Familie

Über das Kreuz mit dem Tragen

Entschuldigt meinen Wortwitz, es ist spät (jaaa, ich schrieb dies schon gestern Abend) und ich arbeite innerlich schon länger an diesem Artikel, weil ich ungern über etwas schreibe, wovon ich keine  Ahnung habe. Aber ein paar Vermutungen, Überlegungen, wird man ja noch haben dürfen?!?!?!

Also es ist so: Ich trage meine Kinder gern. Na gut, Minime nicht mehr so gern. Aber neulich fand ich ein Foto, auf dem ich mit Minime im ErgoCarrier drauf war. Das war letztes Jahr in Berlin, da war er zwei, kein Leichtgewicht und ich trug ihn hüftwärts. Ich glaube, das war das letzte Mal, dass ich ihn in einem Tragedings trug. Aus rein praktischen Erwägungen: Ich bin mit dem Zug nach Berlin gefahren, mit großem Koffer voller Sachen für Minime und mich die für eine Woche reichen sollten. Den musste ich irgendwie hinter mir her ziehen, einen Buggy zusätzlich vorneweg zu schieben, war also unmöglich.

Prinzipiell habe ich Minime gern und viel getragen. Ich habe (oder hatte) hier einen MeiTai, ein Tuch, einen Sling und eben eine Trage. Ich mag auch bei Cashew den Körperkontakt, vor allem weil ich den Eindruck habe, dass das zweite Kind eher weniger Körperkontakt abbekommt: mehr Haushalt der erledigt werden muss, Zeit für den Großen und Schlaf wo es geht. Hinzu kommt, dass Cashew mit seinen drei Monaten schon über 8kg wiegt. Meine Rückbildungsgymnastik hat aber erst vor einer Woche angefangen. Jetzt kann manche sich vielleicht denken, wie sich mein Rücken auch ohne Belastung anfühlt, und auch ohne längeres Tragen hat man ja das Baby öfter auf dem Arm: Beim Füttern, in den Schlaf wiegen…

Um es kurz zu machen: So gern und viel ich auch trage – es kann wohl nicht von Dauer sein.

Und dann lese ich sowas wie „Der Mensch ist ein Tragling“ . Und hier kommt der Punkt, von dem ich keine Ahnung habe. Also so evolutionsbiologisch und sowas. Aber wenn ich die Tierwelt richtig überblicke, haben Traglinge ansonsten Fell und Krallen. Das Fell, damit die Krallen der Kleinen nicht so weh tun und die Krallen, um sich am Fell festzuhalten. Oder so. Keine Tücher und Tragen und Slings.

Ich bin schon überzeugt, dass Babies es mögen, getragen zu werden. Dass sie Hautkontakt brauchen und wollen. Nähe eben. Vielleicht sind sie „Hautlinge“, vielleicht auch „Schoßlinge“. Aber mein Rücken sagt mir, dass ich nicht dazu gemacht bin, ALLEINE VERANTWORTLICH FÜR DAS TRAGEN ZU SEIN. Und wenn ich mir den Alltag in vielen Kleinfamilien anschaue, ist das eben oft so: Die Mutter trägt (was sich nicht widerspricht mit dem Bild des tragenden Papas in der Öffentlichkeit. Nach Feierabend und am Wochenende), gern auch mal zu Hause um überhaupt den Haushalt machen zu können.

Um ständig getragen werden zu können oder den Haut-/Körperkontakt zu bekommen, den Babys wollen gehören meiner Ansicht nach mehr als eine Person. Es reicht auch ein_e Greis_in im Schaukelstuhl am Kamin. Deshalb macht es mich wütend, wenn in einer Facebook-Gruppe (oder war es auf einer Seite einer Bloggerin?) eine Mutter um Rat fragt, die in ähnlicher Situation ist, wie ich: großes Kind knapp drei, möchte viel Aufmerksamkeit, Baby recht frisch und nur mit Körperkontakt zufrieden. Was soll sie tun, ihr Rücken und ihre Energie…und fast AUSNAHMSLOS hieß es: TRAG WEITER DAS BABY BRAUCHT DAS! Das hat mich wütend und traurig gemacht. Weil die ganze Verantwortung,  das Wohl der Kinder, wieder – in diesem Fall sogar buchstäblich – auf dem Rücken der Mütter ausgetragen wird. Und wieder – die Kleinfamilie. Echt eine traurige Entwicklung der Neuzeit. Aber dazu ein andern mal mehr…

Und BITTE BITTE fragt grade Mütter bei Treffen und Co. ob ihr ihnen mal die Babies abnehmen könnt. Ich weiß, nicht alle Menschen_mit_Kind können sich lösen, aber ein Versuch ist es wert!

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40 Comments

  • Reply Lotta 11. September 2014 at 8:44

    Du sprichst mir aus der Seele – und zwar komplett…
    Ich ergänze aber darum, dass Mütter ihre Kinder bei Treffen auch direkt jemandem in den Arm drücken könnten. Die meisten Menschen trauen sich nicht zu fragen.
    Das verzückte Gesicht eines 70 Jährigen, dessen Enkel weit weg wohnen, als er meinen 6 Wochen alten Sohn auf dem Arm hatte, war ein grandioser Nebeneffekt zur Tatsache, dass ich mal in Ruhe mit beiden Händen Essen konnte!

