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Melanie

Familie

Hustentee und Glühwürmchen

Vergangenen Sonntag, nach einem schönen und erlebnisreichen Wochenende schaute ich in den Kalender nach den Terminen der nächsten Woche. NICHTS! Keine Termine außer der Reihe. Ich freute mich, dachte an all die vielen Sachen auf meiner ToDo Liste und sah mich Montag früh im Café sitzen und Milchkaffee schlürfen – ein kleines Ritual zu Wochenbeginn, wenn ich an den Wochenenden alleine mit den Kindern war.

Montag mit Hals- und Kopfweh aufgewacht, Kind1 zur Schule fertig gemacht und Kind2 zum Kindergarten wecken. Kind2 hatte aber partout keine Lust und mit keine Lust meine ich die sehr laute Art von keine Lust…ich nahm ihn also wieder mit nach Hause und sagte ihm, ich müsse an den Schreibtisch, arbeiten. Er solle ich auf die Couch legen…und…das tat Kind2 auch. Das…ist…sehr…ungewöhnlich. Er schlief ein und hielt das Nickerchen zwei Stunden durch. Seltsam, denn krank wirkte er nicht. Vielleicht war das Wochenende zu voll mit Programm, wer schaut schon in den Kopf eines Kindes?

Dienstag morgen hatte ich Husten. Immernoch Kopfweh. Beide Kinder gingen in Schule bzw. Kindergarten. Ich arbeitete noch eine Weile und versuchte einen Termin bei meinem Hausarzt zu kriegen. Man wimmelte mich ab bzw. bat mich erst am nächsten Tag zu kommen wenn möglich. Ich legte mich ein wenig hin, versuchte zu schlafen. Nachmittags holte ich die Kinder, ließ sie fernsehen. In der Nacht zu mittwoch kam der Mann nach Hause. Was dazu führte, dass Kind2 so erfreut über dessen Anwesenheit war, dass Kindergarten definitiv keine Alternative war. Ich ging mittags zum Arzt der mich für die Woche krank schrieb.

Donnerstag und Freitag vergingen halt so…ich mit Matschbirne im Bett, der Mann kümmerte sich nach seiner Arbeit um Kinder und Haushalt. Kind1 hatte Freitag Abend noch Vorlesenacht in der Schule. Bepackt mit seiner Decke ging er los. Der Mann holte ihn später ab. „Schule der magischen Tiere“ – das steht jetzt auf der Wunschliste.

Den Samstag verbrachte ich im Bett – der Husten war hartnäckig und schmerzhaft. Also im Hals sowieso aber auch im ganzen Oberkörper – wie Muskelkater.

Und heute, heute hab ich beschlossen den Husten zu ignorieren und halbwegs gesund zu sein. Zu gesund um im Bett zu liegen. Ich gehe mit den Kindern ins Theater – Ralph Caspers liest aus seinem Buch „Wenn Glühwürmchen morsen“. Es war lustig und kurzweilig. Die Kinder spielen zu Hause, ich versuche mich nach langer Zeit wieder an einem Häkelprojekt. Erinnert ihr euch noch an den Verein Trostteddy, der Kind1 damals nach seinem Armbruch in der Uniklinik ein wenig Aufheiterung verschaffte? Auf dem Foto seht ihr mein Projekt.

Den Abend lasse ich mit „The Marvelous Mrs. Maisel“ und Hustentee ausklingen. Auf die nächste Woche!

Familie

Hallo März

Auch wenn schon der zweite ist, dachte ich, die schöne Idee von frischebrise aufzugreifen, den neuen Monat zu begrüßen…äh, wo war ich? Egal, ich wollte wieder anfangen zu bloggen, nach so langer Zeit ist die Hemmschwelle groß, Carolas Monatsanfangsgruß schien mir eine tolle Gelegenheit...

IM MÄRZ WERDE ICH…

…viele Geburtstage feiern:

…Omas

…den von Kind1

…von einer guten Freundin

…vom Patenkind

…viel Arbeiten und meine Herzensprojekte besser organisieren

…Mit meiner Schwester in ein Wellnesshotel fahren!

