Familie

Kopfrechnen

rechnung A: neulich in einer runde, die lohnbescheinigungen gingen rum. frau 1 sagt, sie macht sie lieber erst zu hause auf. schließlich würde die steuer alles schlucken, sie müsse sonst weinen. steuerklasse V, frage ich, sie nickt. naja, dein mann verdient wohl ganz gut, dank ehegattensplitting dürfe dass dann ja trotzdem insgesamt ok sein – erwidere ich. ein empörtes: neee, von der steuer haben wir bisher fast nix wiederbekommen, 1000 euro oder so. ich verstumme, weil ehegattensplitting – davon bin ich nicht betroffen, damit kenn ich mich nicht mit aus. aber später fiel mir ein: naja, dafür nimmt der mann doch vorher mehr mit nach hause oder?

rechnung B: ich hab immer noch steuerklasse I. bei meiner halben stelle verdiene ich grade etwa 800 netto. die eine kollegin, verheiratet, steuerklasse V hatte eine halbe stelle abgelehnt. bei ihr wären es dann 500-600 euro unterm strich. im kopf ziehe ich davon die ca. 400euro für tagespflege/monat und 70euro für die babysitterin ab, die einmal die woche das kind von der tagesmutter abholt damit ich an den teamsitzungen teil nehmen kann.

ich schiebe diese gleichungen trotz allem immer wieder hin und her. betreuungsgeld, hm?

da hat sich das studieren ja richtig gelohnt, wa? aber hauptsache, zu hause ist aufgeräumt.

_____

der erste schnee ist da. das kind herzallerliebst. eine traumstelle wartet darauf, dass ich mich bewerbe. das hält mich oben. ansonsten würde ich… aber sowas von…

Previous Post Next Post

You Might Also Like

21 Comments

  • Reply aufZehenspitzen 7. Dezember 2012 at 13:18

    „Alles renkt sich wieder ein. Irgendwann geht es vorbei. Der Schmerz tut weh und es wird besser nur durch unsere Melodie. Lass den Kopf nicht hängen Sweetheart es wird alles wieder schön. Halt die Ohren steif my Darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.“ (Gustav)
    Liebe Schneegrüße aus Wien!

  • Reply Kleinstadtprimel Claudia Buchstaller 7. Dezember 2012 at 13:21

    Am besten finde ich den Satz: „haben wir bisher fast nix wiederbekommen, 1000 euro oder so“ – Na wenn 1000 euro nix sind, dann kann es ja auch gespendet werden, oder 😉

  • Reply Miriam 7. Dezember 2012 at 13:49

    Wenn die Gute viel von der Steuer wiederhaben will, dann sollte sie und ihr Mann halt beide Steuerklasse IV nehmen. Würde sich für die Frau sofort lohnen und am Ende des Jahres gäbs ne fette Steuerrückerstattung. Wobei ich 1000 € jetzt auch nicht wenig finde. Aber du hast recht, aufteilen der Steuerklassen in III und V ist sozusagen eine Prognose auf die zu erwartende Steuerrückerstattung dank Ehegattinnensplitting. Bei Interesse erklär ichs dir gerne auch noch ausführlicher.

  • Reply Unsichtbar 7. Dezember 2012 at 13:50

    hmm, fast 800 euro bekommen wir im moment zusätzlich durchs ehegattensplitting. im monat! nicht im jahr. das muss ich erstmal verdienen. der mann verdient wirklich einen haufen geld. unsere kinderbetreuung kostet aber dank der neuen beitragsordnung nur noch 54 euro/monat für 34 stunden/woche. insoweit kann ich das geld das ich hoffentlich bald verdiene dann „behalten“ und muss es nicht gleich weiterleiten. ich finde das immer noch extrem seltsam, also diese splitting geschichte und auch tausend euro sind doch ne menge geld auch aufs jahr gesehen. ich finde ja schon das es sinn macht menschen die gemeinsam haushalten gemeinsam zu veranlagen, aber dann eben alle die daran beteiligt sind = familiensplitting…
    ich geh jetzt weinen, hab zum ersten mal real ausgerechnet wieviel geld in zukunft auf meinem zettel steht….

  • Reply Miriam 7. Dezember 2012 at 14:05

    @Unsichtbar: Familiensplitting könnte man aber auch so gestalten, dass das höhere Einkommen mehr abgezogen bekommt als das niedrigere Einkommen. Hauptsache am Ende bekommt der Staat das Geld. Wenn man gemeinsam veranlagt wird, sollte es doch egal sein, wie die Summe der steuern verteilt wird. Warum dem niedriger verdiendenen Teil prozentual gesehen so viel abziehen und dem höherverdienden Teil so wenig? Psychologisch steckt da ein ganz perfides System dahinter. Dann aber bei der Rente nachher vollkommen andere Signale setzen. das ist doch schizophren!

