Familie

Zwei Monate zu Viert

Die ersten zwei Monate als vierköpfige Familie liegen hinter uns. Mutterschutz ist vorbei, die Elternzeit vom Mann ebenso. Heute war der erste Morgen, an dem ich morgens für beide Kinder alleine zuständig war. Also Minime in den Kindergarten bringen und Cashew während der Vorbereitungen beschwören, kein allzu großes Drama zu machen, weil eigentlich grade seine (Ein)Schlafzeit ist…

An vieles aus dieser Babyanfangszeit erinnere ich mich jetzt erst wieder. Babies schlafen doch die ganze Zeit? Joa, auf dem Arm, schön geschunkelt in der Babytrage. Aber nicht „einfach so“ auf ihrem Bettchen liegend. Dabei können wir nicht mal klagen, denn Cashew hat offensichtlich schon sowas wie ein Gefühl für „Nacht“ (Mehr trau ich mich nicht zu schreiben. Murphys Law Punkt 5, ihr wisst schon!). 

Zweite Kinder sind entspannter, habe ich oft gehört. Aber auch ich als Mutter, wir als Eltern, sind entspannter. Neulich war so ein Vormittag, da weiß ich ganz genau: Bei Minime damals habe ich den Mann auf der Arbeit angerufen und geheult. Weil ich mich nicht in Ruhe hinsetzen konnte, geschweige denn das Baby hinlegen, ohne das es heulte! Und Babies darf man doch nicht schreien lassen!!!??? 

Tja, jetzt denke ich auch mal: Ach komm Cashew, gib mir 10 Minuten! Lege ihn hin, natürlich jankt er, und mach die Kaffeemaschine an. Oder räum die Wäsche zusammen weil die Schränke sonst leer werden. Räum die Spülmaschine ein oder schäle einen Apfel für den Nachmittag auf dem Spielplatz. Dabei ruf ich Cashew immer wieder zu: „AAAAAllles ist guuuut, ich bin gleeeiiiiiiich wieder bei Dihiiiiir!“ Ich bin sogar ab und zu duschen gegangen, obwohl Cashew das gar nicht so amüsant fand. Bei Minime hätt’s das nicht gegeben! Aber ich hab gelernt: Auch ICH muss mal was trinken oder essen, mich waschen und ein bisschen Chaos beseitigen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. 

Dabei komme ich dann ins Grübeln, darüber was für eine unangemessene Wohn- und Lebensform die Kleinfamilie ist. Ich weiß, das „ganze Haus“ war auch nicht die heile Welt, aber irgend ein_e zahnlose_r Greis_in saß da bestimmt immer rum und konnte mal ein Baby halten (Idealisierung, I know). Mit wem könnte ich mir vorstellen, in einer größeren Gruppe zusammen zu leben und wie soll das in einer Großstadt wie Köln mit alptraumhaftem Immobilienmarkt umsetzbar sein? (Und ich glaube trotzdem, das Hauptproblem liegt auf dem mit WEM, ohne dass da das Hippiekommunenklischee raus springt?!?)

Nächste Woche ist der Mann eine komplette Woche weg. Ich bin gespannt, wie ich das hier organisiert bekomme. 

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5 Comments

  • Reply Antonia 6. August 2014 at 14:29

    Hallo!
    Auch wir haben gerade ganz frisch unser zweites, leben aber im Pott in einem stadtnahen Wohnprojekt auf einem ehemaligen Bauernhof mit 17 Erwachsenen. Ein unglaublicher Unterschied zur Anfangszeit mit Kind Nr. 1 in der Stadtwohnung. Kann das nur empfehlen.
    Antonia

  • Reply moody2366 6. August 2014 at 16:33

    HierherHierher! Ich – also wir – suchen ja eben dieses gemeinschaftliche Wohnen ohne allzu glitschig-ekliges Hippiegetue, aber mit allen Annehmlichkeiten eines (quasi)-Mehrfamilienhaushalts.

  • Reply anna 6. August 2014 at 19:08

    Ach wie schön, wieder zu lesen! Ich hab so oft das Gefühl „endlich fasst mal jemand meine Gedanken zusammen“. Danke!

  • Reply lostsoul 6. August 2014 at 19:20

    Ach… Erinnere mich eben an meine Zeit mit frischem Krümel und einer 2 jährigen Maus. Anstrengend… Wenn man mit einem Baby noch mit dem Baby schlafen kann oder mal eben geschwind aufräumen /duschen/waschen/kochen (zutreffendes unterstreichen). So war das mit dem 2. Kleinkind nicht mehr möglich… Zumindest bis die Maus in den Kindergarten kam. Nun muss ich seit 1,5j alles komplett alleine managen (der Papa hat sich vernachlässigt gefühlt und anderweitig nach Zuwendung gesucht). Und ich geb dem Spruch „man wächst in seine Aufgaben rein“ immer mehr recht. Man(Frau) lernt, Prioritäten zu setzen. Denn je älter die kids werden, desto mehr Ansprüche stellen sie. Sport/tanzen /Verabredungen mit kiga Freunden. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs *g* hab auch keine große Auswahl an Helfern, die mir mal für einen Abend die kleinen abnehmen können. So baue ich meine Bedürfnisse so in den Alltag ein, dass es ohne Probleme für die kids vereinbar ist.

  • Reply Fräulein im Glück 6. August 2014 at 23:44

    1:1 mein Leben (also das Meiste). Beim großen Glückskind hätt’s auch so einiges nicht gegeben. Trotzdem das zweite Kind nimmt’s echt gelassener. Leider kann ich selbst von Gelassenheit nicht immer sprechen. Bin dank Bonusfamilienkonstellation ja doch viel mit zwei Kindern allein und muss sagen: Lustig ist was anderes.
    Hab mir auch schon mal zum Thema Kleinfamilie vs. Großfamilienverband Gedanken gemacht (http://suchtdasglueck.at/muetter-brauchen-hilfe/)
    Einer Lösung bin ich leider trotzdem noch nicht näher…

    Liebe Grüße und viel Kraft wünsch ich dir (und allen die in ähnlichen Situationen mit Kleinkindern sind)

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