Ein gesundes Selbstwertgefühl ist die Grundlage für ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben. Es beeinflusst, wie wir denken, fühlen, handeln – und wie wir mit Herausforderungen, Kritik und Beziehungen umgehen. Doch was genau ist Selbstwertgefühl? Wovon hängt es ab? Und vor allem: Wie kann man es nachhaltig stärken?
Dieser umfassende Überblick zeigt dir die wichtigsten Zusammenhänge, Ursachen und konkrete Strategien.
1. Was ist Selbstwertgefühl?
Selbstwertgefühl beschreibt die innere Überzeugung, wertvoll, kompetent und liebenswert zu sein – unabhängig von Leistung oder äußerer Bestätigung.
Es besteht aus drei zentralen Komponenten:
- Selbstbild – Wie sehe ich mich selbst?
- Selbstakzeptanz – Kann ich mich mit Stärken und Schwächen annehmen?
- Selbstvertrauen – Traue ich mir etwas zu?
Ein stabiles Selbstwertgefühl bedeutet nicht, sich perfekt zu fühlen. Es bedeutet, sich selbst auch in schwierigen Zeiten nicht grundsätzlich infrage zu stellen.
2. Woran erkennt man ein geringes Selbstwertgefühl?
Typische Anzeichen können sein:
- Starke Selbstkritik
- Angst vor Ablehnung
- Perfektionismus
- Schwierigkeiten, „Nein“ zu sagen
- Abhängigkeit von Lob oder Anerkennung
- Vergleich mit anderen
- Übermäßige Angst vor Fehlern
Menschen mit niedrigem Selbstwert setzen ihren Wert oft mit Leistung gleich. Bleibt Erfolg aus, leidet sofort das Selbstbild.
3. Ursachen für ein schwaches Selbstwertgefühl
Die Wurzeln liegen häufig in:
Kindheit und Erziehung
Kritische, distanzierte oder sehr leistungsorientierte Bezugspersonen können prägend sein.
Negative Erfahrungen
Mobbing, Zurückweisung, Trennungen oder berufliche Misserfolge.
Gesellschaftlicher Druck
Soziale Medien verstärken Vergleiche und unrealistische Ideale.
Innere Glaubenssätze
Sätze wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich darf keine Fehler machen“ wirken oft unbewusst weiter.
4. Warum ist ein starkes Selbstwertgefühl so wichtig?
Ein stabiles Selbstwertgefühl hilft dir:
- Gesunde Beziehungen zu führen
- Grenzen zu setzen
- Mit Kritik konstruktiv umzugehen
- Mutige Entscheidungen zu treffen
- Krisen besser zu bewältigen
- Dich weniger von Meinungen anderer abhängig zu machen
Kurz gesagt: Es stärkt deine innere Stabilität.
5. Selbstwertgefühl stärken – Die wirksamsten Strategien
1. Selbstakzeptanz üben
Lerne, dich mit Fehlern und Schwächen anzunehmen. Perfektion ist eine Illusion.
Praxisübung:
Schreibe drei Eigenschaften auf, die du an dir magst – unabhängig von Leistung.
2. Innere Glaubenssätze hinterfragen
Frage dich:
- Ist dieser Gedanke wirklich wahr?
- Woher kommt er?
- Würde ich so mit einem guten Freund sprechen?
Ersetze alte Überzeugungen durch realistischere, unterstützende Gedanken.
3. Erfolge bewusst wahrnehmen
Menschen mit geringem Selbstwert neigen dazu, Erfolge abzuwerten.
Tipp: Führe ein Erfolgstagebuch – notiere täglich kleine Fortschritte.
4. Grenzen setzen lernen
„Nein“ zu sagen stärkt dein Gefühl von Selbstwirksamkeit und Respekt gegenüber dir selbst.
5. Selbstfürsorge praktizieren
Ausreichend Schlaf, Bewegung, gesunde Ernährung und bewusste Pausen sind keine Luxusgüter – sie sind Basisarbeit für dein Selbstwertgefühl.
6. Vergleich reduzieren
Vergleiche verzerren die Realität. Konzentriere dich auf deinen eigenen Weg.
7. Komfortzone erweitern
Neue Erfahrungen stärken das Selbstvertrauen. Kleine mutige Schritte wirken nachhaltiger als große Vorsätze.
