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Familie, Fantastisches

Arbeitsorganisation im Homeoffice – ein Guide für Eltern

Vor einer Weile startete ich die Blogparade #ElternHomeOffice, weil mich das grade tierisch umtreibt, wie man sich organisiert, wenn es an allen Baustellen gleichzeitig brennt. Vielleicht erinnert ihr euch, Ausgangsfrage war

Nun, hätte ich gewusst, was für eine Arbeit so eine Blogparade ist *hust*, ich wäre nicht so stürmisch gewesen. Aber dennoch: das Thema hat eingeschlagen wie ein Blitz und auch für mich habe ich aus den vielen Texten wichtige Inputs mitgenommen. Denn auch wenn sich seit Beginn der Blogparade vor über einem Jahr viel an meinem beruflichen Setting geändert hat, im Homeoffice arbeite ich immer noch viel!

Darum habe ich euch die Beiträge in einem Post zusammen gefasst und ihr findet noch mal die Links zu den jeweiligen Blogs.

Kind2 fährt den Rollcontainer mit meinen Arbeitsunterlagen durch die Wohnung… produktives Homeoffice sieht anders aus.

Berufliches und Privates trennen

Severine von Mama on the rocks betont, wie wichtig es ist, Arbeitszeit und Haushalt zu trennen. In der Arbeitszeit (die ja meist der Betreuungs- oder Schlafenszeit der Kinder entspricht) wird alles liegen gelassen was nicht unmittelbar zum Business gehört. Also natürlich, sofern das machbar ist, aber man darf sich nicht verlocken lassen, mal eben hier ein bisschen aufzuräumen, da ein wenig zu wischen – schon ist der Vormittag vorbei und die Kinder müssen abgeholt werden.

Sie selbst nutzt die Möglichkeit, die Hausarbeit an eine Putzhilfe abzugeben aber sagt, auch wenn das finanziell nicht drin ist, muss die Hausarbeit eben warten (oder an den Partner deligiert werden).

Sich Auszeiten gönnen – von Allem!

Beim Beitrag von Mamamal3 fand ich dieses schöne Zitat von Mark Twain:

Das Geheimnis voranzukommen, ist anzufangen.

Tatsächlich geht es mir selber so, dass ich vor lauter To Dos nicht weiß, wo ich anfangen soll: Das Wichtigste ist auch das unangenehmste auf meiner Liste und oft hilft es mir, auf einem schönen Nebenschauplatz anzufangen um mich „einzugrooven“.

Sich regelmäßig (auch kleine) Aus- und Offlinezeiten gönnen und Einkäufe auch mal online bestellen sind nur zwei ihrer hilfreichen Tipps für eine gute Organisation im HomeOffice.

Was geht mit Kindern, was ohne?

Kathrin von Ökohippierabenmütter schreibt über HomeOffice im Schlafanzug (Spoiler: haha!) und die Kernfrage, die sie sich ständig stellt, bei zwei kleinen Kindern und nur wenigen Stunden Tagesmutter: Was von meinen Aufgaben kann ich nur ohne Kinder erledigen und wobei kann ich sie auch mitnehmen?

Eine Frage, die ich mir auch oft stelle, auch wenn die Dinge, die ich mit Kindern erledigen kann, sehr wenige sind. Eigentlich möchte ich den Haushalt zum Beispiel dann machen, wenn die Kinder nachmittags zu Hause sind…nur: sie wollen dann meine Aufmerksamkeit. Mit mir gemeinsam Haushalt machen funktioniert auch nicht (mehr), aber sie werden in Zukunft definitiv mehr eingebunden. Schon als Entlastung für mich selbst. Aber was mit und was besser ohne Kinder geht, ist von Kind zu Kind verschieden.

Berenice schreibt auf ihren Blog Phinabelle, dass man die Vor- und Nachteile des Homeoffice abwägen muss. Ihre drei Tipps für ein erfolgreiches Homeoffice mit Kind: angenehme Atmosphäre schaffen, Ablenkung vermeiden und feste Zeiten einplanen!