…mit den Kids den besten Freund & seine Familie besuchen

…wieder ins Fitnessstudio gehn

…hoffentlich den letzten Winter abschütteln

…Fastenzeit beenden

Fantastisches, Feminismus

brause*mag: Das Online Magazin für Mädchen und alle anderen Teens

Es ist aufregend, unheimlich, berauschend und beängstigend wenn Herzensprojekte konkrete Formen annehmen. Ich hab im Laufe des letzten Jahres ja öfter angedeutet, dass ich da mit wunderbaren Personen an was Tollem arbeite und viel Herzblut investiere. Nun nimmt alles Gestalt an, die letzten Wochen war ich weniger hier auf diesem Blog und dafür bei dem, was im November online geht:

Mit brause*mag startet am 6. November ein neues Online-Magazin für Mädchen & alle anderen Teens  – mit dem Ziel anders zu sein, den User*innen etwas zuzutrauen, sie zu stärken und ihnen Orte für ihre Fragen, Interessen und Spaß zu schaffen. brause*mag soll vielfältig und bunt sein, wie Teenager eben auch: die immer selben Diät-Tipps und Hinweise, wie besonders Mädchen zu sein haben, um “anzukommen” sind nicht nur langweilig, sie hindern daran sich ehrlich mit wichtigen Themen und sich selbst auseinanderzusetzen.

brausemag - das Mädchenmagazin im Internet

brause*mag, das Onlinemagazin für Mädchen und alle Teens

brause*mag unterstützt Teens in ihrem Selbstbewusstsein, indem es auch Themen abseits des Mainstreams bespricht und Jugendliche abseits der Norm mitdenkt.
Eine feministische, antirassistische, inklusive Grundhaltung ist dabei immer wichtig, ohne dass ständig darauf hingewiesen werden muss: Die Themensetzung und Herangehensweise an die Themen sprechen für sich.
Jugendliche* werden auf Augenhöhe zum Mitmachen ermuntert, weit über Umfragetools hinaus – Gastredakteur*innen und Autori*nnen bereichern das Magazin durch persönliche Perspektiven und Themen, die ihnen am Herzen liegen, denn es gilt selbstredend auch hier: Das Private ist politisch.

Teenager gelten oft als Unruhestifter*innen und störend, obwohl sie einen wichtigen Teil der Gesellschaft ausmachen. Gerade Mädchen werden oft nur sehr eingeschränkte Interessen und Verhaltensweisen zugestanden. Wir nehmen ihre Anliegen, Ängste und Sorgen ernst und bieten einen Raum, den sie aktiv mitgestalten können.
Deshalb sind wir davon überzeugt, dass brause*mag genau das Magazin ist, das in der deutschsprachigen Medienlandschaft noch fehlt.

Unser Kernteam mit Sitz in Köln und Berlin besteht aus Kristin Lein, Melanie Trommer und Sarah Rudolph und wird ergänzt durch ein vielfältiges Team an Autor*innen und Impulsgeber*innen wie z.B. Ninia LaGrande.

Melanie ist nach einem Studium der Sozialpädagogik und der Gender Studies ins Internet gegangen und dort geblieben. Bloggt seit 2010 als gluecklichscheitern über Familie, Feminismus und Fernweh. Mag wechselnde Sportarten und gleichbleibend warmes Wetter

Kristin ist die coole Mom, auch wenn ihre Tochter das nur inoffiziell zugibt. Musik war ihre erste Liebe und auch mal ihr Job. Im Moment verkauft sie T-Shirts und studiert Kulturwissenschaft in Berlin. Sie schimpft in ihrem Blog und auf Twitter gerne über Familien- und Schulpolitik und fehlende Solidarität für Kinder.

Sarah ist Online-Redakteur*in, liebt Katzen, Aktivismus, digitale Medien und wie das alles eigentlich zusammenhängt. Am liebsten sitzt sie zwischen den Stühlen und hört da zu laute Musik, redet über Videospiele oder liest heimlich Twitter.

In den sozialen Netzwerken findet ihr uns auf facebook, twitter und instagram. Wir freuen uns auf viele Follower!!!

