wieder, auf welch hohem niveau ich jammer 😉

      • Reply thisis 7. November 2011 at 12:43

        Ach Quatsch, Respekt 😉 Man wächst an den Aufgaben, und es geht immer irgendwie am Ende gut. Und man kann einen extrem Lebens-Genuss-fördernden Humor entwickeln. Jetzt, wo die Zwecken groß sind (beide zweistellig) ist es anders, aber meine Nerven sind schon…äh….gut vorgedehnt für die Pubertät^^

  • Reply Doreen 6. November 2011 at 20:50

    Ja, die Wochenenden sind wirklich nicht mehr das, was sie mal waren.
    Bei mir ist es ein Tag Wohnung auf Vordermann bringen und eine Runde Spazieren gehen, damit die Kleine auch mal rauskommt, und ein Tag Uni-Hausaufgaben machen und dann fängt auch schon wieder die neue Woche an.

  • Reply Ilmar 9. November 2011 at 17:07

    Hey Ich vermisse den Facebook Like Button? 🙂

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