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Familie

Sechsunddreissig

Süß die Kleinen, nicht? Als Geschenk durfte ich mir eins von Minimes Autos aussuchen – „aber von den Alten, Mama!“ Soooo selbstlos.

Aber nun gut. 36 bin ich jetzt also, dieses „auf die 40 zugehen“. Das finde ich wesentlich weniger stressig als dieses damals „auf die 30 zugehen“. Warum? Ach, als ich Abi machte dachte ich halt: Mit 30…da habe ich die ganze Welt gesehen oder mindestens die halbe. Habe einen tollen Job als Ethnologin oder Professorin oder Reisejournalistin oder …, vielleicht hab ich auch ein Buch geschrieben. Haus, Mann, Kinder? Naja, vielleicht. Also nen coolen Typen bestimmt, der Rest kann warten.

Als ich mit Ende 20 bis auf den Mann nichts davon hatte, nicht mal irgendeinen sicheren Job brach mir manchmal der Schweiß aus.

Und nun, 6 Jahre nach der magischen 30 hab ich noch zwei Kinder, aber der Rest meiner Erwartungsliste ist immer noch nicht abgehakt.

Gewissermaßen hat Minime mit seinem Spruch einen Nerv bei mir getroffen: Während andere Menschen alles auf später („wenn ich in Rente gehe“) verschieben, will ich am liebsten alles sofort machen: das Reisen, das Familiendings, die Karriere, das Bücherschreiben. Da wo andere denken, sie seien unsterblich fürchte ich mich davor, morgen vom Bus überfahren zu werden. Für Realismus war ich noch nie berühmt und es ist ein harter Lernprozess für mich:

Ein bisschen müder, kein bisschen weiser! #36 #selfie #irgendwernochnichmitbekommendassichgeburtstaghabe?

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Man kann nicht alles gleichzeitig machen und das ist auch gut so!

Man stelle sich vor, ich hätte mit 30 „alles“ gehabt. Worauf lebt man dann noch hin, wovon träumt man dann noch?

Das mit dem Reisen steht ganz oben auf meiner To Do Liste. Und da ich als Mutter mit zwei Kindern festgestellt habe, dass es keinen Job gibt für den ich qualifiziert genug bin, geschweige denn überqualifiziert (Sarkasmus!) ist mir Karriere nicht mehr so wichtig.

Der Rest ist: auf mich zukommen lassen, freuen auf das was kommt (hallo #denkst, hallo #blogfamilia, hallo Urlaub, hallo Sommer!) und Pläne haben aber sich auch mit Plan B bis F zufrieden geben.

Und das entspannt ungemein. Und so kann ich sagen: Mein Leben ist nicht so, wie ich es mir mit 18 vorgestellt habe. Aber es ist trotzdem gut. Mehr als gut.

Ach so, ihr wollt mir noch was schenken? Ein paar Herzen hier vielleicht? Oder ihr liked und teilt noch mal Eure Lieblingsartikel von mir? Dann hab ich zwar immer noch kein Buch geschrieben, aber einen Blog, der auch gelesen wird <3

Auf weitere 36 Jahre, mindestens.

Familie

Vier Jahre Minime

Gestern Abend, als der Mann von der Arbeit kam (spät) und ich ihn bat, den schlafenden Minime in sein Bett rüber zu tragen standen wir vor diesem schlafenden Kind und dachten: Morgen wirst Du vier. Das heißt auch: WIR sind vier Jahre Eltern.

Vier Jahre, die – rückwirkend betrachtet – vorbei gerast sind. Sagt man immer, ist auch so. Die sechs Monate Elternzeit, die sich doch soooo lang anfühlten. Der Mann in Elternzeit, ich arbeitend. Minime bei der Tagesmutter, die kurze Eingewöhnung, die Nachmittage im Park oder bei Freund_innen. Wie sehnlichst die ersten Worte erwartet wurden und ich heute manchmal wünschte, Minime würde seinen Wortschatz eine viertel Stunde mal nicht unter Beweis stellen. Ständig in Bewegung, es sei denn, ein Buch hat seine Aufmerksamkeit erlangt. Wie toll er mit seinem kleinen Bruder umgeht, obwohl er viel Rücksicht nehmen muss. Wie viel Phantasie und Vorstellungsvermögen und Empathie, die oft auch bedeuten, dass „spannende“ Geschichten erst gehört, gelesen oder geguckt werden dürfen, wenn er FÜNF ist (sagt er!).

Vier Jahre und jetzt bedeuten die Worte Gleichaltriger auch mehr als unsere. Er liebt rosa und er liebt Feen und Kleider auch. Das „darf“ er alles aber nicht. Egal wie oft ich ihn vom Gegenteil überzeugen will. Also lasse ich es wohl erst mal.

Die Geburtstagsparty wird vermutlich zu 4 Geburtstagspartys, da Verwandte, Pat_innen und Kindergartenkinder nicht alle am gleichen Tag an den Tisch zu bekommen sind. Für Minime bestimmt eine wunderbare Vorstellung.

Es ist seltsam, dieses kleinegroße Kind zu betrachten, diese Zeit, diese Klischees (wie die Zeit vergeht) die aber so stimmen und auch ein bisschen Stolz, dass wir das alles so gut hinbekommen haben, auch wenn ich mich immer noch für die ungeduldigste Mutter der Welt halte.

Alles Liebe zum Geburtstag, kleiner großer Minime!

Wirbelwind

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