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Nachhaltiges Familienleben

Entschleunigung, Einkaufen im Unverpacktladen – Fastenzeitzwischenfazit

Hey ihr Lieben, ich dachte ich aktualisiere mal wieder meine Erfahrungen mit der Fastenzeit und den selbstauferlegten Regeln und Vorhaben.

Ernährung – vegan & zuckerfrei

Hier läufts weiterhin ziemlich gut. Na gut, zwei „Ausrutscher“ in Sachen vegan gabs schon. Beim auswärts essen, natürlich. Da war einmal ein Klecks Creme Fraiche auf dem Ratatouille und einmal war da eine Gorgonzolaquiche, die meinen Namen rief. Damit mir sowas in Zukunft nicht mehr so oft passiert hab ich mir jetzt die App „Happy Cow“ runtergeladen. Da findet man, sortiert nach Entfernung vom eigenen Standort, vegane und vegetarische Restaurants und Cafés und auch solche, die nicht speziell vegan sind, aber Angebote für Veganer_innen haben. Ich hoffe, so muss ich auch als Veganerin zukünftig unterwegs nicht hungern.

Hunger ist ein Thema, dass ich grade sehr fasziniert beobachte: Heißhunger ist futsch. Dieses ständige, leichte Hungergefühl oder Appetit, was mich sonst immer mal wieder aufstehen und zum Kühlschrank gehen lässt habe ich aktuell gar nicht mehr. (Ok, bis auf gestern. Aber einmal in drei Wochen ist auffallend wenig, oder?). Ob das daran liegt, dass mein Bauch weiß, dass die Auswahl grade eh begrenzt ist oder der Körper wirklich von der Ernährungsumstellung was mitgekriegt hat sollen andere urteilen. Derzeit komme ich sehr oft mit drei Mahlzeiten am Tag aus, ohne zwischendurch das Bdürfnis auf einen „Snack“ zu haben. Morgens wie immer frühstücke ich eher sparsam. Meist Porridge mit Obst. Oft auch nur ein Brot mit selbstgemachten Aufstrichen (Linsenpürree, Tomatenbutter). Mittags eventuell Reste vom Vortag oder was aus der Fleischersatzabteilung (Lupinenschnitzel, Tofu mit Salat). Und abends wird dann wie immer gekocht.

Ich hab Suppenwürze selber gemacht, Nudeln auch noch mal und ansonsten wie immer gekocht. Jetzt muss ich nur noch für die Kinder, bzw. die Spielplatzsnacks mitdenken. Meist kauf ich dann doch unterwegs ein paar Milchbrötchen, da muss ich mir noch was Nettes für unterwegs einfallen lassen.

Einkaufen im Unverpackt-Laden „Tante Olga“

Seit letztem Jahr gibt es hier in Köln einen Unverpackt-Laden, „Tante Olga“. Dem wollte ich schon länger einen Besuch abstatten. Also packte ich am Montag alle Tupperdosen, Gläser und sauberen Jutebeutel in eine große Tasche und schwang mich bei strömendem Regen aufs Fahrrad.

Oh, hat sich das gelohnt. Auf kleiner Fläche findet sich erstaunlich viel, was man für den (Familien)Alltag an plastikfreien Alternativen sucht. Lebensmittel in Hülle und Fülle (bei „Frischwaren“ wie Obst und Gemüse sagt Tante Olga aber auch, dass es genug Wochenmärkte gibt, auf denen man sich eindecken kann) und ich war fast ein bisschen traurig, dass ich grad mit dem meisten an Hülsenfrüchten und co. eingedeckt war – aber ich komme definitiv wieder.

Man schreibt das Gewicht der mitgebrachten Beutel und Gläser nach dem Abwiegen auf die Verpackung und kann anschließend die Gefäße befüllen. Ich hab aus den Spendern Haferflocken, Risottoreis und Erdnüsse mitgenommen.

