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Reisen mit Kindern

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Familienurlaub mit Kindern: Istrien – Kroatien (Teil 2)

Hier geht es zu Teil 1.

Istrien ist für seine Trauben berühmt. Der Weißwein dort ist wirklich lecker. Und Olivenbäume gibt es dort, massenweise. Also eigentlich ist Istrien mein Paradies. Brot und Wasser, pft. Weißwein und Oliven, DAS braucht man zum Leben.

Oliven und Trauben für leckeren Weißwein - dafür ist die Region bekannt

Oliven und Trauben für leckeren Weißwein – dafür ist die Region bekannt

Viele viele schöne Städtchen und Städte gibt es dort. Meine Favoritin war neben Porec und Rovinj – Pula. Nicht nur wegen des allseits bekannten Amphitheaters. Es ist auch ein Studentenstädtchen, Touristenmagnetin – rundum schön.

Amphitheater in Pula

Amphitheater in Pula

Hopp-on-and-off-bus in Pula, Kroatien

Minimes Haare und eine Bucht in Pula

Ein bewölkter Tag. Endlich mal zum Strand ohne Hitzeschlag befürchten zu müssen. Ich habe mir vor Ort wieder Schnorchel und Brille zugelegt und habe mir unter Wasser mal Flora und Fauna angesehen. Wunderbar!

Mann und Cashew am Strand

Mann und Cashew am Strand

Stadtbild

Stadtbild

Neben Pula hat Istrien viele viele schöne Städtchen zu bieten. Porec oder Rovinji zum Beispiel am Meer und Groznijan und Buzet im Landesinneren. Alle einen Ausflug wert. Oder zwei.

Mauergraffiti

Mauergraffiti

Noch mal Amphitheater von Pula

Noch mal Amphitheater von Pula

Tiere im Amphitheater

Tiere im Amphitheater

Der Nationalpark Brijuni-Inseln ist ein wahres Paradies, zu dem es viele Anekdoten gibt. Viele Filmstars tummelten sich in der Vergangenheit hier. Und Politiker. Man fährt in der Regel von Fazana mit organisierten Ausflugsbooten dahin. Eine Tour durch den Nationalpark lohnt sich und gibt es auch mit deutscher Reiseleitung. War nicht ganz günstig, dafür fährt man dann mit einer Bimmelbahn ca. 40 minuten rum, kann sich alles anschauen und für den 4jährigen Minime war grade die Bimmelbahn DAS Highlight.

Tipps für die Suche nach einem Campingplatz

Wir waren mit unserem Campingplatz sehr zufrieden. Eine schöne Übersicht über die besten Plätze in Kroatien gibt es hier und hier.

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Urlaub mit Kindern : Istrien – Kroatien (Teil 1)

Mit (kleinen) Kindern Urlaub machen ist wie mit ohne, nur anders. Jedenfalls für mich. Das merkten wir schon letztes Jahr auf den Kanaren. Mit einem damals Zweijährigen fielen Dinge wie Wandern, Klettern, ausführliche CityTrips erstmal aus (habt ihr andere Erfahrung? Her mit Euren Tipps!).

Braucht man allerdings Hilfe bei der eigenen Seelenentschleunigung hilft einem ein Kleinkind dagegen total: Der Weg zum Strand kann dann auch mal 50 statt 5 Minuten dauern. Schließlich gibt es auch am Wegesrand genug zu sehen, nicht nur da, wo Mutti oder Vatti es vermuten (auf der Badematte oder im Wasser).

Trotzdem nicht zu Hause bleiben!

Beim Gedanken an die Reise dachte ich zwischendurch: Warum überhaupt wegfahren? Cashew mag Autofahren nicht, vielleicht ist es dort zu heiß oder zu kalt (dann hätten wir gleich zu Hause bleiben können), was wenn die Kinder nicht mitziehen? Und es gäbe ja auch genug in Köln, der Eifel, ja überhaupt in NRW zu sehen. Auch der Rest von Deutschland hat noch schöne Ecken.

