Familie

Diese 5 Sekunden…

…in denen ich nie weiß, ob ich lachen oder weinen soll:

Die morgendliche Eskalation hat auf einer Skala von 1 bis 10 die 12 erreicht. Seit einer Stunde bitte ich Minime darum, sich anzuziehen. „Zieh Dich sofort an und lass das Spielzeug liegen, sonst nehm ich es weg!“ – mein pädagogisches Talent hat den Nullpunkt erreicht. Cashew weint seit 10 Minuten, denn nachdem er ja bereits seit 06:00 wach ist, möchte er jetzt bitte wieder schlafen, natürlich geht das wahlweise nur im Tragedings oder auf dem Hopsball.

„Mama, kannst Du mir helfen?“

Minime ist bei den Schuhen angekommen. Die mit den Schnürsenkeln habe ich bereits aus seinem Sichtfeld verschwinden lassen, die kann er nämlich nicht alleine anziehen, und wenn ich Cashew (wir beide sind natürlich bereits seit 15 Minuten FERTIG) bereits im Tragedings habe, kann ich Minime nicht beim Schuhe anziehen helfen. Ich bitte ihn also entnervt, die Schuhe mit den Klettverschlüssen anzuziehen. Er nimmt einen Schuh, guckt ihn sich an, kippt den Sandkasten, der sich da drin versteckt hat, im Wohnungsflur aus, guckt in die Luft während er den rechten Schuh an den linken Fuß hält

„Mamaaaa, kannst Du mir HÄLFEN???“

Ich PLATZE: „Mensch, ich habe Dir Müsli gemacht, die Anziehsachen rausgelegt, bei den Socken geholfen und Butterbrot für den Kindergarten geschmiert. Was soll ich denn noch alles machen???“

Minime, trocken: „Bitte Erdnussbutter aufs Butterbrot!“

………………….

Abendliche Eskalation. Cashew, dessen innerer Wecker um spätestens sieben sagt, dass er hopphopp ins Bett muss bekommt sein Fläschchen. Minime, noch kein bisschen müde, hüpft auf dem Bett, auf dem auch Cashew und ich sitzen, rum. Ich bitte ihn, das zu lassen, erkläre zum 100. mal, dass das Lattenrost kaputt gehen kann und Cashew so nicht einschlafen wird und ich Minime darum keine GuteNachtGeschichte vorlesen kann. Minime hüpft weiter. Ich sage, er soll das bitte SOFORT sein lassen. „Aber ich bin ein Frosch/Krokodil/Elefant/eine Katze“. Ich sage, auch Frösche/Krokodile/Elefanten/Katzen haben im Bett nicht zu hüpfen. Er überlegt 5 Sekunden und sagt: „Mama, ich bin wieder Minime“ und hüpft weiter. Ich BRÜLLE: Sofort raus hier! Er guckt mich an: „Mama, das musst Du FREUNDLICHER sagen“

Ich nehme mir Cashews Schnuller und lege mich wimmernd in Embryohaltung ins Bett.  ENDE

Previous Post Next Post

You Might Also Like

14 Comments

  • Reply evilmichi 2. Oktober 2014 at 10:01

    Wie schön. Es geht nicht nur mir so.

  • Reply Schmetterlingsfamilie 2. Oktober 2014 at 10:36

    Ohje, diese Momente kosten so unendlich viel Kraft… ((()))

  • Reply Mara 2. Oktober 2014 at 11:55

    Ich weiß, es ist nicht lustig, aber ich kenne das sooo gut, darum musste ich – nur ein bisschen – grinsen.
    Viel Kraft und gute Nerven wünsche ich dir!

    • Reply glücklich scheitern 2. Oktober 2014 at 11:57

      Doch doch, es ist schon witzig. Meistens verpufft in diesen Momenten meine innere Anspannung und Gereiztheit. Zum Glück…

  • Reply Katharina 2. Oktober 2014 at 13:09

    Puuuuh, das tönt anstrengend!
    Ich wünsche Euch ganz viele kitzel-giggel-kicher-kuschel- und lach-Momente für zwischendurch!

    • Reply glücklich scheitern 2. Oktober 2014 at 13:12

      Jaaaa, diese Momente SIND anstrengend. Aber kitzel-giggel-kicher-kuschel Momente gibts als Ausgleich regelmäßig dazu!