Philosophie am Wickeltisch

Und nu?

Das Thema „Zweiter Weltkrieg/Drittes Reich“ haben wir in der Schule gefühlt hundertzwölfzig* mal besprochen. In Deutsch („Die Welle“), Geschichte sowieso, Reli, Philosophie („Ethik: Wenn ihr 19333 die Chance gehabt hättet Hitler zu töten, hättet ihr sie genutzt um den Tod von Millionen Menschen zu verhindern?“) und so weiter. Es gab Aktionswochen bei denen man das Thema „Unsere Stadt im zweiten Weltkrieg“ wählen konnte. Mit dem Fahrrad fuhren wir durchs nördliche Ruhrgebiet, auf den Spuren der damaligen Zwangsarbeiter_innen. Dort, in meiner Heimatstadt hatte die Afd 25%. Das Ruhrgebiet, ansonsten SPD Hochburg. Region im Strukturwandel.

Während über 10% der Wahlberechtigten eine rassistische Partei wählten schien die Sonne. Die Kinder tobten durchs Maisfeld. Ein ganz normaler Sonntag im Herbst

Ich habe mich oft gefragt, wie das damals passieren konnte. Wie so viele.

Irgendwann sah ich irgendwo Bilder eines Konzentrationslagers. In Farbe. Also von 1943 oder so. Und bei Sonnenschein. Irgendwie war in meiner Vorstellung immer alles schwarz weiß und Winter oder so. Ich weiß, wie absurd das klingt. Aber wie absurd erschien einer die Vorstellung dessen, was damals passierte…

Letztes Jahr war ich im November in Amsterdam. Ich stand vor dem Anne Frank Haus. Beziehungsweise auf der anderen Seite der Gracht. Das Tagebuch hatte ich einige Male gelesen. Die Schlange vor dem Haus war lang aber ich hatte auch gar nicht das Bedürfnis rein zu gehen. Die Fassade des Hauses war unwirklich, kein schickes Grachtenhäuschen, inzwischen war vielleicht auch einfach angebaut worden. Neben dem Anne Frank Haus seh ich von meiner Position die große Kirche. Leute, die vorbei Spazieren.

Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Keine Gewitterwolken, keine Violinen in schrillen Tönen, während die Demokratie anfängt, sich selsbt zu demontieren

So wird es auch vor 70 Jahren gewesen sein. Während sich ein Teil der Menschen versteckt, auf der Flucht ist oder bereits tot, geht für einen anderen Teil das Leben weiter. Sich irgendwie durchbeißen.

Ich weiß nicht, was ich erwaret habe, wenn ich diese Bilder und diese Orte sehe. Gewitterwolken darüber? Plötzlich auftretende Schneeböen? Ein Streichorchester das die Melodien von Die Vögel oder Dem weißen Hai spielt? Mehr Dramatik? Mehr Warnzeichen, die wie PopUp Werbung auf dem Bildschirm auftaucht und auf „die Bösen“ zeigt?

Vermutlich war es das, was es mir als Jugendliche so schwer machte, zu verstehen. Dass keine Warnschilder aufgestellt wurden. Kein Chor Klagelieder sang. Das man darauf wartete, dass diese „Witzfigur“ sich selber entblöße. So wird aktuell  bei Trump darauf gewartet. Und jetzt eben hier…

Nachdem in den letzten Jahren der gesellschaftliche Tenor war, dass sich jede_r selbst di_er Nächste sei, wundern mich nicht Wut und Enttäuschung. Das erste mal als ich Wählen durfte sorgte ich mit vielen Anderen für einen Regierungswechsel zu rot-grün. Überzeugt wählte ich die SPD. Dann kam Harzt IV, unter rot-grüner Koalition in NRW durfte ich Studiengebühren zahlen (Ja, das Erststudium war dank „Bildungsgutscheinen“ einige Semester frei. Da ich aber kurz vor Antritt der entsprechenden Landesregierung beschlossen hatte, einen Master dranzuhängen wurde ich zur Kasse gebeten. 800 Euro pro Semester, die nicht in meiner Finanzplanung waren). Und in der SPD-regierten Stadt in der ich wohne, der Partei, die Bildung für Alle fordert, sind die Kita-Gebühren ein Thema auf allen Spielplätzen. Ich mein, so problematisch ich den Satz auch aus anderen Gründen finde, aber „Bei den Kinderbetreuungskosten kann ich gleich zu Hause bleiben“ sagt doch so Einiges. Enttäuscht bin ich auch.

