Immer mehr junge Erwachsene wohnen auch mit Mitte 20 noch bei ihren Eltern. Für manche Eltern ist das völlig in Ordnung, andere fragen sich: „Ist das noch normal? Sollte sie nicht längst auf eigenen Füßen stehen?“ Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab – und es lohnt sich, die Situation etwas genauer zu betrachten.
Warum wohnen junge Erwachsene länger zu Hause?
Es gibt viele Gründe, warum Kinder auch mit 25 (oder älter) noch im Elternhaus leben:
- Finanzielle Gründe:
Hohe Mieten, niedrige Einstiegsgehälter und teure Lebenshaltungskosten machen es für viele schwer, sich eine eigene Wohnung zu leisten. - Ausbildung & Studium:
Solange sie noch studieren, in der Ausbildung sind oder sich beruflich orientieren, ist es oft praktischer (und günstiger), zu Hause zu bleiben. - Familiäre Geborgenheit:
Manche fühlen sich im Elternhaus einfach wohl und genießen die Unterstützung und Nähe der Familie. - Kulturelle Unterschiede:
In vielen Ländern und Kulturen ist es ganz normal, bis zur Heirat oder noch länger bei den Eltern zu wohnen.
Chancen & Vorteile
- enge familiäre Bindung
- Unterstützung im Alltag (z. B. gemeinsam kochen, Wäsche waschen)
- finanzielle Entlastung und Möglichkeit, Geld zu sparen
- weniger Stress in einer unsicheren Lebensphase
Herausforderungen & mögliche Konflikte
- fehlende Eigenständigkeit und Abnabelung
- Konflikte über Regeln, Freiheiten und Privatsphäre
- Gefahr, dass sich das Kind zu sehr „einrichtet“ und den Schritt in die Selbstständigkeit meidet
- unterschiedliche Vorstellungen von Ordnung, Besuch, Ruhezeiten etc.
Wie damit umgehen?
Wenn du das Gefühl hast, dass es Zeit für mehr Eigenständigkeit wäre, kannst du folgende Punkte ansprechen:
- Offenes Gespräch: Frag deine Tochter nach ihren Plänen, Zielen und Sorgen.
- Klare Absprachen: Legt gemeinsam Regeln und Erwartungen fest (z. B. Beteiligung an Kosten, Pflichten im Haushalt).
- Ermutigung: Unterstütze sie darin, Verantwortung zu übernehmen, Bewerbungen zu schreiben oder eine Wohnung zu suchen.
- Geduld & Verständnis: Jeder Mensch entwickelt sich in seinem Tempo.
Fazit
Dass eine Tochter mit 25 noch zu Hause wohnt, ist heutzutage nichts Ungewöhnliches – oft sogar vernünftig, solange es für beide Seiten passt. Wichtig ist, dass sie trotzdem lernt, Verantwortung zu übernehmen und Pläne für ihre eigene Zukunft zu entwickeln. Mit einem offenen Austausch und einem sanften Schubs in die Selbstständigkeit findet sich meist eine gute Lösung.
Wenn du möchtest, kann ich dir auch Tipps für ein Gespräch oder ein paar „Hausregeln“ vorschlagen, die Eigenständigkeit fördern, ohne das Verhältnis zu belasten. Sag einfach Bescheid!