  • Reply Yummy Mummy 11. September 2014 at 8:57

    TRAG WEITER!!! Nein, Spaß beiseite ;-)!
    Ich habe meine beiden Kinder in den ersten beiden Jahren viel getragen. Den Zwerg, der bald 3 wird, dabei deutlich häufiger und länger, als die Große. Das habe ich nicht getan, weil ich es liebe, zu tragen und den permanenten Körperkontakt geniesse, sondern weil mein Zwerg es lautstark einforderte. Leider schreit mein Rücken noch heute täglich, dass er dafür nicht gemacht wurde. Ich würde es also auch bezweifeln, dass das der Königsweg der Menschheit ist (ansonsten würden wir uns wahrscheinlich auf allen Vieren fortbewegen). Diesen Fanatismus, das eine Mutter nur dann eine „gute Mutter“ ist, wenn sie sich zum körperlichen und geistigen Wrack macht und ihre kompletten Bedürfnisse zurückstellt, finde ich sehr bedenklich. Wer ein Baby oder Kind hat, das auch ganz zufrieden ist, wenn es sich in Sichtweite selbst beschäftigt, sollte sich nicht verpflichtet fühlen, das Kind rumzuschleppen nur um anderer Leute Erwartungen zu erfüllen. Ich habe stets jede Minute genossen, in der ich meinen Körper frei bewegen konnte und die „Last“ abfiel.
    Ich kann dir nur raten auf die Bedürfnisse deines Körpers genauso Acht zu geben, wie auf die deiner Kinder und zu versuchen (soweit möglich) diese miteinander in Einklang zu bringen.

  • Reply Nora Imlau 11. September 2014 at 9:55

    Vielen Dank für diesen interessanten Blogbeitrag.
    Interessant, dass der Tipp, das jüngere Kind möglichst viel zu tragen, auch so aufgefasst werden kann. Für mich was es nämlich genau andersraum: Der „Trag einfach weiter!“-Rat hat mir nach der Geburt meines zweiten Kindes buchständlich die Haut gerettet. Denn so konnte ich meinem Baby alles geben, was es brauchte, und hatte die Hände frei für meine Große.

    Was die Rückenschmerzen und die körperliche Belastung angeht, denke ich , dass da viel an ungünstigen Tragesystemen liegt. Mit einem gut gebundenen Tragetuch oder einer ergonomischen Babytrage können gesunde Erwachsene auch Kinder die weitaus mehr als acht Kilo wiegen tagtäglich stundenlang tragen, ohne dass ihnen dies Schmerzen bereitenh würde. Wobei dazu natürlich auch ein gewisser Trainingseffekt beiträgt: Wer von Anfang an viel und regelmäßig trägt, baut die entsprechenden Musekln auf.

    Ich habe meine beiden Töchter praktisch ausschließlich getragen, hatte sie jeden Tag viele Stunden im Tragetuch, im Sling oder später in der Tragehilfe auf dem Rücken, und hatte das Gefühl, genau dafür gemacht zu sein: Als Menschenmutter mein Menschenkind zu tragen, genauso wie ich dafür gemacht bin, es zu stillen.

    Natürlich wurden meine Kinder auch von anderen getragen, von ihrem Papa, ihren Großeltern, später ihrerer Tagesmutter. Aber ja, da ich die Hauptversorgerin war in dieser ersten Zeit war ich auch die Haupt-Trägerin. Aus feministischer Sicht fand ich das sogar richtig klasse. Ich war kein „Heimchen am Herd“, das mit Baby nichts mehgr machen kann, sondern konnte als emanzipierte junge Frau mein Leben in die Hand nehmen und tun und lassen, was ich wollte – in Buchläden herumstöbern, ins Café gehen, Freunde treffen, mit der Bahn an die Ostsee fahren zum Seelebaumelnlassen. Und musste dabei keinen schweren Wagen über Treppenstufen wuchten, keine kleinen Läden mit engen Gängen meiden, keine Mittagsschlafzeiten zu Hause einhalten. Stattdessen packte ich mir mein Baby einfach ins Tuch und war frei.

    Allen Eltern, die sich das auch wünschen, kann ich nur wärmstens eine profesionelle Trageberatung ans Herz legen. Dort lernen sie nämlich, wie auch sie schmerzfrei ihr Kind mit ins eigene Leben nehmen können.

    Trotz all meiner positiven Erfahrungen mit dem Tragen würde ich aber trotzdem bei Dir unterschreiben, dass Babys mehr noch als die Erfahrung des Getragenwerdens die Erfahrung des Bekuscheltwerdens brauchen, und dass sie dieses natürlich auch auf dem Schoß erleben können.