Schön hier...

Im Maisfeld

Diesmal habe ich den Grünen meine Erststimme gegeben, trotz Sorge vor Jamaika-Koalition. Ich habe den Linken meine Zweitstimme gegeben, trotz Sarah Wagenknecht. Ich hätte diesmal gerne einer kleineren Partei meine Stimme(n) gegeben, aber ich wollte nicht, dass das unter „Sonstiges“ verpufft.

Wie auch immer. Was passiert ist, ist passiert. Es darf nur nicht so bleiben. Statt von Auswanderung zu sprechen überlege ich, wen ich wie unterstützen kann, damit es so nicht weiter geht. Wie ich mich solidarisch zeigen kann. Wie ich Projekte, die eh schon oft von wohlmeinender Unterstützung auf kommunaler und anderer Ebene abhängig sind, unterstützen kann. Ein paar Ideen  für antirassistische, feministische, transsupportiv, inklusive Projekte findet ihr zum Beispiel in den Threads hier:

und hier

Dass 87% eine demokratische Partei gewählt haben ist kein Grund auszuruhen. So gar nicht. Ich wünschte, ich könnte was Klügeres sagen. Aber „tu was“ (wenn Du kannst! wenn Du Energie, Ressourcen, Spoons hast! Sonst ist es in dieser Gesellschaft ja schon ein Akt, wenn man sich selbst was Gutes tun kann) ist das Einzige, was mir grade einfällt.

Und passt auf euch und Andere auf!

 

Familie

Ruhe

Der Montag ist toll. Ich kann den ganzen Tag arbeiten, da der Mann zu Hause ist. Ich sitze in der Bibliothek und freue mich über den Flow, den ich bekomme, wenn ich mich richtig in ein Thema vertiefen kann.
Wenn ich fürs Kinderbringen, Kinderabholen, Einkäufe, Haushalt alleine zuständig bin klappt es einfach nie, mich in diesen Zustand zu versetzen. Der größte Teil meines Gehirns fährt in der Zeit Karrussell. Mit vielen blinkenden Lämpchen und 90er Jahre Disco-Musik.

Am Dienstag bleibt mir schon weniger Zeit – aber für ein bisschen Flow reicht es noch. Kind1 hat um 15 Uhr Schule aus (bzw. Offene Ganztagsbetreuung) und darf inzwischen alleine nach Hause. Ein Weg für den ich 2 Minuten brauche. Um 15.27 Uhr schreib ich dem Mann was ich tun soll. Um 15.29 Uhr ist Kind1 zu Hause. Puh.

Kind1 darf gegenüber im Theater „Das doppelte Lottchen“ gucken, ich hole Kind2 aus dem Kindergarten ab. Er ist so müde, dass er kurz nach der Rückkehr von Kind1 und ohne nennenswertes Abendessen einschläft. Um 18:00 Uhr.

Heute bringen der Mann und ich Kind2 in den Kindergarten. Der Mann fährt zur Arbeit während ich die Zeit bis zum Treffen mit dem Steuerberater im Café sitze.

Irgendwie geht es mir vor solchen Terminen wie vorm Zahnarztbesuch. Keine Ahnung wieso. Der Zahnarzt tut mir ja auch meistens nicht weh. Ist es dieses Gefühl a la „Sie müssen öfters Zähne putzen?“ Es geht um einen wichtigen Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit, die mir ja eh viel zu langsam voran geht.

Die coolsten Wegbegleiter

Der Termin ist natürlich halb so wild, ich bin fasziniert von diesem Steuerberater, der offensichtlich Spaß an seinem Job hat. Ich hatte ja ein bisschen Sorge, er ist genervt, weil ich ihn wegen dieser – für ihn – bestimmt „Kleinigkeiten“ konsultiere. Aber erklärt in Ruhe und das meiste so verständlich, dass auch ich mich informiert fühle.