Ja…Aber!

Ich denke oft, man sollte doch dieses Urlaubsgefühl auch zu Hause aufkommen lassen. Oder bewahren. Die eigene Stadt mit Touristinnenaugen sehen. Die nahe Umgebung erkunden und ein Abenteuergefühl beschwören. Nur leider, so richtig funktionieren mag das bei mir nicht. Nicht immer. Oft ist die Fahrt selber, die Reise in „den Urlaub“ für mich schon ein Highlight. Außerdem: In der Ferne kann man manchmal die Sicht auf das eigene Familotop reflektieren. Wenn alle anderen Familien ihre Kinder noch bis 23 Uhr draußen spielen lassen – müssen wir dann wirklich drauf bestehen, dass unsere um neun im Bett liegen?

Und glücklicherweise: die Kinder machten diesmal mit. Trotz langweiligen Ausblicks auf triste Autobahnleitplanken, wespenverseuchter und lieblos gestalteter Rastplätze.

Lange Autofahrt mit Zwischenstopp

Von Köln nach Kroatien (also in den Norden Kroatiens) sind es etwas über 1000 Kilometer. Ohne Kinder hätten der Mann und ich uns abends ins Auto gesetzt und wären am nächsten Mittag übermüdet aber glücklich angekommen. Mit zwei kleinen Kindern erschien mir diese Idee…nicht umsetzbar. Die Kindersitze lassen sich nicht mehr in Liegeposition bringen und wenn die Kinder in ihnen schlafen, sieht es so aus, als ob jede_r Orthopäde sich über zukünftige Patient_innen freut.

Statt dessen machten wir etwas, was ich schon seeehr lange nicht mehr gemacht habe: Zwischenstopp in einer Jugendherberge. Auf dem Hinweg in Mühldorf a.d. Inn und auf dem Rückweg in Eichstätt. Beide Male hatten wir Zimmer für uns. In der ersten Jugendherberge war großes Halligalli, zwei Dutzend Teenies machten dort scheinbar Klassenfahrt. Allerdings war ab 23 Uhr wirklich Funkstille. In Eichstätt hatten wir auch ein eigenes Badezimmer, es waren einige andere Familien vor Ort und ich fand es sehr schade, dass wir nicht länger blieben, denn sowohl die Jugendherberge als auch die Region dort machten Lust auf Entdeckungstouren. Das Altmühltal ist ganz in der Nähe und in der Jugendherberge konnte man sich Gerät ausleihen, um dort auf Fossiliensuche zu gehen!

Campingplatz-Strand, CampingIng Umag

Campingplatz-Strand

Camping 4 Sterne deLux!

Wir haben für die zwei Wochen ein Mobilwohnheim auf einem Campingplatz gebucht. Einem 4 Sterne-Campingplatz. VIER STERNE! Mir war gar nicht klar, dass auch Campingplätze in Kategorien unterteilt sind. Bis dato war ich einige Male campen, und das hieß für mich: Wenn die Duschhäuschen und Toiletten sauber sind, ist alles paletti!

Vier Sterne also. Das hieß in diesem Fall: ein riesiger Campingplatz, dessen Infrastruktur schon eher an eine Hotelanlage erinnerte. Strandlage. Großer Pool. Zwei Supermärkte, diverse Restaurants und (Strand-)Bars. Kinderbetreuung im Miniclub für alle von 8 Monaten bis 17 Jahre. Sportangebote, Ausflugsboote, Bimmelbahn. Abendprogramm (Konzerte, Musicalshows – die Qualität reichte von NaJa bis echt unterhaltsam). Theoretisch musste man den Campingplatz den ganzen Urlaub über nicht verlassen.