    Herzliche Grüße

    Deine Nora

  • Reply Katharina 11. September 2014 at 10:24

    Spannend, das mal so rum zu sehen. Mir selber hat das Tragen (auf dem Rücken! NICHT vorne! NICHT auf den Armen) meines damals kranken Sohnes den Verstand, den Rücken, den Beckenboden, die Partnerschaft zum Kindsvater und meine sozialen Beziehungen gerettet und war die einzige Möglichkeit, etwas für mich tun zu können, also sowohl seinen als auch meinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden.
    Ich spreche hier aber ganz klar vom (für die Trageperson!) anatomisch korrekten Tragen auf dem Rücken, in einem dafür geeigneten Tuch/TH, und nicht vor dem Bauch in einem dieser Dinger, die von Leuten erfunden wurden, die 8-Zentimeter-Absätze für das Nonplusultra der Emanzipation halten.
    Und JA, unbedingt sollten auch andere Bezugspersonen so ein Kind mal auf den Arm nehmen oder sogar ins Tuch oder die TH. Für Väter gibt es fast keine andere Möglichkeit, dem Kind so nahe zu kommen (wir haben noch das Stillen und das Schwanger sein) und somit ihre Beziehung auf ein Level zu bringen, der uns Müttern auch wieder mehr Freigang beschert. Und für das Kind ist es eine schöne und Erfahrung, nicht nur von der Mutter, sondern von einer ganzen Gemeinschaft getragen zu werden – im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn.

  • Reply frauschlemmi 11. September 2014 at 10:28

    Wieder ein Artikel, dem ich nur zustimmen kann. Habe ja noch nicht die Erfahrung mit Zweien, aber wir hatten schlicht und ergreifend das Problem, dass unsere Tochter sich erstmal NUR so auf dem Arm tragen ließ, nicht aber in Tuch oder Tragehilfe oder sonstwas (voilà, ich musste mich auch mal übers Tragen auslassen: http://frauschlemmi.wordpress.com/2014/07/11/das-projekt-tragen). Weil sie nichts sehen konnte. Enger Körperkontakt ja, an der Mama festgebunden sein aber bitte nicht. Das geht auch irgendwann auf den Rücken. Dann irgendwann kam der Punkt, an dem ich 10 Minuten Gemecker aushielt (dank Coaching meiner Mutter) und sie trotzdem in die Trage packte. Spätestens nach dem Schlafen war aber Ende.
    Erst JETZT, nach 4 Monaten, findet sie die Trage ok, weil sie groß genug ist, um rumgucken zu können. …was ich sagen will: Der Lehrsatz „Babies sind Traglinge“ hat sicher schon viele Mütter um den Verstand gebracht. Denn das MUSS ja dann funktionieren. Ist aber nicht so. Denn a) gibt es Babies, die das gar nicht so eng wollen und b) haben Mütter – ud ihre Körper – schließlich auch noch Bedürfnisse.

  • Reply Katharina 11. September 2014 at 10:36

    Nach nochmaligem Durchlesen noch eine Rückfrage: Was wäre denn Dein Lösungsansatz für die Mutter, über die Du schreibst, die offenbar nun mal in einer Kleinfamilie lebt (denn lebte sie in einem Clan, hätte sie das Problem ja gar nicht). In meinen Augen gibt es ja nur zwei Lösungswege: Entweder ändert sie ihre Gesamtsituation, also dass sie grösstenteils allein mit den Kindern ist (was offenbar nicht geht oder sie nicht will, sonst hätte sie schon…), oder aber sie schaut mit ihrem Mann zusammen, wie sie sich die Betreuung für die nächsten paar harten Monate (nachher bessert es ja wieder) so einrichten können, dass a) möglichst die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden und b) dabei niemand körperlich zu Schaden kommt.
    Eine Trageberatung bei einer dafür qualifizierten Fachperson und die wahl einer wirklich guten Tragehilfe wäre in solchen Situationen ganz sicher besser investiertes Geld, als ein Babyzeichenkurs oder Frühchinesisch!

    • Reply Melanie 11. September 2014 at 14:02

      Nun, vielleicht eine Federwiege ausprobieren? Vielleicht Tipps, was man mit dem Großen unternehmen kann, so dass sowohl Baby bei Mama vielleicht auf dem Schoß sein kann als auch Großer was von hat (z.B. Bilderbuch gucken, oder OH MEIN GOTT, ne halbe Stunde Fernsehen). Links und Rechts geguckt gibt es da sicher mehr als: OFPER DICH AUF und ich bezweifel, dass solche Mütter gleichzeitig die sind, die mit ihren Babys Zeichenkurse oder Frühchinesisch machen

      • Reply Katharina 11. September 2014 at 14:21

        Für mal eine halbe Stunde mögen diese beiden Sachen funktionieren. Aber sie können eine doch nicht durch den Alltag bringen. Man kann als Mutter nicht den ganzen Tag mit Baby auf dem Schoss da sitzen und man kann es auch nicht den ganzen Tag mit sich auf dem Arm herum tragen. Federwiege ist sicher eine Möglichkeit, Baby-Relax auch – aber mit beidem ist man ans Haus gebunden. Ich wäre durchgedreht, wenn ich nicht hätte rauskönnen. Dann hätte ich mich gefühlt, als würde ich mein ganzes Leben dem Baby aufopfern.
        Die Frage ist, was man unter sich Aufopfern versteht: Ist Aufopfern, wenn man sein ganzes Leben dem des Babys anpasst oder ist aufopfern, wenn man nach Möglichkeiten sucht, das Baby in sein eigenes Leben zu integrieren?
        Am Ende muss jede Familie *für sich* die Lösung finden, die am besten zu ihr passt. Aber es ist die totale Illusion zu glauben, die fände man in einer Facebook Gruppe! Dort raten alle immer nur das, was ihnen selbst geholfen hat. Die passenden Lösungen sind immer so individuell wie die Familie, die ein Problem hat und es gibt einfach keine Lösung, die für alle gleich gut passt.