6. Häufige Mythen über Selbstwertgefühl
„Selbstbewusste Menschen haben keine Zweifel.“
Doch. Sie lassen sich nur nicht von ihnen bestimmen.
„Man muss nur positiv denken.“
Echtes Selbstwertgefühl entsteht durch Akzeptanz, nicht durch Verdrängung.
„Erfolg macht automatisch selbstbewusst.“
Ohne innere Stabilität bleibt Selbstwert von äußeren Umständen abhängig.
7. Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist
Wenn Selbstzweifel stark ausgeprägt sind, zu sozialem Rückzug führen oder depressive Symptome auftreten, kann psychologische Unterstützung sehr hilfreich sein. Coaching oder Therapie bieten einen geschützten Raum zur nachhaltigen Stärkung der Persönlichkeit. Selbstwert stärken geht nicht von heute auf morgen – es ist ein Prozess, der dich Schritt für Schritt nach vorne bringen kann.
8. Rückblick: Selbstwert ist lernbar
Selbstwertgefühl ist kein angeborenes Talent – es ist ein innerer Prozess.
Er entsteht durch:
- Bewusste Selbstreflexion
- Selbstakzeptanz
- Mut zur Entwicklung
- Geduld mit sich selbst
Jeder Mensch kann lernen, sich selbst als wertvoll zu betrachten – unabhängig von Leistung, Perfektion oder äußerer Bestätigung.
Der wichtigste Schritt beginnt mit einer einfachen Entscheidung:
Ich behandle mich selbst so, wie ich einen Menschen behandeln würde, den ich liebe.
Selbstwertgefühl stärken – Die wirksamsten Übungen für mehr innere Stärke
Ein gesundes Selbstwertgefühl entsteht nicht über Nacht. Es entwickelt sich durch bewusste Gedanken, neue Erfahrungen und regelmäßige Übung. Die gute Nachricht: Selbstwert ist trainierbar – wie ein Muskel.
Hier findest du praxiserprobte Übungen, mit denen du dein Selbstwertgefühl nachhaltig stärken kannst.
1. Die Spiegel-Übung – Positive Selbstbegegnung
Ziel: Selbstakzeptanz stärken
Stelle dich vor einen Spiegel, schaue dir bewusst in die Augen und sage laut:
„Ich bin gut so, wie ich bin.“
Am Anfang kann sich das ungewohnt oder sogar unangenehm anfühlen. Bleib trotzdem dran. Wiederhole die Übung täglich für 2–3 Minuten.
Warum sie wirkt:
Du lernst, dich selbst wertschätzend wahrzunehmen – statt dich kritisch zu betrachten.
2. Das Erfolgstagebuch – Kleine Siege sichtbar machen
Ziel: Den eigenen Wert unabhängig von Perfektion erkennen
Notiere jeden Abend mindestens drei Dinge, die dir gelungen sind. Das können auch kleine Erfolge sein:
- Ich habe eine schwierige Aufgabe erledigt.
- Ich habe meine Meinung gesagt.
- Ich bin trotz Müdigkeit spazieren gegangen.
Warum sie wirkt:
Unser Gehirn fokussiert sich oft auf Fehler. Diese Übung trainiert den Blick für Fortschritt.
3. Glaubenssätze hinterfragen – Innere Blockaden lösen
Ziel: Negative Selbstüberzeugungen erkennen und verändern
Schreibe einen belastenden Gedanken auf, z. B.:
„Ich bin nicht gut genug.“
Frage dich anschließend:
- Ist das eine Tatsache oder eine Interpretation?
- Welche Beweise sprechen dagegen?
- Wie würde ich mit einem Freund sprechen?
Formuliere einen neuen, realistischeren Gedanken:
„Ich darf Fehler machen und entwickle mich weiter.“
Warum sie wirkt:
Dein Selbstwert wird stark von deinen inneren Überzeugungen bestimmt.
4. Die Stärkenliste – Eigene Ressourcen entdecken
Ziel: Selbstbild positiv erweitern
Schreibe mindestens 20 Eigenschaften oder Fähigkeiten auf, die dich auszeichnen.
Falls es dir schwerfällt, frage vertraute Menschen nach Feedback.
Beispiele:
- Empathisch
- Zuverlässig
- Kreativ
- Humorvoll
Warum sie wirkt:
Viele Menschen mit geringem Selbstwert übersehen ihre Stärken systematisch.