Tja. Wir buchten ein Mobilwohnheim, zwei Schlafzimmer, Wohn-/Kochbereich und Terasse. Denn so richtig mit nur Zelt war mir persönlich zu stressig. Bis auf Handtücher und Bettbezüge mussten wir nichts mitbringen und wir konnten ein paar Kindersachen dazu buchen, wie z.B. Kinderstuhl, Rausfallschutz fürs Bett und Töpfchen 🙂

Leider sparten wir an einer Klimaanlage, was bei konstant 36°C die erste Woche über den Aufenthalt im Mobilwohnheim tagsüber auch nicht sehr attraktiv machte. Also uns Eltern wäre das ja noch egal gewesen. Ohne Kinder hätten wir unsere Hängematte geschnappt und selbige am Strand aufgehangen und uns bis zum frühen Abend mit einem Buch reingelegt. Die Idee fanden unsere Kinder aber nicht ganz so mitreißend, also haben wir tagsüber Minime gelegentlich zum Miniclub gebracht (klimatisierte Räume!) während Cashew im Kinderwagen unter einem schattigen Bäumchen seinen Vormittagsschlaf absolvierte. Am Pool gab es leider keinen Schatten, die schattigen Plätze am Strand waren schon am Morgen „reserviert“ (es waren viele Deutsche auf dem Campingplatz ^^) und so mussten wir halt kreativ werden.

Schön, dass es einige Tropfsteinhöhlen in der Umgebung gibt, die man besichtigen kann, dort herrschen ja konstant eher 10°C, das reichte für eine Abkühlung.

Nachmittags machten wir auch weitere Ausflüge (dazu in den nächsten Teilen mehr) und nach ca. drei Tagen gaben wir auch den Versuch auf, uns an unserem üblichen Tagesrhythmus festzuhalten und die Kinder um acht ins Bett zu schicken. War bei immer noch 33°C nämlich unmöglich und das Leben auf dem Campingplatz begann da auch erst. Also zogen wir abends mit den Kindern zur Minidisco oder runter zum Strand, schauten den Leuten auf der Promenade zu, tranken Limo, hörten Livemusik oder ließen Minime auf einem Boot fahren (ähnlich wie Autoscooter) oder im Adrenalinpark (der hieß wirklich so) auf dem Bungee-Trampolin hüpfen. Gegen 22:00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg, Cashew schlief dann bereits im Kinderwagen und musste nur ins Bett getragen werden, Minime saß noch bei uns auf der Veranda oder wurde ebenfalls in den Schlaf überredet. Das hatte auch den Vorteil, dass er am nächsten Tag erst gg. halb 9 wach wurde und so eine_r von uns immer ausschlafen konnte, während di_er Andere mit Cashew zum Bäcker ging und Bröchten holte, Kaffee aufsetzte und den Frühstückstisch deckte.

Campingplatz-Strand, Istrien Kroatien

Campingplatz-Strand

Campingplatz-Strand(Dies war nur der erste Teil, den zweiten findet ihr hier !)

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Reisen mit Kind, Teil II: Valle Gran Rey, La Gomera

Das Valle Gran Rey in einem Satz: „if you’re going to laaaaa goooomera, be suuuure to weaaaar some flowers in your haiiiir“…

Oder auch: „ABGABE MIETWAGEN: Am Tage Ihrer Abreise stellen Sie das Fahrzeug bitte entlang der Hafenmauer von San Sebastián auf einem Parkplatz ab. Lassen Sie den Wagen unverschlossen und legen Sie die Schlüssel unter die Fußmatte.“ (aus der Mail der Agentur, über die wir Appartement und Auto gemietet haben…)

Entspannte Atmosphäre auf La Gomera

Nachdem wir auf Teneriffa noch drei Tage im Kurhotel Mar y Sol die Halbpension und den auf 32Grad beheizten Pool genossen (yeah, endlich warmes Wasser!) ging es weiter nach La Gomera. Einige Mythen und Klischees umwehen diese kleine Kanareninsel. Austeiger_innen, Hippies – alle seien hier versammelt. Das trifft gewissermaßen total zu. Daneben gab es aber auch klassische Alternativ-/Wandertourist_innen und vor allem: viele Familien mit kleinen Kindern. Ein Paradies für Minime, der nach den 10 Tagen Teneriffa kaum Gleichaltrige gesehen hatte.