  • Reply Kirsten 2. Oktober 2014 at 15:52

    Ich freu mich immer, wenn ich die Komik sehen kann („Moment, bin ich grad dabei, die Fassung zu verlieren, weil eine Vierjährige nicht auf meine vernünftigen Argumente reagiert?“), aber immer gelingt mir das nicht. Danke fürs Teilen, damit man immer mal wieder weiß, dass man nicht so alleine dasteht.

  • Reply Frl. Null.Zwo 2. Oktober 2014 at 20:43

    Ich mach dann mal „Ei, ei“
    ((( )))
    Besser?

    Ich habe auch solche Situationen – und hasse sie!

    • Reply glücklich scheitern 2. Oktober 2014 at 20:45

      ah geh, passt scho. meist entscheide ich mich dann fürs lachen und wir fangen von vorne an 😉

  • Reply kleinwirdgross 2. Oktober 2014 at 21:16

    Bei uns läuft es ziemlich gleich :-(. Das ist so anstrengend und raubt mir noch die letzten Nerven. Ich fühle mich, als ob meine gerade 4jährige Tochter in der Pubertät ist. Vor Kurzem habe ich begonnen folgendes auszuprobieren:

    http://kleinwirdgross.wordpress.com/2014/09/28/wie-meine-art-der-zuwendungaufmerksamkeit-das-verhalten-meines-kindes-beeinflusst/

    Aber ich sage es gleich: Ich bemühe mich, aber es klappt nur manchmal – andere Male, wenn ich die Hände mit dem Kleinen voll habe- verfalle ich (gezwungenermaßen ) wieder zurück zum Reden, was aber überhaupt nichts bringt in diesen verrückten Situationen.

    Viel Kraft wünsche ich Dir!
    Petra

  • Reply Fräulein im Glück 3. Oktober 2014 at 10:00

    Und wieder einmal hast du eine Episode aus meinem Leben treffend beschrieben.
    Ich wünsche dir starke Nerven und ganz viel Schlaf (fehlt mir oft beides)
    Liebe Grüße,
    Birgit

  • Reply luluyasinlove 3. Oktober 2014 at 16:53

    Das ist der tägliche, morgendliche wahnsinn! 🙂 Glaube aber, dass ist überall das Gleiche. Lass dir liebe Grüße da, vanessa

  • Reply Rosalie 7. Oktober 2014 at 15:02

    Das passiert. Wie war das: alles nur eine Phase.
    Interessant bei uns: Die große trotzt, das Baby hat viel gelernt und gibt den Wutzwerg, die Große schreit: Das Baby ist zu laut!
    Alles nur eine Phase, alles nur eine Phase, alles nur eine Phase, alles nur eine Phase, alles nur eine Phase, alles nur eine Phase, alles nur eine Phase… Immmmmm.
    Die Phase soll zu Ende gehen, wenn sie ausziehen wurde mir gesagt.
    Kopf hoch!

  • Reply Uli 19. Dezember 2014 at 9:07

    Oh ja, diese Momente und dann dudelt es im Radio noch dazu: What doesn’t kill you makes you stronger …

    Mir hat es oft geholfen, etwas überraschendes zu tun, wie, ok, dann gehst du eben in Socken zum Kinderarzt / im Schlafanzug in die Kita / dann leg ich ich jetzt auch hierher und heule / ich geh in dein Bett zum Baby stillen wenn du nicht aufhörst zu stören ( das ist zu klein um zu dritt drin zu sein) etc. Ich hab so manches Mal Kind und Schuhe getrennt in der Kita abgeben oder kleine Menschen im Schlafanzug die Treppe runter getragen – im Auto haben sie sich dann schnellstmöglich angezogen. Natürlich funktioniert das auch nur, wenn man wirklich alles andere ausgeschöpft hat und bei entsprechendem Wetter ( würde das nie durchziehen, wenn es zu kalt oder zu nass ist).

    Eine leicht veränderte Einstellung zum Thema pünktlich sein und / oder überdimensionale Zeitpuffer in Tagesabläufe einplanen war auch sehr hilfreich – ich kann Dinge besser weglachen, wenn ich entspannt bin.

  • Leave a Reply