5. Grenzen setzen üben – „Nein“ sagen lernen
Ziel: Selbstachtung stärken
Beginne mit kleinen Situationen, in denen du freundlich, aber klar „Nein“ sagst.
Beispiel:
„Das passt für mich heute nicht.“
Warum sie wirkt:
Grenzen zeigen dir selbst, dass deine Bedürfnisse wichtig sind.
6. Die Komfortzonen-Challenge
Ziel: Selbstvertrauen durch Erfahrung aufbauen
Setze dir kleine Herausforderungen:
- Ein Gespräch beginnen
- Eine neue Aktivität ausprobieren
- Deine Meinung äußern
Wichtig: Kleine Schritte statt großer Sprünge.
Warum sie wirkt:
Selbstwert wächst durch Handeln, nicht durch Grübeln.
7. Selbstmitgefühls-Übung
Ziel: Den inneren Kritiker beruhigen
Wenn dir ein Fehler passiert, frage dich:
- Was würde ich jetzt einer guten Freundin sagen?
- Wie kann ich verständnisvoll mit mir umgehen?
Lege die Hand auf dein Herz und sage:
„Fehler gehören zum Menschsein. Ich darf lernen.“
Warum sie wirkt:
Selbstmitgefühl stärkt emotionale Stabilität.
8. Der Vergleichs-Detox
Ziel: Unabhängigkeit von äußeren Maßstäben
Reduziere bewusst Social Media oder Situationen, in denen du dich stark vergleichst.
Stattdessen frage dich täglich:
„Was war heute mein persönlicher Fortschritt?“
Warum sie wirkt:
Selbstwert entsteht durch innere Maßstäbe – nicht durch Wettbewerb.
9. Die Werte-Reflexion
Ziel: Identität klären
Beantworte folgende Fragen:
- Wofür stehe ich?
- Was ist mir im Leben wirklich wichtig?
- Wann fühle ich mich authentisch?
Wenn du nach deinen Werten lebst, wächst dein Selbstwert automatisch.
10. 30-Tage-Selbstwert-Routine
Kombiniere mehrere Übungen:
- Täglich 3 Erfolge notieren
- 1 negative Überzeugung prüfen
- 1 bewusste Selbstfürsorge-Handlung
- 1 kleine Herausforderung
Kontinuität ist entscheidender als Intensität.
Rückblick
Selbstwertgefühl entsteht durch:
- Selbstakzeptanz
- bewusste Gedanken
- mutiges Handeln
- regelmäßige Reflexion
Es geht nicht darum, perfekt zu werden – sondern darum, dich selbst als wertvoll zu erkennen.
Jede Übung ist ein Schritt zu mehr innerer Sicherheit.
Und jeder kleine Schritt zählt.
Selbstwertgefühl stärken – Kraftvolle Sprüche für mehr innere Stärke
Worte haben Macht. Sie beeinflussen, wie wir über uns selbst denken – und genau dort entsteht unser Selbstwertgefühl. Ein einziger Satz kann Mut machen, Zweifel relativieren oder eine neue Perspektive eröffnen.
Selbstwert stärkende Sprüche sind keine leeren Floskeln. Richtig eingesetzt, können sie dein Denken nachhaltig verändern.
Hier findest du inspirierende Sprüche und Impulse, die dich dabei unterstützen, deinen Selbstwert zu stärken.
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1. Sprüche für mehr Selbstakzeptanz
„Ich bin genug – genau so, wie ich heute bin.“
„Ich darf Fehler machen und trotzdem wertvoll sein.“
„Nicht Perfektion macht mich liebenswert, sondern Echtheit.“
„Ich muss niemand anderes sein, um anerkannt zu werden.“
Impuls:
Wähle einen Satz, der dich besonders anspricht, und wiederhole ihn täglich bewusst.
2. Sprüche gegen Selbstzweifel
„Meine Zweifel definieren mich nicht.“
„Ich wachse an Herausforderungen.“
„Jeder kleine Schritt ist Fortschritt.“
„Ich vertraue darauf, dass ich Lösungen finden werde.“
„Ich bin stärker, als ich manchmal glaube.“
Impuls:
Nutze diese Sätze in Momenten der Unsicherheit – zum Beispiel vor wichtigen Gesprächen oder Entscheidungen.