Noch was zur Anfahrt von Teneriffa: wer einen schwachen Magen hat, sollte sich vorbereiten. Mensch kann zwischen zwei Fährgesellschaften wählen, die von Los Cristianos mehrmals täglich rüber setzen: Die schnellere aber auch teurere Linie Fred Olsen oder die langsamere, günstigere und mit Ausgang mögliche Fährlinie Armas. Wir entschieden uns für Letztere, vor allem das Argument, auch mal raus gehen zu können, überzeugte. Ich kam nicht dazu, bei dem Seegang lag ich auf der schattigen Seite im Bootsinneren und hoffte, dass wir doch schneller drüben wären. Minime zeigte Gesichtsausdrücke, die wir vorher nicht kannten schlief aber letztendlich (Mittagszeit sei dank) bleich auf unserem Schoß ein.

Und damit nicht genug: die Fahrt von San Sebastian, wo die Fähre landet, ins Valle Gran Rey ist eine einzige Serpentine rauf und wieder runter. Wir überholten unterwegs ein Taxi, bei dem der Gast ausgestiegen war um sich am Wegesrand zu übergeben. Äh ja, ich find, das solltet ihr wissen.

Viel entspannen, wenig machen

Wir haben unbeschädigt unser Appartementhaus im Dorfteil Borbalan erreicht. Das Wetter in dieser Woche ist nahezu immer gleich: Morgens schauen wir aus dem Fenster und stellen uns aufs schlimmste ein, Wolken über den Bergen, sieht nach Regen aus. Eine Stunde später lockt uns blauer Himmel und Sonnenschein an den Strand von Vueltas. Dort trifft Minime auf eine Vierjährige und die beiden sind direkt ein Herz und eine Seele. Der Mann und der Mädchenpapa kommen ins Gespräch und schwupps sind wir die nächste Woche ein Quintett.

hektik oder stress kommt in dieser woche nie auf. entschleunigung lässt sich im valle gar nicht vermeiden. die tage laufen ähnlich ab: vormittags ein wenig die insel erkunden, was sich aber eigentlich nicht lohnt, wenn man nicht wandert. mittags zum strand, die kinder planschen im matsch. und während wir uns im hintergrund halten und die sonne genießen, kümmern sich engagierte eltern weiter vorne am wasser, dass die kinder immer genug matschkugeln zum ins-meer-werfen haben. abends geht es dann zum dorfplatz, zwischen dreadlocks, glöckchen und grasgeruch spielen die kinder, die trommelgruppe und feuerwerfer spielen jeden abend das gleiche programm, gegen halb neun schnappen wir das total übermüdete und durchgespielte kind und fahren zurück ins appartement.

mein highlight: whalewatching. kann man auch auf teneriffa machen, auf riesigen überfüllten booten. hier im valle sind wir zu zehnt auf der amazonia, sitzen mit den füßen im wasser an der reling und halten ausschau nach walen und delphinen. ein paar grindwale kreuzen unsere route, die älteren schwimmen von uns weg, die jüngeren folgen uns. ehrfurcht.

nach einer woche reisen wir mit gemischten gefühlen ab: ein bisschen eintönig war es schon aber sehr relaxt, für minime wohl ein traumurlaub. cloudette hat es sogar einige wochen dort ausgehalten und sagt euch noch, was ich vergessen habe.

hier würd ich jederzeit überwintern.

playa valle gran rey

Whale Watching auf La Gomera - Delfinflosse

Delfinflosse

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Reisen mit Kind (Teil 1): den Süd(west)en Teneriffas mit dem Bulli befahren…

Winterurlaub auf den Kanaren? Mit Vorschulkindern ist der Winter die perfekte Reisezeit für Familien! Hier unser Bericht