Anschließend fühle ich mich trotzdem erschöpft und beschwingt zugleich. Irgendwie habe ich für den ganzen Papier- und Behördenkram nur einen minimalen Akku und der ist nach diesem Termin leer. Nichtsdestotrotz hab ich gelernt, auch kleine Erfolge, oder Schritte, auf dem Weg zur Selbstständigkeit zu feiern und so lade ich mich heute selbst auf ein indisches Essen ein.

Und beim Essen stelle ich fest, dass ich trotz meiner wetterbedingten Gefühlsschwankungen (als Teenie mochte ich den Herbst und die damit bei mir einkehrende Melancholie. Sehr sogar. Damals hatte ich aber auch Zeit und Muße um im Bett rumzugammeln und in dicken Büchern zu schmökern. Oder um mit Freundinnen Tee zu trinken. Jetzt bin ich Mutter) sehr happy bin mit dem Weg, den ich grade gehe.

Und so langsam merk ich da einen Bereich in meinem Bauch, der ruhig bleibt, auch wenn mein Gehirn wieder Karussell fährt. Beruflich wird alles gut, auch wenn längst alles anders, als ich es mir früher mal gedacht habe. Im schlimmsten Fall suche ich mir wieder eine halbe Stelle und bleibe nebenberuflich selbstständig. Aber mit etwas mehr Optimismus wird das gar nicht nötig werden. Alles ist gut, zumindest was den Teil meines Lebens angeht, sagt mir dieses neue Bauchgefühl.

Reisen mit Kindern

Familienfreundliche Campingplätze auf Korsika

familienfreundliches Camping auf Korsika

Im Juni haben wir unsere vorerst letzte Chance auf Urlaub in der Vorsaison genutzt und sind nach Korsika gefahren. Unsere Unterkünfte und Ausflüge stelle ich euch hier im Laufe der nächsten Zeit vor.

Unterkünfte für Familien auf Korsika gibt es viele. Wir haben uns wieder für Mobile Homes auf Campingplätzen entschieden. Da wir ganze drei Wochen unterwegs waren und ein bisschen was von der Insel sehen wollten, haben wir jede Woche auf einem anderen Campingplatz verbracht. Die ersten beiden waren im Südosten bzw. Osten von Korsika – Regionen, die berühmt sind für die schönen, langen Sandstrände. Aber schon wenn man ins Landesinnere abbiegt bekommt man auch viel von dieser wunderschönen Insel zu sehen. Die perfekte Ausgangslage also für unseren Urlaub mit Vorschulkindern. Die dritte Woche waren wir dann im Norden, ganz nah am Cap Corse…

Bezahlt haben wir, im Juni, im Schnitt 500 Euro für eine Woche. Die Ausstattung der Mobile Homes war ähnlich, aber manchmal liegt der Teufel ja im Detail und BRAUCHEN FRANZOSEN KEINE NORMALEN MESSER? Davon hatten wir echt immer zu wenig…

1. Aqua e Sole bei St. Lucia de Porto Vecchio

Die erste Woche waren wir im Südosten auf dem 4-Sterne-Platz „Aqua e Sole“. Der Campingplatz ist rein auf Mobile Homes ausgerichtet. Plätze für Zelte oder Wohnmobile haben wir keine gesehen. Auf der Website machte der Campingplatz einen wirklich tollen Eindruck. Was vermutlich daran lag, dass hauptsächlich der Pool mit den beiden Wasserrutschen abgebildet war. Zumindest der Pool war auch bei den Kindern hoch im Kurs. Das war für die Kinder aber auch schon das einzige Highlight dort, der „Spielplatz“ war nämlich ein Witz.