3. Sprüche für mehr Selbstvertrauen
„Ich darf Raum einnehmen.“
„Meine Meinung zählt.“
„Ich vertraue meiner Intuition.“
„Ich kann mehr, als ich mir zutraue.“
„Mut beginnt mit einem kleinen Schritt.“
Selbstvertrauen entsteht durch Handeln – und unterstützende Gedanken.
4. Sprüche für gesunde Grenzen
„Ein Nein zu anderen ist oft ein Ja zu mir selbst.“
„Meine Bedürfnisse sind wichtig.“
„Ich darf mich schützen.“
„Respekt beginnt bei mir.“
Grenzen setzen ist kein Egoismus, sondern Selbstachtung.
5. Tiefe Selbstwert-Sprüche zur Reflexion
„Mein Wert hängt nicht von Leistung oder Anerkennung ab.“
„Ich bin nicht meine Fehler – ich bin meine Entwicklung.“
„Ich wähle, freundlich mit mir selbst zu sein.“
„Vergleiche stehlen Freude – ich gehe meinen eigenen Weg.“
„Selbstliebe ist kein Ziel, sondern eine tägliche Entscheidung.“
6. Wie du Sprüche effektiv nutzt
Damit Selbstwert-Sprüche wirken, solltest du sie bewusst einsetzen:
- Schreibe deinen Lieblingssatz auf einen Zettel.
- Nutze ihn als Handy-Hintergrund.
- Wiederhole ihn morgens und abends.
- Verbinde ihn mit einer Atemübung.
- Führe ein kleines „Stärkebuch“ mit deinen Lieblingszitaten.
Wiederholung prägt dein Denken – und dein Denken prägt dein Selbstwertgefühl.
7. Dein persönlicher Selbstwert-Satz
Ergänze diesen Satz:
„Auch wenn ____________, bin ich wertvoll.“
Beispiel:
„Auch wenn ich Fehler mache, bin ich wertvoll.“
Solche individuellen Formulierungen wirken besonders stark.
Rückblick
Selbstwertgefühl beginnt im Kopf – und Worte können ihn aufbauen oder schwächen.
Die richtigen Sprüche helfen dir,
- deinen inneren Kritiker zu beruhigen,
- mutiger zu handeln,
- dich selbst freundlicher zu behandeln.
Wähle bewusst die Worte, mit denen du über dich denkst.
Denn dein innerer Dialog entscheidet, wie wertvoll du dich fühlst.
Selbstwertgefühl stärken bei Kindern – Ein umfassender Leitfaden für Eltern und Bezugspersonen
Ein gesundes Selbstwertgefühl ist eines der wertvollsten Geschenke, die wir Kindern mitgeben können. Es bildet die Grundlage für emotionale Stabilität, Lernfreude, soziale Kompetenz und späteres Selbstvertrauen im Erwachsenenalter.
Doch Selbstwert entsteht nicht durch ständiges Loben – sondern durch Beziehung, Erfahrung und innere Sicherheit.
Was bedeutet Selbstwertgefühl bei Kindern?
Selbstwertgefühl beschreibt das grundlegende Gefühl eines Kindes:
„Ich bin gut so, wie ich bin.“
Es geht nicht darum, dass ein Kind immer selbstbewusst auftritt, sondern darum, dass es sich auch bei Fehlern oder Rückschlägen nicht grundsätzlich infrage stellt.
Ein stabiles Selbstwertgefühl zeigt sich zum Beispiel durch:
- Mut, Neues auszuprobieren
- Fähigkeit, mit Fehlern umzugehen
- Eigene Meinung äußern
- Gesunde Abgrenzung
- Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
Wie entsteht Selbstwertgefühl?
Selbstwert entwickelt sich vor allem durch:
- Bindung und Beziehung
Kinder brauchen das Gefühl: „Ich werde gesehen und geliebt – unabhängig von meiner Leistung.“ - Erfahrungen von Selbstwirksamkeit
„Ich kann etwas bewirken.“
Eigene Erfolge – auch kleine – stärken das Vertrauen in sich selbst. - Spiegelung durch Erwachsene
Kinder übernehmen oft das Bild, das wichtige Bezugspersonen ihnen vermitteln.
Selbstwertgefühl stärken – Konkrete Strategien
1. Bedingungslose Wertschätzung zeigen
Kinder sollten spüren, dass sie geliebt werden – nicht nur für gute Leistungen, sondern einfach für ihr Sein.