        • Reply glücklich scheitern 11. September 2014 at 14:47

          naja, das habe ICH ja aber auch nie behauptet, oder? ich wollte nur mal dazu ermuntern, über den tellerrand zu blicken. wem tragen hilft: go on. wem nicht muss aber nicht auch noch gesagt werden, dann würde man keine bindungsorientierte erziehung praktizieren, sich nicht genug anstrengen oder ihr geld an falscher stelle ausgeben

          • Katharina 11. September 2014 at 14:54

            Irgendwie reden wir fürchterlich aneinander vorbei. Also nochmal anders ausgedrückt: Jede Familie muss eine Lösung finden, die für sie passt und bei der kein Familienmitglied auf der Strecke bleibt. Aber manchmal ist es nötig, für die optimale Lösung noch Ressourcen einzukaufen (Know-How, Werkzeug oder menschliche Ressourcen). Ich halte es für falsch, wenn aus Spargründen auf diesen Ressourceneinkauf verzichtet wird, denn die langfristigen (psychischen, körperlichen, finanziellen, sozialen) Kosten sind auf jeden Fall höher.
            Wie die jeweilige optimale Lösung ausschaut und welche Ressoucen zugekauft werden müssen, hängt von der jeweiligen Familie ab. Dass bei individuellen Problemen nur individuelle Lösungen greifen können, versteht sich doch von selber.

  • Reply moody2366 11. September 2014 at 10:40

    Oh Mann und wieder: Lass uns zusammenziehen. Ich finde Tragen – solange die Babys unter 10 kg wiegen – zwar echt ungeheuer praktisch, aber verdammt! Kleinfamilie vs. „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ erlebe ich genau so. Es ist nicht mehr ganz so präsent, ABER so eine Kleinfamilie in der Großstadt kann ätzend einsam sein…. Auf jeden Fall. Und ich finde die Entwicklung auch merkwürdig und… „unnatürlich“ (darf man das sagen?)

    Ich glaub übrigens, in Teilen etwa Japans (zum Beispiel in den Großstädten) ist das mit der Vereinsamung der Menschen noch ’nen Zacken schärfer. Hast du Schulze in the Box in Tokyo gesehen? (http://www.myvideo.de/serien/schulz-in-the-box/staffel-1/folge-2-folge-episode-2-host-boy-tokio-m-9453553) Da gibt es Cafés, in denen man sich Kuscheln kaufen kann. Und Katzen-Cafés, weil die Leute sich Zuhause keine Tiere halten können. Und Großeltern for Rent, weil die Familien fehlen. Gruselig und Zukunftsmusik? Bitte nicht! Ah!

  • Reply Ulrike 11. September 2014 at 10:40

    Ich mag deinen Blog aber ich finde es schade dass du – wie viele andere Feministinnen leider auch- artgerechten Umgang mit Babys und weibliche Emanzipation als Gegensätze darstellst. Das sind sie in meinen Augen nicht.
    Wer nur mit Rückenschmerzen trägst macht etwas falsch, egal ob Mann oder Frau. Und das darf man nicht einfach so wegreden da stimme ich dir zu. Aber die Lösung ist nicht das Tragen aufzugeben sondern es so zu optimieren dass es eben nicht wehtut. Auch Gymnastik kann helfen, wir alle haben ja leider völlig verkümmerte Rückenmuskeln, kein Wunder also dass wir nicht mehr belastbar sind und später auch ohne getragen zu haben Beschwerden bekommen. Ich bin mir sicher dass es Fälle gibt in denen wirklich anatomisch oder von der Krankheitsgeschichte her das Tragen eines Babys eine zu große Belastung darstellt die die Gesundheit des Trägers gefährdet. Aber ich bezweifele dass das auf die Mehrheit der Frauen zutrifft.

    • Reply Unsichtbar 11. September 2014 at 11:26

      Echt jetzt, „du hast schmerzen DEINE SCHULD, streng dich halt mehr an.“? Was wenn ich nicht die Zeit/Energie/Ressourcen habe um Gymnastik zu machen, zu vier Trageberatungen zu gehen, noch ein anderes System zu probieren? Dann behandel ich also mein Kind nicht artgerecht? Egal was ich sonst noch mache? Über die Hälfte der mitte zwanzigjährigen leidet unter gelegentlichen Rückenschmerzen schon ohne Kinder. Und die Tage nach der Geburt sind bestimmt der beste Moment um antrainierte Haltungsschäden zu beseitigen um dann schmerzfrei tragen zu können. Die Arroganz von „artgerecht“ Mütter und finde ich echt schade weil der Ansatz ja gut ist aber häufig die Bedürfnisse und Lebenssituationen von Betreuenden ignoriert werden und dogmatisch „stillen und tragen“ geschrien wird. Das amcht es für keine*nicht leichter sondern erhöht den Druck.

