Familie

Minime und Privatheit im Netz…

ja der titel ist noch ein bisschen unglücklich. es geht um folgendes: früher verschickte man nach der geburt ein kärtchen mit foto, das verkündete, ein_e neue erdenbürger_in sei da. zu weihnachten und an geburtstagen wurde fotografiert und manchmal gab es wackelige, stumme vhs-videos vom ersten versuch, fahrrad zu fahren. die fotos und videos lassen sich an runden geburtstagen und bei hochzeiten zu ‚lustigen‘ filmchen und diashows zusammenbasteln und alle sind – wahlweise – gerührt oder pikiert.

das erste foto von minime haben wir wenige tage nach seiner geburt bei facebook hochgeladen. der mann hat es darüber hinaus sogar geschafft, wenige minuten nach der geburt ein foto von mir und minime mit dem handy zu machen, und im adrenalinrausch an seine eltern zu mailen. zu sehen: erschöpfte mutter mit ner menge kotzflecken im gesicht und gähnendes kind. meine einwiligung hatte er nicht. und das kind wird ja generell nicht gefragt.

da mein ‚problem‘: die kontrolle über bilder im netz und die frage danach: wie hätte minime es gern? und selbst, wenn diese frage geklärt wäre – wie gehen andere damit um? beispiele:

– das kind hat was total witziges gemacht, was wir natürlich via smartphone als video aufgenommen und an die großeltern und besten freunde gemailt haben. die wiederum fanden das ebenso süß und witzig und haben es – genau: an weitere freunde/bekannte/verwandte geschickt. ab und zu gucke ich bei youtube, ob ich minime dort als clip finde…

– der beste freund hat das fotografieren als hobby entdeckt. und unser kind ist natürlich eines der niedlichsten fotomotive das wir uns denken können. der beste freund postet eines der fotos bei facebook, die tante teilt es…

tja. ich bin noch ein wenig überfragt. schließlich will ich nicht verleugnen, dass ich mich auch ‚freue‘, wenn die fotos mit ’süß‘ kommentiert werden. aber was für auswirkungen das alles haben mag, da mag ich keine vorhersagen machen…

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8 Comments

  • Reply wortmeer 22. Juni 2012 at 21:42

    Das geht in meinen Augen garnicht, Fotos von egal wem und insbesondere von Kindern ungefragt veröffentlichen!
    Dem musste ich mich bisher noch nicht stellen. Früher ein Mal hatte ein Freund Urlaubsfotos veröffentlicht, ohne gefragt zu haben. Habe ihn darauf hin angesprochen. Er zeigte sich pikiert, hätte doch gefragt und alle fanden es ok… Aber irgendwann hatte es sich erledigt und die private Seite war offline. Das lässt sich heute leider nicht mehr so einfach machen…
    Wenn Du mich fragst, ich würde was sagen. Schwierig, um den engen Beziehungsfrieden nicht zu stören, aber dennoch.
    In meinem Blog hatte ich mal was dazu geschrieben, als Mütze letztes Jahr auf die Welt kam, wenn Du mal schauen magst: http://wortmeer.wordpress.com/2011/04/23/privates-im-internet/
    Viele Grüße, Doreen

  • Reply Mädchenmannschaft » Blog Archive » Vulkane, Weltreisen, weniger Stress – die Blogschau 23. Juni 2012 at 11:24

    […] von glücklich scheitern macht sich Gedanken über den Umgang mit Kinderfotos im Internet und weiß selbst noch nicht, wohin das alles führen soll. Danach erklärt sie dann noch, wie […]

  • Reply zorafeldman 23. Juni 2012 at 17:04

    also, ich bin ziemlich frei mit den fotos meiner tochter – allerdings hat es bei facebook stark abgenommen und bei flickr läuft sie unter pseudonym, genau wie ich. zugegeben, bei youtube habe ich sie mit ihrem ersten namen bezeichnet. (nacktfotos oder -filme sind aber natürlich sowieso gar nicht online!) aber wenn ich mir die klickzahlen der clips anschaue, mache ich mir überhaupt keine sorgen – so interessant für irgendwen außer familie und freundeskreis ist unser kind nämlich gar nicht, dh. wenn ich beschließe, die clips wieder zu löschen, sind die auch nirgendwohin gewandert… ehrlich gesagt bin ich ziemlich sicher, dass die veröffentlichung von fotos und filmen im netz für meine tochter, wenn sie alt genug ist, im internet zu surfen, sowieso ein ganz anderes thema sein wird. wer weiß schon, wie sich das in den nächsten 10-20 jahren entwickelt. das diskutiere ich dann mit meiner tochter, wenn es soweit ist, bis dahin gehe ich nach meinem gesunden menschenverstand vor, aber auch dem bedürfnis nach, mit internationalen freunden und der familie, die nicht so schnell in reichweite ist, teilen zu können.