Seifen im Unverpackt Laden Köln

Auch für die Körperpflege findet sich fast alles was man braucht

Haar- und Körperseife hab ich mitgenommen, ebenso Zahnputz“tabletten“, die man im Mund zerkaut und anschließend ganz normal die Zähne putzt.

Kosmetik im Unverpackt Laden

Zahnbürsten, Menstruationstassen, Stoffbinden – alles da

Schokolade bei Tante Olga

Auch für den süßen Zahn ist gesorgt. Nach der Fastenzeit komm ich definitiv wieder…

Brotdosen ohne Plastik

Sprühflaschen, Brotdosen, Weckgläser – alles Mögliche an Umverpackungen kann man hier erstehen

Nach dem Einkauf hab ich mich noch auf einen der beiden Stühle gesetzt und einen Kaffee getrunken – den bekommt man nämlich dort auch. Und wenn man einen Nachfüllbecher kauft (oder mitbringt) auch to go.

Entschleunigung

Entschleunigung ist ein großes Wort. Ich hatte nicht speziell in der Fastenzeit vor, achtsamer zu werden oder so. Aber die Liste, die ich mir am Anfang geschrieben habe war doch ein weiteres „To Do“, das mich gewissermaßen unter Druck setzte. Als ich zwischen zwei übermüdet-nörgelig-quengelig-schreienden Kleinkindern versuchte, ein vollwertiges Essen zuzubereiten, dass etwas länger dauerte musste ich einsehen: Kompromisse wird es auch weiterhin geben. Perfektion ist bei so einem Projekt wie der Fastenzeit oder einer langfristigen Umstellung der Konsumgewohnheiten fehl am Platz. Statt dessen fokussiere ich auf das, was einfach klappt, was gut in den Alltag passt. Und nicht, was ich für das 100% Beste halte.

Diese (eigentlich nicht neue) Erkenntnis hat jetzt ein paar Tage gebraucht, um anzukommen. Auch der facebook-Entzug (der ja nicht komplett ist, aber stark reduziert) hat dazu geführt, dass meine Gedanken nicht mehr im Sauseschritt Achterbahn fahren. Und ich habs sogar geschafft, ein paar Bücher zu lesen. Belletristik, keine Sachbücher.

Zwischenfazit bisher

Manche Sachen machen mir richtig Spaß. Dinge selber machen, wie zum Beispiel Suppenwürze oder Nudeln hat was sehr Befriedigendes finde ich. Im Bereich Körperpflege bin ich da bisher nicht so motiviert, meine wenigen Versuche in Sachen Deo und Haarspray waren nicht grad erfolgreich. Aber es sind ja die kleinen Schritte, die auch zählen. Im Bereich Ernährung tut sich wirklich viel, wenn man auf vegan umsteigt und nach Möglichkeit versucht, seine Lebensmittel plastikfrei zu kaufen. Ich bin froh, hier in Köln dafür eine so gute Infrastruktur vorzufinden. Es ist aber zunächst auch zeitaufwendiger, wenn man nicht alles im nächsten Supermarkt shoppt, sondern seine Produkte aus diversen Läden zusammensucht (zum Tante Olga muss ich z.B. 20 Minuten mit dem Fahrrad fahren, andere Verkehrsmittel sind hier in Köln auch nicht schneller; der Wochenmarkt wo ich Obst und Gemüse kaufe ist nur dienstags und freitags). Dafür ist der Effekt erstaunlich, denn zumindest hier in der Familie macht der Verpackungsmüll von Lebensmitteln eine Menge aus. Ich denke, wenn ich das im nächsten Jahr konsequenter angehe, kann ich ganz zufrieden sein.

Nachhaltiges Familienleben

Fastenzeit? 7 Wochen konsequent…!

Karneval ist vorbei und im christlich-religiösen Kalender beginnt bis Ostern die Fastenzeit. Nachdem ich ja mit vielen guten Vorsätzen ins neue Jahr startete und Einiges auch gut umsetzen konnte habe ich da immer noch eine lange Liste an Sachen, die ich jetzt endlich aber wirklich mal JETZT angehen möchte.

