Familie

Erkenntnisse

tja, der gute tag wurde zwar zur guten woche, aber montag morgen um 05.15 uhr hat minime in einseitigem einverständnis beschlossen, dass es lang genug ruhig war. seitdem wird wieder gequengelt, aus langeweile, müdigkeit oder wegen hunger. und irgendwas davon trifft immer zu. nur unterwegs sein hilft, deshalb bin ich montag zwei stunden mit ihm im tragedings durch die stadt gelaufen und gestern seit kurz nach zehn mit ihm im kinderwagen unterwegs. scheint der einzige ort zu sein, an dem er momentan schlafen will.

dabei hatte ich am anfang doch so ein relaxtes, pflegeleichtes kind! war wohl etwas naiv zu glauben, das bliebe immer so…und in der zeit, in der minime weint und ich immer mürber werde, grüble ich dann so rum. der akku, den ich letzte woche auftanken konnte war nämlich ratz fatz wieder leer. wer wirklich wissen will, ob sie geduld hat, sollte sich für eine woche ein kind ausleihen (ich biete meines freiwillig zum probieren an…). die mamas in meinem umfeld reden von so einem buch, Oh je ich wachse oder so. darin stehn wohl die verschiedenen phasen, und warum das so ist und so. überlege noch, ob ich es wirklich kaufen soll (erfahrungen, anyone?). bis jetzt bin ich eigentlich seit der schwangerschaft ganz gut damit gefahren, möglichst wenig zu wissen. nachher denk ich bei jedem pubs, dass sei jetzt das und das. könnte ja dann auch zur selffullfillingprophecy werden. dann lieber ahnungslos in die nächste schreiphase. vielleicht lassen sich die guten tage so besser genießen.

für die nicht-eltern unter euch: dieses quengeln, was ich meine, ist jetzt also kein ‚weinen‘. und auch nicht so ein friedliches rumgeräuschen. stellt euch vor, eure chefin steht die ganze zeit hinter euch, guckt über die schulter und sagt: geht das nicht schneller? musst du wirklich JETZT kaffee trinken? also die präsentation hätte ruhig etwas bunter sein können. die zahlen vom letzten jahr sind nicht selbsterklärend. geht das nicht schneller? (und wenn ihr dann aufs klo flüchtet, in der hoffnung ein wenig ruhe zu haben:) ach und wenn sie wieder da sind, reden wir mal über ihre zukunft! (und nach einer minute:) geht das nicht schneller?

falls ihr nicht arbeitet, könnt ihr euch auch vorstellen, mama ruft an und will wissen warum ihr immer noch keine_n heiratsfähigen partner_in habt, das studium so lange dauert, ihr denn auch genug obst esst… der vorteil bei chefin und mom: der chefin kann man auch mal vors knie treten und mama kann man auflegen. das baby geht nicht so einfach weg…

mieses timing und kapitulation: die vorstellung, in meiner elternzeit noch mal an meiner diss zu arbeiten, hab ich erst mal komplett aufgegeben. umso besser, dass der mann bald übernimmt. aber eine nichtrepräsentative umfrage in meinem mama-umfeld hat ergeben, dass ich mit folgender erkenntnis nicht alleine steh: babies riechen es zehn meter gegen den wind und 10 min. bevor ihr drauf kommt, dass ihr etwas vorhabt, was eure volle konzentration erfordert! sie können tief und fest schlafen, setzt ihr euch zum schreiben an den rechner oder ähnliches sind sie plötzlich hellwach…erst wenn ihr jeden plan, was für euch und eure karriere zu tun aufgebt, werden sie friedlich(er).

erkenntnis nr. zwei: schlafen will gelernt sein. von montag morgen bin ich wie zombie-mom durch die gegend gelaufen. und in diesem zustand ein baby bespaßen ist echt ne herausforderung. der mann sagt immer: leg dich doch einfach hin und mach die augen zu und schlaf, wenn minime um neun pennt. kann ich aber nie, meist ist elf uhr meine zeit. bis gestern. da lag ich um acht im bett und bin ins koma gefallen. ABER minime kriegt das natürlich mit und wird statt um vier schon um zwei wach…

leben mit kind halt.