  • Reply C.K. 25. Juni 2012 at 17:59

    Hallo,

    ich denke man sollte sich auch klar machen, dass man die Bilder bei vielen dieser Sharingdienste prinzipiell zur Vermarktung freigibt. Auch bei Facebook. Die schwurbeln zwar rum, dass einem die Bilder gehören, aber das geht eh nicht anders weil Urheberrecht nicht übertragbar ist. Aber Facebook räumt sich mal eben alle Nutzungsoptionen weltweit ein. Für Kleinkinder ist das vermutlich egal, die Beziehung zu sich selbst setzt ja irgendwie nicht sofort ein, wenn ich Babyfotos von mir sehe, ist das für mich irgendein Baby. Das bin nicht ich. Ab dem Schulalter, 6-7 Jahre, ist das dann schon was anderes. Und wenn man dann Mit 12 plötzlich das Gesicht einer bescheuerten Drogeriewerbekampagne ist oder von Kinderschokolade…
    mfg

  • Reply Carola 26. Juni 2012 at 13:49

    Hallo,
    ich hatte eine Weile einen Facebook-Account, den habe ich gelöscht, weil ich mit deren Policy überhaupt nicht einverstanden bin.
    Ich habe drei Kinder und habe mich entschieden, deren Bilder NIRGENDS zu veröffentlichen. Wenn sie das irgendwann wollen und entscheiden können, dann können sie das selbst machen. Auch wenn uns Kindergarten und Schule immer wieder Formulare unterschreiben lassen, ob und mit welcher Verwendung von Bildern (Print, Internet,Presse, nur eigene Homepage …) wir einverstanden sind, stimme ich nur noch nach langem Überlegen einer Verwendung zu.
    Bilder meiner Kinder, die ich meinen FreundInnen und Verwandten zeigen möchte, landen aber tatsächlich auf einem Server, nämlich auf einem gemieteten Server mit der (Familien-)eigenen Domain. Zugänglich sind sie denjenigen, die von mir einen Link auf die Homepage plus Passwort bekommen.
    Das, weil eben genau die Privacy-Policies von Google, Facebook, Bloghostern, flickr oder sonst wem mir nicht immer klar sind und ich einfach prinzipiell nicht will, dass irgendein Unternehmen Zugriff auf meine Bilder hat, selbst wenn der Zugriff oder die Verwendung illegal und entgegen ihrer AGB wäre.
    Ich bedaure das sehr, denn gerne würde ich FreundInnen über Facebook mal so ein niedliches Kinderfoto posten, aber ich habe für mich entschieden, dass ich das meinen Kindern gegenüber nicht vertreten kann.

    • Reply glücklich scheitern 26. Juni 2012 at 20:43

      konsequenterweise würde ich es auch so machen. aber facebook hat mich einfach…das muss ich gestehen. und ich gestehe: einen (geschützten) twitter-account gibts auch). aber mal sehen, wie sich das noch entwickelt

  • Reply moody2366 1. Juli 2012 at 14:23

    Also… Ich gehe ein stückweit von mir aus: Würde mich es stören bzw. stört es mich? Nein. Die Kinder heutzutage sind schon total vernetzt und in 10 Jahren wird das noch viel krasser sein… Solange man nichts peinliches oder entwürdigendes einstellt, finde ich es okay, solange es im überschaubaren Rahmen bleibt.

    Und weiter: Bei facebook poste ich nur „harmlose“ Bilder, und mein Account ist nur für Freunde sichtbar, geteilt werden die Bilder i.d.R. nicht.

    In anderen Foren veröffentliche ich die Bilder nicht (mehr). Als mein Baby noch ein Baby war habe ich es gemacht, weil nicht viel drüber nachgedacht und stolz wie bolle. Andererseits war es da auch noch ein Baby, was so ziemlich aussah wie viele Babys. Insofern…

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