Scheidungsraten unterscheiden sich international stark – abhängig von kulturellen Normen, rechtlichen Rahmenbedingungen, gesellschaftlichen Werten und wirtschaftlicher Lage. Die Zahlen werden meist als Bruttoscheidungsrate angegeben, also als Anzahl der Scheidungen pro 1 000 Einwohner pro Jahr.
Länder mit den höchsten Scheidungsraten
Einige Länder weisen deutlich höhere Scheidungsraten auf als der globale Durchschnitt (der bei etwa 1,6 – 1,8 Scheidungen pro 1 000 Menschen liegt). (divorce.com)
Spitzenreiter weltweit:
- Malediven – Rund 5,52 Scheidungen pro 1 000 Menschen – gehört zu den höchsten Raten der Welt. (Statista)
- Russland – ca. 3,7 – 4,7 pro 1 000, ebenfalls sehr hoch. (Grokipedia)
- Belarus & Georgien – etwa 3,7 – 3,8 pro 1 000. (advokatsmart.no)
- Kasachstan – ca. 4,6 pro 1 000 (gemäß einigen Quellen). (Whats the Big Data)
Besonders in einigen postsowjetischen Staaten sind Scheidungsraten verhältnismäßig hoch, was unter anderem mit gesellschaftlichen Normen, dem Zugang zu rechtlichen Mitteln und dem Status der Ehe zusammenhängen kann. (advokatsmart.no)
Länder mit den niedrigsten Scheidungsraten
Am anderen Ende der Skala stehen Staaten, in denen Scheidungen sehr selten sind – oft aufgrund kultureller, religiöser oder rechtlicher Rahmenbedingungen. (Statista)
Länder mit extrem niedrigen Raten:
- Sri Lanka – ca. 0,15 Scheidungen pro 1 000 Einwohner – derzeit der niedrigste bekannte Wert weltweit. (Statista)
- Vietnam – ca. 0,2 pro 1 000 – ebenfalls sehr geringe Scheidungsrate. (Statista)
- Guatemala, Peru – ebenfalls sehr niedrige Werte um 0,2 – 0,4 pro 1 000. (Statista)
- Indien – laut einigen Quellen extrem niedrig (zum Teil um 0,01 pro 1 000 Einwohner, abhängig von der Methodik). (Forbes)
In vielen dieser Länder wird heiraten stark durch traditionelle Werte, religiöse Vorstellungen oder gesellschaftlichen Druck geprägt; Scheidung kann sozial stigmatisiert oder rechtlich erschwert sein. (divorce.com)
Warum variieren Scheidungsraten so stark?
Die Unterschiede lassen sich nicht allein durch individuelle Partnerschaften erklären – sie spiegeln vielmehr verschiedene gesellschaftliche Strukturen wider:
Kulturelle und soziale Normen
- In konservativen oder stark religiös geprägten Gesellschaften wird Ehe oft als lebenslange Verpflichtung angesehen. Scheidung gilt dort als sozial unerwünscht oder tabu. (divorce.com)
Rechtliche Rahmenbedingungen
- In manchen Staaten ist es rechtlich schwieriger oder langwieriger, eine Ehe zu beenden, etwa durch strenge Scheidungsgesetze oder besondere Voraussetzungen. (divorce.com)
Wirtschaftliche Faktoren
- Wirtschaftliche Abhängigkeit (z. B. bei geringer Erwerbsbeteiligung von Frauen) kann Menschen davon abhalten, eine Ehe zu beenden, auch wenn sie unzufrieden sind. (divorce.com)
Sozialer Wandel
- In vielen Industrienationen sind steigende Scheidungsraten auch Ausdruck von größerer individueller Freiheit, Gleichberechtigung und Akzeptanz von Lebensmodellen jenseits traditioneller Rollenbilder. (divorce.com)
Fazit
- Die höchsten Scheidungsraten finden sich häufig in Teilen Osteuropas und im Inselstaat Malediven, wo mehr als 3–5 Scheidungen pro 1 000 Menschen registriert werden. (Statista)
- Die niedrigsten Raten liegen oft in Asien und Lateinamerika – etwa in Sri Lanka oder Vietnam – mit deutlich weniger als 1 Scheidung pro 1 000 Einwohner. (Statista)
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Scheidung nicht nur eine individuelle Entscheidung ist, sondern stark von gesellschaftlichen, rechtlichen und kulturellen Strukturen abhängt.