Familie

Das Glück

der mann macht mich darauf aufmerksam, dass ja alles gar nicht so schlimm war/ist, wie ich immer schreibe. habe ich auch nie behauptet. allerdings wird mir dann beim lesen meiner posts klar, dass er ein bisschen recht hat. ich schreibe ja immer nur kurze momentaufnahmen. und vor allem habe ich angefangen, über mutterkram zu schreiben, weil mir die ganzen ratgeber und foren auf die eier gingen, mit ihrem „und dann erwartet sie eine aufregende zeit“, „dieses ganze glück, mit diesen winzigen händen“ „mutterliebe…alles andere wird unwichtig“-blabla.

soll ich was sagen? bis zur geburt war ich – theoretisch – auf alles vorbereitet. selbst die geburt, die ja nun nicht so wie gedacht verlief, hab ich halbwegs wegstecken können. das waren trockenübungen gegen das, was kam, als das kind da war – eben der sprung ins kalte wasser.

glücklich war und bin ich trotzdem. erstaunlicherweise schließt sich das bei mir gar nicht so aus. aber das glück ist halt aus künstlerischer sicht schwer zu handhaben. oder kennt ihr bücher, filme die es schaffen über 100 seiten, bzw. 90 minuten ‚glücklichsein‘ darzustellen? ich auch nicht…bevor aber der nächste blogeintrag mit motzereien und co. folgt, dachte ich, ich lass euch an ein paar glücksmomenten teil haben. auch, damit sich minime, wenn er in jahren mal meinen blog liest nicht denkt, er sei ein monster 😉

– das erste quäken, das wir hörten bevor er uns gebracht wurde – der blick, als er dann in meinen armen lag – das erste (engels)lächeln und dann erst das richtige, an mich gerichtete! – die gesichter der großeltern wenn sie minime sehen – abends mit dem mann auf der couch sitzen und das leben mit niemand anderem tauschen wollen – nachts wach werden weil der arm eingeschlafen ist und selbst nicht wieder einschlafen können. weil die katze schwer quer über den beinen liegt, der mann dreiviertel des platzes braucht und minime laut atmet. und zu wissen: allein wär auch sch*ße – sonnige tage im park verbringen – mit anderen muttis über den nachwuchs zu ‚lästern‘ – auch nach einem tag wie heute (minime brütet wohl seinen ersten backenzahn aus) denken: ich will noch mindestens vier davon – wieder arbeiten zu gehen und abends von einem zweizahnig im kreis grinsenden, strampelnden kind begrüßt werden – als er das erste mal nach meinem gesicht griff – die erste runde mit kinderwagen durch den park: guckt her, meins! und ich bin jetzt mama – das erste glucksende lachen – undundund…

und nicht vergessen: dieser blog heisst genau deswegen: „glücklich scheitern“. sich nicht immer ernst nehmen. nicht allen ansprüchen genügen wollen und müssen. und in den unpassendsten momenten lachen. ein schönes wochenende.

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7 Comments

  • Reply Penelope 14. Oktober 2011 at 21:22

    *-* !

  • Reply nerd 14. Oktober 2011 at 21:26

    welche schöner text – da könnte sogar eine „resistenzgegenkinderwunschausangstvordempatriarchat“-person wie ich weich werden 🙂

  • Reply Doreen 14. Oktober 2011 at 22:24

    Sehr schöner Text!

  • Reply feministmum 15. Oktober 2011 at 18:59

    schöner text! tut gut zwischendurch auch von den schönen seiten des kinderhabens zu hören. ich denke auch immer, dass ich bestimmt ganz negativ rüberkomme, wenn ich meinen blog hauptsächlich zum ärger/frust von der seele schreiben nutze…

    • Reply glücklich scheitern 15. Oktober 2011 at 22:05

      nur realistisch 😉 und die schönen momente sind so oder so da. manchmal muss ich mich nur dran erinnern!

  • Reply kraehenmutter 15. Oktober 2011 at 19:11

    schön!
    hach, da werd ich auch gleich wieder ganz rührselig…:)

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