Familie

Foto(s) der Woche 37: Tschüss Drogeriemarkt, Teil 1

Als frischgebackene Eltern kann man viel Zeit in Drogeriemärkten verbringen: Windeln, Feuchttücher, Windeln, Feuchttücher – später Brei (jahaaa, aus Gläsern!), Windeln… aber auch so hat mensch als Person, die Zeit mit ihrem Äußeren (oder Inneren, siehe unten) verbringen will/muss erhöhten Bedarf an bestimmten Artikeln. Da ich ja erklärte wie bekannte radikale Ökofeministin und militante äh, Dingens, ach egal, jedenfalls habe ich die Zeit und das Geld, dass ich in Drogeriemärkten lassen muss(te) in den letzten Monaten arg reduziert.

Gerne lasse ich Euch an meinen kleinen Erfolgen teil haben. Ach, der folgende Beitrag kann explizites Ausschreiben weiblicher Intimzonen und menschlicher Körperflüssigkeiten enthalten. Wer da empfindlich ist möge die BILD lesen. Oder so.

Wäsche waschen:

Waschnüsse1

Waschnüsse1

WäscheWäscheWäsche – irgendwie multipliziert sich das mit Kinder überproportional. Ich mag Wäsche. Wäsche waschen, aufhängen, falten, einsortieren – irgendwie gibt mir das das Gefühl, Haushalt und mein Leben im Griff zu haben. Früher gehörten Waschmittel und Weichspüler also zum Drogeriemarkteinkauf dazu. Auf Weichspüler verzichte ich seit Minimes Geburt komplett und hab es nie vermisst. Waschmittel wurde aber weiterhin gebraucht. Nachdem ich mich früher noch über Waschnüsse lustig gemacht habe, habe ich sie irgendwann einfach mal ausprobiert. 5€ für die gezeigte Menge fand ich fair, man kann sie für 60Grad-Wäsche bis zu Wolle und Feines verwenden und ich glaube, ich bin sogar auf mehr als 90 Waschgänge gekommen.

Pro: Sparsam, Vielseitig, gut für Allergiker und Babys.

Contra: Ein Wenig treibt mich ja immer die Frage um: Wenn ALLE dieses Produkt verwenden würden…Und vermutlich würde es dann auf Monokultur bei indischen Waschnüssen hinauslaufen, aber sonst kann ich sie nur weiterempfehlen.

Ach: Wer von handelsüblichem Waschmittel auf alternative Produkte wie Waschnüsse oder das unten beschriebene Waschei umstellt, sollte UNBEDINGT die Waschmaschine einer gründlichen Reinigung unterziehen: Filter säubern, entkalken, evt. noch ein letztes mal Chemie verwenden um Waschmittelreste zu beseitigen, das Waschmittelfach säubern. Wenn nämlich „Muff“ in der Wäsche ist, nachdem ihr Waschnüsse & Co. verwendet, heißt das nicht, dass die Wäsche nicht sauber ist. Aber die Duftstoffe in den üblichen Waschmitteln und Weichspülern übertünchen gewöhnlich den Muff, der durch Dreck, Kalk und verstopfte Filter in der Waschmaschine entsteht.

Waschei/EcoEgg

Waschei/EcoEgg

Unter dem Aspekt, ob ein Produkt für die breite Masse ist, habe ich, als die Waschnüsse alle waren, das Waschei oder EcoEgg entdeckt. Wie ihr auf der Verpackung seht, reicht es ca. für 720 Waschgänge, bei unserem momentanen Waschrhythmus dürfte das also ca. 2 Jahre reichen! Es hat 26€ gekostet. Ich hab es bisher ebenfalls für 60°, 40°, 30° sowie Wolle und Feines verwendet und bin sehr zufrieden!