7 Wochen - Fastenzeit

7 Wochen konsequent den Weg gehen, den ich für den richtigen halte…

Von daher kam mir die Fastenzeit ganz gelegen. Ich hab mal ein bisschen gegooglet, was es mit einer Fastenzeit so auf sich hat und habe daraus für mich folgende Essenz gezogen:

Die Zeit bis Ostern mit weniger Firlefanz verbringen und sich aufs Wesentliche konzentrieren.

Mal so platt, auf den kleinsten Nenner gebracht. Denn je nach Konfession gibt es schon Kataloge mit Regeln für die Fastenzeit. Aber das war nicht mein Ziel. Die letzten Wochen habe ich große Schritte auf dem Weg zu dem gemacht, was ich mit meinen Vorsätzen im Sinn hatte. Aber wie das so ist:

Das was wichtig & dringend ist, das erledigt man sofort, dass was nicht wichtig und nicht dringend ist gar nicht; was dringend ist aber nicht wichtig delegiert man…und ja, was ist mit den Dingen, die wichtig aber nicht dringend sind? Die vergisst man…Und darum habe ich mir die Fastenzeit als idealen Zeitpunkt vorgeknöpft um mal sieben Wochen konsequent bioökonachhaltigminimalistischplastikfreivegan – oder so zu leben.

Wer hier schon länger mitliest, weiß ja, dass ich immer mal wieder vegane Rezepte poste oder versuche, Badezimmer und Küche nachhaltiger zu organisieren. Aber wie das so ist im Alltag mit Kindern – oft mangelt die Umsetzung an Bequemlichkeit, Inkonsequenz und daran, dass alle Pläne doch wieder umgeworfen werden.

Naja, und eigentlich müssen ja auch alle an einem Strang ziehen und der Mann und ich haben oft unterschiedliche Ansichten was die Notwendigkeit bestimmter…Änderungsmaßnahmen angeht. Morgen ist er aber wieder ein paar Tage beruflich unterwegs und da hab ich keine Ausreden mehr.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin ja nicht die erste hier im Netz, die mal in Sachen Umweltschutz und Weltrettung einen auf Mutter Theresa machen will und natürlich stelle ich euch ein paar der Bloggerinnen vor, die mir da auch Vorbild und Inspiration sind.

Seife und Shampo Bar

Unter der Dusche nutze ich Seife statt Duschgel und Schampoo-Bars statt flüssigem Schampoo

Aber worum soll es jetzt noch gleich gehen in den nächsten Wochen?

Vegan

Eigentlich ist es für mich keine Kunst mehr, mich vegan zu ernähren, vegan zu kochen, zu backen etc. Wo ich aber oft noch inkonsequent werde ist das „unterwegs sein“. Egal ob der Snack im Café, der Kuchen bei Freund_innen, das belegte Brot beim Bäcker – bevor ich hungrig bleibe esse ich was mit Käse oder Ei. Wenn ich irgendwo zu Besuch bin nehm ich halt, was da ist (so lange kein Fleisch dabei ist). In den folgenden Wochen will ich besser planen und auch mal was vorbereiten. Und wenn wir eingeladen sind halt mal einen veganen Kuchen mitnehmen, statt dann von dem zu wählen, was da ist (again: hungrig bleiben ist für mich keine Alternative ^^). Das sollte doch möglich sein?

Insgesamt stellt sich mir schon auch die Frage, ob ökologisch betrachtet die Avocado dem Gouda vorzuziehen ist. Aber da es bei veganer Lebensweise für mich in erster Linie ums Tierwohl geht und erst danach um den ökologischen Aspekt mache ich mir die Gedanken erst wieder Ostern. Jetzt: 40 Tage konsequent vegan.