Der Plan war, nach 3 Jahren ohne Reisen endlich wieder Urlaub zu machen. Auszunutzen, dass ich grad arbeitssuchend bin und der Mann sich seinen Urlaub selbst aussuchen kann. Überwintern irgendwo im Süden. Das alles trotzdem irgendwie „kindersicher“. Erstmal keine Experimente (ich träume von Bali, Thailand, Sri Lanka…), warm aber trotzdem Europa. Da blieben eigentlich nur noch – die Kanaren. Und auch da sind nicht alle Inseln gleich. Unsere 1. Wahl war Teneriffa. Alle, die schon mal da waren, schwärmten von der Vielfalt, der abwechslungsreichen Landschaft. Und für Familien mit kleinen Kindern soll es auch perfekt sein – na gut, überredet.

Dann machen wir aber auch eine Bullitour! Wollten wir doch immerschon! Wenn ich tagträume, was ich von einem Lottogewinn so kaufen würde, stand ein Bulli immer ganz weit oben. Der Mann fand über hanggtime tatsächlich eine Bullivermietung auf Teneriffa. Die erste Woche wollten wir die Insel also mit dem Bulli erkunden.

Der 4-stündige Flug (mit Norwegian – kann ich empfehlen) war sogar erträglich, auch dank Wlan über den Wolken 🙂 Das Kind war trotz des fast nächtlichen Aufstehens nicht müde zu kriegen, blieb aber trotzdem gut gelaunt.

Unsere Unterkunft auf Teneriffa: Ein T3 Bulli

Am Flughafen Teneriffa Süd wurden wir dann mittags von Reiko, dem die Bullis gehören, in seinem Wagen abgeholt. Der für uns geplante Bulli (Modell t3) sei leider kaputt, er würde grade einen t5 flott machen, das könne aber noch eine Stunde dauern…wir fuhren nach Las Americas, aßen gemeinsam, fuhren weiter zum Strand in ein Cafe, tranken einen Kaffee…aber nach einer Stunde war der Bulli natürlich noch nicht fertig.

Wir saßen dafür in der warmen Sonne am Meer, das tröstete. Erst mal…machen wirs kurz: Aus der einen Stunde wurde später Abend, es war dunkel und eeeeendlich konnten wir den Bulli in Empfang nehmen. Um einen der tollen Spots aufzusuchen, die Reiko uns als Standplätze empfohlen hat, war es nun zu dunkel. Also bauten wir unser Lager auf dem Riesenparkplatz neben McDonalds (einzige Toilette in der Nähe!) auf und versuchten etwas Schlaf zu bekommen.

Teneriffa mit Kindern - Eine Bullitour

Der Bulli – im aufgeräumten Zustand

Der Mann und ich lagen unterm Dach, Minime hinten im Kofferraum, die wir ihm als „Höhle“ verkaufen konnten. Ja, es hat was bei Meeresrauschen zu schlafen. Sanitäre Anlagen wären aber schon ne Wucht gewesen. Nun gut, ist ja nur für eine Woche…

Ausflüge

Tagsüber fuhren wir an die Strände des Südens & Westens, ganz besonders angetan hatte es uns der Strand von El Medano, nahe des Flughafens (Cloudette hat von dort berichtet -> hier entlang).  Das surfermekka bot feinen Sandstrand, Cafés, Hippies und Familien mit kleinen Kindern.

Der Strand von El Medano, Teneriffa

Der Strand von El Medano

Auch das als touristisch verschrieene Los Cristianos konnte ich gut leiden: Promenade, Sandstrand, verwinkelte Straßen die daran erinnern, dass es hier auch eine Altstadt gibt. Wir übernachteten an einsamen Plätzen, die uns Reiko empfohlen hat, ausschließlich mit Blick auf Meer und oft abgeschieden von Tourismus und Menschen. Idyllisch, aber für Minime eher …langweilig. Ihm fehlten andere Kinder und Familien.