Miss Broccoli hat vor, im Homeoffice zu arbeiten. Ein Tag wird das Kind in die Kita gehen, einen halben Tag ist der Vater für die Betreuung zuständig. Nicht einfach, wenn das Kind eine ausgeprägte Mamaphase hat…

Der Idealfall im Home Office mit Kind ist…fast nie

Schon lange lese ich bei Kerstins Chaos mit und sie beschreibt in ihrem Rant sehr gut, was das „Problem“ mit dem Home Office ist: Die Vorteile sind gleichzeitig oft die Nachteile des Home Office. Wenn die Kinder krank sind, ist es natürlich praktisch, sie zu Hause betreuen zu können. Wenn man einen „richtigen“ Job hat, dann hat das Umfeld auch mal Verständnis, wenn mal wer anders bei den Kindern bleiben muss, vielleicht bieten sich die Großeltern als Unterstützung an…Im Home Office hat man aber oft die schlechteren Argumente…selbstgewähltes Schicksal?

Wie auch immer, was muss, das muss. Und ich bin froh, dass Kerstin auch in den Kommentaren zum Text dazu steht, nicht alles „aushalten“ zu können:

Ich stehe dazu, dass ich nicht unendlich tragen und aushalten kann. Das finde ich auch nicht peinlich.

Danke, Kerstin! Denn ich höre öfter diese innere Stimme, die mich stichelnd fragt, warum ich denn nicht mehr schaffe, im Home Office, nicht schneller und besser bin und überhaupt…

Wartezeiten nutzen!

Bianka von Immerdaheim hat bereits größere Kinder – und auch schon länger Erfahrung im Home Office mit Kind. Als Elter*n hat man ja immer Zeiten, in denen man mit Kindern irgendwo wartet – bei deren Sportunterricht zum Beispiel. Bianka nutzt diese Wartezeiten konsequent:

Habe ich zeitlich passend längere Wartezeiten, nehm ich schon mal den Hund mit und lauf vor Ort eine Runde mit ihm, so hab ich diese Aufgabe auch gleich erledigt. Kürzere Wartezeiten nutze ich, um z.B. schon mal Mails zu sortieren und zu löschen, um Ideen für Texte zu skizzieren oder für kleinere Recherchen für Artikel oder ähnliches. Ich hab außerdem fast immer ein Buch dabei oder halt meinen Kindle, das gelesen werden muss oder will. Also entweder etwas berufliches oder auch mal einen Roman oder sowas für mein Privatvergnügen. Was bei längeren Wartezeiten auch immer geht: Das Kind in Joggingsachen zum Termin fahren und dann dort eine Runde laufen gehen – oder halt spazieren, wenn man nicht Joggen mag. So tut man was für sich, für Körper und Seele und ärgert sich nicht, dass man rumsitzt und seine Zeit verplempert.

Lena von familienleicht hat sich erfolgreich mit einem Online-Business selbstständig gemacht und betreut 3 Kinder zu Hause. Da mal „Ruhe“ für konzentriertes Arbeiten zu finden ist gar nicht so leicht. Aber auch Kleinvieh macht Mist (etwas, was ich in den letzten Jahren lernen musste und konnte):

Wenn der Vergleich eben nicht mit 60-Std.-Wochen-Mompreneuren etc. läuft, sehen wir, was wir alles schaffen in doch recht kurzer Zeit und wieviel Produktivität letztlich da ist, wenn wir auch die kleinen Momente mit einbeziehen. Denn unter’m Strich schaffen wir immer noch viel viel mehr, als wenn wir gar nicht erst angefangen hätten. Und das ist eben auch die Riesenchance dabei. Mit über ein Jahr gesammelten Viertel- und halben Stunden täglich kann eben auch etwas aufgebaut werden.

Kirsten von Hausfrau und Mutter hat zwar keine wirklichen Tipps, aber Erfahrung mit verschiedenen Varianten von Homeoffice – ihre eindeutig favorisierte Variante ist Homeoffice mit Kindern in Betreuung. Versteh ich gut 😉

Mit den Kindern in Kontakt sein und ein positives Bild von Arbeit vermitteln

Anne hat auf Meine Elternzeit über einen Punkt geschrieben, der mir eine neue Sichtweise vermittelt hat. Statt sich ständig mit schlechtem Gewissen zu plagen, weil man auch in den Zeiten, in denen die Kinder zu Hause sind, mal am Computer sitzt, plädiert sie für mehr Transparenz und freut sich, den Kindern auch noch was zu vermitteln:

„Eigentlich wollte ich diesen Punkt „Trennung von Arbeit und Privatem“ nennen, aber das funktioniert bei uns ehrlich gesagt nicht. Und ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob das überhaupt so erstrebenswert ist. Denn wie gesagt, habe ich manchmal kreative Arbeitsideen, während ich mich mit den Kindern beschäftige. Und für die Kinder ist es ja vielleicht auch gar nicht schlecht, wenn sie im Alltag zu Hause erleben, dass das Arbeiten eben zum Leben der Eltern gehört und ihnen idealerweise auch ein bisschen Spaß macht. Statt die Arbeit und das Familienleben also konsequent zu trennen, versuchen wir lieber, klar zu kommunizieren, was wir machen und wie lange das in etwa dauern wird.“

Ramona bzw. ihrem Blog Jademond folge ich schon seit den Anfängen meines Bloggens. Ich mag ihre unaufgeregte, reflektierte Art über verschiedenste Dinge zu schreiben und ihr Beitrag zur Blogparade knüpft ein bisschen an Annes‘ an:

Wenn die Kinder schon ein bisschen älter sind, hilft es oft, ihnen 5-10 min ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Wirklich mit ihnen in Kontakt zu sein und auf sie einzugehen. Die Kinder sind dann wieder genährt und man kann eine ungestörte Arbeitszeit verhandeln. Jetzt bin ich bei dir, nachher brauche ich wieder etwas Zeit für mich. Dabei ist es auch hilfreich, den Zeitrahmen klar und überschaubar festzustecken (kein “gleich” oder “später”, sondern konkrete Angaben).

Auch der einzige Vater (!), den ich dazu überredet habe, seinen Beitrag in meiner Blogparade zu verlinken (er hatte ihn schon früher geschrieben) überlegt, welches Bild von Arbeit er seiner Tochter vorlebt und vermittelt:

Für meine Tochter sind Begriffe wie Vereinbarkeit, Beruf, Home Office und so weiter allesamt noch recht fremd. Und das obwohl, sie sie tagtäglich vorgelebt bekommt. Die moderne Arbeitswelt ist vielfältig. Mir hat sie den Traum, vom selbstbestimmten Arbeiten erst ermöglicht. Auch meine Tochter wird irgendwann und eines schönen Tages mal einer Tätigkeit nachgehen. So zumindest die Annahme. Wie diese aussehen wird und in welcher Arbeitswelt sie sich wiederfinden wird? Angeblich werden mehr als die Hälfte der Jobs, die unsere Kinder leben zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht erfunden sein. Und doch: In welche Arbeitswelt meiner Tochter hineinwächst, auch das hängt auch davon ab, wie wir und ich diese Arbeitswelt heute gestalten. Eigentlich ein gutes Gefühl, auch wenn es noch viel zu verbessern gibt.

Lieben was man tut, müssen, was man tut…

Leonie vom wunderschönen Blog minimenschlein ist seit 13 Jahren selbstständig im Home Office, hat also viel Erfahrung und viele Settings durch. Bei ihrer zweiten Tochter musste sie lange auf eine Kitaplatzzusage warten und hat viele, viele Nachtschichten eingeschoben. Wie sie das geschafft hat? Sie will es so und sie muss (Geld verdienen):

Ich muss Geld verdienen, ich möchte Geld verdienen und ich sehe es als großes Glück an, dass ich dies im Homeoffice tun kann. Ich muss mich aber auch um meine Rente kümmern, meine Krankenkasse und Sozialabgaben selbst bezahlen und und und. Kurzum: Ich schaffe es, mich zu motivieren, weil es viele Rechnungen zu begleichen gibt, die dafür sorgen, DASS ich etwas tue. Vor allem aber schaffe ich es, mich zu motivieren, weil ich das tun kann, was ich so sehr liebe. Ich brenne total für meine Arbeit! Ich habe einfach Bock dazu! Und das ist ein großes Gut, wenn man das, was man liebt, beruflich tun darf – und damit auch erfolgreich ist.

Ihr Lieben – das war nur der erste Teil! Der zweite Teil der Auswertung folgt…bald! Bis dahin hinterlasst gerne eure Erfahrungen in den Kommentaren, ich freue mich, wenn ihr den Beitrag auf den Social Media Kanälen teilt und an Freund_innen schickt, die regelmäßig im Home Office arbeiten!

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