  • Reply Carola 7. Dezember 2012 at 20:14

    @Miriam Sehr gute Idee!
    Frauen, wir sind einfach so blöd, ich nehm mich nicht aus. Erst schlechter bezahlte Berufe lernen, sich dann keine Verantwortung und Aufstiege zutrauen, dann mehr als der Gatte in Kinderbetreuung stecken und zu Hause bleiben. Dann Ehegattensplitting und freiwillig die Fünfer nehmen. Es nervt extrem, aber rechnet mal übers ganze Arbeitsleben und die Rente.
    Und, nein, es liegt nicht nur an Blödheit, das ganze hat System. Blöd sind wir vor allem, weil wir uns nicht auch systematisch=politisch wehren.
    Aber das muss eine neben Job und eins, zwei, drei Kindern auch erst mal schaffen. Und dann denkt jede, es sei ihr individuelles (beruflich-finanzielles) Versagen. Könnte immer wieder heulen oder vor Wut in die Tischkante beißen.
    Und, ist das nicht alles auch egal, denn sie sind ja so süß, die Kinder? Statt gemeinsam die Rente zu berechnen oder berufliche Strategien zu entwickeln wird in Mami-Foren noch der 15. Schnupfen mit höchster Anteilnahme bejammert. (Wieder Tischkante-beiß :-)) Sind wir doch blöd?

    • Reply glücklich scheitern 7. Dezember 2012 at 20:50

      nein, nicht alle! und wie du sagst: das ganze hat system, wie die aktuelle familienpolitik ja immer wieder beweist…

    • Reply Kleinstadtprimel Claudia Buchstaller 8. Dezember 2012 at 11:28

      Wir lernen nicht mal schlecht bezahltere Berufe! Wir Frauen werden (meist) auch in Männerberufen schlechter bezahlt! (Ich beiß‘ mit in die Tischkante) Ich sehe das „Problem“ in unserer Männergesellschaft … Auch mit „weiblichen“ Gesichtern ist und bleibt die Polik Männersache. Warum? Weil wir Angst haben, zu scheitern?

  • Reply Isa 8. Dezember 2012 at 18:19

    @Miriam – das kannst Du sofort haben, einfach beide Steuerklasse IV oder, wenn man es ganz herb haben will, der besserverdienende Teil Steuerklasse V, der Partner dann III. Dann kriegt der besserverdienende von vorneherein mehr abgezogen, und nach der Steuererklärung gibts viel Geld zurück. Das ist alles rein psychologisch, wenn Frauen freiwillig Steuerklasse V nehmen kann „Der Staat“ nix dafür, dem ist schnurzegal wie familienintern das Geld aufgeteilt wird.

  • Reply Hannah 9. Dezember 2012 at 9:15

    Ich versteh die Aufregung nicht. Als ich noch sehr wenig an der Uni verdient habe und mein Mann schon im Berufsleben stand, haben wir ein Jahr lang auch vom Ehegattensplitting profitiert. Aber wir haben das dann so gemacht, dass jeder soviel netto bekommen hat, als wären wir in Steuerklasse IV, und das, was wir von der Steuer zurückbekommen haben, zusätzlich Halbe-Halbe aufgeteilt haben. Effektiv heißt das natürlich, dass der Mann sein „Mehr-Netto“ (das er ja nur bekommt, weil seine Frau entsprechend weniger bekommt) an die Frau zahlt. So gehört sich das doch schließlich auch. Und dann rentiert sich das doch auch für die Frau! Heißt das alles hier im Ernst jetzt, dass die meisten Frauen das nicht so machen? Das heißt, das „Mehr-Netto“ einfach ihrem Mann schenken? Bei aller Liebe… das würde ich dann wirklich Dummheit nennen…

