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argumente für flasche

Familie

Die nervigsten Pro-Still Argumente

ich hab mich gefreut, aber auch sehr gelacht, als ich erfahren habe, dass mein blog in der BILD steht (in dem kasten in der mitte. und jaja, auch in der printausgabe – vom montag)!

vor allem steht da: „Seitdem dreht sich alles um Stillen, Durchschlafen und Jobsuche mit Kind“ – äh, das mit der jobsuche stimmt schon mal…

das thema stillen ist ja bei mir eher ein randthema und kommt selten gut weg. nicht weil ich stillen blöd finde. gar nicht, ehrlich. ich hab noch jede unterstützt, die stillt, ich finde es wichtig, dass es aufklärung zu dem thema gibt und jede, die möchte, unterstützung findet. was mich nervt ist, ihr wisst schon – die rhetorik, die dogmatik.

sobald ich nämlich in eine situation kam, wo ich gefragt wurde, ob ich stille (meine gedanken dazu hier und hier) – und verneinte – fühlten sich mütter bemüßigt, mir die vorteile aufzuzählen. als wenn mensch die nicht eh schon ständig hören würde…

jedenfalls gabs da ein paar, die ich total – hm wie sag ichs diplomatisch soll sich ja keine angegriffen fühlen – überflüssig fand:

1. „es ist so praktisch“ – schließlich hat man ja immer alles dabei, muss nichts spülen oder omg sterilisieren und mitschleppen. // nichts mitschleppen??? doch, das kind. immer und überall! wenn nicht das kind, dann die milchpumpe. weil ist ja nicht so, dass du abpumpst um abends feiern zu gehen, und die brüste in der disko sagen: so, jetzt hamwa feierabend.   hab mal grad zum ersten mal seit der schwangerschaft foliensträhnen im haar und draußen kommt ne mutter mit schreiendem kind vorbei, was dann? (hab ich mir erzählen lassen ^^). ja, wenn man nicht stillt, muss man an fläschchen und pulver und manchmal auch an heißes wasser denken. aber auch da halten sich ein paar alte mythen: leitungswasser unterliegt strengen kontrollen. im zweifelsfall bei den wasserwerken fragen. dann muss nicht abgekocht werden, nur die richtige temperatur erreicht – das geht zb mit wasserkochern der neueren generation, die man auf eine temperatur einstellen kann. oder mit durchlauferhitzern, die man ebenfalls genau auf 50°grad stellt. oder mit einem cooltwister…fürs milchpulver gibt es portionsdöschen, so das für die nacht alles vorbereitet ist. da ist nix mit in die küche gehen müssen. ratzfatz ist die flasche fertig. und sterilisiert hab ich auch nur die ersten wochen. hallo, die nehmen ALLES in den mund, da kommts auf die paar keime mehr oder weniger auch nicht an…(gründlich gespült natürlich schon und die sauger auch noch länger gekocht. auch dafür gibt es ein gerät).

viel praktischer fand ich es, mich mit dem kindsvater abwechseln zu können. das kind abends der tante zu geben und mit dem herzensmenschen unten in die kneipe zu gehen, wenn auch nicht ewig. ohne kind auf die hochzeiten einige meiner besten freund_innen zu gehen. und ja: durch_schlafen.

2. „es kostet ja nichts“ – das sag(t)en mir oft leute, die die komplette erstausstattung inklusive kinderzimmermöbel aus dem teuersten babyladen der statt gekauft haben. einen dieser kinderwagen aus prenzlberg. schnell noch mal ein haus gebaut und einen kombi gekauft haben. denen ist die ersatzmilich zu teuer. klar, man muss das geld nicht ausgeben. aber bei uns waren die größten einbußen im budget nicht die ausgaben für windeln oder babynahrung. sondern die durch fehlendes einkommen, anschließende teilzeitarbeit, höhere ausgaben für kinderbetreuung, nebenkosten dank waschmaschine und heizung…sch***ß auf die paar euro für milch…

3. „stillen macht schlank“ – sagt eine und meint es ernst. also ich hab mir um den gewichtsverlust nicht so wahnsinnig sorgen gemacht, weil ich erst mal ganz andere hatte. außerdem wird stillenden gesagt, sie dürften ruhig ein paar kalorien mehr essen. wie viel genau dieses mehr ist, weiß aber keine. aber es reicht sicher für zwei stück kuchen oder drei (versteht mich nicht falsch: ICH brauch überhaupt keinen grund um zwei stück kuchen zu essen. oder drei. ich find nur stillen um abzunehmen generell n doofes argument, und wenn leute die das benutzen, dann nicht abnehmen, weil sie das dreifache vom (für sie üblichen) essen – well, hinterfrag ich das argument auch)

4. „die körperliche nähe!“ hm. ich frag mich immer, was stillende so tun, wenn ich sie nicht sehe. WEIL mein kind habe ich genau so viel am körper gehabt wie die meisten anderen frauen. oder ist mit körperlicher nähe die 3qcm von mund zu brustwarze gemeint? ich hab minime im arm gehalten dabei und ich hab ihm in die augen geschaut und genau so verblödet-verliebt angeguckt wie andere auch. ne, dieses argument VERSTEH ich einfach nicht…

5. „es ist das natürlichste der welt/hat sich die natur was bei gedacht“ – find ich total biologistisch aka als würde sich muttersein darüber definieren, dass man stillen kann. das ist das eine. das nächste ist: „…aber muss erst mal gelernt werden“ fügen die hefte der bundeszentrale für gesundheitliche aufklärung und hebammen-heftchen dann hinterher. also ist es dann doch nicht ganz so reflexhaft/intuitiv. und natürlich ist auch, das zähne irgendwann faulen – ich geh trotzdem lieber zum zahnarzt. ’natürlich‘ ist kein argument für gar nix…

ach ja, es ist natürlich das beste fürs kind. das hörte ich das letzte mal wieder, als ich an den drogeriemarktregalen mit babybreien vorbei ging. an „abendbrei schoko-keks, ab 4. monat“ da weiß man doch, was das beste ist! nicht so viel sch***ß auf die meinung anderer geben.

– to be continued –