Familie

Weihnachten. Ein Stück in 3 Akten

tja, eigentlich seh ich weihnachten ganz entspannt entgegen. heilig abend sind wir zu dritt, kirche, essen, schlafen gehen. am ersten weihnachtstag zelebrieren wir seit jahren ein kleines theaterstück. ich bin mir aber nicht sicher, ob die anderen darsteller_innen wissen, dass sie in einem stück mitspielen. aber ihre rollen beherrschen sie ganz gut.

die Komödie beginnt vor dem 25.12., meist ende november (und ich sage hiermit voraus, wie es dieses jahr wird. ich werde mitprotokollieren und hinterher hier den vergleich liefern).

geburtstag meiens vaters, ende november: telefonat – „hallo papa, herzlichen glückwunsch zum geburtstag!“ „danke, wie geht’s mein Kind?“ „gut, und selbst?“ „ach weißt doch… wegen weihnachten weiß ich noch nicht, ob wir bei omma feiern, oder bei tante g.“ (die letzten jahre IMMER bei tante g., aber hey, ein bisschen spannung bis zum schluss…) „ich sag dann noch mal bescheid“. „ja, ist gut, bis weihnachten, tschüüüss“

(irgendwann die meldung, dass wir uns WIE IMMER mittags bei tante g. treffen)

25.12.14: mann, kind und ich kommen mit dem auto aus der großen stadt. sammeln mein schwesterherz ein, die heilig abend ein weeeenig gefeiert hat und darum äh, nicht soooo in besinnlicher laune ist. das kind wird am mittagsschlaf gehindert, weil ja großes mittagessen ansteht. papa, tante, onkel, omma – alle da. nach ca. 5 minuten sind die wichtigsten „neuigkeiten“ ausgetauscht. tante beschwert sich, dass onkel mit der renovierung des hauses nicht voran kommt (sie haben vor 7 jahren angefangen, das haus auszubauen. ICH finde, sie sind seitdem gut voran gekommen, aber was weiß ich schon). omma sieht man an, dass sie sich eigentlich oppa dazu wünscht, der seit einigen jahren nicht mehr bei uns ist. es wird aufgetischt.

kaninchen, rotkohl, klöße, zum nachtisch birne helene. „nein danke, ich ess doch kein fleisch“ „wie, du bist vegetarierin? (- jaaaa, seit jaaaahren) auch kein kaninchen???“  „nein, auch kein kaninchen“. schwesterherz mag eh nicht essen, weil der magen noch ein wenig durchhängt. papa mag nicht essen, weil seine dritten zähne nicht so gut sitzen. omma mag nicht essen wegen ihrer diabetes und überhaupt hat sie doch gar keinen hunger. (JEDES JAHR!)

geschenke werden ausgepackt. das Kind bekommt was von tschibo, schwesterherz und ich einen gutschein aus der parfumerie. omma verdrückt still ein paar leise tränchen, das kind findet all das gliterdekozeug toll und überhaupt ist das zimmer wenig kindergeeignet (bei tantes geburtstag hat er seine tomatensaußefingerchen an der frisch gestrichenen wand gereinigt…). gegen nachmittag wollen wir dann aufbrechen. „was, schoooon??? ihr seid doch grade erst gekommen?“ (wir sind scheidungskinder, wir haben also noch einen Programmpunkt vor uns) „ja, wir fahren ja noch weiter…“ „ach, nächstes mal bleibt ihr aber länger“ (klar, wir machen unsere gut einstudierte routine kaputt. vielleicht kommen wir nächstes jahr auch gar nicht. mit zwei  kindern…abwarten).

vor der tür erst mal durchatmen. nun ab zu den eltern, wo dies jahr die andere oma wartet und überhaupt keine_r ein drehbuch geschrieben hat.

– ENDE –

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7 Comments

  • Reply cloudette 19. Dezember 2013 at 11:34

    😀 kommt mir irgendwie bekannt vor. Vor allem: „WIE, ist du kein Fleisch??? Auch kein Hühnchen, nein?“
    Seit mittlerweise ….* rechenrechen* … 27 Jahren übrigens. Seufz.

  • Reply cloudette 19. Dezember 2013 at 11:34

    😀 kommt mir irgendwie bekannt vor. Vor allem: „WIE, ist du kein Fleisch??? Auch kein Hühnchen, nein?“
    Seit mittlerweise ….* rechenrechen* … 27 Jahren übrigens. Seufz.

  • Reply viennarightnow 19. Dezember 2013 at 11:56

    Boah, das kenn ich so gut. Nur, dass es bei uns der 24. 12. ist … „Alle anderen schaffen XY auch, nur wir nicht“ … „Das macht er jedes Jahr, um mich zu ärgern …“ „Kein Wunder, dass es mich bei den Nerven hat …“

  • Reply viennarightnow 19. Dezember 2013 at 11:56

    Boah, das kenn ich so gut. Nur, dass es bei uns der 24. 12. ist … „Alle anderen schaffen XY auch, nur wir nicht“ … „Das macht er jedes Jahr, um mich zu ärgern …“ „Kein Wunder, dass es mich bei den Nerven hat …“

  • Reply Mausflaus 19. Dezember 2013 at 19:22

    doofe frage: wieso tust du dir das überhaupt an? ich seh keinen grund, wieso man das traditionell beschissene weihnachtsprogramm durchziehen muss. man kann sich auch einfach daheim n paar gemütliche feiertage machen, du baselst mit dem kind, abends bisi weihnachtsfernsehen usw.
    und man kann den familienmitgliedern ja erklären, dass man sie lieb hat, aber auf das übliche weihnachten halt keine lust hat. man kann sich ja auch einfach so mal besuchen; das muss dann aber nicht mit irgendwelchem stressprogramm und oppulentem festmahl sein.

    • Reply glücklich scheitern 19. Dezember 2013 at 19:49

      ach, auch wenn es eigentlic anders klang: ich mag es. vor allem hat jede ihre festgelegte rolle, der zeitraum ist überschaubar und dann ist auch wieder gut für ein jahr…

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