Gentle Parenting: Beispiele aus dem Alltag

Gentle Parenting – auf Deutsch oft mit „einfühlsame Elternschaft“ übersetzt – ist ein Erziehungsstil, der auf Respekt, Empathie, Achtsamkeit und Verbindung basiert. Statt Strafen, Machtkämpfen oder autoritärem Verhalten steht beim Gentle Parenting die Beziehung zum Kind im Mittelpunkt.

Doch wie sieht das konkret im Alltag aus? Hier kommen einige typische Situationen und Beispiele, wie Gentle Parenting praktisch umgesetzt werden kann.


Beispiel 1: Wutanfall im Supermarkt

Situation: Dein Kind möchte Süßigkeiten, du sagst Nein – es wirft sich schreiend auf den Boden.

Reaktion im Gentle Parenting-Stil:
Statt mit „Jetzt ist aber Schluss!“ oder „Wenn du dich nicht benimmst, gibt’s kein Fernsehen“ zu reagieren, gehst du auf die Emotion ein:

„Du bist gerade richtig wütend, weil du die Süßigkeiten haben willst. Ich verstehe das. Aber wir kaufen heute keine. Komm, ich nehme dich in den Arm, wenn du magst.“

Warum das funktioniert: Dein Kind fühlt sich gesehen, ernst genommen und emotional begleitet. Die Situation beruhigt sich meist schneller, wenn sich Kinder sicher und verstanden fühlen.


Beispiel 2: Zähneputzen verweigert

Situation: Dein Kind weigert sich, die Zähne zu putzen.

Reaktion im Gentle Parenting-Stil:
Statt Druck zu machen oder zu drohen, suchst du kreative und verbindende Wege:

„Möchtest du heute der Zahnputzheld sein oder soll ich es übernehmen?“
„Sollen wir den Zahnmonstern eine Nachricht singen, damit sie verschwinden?“

Warum das funktioniert: Du bietest Wahlmöglichkeiten, beziehst das Kind mit ein und machst daraus ein gemeinsames Spiel – das reduziert Widerstand und stärkt die Kooperation.


Beispiel 3: Schlafenszeit – aber dein Kind ist noch nicht müde

Situation: Es ist Zeit fürs Bett, aber dein Kind turnt noch herum und möchte nicht schlafen.

Reaktion im Gentle Parenting-Stil:
„Ich sehe, du bist noch voller Energie. Wollen wir zusammen ein Buch lesen oder eine Traumreise machen, damit du zur Ruhe kommst?“

Warum das funktioniert: Statt das Kind „ins Bett zu zwingen“, hilfst du ihm, einen sanften Übergang zu finden – mit Nähe, Ritualen und Verständnis.


Beispiel 4: Chaos beim Malen

Situation: Dein Kind hat mit Fingerfarben gemalt – und dabei den Tisch, die Wand und sich selbst gleich mit eingefärbt.

Reaktion im Gentle Parenting-Stil:
„Wow, du hast dich richtig ausgetobt mit den Farben! Das sieht nach Spaß aus. Lass uns gemeinsam alles wieder sauber machen.“

Warum das funktioniert: Du schätzt die Kreativität deines Kindes wert, statt nur das Chaos zu sehen – und beziehst es verantwortungsvoll mit ein.


Fazit: Gentle Parenting heißt nicht „alles erlauben“

Oft wird Gentle Parenting mit „laissez-faire“ oder „antiautoritär“ verwechselt – aber das ist es nicht. Es geht nicht darum, keine Grenzen zu setzen, sondern wie man sie setzt:

  • mit Respekt
  • mit Klarheit
  • mit Kommunikation
  • und immer auf Augenhöhe

Es ist ein Weg, der Geduld und Reflexion braucht – aber auch eine starke, liebevolle Verbindung schafft, die ein Leben lang trägt.


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