Familie

Blogstöckchen – Ausnahmsweise!

Es sind immer noch Ferien hier oder anderswo und ich habe mal Cashews Schlafenszeit genutzt um ein Blogstöckchen zu beantworten. Mach ich sonst nicht, aber wegen der Fragen dann doch. Also, Papaganda fragt:

1. Was war dein erster Gedanke, als du dein erstes Kind zum ersten Mal zu Hause in Ruhe geniessen konntest?

das erste kind konnte ich in den ersten tagen zu hause nicht wirklich „genießen“. die geburt war nicht schön, die überforderung groß. jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dass da ruhige momente zum genießen waren. das habe ich dann später nachgeholt…beim zweiten, das ist ja erst wenige wochen her, habe ich besonders die tage im krankenhaus genossen. die überforderung war trotz anstrengender geburt, nicht mehr ganz so groß. da war keine angst, dass was kaputt geht, dass ich das hinbekomme oder wie wir das schaffen. der mann hat mir sehr viel abgenommen, da ich die meiste zeit liegen musste. also lag ich viel da, mit baby im arm und schaute es einfach nur an. an einen konkreten gedanken kann ich mich nicht erinnern. das ging von: wie hat dieses lange kind in meinen bauch gepasst? wird es später so aussehen wie sein großer bruder? und auch schon so beängstigende gedanken wie: hoffentlich ist und bleibt es gesund.

2. Zu Streit unter Kindern gibt es gewagte Thesen. Wie verhältst du dich in solchen Situationen? 

tja, wie ich mich verhalten will und wie ich es dann tue sind zwei sehr unterschiedliche dinge. theoretisch finde ich, dass – wenn nicht grade gewalt im spiel ist – kinder das ruhig untereinander regeln können. sofern nicht riesige altersunterschiede bestehen. in den meisten fällen sind das bei unserem dreijährigen ja klassische spielplatz/kinderzimmer-streitereien: DU willst damit spielen? aber ICH will doch jetzt damit spielen!!! ich finde mein kind auch nicht egoistisch, wenn es einige seiner lieblingsspielzeuge mal nicht teilen will.

der „gruppendruck“ treibt mich aber gelegentlich doch dazu, dann mal meine pädagogische stimme einzusetzen und minime zuzuflöten, dass er sich doch benehmen möge. aber überzeugt bin ich davon selten…

3. Mit Kindern beim Einkaufen. Eines deiner Kinder möchte unbedingt etwas haben. Wie verhältst du dich?

kommt drauf an, worum es geht?!? einen apfel? gerne! ein bonbon darf es sich auch mal aussuchen. trotzanfälle an der supermarktkasse hatten wir bisher noch nicht…

4. Wie stark haben dich am Anfang Ratgeber und Ärzte im Verhalten deinem Kind gegenüber geprägt? Hat es dir geholfen?

ersetzen wir ratgeber durch blogs, dann wird ein schuh draus. ratgeber habe ich weniger gelesen, zumal die autoren mir meistens suspekt sind. schon rousseau, der große erziehungslehrmeister der aufklärung hat sein eigenes kind in ein findelhaus gebracht. grade die männlichen ratgeberautoren der gegenwart, die so oft gehyped werden, sind da oft nicht viel besser. darum lese ich lieber aus dem alltag, echte situationen und authentische mütter. das hilft mir mehr.

5. Hast du schon jemals darüber nachgedacht, mit der Familie einfach anders leben zu wollen? (z.B. Kommune, auf dem Bauernhof, in einem anderen Land, etc.)