      • Reply Katharina 11. September 2014 at 11:48

        Ich glaube es geht nicht um „artgerecht“, sondern um Ergonomie. Auch mit Kinderwagen wirst Du Dein Kind eine Treppe runter tragen oder es auf den Wickeltisch heben müssen. Plus den Kinderwagen oder MaxiCosi.
        Korrekte Bewegungsabläufe, korrektes Heben und korrektes Tragen (auch auf dem Arm) sind das „A“ und „O“, um bereits vorhandene Haltungsschäden nicht noch zu verschlimmern.
        Da geht es echt nicht um Dogmatismus, sondern um die Gesundheit der Mutter. Und es geht um berufliche Weiterbildung und gutes Werkzeug, mit dessen Hilfe man seinen Job effizienter/besser machen kann. In jedem anderen Beruf müsste man nicht mal darüber diskutieren, dass Aus- und Weiterbildung sowie Werkzeug ihr Geld kosten dürfen/sollen/müssen – nur unter Müttern muss man sich rechtfertigen, wenn man das dafür nötige Know-How in Ermangelung eines Clans zukaufen will.

      • Reply Ulrike 12. September 2014 at 7:40

        War ja klar dass wieder einer heult wenn an die Selbstverantwortung appelliert wird. Damit auch ganz klar ist dass sowas völlig unzumutbar ist wird aus 10 Minuten Rückenschule am Tag „Zeit“ (die man natürlich nicht hat, keinesfalls!) und aus einer Beratung werden plötzlich 4 (damit auch allen klar ist dass sowas eh nichts bringt). Das hat nichts mit „Artgerecht“ zu tun sondern dass kann man in Deutschland in jeder Arztpraxis erleben- sobald der Doktor etwas vorschlägt um das der Patient sich selber kümmern muss finden sich schnell Gründe warum DAS auf keinen Fall eine Option ist.
        Im übrigen ist die Zeit vor bzw nach der Geburt tatsächlich die beste Zeit sein Leben zu ändern- eine bessere Motivation als das eigene Kind kann es doch gar nicht geben. Langjährige Raucher hören von einem Tag auf den anderen auf, Junkfood-Jünger Dünsten plötzlich mit Hingabe Biomöhren, Partyqueens trinken keinen Tropfen Alkohol mehr – also warum sollen nicht auch Couchpotatoes und Bewegungsmuffel ihre neue Liebe zum ergonomischen Tragen entdecken?
        Fragen wie „Dann behandel ich also mein Kind nicht artgerecht? Egal was ich sonst noch mache?“ sind derart kindisch dass ich da gar nicht näher drauf eingehe. Obwohl… Nein, natürlich sind Sie eine ganz schreckliche Mutter wenn Sie ihr Kind nicht mindestens Stillen bis es 5 ist und noch zur Schuleinführung im Tuch tragen! So, da haben Sie es, genau das wollten sie doch rauslesen (und für alle die es nicht kapiert haben- das war Sarkasmus- anders kann man auf so einen Jammerigen Unfug nicht Antworten)

  • Reply Frische Brise 11. September 2014 at 10:44

    Ich mag es nicht, wenn Dinge zum Dogma erklärt werden. Punkt.

  • Reply Melli 11. September 2014 at 10:47

    Richtig der Mensch ist evolutionsbiologosch auch ein Sipp-ling. 😉
    Allein ist dir Mutter meist sehr aufgeschmissen und schnell überfordert. Darum täte es uns gut, in Gemeinschaften zu leben, wo der (aktive 😉 ) tragling von vielen Personen Getragen wird. „Aktive“ traglinge -zu denen der Mensch zählt- haben zwar heute nicht mehr alle ein gell zum festhalten, aber die Reflexe sind eben noch vorhanden.

    Ansonsten stimme ich dir weitgehend zu

    • Reply mom 6. Dezember 2014 at 1:23

      Ich habe 25 Jahre in einer Großfamilie gelebt. Für die Kinder ist das super, für die Alten ist das super, und für die Erwachsenen fand ich das superanstrengend. Ich bin froh, dass ich jetzt mit etwas mehr Distanz dazu lebe.

  • Reply Mama notes 11. September 2014 at 11:05

    Mir ging es genauso. Als Mutter von Kindern, die beide bis zum 6 Monat ihren Kopf nicht selbst heben/tragen konnten, war ich auf die Wickelkreuztrage angewiesen. Egal ob im Tragetuch oder mit Manduca (2009 war das DAS Ding). Ich hatte mehrere Trageberaterinnen, ich wickelte gut genug, aber mein Rücken schmerzte und meine Babys waren im Tuch/Trage eher unruhiger. Sie waren sehr zufrieden im Kinderwagen – und ich dann auch.
    Ich hätte wohl Muskeltraining gebraucht, obwohl ich von Anfang an das Tragen ausprobierte. (Bei Kind1 ab der 6. Woche, bei Kind2 sofort).
    Manchmal geht es halt nicht und dann ist es auch ok. Geht es der Mutter gut, geht es auch dem Kind gut. Hautkontakt, Nähe und getragen werden geht auch ohne Tuch.

    • Reply Katharina 11. September 2014 at 12:34

      Wenn das Kind liegenderweise bzw. im Kinderwagen wohl und zufrieden ist, dann stellt sich das Problem meines Erachtens ja gar nicht. Problematisch wird die Frage erst, wenn es einen Konflikt zwischen den Bedürfnissen der Betreuungsperson und den Bedürfnissen des Babys gibt.