    • Reply glücklich scheitern 9. Dezember 2012 at 9:50

      da wird nichts „dem mann geschenkt“ und ich würde mich freuen, wenn hier andere nicht als dumm bezeichnet würden. wie in vorigen kommentaren schon angemerkt, ist diese steuerklassengeschichte psychologisch nicht zu unterschätzen. wenn ich, nach jahrelangem studium, bei einer halben stelle nur ca 600 euro verdiene und gleichzeitig fast genau so viel für die kinderbetreuung drauf geht, plus dem stress der entsteht, wenn kind/tagesmutter krank wird, kommen vielen dann die 400euro jobs plus betreuungsgeld doch grade recht! dass die rechnung nicht ganz so einfach ist, habe ich ja in einem älteren post geschrieben, aber motivierend ist es ganz sicher nciht.
      und: viele haben ein gemeinsames konto, wie da was auseinandergerechnet werden soll, damit es so aussieht, als hätten beide gleich viel…
      ja, auch ich bin der meinung, dass der, der vollzeit arbeitet von seinem konto die kinderbetreuung bezahlen sollte, auch ich bin der meinung, früher wiedereinstieg ist wichtig undundund. ich bin aber schockiert über diese strategien, die dazu führen, dass es oft so bleibt, wie es war: mann arbeitet vollzeit, frau bleibt (oft länger als sie will) zu hause. und vor dem kind dachte ich auch eher, es liege an den frauen selber. inzwischen bin ich einfach nur noch wütend – auf eine politik, die sowas unterstützt. naja, so viel dazu.

      • Reply Hannah 9. Dezember 2012 at 10:03

        Pardon, wollte hier niemanden beleidigen. Verstehe einfach die Rechnung nicht, kann natürlich auch an meiner eigenen Dummheit liegen (die zweifelsohne vorhanden ist). Mit dem Ehegattensplitting hat man im Endeffekt doch immer mehr oder mindestens gleich viel in der (wie du meinst gemeinsamen) Kasse als vorher, oder sehe ich hier was falsch? Wenn man korrekt rechnet, sind das dann beispielsweise (ich sage hier mal fiktive Zahlen) mit dem Halbtagsjob 800 Euro (also 600 Euro in V und dann noch die 200 Euro, die der III mehr bekommt). Das ist auch nicht gerade viel – liegt doch aber dann daran, dass der Job schlecht bezahlt ist, und nicht am Ehegattensplitting? Zumal da ja noch x Euro Steuerrückzahlung oben drauf kommen?
        Und wie kann man Betreuungsgeld plus 400 Euro Job vereinbaren? Auch für den 400 Euro Job braucht man doch in der Zeit, in der man arbeitet, eine Betreuung für den Nachwuchs? Von daher verstehe ich die Rechnung nicht. Hat man in einem 400 Euro Job weniger Stress als in einem Halbtagesjob? Ich will nicht sagen, dass Frauen einfach selbst schuld und doof sind, ich habe nur einfach nicht verstanden, wie hier gerade gerechnet wurde. Freue mich über aufklärende Antworten.

        • Reply glücklich scheitern 9. Dezember 2012 at 11:50

          ich wollte die dummheit keinesfalls zurück geben 😉 aber mit etwas fantasie und blick auf geseamtgesellschaftliche zustände, find ich wird das bild immer runder: zu wenig kinderbetreuungsplätze, schlecht bezahlte (teilzeit-)jobs in klassischen ‚frauenberufen‘ (ich arbeite grade als sozialpädagogin. bei einer vollen stelle sind das etwa 2000euro brutto. berufserfahrung wird nicht angerechnet) und da sprech ich noch nicht von einzelhandel oder dienstleistungen wie friseur_innen und ja: auch tagespflegepersonen. kleine anekdote am rande: ein befreundetes paar berichtete, als sie die steuerklassen nach der hochzeit wechseln wollten, stand bei ihr (beamtin, steuerklasse III) „unterschrift des ehemannes“ und bei ihm (freiberufler, steuerklasse V) „unterschrift der ehefrau“.
          hinzu kommt die rhetorik von „dein kind braucht dich“, die sich an mütter richtet – die liste ist unendlich lang. arbeitgeber, die nichts von teilzeit halten (neulich bei einer freundin wieder gehört: „sollen die drei jahre zu hause bleiben und dann vollzeit wieder anfangen, mit diesen teilzeitleuten kann ich nix anfangen“ – o-ton der chef). wenn man dann mit einer halben stelle auch noch längere pendelwege hat, ach ich hör auf zu zählen. meine rechnung wird es ja auch nie sein, ich sagte nur: ich finde es emotional immer nachvollziehbarer. ich meine, warum gibt es dann steuerklassen wie diese überhaupt, wenn es letztendlich unterm strich das gleiche ergeben soll? dann kann doch alles beim gleichen bleiben. das meinte ich damit, da stecke system hinter.