interessant, dass du das fragst, denn ja: ich glaube die wohn- und lebensform der kleinfamilie ist zum scheitern verurteilt, als mutter merke ich das jeden tag. aber auch als konsumentin denke ich: warum muss jeder haushalt einen eigenen wasserkocher, auto oder eine eigene ausgabe des dr. oetker-kochbuchs haben? leider gibt es echt viele hindernisse: wohnungen und häuser, die auf die kleinfamilie mit schlafzimmer, wohnzimmer und 1-2 kinderzimmern ausgerichtet sind. schwierig, wenn man weder lust auf besetzte häuser der linken szene noch auf generationenwohnprojekte hat, bei denen 80% der mitbewohner_innen über 60 sind (weil die sich in dem alter das erste mal selber gedanken gemacht haben, dass alleine wohnen bzw. pflegeheime die schlechtere alternativen sind. ein anderes land? darauf habe ich bis zum ca. 30 lebensjahr eigentlich ein bisschen gebaut. aber nein, ich werde immer sesshafter und habe bei reisen und auslandssemester festgestellt: woanders is auch scheiße trägt man ja den gleichen ballast mit, vielleicht ist der ein oder andere aspekt für familien besser, aber nein. hier ist so gut wie anderswo.

6. Wie beeinflusst dich deine Umgebung im Umgang mit deinen Kindern? Schwiegereltern, eigene Eltern, Freunde, etc.

ich bin immer noch froh über unsere aus dem geburtsvorbereitungskurs entstandene „selbsthilfegruppe“. auch nach drei jahren treffen wir uns noch mehr oder minder regelmäßig zum kaffee und tauschen uns über unsere kinder, deren entwicklungszustand, arbeitsleben undundund aus. ganz ohne „mein kind ist viel cooler als deins“. sowas wünsche ich allen menschen-mit-kind. die familie hält mal mehr mal weniger von unseren erziehungsmethoden, ist aber relativ aufgeschlossen. obwohl die zeit von „ach, lass ihn doch mal ein bisschen schreien, der hat doch nix“ hin zu „minime hat heute nacht bei uns im bett geschlafen“ bei den großeltern recht kurz war 🙂

7. Hast du durch deine Kinder frühere Freunde verloren? Habt ihr irgendwann wieder zueinander gefunden?

ich würde sagen, nein. meine beste freundin ist noch kinderlos, sie ist aber minimes patentante und somit an ihm interessiert. mich interessiert ihr leben weiterhin genauso. wir waren immer schon grundverschieden (in regelmäßigen abständen wundern wir uns, dass wir trotzdem befreundet sind), unsere vorstellungen von familie oder unsere unterschiedlichen lebensweisen fallen da kaum ins gewicht.

8. Wenn du entscheiden dürftest: mehr Kinder oder mehr Politiker?

verstehe die frage nicht…

9. Was würdest du für Familien aus politischer Sicht ändern wollen? (kein grosses Fass aufmachen ;))

mehr wahlfreiheit, aber nicht im schröderschen sinne. und die „richtigen“ fragen stellen: welche alternativen zur kleinfamilie gibt es und wie kann man sie unterstützen? wie wird arbeit, die nicht entlohnt wird bewertet und warum? aber das im detail würde das fass aufmachen 😉

10. Welche Blogs liest du gerne. Was macht aus deiner Sicht einen guten Blog-Artikel aus?

oh, das ist ein großes potpourri aus blogs zu verschiedensten themen. feministische blogs, muttiblogs, minimalismusnachhaltigkeitsökovegane blogs…ein kleiner ausschnitt findet sich hier rechts in meiner linkliste. ein guter blogartikel? das kommt total drauf an zu welchem thema. ich mag persönliches, beiträge die themen übersichtlich zusammenfassen, alltägliches, artikel die fragen stellen, kritisieren oder einfach witzig und unterhaltsam sind. mein einziges kriterium: nicht länger als es für eine tasse kaffee braucht (montag morgen nach einer durchzahnten nacht).

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1 Comment

  • Reply Fragen über Fragen – Blogstöckchentag | cloudette 12. August 2014 at 21:37

    […] ist Blogstöckchentag, gleich zwei wurden mir zugetragen, vielen Dank. Eines kommt von gluecklich scheitern, deren Blog zu den ersten gehört, die ich überhaupt gelesen habe. […]

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