      • Reply Mama notes 11. September 2014 at 12:37

        Stimmt, dann ist der Konflikt wirklich groß. Aber erkläre das mal, als angeschlagene Frisch-Mama, den ganzen besserwissenden Tragemamas, die Dir zum xten Mal erklären, dass wir alle Traglinge sind. Und dann fragst Du Dich, ob Du nur zu bequem bist, Deinem Kind eine artgerechte Fürsorge zukommen zu lassen, oder ob es wirklich ok ist, das schlafende Kind im Kinderwagen schlafen zu lassen 😉

        • Reply Katharina 11. September 2014 at 13:09

          Nö. Die solchen beisst man am besten weg. Zusammen mit der Schwiegermutter und allen anderen, die sich *ungefragt* in Dinge einmischen, die sie nichts angehen.
          Gut, je nachdem muss man sich wirklich auf die Zunge beissen. Neulich hat mir eine Mutter – als ich ihr meinen TB-Flyer in die Hand drückte – gesagt, sie könne wegen Rückenproblemen nicht tragen. Dann legte sie ihr Kind in den MaxiCosi und trug ihn in der Hand bis zum Parkplatz… Da hilft dann wirklich nur ein innerliches „Ohm“

          Anyway: Wie auch bei anderen solchen Entscheidungen ist die richtige Lösung jene, bei denen allen beteiligten Familienmitgliedern wohl ist und keiner weinen muss.

  • Reply Britt Pfeiffer 11. September 2014 at 12:51

    Man kann mit Tuch ab Geburt auf den Rücken tragen..;)
    Ich habs nciht gemacht, weil ich es nicht brauchte…und zudem es liebte ihn vorn zuhaben .. dauerhaft sein Babyduft in der Nase und sein zufriedenes lächeln!
    ab ca. 6ten Monat trug ich vermehrt hinten und habe dann h-lange wanderungen mit ihm gemacht…die zeit vermisse ich so sehr! ach ja ich 3 Kinder

  • Reply ausfriestria 11. September 2014 at 12:55

    Als Mann kann ich zum Thema sagen: viele Männer mögen das Tragen vor der Brust oder an der Hüfte nicht (letzteres auch einfach weil die männliche Hüfte dafür nicht wirklich gut geformt ist). Ich hab Burschen No.2 viel getragen, weil sonst geplärre. Ich glaube wir hatten damals einen Manducca und ich hatte ihn hinten am Rücken. Das hat auch alleine erstaunlich gut geklappt. Vielleicht kann man Mann so das Tragen etwas näher bringen („denk einfach es ist ein lebender Rucksack!“).

  • Reply Melanie 11. September 2014 at 13:59

    Also nochmal: Ich trage meine Kinder gerne. Mein Rücken ist nicht der Beste und ich sage nirgendwo und niemals, das Kinder NICHT getragen werden wollen oder sollen. Und für wen Tragen das GRÖSSTE ist – nur zu! Feminismus hat für mich in erster Linie mit Wahlfreiheit zu tun und damit, die Verantwortung für z.B. die Kindererziehung auf – buchstäblich eben – mehrere Rücken zu verteilen. Und ich weiß nicht, von welchen Urevolutionären Formen der Mutter-Kind-Bindung manche träumen, die Menschen lebten früher nämlich nicht ausschließlich in JägerUndSammler Formationen, wo große Strecken absolviert werden, aber das ist ein ganz anderes Thema. Ich habe mehrere Tragehilfen genutzt (wer den Artikel gelesen hat, hat es vielleicht mitbekommen) und sogar Trageberatung in Anspruch genommen, aber dieser Dogmatismus in dieser Thematik nervt mich, bindungsorientierte und artgerechte Erziehung auf StillenundTragen zu reduzieren ist beschränkt und hilf niemandem weiter. Besten Gruß

    • Reply Nieselpriem 12. September 2014 at 9:56

      Dieser Kommentar ist der BESTE<3 Bewahr Dir Deinen Mut zum eigenen Kopf und Bauchgefühl! Jedes Kind ist anders, jede Mutter auch. Und in jeder Generation gibt es die absolute Top-Expertenmeinung, was absolut und ausschliesslich richtig ist! Für´n Arsch! Und eine Generation später haben wir einen neuen, aktuellen Stand des Irrtums. Den eigenen Instinken vertrauen verlernen wir doch bei dieser ganzen Ratgeberei! Ratschläge sind auch Schläge 🙂 Sonnige Grüße, Rike

  • Reply alasKAgirl 12. September 2014 at 10:52

    Ist ha schön und gut, wenn man mit der richtigen Trage und nach Trageberatung keine Rückenschmerzen bekommt. Ich kriege die Rückenschmerzen von allem, was ich zusätzlich tragen muss. Irgendwo hat man eine Tasche umhängen, Einkäufe in der Hand oder noch ein Kleinkind zusätzlich über der Schulter. Davon krieg ich so einen üblen stechenden Schmerz neben dem linken Schulterblatt. Was sagen denn die Trageberaterinnen dazu? Einfach nur soviel Mitnehmen,und Einkaufen dass es in die Hosentaschen passt?
    Sollte es bei bedürfnisorientierter Erziehung nicht immer um die Bedürfnisse aller Beteiligten gehen? Was nutzt es, wenn sich einer für die anderen kaputt macht?!