Ohne Industriezucker

Tatsächlich machen mir beim Thema Zucker weniger die Kalorien Sorgen als das Thema gesundheitliche Beeinträchtigungen. Zucker und der Zusammenhang von Hyperaktivität, Zucker als Nervengift. Mich stört nicht der Zucker im Obst und seit ich nicht mehr im Büro arbeite sondern zu Hause gibt es kaum noch Fertigprodukte. Aber der Süßkram hier und da, der bleibt. Grade bei den Kindern denke ich oft: Verbieten bringts eigentlich nicht, im Kindergarten gibt es oft Süßigkeiten, bei Oma und Opa, hier und da – das will ich gar nicht verbieten denn dann wird es direkt mit was „Besonderem“ verknüpft. Aber ich kann ja mal ein paar Wochen drauf achten, wann ich nach Süßem greife, das Überraschungsei, mit dem ich die Kids nach dem Kindergarten ab und zu  begrüße durch was Anderes ersetzen und gucken, ob es nicht gesündere Alternativen gibt.

Das Große Ganze

Der Punkt Ernährung ist eigentlich nur ein kleiner Teil in meiner Liste von Dingen, die ich endlich mal umsetzen möchte. Ich möchte die kommenden Wochen nutzen, um meine Tage mal so zu gestalten wie ich es in einer idealen Welt machen würde. Da ich aktuell nicht an feste Arbeitszeiten gebunden bin, kann ich meine Tage ja so gestalten, wie ich möchte. Also: wann, wenn nicht jetzt all das Tun, für das im Alltag sonst keine Zeit bleibt?

  • mich mal bei nebenan.de registrieren und so was für die Shareeconomy tun
  • ebenso bei Lebensmittelretten/Foodsharing
  • in Köln gibt es einen Tauschring, wo Dienstleistungen getauscht werden können. Eine Stunde putzen ist dabei genau so viel wert wie eine Stunde Englisch-Nachhilfe oder Gartenarbeit.
  • Einmal die Woche in die Bibliothek gehen und einfach stöbern!
  • Freundinnen anrufen. Telefonieren ist ja nicht meine Stärke und viele meiner Liebsten wohnen nicht in Köln.
  • Briefe schreiben. Besonders zwei nun ältere Damen hab ich da im Sinn
  • nicht mit den Kindern schimpfen und an ihnen rumnörgeln. Und keine „Wenn Du nicht… dann…“ Sätze verwenden.
  • zwei Museen hier besuchen und vlt. noch weitere zwei außerhalb Kölns
  • den Korb mit meinen angefangenen Häkelarbeiten endlich in Angriff nehmen
  • Handlettering üben
  • Sachbücher lesen – vor allem die, die hier seit Ewigkeiten im Regal stehen
  • entrümpeln und ausmisten
  • Zeitung lesen!
  • damit Zeit für all das bleibt: weniger im Internet surfen. Ich hab alle Social Media Apps vom Smartphone gelöscht und habe nun vormittags und abends 15 Minuten dafür eingeplant. Schluck.

Vermutlich fallen mir noch ein paar Dinge ein. Einige hab ich extra nicht hier aufgeschrieben, weil ich nicht weiß obs das bringt – aufs Fernsehn oder netflix abends verzichten zum Beispiel. Ich probier es mal aus und gucke ob das zu meinem Gesamtkonzept passt.

lunchbots Brotdosen

Brotdosen von Lunchbots. Sie halten erstaunlich dicht und sind generell grandios

Tots Bots Stoffwindeln

Die Stoffwindeln haben lange ein Schattendasein gefristet, trinkt Kind2 schlicht so viel, dass die Windeln keine Stunde halten. Jetzt wo es aber aufs Trocken werden zugeht sollen sie noch mal zum Einsatz kommen

Neben meinen persönlichen Berichten, wie gut oder schlecht das hier so läuft interviewe ich ein paar tolle Menschen, wie sie das so in ihrer Familie halten mit dem nachhaltigen Lebensstil.

Falls ihr Interesse an meinen Fragen habt und sie beantworten wollt: Schickt mir gern eine Mail an gluecklichscheitern at gmail.com.

Habt ihr was vor zur Fastenzeit und wenn ja was? Und warum?