Statt:
„Ich bin stolz auf dich, weil du eine Eins geschrieben hast.“
Lieber:
„Ich habe gesehen, wie viel Mühe du dir gegeben hast.“
Der Fokus liegt auf Anstrengung und Entwicklung – nicht nur auf dem Ergebnis.
2. Fehler als Lernchancen behandeln
Kinder entwickeln Selbstwert, wenn sie erleben:
„Fehler sind erlaubt.“
Vermeide beschämende Kommentare.
Stattdessen kannst du fragen:
„Was hast du daraus gelernt?“
So entsteht eine gesunde Haltung gegenüber Herausforderungen.
3. Selbstständigkeit fördern
Auch wenn es manchmal länger dauert:
Lass Kinder Dinge selbst ausprobieren.
- Sich selbst anziehen
- Kleine Entscheidungen treffen
- Verantwortung übernehmen
Jede gemeisterte Aufgabe stärkt das Gefühl: „Ich schaffe das.“
4. Gefühle ernst nehmen
Sätze wie:
„Ist doch nicht so schlimm.“
können Selbstzweifel verstärken.
Besser:
„Ich sehe, dass dich das traurig macht.“
Emotionale Validierung stärkt das innere Sicherheitsgefühl.
5. Realistisches Lob statt Dauerlob
Zu viel unspezifisches Lob („Du bist die Beste!“) kann Druck erzeugen.
Wirksamer ist konkretes Feedback:
„Du hast wirklich geduldig weitergemacht, obwohl es schwierig war.“
Das stärkt Kompetenzgefühl statt Leistungsdruck.
6. Vergleich vermeiden
Vergleiche mit Geschwistern oder Mitschülern können das Selbstwertgefühl schwächen.
Statt:
„Deine Schwester kann das schon besser.“
Lieber:
„Du entwickelst dich in deinem Tempo.“
7. Vorbild sein
Kinder lernen durch Beobachtung.
Eltern, die respektvoll mit sich selbst umgehen, Fehler zugeben und Grenzen setzen, vermitteln automatisch ein gesundes Selbstwertmodell.
Warnsignale für geringes Selbstwertgefühl bei Kindern
- Häufige Selbstabwertung („Ich kann das eh nicht.“)
- Große Angst vor Fehlern
- Rückzug oder starke Anpassung
- Übermäßiger Perfektionismus
- Ständige Suche nach Bestätigung
Frühes Gegensteuern ist hier besonders wichtig.
Kleine Alltagsübungen für mehr Selbstwert
- Abends drei Dinge nennen, die gut gelungen sind
- Ein „Mut-Glas“ führen: Zettel mit kleinen Erfolgserlebnissen sammeln
- Stärken-Poster gestalten
- Gemeinsame Reflexionsgespräche führen
Rituale schaffen Sicherheit und fördern positives Selbstbild.
Rückblick
Selbstwertgefühl bei Kindern entsteht nicht durch Druck oder Perfektion – sondern durch:
- Liebe ohne Bedingungen
- ehrliche Aufmerksamkeit
- Raum für Fehler
- Vertrauen in die eigene Entwicklung
Kinder mit einem stabilen Selbstwert wachsen zu Erwachsenen heran, die sich selbst vertrauen, gesunde Beziehungen führen und Herausforderungen mutig begegnen.
Das Wichtigste, was ein Kind hören und fühlen sollte, ist:
„Du bist wertvoll – einfach, weil du bist.“
Selbstwertgefühl stärken bei Erwachsenen – Wege zu innerer Stabilität und Selbstvertrauen
Ein starkes Selbstwertgefühl ist kein Zufall und auch keine Frage des Alters. Viele Erwachsene kämpfen trotz beruflicher Erfolge, Familie oder sozialer Anerkennung mit Selbstzweifeln. Das Gefühl, „nicht genug“ zu sein, begleitet sie oft schon seit Jahren.
Die gute Nachricht: Selbstwert ist formbar – auch im Erwachsenenalter.
Was bedeutet Selbstwertgefühl bei Erwachsenen?