    • Reply Katharina 12. September 2014 at 11:43

      Baby + Kleinkind + Einkaufstauschen in die dritte Etage hochtragen ist mit geeigneter TH und Baby auf dem Rücken wesentlich rückenschonender, einfacher und effizienter, als Baby + Kleinkind + Einkaufstaschen ohne geeignete TH in die dritte Etage hochtragen.
      Beim Tragen mit Tuch oder Tragehilfe geht es in erster Linie darum, sich den Alltag mit Kind zu erleichtern. Denn Transportieren muss man das Kind so oder so: Also lieber so kräfteschonend wie möglich, so ergonomisch wie möglich und so rückenschonend wie möglich.
      Für mich hat die körperliche und geistige Gesundheit der Mutter oberste Priorität, und die Erleichterung ihrer täglichen Arbeit (Effizienz, Arbeitssicherheit, Ergonomie) kommt gleich dahinter.
      Tragen mit TT oder TH ist keine Religion, sondern ein Werkzeug zur Erleichterung des Elternalltags. Wenn jemand auf diese Erleichterung verzichten möchte, ist das seine freie Entscheidung. Ich will hier auch niemandem zum Tragen überzeugen, sondern argumentiere einfach gegen diese falschen Behauptungen, das Tragen mit TT/TH sei schlechter für den Rücken der Mutter, als das Tragen auf dem Arm oder gar im MaxiCosi.
      Fragt Euren Orthopäden/Physiotherapeuten/Ergotherapeuten/Osteopathen/… Eures Vertrauens, was für den Rücken gesünder ist: festgezurrtes Gewicht symmetrisch auf dem Rücken, oder schwankendes Gewicht asymmetrisch seitlich auf der Hüfte oder am Arm hängend.

      • Reply gedankenweber 12. September 2014 at 11:52

        „Fragt Euren Orthopäden/Physiotherapeuten/Ergotherapeuten/Osteopathen/… Eures Vertrauens, was für den Rücken gesünder ist: festgezurrtes Gewicht symmetrisch auf dem Rücken, oder schwankendes Gewicht asymmetrisch seitlich auf der Hüfte oder am Arm hängend.“

        Diese Frage haben Millionen von Wanderern, auch Soldaten und Lastenträger schon lange beantwortet. Die einzige rückenschonende Alternative, wenn man es gewohnt ist, ist das Tragen der Last auf dem Kopf, wie es in Teilen Afrikas üblich ist. Das ist aber nichts für Kinder, die werden auch in Afrika im Tragetuch getragen, weild as sicherer ist.

  • Reply gedankenweber 12. September 2014 at 11:21

    „Und dann lese ich sowas wie “Der Mensch ist ein Tragling” . Und hier kommt der Punkt, von dem ich keine Ahnung habe. Also so evolutionsbiologisch und sowas. Aber wenn ich die Tierwelt richtig überblicke, haben Traglinge ansonsten Fell und Krallen.“

    Der Entscheidende Punkt ist weniger das Fell und die Krallen, sondern dass unser Nachwuchs sehr lange braucht bis er laufen kann. Bei Pferden und Rindern kann der Nachwuchs schon nach einigen Stunden mit der Herde mitmarschieren, bei Menschen muss er noch lange getragen werden.

    Deswegen sind wir Traglinge. Auch ohen Fell und Krallen.

  • Reply mamamitmacken 12. September 2014 at 16:24

    Ich kenn das auch, das Problem mit dem Tragen. Da ich vorher schon Probleme mit dem Rücken hatte, war das Tragen in der Tragehilfe nur was für kurze Strecken. Hinzu kam, dass Kind mit 5kg Geburtsgewicht von Anfang an nicht leicht zu schultern war. In den ersten 6 Monaten hatte ich 4 Hexenschüsse, sogar das ins Bett legen war zeitweise unmöglich. Mit dem Reha-Sport konnte ich erst nach 9 Monaten anfangen, wegen fehlender Kinderbetreuung. Ich hätte sie gerne mehr getragen, nur war es selten möglich. Es hätte mich entlastet im Haushalt und meine Nerven geschont.

    Ich finde es sowieso immer problematisch anderen Müttern vorzuschreiben und vorzuhalten, wie man es richtig macht, was der richtige Weg ist. Gerade, wenn man die Umstände nicht kennt. Und dann noch der Mutter die Schuld geben, weil sie es falsch mache oder sich nicht genug bemühe? Sorry, aber das geht meiner Meinung nach gar nicht.

    Von daher: top Beitrag, kann ich nur unterschreiben!

    LG,
    M.

    • Reply Katharina 12. September 2014 at 16:54

      Ich will Dir nicht drein reden, nur verstehen, deshalb möchte ich Dir um eine Antwort bitten: Es gibt Situationen, wo Du Dein Baby von A nach B tragen musst, weil es nicht anders geht. Die kann man ja nicht vermeiden. Von der Küche ins Kinderzimmer. Von der Waschküche in die Wohnung. Vom Parkplatz in die Wohnung. Von der Wohnung bis zum Kinderwagen. Vom Parkhaus zum Arzt. Im Supermarkt. In die dritte Etage hoch. etc.
      Kriegst Du da ohne Tragehilfe keine Rückenschmerzen?