      • Reply Isa 9. Dezember 2012 at 18:05

        Was genau meinst Du mit ‚eine Politik die sowas unterstützt‘? Wenn Du das auf Kinderbetreuungsmöglichkeiten beziehst hast Du natürlich vollkommen recht, die sind (auch wenn es wohl langsam etwas besser wird) nach wie vor nicht so, dass Eltern eine wirkliche Wahlfreiheit hätten. Aber in Bezug auf Steuerklassen kann ich Dir nicht folgen, da unterstützt die Politik genau garnix, sondern lässt im Gegenteil jedem Ehepaar die maximale Wahlfreiheit wie es seine Schwerpunkte setzen will. Unterm Strich ist nach der Steuererklärung das Ergebnis gleich, egal welche Wahl man getroffen hat, nur die ‚Psychologie‘ während des Jahres ist jeweils unterschiedlich. Vielleicht missverstehe ich Dich da, aber langsam gewinne ich den Eindruck du würdest es befürworten, wenn es keinerlei Wahlfreiheit gäbe, sondern jedes Paar so behandelt würde, dass der wenigerverdienende monatlich so wenig Steuern vorauszahlt wie möglich und der mehrverdienende soviel wie möglich? Das wäre psychologisch für denjenigen der weniger verdient besser, hätte allerdings den Nachteil dass sehr viele Paare deutlich zuviel Steuern vorauszahlen würden und bis zur Steuererklärung warten müssten, um es zurückzukriegen. Das empfände ich als sehr bevormundend. Aber vielleicht willst Du eigentlich auf etwas ganz anderes raus, und ich hab nur noch nicht verstanden worauf.

  • Reply Kleinstadtprimel Claudia Buchstaller 9. Dezember 2012 at 12:24

    „ich meine, warum gibt es dann steuerklassen wie diese überhaupt, wenn es letztendlich unterm strich das gleiche ergeben soll? “ Gute Fragen, diese stelle ich mir auch, weil Fakt ist das die JAHRESEINKOMMENSTEUER immer vom GEMEINSAMEN BRUTTOGEHALT abhängt.
    Egal wer wieviel vorher NETTO ausbezahlt bekommen hat.
    Ist hier irgendwo eine Steuerfachgehilfen, eine Lohnbuchhalterin oder Finanzbeamtin? (Gerne auch in Teilzeit *grins) Vielleicht wollte uns hier der Staat garnicht „strafen“ sonder einfach die Entscheidung lassen. Jeden Monat mehr Geld in der Hand zu haben und am Jahresende (nach der Steuererklärung) Geld nachzahlen, NullaufNull oder wenig Geld zurück bekommen oder jeden Monat „mit den Staat zu sparen“ und eine jährlliche Auszahlung zu haben. Ich selber bin von Lohnsteuerklasse 3 (mein Mann ist selbstständig) auf die 4 gewechselt, weil für mich, das „schöner“ ist nur wenig nachzuzahlen. An zurückbekommen kann ich mich seit ich (wir) gemeinsam veranlagt werden überhaupt nicht mehr erinneren, aber vielleicht verdienen wir einfach zu viel ….. ?!?

    • Reply Isa 9. Dezember 2012 at 18:19

      Ihr verdient wahrscheinlich nicht ‚zu viel‘ sondern einfach zu gleich; dadurch kommten die Vorauszahlungen ziemlich genau an die wirkliche Steuerlast ran, und es gibt NullaufNull nix nachzuzahlen, aber halt auch nix raus. Überzeuge Deinen Mann eine Weile lang keine neuen Aufträge mehr anzunehmen, und schon werdet Ihr weniger Steuern zahlen müssen 😉 Und ja, Steuerklassen gibt es meiner Ansicht nach genau aus dem Grund den Du schon vorgeschlagen hast: damit jedes Ehepaar Entscheidungsfreiheit hat. Schliesslich ist man ein Team, und wer sollte besser entscheiden können was für das einzelne Paar die beste Variante ist als das Paar selbst?