Selbstwertgefühl beschreibt die grundlegende innere Haltung:
„Ich bin wertvoll – unabhängig von Leistung, Anerkennung oder Fehlern.“
Ein stabiler Selbstwert zeigt sich durch:
- Gesunde Grenzen
- Fähigkeit, Kritik anzunehmen
- Mut zu Entscheidungen
- Eigenständige Meinungsbildung
- Weniger Abhängigkeit von äußerer Bestätigung
Es geht nicht darum, immer selbstsicher zu wirken – sondern innerlich stabil zu bleiben, auch wenn es schwierig wird. Auch spannend: Glücklich in den Tag starten: So gelingt es
Warum haben viele Erwachsene ein geringes Selbstwertgefühl?
Häufige Ursachen sind:
- Kritische oder leistungsorientierte Erziehung
- Negative Beziehungserfahrungen
- Beruflicher Druck
- Perfektionismus
- Ständiger Vergleich (z. B. durch soziale Medien)
- Verinnerlichte Glaubenssätze wie „Ich muss perfekt sein“
Diese Muster wirken oft unbewusst weiter – selbst wenn sie längst nicht mehr der Realität entsprechen.
Selbstwertgefühl stärken – Konkrete Schritte
1. Den inneren Kritiker erkennen
Viele Erwachsene führen einen permanenten inneren Monolog voller Selbstkritik.
Frage dich:
- Würde ich so mit einem guten Freund sprechen?
- Ist dieser Gedanke objektiv wahr?
Bewusstes Hinterfragen ist der erste Schritt zur Veränderung.
2. Leistung vom Selbstwert trennen
Erfolg und Wert sind nicht dasselbe.
Ein Fehler bedeutet nicht:
„Ich bin unfähig.“
Sondern:
„Ich habe etwas gelernt.“
Diese Differenzierung stärkt emotionale Stabilität.
3. Selbstfürsorge ernst nehmen
Selbstwert zeigt sich auch im Umgang mit sich selbst:
- Ausreichend Schlaf
- Bewegung
- Gesunde Ernährung
- Pausen
- Zeit für eigene Bedürfnisse
Wer sich selbst wichtig nimmt, stärkt automatisch sein inneres Fundament.
4. Grenzen setzen lernen
Viele Erwachsene mit geringem Selbstwert haben Schwierigkeiten, „Nein“ zu sagen.
Grenzen sind kein Egoismus – sie sind Selbstrespekt.
Beginne mit kleinen Situationen und formuliere klar:
„Das passt für mich gerade nicht.“
5. Erfolge bewusst würdigen
Unser Gehirn speichert Misserfolge stärker als Erfolge.
Führe ein Erfolgstagebuch und notiere täglich kleine Fortschritte.
Kontinuität verändert den Blick auf dich selbst.
6. Vergleiche reduzieren
Vergleiche erzeugen häufig künstlichen Druck.
Frage dich stattdessen:
„Was ist mein eigener Maßstab?“
Selbstwert entsteht durch Authentizität, nicht durch Wettbewerb.
7. Alte Glaubenssätze auflösen
Typische limitierende Überzeugungen:
- „Ich bin nicht gut genug.“
- „Ich darf keine Schwäche zeigen.“
- „Andere sind besser.“
Schreibe sie auf und formuliere realistischere Alternativen wie:
„Ich entwickle mich kontinuierlich weiter.“
Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist
Wenn Selbstzweifel stark belasten, zu Rückzug, Beziehungsproblemen oder depressiven Symptomen führen, kann Coaching oder Therapie sehr hilfreich sein.
Selbstwertarbeit ist ein Prozess – und manchmal braucht es Begleitung.
Selbstwert stärken im Alltag – 5-Minuten-Routine
- 1 positiver Satz zu dir selbst
- 1 bewusst gesetzte Grenze
- 1 kleine mutige Handlung
- 1 Moment der Selbstfürsorge
- 1 reflektierter Gedanke über deinen Fortschritt
Kleine tägliche Schritte sind wirkungsvoller als große Vorsätze.
Rückblick
Selbstwertgefühl im Erwachsenenalter zu stärken bedeutet:
- Alte Muster erkennen
- Selbstkritik hinterfragen
- Verantwortung für die eigene Entwicklung übernehmen
- Sich selbst mit Respekt begegnen
Du bist nicht dein letzter Fehler, nicht deine Vergangenheit und nicht die Meinung anderer.
Ein stabiles Selbstwertgefühl entsteht, wenn du beginnst, dich selbst als wertvoll zu behandeln – unabhängig von äußeren Umständen.