  • Reply mamamitmacken 12. September 2014 at 20:48

    Natürlich konnte das auch Rückenschmerzen verursachen. Und ohne Trage sehr viel schneller als mit. Nur schnallt man sich für 6 Schritte in der Wohnung sowas gar nicht erst um. Für die Treppe zur Wohnung im 2. Stock dann schon eher. Und für alle Fahrten nach draußen kam der Kinderwagen zum Einsatz. Die meiste Zeit jedenfalls.

    Während der Hexenschüsse konnte ich teilweise nur im Liegen stillen, im Sitzen hab ich geheult. Egal wie viele Kissen, Stillkissen oder was auch immer ich als Halteentlastung hatte.

    Wenn es besser geklappt hätte, hätte ich liebend gern nur getragen. Ging aber nicht.

    • Reply Katharina 12. September 2014 at 21:25

      Nee, zum Spass tragen geht nur, wenns auch Spass macht.
      Mir werden für meine Beratungen recht viele Mütter von den Physios geschickt. Mit Problemen an den Lendenwirbeln o.ä. ist „Baby mal schnell auf die Hüfte schieben“ das reine Gift und verschlimmert alles. Schon ein RingSling kann da wie eine Krücke wirken, um gewisse Abläufe zu erleichtern.
      Geht es Dir heute besser?

      • Reply mamamitmacken 12. September 2014 at 21:33

        Besser als damals, ja. Aber Rückentraining bleibt weiter aktuell. Bei mir ist es zudem die Brustwirbelsäule, 4 Wirbel stehen gerade aufeinander und Bandscheiben sind nicht mehr ganz so top. Inzwischen wird kaum getragen, mit 2 1/2 kann die Kleine die eigenen Beine nutzen. Und wenn es kurzfristig sein muss, dann direkt vor dem Körper ganz nah. Und sie muss sich gut festhalten. Oder mal Huckepack. 😉

  • Reply Rosalie 12. September 2014 at 22:46

    Wunderbarer Post. Genau so ist es. Also neugeboren fand ich Tragen bei beiden Kindern super. Mit einem Jahr war ich dann schon froh, dass ich die mal in den Wagen setzen konnte. Der kommt bei uns selten zum Einsatz, aber dennoch. Ich trag sogar manchmal noch die Große mit ihren 15kg. Auf dem Rücken natürlich. Aber es ist schon nicht ohne.
    Was bei uns verschlimmernd dazu kommt – mir geht es jedenfalls so – ist das nächtliche Stillen. Wir machen gerade dauernuckeln an Mamas Brust. Also andocken und ich schlafe weiter. Anders würde ich das nicht durchhalten. Aber das geht aufs Kreuz! Im Schlafen Stillen ist auf Dauer echt fies. Da wacht man manchmal schon auf und weiß nicht wie man aus dem Bett kommen soll. Trotz idealer Matratze etc.
    Meine Rückenmuskeln sind jedenfalls, trotz 2x Pilates die Woche, steinhart. Echt gemein…

  • Reply aufZehenspitzen 16. September 2014 at 14:25

    huch … gott sei dank bin ich nie in diese „wir sind traglinge“-blase gerutscht. ich hab das kind als baby sehr viel getragen, zeitweise ausschließlich, weil einfach auch so praktisch (stadt und kinderwagen und erledigungen ist manchmal sehr mühsam). im kinderwagen geschoben habe ich es aber phasenweise auch viel und gerne, einfach weil ich manchmal etwas distanz wollte/brauchte. und zweidreistundenspaziergang mit kind am körper stelle ich mir wenig erholsam vor… (aber warum sollten junge eltern ihre (zeit)ressourcen auch so egoistisch nutzen dürfen, nech? selbstoptimiert euch für eure nachkommen! oder so ähnlich) danke jedenfalls für klare worte gegen dogmen <3 lg!

  • Reply Kirsten 19. September 2014 at 13:57

    Jede/r hat halt andere Grenzen und es wäre schön, wenn das bei den allgemeinen Tipps berücksichtigt würde. Wir leben ja sonst auch kein so naturnahes Leben und Autonomie ist ein wichtiger Wert, den wir anstreben und als positiv gezeigt bekommen. Deshalb tun manche (ich) sich schwer mit der Umstellung, wenn das Baby da ist und man plötzlich seine Selbstbestimmung an der Tür des Kranken-/Geburtshauses abgeben darf, sobald das Baby da ist. Anderen fällt das leichter.

    Unterschiedlich eben, schade, dass das offensichtlich nicht sein darf, weil „die Natur“ das eben so vorgesehen hat.

    Ich kann Dich total verstehen. Vor ein paar Monaten lief mal irgendeine Doku (hoffe ich, vielleicht war es auch irgendeine Trash-Sendung aus dem Dschungel), da waren glaub ich Yanomami zu sehen. Die feierten ein Fest, dabei wurde getanzt. Und die meisten erwachsenen Frauen trugen dabei ein Kind auf der Hüfte (mit Tragehilfe). Die Kinder waren oft schon recht groß (zwei bis drei Jahre oder so) und ich merkte nur, wie mich Erleichterung durchfloss, dass an mir nicht mehr ständig jemand hängt. Für eine Zeit ist es ok, aber ich bin definitiv so sozialisiert, dass ich nach ein paar Monaten wieder frei über meinen eigenen Körper verfügen möchte:

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