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6 Comments

  • Reply Adele 20. Juli 2011 at 9:37

    Ich hab mal in das Buch reingeschaut und fand es nicht sonderlich ergiebig. Im wesentlichen steht zu jeder dieser Phasen drin: Kind lernt das und das, erweitert seinen Aktionsradius, ist deshalb verunsichert und sucht die Nähe der Mutter (bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube schon, dass da tatsächlich meistens „Mutter“, selten Eltern oder gar Bezugsperson stand…).
    Meinetwegen könnten die Kinder 2-jährig zur Welt kommen (wobei diese Wutanfälle auch nicht ohne sind…).

  • Reply Franziska 20. Juli 2011 at 11:41

    Ich finde das Buch doof, total unkonkret und wenig hilfreich. Ich finde Babyjahre von Largo oder Kinder verstehen von ichweißgradnicht vielviel besser!

  • Reply mama007 20. Juli 2011 at 13:19

    Tja, meine Erfahrung ist genau andersrum als Adeles. Als konsequenter „Ratgeberablehner“ (aus genau den Argumenten, die dich auch abhalten, zu RECHT!) war dies trotzdem das einzige Buch, was ich gekauft habe. Zu 90 % kann ich sagen: hat mir das Leben leichter gemacht, weils endlich eine Erklärung bot zu des Kleinen Mannes unerklärlichen „Anfällen“. Als er so 9-10 Monate war, da wars dann auch gut mit dem Buch, aber bis dahin wars eigentlich super. Weglassen können hätte man wohl die Teile wo andere Eltern die unglaublichen Errungenschaften ihrer Kinder beschreiben – meins war nie so früh so weit. Das frustriert auch – naja, Ratgeberprobleme eben.
    Und zur Diss – viel Glück. Meine Diss endete in dem Moment, in dem der Kleine Mann zu krabbeln begann. Und: das wird nicht wirklich besser, auch wenn die Kinder wachsen. Mit 3 1/2 Jahren Kleiner-Mann-Erfahrung werde ich es nun (vielleicht) schaffen mal dran weiterzuarbeiten. Das ist ein echt Sch…-Schnitt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf: Struktur, Struktur, Struktur! Dann wirds. Eventuell.
    Viele grüße: Ihre Mama007

    • Reply unsichtbar 20. Juli 2011 at 15:05

      Ich hab das Buch aus der Bibliothek ausgeliehen und fands gut, also auch wenn ich des Babyjahre irgendwie noch netter fand.
      Tipp: Überblätter die Tabellen und Ankreuzlisten einfach, Statistiken sind halt Zahlen und wer ist schon durchschnitt…
      Zur Dis, ich schreib ja nur meine Bachelorarbeit, aber das fern der Heimat und quasi allein mit Baby.
      Hilfe habe ich da gefunden: http://www.wellcome-online.de. Da kommt zweimal die Woche eine nette Dame und geht mit Baby spazieren damit ich arbeiten/schlafen kann. Die helfen das ganze erste Lebensjahr, und wenn man sich gut versteht vielleicht auch darüber hinaus…
      Vielleicht ist das ja auch was für Euch?

  • Reply glücklich scheitern 20. Juli 2011 at 19:10

    erst mal danke an alle für die erfahrungsberichte! werde mir wohl alle bücher in der bibliothek mal angucken und dann berichten ^^

  • Reply Sexistisches Kinderspielzeug, Väterkarenz und Björk: Linksammlung « fuckermothers 2. August 2011 at 14:12

    […] erzählt von weniger guten Tagen mit Kind und vom Besuch bei der Kinderärztin. Bei Mama007 geht es um eine Art ‘Urlaub‘ bzw. die […]

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