Sandstrand von Pinarellu, Korsika

Viel Strand zum Laufen, türkisfarbenes Wasser zum Baden & Klippen zum Krebsfangen – die Kinder brauchen ja nicht mehr

Ein Anbieter (die Mobile Homes werden oft von diversen Anbietern „gepachtet“ und man bucht über deren Websiten) schrieb zur Lage: „Am Meer“.  Naja, mit dem Auto 10 Minuten fahren nenne ich jetzt nicht Strandlage – vielleicht bin ich da aber auch überkritisch, wenn ich dann erwarte, dass der Campinplatz einen eigenen Strandzugang hat. Ein anderer Anbieter gab an, ein gut sortierter Supermarkt sei auf dem Platz und öh, das stimmte auch nicht. Vielleicht gibt es den zur Hauptsaison im Juli und August?

Pinarellu Strand, Korsika

Auch im Abendlicht macht der Strand bei Pinarellu einen atemberaubenden Eindruck

Jedenfalls musste ich erst mal schlucken, als wir ankamen, denn auch wenn ich nicht wirklich was Schlechtes über den Platz sagen kann (das mit der Lage hätte man ja auch mal auf der Karte checken können) fand ich ihn von der Atmosphäre her – das trifft es wohl am ehesten – lieblos.

Die Kinder waren da, wie gesagt, nicht ganz so kritisch und die Lage war ansonsten wirklich ganz ok – zum schönen Pinarellu- Strand war man auch nur 10 Minuten mit dem Auto unterwegs, nach Porto Vecchio oder Bonifacio war die Autofahrt auch nicht lang – wir haben also schon was gesehen in der einen Woche. Kann man also machen, muss man aber nicht.

2. Marina d’Erba Rossa bei Ghisonaccia

Auf diesem Campingplatz hätten wir definitiv gern mehr als eine Woche verbracht! Man kann fast schon von einer Anlage sprechen und auch wenn ich noch nie All-Inklusive-Urlaub gemacht habe, so ähnlich kann ich es mir vorstellen (nur als Selbstverpflegerlösung eben): Es gab einen schönen Pool, den die Kinder glücklicherweise erst in den letzten Tagen bewusst wahrnahmen (das Meer 10 Meter weiter war vorher einfach interessanter!), einen wirklich schönen Sandstrand, Abendanimation (dass ich so was mal positiv erwähne hätte ich vor den Kindern ja auch nicht gedacht) und unser Mobile Home lag schön schattig unter hohen Bäumen. Ok, die Bäume fand der Mann nur mit Einschränkung toll, denn das Harz tropfte auf unser Auto – aber dann haben wir das Auto eben in die Lücke gegenüber gestellt und gut wars.

Camping Marina d'erba Rossa

Groß & weitläufig ist der Campingplatz bei Marina d’erba Rossa…und macht schon vom Parkplatz aus was her

Neben Mobile Homes fanden sich hier Safarizelte („Glamping“), so genannte Chalets (Hütten) und auch eine klassische Camping-Area für Wohnwagen, Zelte und Bullis.

Da der Campingplatz recht groß war, sollte man sich gut anschauen, wo man unterkommt, besonders wenn einem die Nähe zum Meer oder weg vom Animationsprogramm wichtig ist. Einfach den Campingplatz anschreiben, ob die einem den Lageplan schicken. Wir haben den Zufall entscheiden lassen. Familie HalbesachenBlog, die das Abenteuer wagten, mit uns zu reisen, sollte  zunächst am anderen Ende des Platzes untergebracht werden, was aber noch abgewendet werden konnte. So hatten wir zwei Mobile Homes nebeneinander, nah zum Strand und Pool, aber doch etwas geschützt vor der „Masse“.

Marina d'erba Rossa - unser Favorit unter den Campingplätzen auf Korsika

Der Strand vom Campingplatz Marina d’erba Rossa ist weitläufig, wirklich wunderschön, nicht nur im Abendlicht

Extras, die wir nicht brauchten, die aber trotzdem erwähnenswert sind: Es gibt einen kleinen Tierpark an der Zufahrt zum Campingplatz. Strauße, Känguruhs, Wild und Ziegen. Allerdings nicht zum Streicheln.

Kleines Manko: In der Nähe war ein Flugplatz für Düsenjets, die flogen etwa stündlich hörbar auch überm Platz. Allerdings nur tagsüber (das erwähne ich, weil auf der Beschreibung des Platzes vor einer hörbaren „Disco“ gewarnt wurde – falls die ihre eigene Abendschau meinen stimmt das, die war hörbar 😉 Aber störte uns nicht.)