Stoffwindeln AIO

Stoffwindeln AIO

Stoffwindeln

Ich erinnere mich dunkel an den Geburtsvorbereitungskurs, und dass die Hebammen uns dort ein paar farblose Bahnen Stoff gezeigt haben, die sich Stoffwindeln nannten. Optisch keine Freude und gemixt mit meinem Halbwissen über Windeleimer mit speziellen Flüssigkeiten sowie Kochwäsche kam diese Art Stoffwindeln für mich nicht in Frage. Hässlich und unpraktisch und dazu wollten die Hersteller noch einen riesen Batzen Geld – nope. Und das, obwohl mein ÖkoHerz bei jeder weggeworfenen Windel blutete. Paradoxe Psyche…

Über Berichte über die Windelmanufaktur kam ich dann auf eine wirklich hübsche Alternative und bestellte eine für Cashew. In Größe 1, in die mein kleiner Wonneproppen direkt nicht mehr rein passte. Für die nächste Größe spar ich grade noch, aber der erste Eindruck war positiv. Ein ausführlicher Bericht folgt dann, wenn ich Größe 2 (die dann bis zum Ende der Wickelzeit tragbar sein soll) ausgiebig getestet habe. Wie dem auch sei, gleichzeitig wollte ich weitere Varianten ausprobieren und bin bei StoffyWelt gelandet. Dort gab es diese allerlieblichsten Stoffwindeln, so genannte „All in Ones“, die vom Prinzip wie Wegwerffindeln funktionieren. Man kann sie so anlegen, wie ihr sie auf dem Bild seht (Windelvlies soll hilfreich sein, fürs große Geschäft) und sie sind so größenverstellbar, dass sie über die komplette Wickelzeit reichen sollen. Natürlich nicht ganz günstig, habe ich mir erst mal 6 der schönsten Modelle ausgesucht. Damit kommt man nicht sehr weit, zumal die Windeln echt lange zum trocknen brauchen. Aber vielleicht wird das in Kombination mit den Manufaktur-Windeln eine echte Alternative zu den Wegwerfwindeln. Bei StoffyWelt habe ich eh nicht zum letzten mal bestellt, die haben nämlich auch Slipeinlagen aus Stoff…Und alle anderen Fragen zu Stoffwindeln werden grade bei nestling beantwortet!

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Wattepads. Fürs Abschminken, Pflege auftragen, Nagellack entfernen…neulich gab es bei Tschibo diese „Kosmetikmikrofasertücher“ – da habe ich direkt zugegriffen.

Menstruationstasse MeLuna

Menstruationstasse MeLuna

Umweltfreundliche Monatshygiene

Damenhygiene oder „Wie kommt die blaue Flüssigkeit in meine Vagina“. Oder auch: Die Geschichte der Menstruation ist voller Missverständnisse. Ich erinnere mich noch an Charlotte Roche, ich glaube bei Zimmer frei, wie sie erzählte, dass sie in der Schule mal ihre Tischnachbarin fragte, ob sie einen Tampon hätte und dies in einem Tonfall fragte, als würde sie gestehen ein Robbenbaby getötet zu haben (oder so ähnlich). Oh hell, ja das öffnete mir ein wenig die Augen. Das ist jetzt Jahre her und wie sehr man dieses „Menstruationsblut ist schmutzig, bäh“ verinnerlicht hat, stellte ich fest als ich mich mit Alternativen beschäftigt habe. Davor, als ich noch die Pille nahm, nahm ich sie auch gerne mal durch um die Menstruation möglichst komplett zu unterdrücken. Aber neben dem Wunsch, schwanger zu werden kam auch irgendwann die Erkenntnis, dass diese ständige Einnahme von Hormonen irgendwie nicht richtig sein kann.

Jedenfalls stieß ich als erstes auf das Prinzip „Menstruationstasse“ auch Menstruationsbecher oder -kappe genannt. Sie besteht aus Silikon und wird in die Scheide eingeführt um dort das Blut aufzufangen. Sie ist wiederverwendbar und gesünder, weil es zum Beispiel nicht austrocknet. Und mal unter uns: Nachdem ich nach Minimes Geburt verstand, warum es nicht nur „Normal-Tampons“ gab, sondern auch welche mit zwei, drei Stärken mehr, ist eine Menstruationstasse WIRKLICH eine Alternative, weil man weniger wechseln muss. Die Umgewöhnung ist nicht ganz einfach gewesen, aber mit der richtigen Technik (twitterSupport sei Dank) kann ich mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen (jedenfalls an den 5 Tagen im Monat…). Es gibt verschiedene Anbieter_innen, meine ist von MeLuna, ein paar FAQs findet man aber auch z.B. bei lunette.

