Familie

Fleischgelüste

Also vor der Schwangerschaft war ich drei jahre Vegetariarin. Mal mit Fisch (vor allem während des Auslandssemesters in Norwegen), mal ohne.

Während der Schwangerschaft, so ab dem 4. Monat etwa, überkamen mich Fleischgelüste. Nun habe ich dem Fleisch ja nicht entsagt, weil es mir nicht geschmeckt hat, sondern aus ökomoralischethischen Gründen.

Und nachdem der Gynäkologe mir riet, mehr rotes Fleisch zu essen, da meine Eisenwerte so niedrig sind, ließ ich diesen Fleischgelüsten freien Lauf…

Ich dachte mir, schwanger sein ist ja eine besondere Situation für den Körper, der wird schon wissen, was er braucht (besonders gern und oft: Eintöpfe mit Mettwurst). Dafür wollte ich dann anschließend nach und nach zur Veganerin werden, auch wenn mein Liebster meint, dies sei ein Scheidungsgrund.

Er hat sich richtig gefreut, mal wieder ‚richtig‘ zu kochen. Geplant war, aus dem Krankenhaus raus, endlich ein Mettbrötchen zu essen und danach fini.

Zum Mettbrötchen kam es gar nicht mehr, denn kaum war der Kleine auf der Welt, waren meine Fleischgelüste wieder verschwunden. Aber von 100 auf 0.

Nur um direkt vegan zu werden, hat es nicht gereicht. Grade leben wir ja von Bestellservice und Tiefkühle. Aber ich habe etliche Blogs in meinem Reader, die von Veganer*innen geschrieben werden, die Rezepte posten und Restaurants und co findig machen. Grade ist es ein bisschen wie damals bei „endlich Nichtraucher“ – nicht mit dem Rauchen aufhören, bevor das Buch zu Ende gelesen wurde. Spätestens wenn der Kleine durchschläft, zieh ichs durch. Bisher versuch ich es mit kleinen Schritten. Ostern ohne Eier – hallo.

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