Poolanlage auf Marina d'erba Rossa

Der Pool war schon schön, so dass sogar wir Großen ihm manchmal zum 5 m weiter liegenden Meer gaben…

Wir würden jederzeit wieder dorthin fahren und ihn auch Freund_innen empfehlen, die einen Platz im Osten Korsikas suchen.

3. „Kallisté“ bei St. Florent im Norden – Abenteuer im Safarizelt

Für den Norden und die dritte Woche hatten wir uns was Besonderes überlegt: Statt Mobile Home probieren wir mal ein Safarizelt! Für die Kinder bestimmt ein wunderbares Abenteuer. So war es auch. Von der Aussattung (WC, Dusche, Kochmöglichkeit, Mikrowelle, Betten) ähnlich wie ein Mobile Home, nur etwas kompakter. Der Boden solide auf Holzpodest, zwei Wände ebenfalls aus Holz, der Rest Zeltplane. Gemütlich fanden wir es alle.

Safarizelt auf Camping Kallisté bei St. Florent

Im Safarizelt gibt es ein kleines bisschen Privatsphäre: Mit Zeltwänden ließen sich die beiden Schlafräume voneinander abtrennen. Nicht, dass wir mit kleinen Kindern dazu Bedarf hatten…

Neben den beiden Schlafräumen und der „Küche“ mit Kühlschrank gab es auch ein Bad mit WC und Warmwasserdusche. Auf der Terrasse war ein Gasgrill und -kochplatte, für die Eigenversorgung mehr als ausreichend.

Der Campingplatz selber bot auch noch Mobile Homes und eine Camping Area für Autos und Zelte. Was zu Beginn schon auffiel: Die gute Stimmung an der Rezeption. Sehr zuvorkommend und fröhlich. Plus: Auf Englisch ^^(es gab auch eine Mitarbeiterin, die aus Deutschland eingewandert ist, wie ich beim Auschecken feststellte. Nicht, dass das für mich ein Muss ist. Aber die Kommunikation auf Korsika funktionierte sonst oft so: Ich fragte was auf Englisch, mein Gegenüber antwortete auf Französisch. Mein Gegenüber tat so, als würde es mein Englisch verstehen, ich tat so, als würde ich das Französisch meines Gegenübers verstehen).

Der Platz hatte einen Fußweg zum Strand. Wenn man direkt ans Meer kam, war das Stückchen Strand nicht das Schönste…man musste links hoch laufen, parallel zur Straße, vorbei am Kayak-Center bis fast zum Ende – da waren Strand und Wasser ein Traum, ganz besonders für Kinder: man konnte wirklich meterweit laufen und das Wasser ging immer noch nur bis zum Knie. Ich nenne es die Badewanne von Korsika.

Safarizelt auf Korsika. Platz für 4 Personen

Unser Safarizelt von Außen: Klein aber fein

Der Pool (oder „die“ Pools, es waren mehrere kleine) war eigentlich sehr kinderfreundlich gestaltet, ich fand ihn aber ein bisschen…muffelig. Wir waren einmal drin, ansonsten sind wir lieber zum Meer.

Der vermutlich kinderfreundlichste Strand auf Korsika:Plage de la Roya bei St. Florent

Definitiv der kinderfreundlichste Strand den wir auf Korsika fanden: Der Plage de la Roya bei St. Florent: Flaches, warmes und klares Wasser, so weit das Auge reicht! Für Erwachsene bietet die Ecke außerdem reichlich Aktivitäten: Man kann hier Paragliden, Sup-Boarden oder, ja wirklich, mit einem Schlauchboot Drachenfliegen…

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Wie man hoffentlich raushört: bis auf den ersten Campingplatz hatten wir wirklich Glück mit unserer Auswahl. Die ist auf Korsika in Sachen Campingplätzen ja eh riesig und wer dort hin will, hat die Qual der Wahl.

Wart ihr schon auf Korsika und habt dort auch Empfehlungen für Ferienwohnungen oder Hotels? Falls wir mal in den Herbstferien wieder kommen…