 

PushDown-Technik

Fazit: Mittel- bis langfristig Geld gespart (kurzfristig entstehen meist höhere Kosten, so das grade bei den Stoffwindeln momentan kein ad-hoc Umstieg möglich war), und Müll noch dazu! Grade bei den Stoffwindeln war ich überrascht: wenn man nämlich Windelvlies verwendet (ich experimentiere an dessen Stelle grad mit KüchenKrepp) fürs große Geschäft, kann man selbiges in der Toilette runterspülen. Gestank adé!

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10 Comments

  • Reply aquasdemarco 14. September 2014 at 9:27

    Waschnüsse aber in den Beutel sonst Flecken

  • Reply Katharina 14. September 2014 at 10:56

    Können Wachnüsse auch mit bösen Flecken oder muss man da wieder zur Bleiche greifen?
    Meluna & co.: Ja, JA, JAAAAA! Aber das Blutbad zu Beginn sollte man nicht verschweigen. Es braucht wirklich so sagen wir 3 Zyklen Übung bis es wirklich gut klappt.
    Stoffwindeln: Bei uns gibt es „Windeltheken“, wo man Stoffies abonnieren kann (ohne Waschservice) und wenn das Kind wächst, einfach die Kleineren gegen Grössere Windeln tauschen gehen kann. Empfehlenswert für Leute, die erst mal ausprobieren möchten und solche, die die hohen Anschaffungskosten umgehen möchten.

    • Reply glücklich scheitern 14. September 2014 at 19:15

      Also wenn mit bösen Flecken sowas wie „Tomatensauße auf T-Shirt“ gemeint ist: kriegen die Waschnüsse auch raus, spätestens nach dem 3. Waschgang 😉

  • Reply Kirsten 14. September 2014 at 22:20

    Ach ja, mit welchem Unglauben ich früher die Tampons der Stärke „Extra“ angeschaut habe … seufz

  • Reply Anne 15. September 2014 at 18:39

    Vielen Dank für die hilfreichen Infos! Zu den Waschnüssen, da hatte ich in Erinnerung, dass es mal hieß (als die langsam Verbreitung fanden), die massenhafte Produktion würde wieder ethisch nicht vertretbar sein (für die Familien in Indien). Falls das nicht (mehr) stimmt, würde es mich interessieren. Und auf welcher Basis funktioniert denn so ein Waschei, das finde ich ja auch spannend? Großer Fan bin ich von den Menstassen und bei mir gabs auch keine Sauerei in der Ugewöhnungsphase ;-). Ich bin gespannt auf die nächste Folge…

  • Reply anna 18. September 2014 at 22:34

    Alles schöne Sachen hier! Für Windelalternativen bin ich dankbar, für windelfrei bin ich zu faul, aber diese Unmengen an Restmüll lassen auch mein Herz bluten. Die Tasse hab ich noch von „vorher“, da lohnte sie sich nich wirklich, aber jetzt nachgeburtlich bin ich gespannt, ob sich der Einsatzbereich verändert, wenn sich ein Zyklus wieder zum Einsetzen entscheidet. Zu den Waschnüssen hab ich auch als letzte Info im Kopf, dass durch die europäische Verbreitung die Inder sie sich selbst nich mehr leisten können und deshalb jetzt selbst mit (viel giftigerem?) konventionellen Waschpulver waschen, aber ich bin dem nie nachgegangen. Ich freu mich auf weiteren Windelbericht! LG

  • Reply caro 5. Oktober 2014 at 18:15

    die ökologisch und sozial vertretbarere alternative zu waschnüssen sind übrigens ganz normale kastanien, kann man selbst sammeln, kosten nix, müssen nicht um die welt geschifft werden und der boden unter den bäumen leidet nicht so unter den rumliegenden kastanien (die verseifen den boden).
    geschreddert im säckchen sind die total super.

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