Nachdem wir einige Tage wirklich viel Zeit mit Fahrerei im Bulli verbracht haben (wir erwischten tatsächlich zwei Regentage im Süden!) und einmal um die halbe Insel fuhren bis in den Norden nach Puerto de la Cruz kam bei mir ein kleiner Zusammenbruch. JA, es ist schön mit Bulli zu reisen, NEIN ich bin kein Mensch der im Stehen pinkeln kann und außerdem schwanger und deshalb brauch ich Sanitäre Anlagen. Dabei gibt es im Süden noch nicht mal viele Bäume, hinter denen man sich verstecken kann, und der dicke Bauch ist ein bisschen hinderlich beim Hinhocken. Auch Minime merkte man an, er wollte lieber die Gesellschaft anderer Kinder und brauchte mehr Input.

Meine große Hoffnung war das Aqualand im Süden. Mit Kinderbecken, beheiztem Whirlpool und warmen Duschen (wie ich dachte…). Für nur etwas mehr als 20 Euro pro Nase (Minime ging umsonst durch) kamen wir vormittags im Aqualand an. Ein paar Wolken bedeckten die Sonne und am Eingang stand ein Schild, dass aus technischen Gründen einige Becken nicht beheizt waren…voller Preis war trotzdem. Ich dachte nur an eine warme Dusche und war zu Allem bereit. Tja. Tja. Die Umkleide sah schlimmer aus als in jedem verfallenen Hallenbad hier und das Wasser war…KALT. Ich glaub, ich weinte ein bisschen. Aber gut, beheizter Whirlpool. Achachach. 18Grad nennen die beheizt. Für einen Whirlpool!!! Nicht mal Minime, aka Wasserratte war dort reinzubekommen. Ein bisschen ins Kinderbecken traute er sich, ein paar mal rutschen, dann gab es blaue Lippen. Nach anderthalb Stunden gaben wir auf.

Der Campingplatz: Camping Nauta im Südwesten

Nächste Station musste ein Campingplatz sein. Ich hatte keine Erwartungen, weil es im Reiseführer hieß, Camping sei auf Teneriffa nicht so gang und gebe und es wurden nur die Adressen angegeben. Wir peilten den Platz „Camping Nauta“ südlich der tf-653 an und fanden…mein Paradies! Nach 4 Tagen ohne warme Dusche und co war das für mich grandioser als jedes Wellneshotel. Der Campingplatz bot wirklich alles, war grün, zentral und ich war glücklich. Hier schlugen wir die nächsten drei Nächte unser Lager auf, fuhren tagsüber weiter zu den schönsten Stellen der Insel. Warum wir da nicht schon früher drauf gekommen waren…

Der Campingplatz Nauta, Teneriffa

Fazit – Teneriffa mit Kindern:

Allgemeines Fazit der Woche: Teneriffa ist schön, und obwohl der Süden voller Hotelanlagen und Touris ist, findet man schnell ruhigere Orte. Ein Bulli ist echt was Feines, aber fürs Reisen mit kleinem Kind fand ich es eher so lala. Man sitzt eben viel im Auto, muss erst mal alle Sachen verstauen und dann zum richtigen Zeitpunkt wiederfinden (Sonnenmilch? Jacke? Feuchttücher?), der Boden ist stets sandig (wenn es nur Sand ist) und so viel gibt’s fürs Kind dann auch nicht zu sehen. Die Sonne tat aber verdammt gut, das Meer und der Sand unter den Füßen machen echt milde und entspannt. Aber fürs Kind fehlten eben noch andere Kinder und mir ein bisschen Komfort. Zu anderer Zeit unter anderen Rahmenbedingungen würde ich es aber wieder machen. Wegen solcher Bilder:

 

Der Strand von Las Americas, Teneriffa

Der Strand von Las Americas, Teneriffa

In der Woche darauf gings nach La Gomera