    • Reply Carola 10. Dezember 2012 at 0:02

      Ja, es stimmt wohl, dass nicht das Ehegattensplitting – also die gemeinsame steuerliche Veranlagung von Verheirateten- an sich das Problem ist. Auch nicht die Wahl von III/V oder IV/IV, da gehts eher um die Frage, ob der Ehevorteil im laufenden Jahr oder nach Jahresausgleich genossen wird. Vorausgesetzt beide rechnen nach und teilen gerecht, wie oben beschrieben.
      Problematisch ist aber psychologisch, dass Partner/in, die weniger verdient bzw stkl V hat, so frustrierend wenig auf der Lohnabrechnung stehen hat. Da steht ja nicht, guck mal bei deinem Gatten, da stehen die fehlenden X00 drauf. Außerdem auf „Kooperation“ und Teilen des anderen angewiesen ist.
      Viel gravierender aber ist, dass durch die Möglichkeit der gemeinsamen Veranlagung ein Anreiz geschaffen wird, dass die geringer Verdienende dauerhaft Arbeitszeit reduziert oder zu Hause bleibt. Was sich dann bei der Rente nachher schlecht macht.
      Hier kommt dann zur Wirkung, dass Frauen strukturell weniger verdienen (23 Prozent, equal pay Day), sie also eher als der Mann aussteigen werden. Vordergründig neutrale Regelungen treffen auf soziale Realitäten, die zu (z.B. geschlechtsspezifisch) gar nicht mehr neutralen Effekten führen. Die vermeintlich individuell freie beste Entscheidung eines Paares ist so gesehen nicht sehr frei, denn keine wählt sich freiwillig den teilweise bei gleicher Leistung geringeren Lohn, und auch nicht sehr individuell, denn fast alle MÜSSEN da aus den genannten Gründen ähnlich „wählen“.
      Ich glaube in anderen europäischen Ländern gibt es Ehegattensplitting nicht. Die haben auch fast durchgehend höhere Erwerbsquote von Frauen und Müttern.

      • Reply glücklich scheitern 10. Dezember 2012 at 8:13

        danke, das hast du toll zusammen gefasst! und damit glaub ich schon, dass die möglichkeit des ehegattensplittings ein ‚problem‘ ist. genau weil es so läuft wie es läuft. und wie mein freund und ich als unverheiratete mit kind die steuererklärung machen und wer da was an kinderbetreuungskosten und co anrechnen lässt, darauf bin ich schon gespannt…

      • Reply Isa 10. Dezember 2012 at 21:14

        Zur Psychologie: ja, das ist problematisch, ABER: Steuerklasse V ist eine freie Entscheidug. Jeder, der die hat, hat sie mal bewusst gewählt (wenn man heiratet und einfach garnix tut kommen per Default beide in Steuerklasse IV). Und die Entscheidung lässt sich problemlos ändern, man muss nur wollen. Dass man auf die Kooperation und das Teilen beider Partner angewiesen ist – ja, ist das denn nicht Grundlage jeder Ehe?! Wenn das etwas ist, das einem Ehepartner von außen aufgezwungen werden muss (z.B. indem es eine Wahlmöglichkeit einfach nicht mehr gibt), dann sieht es doch ganz, ganz düster für die Ehe aus.

        Dass es die Möglichkeit der gemeinsamen Veranlagung wäre die dafür sorgt, dass der geringer Verdienende weniger arbeitet sehe ich nicht so. Wenn das Ehegattensplitting morgen abgeschafft würde, würde das die Situation des schlechter verdienenden in einer Ehe kein bisschen verbessern. Er (in der Praxis: sie) würde ja trotzdem nicht besser bezahlt. Das Paar hätte gemeinsam weniger Geld. Um das zu kompensieren müsste einer von beiden (oder beide) mehr arbeiten. Wer würde das wohl sein, wenn er dafür 5 Wochenstunden mehr arbeiten müsste, sie aber 10? Ich finde, die Wurzel des Übels liegt ganz woanders, nicht in der gemeinsamen Veranlagung.

        Zur höheren Erwerbsquote von Frauen in Ländern ohne gemeinsame Veranlagung: ich hab nicht nachrecherchiert ob das tatsächlich so ist, plausibel klingt es allemal. Nur: arbeiten dort die Männer entsprechend weniger außer Haus, um sich dann mehr an dem zu beteiligen was heute so schön ‚Familienarbeit‘ heisst? Wenn nicht, dann heisst das doch nur, dass frau mehr außer Haus arbeiten ‚darf‘, um dann insgesamt eine noch höhere Arbeitslast zu haben. Ist das erstrebenswert?

        Um egalitäre Einkommensverhältnisse zu schaffen helfen keine Steuerregeln. Da helfen nur mehr Frauen in gutbezahlten Jobs. Die sich nicht einreden (lassen), es sei Steuerklasse V die verhindert, dass aus einem schlechtbezahlten Halbtagsjob eine Goldgrube wird.

        • Reply glücklich scheitern 11. Dezember 2012 at 10:19

          du hast mit sicherheit gute einwände gebracht. aber notwendigkeit um in den genuss dieser steuerklassengeschichte zu kommen ist und bleibt ja die ehe. die wiederum in paarbeziehungen mit kind heute nicht mehr so die regel sind. da werden also unterschiedliche maßstäbe angelegt, denn natürlich ist auch in meiner beziehung „die Kooperation und das Teilen beider Partner“ selbstverständlich.

    Leave a Reply